Bürgertum in Frankreich im 18. Jahrhundert - schulnote.de 
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Titel:

Bürgertum in Frankreich im 18. Jahrhundert


  Note: 2   Klasse: 11









Arbeit: Wie im 18. Jahrhundert das Bürgertum in Frankreich wirtschaftlich in den Vordergrund getreten war, politisch aber noch nichts zu melden hatte, und wie es sich dieses Widerspruchs bewusst wurde

Im 18. Jahrhundert stand in Frankreich die Bourgeoisie an der Spitze von Finanz, Han­del und In­dustrie; sie stellte die Verwaltungskader der Monarchie und lieferte das Für die Staatsge­schäfte notwendige Geld.

Wie sich eine antifeudale Ideologie als Aufklärung entwickelte und die bürgerliche Revolution vorbereitete


Eine bürgerliche Weltanschauung formte sich als streitbare antifeudale Ideologie, die zur geistigen Wurzel der Revolution wurde. Man faßt ihre Hauptströmungen gewöhnlich unter dem Begriff »Aufklärung« zusammen. Diese Bewegung zur Befreiung der »Gemeinen« von der Verpflichtung auf Leitbilder der Kirche, der Aristokratie und der monarchischen Willkür­herrschaft ergriff ganz Europa, alle Zweige der Wissenschaft und Literatur. Sie erreichte in Frankreich ihren Hö­hepunkt.

Die Aufklärung knüpfte an die frühbürgerlich-humanistische Emanzipation der Wissen­schaften von der Theologie im Zeitalter der Renaissance und der Reformation an. Wo die Feudalherrschaft noch mehr oder weniger intakt war, blieb die Aufklärung ein schwaches Pflänzchen. In Frankreich hingegen, das den Ballast des im Niedergang befindlichen Feudalwesens unwillig durchs 18. Jahrhundert schleppte, wurde sie zur blanken Waffe einer im Vormarsch begriffenen Mittelklasse.

Was einige wichtige Gedanken der Aufklärung sind


Mit der spitzesten Feder begabt war Voltaire. Montesquieu empfahl im Geist der Ge­setze die konstitutionelle Monarchie bei »Gewaltenteilung« zwischen Exekutive, Legislative und Rechtsprechung. Rousseau brachte mit dem Gesellschaftsvertrag den Gedanken der Volks­souveränität ein. Hinter diesem steht die Theorie vom “Naturrecht”, wie es vor allem von John Locke und Thomas Hobbes formuliert worden war. Sie erkennt dem Menschen eine Reihe unveräußerlicher Rechte zu, die ihm “von Natur aus” zukommen.

wie sich die Spannung zwischen neuen Besitzverhält­nissen und alten Herrschaftsverhältnissen in der Französischen Revolution entlud

Daß die Krise der Feudalgesellschaft im Jahre 1789 ihren Höhepunkt erreichte


Die Mißernte des Jahres 1788 führte zu einer beträchtlichen Steigerung des Brotpreises. Ausgaben für Brot spielten in jener Zeit eine weit größere Rolle im Familienbudget als heute. Die Bevölkerung wurde daher durch die Verteuerung des Brotes hart getroffen.

Die Unterstützung der Amerikaner im Unabhängigkeitskrieg hatte in eine Finanzkrise geführt, die einschneidende Reformen erfordert hätte, die die Vorrechte der Aristokratie in Frage gestellt hätten, weshalb sich diese mit aller Kraft dagegenstemmte. Damit aber beschleunigte sie nur den Untergang des »ancien régime«.

Wie der »Dritte Stand« aus der Erkenntnis, daß er ohne den Adel besser dran war, die Konsequenz zog


In dieser Situation schien nur noch die Einberufung der Generalstände zu helfen, deren Eröffnung auf den 1. Mai 1789 festgelegt wurde. Die Lasten der Krise sollten noch einmal dem Stand der Nichtprivilegierten, dem »Dritten Stand«, aufgebürdet werden. Der »Dritte Stand« aber war im wesentlichen die Nation. Seine Vertreter erblickten daher ihre Aufgabe nicht darin, dem »ancien régime« noch einmal aus seinen Verlegenheiten herauszuhelfen, sondern erklärten sich kurzerhand zur »Nationalversammlung« und setzten sich die Ausarbeitung einer Verfassung zum Ziel.

Wie der Feudalismus abgeschafft wurde - aber nicht ganz


Die feudale Wirtschaftsstruktur überlebte die im August 1789 erfolgte Abschaffung des Feudalismus. Der Trick dabei war die Unterscheidung zwischen herrschender und auf Vertrag beruhender Feudalität. Ehren­rechte des Adels, Gerichtsbarkeiten, Leibeigenschaft, Fron­dienste, Bann­rechte und Erhebung von Brücken- und Wegegeldern, Jagd-, Taubenschlag- und Gehegerechte waren vollständig abgeschafft.

Daß die Bauern frei waren, aber nicht ihr Boden


Diejenigen Feudal­rechte, von denen angenommen wurde, daß sie die Gegenleistung für eine ursprüngliche Landab­tretung dar­stellten, wurden in bürgerliches Eigen­tum verwandelt und damit für loskäuflich er­klärt: Pacht- und Grundzins, Kehrzehnt aller Art und jedweder Bezeichnung (jährliche Abgaben) sowie Verkaufsge­bühren. Für die Masse der Kleinbauern war die Beseitigung des Feudalsy­stems, die sich als echte Scheinoperation erwies, eine bittere Enttäuschung.

Die Bauernrevolution, deren Ziel die Befreiung von allen auf dem Grund und Boden lastenden Beschrän­kungen war, setzte sich in vielfältiger Form bis 1793 fort und trieb die bürgerliche Revolution voran.

Daß »Liberalismus« das Streben des großbürgertums nach ökonomischer und politischer Freiheit bedeutet, und daß sein Ziel nicht unbedingt die Freiheit aller Menschen ist


Die Beseitigung der Feudalität hatte die Freiheit des Eigentums begründet. Die Gewerbefreiheit ergab sich aus der Beseitigung der Monopole, Zünfte und Innungen. Die Freiheit des Binnenhandels ging einher mit der Vereinheitlichung des nationalen Marktes durch die Aufhebung der Wege- und Binnenzölle. Die Aufhebung der Leibeigenschaft hatte die Arbeitskraft befreit. Streik und gewerkschaftlicher Zusammenschluß wurden aber im Gegensatz zur Vereinigungs- und Vereinsfreiheit verboten und blieben bis 1864 bzw. 1884 verboten.

Die Menschenrechtserklärung definierte politische und persönliche Freiheit. Die Person war nun durch die unterstellte Unschuld bis zum Gegenbeweis (Art. 9) vor willkür­licher Anklage und Verhaftung geschützt (Art. 7). Als Herren ihrer eigenen Person konnten die Menschen frei sagen und schreiben, drucken und veröffentlichen, was die beste­hende gesetzliche Ordnung nicht störte und keinen Mißbrauch dieser Freiheit darstellte (10, 11).

Das Gesetz war nun für alle gleich, vor ihm waren alle Bürger gleich; der Zugang zu Ehrenäm­tern, öffent­li­chen Anstellungen und Beschäftigungen stand allen ohne Rücksicht auf Geburt offen (Art. 6 der Erklä­rung). Einen Schönheitsfehler hatte die bürgerliche Gleichheit: Die Sklaverei in den Kolonien wurde aufrechterhalten.

