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Titel:

Anbau von Hanf


  Note: 1   Klasse: 9









Arbeit: Da die gesamte Hanfpflanze (inklusive Samen) in Deutschland verboten ist, ist natürlich auch der
Anbau verboten! Für diejenigen die aus rein informativen Interesse dennoch etwas mehr darüber
wissen wollen, will ich hier einen kurzen Überblick verschaffen.
Info:

Samen, die zum „illegalen Anbau“ bestimmt sind, sind in Deutschland nicht erhältlich. Diese werden
allerdings vorwiegend in Holland von sog. Samenbanken (z.B. SensiSeeds), die nicht in die BRD
liefern, vertrieben. In Deutschland bekommt man nur Samen als Nahrungsmittel, Vogelfutter,
Fischköder, etc.
INDOOR:
„Sparversion“:

Materialien:
-Samen
-Torfquelltöpfe
-Pflanzenleuchten: spezielle Glühbirnen (nicht zu empfehlen!), besser
Quecksilberdampflampen/Natriumdampflampen , oder Leuchstoffröhren (Warm white und Cool white)
-Blumenerde, Tongranulat(z.B. Seramis),
-Töpfe(min. 15-20l)
-Wachstumsdünger, Blütedünger (Anbau auf Erde -> org. Dünger; auf reinem Tongranulat ->
mineralischer Dünger. zu empfehlen: Mairol, günstig und gut)

