Hintergrund: kurz vor der Wiedervereinigung, dann hohe Arbeitslosigkeit,
Identitätskrisen Ost/West, MultimediagesellschaftàInternet
DDR-Vergangenheit, Bundesländer
Vertreter: U. Eco, P. Handke, P. Süßkind
Kennzeichen: 80er: Vernunfts-, Zivilisationskritik, autobiographische
Krankengeschichten, Aufnahme historischer Elemente,
Abgrenzung von: ästhetische Moderne, Jahrhundertwende,
(Expressionismus, Surrealismus, Dadaismus), gesellschaftlicher Moderne
(Industrialisierung, Rationalisierung, etc.), gesellschftlichem Engagement
Überwindung der Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft,
wenig niveauvolle Literatur wg. MultimediaàLiteratur
schwindende Bedeutung in Gesellschaft, ideologiefrei
(weder entlarven noch verbessern), Verzicht auf Bedeutsames,
Infragestellung der engagierten Literatur
Stilmittel: Zitat, Parodie/Travestie, Verzerrung/Verspottung, Kollage/Montage
70er „neue Subjektivität“
Hitergrund: Politisierung des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens, Terrorgruppen
(RAF) versuchen gewaltsam Ziele zu erreichen
Vertreter: I. Bachmann, G. Wohmann, P. Handke, B. Schwaiger...
Kennzeichen: gelöste Bindungen (Ehe u. Familienbande, kleinstädtische
Kulturnorm...), „neue Innerlichkeit“, „Selbstbeobachtungsliteratur“
Verarbeitung individueller Erfahrungen, Minutiöse Beobachtungen,
detaillierte Naturbeschreibungen, Seelenverfassung, keine
Exklusivität, keine Metaphern, keine elitäre Spracheà
Nähe zum Volk, Frauenbewegungen: Alice Schwarzer-
Gegen den Krieg der Männer, gegen sexuelle Ausbeutung der Frau, für Schwangerschaftsabbruch
60er:
Hintergrund: Mauerbau, Spiegelaffaire, Kuba Krise, Vietnamkrieg,
Friedensbewegungen, Ende Bismarck, Studentenbewegungen
Vertreter: H. Marcus, T. Adorno, J. Habermass, J. Becker, Heißenbüttel
Kennzeichen: Aufarbeitung d. Vergangenheit, aktuelle Gesell., geteiltes D,
Position d. Menschen im technischen Zeitalter, politische Literatur,
Kritik an Wohlstandsgesellschaft, bürgerliche Scheinmoral,
gesell. Zwänge, geistige Verkrustung, Spießertum,
Suche nach neuen ästhetischen Ausdrucksformen, Tabuthemen
(NS-Zeit, Juden-Völkermord), Alltags-, Zeitgedichte,
Dortmunder Gruppe 61,
DDRler: dokumentarische Literatur,
schematisierte Literatur, klischeehaft (S. Kirsch, CH. Wolf)
Vertreter: T. Mann, B. Brecht, H.W. Richter, G. Eich, Böll, Borchert
Kennzeichen: Not, Probleme der Menschen, Kurzgeschichten& Lyrik,
keine Kraft für Dramen u. Romane, short stories,
Motive: Kriegs-, Gefangenschafts-, Heimkehrererfahrung, Trümmerliteratur
Hungersnot, Arbeitslosigkeit, Elend, Not, Schuldfrage
Vertreter: G. Heym, G. Trakl, G. Benn, F. Wedekind, F. Kafka, Lasker Schüler
Motive: Tod, Krieg, Technik, Verlorenheit des Ich,
Reihungsstil, kurze Hauptsätze ohne logischen oder
Syntaktischen Zusammenhang, viele Verben der
Bewegung, Telegrammstil, Sprachverkappung, Ironie,
Tabuthemen (Krebs, Hinrichtung, Wahnsinn),
Hässliches&Peinliches, Mensch wird zum Objekt,
