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Titel:

Armenien


  Note: 1   Klasse: 10









Arbeit: Armeniens Geschichte und Gegenwart!

Wenn man heute über das Land Armenien erzählt, stellen sich die Meisten von uns einen unbedeutenden und kleinen Staat vor. Dies ist aber sicherlich ein großer Fehler, den wir mit diesem Referat über die Geschichte und Gegenwart Armeniens berichtigen wollen.
Armenien ist eines der ältesten Zentren menschlicher Zivilisation und war gegen Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. Ziel altbabylonischer Feldzüge. 900 v. Chr. gehörte Armenien zum Reich von Urartu und durch die Eroberung der Meder um 600 v. Chr. bestand nachweisbar die Existenz der Armenier. In der Zeit des Alexanderreiches machten sich die ersten armenischen Fürstentümer selbständig. Dies hatte zur Folge, dass durch eine Sammlungs- und Expansionsbewegung um die zentral- und südarmenischen Gebiete ein Groß-Armenien im 3. Jahrhundert v. Chr. entstand. Dabei blieb das westlich des Euphrat gelegene Klein-Armenien selbständig und wurde unter Vespasian ins Römische Reich eingegliedert.
Um 189 v. Chr. erlangte Groß-Armenien endlich die Unabhängigkeit. Den Höhepunkt, eines steilen politischen und kulturellen Aufstiegs erlebte Groß-Armenien unter der von Artaxias begründeten Dynastie von 189 v. Chr. bis 1 v. Chr. Nach diesem historischen Aufstieg, folgte unter Digranes des II. eine schwere Niederlage durch die Römer, bei der 66 v. Chr. die römische Oberheit über das Land verkündet wurde. So war Armenien eine Pufferzone zwischen dem Römischen Reich und dem Partherreich, bis es in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts in Abhängigkeit der Sassaniden geriet. 301 n. Chr., nahm Armenien das Christentum als Staatsreligion an und 387 n. Chr. wurde Groß-Armenien von den Persern und Ostran aufgeteilt. Die bis dahin andauernde kulturelle Entwicklung ist ein Resultat der 393 n. Chr. eingeführten Armenischen Schrift. In der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts war Armenien arabischer Oberheit unterstellt, aber Dank der Politik der Bagratiden um 885 n. Chr. konnte man eine gewisse Selbständigkeit erreichen. Bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts wurde wieder fast ganz Armenien durch die Byzantiner und danach von den Türken erobert, wobei ein großer Teil des armenischen Volkes nach Kilikien auswanderte. Dort bildeten die Rubeniden ein neues und unabhängiges kleinarmenisches Königreich. Wie die Geschichte jedoch zeigt, blieb es nicht lange so, denn Klein-Armenien wurde 1375 von Ägypten erobert,1403 von den Turkmenen, 1508 von den Persern und zuletzt von den Türken, unter deren Herrschaft es zunächst blieb. Groß-Armenien wurde 1242 von den Mongolen unterworfen und 1472 von den Persern und blieb anschließend jahrhundertelang Streitobjekt zwischen Osmanischem Reich und Persischem Reich.
Um 1828 gewann Russland große Teile Armeniens von Persien um Eriwan und 1878 bekamen die Türken: Batumi, Kars und Ardahan. In den noch verbliebenen Gebieten Armeniens im Osmanischen Reich, erhob sich eine armenische Befreiungsbewegung, bei der 1895/96 ca. 200.000 Menschen und besonders 1915/16 ca. 1,5 Millionen Menschen Massakern und Deportationen zu Opfer fielen. Am 26.05.1918 erklärte sich das russische Armenien für unabhängig. Nachdem 1921 eine nationale Revolte blutig unterdrückt worden war, wurde Armenien 1922 Teilrepublik der Transkaukasischen SFSR. Armenien wurde 1936 Unionsrepublik. In den 80er Jahren gab es in Armenien viele Unruhen, wobei das Militär massiv eingesetzt werden musste. Am 21.09.1991 wurde Armenien endgültig unabhängig und zählte zum Mitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, zu den Gründern Rußland und die Ukraine zählte. In den frühen 90 er Jahren ergab sich ein Konflikt mit Aserbaidshan, der zu einem verlustreichen Krieg führte. Doch mit Hilfe von Rußland kam es 1994 zu einem Waffenstillstandsabkommen.




