Karl Georg Büchner (17. Oktober 1813 – 19. Februar 1837)
Auszüge aus dem „Hessischen Landboten“:
„Friede den Hütten! Krieg den Palästen“
„Kampfruf“„Die Gerechtigkeit ist nur ein Mittel, euch in Ordnung zu halten, damit man euch bequemer schinde.[...] Die meisten Richter sind der Regierung mit Haut und Haar verkauft.[...] Die Justiz ist in Deutschland die Hure der Fürsten.“
1. Allgemeines:
- Geburtsort: Goddelau (Südhessen)
- Eltern: Herr Dr. med. Ernst-Karl Büchner und Frau Louise Caroline Büchner (geborene Reuß)
- Georg Büchner gilt als Revolutionär
- Schrieb viele Briefe und hielt Reden; darin werden seine politischen Ziele und seine Meinung deutlich
- Die öffentliche Vertretung dieser politischen Meinung war damals verboten („Zensur“)
- Zu Büchners Schulzeit wurde die Naturwissenschaft erstmals als klassisches Schulfach eingeführt
2. Kindheit und Jugendzeit:
1816: Umzug nach Darmstadt, da der Vater als Bezirksarzt dorthin versetzt wurde
1819: Seite Mutter unterricht ihn (Elementarunterricht)
1821: Besuch der Dr. Karl Weiterhausen Privatschule
Ostern 1825: Aufnahme ins Gymnasium
1831: Verlässt die Schule
Interessen: Naturwissenschaften, Literatur, Politik und Philosophie
Abneigungen: kirchliche Sittenlehre, Sprachen (Schulunterricht, aber Büchner übersetzt später frz. Literatur)
3. Die Zeit des Studiums:
9. November 1831: Büchner schreibt sich für ein Medizinstudium an der Universität Straßburg in der medizinischen Fakultät ein; wohnt bei dem Pfarrer Jaeglé; begegnet dessen Tochter Wilhelmine und verliebt sich sie
- Kontakt mit der Studentenbewegung „Eugenia“
1832: Heimliche Verlobung mit Wilhelmine Jaeglé
November 1833: - Setzt sein Studium in Gießen fort nach einer Reise durch die Vogesen
- Hirnhautentzündung: Rückkehr zu den Eltern
1834:Lebenskrisse à Depressive Phase ; setzt im Januar sein Studium fort
Mitte März/April: Gründet zusammen mit dem Theologen Friedrich Ludwig Weidig die „Gesellschaft für Menschenrechte“ und Büchner verfasst den „Hessischen Landboten“, welcher von Weidig überarbeitet wurde (teilweise neue Formulierungen)
Ostern: - Offizielle Verlobung mit Wilhelmine
- In mehreren Prozessen wurde dieses Flugblatt verboten.
April 1835: Flucht nach Straßburg
Januar bis Februar 1835: Büchner schreibt „Dantons Tod“
27. Februar: Vorladung vor Gericht
18.Juni: Steckbrief wird gegen ihn erlassen
Im Sommer: Übersetzung zweier Dramen von Victor Hugo
Im Herbst: Novelle „Lenz“
Im Winter: Beschäftigung mit dem Nervensystem der Fische
Im Frühjahr 1836: Lustspiel „Leonce und Lena“ entsteht
- Promoviert auf Grund der Forschungsarbeiten an den Fischen an der Universität in Zürich
- Ist dort als Privatdozent tätig
Winter: Schreibt an „Woyzeck“ (Werk bleibt Fragment)
2. Februar 1837: Erkrankung an Typhus
19. Februar: Er stirbt in Zürich im Beisein von Wilhelmine
4. Nach seinem Tod:
21. Februar: - Begräbnis in Zürich
- Auf dem Grabstein: „Ein unvollendet Lied sinkt er ins Grab, der Verse schönsten nimmt er mit hinab“(Georg Herweghs)
42 Jahre nach dem Tod: Textverfassung durch Karl-Emil-Franzos
76 Jahre nach dem Tod: 1. Aufführung von „Woyzeck“
NS-Zeit: Meidung von Büchners Werken
1947: Verfilmung seiner Werke Von Patrick Gronau
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