Alfred Adler Das Minderwertigkeitsgefühl - schulnote.de 
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Titel:

Alfred Adler Das Minderwertigkeitsgefühl


  Note: 1   Klasse: 10









Arbeit: Alfred Adler - Das Minderwertigkeitsgefühl als Auslöser für besondere Anstrengungen des Menschen.

Gliederung:

A) Zur Person Alfred Adlers.

B) Das Minderwertigkeitsgefühl - ein Kernstück der Individualpsychologie.



I.) Organminderwertigkeit und deren Kompensation.
II.) Das Minderwertigkeitsgefühl und dessen Entstehung.
a) Gründe für normale und abnormale Minderwertigkeitsgefühle.
b) Hilfskonstruktionen bei der Kompensation von Minderwertigkeitsgefühlen - das Überlegenheitsgefühl.
III.) Adlers Entdeckung der Finalität von Verhalten und Handeln des Menschen.
a) (Abseitiges) Verhalten ist nicht nur kausal determiniert.
b) Der einzelne Mensch legt sich seinen Lebensweg selbst fest.


C) Vergleich mit Sigmund Freuds Persönlichkeitspsychologie.

Quellen:
1) Dieter Kopriwa: ,,Freiheit und Determination", bsv-Verlag, München 1999.
2) Josef Rattner: ,,Alfred Adler", rororo - Taschenbuch-Verlag, Hamburg 1972.
3) Alfred Adler: ,,Über den nervösen Charakter", Verlag J.F. Bergmann, München 1928.

A) Alfred Adler (1870 - 1937), geb. in Rudolfsheim bei Wien. Begründer der Individualpsychologie - einer Psychologie des Ichs.
Internist und Neurologe, nimmt an wissenschaftlichen Diskussionsrunden bei Sigmund Freud in Wien teil. Schüler Freuds, als jemand, der dem Sozialismus nahesteht, kann er sich der Anschauung, dass der Mensch ein Gesellschaftsprodukt sei nicht mehr verschließen.
Er entwickelt zunehmend eigenständige Konzepte, die ihn von der Freudschen Persönlichkeitspsychologie entfernen. (1907 Studie über die Minderwertigkeit von Organen, 1911 Bruch mit Freud.)
Adler ist beeinflußt von Charles Darwin und dessen aufsehenerregender Evolutionstheorie, die in der Wissenschaft damals gerade diskutiert wird.
Er ist besonders an der These von der Anpassung d. Organismus an die Umweltbedingungen interessiert, danach passen sich Organe in Form und Funktion den Anforderungen der Umwelt an, weil ihnen eine Tendenz zur Weiterentwicklung innewohnt.

C) Im Gegensatz zu Freuds Trieblehre sieht Adler in den Minderwertigkeitsgefühlen
(,,Menschsein heißt sich minderwertig fühlen") einen wesentlichen Grund für das Streben des Menschen sein Persönlichkeitsgefühl zu erhöhen, bzw. dieses vor einer Herabsetzung zu bewahren.

Der Begriff Minderwertigkeit:
Minderwertig ist bei Adler das unfertige, in der Entwicklung zurückgebliebene, im Ganzen oder in einzelnen Teilen seiner Entwicklung oder seinem Wachstum gehemmte oder veränderte Organ.

Forderung:
Die Entwicklung und/oder das Leben drängen auf Überwindung der Äußerungen dieser Minderwertigkeit.

Resultate:
Kompensation oder Verfeinerung, ,,das gesunde Wettmachen" einer Minderwertigkeit durch ,,gezielte" Leistung.
Das Spektrum reicht dabei von Lebensunfähigkeit über Anomalien in Funktion und Gestalt, verminderter Widerstandsfähigkeit, bestimmten Krankheitsanlagen, bis hin zur Kompensation im Organ, durch ein zweites Organ, der Kompensation durch den psychischen Überbau, sowie der Überkompensation im Organischen oder Psychischen. (z.B.: Herzvergrößerung bei Herzklappenfehler; Herzfehler bei Hochleistungssportlern)

Sucht sich die Überkompensation in kultureller Weise geltend zu machen, schlägt sie neue, wenn auch schwierige und gehemmte Wege ein, so kommt es zu den ganz großen Äußerungen der Psyche, wie wir sie dem Genie zusprechen müssen.

Der organisch erschwerten Einfügung in das Leben entsprechen seelische Schwierigkeiten, bzw. diese erwachsen daraus. So entstehen seelische Haltungen (verursacht durch Trauer, Kummer etc. erscheint der Mensch gebeugt, verhärtet usw.) und Charakterzüge besonderer Art.

Dies sind Ausdrucksformen, die allesamt bald Vorzüge, bald Nachteile bedeuten können. Nach Adler ist ,,an diesem Punkt der Übergang von körperlichen zu selischen Erscheinungen einzig zu erfassen".

Das Minderwertigkeitsgefühl:
Als Gründe für Minderwertigkeitsgefühle finden sich bei Alfred Adler:
- sichtbare Organminderwertigkeiten
- schwächliche körperliche Konstitution
- nachteilige Stellung innerhalb der Geschwister
- Probleme aufgrund sozialer, finanzieller, religiöser oder ethnischer Misserfolge
- auffällige Mißerfolge, Unfälle oder Irrtümer

Es gibt also biologische, pädagogische, soziale und kulturelle Gründe für Minderwertigkeitsgefühle aus denen ein Streben nach Vollwertigkeit und Überwertigkeit resultiert.

Ein Minderwertigkeitsgefühl entsteht, wenn man sich bzw. seine Lage mit anderen vergleicht und glaubt aus dem Vergleich nachteilige Schlüsse auf sich selbst ziehen zu müssen.