Heute leben in Armenien (29800 Quadratkilometer groß) mehr als 3,4 Millionen Menschen, darunter mehr als 90% Armenier. Außerdem leben dort noch Kurden, Russen, Ukrainer, Georgier und Griechen. In der Hauptstadt und gleichzeitig der grössten Stadt Jerewan leben ca. 1,3 Millionen Menschen und in der zweitgrössten Stadt Gyumri ca. 200.000 Einwohner. 69 Prozent der Einwohner leben in Städten und 31 Prozent auf dem Land.
Die Amtssprache ist Armenisch, deren Alphabet 38 verschiedene Buchstaben
umfasst. Da in Armenien viele Russen leben ist die russische Sprache auch weit
verbreitet. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört dem christlichen Glauben an,
den die armenisch-apostolische (orthodoxe) Kirche im Land verbreitet. Nachdem Armenien in seiner Geschichte, wie erläutert oft die Unabhängigkeit verlor, setzten sich ca. 5 Millionen Armenier im Ausland, wie z.B. in Russland (1,5Mio.), in den USA (1 Mio.) und in Frankreich (400.000) nieder.
Armenien ist eine Republik, die seit dem 23. September 1991 von der Sowjetunion unabhängig ist. Die Verfassung besteht seit dem 5. Juli 1995. Das Staatsoberhaupt in Armenien ist der Präsident, der in direkten Wahlen (dabei gilt das allgemeine Wahlrecht ab 18 Jahren) vom Volk für 5 Jahre gewählt wird. Der gewälte Präsident ernennt den Premierminister, der wiederum die einzelnen Minister der Regierung wählt. Das Legislativorgan ist das Einkammersystem mit 131 Abgeordneten, die für 4 Jahre gewählt werden. Parlamentswahlen mit mehreren Kandidaten wurden erstmals 1990 eingeführt.
Das Land Armenien ist zudem noch Mitglied der GUS-Staaten, der UN, der UNESCO und der WHO. Armenien ist ein hoch industrialisierter Staat, da die Industrie 46.3% zum Bruttosozialprodukt beisteuert. Produktion und Bergbau bestimmen die Industrie.
Für den Arbeitsmarkt ist die Industrie sehr wichtig, da hier 41% der
Berufstätigen arbeiten. (Hergestellt werden Elektromotoren und chemische
Erzeugnisse). Die wirtschaftliche Blockade durch Aserbaidschan 1991 hat die
Industrie stark in Mitleidenschaft gezogen. Dadurch kam es zu Kürzungen bei
Erdgas, Erdöl und anderen Energieträgern. Daher musste die Regierung das
Kraftwerk in Medsamor wieder in Betrieb nehmen um den Verlust von
Energieträgern zu kompensieren. Der zweitgrösste wirtschaftliche Sektor ist die Landwirtschaft, da ein Drittel der Landesfläche ackerbaulich genutzt wird. Neben der Industrie ist sie der größte Arbeitgeber für 18% aller Werktätigen. Die regionale Lebensmittelproduktion reicht nicht aus, um den Bedarf im Inland zu decken.
Während seiner Zeit als Sowjetrepublik importierte Armenien etwa 60% seines
Brotbedarfs und fast zwei Drittel seiner Molkereiprodukte aus anderen Republiken, da die gebirgreiche Landschaft den Anbau von Lebensmitteln erschwert. Zu den wichtigsten Außenhandelspartnern gehören Russland, Georgien und Deutschland. Die Wirtschaftsblockade durch Aserbaidschan und der Bürgerkrieg in Georgien führten zwar zu einer drastischen Verringerung der Nahrungsmittelbestände, im Gegensatz zur industriellen Produktion hatte sich die Summe der Landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu Beginn der Neunziger Jahre aber stark erhöht.
Nach dem Zusammenbruch der UDSSR verwendete Armenien den Rubel zunächst weiterhin als Landeswährung. Ab Mitte 1993 weigerte sich die russische Zentralbank jedoch, Rubel anzunehmen, die vor diesem Jahr gedruckt worden waren. Diese Maßnahme verursachte einen massiven Zufluss von Rubel nach Armenien und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, wo alte Rubel immer noch gültig waren. Aufgrund dieses Zustroms kam es zu einer Erhöhung der
Inflationsrate. Die Zentralbank in Russland verlangte eine strenge Kontrolle des
neuen Rubels, was die armenische Regierung prompt veranlasste, eine eigene
Währung mit dem Namen Dram herauszugeben. Sie wurde im November 1993
