Alfred Döblin, Das Märchen von der Technik Erschließung eines literarischen Textes - schulnote.de 
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Titel:

Alfred Döblin, Das Märchen von der Technik Erschließung eines literarischen Textes


  Note: 1-   Klasse: 11









Arbeit: Alfred Döblin, „Das Märchen von der Technik“

(I) Der Autor, Alfred Döblin

Alfred Döblin (1878-1952) verlebte seine Kindheit in ärmlichsten Verhältnissen, doch gelang ihm ein höherer Schulabschluss und somit konnte er sich anschließend dem Medizinstudium zuwenden. Schließlich wurde er Facharzt für Neurologie mit einer Praxis in Berlin-Mitte. Dort verbreitete sich rasch sein Ruf als Armenarzt. Darüber hinaus besaß er eine ausgeprägte schriftstellerische Neigung. Hier soll die Parabel verfasst im Jahre 1935 „Das Märchen von der Technik“, das die technische Errungenschaft des Grammophons und des Radios preis erschlossen werden.

(II) Inhaltsangabe

Die Geschichte spielt in der Ukraine gegen Ende des 19.Jahrhunderts in einem auch von Juden bewohnten Ort. Auf Grund eines Pogroms trennten sich die Eltern von ihren beiden halberwachsenen Söhnen; man will sich in friedlichen Zeiten in Lemberg wieder treffen. Doch nur einen Sohn können die Eltern in die Arme schließen, der andere, den eine besonders schöne Stimme auszeichnete, bleibt verschollen. Nach einiger Zeit stirbt die Mutter vor Gram, der Vater aber glaubt voller Gottvertrauen an ein Wiedersehen. Bis dahin verbringt er seine Zeit mit dem Besuch von Konzerten in Erinnerung daran, dass sein Sohn Isaak eine ebenso vollendete Stimme hatte.
Im Alter wird ihm ein Grammophon und ein Radio geschenkt, so dass er ständig von Musik umgeben ist, so oft er will.
Eines Tages erkennt er beim Abspielen einer Grammophonplatte die Stimme seines Sohnes wieder, der es, wie Nachforschungen ergeben, in Amerika zu einem berühmten Sänger gebracht hat. Tatsächlich kann der Vater wieder in Beziehung zu seinem Sohn treten.

(III) Aufbau und Stil

Fragt man nach den Besonderheiten des Aufbaus der Geschichte, so ist die Erzählung in drei Abschnitte aufgeteilt. Zuerst wendet sich der auktoriale Erzähler an den Leser mit der Versicherung, dass es sich um eine wahre Geschichte handele, und merkt vorausdeutend an, dass Wunder auch heute noch geschehen können.
Darauf folgt die eigentliche Erzählung, und in den abschließenden drei Zeilen wird dem Leser noch einmal durch den Erzählkommentar klar gemacht, dass die moderne Technik, aber auch der Glaube an Gott derartige Geschehnisse möglich macht..
Nicht nur durch den Inhalt erscheint die Geschichte bemerkenswert sondern auch durch die Sprache. Über weite Strecken informiert uns ein neutraler Erzähler, der immer wieder von dem auktorialen abgelöst wird, der, indem er Vermutungen und Zeugenaussagen wiedergibt, den Anschein erweckt, als sei er dabei gewesen. So macht die Mutter dem Vater Vorwürfe, „Du hast ihm (dem verschollenen Sohn) ein Beispiel gegeben, (…), er wird auch ein Beil oder ein Messer (zur Verteidigung) genommen haben. Ein anderes Mal kommentiert der Erzähler „der Vater sollte wissen, dass Gott lebte und ihn ´nicht vergaß“.
Mit dem Wechsel der Erzählperspektive wird der Leser vom ruhigen Erzählfluss abgelenkt und aufmerksam gemacht.
Die stärkste Wirkung allerdings erzielt der Berichterstatter mit der Verwendung der wörtlichen Rede am Höhepunkt der Geschichte, als der Vater die Stimme seines Sohnes auf der Grammophonplatte wieder erkennt.
Der Erzählstil ist bewusst schmucklos ohne Verwendung stilistischer Elemente, auch der Satzbau ist wegen seiner Parataxen einfach und leicht verständlich und damit der Sprache der einfachen Menschen in dieser Geschichte angepasst. Beispielhaft dafür lässt sich der Kommentar am Schluss anführen: „Und das hat das Radio gemacht, und das ist die Technik, und die sie hat einen Sohn wieder zu seinem Vater geführt (…)“.

(IV) Absicht des Autors

Fragt man nach der Absicht des Autors, so wird schon im Titel der Geschichte auf widersprüchlich Scheinendes hingewiesen. Der Leser kann zunächst mit der Kombination der Schlüsselbegriffe „Märchen“ und „Technik“ nichts anfangen, denn „Märchen“ steht für dunkele Vergangenheit, während man sich doch im 19.Jahrhundert, wie der Auto formuliert „in den hellsten Zeiten“, in den Zeiten des technischen Fortschritts befindet.
Ein Wirklichkeitskern – Pogrom, Verschollensein und unbewusste Suche nach dem verlorenen Sohn – ist zwar enthalten, aber gleichzeitig wird von einem Märchen erzählt im Sinne einer wunderbaren göttlichen Fügung, und es wird darauf hingewiesen, wie das Vertrauen auf Gott den Vater bis ins hohe Alter am Leben erhalten hat, so dass sein sehnlichster Wunsch in Erfüllung gehen konnte.
Und das scheint auch die Absicht des Autors über die Bildebene hinaus zu sein, den naiven Glauben, den Kinder haben, auch im Erwachsenenalter weiter beizubehalten und dass das, was vorschnell von Gegnern als kalte herzlose Technik abgetan wird, auch anerkannt wird.
Wenn man noch stärkeres verallgemeinern wollte, ließe sich formulieren, Hoffnung solle auch in den aussichtslosesten Situationen nicht aufgegeben werden, auch wenn man als moderner Mensch Wunderglauben verurteilt.










Quelle:




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