Die Peplos-Kore wurde gegen Ende des 6. Jh. v. Chr. zur Zeit des archaischen Stils geschaffen. Die aus Marmor gefertigte Einzelfigur ist 1,21m hoch und Eigentum des Akropolis-Museums von Athen.
Die Kore (griech. "junges Mädchen") stammt aus einer Reihe von Mädchenfiguren, die auf der Akropolis in Athen um 500 v. Chr. geweiht und später von den Persern Anfang des 5. Jh. zerstört wurden.
Wie unschwer erkennbar ist sie eine Großplastik, die subtraktiv entstanden ist. Ihr Formcharakter ist organisch und sie besitzt eine farbige Fassung. Der faltenlose Peplos, den sie trägt, sorgt für eine glatte, ebenmäßige Oberfläche. Dieses schwere, streng nach unten fallende Gewand ist ein weiteres Merkmal für die symmetrische Ordnung von waagrechten und senkrechten Achsen. Trotzdem zeigt dieser Aufbau keinerlei Anzeichen von Schwere und Massigkeit. Die Plastik besitzt einen geschlossenen Umriss, hat weiche Konturen, vor allem im Gesicht und ihr Verhältnis zum Raum ist geschlossen bzw. abweisend. Das heißt sie ist eine Kernplastik.
Die hier dominierende Linie ist neben der Waagrechten vor allem die Senkrechte. Weitere lineare und ornamentale Elemente sind ihre zu Zöpfen geflochtenen Haare, die diese symmetrische Anordnung nochmal betonen.
Die starke Frontalität, die durch die Kopf- und Körperhaltung erzeugt wird, legt die Vorderseite als Hauptansichtsseite fest und sorgt hingegen für eine leicht unrealistische Darstellungweise.
In der Figur ist keinerlei Bewegung erkennbar. Fast sieht es so aus als sei sie in ihrem Vorhaben regelrecht erstarrt.
Wegen seiner aufrechten Haltung strahlt das Mädchen viel Selbstbewusstsein aus. Wie alle Plastiken aus dieser Kunstepoche besitzt auch sie das unverkennbare "archaische Lächeln" in ihrem maskenhaft wirkenden Gesicht, das auch etwas geheimnissvoll wirkt. Die unnatürlich großen Mandelaugen, die den Betrachter beobachten, vermitteln jugendliche Freude und Unbekümmertheit. In der verlorengegangenen linken Hand hielt sie einst ein Weihegeschenk für die Göttin Athene.
Quelle: Kammerlohr, Otto: Epochen der Kunst - Band I / Antike. Erlangen 1974
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