Aussaat:
Aussaatzeit: Mit „Freiland“-Nutzung: Februar,März; reine Kunstlicht-Zucht: egal
Die Torfquelltöpfe in Wasser aufgehen lassen, dann jeweils einen Samen pro Töpfchen in ein kleines
Loch legen und leicht bedecken (ca. 0,5-1cm tief, keinesfalls tiefer!). Die Töpfe bei möglichst
konstanter Temperatur(ca. 25°C) aufstellen und feucht halten. Nach 3-5 Tagen müßten sich die
Keimlinge zeigen, ein paar Nachzügler sind immer dabei. Sobald Wurzeln sichtbar werden, sollte das
Netz um die Töpfchen entfernt, und die Pflänzchen behutsam umgetopft werden. Die Blumenerde wird
nun mit etwas Sand und Tongranulat vermischt, so daß sie locker wird und nicht verklumpt. Die
Keimlinge werden dann gleich in die großen Töpfe mit dem Erdgemisch gepflanzt. Pro Topf eine
Pflanze!
Wachstumsphase:
Als vorläufige Lichtquelle werden sog. Pflanzenbeleuchtunglampen verwendet. Entweder Glühlampen,
oder Leuchtstoffröhren. Letztere eignen sich aufgrund der höheren Lichtausbeute und geringerer Hitzeentwicklung besser. Zu verwenden sind „Cool-White“-Röhren oder spezielle Pflanzenröhren.
Davon werden 2-3 parallel mit variabler Höhenaufhängung angebracht. Zusätzlich können noch
selbstgebastelte Reflektoren (z.B. aus Alu-Folie) angebaut werden. Diese Anlage wird möglichst dicht
über die Pflanzen gehängt. Aber Achtung: nicht zu dicht, da sonst die Wärmeentwicklung zu groß wird
und die Pflanzen vertrocknen.
Anmerkung: pro m² sollten ca. 250-400W zur Verfügung stehen!
Beleuchtungsdauer: empfohlen: 24h, min. 16-18h. Sollte ein Ventilator vorhanden sein, kann dieser
auch verwendet werden. Mit einer Zeitschaltuhr versehen, kann dieser den Pflänzchen regelmäßig
etwas Frischluft und Wind besorgen. Das sorgt für ein stabileres Stengelwachstum. Sollten die
Pflanzen trotzdem dazu neigen, umzukippen (Anzeichen für Lichtmangel!), müssen sie noch
zusätzlich gestützt werden. Sobald sie dann etwas größer und stabiler geworden sind, d.h. wenn die
Wurzeln schon kräftig ausgebildet sind, kann bereits hin und wieder etwas gedüngt werden. Dazu
verwendet man möglichst einen organischen Wachstumdünger (anfangs ca. Alle 2-3 Wochen einmal).
Wenn es nun draußen schon etwas wärmer geworden ist(Anfang, Mitte Mai) wäre es das beste die
Pflanzen tagsüber auf einen Balkon o.ä. zu stellen. Direktes Sonnenlicht bekommt ihnen sehr gut. Ist
dies nicht möglich können sie auch weiterhin unter Kunstlicht gehalten werden. Die Pflanzen
entwickeln sich nun sehr schnell –> öfters düngen.
Blütephase:
Befinden sie sich draußen, setzt die Blüte ca. Ab September ein. Unter Kunstlicht muß dazu die
Lichtzufuhr auf 12 h begrenzt werden (die anderen 12 h absolute Dunkelheit!). Außerdem müssen die
Röhren gegen „Warm-White“-Röhren ausgetauscht werden. Der Wachstumsdünger wird abgesetzt,
dafür aber Blütedünger verwendet. Männliche Pflanzen werden entfernt, oder eine separat zur
Pollengewinnung für eine weitere Züchtung gehalten. Oftmals zeigen sich schon während der
Wachstumphase vereinzelt Blüten und die männlichen Pflanzen können schon vorher ausgemustert
werden. Zeigt die Pflanze nun kein merkliches Blütenwachstum mehr (die großen Blätter sind teilweise
bereits abgefallen) kann geerntet werden.
Ernte:
Die Blütentrauben (“Buds“) werden abgeschnitten und die Blätter entfernt. Sie werden dann
bündelweise an einer Leine aufgehängt und bei normaler Temperatur im Dunkeln, oder zumindest im
Schatten getrocknet. Auf genügend Luftzufuhr achten (gegebenfalls Ventilator verwenden). Keine
direkte Sonne, oder große Hitze! Die Buds sollten hin und wieder genau auf Schimmelbildung
kontrolliert werden. Ist dies der Fall, schnell trocken, z.B. im Backofen!
Will man das „Gras“ allerdings etwas veredeln, kann man es auch fermentieren. Dazu wird die Ernte
einige Tage oder Wochen lang feucht und warm gelagert, z.B. dicht gepreßt in Stofftaschen o.ä. ,
bevor sie dann wie oben beschrieben normal getrocknet werden. Zusätzlich können noch
Zitronenschalen, Vanilleschoten, usw. zur Aromatisierung beigelegt werden. Die Fermentation ist ein
etwas riskantes Verfahren, da es leicht zu Schimmelbildung kommt. Dafür erhält man allerdings ein
geschmacklich exzellentes Gras.
Anmerkung: Anbau in reinem Tongranulat
Statt eines Erde/Seramis-Mix kann natürlich auch reines Tongranulat verwendet werden. Manche
halten das ideologisch für falsch, weil es „unnatürlich“ ist und eine Pflanze in die Erde gehört. Das
Tongranulat hat aber auch sehr viele Vorteile, weshalb meiner Meinung nach die Pflanzen sehr viel
schneller, und robuster wachsen.
In reinem T.granulat kann der pH-Wert, sowie die Düngerkonzentration genau eingestellt werden, was
bei Erde durch bakterielle Vorgänge nicht so exakt möglich ist. Die Wurzeln bekommen optimal Luft,
und können leicht durch das Granulat wachsen, Erde neigt doch etwas leicht zum Verklumpen, bzw.
zum Verdichten. Und noch ein Vorteil: Bodenschädlinge haben keine Chance.
Spezielles zum Anbau auf Tongranulat:
Die Pflanzen werden in große Töpfe gesetzt (auf gute Wasserablaufmöglichkeit achten!), danach
empfiehlt es sich ein kleines Gießwasserreservoir anzulegen. Je nach Pflanzenbestand sollten einige
Eimer davon gemischt werden. Dazu braucht man: pH-Tester, Säure (am besten verd. Salpetersäure
HNO3, liefert zusätzlich Stickstoff), mineralischen Dünger. Richte dir einen (oder mehrere) Eimer mit
Wasser her, gib einige Tropfen Säure dazu, solange bis ca. PH 6,0 erreicht ist, dann gibt die
angegebene Menge Dünger hinzu, und rühre etwas um. Und schon hast du dein fertiges Gießwasser
für die nächsten Tage. Die Pflanzen werden damit kräftig gegossen, es schadet nicht wenn das
Granulat mal etwas durchgespült wird (solange das überschüssige Wasser ablaufen kann!). Übrigens
kann man auch ab zu mal die Pflanzen unter die Dusche stellen und kräftig durchspülen (v.a. wenn
man mal etwas zuviel Dünger verwendet hat).
Wichtig: Bei jedem Gießen muß Dünger dabei sein, da Tongranulat keine natürlichen Nährstoffe
besitzt!