Von sozialer Gleichheit konnte keine Rede sein: In Artikel 2 der Erklärung wurdedas Ei­gen­tum zu einem natürlichen und unverjährbaren Recht erklärt, ohne Rücksicht auf die Masse derer, die nichts besaßen. Auch der politischen Gleichheit wurde durch das Zensuswahlrecht entgegengewirkt: Die politischen Rechte wurden einer Minderheit von Besit­zenden vorbehalten. Die »Passivbürger«, diejenigen, die den vorge­schriebenen Zensus (Steuerleistung) nicht erreichten, waren vom Wahlrecht ausge­schlossen.

Wie aus der Revolution ein europäischer Krieg wurde


Die Flucht des Königs am 21. Juni 1791, die Zusammenziehung bewaffneter Emigranten am Rhein und schließlich der seit 1791 gesuchte und herbeigesehnte Krieg machten deutlich, daß es die Aristokratie vorzog, eher die Nation zu verraten als nachzugeben. Der Krieg mit dem Ausland erschien der Aristokratie als letzter Strohhalm. »Statt eines Bür­ger­krieges wird es ein Krieg mit dem Ausland sein«, schrieb Ludwig XVI.»und die Dinge wer­den damit weitaus besser stehen«.

Der Krieg, den die Aristokratie wünschte, um nach der Niederlage die Konterrevolution im Inneren durchzuführen, schreckte auch Girondisten nicht, die Vertreter der Handelsbour­geoisie in der Gesetzgebenden Versammlung: Waren Waffenlieferungen an die Armee nicht schon immer äußerst einträglich gewesen?

Wie die Bedrohung der Revolution durch äussere und innere Feinde Bourgeoisie und Kleinbürgertum trotz unvereinbarer Interessen in eine Koalition zwang und die revolution vorantrieb


Militärische Rückschläge und die Gefahr einer Konterrevolution zwangen die Gironde, sich an das Volk zu wenden. Das einfache Volk, das waren die »Hosenlosen«, die »Sansculotten«, die Masse der kleinen Gewerbetreibenden und der Lohnabhängigen. Sie gingen über die ihnen vorgegebenen Ziele hinaus und stürzten im August 1792 nicht nur den Thron, sondern auch die Verfassung von 1791 und damit die engen Zensusschranken. Im September wurde die Republik ausgerufen, und im Dezember begann der Prozeß gegen den König, der zum Tod verurteilt und im Jänner hingerichtet wurde.

In dem Konflikt, der nunmehr zwischen dem revolutionären Frankreich und der Aristo­kratie Europas ausgetragen wurde, nahm ein Teil der Bourgeoisie wahr, daß diese oh­ne das Volk nicht siegen konnte: die »Montagnards«, die vom Klub der Jakobiner dominierte »Bergpartei«, die im Stzungssaal auf den höhergelegenen Bänken sitzenden Abgeordneten. Sie verbündeten sich mit den Sanscu­lotten.

Daß die Interessen der Kleinbürger auf Existenz-sicherung durch Zwangs-wirtschaft hinausliefen


Diese trotzten dem Kon­vent (so nannte sich nun die gesetzgebende Körperschaft), die großen revolu­tionären Maßnahmen ab: der Terror wurde auf die Tagesord­nung ge­setzt und ein Getreidehöchstpreis (das Maximum) festgesetzt und schließlich das allgemeine Maxi­mum, d.h. die Zwangswirtschaft eingeführt.

Daß im Sommer 1794 die der Revolution drohenden Gefahren gebannt waren, sodaß die liberale Bourgeoisie Zwangswirtschaft und Terror nicht mehr hinzunehmen brauchte


Mit dem Wegfall der militärischen Bedrohung durch das Ausland brauchte die liberale Bourgeoisie nicht länger Zwangswirtschaft und Terror hinzunehmen. Robespierres Revolutionsregierung fiel der Thermidorverschwörung zum Opfer. (nach dem Revolutionskalender am 9. Thermidor des Jahres II der Republik = 27. Juli 1794). Es war den Jakobinern um Robespierre nicht gelungen, die widersprüchlichen Interessen der Sansculotten einerseits und der Bourgeoisie andererseits zu versöhnen. Es war der Revolutionsregierung aber gelungen, die Sansculotterie unter Kontrolle zu bringen. Radikale Randgruppen (die Hébertisten) waren liquidiert. Robespierre hatte die Sansculotterie gezähmt, die nun wenig Grund sah, seine großbürgerlichen Feinde zu beißen. Nur wenige sammelten sich am 9. Thermidor um ihn.

Die der Verfassung des Jahres III (1795) vorausgehende Erklärung der Rechte stellt einen klaren Rück­schritt gegenüber jener von 1789 dar: Besondere Sorgfalt wurde auf die Definition des Eigentumsrechts verwendet, von einem Recht auf Widerstand war keine Rede mehr, dafür wurden den Rechten sinnigerweise Pflichten hinzugefügt. Das Wahlrecht war nun wieder durch Zensus beschränkt. Allerlei Tricks, die bei Wahlen angewendet wurden (Annulierung, Ausschluß und Kooptation [nachträgliche Hinzuwahl]), also eine Reihe von Staatsstreichen hielten die Thermidorianer an der Macht. Der Coup Napoleons von 1799 fügt sich nahtlos ein.

Daß die Fortdauer des Kriegs, der zu einem Angriffskrieg der französi­schen Bourgeoisie entar­tet war, die Konzentration der Macht zur innenpoliti­schen Notwendigkeit machte


Unter den Bedingungen des fortdauernden Krieges war die Konzentration der Macht eine innenpolitische Notwendigkeit. Dieser Krieg jedoch hatte aufgehört ein Verteidigungskrieg der Revolution zu sein und konnte für Frankreich nur in einem Desaster enden. Die französische Gesellschaft aber war durch die Revolution so gründlich verändert worden, daß die zurückgekehrten Bourbonen an eine Restauration des ancien régime nicht denken durften.

wie zur Zeit der Befreiungskriege ideologische Konzepte entstanden, von denen auch heute noch mancher zehrt

Daß die deutsche Romantik Stimmungen und Haltungen von Bevölkerungsschichten wiedergibt, die von den neuen Zeiten, die die Französische Revolution einleitete, nicht viel zu hoffen hatten


Das deutsche Geistesleben zur Zeit Napoleons war von der Romantik geprägt. Die deutsche Romantik gibt vor allem Stimmungen und weltanschauliche Haltungen jener Bevölkerungsschichten wieder, denen wohl der Absolutismus eine Last war, die aber vom Aufstieg der Bourgeoisie nicht viel zu hoffen hatten: Kleinbürgertum und nie­derer Adel. Die Romantiker hatten daher zunächst der Französischen Revolution begei­stert zugestimmt. Mit Beginn der napoleonischen Expansion jedoch schlug diese Begei­sterung in Feindschaft um. Die Fürstenherrschaft wollten Kleinbürger und niederer Adel gern loswerden. Die Herrschaft der Bourgeoisie wollten sie dafür aber nicht eintauschen, denn die neuen - kapitalistischen - Produktionsverhältnisse, denen die bürgerliche Revo­lution den Weg freimachte, hatten mit den Verheißungen der Aufklä­rung wenig ge­mein. Schon gar nicht wollten sie die Herrschaft einer »fremdstämmigen«, »welschen« Bourgeoisie.

