Arbeit: Hausaufgaben:
Zusammenhänge zwischen Frischs Werke ‚Du sollst dir kein Bildnis machen (BfD Seite
418) und ‚Andorra’
In Frischs Werk ‚Du sollst dir kein Bildnis machen’ findet man einige Anspielungen auf sein
späteres Werk ‚Andorra’.
In diesem findet die Zeile, „Du bist nicht“, sagt der Enttäuschte oder die Enttäuschte: „wofür
ich dich gehalten habe.“ (BfD, Seite 418, Z. 24). Die Enttäuschten könnten die Andorraner
sein, nachdem sie feststellten, dass der von ihnen verratene Andri gar kein Jude war.
Sie sind enttäuscht zwar Andri, aber nicht ihren Sündenbock, den Juden los zu sein. Sie
merken, dass sie ihre Fehler, die Fehler des Juden, einem Andorraner auferlegt hatten, einem
von ihnen.
Frisch weiter „ Wofür hat man ihn denn gehalten?“ (BfD, Seite 418, Z. 25). Sie haben ihn
dafür gehalten, was sie durch ihre Vorurteile und die Lügen des Lehrers aus Andri gemacht
haben - einen Juden. Die Andorraner haben sich ein festes Bildnis von Andri gemacht. Sie
waren nicht bereit, dem Lehrer zu glauben, dass Andri sein Sohn ist. Dies war der Verrat der
Andorraner an Andri. In Frischs Worten „Man macht sich ein Bildnis. Wir künden die
Bereitschaft, auf weitere Verwandlungen einzugehen. Das ist [...] der Verrat“ (BfD, Seite 418,
Z. 21, 27).
Nach Frisch sind wir „in gewissen Grad wirklich das Wesen, dass die anderen in uns
hineinsehen [...]“(BfD, Seite 418, Z. 28). So geschieht es auch dem jungen Andri, der durch
die erdrückenden Vorurteile der Andorraner bald den Kampf gegen diese aufgibt und anfängt,
sich in der Rolle des Juden zu entfalten.
„Ich bin anders [als die Andorraner], [...] ich bewege mich so und so [wie ein Jud], [...] ich
denke alleweil ans Geld [...]. Ich habe kein Gemüt sondern Angst. [...] Hochwürden haben
gesagt, man muss das annehmen und ich habe es angenommen. Jetzt ist’s an euch
Hochwürden, euren Jud’ anzunehmen.“ (Max Frisch, Andorra, S. 86)
Aber auch Andri ist der Verfasser der Anderen. Er ist auch verantwortlich für das Gesicht,
dass ihm gezeigt wird. So z.B. beim Soldaten Peider. Anstatt sich bei ihm beliebt zu machen,
provoziert Andri ihn und gibt den anderen Andorranern einen Grund für ihre Vorurteile gegen
den Juden.
Frisch wünscht sich, dass sich die Andorraner noch einmal wandeln, aber dafür müsste Andri
ebenfalls etwas tun. Er muss sich von dem Irrglauben, er sei Jude, trennen. Stattdessen
verschließt er sich vor der Wahrheit. Frisch: „wir selber sind die Letzten, die sich wandeln.“
(BfD, Seite 418, Z. 36/37)
Die Andorraner sehen sich selbst im Juden Andri; all ihre Fehler und Schwächen. Sie sehen
ein erstarrtes Menschenbildnis, welches sie alle gemeinsam erzeugt haben und machen Andri
zu dessen Opfer.
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