„Profi-Version“

Materialien:
Samen, Torfquelltöpfe, Töpfe(10-15l), Bewässerungsanlage,
Hochleistungslampen(z.B.Hochdruck-Natriumdampflampe 400-600W), hydroponische Wachstum-,
Blütedünger, ph-Tester, EC-Meßgerät
Aussaat:
siehe oben. Allerdings werden die Pflanzen anschließend in reines Tongranulat umgesetzt.
Wachstumsphase/Blütephase:
Die Pflanzen werden unter einer Wachstumslampe einige Zeit gehalten, dann aber ziemlich früh kurz
in die Blüte geschickt. Die männlichen Pflanzen werden entfernt. Die beste(n) Pflanze(n), hinsichtlich
auf Wachstum und Aussehen, wird wieder zurück in die Wachstumsphase versetzt
(“Mutterpflanze/n“). Die anderen können weiter in der Blüte gehalten und schließlich geerntet werden.
Die Mutterpflanze wird unter besten Bedingungen (idealer Düngerzufuhr, 24 h Licht) gehalten. Von
dieser werden regelmäßig Stecklinge genommen, die nach erfolgreichem Anwachsen in die
Blütephase geleitet werden. Durch dieses System kann fortlaufend geerntet werden. Als Substrat
eignet sich für beides Tongranulat besonders gut, da es erstens oft wiederverwendet werden kann
(Stecklinge), und zweitens die Qualität nicht nachläßt(Mutterpflanzen), während Erde auch bei
Düngerzugabe relativ schnell erschöpft ist. Dies alles setzt aber auch ein exaktes Arbeiten voraus.
Das heißt die Räume müssen immer sehr sauber sein und ständig mit Frischluft versorgt werden. Das
Wasser sollte immer einen gleichbleibenden ph-Wert aufweisen (ph 6,0), sowie eine der
Entwicklungsphase der Pflanze angepaßte Düngerkonzentration (wird mit Hilfe eines EC-Meßgeräts
gemessen).
Wie man sehen kann, sorgt dieses Anbau-System für regelmäßige Ernten, führt aber auch zu einem
hohen finanziellen Aufwand.

Hinweis: Statt Tongranulat können auch andere Anbaumedien verwendet werden, z.B. Kokosfaser
oder Steinwolle. Wobei bei Steinwolle eine zusätzliche Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen
werden kann, und diese eigentlich fast nicht eingesetzt wird. An der oben beschriebenen
Anbaumethode ändert sich dabei aber nichts wesentliches.
Einrichten der „Grow-Räume“:
Im Prinzip sollten 3 getrennte Räume hergerichtet werden. Alle sollten mit einem Zu-/Abluftsystem
(Rohrventilatoren) ausgestattet sein. Die Wände, Böden und Decken komplett mit reflektierenden
Material (Alufolie, oder spezielle Folien) auskleiden. Zur Arbeitserleichterung empfiehlt sich ein
automatisches Bewässerungssystem. Die Mutterpflanzen benötigen eine Wachstumslampe
(Quecksilberdampflampe), im Blüteraum wird eine Blütelampe (Natriumdampflampe) installiert, für die
Stecklingsanzucht sind Leuchtstoffröhren zu empfehlen. Für solche Growräume können alte Schränke
oder irgendwelche Eigenkonstruktionen verwendet werden. Aber Achtung: v.a. die Lichtanlagen
erzeugen sehr viel Wärme -> Brandgefahr!!! Also alles gut absichern, isolieren und auf gute
Luftbewegung/Kühlung achten!

OUTDOOR:
Die Pflanzen werden wie oben beschrieben zu Hause vorgezüchtet, allerdings in reiner Erde. Saatzeit:
März. Ab Ende April/Mai können sie dann ausgepflanzt werden. Der Pflanzort sollte eine
angemessene Wasserversorgung gewährleisten, also nicht auf einem Trockenhang, oder in
Sumpfgebieten auspflanzen ;-) Sonnige Standorte natürlich bevorzugen! Die Erde sollte möglichst
nährstoffreich sein. D.h. es sollte auf Indikator-Pflanzen geachtet werden, z.B. deutet starkes
Brennesselwachstum auf einen sehr stickstoffhaltigen Boden hin.
Die Hanfpflänzchen sollten vor dem Ausbringen ins Freiland etwas abgehärtet werden, d.h. einige
Tage zuvor immer wieder mal für ein paar Stunden ins Freie stellen.
Beim Auspflanzen vorsichtig umgehen. Die Erde um die Pflanzen herum auch etwas auflockern, dann
die Pflanzen einsetzen, leicht andrücken und bewässern. Sind sie erst mal gut angewachsen, werden
sie normalerweise sehr schnell in die Höhe wachsen, bzw. allgemein sehr an Material zunehmen. Man
sollte aber dennoch hin und wieder nach ihnen sehen, da vorallem etwas geschwächte Pflanzen evtl.
anfangs von Brennesseln o.ä. überwuchert werden könnten.
Noch ein kleiner Tip: Beim Auspflanzen kann man auch etwas größere Löcher ausheben, und
zusätzlich noch etwas Hornspäne, Blutmehl, oder Komposterde einbringen. Die Pflanzen dürfen
allerdings nicht direkt in den Kompost (sehr sauer) gesetzt werden!
Besondere Techniken
Blattdüngung:
Etwas organischer Dünger (weniger als bei der normalen Bodendüngung) wird in Wasser gelöst und
ab und zu gleichmäßig über die Blätter (vor allem Blattunterseiten) verteilt. Diese Art der Düngung
bringt aber keine sehr große Wachstumverbesserung hervor. Es sollte nur organischer Dünger
verwendet werden, der synthetische Dünger führt schnell zu einem „Verbrennen“ der Blätter. Nur
während der Wachstumsphase anzuwenden, keinesfalls in der Blütephase!
Beschneidung:
Herrscht im Anbauraum etwas Platznot, empfiehlt sich diese Technik. Dazu werden die jeweils
aktivsten, obersten Triebe direkt über den Blattknoten abgeschnitten. Keine Angst vor dem ersten
Schnitt, die Pflanze wächst weiter und trägt keinen Schaden davon! Das Wachstum verteilt sich dann
mehr auf die anderen Triebe. Bei regelmäßiger Anwendung führt dies zu einem kompakteren
Pflanzenwachstum. Bei schlechter Beleuchtung (Glühlampen, Leuchtstoffröhren) ist dies dringend
anzuraten, da sonst bei verstärktem Höhenwachstum die unteren Triebe wegen Lichtmangel
verkümmern.