Wie die Romantiker versuchten sich die neuen Zeiten zu ersparen, indem sie diese aus dem »Wesen« der Franzosen erklärten


Die deutsche Bourgeoisie war noch nicht stark genug, die in Frankreich be­gonnene Revolution aus eigener Kraft in Deutschland weiterzuführen und der Fürsten­herrschaft und der feudalen Zersplitterung des Landes ein Ende zu setzen. Daß die Ro­mantiker darin nicht einen Entwicklungsrückstand der deutschen Gesellschaft erkennen wollten, ist verständlich. Was konnte dabei schon herauskommen? Daß auch in Deutsch­land die Zukunft der Bourgeoisie und dem Kapitalismus gehören sollte? Die Ro­mantiker machten lieber eine »Wesens«frage daraus: Aufklärung, bürgerliche Revolution und Li­beralismus als Frucht fremden Geistes und Wesens brauchten nicht auf Deutsch­land übergreifen, wenn sich das »deutsche Wesen« nur seine Reinheit bewahrte und die »welschen« Einflüsse zurückwies. Die Abschüttelung der napoleonischen Herrschaft in den Freiheitskriegen erschien so als Sieg des »deutschen Wesens« und der Nationalismus verband sich in Deutschland nahezu von selbst mit reaktionären und im Ansatz rassisti­schen Haltungen.

Wie die Romantiker rückblickend das Mittelalter zu einer Idylle verklärten und dort auf das »deutsche Wesen« trafen


Das christliche Mittelalter mit seiner überschaubaren, festgefügten Ein­teilung der Stände, mit seinen berechenbaren Abhängigkeitsverhältnissen, mit seiner ver­hältnismäßig schwach entwickelten Arbeitsteilung, mit seiner überschaubaren politischen Kleinräumigkeit, wurde zur patriarchalischen Idylle verklärt und aus dem »deutschen We­sen« erklärt, dem die Romantiker in alter Volksliteratur nachspürten.

Der Publizist und Historiker Josef von Görres (1776-1848) charakterisierte das »deutsche Wesen« mit folgenden (und anderen) Worten:

Daß das »deutsche Wesen« nach Auffassung der Romantiker darin besteht, eben nicht Revolution zu machen, sondern »Volksgemeinschaft« zu bilden


"In der That hat sich in diesem Volke nach und nach ein Kern höherer Bil­dung und Gesinnung angesammelt, der als die Mitte seines Wesens und selbst seiner Verfassung, und als der Keimpunkt seiner Zukunft angesehen werden muß. Es ist ein unsichtbarer Bund, der durch alle Stände geht, ohne, daß irgend ein äußerlich Band da wäre ... eine geheime Macht, die Keinem insbesondere sichtbar ist, gleicht Alles aus, daß es wie aus einem Triebe und einem Leben kommt. und nicht etwas Zufälliges, Vorübergehendes, und daher Zerstörbares, ist diese Einheit der Gesinnung; sie ist die reife Frucht, die aus dem ganzen Wesen der Nation ... erwachsen ist ... Diese Gemeinsamkeit der Besseren ist der Fels, auf dem der neue Bau begründet werden muß ..."[ii]

Das »deutsche Wesen« äußert sich also in einer »höheren Gesinnung«, einer Art Son­derbegabung, die die Deutschen zur Bildung einer harmonischen »Volksgemeinschaft« befähigt, der klassenkämpferisches Gezänk fremd ist. Dieses Motiv - Aufhebung des Klassenkampfes in der deutschen »Volksge-meinschaft« - wird uns als wesentlicher Be­standteil kleinbürgerlicher Ideologie bis herauf zum Nationalsozialismus noch öfter be­gegnen. Es bringt den frommen Wunsch derer zum Ausdruck, die den Klassenkampf nicht gewinnen können und ihn daher auch nicht haben wollen.

Wie das Blut ins Spiel kam und aus dem »Wesen« allmählich »Rasse« zu werden begann


Von diesem deutschen Wesen konnte sich nun das - ebenfalls als eine Konstante vorgestellte - Wesen anderer Völker nurmehr negativ abheben. Gelegentlich aber helfen die Germanen als Blutspender anderen Völkern aus, die dann wieder eine gewisse Zeit weiterwurschteln können. Das bekannte Zitat »Und es mag am deutschen Wesen einmal noch die Welt genesen« stammt übrigens von Ema­nuel Geibel (1861). Görres formuliert folgendermaßen:

"Indem immer neue Ströme nordischen Blutes sich in die Adern des italieni­schen Volkes ergossen, wurde in dieser Transfusion das alte, angesteckte, ab­gestorbene ausgespült, und an die Stelle neue plastische Lymphe eingefüllt; und so ward der welke, hinfällige Körper in der Wiedergeburt mehrere Jahrhunderte aufs neue verjüngt und lebenskräftig."[iii]

Der erwachende deutsche Nationalismus steigerte sich in den Freiheitskriegen gegen die napoleonische Herrschaft bei manchen zur Teutonomanie. Bei Heinrich von Kleist heißt es in »Germania an ihre Kinder« über die Franzosen:

"Schlagt sie tot, das Weltgericht fragt nach Gründen nicht."

Andere Dichter wie Theodor Körner, Max von Schenkendorf (»Freiheit, die ich meine«) und besonders Ernst Moritz Arndt (»Lieder für Teutsche«, »Der Rhein, Teut­schlands Strom, aber nicht Teutschlands Grenze«) wandten sich mit ähnlich rabiaten Aufrufen an die Deutschen. Arndt nahm in gewisser Weise die späteren Rassenmystiker (Gobineau, Wagner, Chamberlain, Lanz) vorweg, wenn er in der Mischung der »Rassen« die größte Gefahr für das auserwählte »Lichtvolk« der Deutschen sah, die höllisch auf­passen müßten, daß ihre»Teuschkeit« nicht durch »Welschheit« zersetzt werde, die, »wie ein betäubendes Gift den edelsten Keim angreift«.[iv]

Daß die Romantiker nicht nur die Franzosen, sondern auch die Juden haßten


"Einen wesentlichen Charakterzug des neuen Teutonentums bildete der eingefleischte Judenhaß", sagte später der konservative Historiker Heinrich Treitschke, ein gewiß un­verdächtiger Zeuge in dieser Sache[v], denn von ihm stammt der Satz »Die Juden sind un­ser Unglück«, der später das Motto des Nazi-Hetzblatts »Der Stürmer« bildete. Die Tatsache, daß die Juden in den von den Franzosen besetzten Gebieten staatsbürgerlicher Rechte teilhaftig wurden (der Wiener Kongreß nahm sie ihnen wieder), erweckte bei den nationalgesinnten Deutschen den Eindruck einer französisch-jüdischen Allianz. Franzo­senhaß und Judenhaß gingen Hand in Hand.

