Ursprung: lat. conservare - bewahren, erhalten
Konservatismus entstand durch die Französische Revolution und deren Folgen. Die Ereig-nisse von 1789 erschütterten das „Ancien régime“ (alte Ordnung vor 1789) dermaßen, dass ihre Anhänger sich herausgefordert fühlten, eine politische Antwort zu geben. Zwei Verhal-tenstypen:
STATUS-QUO-KONSERVATIVE (Verteidiger der bestehenden Verhältnisse):
- Bewahrung einer Gesellschaft, mit der sie zufrieden waren
- keine Rück- oder Weiterentwicklung ( gefährdet das als gerecht geltende Bestehende)
- legten großes Gewicht auf bestehende Institutionen, auf Ordnung, Autorität und Beibehal-tung der gesellschaftlichen Verhältnisse
REFORMKONSERVATIVE:
- Motto: „Sinnvoll weiterentwickeln, um den Kern des als bewahrenswert Erachteten zu er-halten“ Grundüberzeugung
- lehnten Reformen / Veränderungen prinzipiell nicht ab: Mitgestaltung in ihrem Sinne
- behutsames Reformtempo: möglichst viel vom Bestehenden erhalten
2.) Grundstrukturen konservativen Denkens:
Tradition:
- hilft Geschaffenes, Erreichtes für die Menschen der Gegenwart verfügbar zu erhal-ten und für eine bessere Zukunft fortzuentwickeln
Religiosität:
- Ethik, Moral und Politik undenkbar ohne Religion;
- Vermindert sich Einfluss der Religion in einer Gesellschaft -> Verfall dieser
- Starker Glaube bedeutet Verankerung und Erhaltung vieler Werte und Traditionen
- Mangelnde Religiosität führt zu Beliebigkeit und Unverbindlichkeit von Werten und in eine Ich-Bezogenheit menschl. Handelns Gesellschaft hält weniger zusammen
Autorität:
- bis 1918 von Gott eingesetzte Autoritäten (Kaiser, Könige, Fürsten…) und Autoritätshierarchie in der Gesellschaft natürlich
- heute starke Autoritäten wichtig; Amtsautorität -> Vorgesetzte, Lehrer, Eltern…
>> Respekt vor solchen Autoritäten sichert Ordnung in der Gesellschaft
>> Autoritäten gewährleisten Bestehen von Traditionen, Sitten und Moral
- Staat ist der Gesellschaft übergeordnet: Er bändigt die verschiedenen Interessens-gruppen -> gemeinsame Ziele, Gemeinwohl
Freiheit und Verantwortung:
- grenzenlose Freiheit --> Anarchie
- Freiheit = Begrenztes durch Ordnungen, Grenzen, Regeln, Autoritäten
- Bedingung individueller Freiheit: Bereitschaft, Beschränkungen und Pflichten aus sich zu nehmen, und zu lernen in fester Ordnung zu leben
Natürliche Ungleichheit der Menschen:
- jeder Mensch ist einmalig und somit ungleich zu anderen
- wesensmäßige Unterschiede und Ungleichheiten z. B zwischen Männern und Frauen in Bezug auf körperliche und geistige Fähigkeiten und Intelligenz
- Gleichheit wäre nur durch Zwang durchzuführen; Erzeugung von Spannung
- Akzeptanz: Förderung des Wettbewerbs untereinander
Skeptizismus:
- K. sind skeptisch gegenüber Bestrebungen und Ideologien, die vorgeben, sie könn-ten eine vollkommene, heile, glückliche Welt produzieren
- Mensch ist unvollkommen; Gedanken in Theorie vollkommen, nicht in Realität
3.) Positionen: Vergleich Liberale / Sozialisten und Konservative
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