Adler unterscheidet das normale - in der Regel durch soziale Kompensationsbestrebungen d. h. eine Entwicklung hin zum Gemeinschaftsgefühl ausgleichbar (soziale Einfügung des Individuums)
und das abnormale Minderwertigkeitsgefühl. Abnormale Minderwertigkeitsgefühle entstehen, wenn Minderwertigkeitsgefühle in unproduktiver Weise kompensiert werden. Es entsteht ein Minderwertigkeitskomplex wenn das Kind keinen Ausweg (Entwicklung des Gemeinschaftsgefühls) aus seiner Situation findet. Das Kind versucht jetzt die Umwelt zu unterwerfen.
Psychische Erkrankung kann die Folge sein. - Oft genügt allein eine psychische Irritation um Funktionsfehler bei Organen herbeizuführen. (Psychosomatischer Formenkreis; ,,der Leib als Erscheinungsweise der Psyche")

Das Wollen und Denken baut immer über der Grundlage der Minderwertigkeit auf. Disponierte (häßliche, zu streng erzogene, verhätschelte) Kinder streben eifriger als ein gesundes Kind den vielen Übeln ihrer Tage zu entkommen, und legen daher auch erhöhte Bemühungen an den Tag, im Leben Sicherheit, Macht und Geltung zu er erobern.
Dabei benutzt das Kind etwa folgende Hilfskonstruktionen um eine Leitlinie oder ein Leitziel, ein Persönlichkeitsideal aufzubauen:
Ausgangslage: Das Kind sieht sich als minderwertig.
- Vater oder Mutter werden mit allen Kräften dieser Welt ausgestattet.
- Das Kind entwickelt das Ziel sich zum Range des allmächtigen Vaters zu erheben. (Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben)
- Es entfernt sich so einen großen Schritt vom realen Boden in Richtung Fiktion. (Eine Zukunft von der es Größe und Anerkennung erwartet)

Das so entstehende Leitbild, an dem sich das weitere Verhalten und Handeln des Kindes zu orientieren beginnt, erlaubt es ihm sich in Zukunft überlegen zu fühlen und so sein Persönlichkeitsgefühl zu sichern.

Der Psychologe Alfred Adler sucht nach Ursachen für Neurosen und entdeckt, abweichend von Freud, die Minderwertigkeitsgefühle, welche, wegen dessen Strebens nach Geltung im Sinne einer Vervollkommnung, kraftvoll auf den jungen Menschen einwirken.
Er bemerkt, dass der Geltungstrieb (welcher in etwa dem Aggressionstrieb bei Freud entspricht) oft zu einer Art Kampf um die Macht und Übermacht über die Mitmenschen ausartet, zu einem Kampf gegen die Anderen, gegen die Gemeinschaft u. ihre Gesetze oder zur Rache usw. anstachelt. (Seelische Krankheiten wie Nervosität, Neurose, Kriminalität, Perversion und Psychose sind durch das Geltungsstreben diktiert)
Er erkennt weiter, dass solches abseitiges Verhalten nicht nur kausal determiniert ist, sondern, dass der Handelnde, als in sich geschlossene Individualität, eine finalwirksame Entscheidung getroffen hat.

Der Handelnde fühlt sich zwar durch die schmerzlichen Erlebnisse zu Etwas genötigt (kausal), trifft aber zielgerichtet (final/zweckhaft) die Entscheidung für die zukünftige Auswahl der Möglichkeit zum Handeln.

Adlers Entdeckung ist also, dass jede psychische Entscheidung letztlich ,,zielgerichtet" gefällt wird, und so kausal-final motiviert ist.

Gemäß der finalen Ausgerichtetheit, die am Aufbau des Charakters mitwirkt, wird der weitere Lebenslauf und Lebensstil wie an eine Leitlinie gebunden oder auf ein in der Zukunft liegendes Leitbild hin ausgerichtet.
Im Gegensatz zum Neurotiker hat der gesunde Mensch ein bewusstes Leitbild, das sich mit seiner bewußten Lebensauffassung und Moral deckt.

Adler beweißt, dass es immer der einzelne Mensch ist, der, angestoßen durch Kindheitserlebnisse negativer und positiver Art, sich seinen Lebensweg selbst festlegt. Leitbild, Leitlinie und Lebenslinie bestimmen sein Ich innerhalb der Gesellschaft.

C) Für Freud wird der Mensch durch dunkle undurchschaubare Mächte des Trieblebens gelenkt.
Die Veranlassung zum Handeln liegt hingegen laut Alfred Adler auf der Ebene des Ichs, ist nicht durch Triebkräfte des Es oder durch Moral und Verdrängung des Über-Ich verursacht, alles psychische Streben hat einen prospektiven Sinn. (,,Was Freud als das Unbewusste beschreibt ist doch immer wieder das Ich".)

Adler ist mehr ein Künstler der Menschenkenntnis, will mehr verstehen als nur erklären wie Freud, betreibt somit eine verstehende Menschenkunde, konzentriert sich mehr auf die soziologischen Seiten des Bewußtseins als auf das verdrängte Unbewusste. (Adlers Frau Raissa ist Russin, es bestehen Kontakte zu führenden Russischen Revolutionären wie Trotzki und Jaffe.)

Zitat:
,,Neurose ist kein Konflikt zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein, sie ist die Reaktionsweise des verängstigten Ichs, dient der Sicherung".

ein, sie ist die Reaktionsweise des verängstigten Ichs, dient der Sicherung".









Quelle:




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Leben und Werk Sigmund Freuds



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