In der heutigen Gesellschaft wird der Begriff Anarchie oft mit Chaos, Zerstörung und Terror gleichgesetzt. Tatsache ist aber, dass die Idee dieser "politischen Form" eine herrschaftsfreie und gewaltlose Gesellschaft sieht, in der der Mensch ohne politischen Zwang leben kann. Der Begriff "Anarchie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Herrschaftslosigkeit".
Aber wie muss man sich das nun vorstellen ? In einem Land, in dem Anarchie "herrscht" wird es zwangsläufig zum Chaos kommen. Das ist zweifelslos richtig und der Grund dafür ist, dass es bisher noch nie einen Staat gegeben hat, in dem alle Menschen gleicher Meinung mit der politischen Staatsform waren. "Schwarze Schafe" gibt es immer. Um richtig zu verstehen, wie eine Anarchie aussehen kann, wenn sie richtig umgesetzt wird, muss man sich dies erstmal in kleineren Bildern vostellen. Wir stellen uns ein kleines Dorf vor, völlig unabhängig von der Aussenwelt. 20 Einwohner und 10 Häuser. Nur ein einziger Einwohner bestimmt über das Dorf. So haben wir eine Diktatur. Alle Einwohner wählen 3 Vertreter, die ihre Interessen vertreten, so haben wir unsere bekannte Form von Demokratie. In der Anarchie aber, gibt es in diesem Dorf niemanden, der alleine Entscheidungen fällt. Alle 20 Einwohner setzen sich zusammen und beraten, was zu tun ist. In diesem anarchistischen Dorf wird gemeinsam gearbeitet, gesät und geerntet. Selbstorganisation als Mittel zum Zweck.Dies ist also die eigentlich Form von Demokratie. "Schwarze Schafe" werden vom System ausgeschlossen.
Geschichte:
Obwohl der Anarchismus schon frühere Denker und Denkerinnen hatte, wurde er erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit der aufkommenden Arbeiterbewegung zu einer politischen Theorie. Anarchisten spielten in vielen Aufständen und Revolutionen des 19. und 20. Jahrhunderts eine Rolle. Dazu gehört unter anderem die mexikanische Revolution von 1910 bis 1919 mit der Bauernarmee unter Führung von Emilano Zapata.
Mit der Studentenbewegung Ende der 60er-Jahre in Deutschland stieg das öffentliche Interesse am Anarchismus. Innerhalb der Studentenbewegung entstand ein Anarcho-Marxismus, der marxistische Theorie und anarchistische Praxis miteinander verband.
Freiheit - das ist ein viel benutztes und mißbrauchtes Wort. Alle nehmen es in Anspruch, sogar Nazis und Stalinisten. Wirkliche Freiheit kann es aber nur da geben, wo es keine Herrschaft von Menschen über Menschen gibt. Das bedeutet also auch die Abwesenheit von Staat, Kapital, Geschlechterherrschaft (Patriarchat), Rassismus und Imperialismus in jeder Form. Frei ist nur, wer über sich selbst: sein Leben, seinen Körper und Denken, unbevormundet selber entscheiden kann. Dazu bedarf es des Wohlstands für alle: guter Kleidung, menschenwürdiger Wohnverhältnisse, ausreichend gesunder Nahrung, und des Endes des Zwangs zur Arbeit.
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