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Titel: Interpretation Note: 2
Klasse: 10
Arbeit: In der Verteidigungsrede von Kurt Huber geht es um einen Aufruf an die Machthaber. Er fordert diese auf, dem deutschen Volk die Freiheit zurückzugeben.
Er hielt seine Schlussrede nach der Urteilsverkündung, in der er zum Tode verurteilt wurde, vor dem Volksgerichtshof am 19.4.1943. Es war der 2. Prozess gegen die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, in dem er mit 13 weiteren Angeklagten vor Gericht stand. Seine Rede richtete sich an das nationalsozialistische Tribunal (u.a. Richter), welches ihn verurteilt hatte.
In dem ersten Teil seiner Rede spricht er über seine Verantwortung als deutscher Staatsbürger, als deutscher Hochschullehrer und als politischer Mensch. Hierbei unterstreicht er seine Pflicht, den Studenten nicht nur Wissen als Lehrer zu vermitteln, sondern sie aufzurütteln, mitzuhelfen den Staat zu sittlichen Grundsätzen zurückzuführen. Diese basieren auf Rechtstaatlichkeit, gegenseitiges Vertrauen von Mensch zu Mensch und keinen rassistisch-völkerrechtlichen Verhetzungen. (Z.1- 40)
Im zweiten Teil appelliert er an die Menschen ihre Feigheit zu überwinden, um den Untergang des Staates zu verhindern. Seine Rede soll eine Mahnung zur Besinnung auf die wahren Fundamente des deutschen Volkes sein. (Z.41- 74)
Im dritten Teil sagt Kurt Huber, dass er sein Leben opfert in der Hoffnung, dass die deutschen Staatsbürger Maßnahmen ergreifen um ihre Freiheit zurückzugewinnen und er bittet darum, dass seine Familie nicht für sein Handeln verantwortlich gemacht wird. (Z.75- 85)
Der vierte und letzte Teil sagt aus, dass er sich sicher ist, dass der Gang der Geschichte sich so entwickeln wird, dass das deutsche Volkes sich wieder ihren alten Idealen zuwenden wird. (Z.86- 105)
Der Erzähler ist ein Ich-Erzähler und spricht in langen und ausführlichen Sätzen, in denen Aufzählungen und Adjektive vorhanden sind. Seine Aussagen sind trotzdem leicht und einfach zu verstehen, obwohl auch Fremdwörter benutzt werden.
Seine Rede hatte er so aufgebaut, dass er begründet, dass sein Handeln notwendig wurde, weil er davon überzeugt ist, dass die momentane Diktatur in Deutschland auf Dauer nicht lebensfähig ist. Beim Studium des philosophischen Werkes von Immanuel Kant („Kategorischer Imperativ“) wurde ihm dies bewusst (Z.15- 20).
Ein weiterer Argumentationspunkt ist, dass eine Volksgemeinschaft bestehen soll, die es nicht gibt. Es ist kein gegenseitiges Vertrauen vorhanden, sodass auch keine Gemeinschaft existieren kann (Z.30- 40). Der Staat spricht von Gesinnung, doch es sind keine Ideale im Staat mehr vorhanden. Ideale hinsichtlich „Rechtlichkeit, Sauberkeit, Wahrhaftigkeit im Leben des Staates“ (Z.55- 65). Kurt Huber verwendet am Schluss seiner Rede noch ein Zitat von Johann Gottlieb Fichtes. Dieses beinhaltet die Aussage, dass jeder so handeln soll, dass sein Tun dazu führt den Staat positiv zu verändern. Er soll seinen gesellschaftlichen Verpflichtungen nachkommen als Staatsbürger seines Staates (Z.102- 105).
Zum rhetorischen Aufbau der Rede kann man sagen, dass er verschiedene rhetorische Mittel verwendet hat. Darunter fallen Akkumulation (Z. 1- 2 „Als deutscher Staatsbürger, als deutscher Hochschullehrer und als politischer Mensch...“ ; Z. 12- 14 „Rückkehr zu klaren sittlichen Grundsätzen, zum Rechtsstaat, zu gegenseitigem Vertrauen von Mensch zu Mensch,...“ ; Z.20- 22 „Dann würden Ordnung, Sicherheit, Vertrauen...“), Klimax (Z.1- 2 „Als deutscher Staatsbürger, als deutscher Hochschullehrer und als politischer Mensch...“ ; Z.37- 39 „..., dass keine sich vor seinem Nachbarn, der Vater nicht mehr vor seinen Söhnen sicher fühlt.“), Metapher (Z.43- 44 „Deckmantel einer Feigheit“), Anapher (Z.3/10/15 „...,sondern als sittliche Pflicht,...“ „...,sondern zur sittlichen Einsicht...“ „..., sondern umgekehrt die Wiederherstellung...“) und Personifikation (Z.58 „Stimme des Gewissens“). Diese rhetorischen Mittel gestalten die Rede natürlich, ansprechbar und überzeugend.
Die Intention von Kurt Huber besteht daraus, dass jeder Staatsbürger in Deutschland wachgerüttelt werden soll, sich seiner Verantwortung bewusst zu werden. Das heißt, die Ideale Demokratie, freie Meinungsäußerung, Rechtstaatlichkeit, Freiheit und wahre Volksgemeinschaft (Vertrauen zwischen den Menschen) zurückzufordern und darum zu kämpfen, dass diese auch wirklich beibehalten werden.
Quelle:
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