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Titel:

Das Natur und Menschenverständnis der Indianer nach einer Rede des Häuptlings Seattle


  Note: keine   Klasse: 13







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Arbeit: Aufgabe: Entwickeln Sie aus der Rede das Natur- und Menschenverständnis der Indianer.

Die Erde bezeichnen die Indianer als „des roten Mannes Mutter“ und diese Vorstellungen leben sie auch. Die Natur ist für sie keine Wildnis, sondern ein lebendiger Organismus, ein unergründliches Geheimnis, die Wurzel alles Lebens und gleichzeitig eine nicht zu ersetzende Lebensgrundlage. Ihrem Naturverständnis nach ist die Natur nicht vorwiegend etwas, was außerhalb des Menschen liegt. Stattdessen fühlen sie sich als gleichwertiger Teil der Natur und stellen sich über die anderen Lebewesen und Naturphänomene. Menschen und Tiere werden als verwandte Seelen mit gleicher Abstammung gesehen. So gilt das Totem eines Menschen wirklich als sein zweites Ich.

Aus dem indianischen Naturverständnis resultiert der Umgang mit der Natur. Aus enormer Ehrfurcht und Respekt vor dem Lebendigen leben die Indianer in Harmonie mit der Natur. Den Staat, in dem sie leben, sehen sie in erster Linie als Teil der Natur, die den Menschen nur anvertraut worden ist und nicht von ihnen besessen werden kann und nicht von ihnen besessen werden kann. Deshalb würden die Indianer z.B. niemals aus dem bloßen Vergnügen heraus Tiere töten. Im Gegensatz zu einem solchen Verhalten jagen die Indianer lediglich um sich ernähren zu können. Sie nehmen von den natürlichen Ressourcen nur so viel, wie sich tatsächlich brauchen, denn die Natur soll für die nachfolgenden Generationen bewahrt werden.

Wie selbstverständlich sehen die Indianer die Erde nicht als ihren Besitz, sondern sich als Eigentum der Erde an. Für die Indianer sind Mensch, Tiere und Erde untrennbar miteinander verbunden: Was auf die Erde und die Tiere einwirkt, hat auch Auswirkungen auf den Menschen. Die Indianer wollen die Natur nicht schützen, um längern von ihr profitieren zu können, sondern aus der Achtung vor dem Leben.

Wichtig für das Naturverständnis der Indianer ist auch die Bedeutung des Landes für den Ahnen- und Totenkult: „[...] die Asche unserer Väter ist heilig, ihre Gräber sind geweihter Boden [...]“ Die Indianer glauben an die beseelte Natur, erkennen das Besondere in scheinbar alltäglichen und nebensächlichen Naturerfahrungen und lassen die Naturimpressionen auf sich einwirken. Auf der Suche nach ihrem persönlichen Schutzgeist ziehen sie sich in die Einsamkeit zurück. Mystische Naturerlebnisse sind Teil ihres Lebens.

Zum indianischen Menschenbild gehört auch die Akzeptanz des Schicksals und der Vergänglichkeit: „Aber warum soll ich trauern über den Untergang meines Volkes? Völker bestehen aus Menschen – nichts anderem. Menschen kommen und gehen wie die Wellen im Meer.“ Zentral ist die Einsicht, dass die Menschen nur als klitzekleiner Teil der Welt oder gar des Universums gesehen werden.

Die Indianer glauben, dass es einen Gott für alle Menschen gibt, in dessen Willen die gemeinsame Bestimmung aller Menschen liegt. Zerstörung der Erde gilt als Schöpferverachtung. Manitu, die göttliche Kraft, an welche die Indianer glauben, ist kein Gott in Gestalt einer Person, sondern eine Energie, die sich überall in der Natur offenbart.

Aufgabe 2: Zeigen Sie, worauf sich sein Unverständnis für die Lebensweise des weißen Mannes gründet!

Die Rede des Häuptlings Seattle gilt als eine Reaktion darauf, dass Franklin Pierce, der 14. Präsident der Vereinigten Staaten, den Duwamish, einem im Nordwesten der USA, im Staat Washington beheimateten Indianervolk im Jahre 1855 das Angebot machte, ihr Land an weiße Siedler zu verkaufen und selbst in ein Reservat zu ziehen.

Für dieses Angebot empfinden die Indianer tiefes Unverständnis. Es geht ihnen dabei keinesfalls darum, dass sie das Land verlassen sollen. Vielmehr können sie nicht verstehen, wie man Land als käuflich ansehen kann. Die Annahme etwas vertraglich verkaufen zu können, schließt nämlich die Vorstellung ein, es zu besitzen. Die Indianer erwachten allerdings das Stück Land genauso wenig als ihren Besitz wie den Himmel, die Frische der Luft, das Glitzern des Wassers oder die Schnelligkeit der Antilope – um passende Vergleiche zu ziehen. Diese Dinge sind für sie nicht materiell greifbar. Eine käufliche Natur ist nach ihrer Auffassung ein Paradoxon.

Auch bezüglich der Wertung des bewohnten Landes herrscht seitens der Indianer Unverständnis für die weißen Siedler. Sie können nicht verstehen, warum die Siedler nur den Nutzwert des Landes, aber nicht den ideellen Wer erkennen, denn für sie ist das Land heilig und durch die Leiber ihrer Urahnen zum geweihten Boden geworden. Die Indianer können nicht nachvollziehen, warum die weißen Siedler die Naturressourcen gedankenlos verbrauchen und die Umwelt zu verschmutzen: „Er stiehlt die Erde von seinen Kindern – und kümmert sich nicht.“ Aus der Perspektive eines Indianers ist es nicht verständlich die Erde zerstört zurückzulassen ohne über die langwierigen Konsequenzen, auch für die folgenden Generationen, nachzudenken. Deshalb empfinden die Indianer Unverständnis für die Büffeljagd, denn es widerstrebt ihrem Respekt vor dem Leben Tiere zu erschießen um ihr Fleisch ungenutzt verderben zu lassen.

Die Indianer haben also kein Verständnis für die Verschwendung der Naturressourcen sowie für die ökonomisch orientierte Sichtweise der weißen Siedler. Sie verstehen das Bedürfnis Städte zu bauen und Besitztümer, die das Nötigste überschreiten, zu horten, anstatt schlicht und einfach in Einklang mit der Natur zu leben, nicht. Ein Leben in Konsum, Hektik, Lärm und Abfall wäre für sie nicht vorstellbar.

Die Natursichtweise der Indianer unterscheidet sich somit grundlegend vom Naturverständnis der Westlers, der seine Umwelt als etwas von sich Getrenntes wahrnimmt und den Bezug zur Welt vorwiegend anhand der Geschichte definiert.

Den Indianern sind die Träume, Wünsche und Visionen der weißen Siedler sind nicht bekannt bzw. sie können sie einfach nicht nachvollziehen, was an deren Ambitionen erstrebenswert sei soll. Das entgegengesetzte Welt-, Natur- und Menschenverständnis bildet eine scharfe Trennlinie zwischen Indianern und weißen Siedlern, die es schwer macht sich ineinander hineinzuversetzen und aufeinander zuzugehen.






Quelle: - http://tomheller.de/theholycymbal/seattle2.html



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