Gegenstand zum Subjekt, Drama: Wandlungsfähigkeit,
Opferbereitschaft, man steht Wirklichkeit ratlos gegenüber
Impressionismus/Symbolismus 1880-1910
Hintergrund: siehe Jahrhundertwende
Vertreter: Hoffmannsthal, Rilke, Wedekind, Schnitzler, George
Impressionismus eher Malerei (Monet, Manet),
Abwendung naturalistischen Sichtweisen, Wirklichkeits-
Bewusstsein, Eindrücke, Stimmungen, individuelle
Eindrückeà Auflösung des Ganzen, Innenperspektive,
Abfolge von Bildern, erlebte Rede & innerer Monolog,
Schein-, Wechselhaftigkeit d. Lebens/ Augenblick,
Skizzen, kurze Erzählungen, Eintakter, Lyrik,
Symbolismus: Hass gg. Bürgerwelt, Fotographie,
Statistik, Psychologieà Einbau mythischer Elemente,
Andeutungen, Mehrdeutigkeità geheimnisvolle Welt,
Symbole, Geheimnis nur schwer erkennbar, Fantasie,
die nur wenigen zugänglich, Lyrik, lyrische Kurzprosa
Jahrhundertwende 1880-1910
Hintergrund: Ära Wilhelm 2.à Wohlstand, Materialismus,
Nationalismus, Imperialismus, Verstädterung, Beginn
Moderne, Technisierung
Kennzeichen: verschiedene Strömungen gleichzeitig (Impressionismus,
Symbolismus, Jugendstil, Neuklassik, Neuromantik), gegenüber
Gegenwart kritisch und distanziert, Dichter Opposition
Zur Gesellschaft, Flucht Ästhetizismus: Elfenbeinturm= Schönheit
Kunst um der Kunst willen, Flucht aus Realität, passiver
Held fühlt sich isoliert, missverstanden, müde, Handlung
Episodenartig, bringt keine Erfüllung, fast nur Lyrik,
häufig Monologe, das Ich keine feste Figur mehrà
passiv, Problem sich zu verständigen
Naturalismus 1880-1900
Hintergrund: Bismarck, D-F-Krieg, 2. Kaiserreich, Kulturkampf,
Bürgertum, Arbeiterstand, 1. Weltkrieg
Vertreter: A. Holz, J. Schlaf, Hauptmann, Tolstoj, Zola, Ibsen
Kennzeichen: radikaler als Realismus, Grundlage der Kunst sind
Naturwissenschaften, Kunst = Natur - x, Kunst hat Tendenz
wieder Natur zu sein, menschliche Unvollkommenheit,
gesprochene Alltagssprache, Abkehr v. Kunstmitteln,
Mensch bestimmt durch Vererbung, Milieu, historischer
Situation, Wirklichkeitsausschnitt exakt und vollständig,
Sekundenstil, minutiös, jedes Detail, exakt, psychologische
Abläufe, analytische Struktur, offener Schluss, Dialekt,
Satzbrücken, Pausen, Slang, Satzfragmente, Motive:
Armut, Alkoholismus, Ausbeutung, Inzucht, Debilität
Realismus 1848-1890
Hintergrund: Ära Bismarck, Märzrevolution 48, industrielle
Revolution, Verarmung, Kapitalismus, D-F-Krieg
Vertreter: Fontane, Raabe, Storm, Freytag, Keller
Kennzeichen: auktorialer Erzähler, keine Emotionen, Spieß-
bürgerlichkeit, Duell, Ehre, keine pathetischen
Äußerungen, Wirklichkeit/Gegenwart soll abgebildet
Werden, dichterisch verklärt werden, extreme
Darstellungen ausgespart (Hässliches), keine Kritik an
Politik &Gesell., Reflektion Leben wirtschaftlich erfolgreiches Groß-
Bürgertum, Zentrum Individuum, kaum Kleinbürger,
Materialismus beherrscht die Zeit, oberflächlicher Optimismus
täuscht über Probleme, Mensch bestimmt von Umwelt,
Ehebruch
