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Unfruchtbarkeit des Mannes und künstliche Befruchtung


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Arbeit: Warum immer mehr Männer unfruchtbar sind


Schätzungsweise jedes sechste Paar in den westeuropäischen Ländern bleibt ungewollt kinderlos, Tendenz steigend. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer davon: Wissenschaftler fanden heraus, dass die männlichen Fruchtbarkeit in mehreren Ländern Nordeuropas zurückgeht. Wird der Mann in absehbarer Zukunft unfruchtbar sein?
Die neue europaweite Studie Eden ging dem Mysterium nun auf den Grund. Ihr Fazit: Die Unfruchtbarkeit des Mannes beginnt bereits im Mutterleib. Bestimmte Chemikalien dringen in den Körper der Mutter ein und beeinflussen dort die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane des Embryo


Die Verweiblichung des Mannes

Dass die männliche Fruchtbarkeit generell abnimmt, ist seit vielen Jahren bekannt. Bisher ging man allerdings davon aus, dass der Mann selbst für seine Zeugungskraft verantwortlich ist. In langem Sitzen auf dem Fahrrad, dem Genuss von Zigaretten und Alkohol sowie dem Tragen zu enger Hosen sah man die Ursachen. Neue Studien belegen jedoch, dass die Problematik schon weit früher beginnt: im Mutterleib.


Chemie, die in den Körper dringt

Die heimtückische Gefahr mit gravierenden Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit lauert in Chemikalien, die uns überall in unserem Alltag begegnen. Es sind Produkte wie Plastik, Waschmittel, Pestizide sowie Kosmetik, die sogenannte Weichmacher enthalten. Sie dringen in den Körper ein und stören dort den Hormonhaushalt.
Weichmacher wirken in unseren Körpern ähnlich wie Hormone, da die Strukturen beider sich ähneln. Das ungeborene Kind ist normalerweise durch die Plazenta gut geschützt. Diese Chemikalien jedoch durchdringen die Plazenta und gelangen so in den Organismus des Embryos. Dort angekommen, rufen sie entweder eine Reaktion hervor, die sonst ein Hormon auslösen würde oder aber sie docken an Rezeptoren eines Hormons an und verhindern so dessen eigentliche Wirkung. Wenn auf diese Weise künstliche, nicht benötigte Östrogene hergestellt werden, kommt es in der Phase der Entwicklung der Fortpflanzungsorgane beim Embryo zu einer Störung der Sertolizellen. Sie sind die Nährzellen, die für die spätere Spermienproduktion zuständig sind. Einer schwangeren Mutter rät daher Dr. Andrea Salzbrunn, Leiterin der Eden-Studie in Hamburg an der Uniklinik Eppendorf, so wenig Kontakt wie möglich zu Plastik, Kosmetik, Waschmittel und Wandfarben zu haben.


Deutsches Sperma im Mittelfeld

Die Eden-Studie, die die Fruchtbarkeit von Sperma europaweit untersuchte, hat ergeben, dass die Esten die fruchtbarsten aller Männer sind. Die Dänen liegen in der Fruchtbarkeitsskala ganz hinten, während sich die Deutschen im Mittelfeld platzieren.


Alarmierende Studie - Der Weg zur Befruchtung

Spermien werden beim erwachsenen Mann in eng gewundenen Kanälen im Hoden in großer Anzahl produziert. Nach ihrer Fertigstellung lagern sie in den Nebenhoden. Die Vorsteherdrüse, auch Prostata genannt, mischt schließlich die Spermien mit dem Sekret der Samenblase zum Ejakulat.


Ein ganz besonderer Saft

Zu 90 Prozent besteht das Ejakulat aus Wasser. Weitere Bestandteile sind Eiweiß, Fett und Fructose. Im Laufe des Lebens wird ein Mann etwa 12 bis 15 Liter Sperma ergießen. Der Weg nach draußen führt durch den Samenleiter und die Harnröhre. Dabei erreicht es eine Geschwindigkeit von etwa 45 Kilometer pro Stunde. Beim Erguss landen schließlich rund 300 Millionen Spermien in der weiblichen Scheide. Die Menge kann bei einem gesunden Mann je nach Verfassung zwischen 40 Millionen und 500 Millionen Spermien variieren.


Die Reise zum Ei

In der Scheide angekommen, "erschnüffeln" sich die Spermien den Weg über den schleimgefüllten Gebärmutterhals, die Gebärmutter selbst über den Eileiter bis hin zur Eizelle. Dabei leitet sie ein maiglöckchenähnlicher Duft, den die Eizelle ausströmt. Die Gebärmutter unterstützt die Reise des Ejakulats durch wellenartige Bewegungen und befördert es so nach oben zum Eileiter.
Wegen der vielen Hindernisse erreichen nur etwa 300 Spermien die Eizelle, die am Ende des Eileiters auf ihre Befruchtung wartet. Die lässt sich allerdings nur von einem einzigen Spermium befruchten. Enzyme am Kopfende des Spermiums lösen schließlich die Wand der Eizelle auf und machen sie durchlässig. Bei der Befruchtung dringt das männliche Erbgut in die Eizelle ein und schafft so neues Leben.


Drohender Negativrekord

Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass in den letzten fünfzig Jahren die Spermienanzahl bei gesunden Männern um rund 50 Prozent gesunken ist. Es gilt: Je jünger die Männer, desto geringer die Chance auf eine Vaterschaft. Männer, die nach 1980 zur Welt gekommen sind, erreichen häufig schon den Negativrekord von nur 20 Millionen Spermien. Für die Weltgesundheitsorganisation WHO liegt hier die Grenze der Fruchtbarkeit.


Der Ausweg einer künstlichen Befruchtung

Ob ein Mann Vater werden kann hängt davon ab, wie seine Samen geformt, ob sie beweglich und zahlreich genug sind. Gerade Spermienfehlbildungen kommen häufig vor. Normalerweise sind in einem Ejakulat sind nur 30 Prozent der Spermien zeugungsfähig.


Mit der Spritze ins Ei

Die Intracytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI, kann schon heute unfruchtbare Männer, die gar keine beweglichen Spermien haben, zu Vätern machen. Die Methode: Eine Spritze befördert ein einzigen Samenfaden direkt in die Eizelle hinein. Diese Methode entwickelten einst belgische Wissenschaftler. Das erste ICSI-Baby erblickte dort vor genau 11 Jahren das Licht der Welt. Mittlerweile sind weltweit 300.000 Kinder durch die Mikro-Injektion zur Welt gekommen. Wissenschaftler sehen in ICSI die Waffe gegen die männliche Unfruchtbarkeit. Alleine in Deutschland werden jährlich 5.000 Frauen durch Mikro-Injektion schwanger. Selbst wenn es für einen Mann unmöglich ist zu ejakulieren, können Mediziner Gewebe des Hodens entnehmen und dort nach vereinzelten Spermien unter dem Mikroskop suchen. In den meisten Fällen werden sie fündig und können einzelne Spermien durch die Mikro-Injektion mit einer Eizelle befruchten.


Kinderwunsch und Krankenkasse

Eine ICSI-Behandlung kostet etwa 3.400 Euro. Davon übernimmt 50 Prozent die Krankenkasse, sofern folgende Vorraussetzungen gegeben sind: Die Frau muss älter als 25 und jünger als 40 Jahre sein, der Mann jünger als 50. Das Paar muss verheiratet sein und nicht sterilisiert. Der Zuschuss gilt für drei Versuche innerhalb eines Jahres.








Quelle: -Internet -Encarta -Brockhaus -Schule/Lehrer/Freunde/Verwandte



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