Wie die Romantikergerne in den Salons assimilierter jüdischer Großbürger verkehrten, sich von ihnen auch gerne unterstützen liessen, und dann über die Juden schimpften


Achim von Arnim, Heinrich von Kleist, Clemens von Brentano, die Brüder Grimm - sie alle waren entschiedene Judengegner, was sie aber nicht hinderte, in den von den Frauen assimilierter jüdischer Großbürger ge­führten Salons zu verkehren beziehungsweise auch deren Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Berliner Romantiker, unter ihnen etwa Grabbe und Kleist, trafen sich in den Salons der Rahel Varnhagen und der Henriette Herz. Im Haus der Fanny Arnstein in Wien verkehrten die Brüder Schlegel, Theodor Körner und viele andere.

Daß die Romantiker insbesondere von der Emanzipation der Juden nichts wissen wollten


Auf Initiative Achims von Arnim erfolgte 1811 die Gründung einer »Christlich-deutschen Tisch­gesellschaft«, eines reaktionären Debattiervereins dem die von dem damaligen preußi­schen Staatskanzler Hardenberg betriebenen bescheidenen Reformen (und die seines Vorgängers Stein), besonders aber wohl die Emanzipation der Juden, zu weit gingen. Es handelt sich bei diesen »Stein-Hardenbergschen Reformen« um die Auflösung der Zünfte und Herstellung der Gewerbefreiheit (1810), um die für die Bauern recht ungünstige Re­gelung der Ablösung der feudalen Dienste und Abgaben (1811) sowie die zögernde staatsbürgerliche Gleichstellung der Juden (1811 und 1816). Zu den Mitgliedern dieses Vereins zählten (neben etwa vierzig anderen) die Dichter Heinrich von Kleist und Cle­mens Brentano, der Rechtsgelehrte Friedrich Karl von Savigny, der Philosoph Johann Gottlieb Fichte, der spätere Held der Befreiungskriege Carl Philipp Gottfried von Clausewitz (damals noch Major) und der Staatstheoretiker Adam Heinrich Müller.

Wie der Philosoph Johann Gottlieb Fichte auf die Idee kam, den Juden die Köpfe abzuschneiden


Zum Thema Judenemanzipation hat Fichte folgendes zu sagen:

"... ihnen Bürgerrechte zu geben, dazu sehe ich wenigstens kein Mittel, als das, in einer Nacht ihnen allen die Köpfe abzuschneiden ..."

dann bremst er und setzt den Juden wieder Köpfe auf, aber andere

"und andere aufzusetzen, in denen auch nicht eine jüdische Idee sey. Um uns vor ihnen zu schützen, dazu sehe ich wieder kein anderes Mittel, als ihnen ihr gelob­tes Land zu erobern, und sie alle dahin zu schicken."[vi]

Daß die »Christlich-deutsche Tischgesellschaft« in ihren Statuten einen »Arierparagraphen« hatte, ist nach all dem nicht weiter verwunderlich. Der jüdische Spätaufklärer und Publizist Saul Ascher, dessen Schrift »Der Germanenwahn« übrigens 1817 anläßlich des Wartburgfestes von Burschenschaftern feierlich verbrannt wurde, äu­ßert sich folgendermaßen zur »Tischgesellschaft«:

"Sie soll freilich keine politische Tendenz haben, wie ihr Name auch anzudeuten scheint. Indes enthalten ihre Statuten einige Curiosa, die über den Geist der zeitigen deutschen Kultur einige Winke zu geben vermögen. Eins ihrer Statute setzt nämlich fest, daß kein Jude, kein getaufter Jude und kein Nachkomme eines getauften Juden sogar, als Mitglied aufgenommen werden soll [...] Bei den Zusammenkünften werden Abhand­lungen vorgelesen, und man wird sich leicht von dem Geist derselben einen Begriff ma­chen können, wenn wie dem Referenten hinterbracht worden, Exzerpte aus dem berüch­tigten Eisenmenger von einem der Mitglieder der Gesellschaft zum besten gegeben wor­den."[vii]

Daß der Jenaer Philosophiprofessor Jakob Friedrich Fries die Ausrottung der Juden empfahl


Großen Einfluß auf die nationalistische Studentenschaft hatte der Jenaer Philosophie­professor Jakob Friedrich Fries (1773-1843), der auch während des berühmten Wart­burgfestes, das aus dem Anlaß des dreihundertsten Jahrestages des Beginns der Reforma­tion 1817 gefeiert wurde, in den Vordergrund trat. In seiner 1816 verdöffentlichten Schrift »Über die Gefährdung des Wohlstandes und Charakters der Deutschen durch die Juden« spricht Fries bereits von Ausrottung:

»So hat die Judenkaste, wo sie zugelassen wird, auf das ganze Volk, von oben wie unten, auf hohe und niedere eine fürchterliche demoralisierende Kraft. Das also ist das wichtigste Moment in dieser Sache, daß diese Kaste mit Stumpf und Stiel ausgerottet werde...«

Wie die antisemitische Vulgärliteratur noch ein Schäuferl nachlegte


Soweit die »Dichter und Denker«. Von ihren Beiträgen zur Ideengeschichte des Anti­semitismus wurden hier nur einige Kostproben geboten. Die für den Unterrichtsgebrauch bestimmten Literaturgeschichten übergehen übrigens diesen Aspekt der Romantik und erst recht übergehen sie natürlich die reiche antisemitische Vulgärliteratur, die gleichzeitig entstand. Ein typisches Beispiel dafür liefert Hartwig von Hunt-Radows­ky in seinem 1821 erschienenen »Judenspiegel«:

"So wie die Juden und Zigeuner in Sprache, Sitten und äußerer Bildung auffallende Ähnlichkeiten haben, und daher auf gleiche Abstammung schließen lassen, so ist auch unter beiden das Verbrechen des Kinderdiebstahls gemein. Höchst verschieden ist das Schicksal der unglücklichen, auf diese Weise ihren Eltern entrissenen Kleinen. Manche werden zu gutem Preise verkauft; andere richtet man zu allerlei seltsamen Springen, Körperverrenkungen und lächerlichen Gebärden ab, und läßt sie, wie Affen und Bären für Geld sehen; viele müssen in Käfigen als Buschmänner, Neuseeländer, Kaffern etc. die Welt durchreisen, und werden gleichfalls für Geld gezeigt; manche werden vopn ihren angeblichen Eltern zu Taschenspie­lerkünsten und Diebereien gebraucht, und eine Menge die­ser gestohlenen Christenkinder wird sogar von den Juden geschlachtet, die mit dem Blut der bedaurungswürdigen Opfer alberne und abergläubische Gebräuche vornehmen ... Ein Volk, welches Verbrechen dieser Art sich erlauben kann, sollte nimmer unter den Christen geduldet werden. Vor sechzig bis siebenzig Jahren wurden in manchen Gegenden Deutschlands die Zigeuner, diese Stam­mesverwandten der Juden und Ägypter aus den Wäldern, in denen sie ihre Hütten aufgeschlagen hatten, zu­sammengetrieben, und wie Raubtiere totge­schossen; und nie waren die Zigeuner doch einem christlichen Staate so gefähr­lich als die Juden."

Zur Lösung der »Judenfrage« schlägt Hunt-Radowsky Deportation, Versklavung, Ka­stration oder Vernichtung vor.