Biedermeier 1815-48/ oder 1820-1830
Hintergrund: Wiener Kongress- Beginn Bürgerrevolution,
Restauration, Bürgerliteratur, fiktive Figur Gottfried
Biedermeier, Münchner „Fliegende Blätter“
Kennzeichen: gegen Metternich, gegen restaurative reaktionäre Politik,
für dt. Bürgerrechte, soziale Gerechtigkeit, Überwindung
religiöser und moralischer überholter Vorstellungen,
Ablehnung Klassik & Romantik, weil apolitisch &
rückständig, lebensfern, Literatur soll auf gesell.& politische
Missstände aufmerksam, als Erben& Fortführer Aufklärung
Überwindung Feudalismus, für deutsche Einheit als Republik,
Hinterfragung von Autoritäten, liberale Gesellschaft
Vormärz: Gegensatz Biedermeier- politisch engagiert, agierend
Brief & Reisebericht, Ziel: Revolution, Heine zwar engagiert,
aber kunstvollerà junges Deutschland
Kennzeichen: Vorbild: Volkslied, unrealistische Erzählweise, einfache
Wortwahl, Kunstlosigkeit als Kunstmittel, einfacher Satzbau
Ästhetik,
Motive: Reise, Wandern, Fremde, Sehnsucht,
Kindlichkeit, Traum, Waldeinsamkeit, Doppelgänger, blaue
Blume, Natur, -verbundenheit, Heimat, Mittelalter!
Abwendung v. gewinnstrebender Gesell., gg. Alles erklären,
sonst keine Geheimnisse mehr, mythische Religion, christliche
Glauben, Dichter als Erlöserà Priesteramt, romantische
Ironie: Dichter greift ein in die Handlung
Kleist, Jean-Paul, Hölderlin
Jean Paul: Vorbild Rousseau, Gegensätze satirisch und tiefe
Verbundenheit, Abschweifungen, Nebenepisoden, spärliche
Handlung.
Hölderlin: eher klassisch (Oden Elegien) von
Schiller geprägt, Begeistert von antikem Griechenland,
Götterferne, er selbst schizophren, verachtet, ignoriert.
Kleist: Verbindung zu Göttlichem ganz weg, Personen
Verschlimmern Lage durch handeln, Dramenaufbau und klassische
Ästhetik, aber das Besondere Grausame Extreme
Kennzeichen: Antike, Vorbilder Sophokles, Homer, Euripides,
Streben nach Maß: Geniegedanken und Gesetzmäßigkeit vereint
Sittliche Erziehung des Menschen durch die Kunst, Weimar,
Abgrenzung von Alltag, -politik, Trivialliteratur, Erziehbar-
keit des Menschen zum Guten, Humanität, Ideal von Harmonie
& Totalität, Einheit Wissenschaft &Kunst, Pflicht & Neigung,
Mensch i.d. Bewährung, Freiheit, Schuld-Läuterung,
Sittlichkeit- barbarische Welt, Genie- Gesellschaft- Konflikt,
kein Dialekt, kein Realismus, Hochdeutsch, Verzicht auf
Individualisierung
Kennzeichen: Kritisches Hinterfragen, denken, Toleranz der
Religion wird gefordert, Disseitsorientierung, Haupt-
Ziel: Förderung von Tugend, Weisheit, Intellekt,
Gleichsetzung von „Gut“ und „Vernunft“, gesellschaftliche
Emanzipation, 1 Ort, 1 Zeit, 1 Handlung, Protagonist
der mittleren Gattung, Volk soll sich in Protagonisten
einfühlen, anknüpfen an antike Ideale, Abgrenzen
von dogmatischen Lehren
Barock 1600-1720
Hintergrund: 30-jähriger KriegàVerfall, Pest, 1/3 der Deutschen tot, Hexen- und
Judenverfolgung, soziale Unruhen, Fürstenhöfe
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