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Titel:

Alkohol als Gesellschaftsdroge


  Note: 1   Klasse: 8







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Arbeit: Alkohol - ein Gesellschaftsdroge


Alkohol ist ein weit verbereitetes Phänomen in der gesamten Welt. Der Genuß vergorener Früchte gehört von Beginn der Geschichte zur menschlichen Kultur. Der Met (Honigwein) der germanischen Völker, Wein aus Babylon oder Ägypten, im gesamten Orient, Bier, und später Getränke aus destillierten Grundstoffen sind immer wieder auch in der ältesten Literatur zu finden. Alkohol ist heute aus der Gesellschaft nicht wegzudenken, denn er ist fest integriert in Riten, wie dem Abendmahl der Kirchen; er ist verankert in allen denkbaren Feierlichkeiten. So gehörte Bier bis vor wenigen Jahren in Bayern zu den Grundnahrungsmitteln und der Genuß war auch während der Arbeitszeit erlaubt.

Wenn es gemütlich werden soll, gehört der Alkohol einfach dazu.

Alkoholische Getränke sind also nicht aus unserem Leben wegzudenken. Man muß nur einmal die Filme im Fernsehen bewußt auf das Trinkverhalten der Helden hin betrachten und man wird sehen, daß gerade die Guten und Starken immer wieder zu Bier, Wein, Whiskey und anderen Getränken greifen, wenn sie einen Sieg errungen haben, oder eine entspannte Situation geschildert werden soll. Von der Werbung möchte ich erst garnicht anfangen. Dort wird der Genuß alkoholischer Getränke mit allen möglichen tollen und erlebenswerten Situationen in Verbindung gebracht.

Auch in der Medizin spielt Alkohol als wirksamer Bestandteil vieler Medikamente oder auch nur zur Haltbarmachung eine wichtige Rolle. In diesem Fall ist gegen diesen Stoff im Prinzip nichts zu sagen. Immer wieder aber, wird Alkohol auch missbraucht:

Zwischen 1,6 und 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. 42.000 Menschen sterben jährlich an den direkten oder indirekten Folgen von übermässigem Alkoholkonsum. In Frankreich trinkt jeder Erwachsene jeden Tag durchschnittlich 64 Gramm reinen Alkohol – das sind rund 6 Gläser Wein. Mit durchschnittlich 12 Litern reinen Alkohols pro Jahr, liegt der deutsche Konsum in Europa neben Frankreich an der Spitze.

Das fatale am Alkoholismus ist, daß er absolut ohne soziale Grenzen ist. Der Hilfsarbeiter in der Fabrik kann genauso zum Trinker werden wie der Richter, die Unternehmerin, der Pilot, der Chefarzt, die Hausfrau oder der Lehrer. Es kann absolut jeden treffen. Ein Alkoholiker ist längst nicht nur der Obdachlose am Straßenrand. Aber durch die soziale Verachtung fällt es den Betroffenen enorm schwer, diese Krankheit zu akzeptieren. Keiner mag sich mit dem Penner im Rinnstein vergleichen, niemand will als Versager dastehen. Überhaupt wird Alkoholismus immer wieder mit Versagen in Verbidung gebracht. Aber genau dadurch wird die Krankheit weiter gefördert – der Druck wächst und mit dem Druck der Alkoholkonsum. Mit dem sich steigernden Trinken aber wachsen wieder die Probleme. Der Teufelskreis ist perfekt: Ich trinke, weil ich Probleme habe und ich habe Probleme, weil ich Trinke.


Die Wirkung von Alkohol

Alkohol dringt über die Schleimhäute rasch in die Blutbahn und durchströmt den gesamten Organismus. Er beeinflußt vor allen die Zentren des Gehirns, die das Bewußtsein und die Gefühle steuern. Die Wirkung ist zunächst anregend, geht später aber in eine Betäubung über.
Ab ca. 0,2 Promille verändern sich subjektives Erleben und persönliches Verhalten. Man fühlt sich zwangsloser und freier. Alles scheint machbar.
Bei ca. 1 Promille Blutkalkohol-Konzentration beginnt das Rauschstadium mit läppisch-heiterer oder depressiver Stimmung. Es kommt zu Gleichgewichts- und Sprachstörungen (Torkeln und Lallen). Dies bemerkt der Angetrunkene nur vage. Tatsächlich verstehen sich Betrunkene untereinander noch prächtig, während nüchterne Personen nur mit Mühe die Worte verstehen können. Auch das Gehen kommt den Betrunkenen ganz normal vor, obwohl er einen Bogen nach dem anderen schlägt.
Bei ca. 2 Promille wird das Betäubungsstadium erreicht. Störungen des Gedächtnisses (Filmriß) und der Orientierung treten auf. Man schätzt, daß bei einem Vollrausch von den etwa 15 Milliarden Gehirnzellen Hunderttausende zerstört werden.
Bei über 3 Promille beginnt die schwere aktue Alkoholvergiftung, die schlimmsten Falls zum Tod durch Atemstillstand führen kann.


Als Beispiel für den typischen Alkoholismus hier der Rückblick einer Alkoholabhängigen

„ Die Kinder waren morgens in der Schule, der Mann arbeitete, und ich hab´ gesoffen. Und ich hab´ immer mehr gesoffen. Ich hab´ mir den Fusel in den Vasen versteckt, hinter die Wäsche gestellt, in die Waschmaschine gelegt. Meinen Schnaps sollte niemand finden. Ich hab ihn auch im Blumenbeet vergraben, bin nachts wieder im Dreck rumgerobbt und hab´ ihn wieder rausgepult.“

Um einem Alkoholiker helfen zu können, muß eine wichtige Voraussetzung vorliegen: Er selbst muß sich helfen lassen wollen. Er muß erst einsehen, daß er ohne fremde Hilfe nicht vom Alkohol wegkommt.



Alkohol wird wohl auch in Zukunft eine bedeutende Droge bleiben. Obwohl in den letzten Jahren neue Designer-Drogen (Extasy) auf dem Markt erschienen sind, wird wohl Alkohol neben Tabak die einzigen legalen Drogen bleiben. Und solange der Staat an diesen Drogen verdient, wird es auch so bleiben.
Die Bundesregierung richtet für Heroinsüchtige Spritzenautomaten ein, damit sie immer eine saubere Spritze für ihren tödlichen Schuß nehmen. Absolut paradox. Letztendlich ist es nur eine Frage der Zeit, dann sind alle Drogen erlaubt und Alkohol wird in ferner Zukunft verboten. Warum? Vielleicht, weil im neuen Jahrtausend die neuen Drogen dem Staat mehr einbringen, als die Alkoholsteuer. Und das ist dann erst der Anfang vom Ende.






Quelle: keine Angaben



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