Das vorliegende Zitat enthält einen deutlichen Hinweis auf einen in unseren Schulbü­chern (in denen anscheinend mehr Platz für das »Gute« und »Schöne« als für das »Wahre« ist) schamhaft verschwiegenen Genozid, den über Jahrhunderte sich erstrec­kenden Mord an den »Zigeunern«, der im »Dritten Reich« lediglich seinen Höhepunkt und nicht einmal sein Ende erreichte.

Daß wer in der Romantik seine geistigen Wurzeln erblickt, un­ter Umständen nicht nur Grimms Märchen meint


Die Romantik geht bereits von einem den Völkern jeweils »eigentümlichen Wesen« aus, das als konstante historische Größe aufgefaßt wird. Ganz oben in der Rangordnung: das »deutsche Wesen«. Deutsch ist »urtüchtig, urtugendlich und urmenschlich« (»Turnvater« Jahn). Ganz unten: der »foetor judaicus«, der »jüdische Gestank« (Schopenhauer). Abgesehen von der Vorbereitung der Judenvernichtung durch christli­che Würdenträger, die fast zwei Jahr­tausende hindurch ihren Leuten einhämmerten: "Sie haben Jesus getötet, Jesus getötet, sie ha­ben den Teufel zum Vater und Jesus getötet, Je­sus getötet, sie haben das Anderle von Rinn getötet, wie sie Jesus getötet haben, sie sind verstockt, sie glauben nicht an Jesus, sie haben ihn getötet, der Mensch ist vernünftig, nicht verstockt, sie sind verstockt, sind sie Menschen? ...", beginnt die ideologische Vor­bereitung der maschinellen Judenvernichtung in der Roman­tik, "... nur daß eben in der Regel noch das Christentum diejenige Größe ist, in deren Namen der Angriff geführt wird ..."[viii].

Friedrich Wilhelm Schmidt S.V.D., Theologe, Ethnologe und Begründer der Wiener Schule der Ethnologie, schrieb in dem 1920 erschienenen Werk “Der deutschen Seele Not und Heil” über die Notwendigkeit einer Wiederbelebung der Romantik und des Geistes des Freiheitskriege. Er schloß die damit verbundenen antijüdischen Traditionen ausdrücklich ein und erkannte ihnen zentrale Bedeutung zu:

“Die Befreiungskriege müssen noch einmal wieder aufgenommen und zu einem besseren Ende durchgeführt werden ... Damals haben kurzsichtige Dynastien das Volk, das in den Befreiungskriegen auch für ihre Wiedereinsetzung sein Blut vergossen hatte, um die Freiheit betrogen, die sie ihm zugesichert hatten. Ein unheilvoller Schaden ist damals den deutschen Volke, insbesondere aber seiner Seele zugefügt worden.

Der ganze gewaltige seelische Aufschwung des Volkes in den Befreiungskriegen, ... wurde durch jenen Betrug in seinem Innersten vergiftet. Mißtrauen, Erbitterung und Haß begannen die Seelen zu erfüllen und zu verwüsten. Vor der brutalen Gewalt des Polizeistocks mußte sich das alles zuerst verbergen, um dann im Jahre 1848 offen loszubrechen und sich dort rückhaltlos dem Liberalismus, als dem einzigen Retter und Befreier, in die Arme zu werfen, ohne daran zu denken, welche verderblichen Kräfte dieser gleichzeitig entfesselte. Das geschah in der völligen Emanzipation des Judentums, das nun überall mit der vollen Kraft seiner Geldmittel und der Presse, deren es sich bemächtigt, sich in den Dienst des blöden Materialismus stellte.

In der steigenden Hochflut desselben ging dann auch die Romantik zugrunde, die zu Beginn des Jahrhunderts so kräftig und hoffnungsvoll sich ausgebreitet hatte und so entscheidenden Anteil hatte an der Entfachung des Begeisterungsfeuers der Befreiungskriege. Zuerst wurde sie von dem Polizeiabsolutismus als verdächtig betrachtet und verfolgt ... Dann aber geriet sie auch beim Liberalismus und der Demokratie in Mißkredit, und die Heine und Börne suchten sie mit Knütteln totzuschlagen.

... sie trägt doch die ganze tiefe Sehnsucht des deutschen Volkes in sich, über den Riß hinweg, den Renaissance und Reformation in der Geschichte des deutschen Volkes gebracht hatten, den Zusammenhang wieder zu finden zu acht Jahrhunderten echten reichen und stolzen deutschen Lebens und in dieser lebendigen Verbindung durch die Erneuerung alter deutscher Geschichte, deutschen Liedes, deutscher Sage, deutscher Sitte und deutscher Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung sich selbst wieder zu erfüllen mit so starker deutscher Lebenskraft, daß sie alles Fremde von sich ausstoßen und seine Herrschaft völlig abwerfen könne.”

Wenn heute von einer politischen Gruppierung der Geist der Romantik beschworen wird, so drückt das möglicherweise mehr aus als eine bloße Vorliebe für Grimms Märchen. Auch das enge Zusammenrücken der »offenkundig vorgegebenen Werte« Ehre und Treue er­innert eher an die SS (»meine Ehre heißt Treue«) als an Brentanos Hinkel Gockel und Gackeleia:

In der “Lorenzener Erklärung” stellten Vordenker der FPÖ im Jahre 1989 fest, daß auch sie an die Traditionen der Romantik anknüpfen:

“Ausgangspunkte sind das grundsätzliche Bekenntnis zu bleibenden Werten, die offenkundig vorgegeben und mit der menschlichen Natur untrennbar verbunden sind, eine ganzheitliche Schau des Menschen sowie seiner natürlichen und kulturell bedingten Umwelt und der geistige Bereich, der Tun und Beweggründe des Menschen bestimmt. Dieses ganzheitliche Bild folgt den Denkern des deutschen Idealismus, der Romantik und der Freiheitsbewegung ...

Unser Freiheitsideal unterscheidet sich grundlegend von den Schlagworten der Französischen Revolution: die vorgegebenen Unterschiede an Begabung, Fähigkeiten, Neigungen, ja auch an menschlicher Würde bilden die zur volklichen Existenz notwendige Vielfalt ... Unbeschadet der Vielfalt müssen soziales Unrecht, Ausbeutung Manchesterliberalismus u.ä. bekämpft werden und sind durch eine soziale Ordnung zu vermeiden bzw. zu beseitigen.”



wie es im Juli 1830 Europa zu einer weiteren
französi­schen Revolution kam und diese Europa in Aufregung versetzte





Daß 1814 wohl die Bourbonen mit Ludwig XVIII. auf den französi­schen Thron zurückkehrten, den Absolutismus aber nicht re­staurieren konnten


Die Monarchen Österreichs, Preu­ßens und Rußlands, hatten 1814 - auf dem Wiener Kongreß - den Sieg der europäischen Völker in ihrem Freiheitskampf gegen die napoleonische Fremd­herrschaft in Sieg des Adels umge­fälscht.