erstmals in Umlauf gebracht.
Gegen Ende der Achtziger Jahre demonstrierten die Armenier durch öffentliche
Unruhen ihren Wunsch nach einem unabhängigen Staat, obgleich sie nun ein
halbes Jahrhundert lang unter sowjetischer Herrschaft lebten. Unter dem
sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow nutzen die Armenier die Politik der Glasnost (Russisch: Offenheit), um ihren Staat offiziell von den umliegenden Sowjetrepubliken zu isolieren und vehement die Annexion von Nagorny-Karabach zu fordern, einer armenischen Enklave in Aserbaidshan. 1989 erklärte der Oberste Gerichtshof die Enklave zu einem Teil Armeniens und zu einem unabhängigen Staat. Im September 1991 stimmten armenische Bürger mit überwältigender Mehrheit für den Austritt aus der Sowjetunion, und im selben Monat erklärte der Oberste Sowjet Armenien zu einem souveränen, unabhängigen Staat. Im Oktober 1991 wurde Levon A. Ter-Petrusjan, der ehemalige Vorsitzende des armenischen Obersten Gerichtshofes, der erste vom Volk gewählte Präsident der neuen Republik. 1992 wurde Armenien Mitglied der Vereinten Nationen.
In den ersten Jahren der Unabhängigkeitserklärung nahm die politische Spannung im Land stark zu. Die Schwierigkeiten, die durch das Erbeben 1988 hervorgerufen worden waren, und der Krieg mit Aserbaidshan um die umstrittene Enklave Nagorny-Karabach und die daraus resultierende wirtschaftliche Blockade Armeniens durch Aserbaidshan führte zu einer Stärkung der Regierungsopposition. Die Regierungspartei, die armenische Nationalistische Bewegung, die für ein gemässigtes Programm von wirtschaftlichen Reformen und territorialer Abgrenzung eintritt, musste bei den Wahlen gegen eine große Zahl unterschiedlichster Parteien antreten. Die stärkste dieser Parteien war dabei die Daschnak revolutionäre Föderation, die bereits seit mehr als hundert Jahren existiert. Sie war von 1918-1922 Regierungspartei während der kurzen Unabhängigkeit Armeniens. Die Daschnak, die ein hohes Maß an Kontrolle über die armenischen Streitkräfte in Nagorny-Karabach ausübt, lehnt marktwirtschaftliche Reformen ab, und tritt für eine engere Reform an Russland ein. In Folge der von der Daschnak und anderen oppositionellen Gruppen ausgeübten Reformen war Kosrov Arutiunian gezwungen, sein Amt als Premierminister niederzulegen. Ein Übergangspremier, Grant Bagratjan wurde 1993 ernannt. 1993 besiegten die armenischen Truppen die aserbaidshanische Armee in mehreren Schlachten, was zur Errichtung einer armenischen Kontrolle in Nagorny-Karabach und den angrenzenden Gebieten führte.
Internationale Bemühungen zur Vermittlung im Konfikt um Nagorny-Karabach scheiterten mehrfach, wurden jedoch auch 1996 fortgesetzt. Im August 1997 schlossen der russische Präsident Boris Jelzin und Armeniens Präsident Ter-Petrosjan in Moskau einen Vertrag über Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Im Februar 1998 erklärte Ter-Petrosjan seinen Rücktritt vom Amt des Staatsoberhauptes, nachdem ihm vom armenischen Parlament zu hohe Kompromissbereitschaft in der Beilegung des Konflikt um Nagorny-Karabach vorgeworfen worden war. Nach dem Rücktritt übernahm Robert Kotscharjan die Amtsgeschäfte. Er vertritt einen rigiden Kurs bei der Lösung des Konflikts um Nagorny-Karabach.
Im August 1999 wurde der ehemalige Verteidigungsminister Wasgen Sarkisjan zum neuen Ministerpräsidenten vereidigt, nach dem seine Blockeinheit ein Bündnis aus der von ihm geführten Republikanischen Partei und der Volkspartei, die wenige Wochen vorher stattfindenden Parlamentswahlen für sich hatte entscheiden können. Wasgen Sarkisjan fiel einem am 27. Oktober 1999 verübten Attentat zum Opfer. Am 3.November 1999 wurde sein Bruder Aram Sarkisjan zum neuen Ministerpräsidenten von Armenien ernannt.









Quelle:




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