Allgemeines
● Symbiose zwischen Pilz und Fotosynthese betreibendem Organismus (z.B. Grünalge)
● kann auch als einseitiger Parasitismus beschrieben werden, da die Vorteile deutlich auf Seite des Pilzes liegen: Pilz kontrolliert Wachstum und Zellteilungsrate der Alge
● Pilz wird mit Fotosyntheseendprodukten versorgt (Kohlenhydrate, Zuckeralkohole)
● Alge wird von Pilz - in gewissem Maße - vor Austrocknung und Infrarotstrahlung geschützt, er liefert ihr Atmungskohlenstoff und Wasser
● gänzlich andere Eigenschaften als die Einzellebewesen
● besonders enge Symbiose: Pilz bildet eigentlichen Vegetationskörper und schließt anderen Organismus ein, z.T. sogar gemeinsame Fortpflanzungseinheiten
● es können aus mehrere Flechten untereinander geschichtet sein
Wasserhaushalt
● Flechten besitzen keine Möglichkeiten, ihren Wasserhaushalt zu regulieren, da keine Wurzeln und kein Verdunstungsschutz --> Wasser wird über die Oberfläche aufgesaugt (Schwamm)
● Trockenheit --> schneller Wasserverlust --> Wechsel in den „leblosen“ Zustand = Ruhestarre/ Trockenstarre (weniger als 10% Wassergehalt
● der „leblose“ Zustand schützt auch vor ultravioletter Strahlung, hoher Temperatur u. Lichtintensität (,da sie mit einer Verdickung der Rindenschicht einher geht)
● bestimmte Flächten können 40 Jahre im ausgetrockneten Zustand überdauern
Flechtensäuren
● wichtige Rolle bei der Verwitterung, greifen Gesteine an --> Bodenbildung
Lebensraum
● nur dort, wo sie nicht durch andere Pflanzen an der Fotosynthese gehindert werden, da sie nur sehr langsam wachsen
● vielerorts können sie sich nicht gegen Mose durchsetzen
● ansonsten auch an die extremsten Standorte angepasst: Wüsten, auf und in blankem Fels, Himalaya, Permafrostböden, selbst auf verrostetem Metall, auf Rinden
● Versuche mit Flechtem im Weltraum
● bevorzugen saure Standorte
● an den extremen Standorten, wo Pilz und Algen nicht gedeihen können, können Flechten noch leben
Flechten als Bioindikatoren/ Zeigerorganismen
● Indikatoren für Luftqualität: Nehmen Schadstoffe aus Regen und Luft ungefiltert auf --> reagieren empfindlich auf Luftverschmutzung
● Bioindikator allerdings auf lange Zeit gedacht
● gehen an basischen Standorten verloren
● Indikatoren für Schwermetalle
● speichern radioaktive Stoffe
Quelle: - Linder, Biologie, Gesamtband, 11.-13. Schuljahr von Hermann Linder, Horst Bayrhuber, und Ulrich Kull (Gebundene Ausgabe - August 1998), Schroedel Verlag
- http://de.wikipedia.org/wiki/Flechte
- Abitur-Wissen Biologie. Ökologie. (Lernmaterialien) (Broschiert) von Ole Müller, Stark; Auflage: 1 (Dez. 2000)
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