Mit Ludwig XVIII. gelangten die Bourbonen 1814 erneut an die Macht, nachdem die große Französische Revolution (10. August 1792) ihrer Herrschaft ein vorläufiges Ende ge­setzt hatte und Ludwig XVI. hingerichtet worden war (21. Jänner 1793). Die Restauration der absoluten Monarchie gelang Ludwig XVIII. nicht. In der Verfas­sung von 1814 mußte er we­sentliche Ergebnisse der Französischen Revolution zur Kenntnis nehmen (Anerkennung des in den Jahrzehnten zuvor entstandenen bürgerlichen und bäuerlichen Eigentums, Recht auf Steu­erbewilligung und Gesetzgebung für die Abgeordnetenkammer, Freiheit der Person und der Presse).[ix] Ein hoher Wahlzensus sorgte dafür, daß in der Abgeordnetenkammer die richtigen Leute saßen.

Wie der Restaurationsversuch Karls X. die Julirevolution von 1830 auslöste


1824 bestieg Karl X. den Thron und versuchte die Restauration voranzutreiben: Die »Emigrantenmilliarde« sollte den Adel für die während der Französischen Revolution erlittenen Verluste entschä­digen. Die Mittel dafür sollten durch eine Senkung der Rente aus den Staats­papieren aufgebracht werden. Damit wurde der Gegensatz zwischen der am Feu­dalismus, am ancien régime anknüpfen­den, künstlich aufgepropften Herrschaftsform und dem aktuellen Entwicklungsstand der französischen Gesellschaft akut, die längst eine kapitalistische gewor­den war.




Am 25. Juli 1830 erließ Karl X. seine »Ordonnanzen«, durch die die Pressefreiheit be­seitigt, die Abgeordnetenkammer aufgelöst und die Zahl der Wahlberechtigten verringert wurde.

Wie die Liberalen die Verfassung, nichts als die Verfassung« forderten, die Arbeiter aber schon die demokratische Republik wollten


Liberale Journalisten und Politiker, unter ihnen die Histori­ker Francois Guizot und Adolphe Thiers, Die Bankiers Jaques La­fitte und Casimir Périer sowie der General Horace Sébastiani[x] - verfaßten eine Protesterklärung, die auf die Wiederherstellung der Verfassung von 1814 abzielte. Der Kurssturz von Wertpapieren und die Schließung von Banken und Be­trieben mobilisierten die Bevölke­rung. Während die Liberalen noch »Die Verfassung, nichts als die Verfassung!« forderten, erscholl aus den Reihen der Pariser Arbei­ter bereits der Ruf nach der demokratischen Republik.

Daß die Arbeiter während der “drei glorreichen Tage” der Bourbonenherrschaft ein Ende setzten


Nach drei Tage währenden Barrikaden- und Straßenkämpfen (27. bis 29. Juli - die »drei glorreichen Tage«) war die Zeit der Bourbonenherrschaft in Frank­reich endgültig vorbei. Die Zurücknahme der »Ordonnanzen« rettete die Herrschaft Karls X. nicht mehr, er dankte am 2. August ab. "Der Fürstenbund der »Heiligen Allianz« , der Europa seit 1815 fest und unabänderlich im Würgegriff der Adelsreaktion wähnte, stand vor dem Scherbenhaufen seiner restaurativen Politik."[xi]

daß die Bourgeoisie kein Interesse daran hatte, die Revolution über den Sturz Karls X. hinaus voranzutreiben


Die von der Entwicklung überraschten Liberalen wollten weder die Republik noch die Wiederherstellung der Bourbonenherrschaft. Die überwiegende Mehrheit der Bourgeoisie war liberal und royali­stisch gesinnt. Die Creme der Bourgeoisie, die sogenannte "Finanzaristokratie" (Kapitalistisch wirtschaftende Großgrundbe­sitzer, Großkaufleute, Ban­kiers und Börsenmakler) hatte kein In­teresse daran, die Revolution über den Sturz Karls X. hinaus vor­anzutreiben.

Wie der Bankier Périer die Ängste der Großbürger vor der Demokratie in treffende Worte kleidete:


Casimir Périer sprach die Ängste der großbürgerlichen Liberalen offen aus: "Ohne Monarchie wird das Regime in die Demo­kratie abgleiten, und dann ist die Bourgeoisie nicht mehr die Her­rin."[xii]

Wie das mittlere und das Kleinbürgertum die Republik
erstreb­ten und sich schließlich mit dem »Bürgerkönig­tum« Ludwig Phil­ipps abfanden




Die Industrielle Revolution war ge­rade erst dabei anzulaufen, die In­dustriebourgeoisie stand dementsprechend noch im Schatten der Fianzaristokratie, deren Einstellung zu den Indu­stri­ellen am besten wohl durch ein Bonmot James Rothschilds illu­striert wird: "Es gibt drei Mittel, sich zu ruinieren: die Frauen, das Spiel und die Ingenieure. Die ersten beiden sind ange­nehm, das dritte Mittel aber ist sicher".[xiii]Das mittlere und das Kleinbürgertum erstrebte die Republik mit dem greisen Lafayette als Präsidenten. Daß er das Blutbad auf dem Marsfeld kommandiert hatte, war vergessen. Damals - am 17. Juli 1791 - hatte Lafayette die National­garde in eine Massendemonstra­tion von Republikanern schießen lassen. Der Kandidat der libe­ralen Großbourgeoisie hingegen war Ludwig Philipp, der Herzog von Or­léans. Der öffentliche Bruderkuß Lafayettes auf dem Balkon des Pariser Rathauses machte ihn auch für die Indu­striebourgeoisie und die Kleinbürger akzeptabel.[xiv]

Wie der Bankier Jacques Laffitte das wesentliche an der Juli-Re­volution in einem Satz zusammenfaßte: »Von nun an werden die Bankiers herrschen«


"Nach der Julirevolution, als der liberale Bankier Laffitte seinen compère [Gevatter, Helfershelfer], den Herzog von Orléans, im Tri­umph auf das Hotel de Ville [Rathaus] gelei­tete, ließ er das Wort fallen: »Von nun an werden die Bankiers herrschen«. Laffitte hatte das Geheimnis der Revolution ver­raten."[xv] Im August 1830 leistete Ludwig Philipp den Eid auf die Verfassung von 1814. Die Großbourgeoisie hatte da­mit eine Alternative zur Bourbonenherr­schaft einerseits und zur Re­publik andererseits gefunden "... wo sie herrschte, ohne verant­wortlich zu sein; wo eine Scheinmacht, zwischen ihr und dem Volke stehend, für sie handeln und ihr zugleich als Ver­steck dienen mußte; wo sie sozusagen einen gekrönten Sündenbock besaß, auf den das Prole­tariat losschlug, sobald es sie treffen wollte, gegen den sie sich selbst mit dem Proletariat verband, sooft er ihr lästig wurde und sich als Macht für sich festsetzen wollte."[xvi]

Was der Liberale Politiker Guizot denen riet, die durch den Zen­sus vom Wahlrecht ausgeschlossen waren:
»Bereichert euch!«


Der Wahlzensus wurde nur geringfügig gesenkt, die Zahl der Wahlberech­tigten erhöhte sich dadurch von etwa 90.000 auf rund 220.000 - bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 30 Millio­nen Menschen.[xvii] Damit war auch die Mehrzahl der Industriellen ausgeschlossen, denen Gui­zots berühmtes Wort »bereichert euch« als blanker Hohn erscheinen mußte: Ihr wollt Anteil an der Regierung des Landes? Dann zahlt so viel Steuern wie wir. Ihr könnt es nicht (nicht zuletzt deswegen, weil unsere Wirtschaftspolitik auf unsere und nicht eure Bedürf­nisse zugeschnitten ist[xviii])? So bereichert euch!

