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Titel:

Jugend unter dem Hakenkreuz


  Note: 2   Klasse: 11







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Arbeit: Jugend unter dem Hakenkreuz - Selbstverständnis und Stellung der HJ

Die nationalsozialistische Bewegung in Österreich ist durch einen hohen Anteil jugendlicher Anhänger gekennzeichnet. Parolen und Begriffe, wie Volk, Treue, Held usw., sprachen die emotionale Stimmung der Jugendlichen an. Die jugendlichen Aktivitätsbedürfnisse lauteten nicht zu problematisieren, sondern zu handeln, was eine Auseinandersetzung mit der Realität verhinderte.

Mit der Einführung der Pflichtgemeinschaft waren die Jugendlichen HJ-und BdM-Anhänger nun Vertreter der Staatsmacht. Die Jugendlichen konnten für Veranstaltungen herangezogen werden, oder man bestrafte sie mit unterschiedlichen Strafen. Besonders trug die HJ zur Aufwertung der eigenen Person bei, da sie eine gewisse Teilnahme an der Macht versprach. Diese „kleine“ Macht, die die Jugendlichen im Alltag hatten, konnte noch durch die Vorstellung ergänzt werden, dass ihnen als „Deutschlands Zukunft“ bald auch die Macht über fremde Völker zufallen würde.



Von großer Bedeutung war die Form der Erziehung in HJ und BdM. Ihre Kennzeichen waren Heimatabende, Fahrten und Lager, sowie militärische Grundmuster. Sport, Wandern, Singen und Musizieren verwandelten sich eine Freizeitbeschäftigung in der Sozialform des Militärs.


Bericht eines Zeitzeugens



Sobald sich ein Mitglied der HJ bei einer sogenannten „Fahrt“ negativ über die HJ äußerte, musste er ca. 100 Meter weit rennen und laut zurückschreien, dass er der größte Trottel ist. Weiters wurde auf solchen Fahrten die sportliche Tüchtigkeit „gefördert“. Egal bei welchem Wetter mussten die Jugendlichen Liegestütze machen. Sobald ein Jugendlicher diese Aufgabe nicht zur Zufriedenheit des Hauptführers erledigte, stieg ihm dieser auf die Finger oder stieß ihm den Kopf hinunter







Mädchenerziehung im Nationalsozialismus



Das Frauenbild des Nationalsozialismus ist geprägt von dem als biologisch angenommenen Wesensunterschied zwischen Mann und Frau. Die wichtigste Aufgabe einer Frau war es, Kinder zu bekommen, sowie die Kindererziehung, häusliche und karitative Tätigkeiten. Die Erziehung der Mädchen zu deutschen Müttern war die Zentralforderung der NS-Erziehung, die im Grunde Bevölkerungspolitik betrieb, um für militärischen Nachwuchs zu sorgen.



Allzu großer Anhäufen von Wissen wurde als unnötig betrachtet. Das gesunde Wachstum der Mädchen wollte man durch Gymnastik, Sport und Wanderungen erreichen. Im Hinblick auf Ehe und Familiengründung mussten die Mädchen besonders über Erbgesundheit unterrichtet sein.



Einmal wöchentlich gab es einen Heimatabend, und meist Samstagnachmittag wurde Sport betrieben. Die kulturelle Arbeit bestand in der Pflege von Volkskultur ( Singen, Musizieren, Bastel- und Werkarbeiten).

Ab 17 kamen die Mädchen dann in die letzte Gruppe des BdM, in die Arbeitsgemeinschaft „Glaube und Schönheit“, die vier Jahre dauerte.



Die Grundprinzipien der Erziehung laut Daldur von Schirach (Reichsjungendführer)



Die Fundamente dieser Erziehung waren die weltanschauliche Schulung, sportliche Ertüchtigung,und die soziale Einsatzbereitschaft der Mädchen. Im Allgemeinen sollten die Mädchen zu starken und tapferen Frauen erzogen werden.







1. Kinderlandsverschickung (KLV)



Die KLV war vor 1939 eine Aktion für gesundheitsgefährdete Stadtkinder, die ursprünglich unter der Leitung der Nationalsozialistischen Wohlfahrt stand. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden die Verschickungen auf Kinder in kriegsgefährdeten Gebieten ausgedehnt.



Von 1941 bis 1944 wurden insgesamt etwa 800000 Jungen und Mädchen verschickt. In den letzten Kriegsjahren wurden die Schüler ganzer Klassen geschlossen in KLV-Lager transportiert.



Organisation und Betreuung der KLV-Lager war nun die Aufgaben der HJ, die den gesamten Tagesablauf außerhalb der Schulstunden bestimmte.