Stecklingszucht:
Dazu werden aktive Triebe (mit ca. 3-4 Blattknoten) abgeschnitten. Der Schnitt wird mit einem
sauberem scharfen Messer (z.B. Skalpel) schräg in einem Zug ausgeführt. Die Triebe sofort in
lauwarmes Wasser abstellen. Torfquelltöpfe aufquellen lassen, kleine Löcher vorfertigen und etwas
Stecklingspulver hineinstreuen. Bei den abgetrennten Trieben werden an den untersten ein bis zwei
Blattknoten die Blätter entfernt. Nun werden die Triebe in die Töpfchen gesetzt, so daß diese
„blanken“ Knoten mit Erde umgeben sind. Die Stecklinge werden anschließend in ein kleines
Zimmergewächshaus gestellt und regelmäßig mit Wasser eingesprüht. Zu geringe Luftfeuchtigkeit ist
für sie tödlich! Ein Gewächshaus mit Bodenheizung erhöht die Überlebenschance der Stecklinge
erheblich, ist aber nicht zwingend notwendig.
Saatgutproduktion:
Eine männliche Pflanze wird in der Blütephase gehalten. Wenn sich die Pollensäckchen öffnen wird
der austretende Pollen aufgefangen. Sobald die ersten weiblichen Blüten auftreten, werden einige
davon gezielt mit einem Pinsel bestäubt. Man sollte immer frühe Blüten bestäuben, so daß die Samen
eine maximale Reifezeit erhalten. Die bestäubten Blüten markieren, um sie später leichter
identifizieren zu können. Vorsichtshalber sollte später eine „Auffangeinrichtung“ unter diesen Blüten
angebracht werden, so daß die Samen nicht verloren gehen, wenn sie ausfallen.
Wird dies über mehrere Generationen hinweg praktiziert sollte man genau Buch führen, um den
Überblick über „seine Sorte“ nicht zu verlieren.
„Abfall“-Verwertung:
Bei der Ernte fallen große Mengen an Blatt- und Stengelabfall an. Aufgrund der geringen
Harzkonzentration kann man diesen Abfall einfach auf den Kompost werfen. Mit etwas Arbeit aber ist
dieser durchaus noch einsetzbar. Man kann zum Beispiel alkoholische Auszüge mit den Blättern
herstellen (soll angeblich bei Grippe und Erkältungen helfen). Ein weitere Verwertung wäre auch die
Herstellung eines THC-Extrakts (Haschöl). Andererseits kann aus den Blättern und Stengeln ebenfalls
Hasch produziert werden. Dazu werden die Abfälle sehr klein geschnitten und getrocknet. Dies kann
durchaus bei höheren Temperaturen geschehen, z.B. direkte Sonnentrocknung. Danach werden die
Reste nochmals zerbröselt und locker in einen großen Topf (ca. 2/3 voll) oder ähnliches gefüllt.
Darüber wird ein sehr feinmaschiges Netz (z.B. Nyon-Strümpfe) gespannt und zusammen mit dem
Deckel für einige Zeit in die Gefriertruhe gestellt. Dann wird der Topf umgedreht und kräftig
geschüttelt. Im Deckel findet sich bald etwas Harzstaub. Dieser wird gesammelt und die Prozedur
einige Male wiederholt. Der gesammlte Harzstaub kann anschließend noch gepreßt werden.
Ergebnis:
bestes hausgemachtes Haschisch.








Quelle: Biobuch




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