Dass die Arbeiter nichts davon hatten, daß sie dem Bürgertum die Bourbonenherrschaft vom Hals geschafft hatten


Die Arbeiter, die in den Kämpfen der "drei glor­reichen Tage" dem Bürgertum die Herr­schaft Karls X. vom Hals ge­schafft hatten, gingen leer aus: Die Julimonarchie übernahm und ver­schärfte die arbeiterfeindliche Gesetzgebung der Restaurations­zeit. Koalitions- und Streik­verbot blieben aufrecht. Lafayette erklärte im August 1830, die Forderungen der Arbeiter seien mit der »Freiheit der Industrie« unvereinbar. 1830 war das Indu­strieprole­ta­riat zahlenmä­ßig den Bauern und dem städtischem Kleinbürgertum noch weit unter­legen und sich seiner als einer selbständigen ge­sellschaftlichen Kraft noch kaum bewußt.

Wie die “Heilige Allianz” - Bourbonen hin, Bürgerkönig her - die Juli-Monarchie als von ihrem Fleische erkannte und nicht an eine be­waffnete Intervention dachte


Auf der Seite der "Heiligen Allianz” deutete man die Zeichen richtig: Wenn man von dem Schönheitsfehler absah, daß die Julimonarchie ihre Existenz einer Revolution verdankte, sprach nichts gegen eine faktische Aufnahme Frankreichs in das reaktionäre Bündnis der Großmächte. "Der neuen französischen Regierung wird auf unterschiedlichem Wege mitge­teilt, daß Europa an einer Stabilisierung des neuen Regimes interessiert sei und an einen An­griff gegen Frankreich nicht denke. Selbst Metternich verleiht seiner Hoffnung Ausdruck, die neue Regierung möge sich festigen."[xix]

Die schon Ende Juli 1830 neuaufgestellte Nationalgarde sollte die neue Ordnung auf­rechterhalten, demonstrative Truppenparaden dienten der Einschüchterung der Opposition.[xx]

Wie zwei Aufstände der Lyoner Seidenweber zusammengeschos­sen wurden


Zehntausende Lyoner Seidenweber gingen im November 1831 auf die Straße, um für die Gewährung menschenwürdiger Lebensbedingungen zu demonstrieren. Insbesondere forder­ten sie die Festlegung eines Mindestlohns und die Einhaltung eines schon abgeschlossenen Ta­rifvertrags, den die Regierung Périer aufgehoben hatte. Dem Demonstrationszug wurde eine schwarze Fahne vorangetragen, die die Aufschrift »arbeitend leben oder kämpfend sterben« trug. Aber erst als Linientruppen und Nationalgarde in die Kundgebung feuerten, schlug diese in einen Volksaufstand um. Nach zweitägigem Kampf war Lyon in der Hand der revoltierenden Arbeiter.[xxi] Bereits Anfang Dezember aber eroberten Regierungstruppen die Stadt zurück.

Im Juni 1832 entwickelten sich die Begräbnisfeierlichkeiten für den populären ehemali­gen napoleonischen General und deklarierten Republikaner Lamarque zu einem republikani­schen Aufstand, der aber bereits nach zwei Tagen unterdrückt war.

Im April 1834 kam es zu einem neuerlichen - ergebnislosen - Arbeiteraufstand in Lyon, der in anderen Städten und vor allem in Paris Widerhall fand. "Republik oder Tod!" war die Losung der Erhebung, die abermals von Regierungstruppen zusammengeschossen wurde. In der Rue Transnonain in Paris übten diese in sinn- und wahllosem Morden Vergeltung.

Wie die Juli-Revolution auf Belgien übergriff, dieses sich von Holland löste und seine »ewige Neutralität« erklärte


Erfolgreich war ein Aufstand der Belgier, der Ende August 1830 losbrach und sich ge­gen die vom Wiener Kongreß diktierte Zwangsvereinigung mit Holland richtete. Die Drohge­bärde Frankreichs verhinderte ein Eingreifen der »Heiligen Allianz«: »Wenn sich andere Mächte in ausbrechende Aufstände in anderen Ländern einmischen, dann gibt es Krieg mit Frank­reich.«[xxii] Im Januar 1831 einigten sich in London die Vertreter der fünf Groß­mächte auf die »24 Arti­kel«, in denen die Existenz des neuen unabhängigen Staa­tes Belgien und seine "ewige Neu­trali­tät" anerkannt wurden.

Wie im November 1830 ein Aufstand in dem zwischen Russland, Preußen und Österreich aufgeteilten Polen den Nerv der »Heiligen Allianz« traf und von ihr daher unterdrückt wurde


Anders lagen die Dinge in Polen, das 1795 aufgehört hatte, als selbständiger Staat zu existie­ren. Rußland, Preußen und Österreich hatten das Land im Rahmen der »Polnischen Tei­lungen« (1772, 1793 und 1795) untereinander aufgeteilt.

Ende November 1830 stürmten polnische Offiziersschüler die Residenz des Großfür­sten Konstantin in Warschau, der im russisch besetzten Teil Polens den Zaren Nikolaus I. ver­trat und sich gerade noch durch eine Geheimtür seines Schlafkabinetts in Sicherheit bringen konnte. Das polnische Parlament, der Sejm, erklärte den Zaren in seiner Eigenschaft als polni­scher König für abgesetzt. Dieser Aufstand traf den Nerv der »Heiligen Allianz«, denn er stellte auch die Herrschaft der Hohenzollern und der Habsburger über die von Preußen und Öster­reich besetzten polnischen Gebiete in Frage.[xxiii] Es gelang dem polnischen Adel jedoch nicht, die große Masse der bäuerlichen Bevölkerung zu mobilisieren, da er an seinen feudalen Vorrech­ten festhielt und nichts von der längst fälligen Agrarreform wissen wollte. Entsprechend dem ge­ringen Entwicklungsstand der Produktion kam das junge polnische Bürgertum als tragende Kraft des Aufstandes von 1830/31 nicht in Frage.

Auch Frankreich ließ wissen, daß es für die Unabhängigkeit Polens keinen Finger rüh­ren werde. Périer wählte folgende Formulierung: "Wir räumen keinem Volk das Recht ein, uns zu zwingen, für seine Sache zu kämpfen; das Blut der Franzosen gehört aus­schließ­lich Frankreich."[xxiv] Im Februar 1832 brach der Aufstand zusammen.

Wie in Italien ein erfolgloser Versuch, die territoriale
Zersplit­terung zu überwinden und die teilweise österreichische Fremd­herrschaft abzuschütteln, vor sich ging




Die Bewegung des »Risorgimento«, die die nationale »Wiedergeburt« Italiens und die Überwindung seiner Zersplitterung in feudale Fürstentümer zum Ziel hatte, war in den Tagen der Französischen Revolution in Form jakobinischer Verschwörergruppen entstanden. Zur Zeit der Herrschaft Napoleons war die Geheimgesellschaft der »Carbonari« entstanden.