Schicksal eines Jungen aus Wien



Helmut Horak war 1943 elfeinhalb Jahre alt und besuchte die Oberschule für Jungen im 2. Bezirk. Er berichtete über seine „vorsorgliche Umquatierung“. Gemeinsam mit 35 gleichaltrigen Kameraden kam er nicht in ein geschlossenes Lager, wie später üblich, sondern zu Volksdeutschen in Familienpflegestellen. Ziel dieses Transportes war ein kleines Dorf in Ungarn. Wenn auch jeder der Wiener Buben in einer Pflegestelle untergebracht war, wurde nach außen hin aus organisatorischen Gründen stets der Lagercharakter betont. Es gab einen Lagerleiter, welcher auch Professor und Klassenvorstand war. Er unterrichtete während des Lagers fast alle Gegenstände , jedoch mit reduzierten Lehrmitteln. Der Unterricht wurde in einem Extrazimmer eines Gasthauses abgehalten, keineswegs konnte er in vollem Umfang weitergeführt werden. Größtenteils wurde improvisiert, da es an Unterrichtsbehelfen fehlte.



In der Früh erfolgte ein Appell vor dem Unterricht, wobei die Hakenkreuz-Fahne gehisst und der „Spruch des Tages“ vorgetragen wurde. Des Erlernen derartiger Lieder, sowie der deutschen Geschichte gehörte in einem KLV-Lager ebenso zum regelmäßigen HJ-Dienst, wie das Marschieren nach Trommelrhythmen und Geländeläufe – und spiele.



Von großer Bedeutung war für die ausgehungerten Wiener Kinder, dass die Pflegestellen ihnen ausreichend zu essen boten.



Das gesundheitliche Wohl ergehen der Kinder stand bei diesen KLV-Lagen jedoch nicht im Mittelpunkt, sondern man wollte die Jugendlichen in großem Rahmen und für längere Zeit total erziehen. Im allgemeinem wollte man sie zu „echten, starken Nationalsozialisten“ heranziehen.





4.Luftwaffenhelfer in Österreich



Nach der Niederlage in Stalingrad ordnete die Führung die totale Mobilisierung aller vorhandenen Kräfte an, was bedeutete, dass Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr für den Kriegseinsatz herangezogen wurden. Hauptsächlich fand dies in Form von Luftwaffenhelfer bzw. Flakhelfer statt



Die Luftwaffenhelfer waren trotz ihres jugendlichen Alters keine Freiwilligen, sondern die jüngsten Soldaten Hilters, die zwangsweise aus ihrer schulischen Laufbahn herausgerissen wurden, um erwachsene Soldaten für den Fronteinsatz freizumachen. Nach ihrer 4-6 wöchigen kriegsmäßigen Kurzausbildung wurden sie meist im Umkreis besonders kriegswichtiger Rüstungswerke oder Verkehrsknotenpunkte gruppiert



1944/45 bildeten die Luftwaffenhelfer den Kern der Kampfeinheit in vielen Flakbatterien. Durch die zahlreichen Bombenabwürfe amerikanischer Jagdflugzeuge, gab es zahlreiche Verluste unter den jugendlichen Luftwaffenhelfern. Bis heute liegen darüber aber keine zuverlässigen Zahlen vor, da ein Großteil der deutschen Luftwaffenakten bei Kriegsende verloren gingen. Nicht weniger der Flakhelfer wurden verwundet oder erlitten gesundheitliche Schäden für ihr ganzes Leben.


Bericht eines Luftwaffenhelfers

Neben dem Schulunterricht sollten die Jugendlichen den HJ-Dienst und den militärischen Einsatz weiterführen. Somit sollten die Jugendlichen drei Herren gleichzeitig dienen (HJ, Wehrmacht und Schule). In der Realität fiel aber der Schulunterricht aus und die Jugendlichen waren ausschließlich Soldaten.



Die vorgesehenen 10 Stunden Schlaf waren tatsächlich ein Hohn, wenn es Nachtübungen oder Nachtgefechte gab. Ebenso blieben die Ausschmückungen der trostlosen Baracken und die Bücherzuteilung bloße Ankündigungen. Die Verpflegung war im Allgemeinen unzureichend und die Luftwaffenhelfer waren ständig auf der Suche nach Zusatzverpflegung. Beim verbotenen Tabak- und Alkoholkonsum waren die Vorgesetzten nachsichtig. Sie standen auf dem Standpunkt: „Wer kämpfen muss wie ein Erwachsener, soll auch rauchen und trinken wie ein Erwachsener.“ Bei bestimmten Anlässen (Weihnachten, Ostern...) wurden sogar kleine Mengen an Zigaretten oder Alkoholika an die Luftwaffenhelfer ausgegeben.








Literaturnachweis



* Gerhard Grimm: Der Nationalsozialismus- Programm und Verwirklichung

* Oskar Achs und Eva Tesar: Jugend unterm Hakenkreuz- Erziehung und Schule im Faschismus

* Johanna Gehmacher: Jugend ohne Zukunft

* Oliver Rathkolb: Es ist so schwer jung zu sein








Quelle:



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Der einsame Weg
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