- Kein kreativer Prozess, sondern zufällige genetische Veränderung, welche zu neuen Merkmalen führten
- Eine und dieselbe Option kann je nach z.B. den jeweiligen Umweltbedingungen zum einen Zeitpunkt vorteilhaft und zum anderen nachteilig sein
- Nichts Zielgerichtetes oder Zwangsläufiges
Exaption*1 wird zur Adaption*2 (Anpassung)
Beispiel Federn
- vor Millionen von Jahren dienten sie einer Reptiliengruppe offensichtlich zur Wärmeisolierung (nützliche Anpassungen um die Körpertemperatur konstant zu halten)
- Blieben so lange bloße Exaption, bis sie eine adaptive Funktion übernahmen
- Unsere herausragenden kognitiven Fähigkeiten können sich also ähnlich entwickelt haben
Die ersten Cro-Magnon-Menschen brachten offenbar vor rund 40.000Jahren bereits das mehr oder weniger vollständige Repertoire von Verhaltenweisen mit, das den modernen Menschen von jeder bisher existierenden Spezies unterscheidet.
Homo sapiens (lat.; dt.: weise, vernünftig)-Neandertaler
- Mit dem Erscheinen des abstrakt denkenden und zu symbolischen Handeln fähigen Homo sapiens hat sich eine neue Ebene des Seins manifestiert
- Lebens- und Verhaltensweisen mehr oder weniger identisch (Werkzeuge)
- Mit der Umsetzung abstrakter geistiger Fähigkeiten (Steinwerkzeuge) verschwand der Neandertaler
Gehirnvolumen und Geisteskraft
- Das Gehirn von Homo neanderthalensis war genauso groß wie das unsrige, jedoch hatte er einen deutlich anders geformten Schädel
- Neue Strukturen ergeben sich zufällig als Nebenprodukte von Kopierfehlern, die ständig bei der Weitergabe des Erbguts von Generation auftreten
- Exaptiertes Organ ausgestattet mit einem vernachlässigten Potential für abstraktes Denken
Bewusstsein und symbol. Denken
- Menschen sind fähig geistige Symbole beliebig zu kombinieren und neu zu verknüpfen und
sich Fragen zu stellen wie „Was wäre wenn?“
- Bei den Neandertalern hatten Symbole offenbar keinen großen Stellenwert
- Zur Weitergabe anspruchsvoller Herstellungstechniken reicht stummes Vorführen völlig aus (Versuch)
Sprache
- Aspekt menschlicher Geistestätigkeit: Gebrauch von Sprache (Gehirnfunktion mit dem höchsten Abstraktionsgrad)
- Die Sprache muss immer wieder frisch erworben werden
- Vermutung: Zu Beginn bei irgendeiner Population in der menschl. Ahnenreihe hat sich irgendein neutraler Mechanismus verändert, deshalb angeborenes Sprachvermögen
Umformung des Rachenraums
Der Neandertaler konnte durch seinen kurzen Rachenraum nur ein begrenztes Lautspektrum produzieren, erst der verlängerte Rachenraum des modernen Menschen ermöglicht die volle Bandbreite von Lauten, die für eine artikulierte Sprache notwendig sind.
- „Dach“ unseres Vokaltraktes: Schädelbasis (hatte praktisch schon vor 600.000 Jahre bei einem Homo heidelbergensis ihren heutigen Krümmungsgrad erreicht)
Ein Großteil unsere Geschichte war eine Abfolge von glücklichen Zufällen!
*1 Merkmale, die spontan entstanden sind und zunächst nur potentiell zur Verfügung stehen, um im weiteren Verlauf der Entwicklung eine neue Funktion zu übernehmen
*2 Merkmale, die spezifische und klar definierbare Funktionen erfüllen
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