Napoleon hatte die politische Landkarte Italiens völlig verändert: (Piemont, Ligurien, Toskana von Frankreich annektiert, Rom besetzt; Königreich Italien [Napoleon selbst seit 1805 König von Italien]: Lombardei, Romagna, Umbrien, Venetien; Königreich Neapel).

Der Wiener Kongreß hatte Österreich seine Vorherrschaft in Italien zurückgegeben. Auch Venetien war jetzt österreichisch. Habsburgische Truppen hatten bereits 1820/21 Revo­lutionen im Königreich beider Sizilien und in Piemont niedergekämpft.

Im Februar 1831 begann eine neuerliche Erhebung, die die Bildung der »Vereinigten italienischen Provinzen« zur Folge hatte, die aus den Herzogtü­mern Modena, Parma und der Romagna bestanden. Damit war ein erster Schritt auf dem Weg zur Einheit Italiens getan, die »Vereinigten Provinzen« übernahmen die französische Verfassung von 1830.[xxv] Die Julimonar­chie unterstützte aber die italienische Revolution nicht. Frankreich leistete weder direkte Waf­fenhilfe gegen die Intervention Österreichs, noch half es mit Geld oder Material. Nicht zuletzt scheiterte die italienische Revolution auch daran, daß es den bürgerlichen Patrioten nicht ge­lang, die Masse der Bevölkerung zu mobilisieren. Die von dieser erwarteten tiefgreifenden so­zialen Reformen bleiben aus.

Wie das deutsche Bürgertum mehr Angst vor der Revolution als Sympathie für sie empfand und sich daher weitere repressive Maßnahmen gefallen lassen mußte


Die Julirevolution fand Widerhall im Deutschen Bund. Hier hatte sich jedoch das Bür­gertum noch nicht zur führenden Kraft entwickelt. Wohl kam es in Sachsen, Braunschweig, Kurhessen und Hannover zu Unruhen, wohl kam es im Mai 1832 zu einer gewaltigen Massen­demonstrati­on für ein geeintes und republikanisches Deutschland (Hambacher Fest mit ca. 30.000 Teil­nehmern), aber: "In Berlin ist sich die Regierung ihrer Bourgeoisie so sicher, daß sie schon bei den ersten Tumulten die Bildung von bürgerlichen Si­cherheitsvereinen anregt. Klug beugt sie der Gefahr vor, deren Ge­wehre könnten doch in die falsche Richtung losgehen. Auf Erlaß des Ministers des Innern und der Polizei vom 4. Oktober 1830 werden »Studenten und Schüler ... ebenso wie die vom täglichen Broterwerb lebende Volksklasse davon ausge­schlossen«."[xxvi] Ludwig Börne kommentierte die Bildung solcher bürgerlicher Sicherheitsverei­ne mit folgen­den Worten: "Dem deutschen Bürgerstande wird Angst gemacht vor dem Pöbel, und er bewaffnet sich, stellt sich in seiner viehischen Dummheit unter das Kommando der Militär­macht und vermehrt dadurch nur die Gewalt der Regierungen."[xxvii]

Im Sommer 1832 beschloß der Bundestag in Frankfurt am Main eine Reihe von re­pressiven Maßnahmen ("Sechs Artikel" und "Zehn Artikel") wie etwa die Verschärfung der Zensur und Bespitzelung, das Verbot aller politischen Vereine, Volksversammlungen und öf­fentlichen Reden, die gegenseitige Auslieferung politisch Verfolgter.[xxviii]

Daß die Kleinstaaterei wieder einmal den Sieg davongetragen hatte, dem Bürgertum aber seine politische Machtlosigkeit 1834 durch die Begründung des deutschen Zollvereins versüßte


Wieder einmal trugen Fürsten, Adelsreaktion und Kleinstaaterei in Deutschland den Sieg davon, der bürgerlichen Opposition wurde aber ihre politische Machtlosigkeit im Jahre 1834 durch die Begründung des Deutschen Zollvereins versüßt, womit ein wesentlicher Schritt auf einen einheitlichen deutschen Wirtschaftsraum zu getan war. Damit fiel eine Schranke, die sich bis dahin der Industriellen Revolution in den Weg gestellt hatte. Die Bou­r­geoisie gewann an ökonomischer Bedeutung, und umso deutlicher trat die Fragwürdigkeit ei­ner Herrschaftsform hervor, die ihr politische Rechte vorenthielt.
Wie 1848 in Frankreich der Traum von der
sozialen Republik Wirklichkeit zu werden schien, letztlich aber in der Diktatur Napoleons III.
endete

Wie das Grossbürgertum abermals mit einer Wahlrechtsreform zufrieden gewesen wäre, das mittlere und Kleinbürgertum sowie die Arbeiterschaft aber die Republik erzwangen und Louis Philippe verjagten




Die Mißernte des Jahres 1845/46, von der eine ganze Reihe europäischer Staaten betroffen war, und die darauf folgende Wirtschaftskrise bildeten den Hintergrund der europäischen Revolution des Jahres 1848, die im Februar von Frankreich ihren Ausgang nahm.

Seit dem Sommer 1847 brachte die französische Bourgeoisie, deren Großteil ja auch unter dem “Bürgerkönig” Louis Philippe keinen Anteil an den politischen Entscheidungen hatte, ihre Opposition durch die Abhaltung von Banketten zum Ausdruck, auf denen Reden gehalten wurden, die zunächst lediglich die Forderung nach einer Wahlrechtsreform zum Inhalt hatten. Bald aber wurde auch der Ruf nach der Republik laut.

Das Verbot eines dieser Bankette im Februar 1848 löste die Revolution aus. Weder Zugeständnisse (Regierungsumbildung, Entlassung Guizots) noch der Einsatz von Militär vermochten die Herrschaft Louis Philippes zu retten. Die Erschießung von Demonstranten steigerte nur die Wut der Bevölkerung. Die Menschen verkrochen sich nicht, sondern bauten Barrikaden. Louis Philippe dankte ab und floh nach England.

Daß Bürger und Arbeiter verschiedene Auffassungen von der Gestaltung der künftigen Republik hatten


Die erste Stunde jeder Revolution gehört den Visionen, den Illusionen, den Helden und dem Pathos. Dann folgt der Kampf um die neue Ordnung. Die großbürgerlichen Liberalen wären mit einer bloßen Wahlrechtsreform unter Beibehaltung der monarchischen Staatsform zufrieden gewesen. Mittleres und Kleinbürgertum sowie die Arbeiter wollten und erzwangen die - zweite - Republik. Aber welche Republik? Bürgerliche oder soziale? Trikolore oder rote Fahne? In der provisorischen Regierung, die sich aus Wortführern der Revolution gebildet hatte, und die die Geschicke Frankreichs lenken sollte bis eine gewählte Regierung an ihre Stelle treten konnte, waren die Bürgerlichen in der überwiegenden Mehrheit. Nur zwei “Sozialisten” gehörten ihr an.

Wie der “Sozialist” Louis Blanc der Verelendung der Arbeiter und der Proletarisierung der Kleinbürger durch “Organisation der Arbeit” begegnen wollte


Einer von ihnen war der Historiker und Journalist Louis Blanc. Der Titel seiner 1839 erschienenen sozialkritischen Schrift Organisation der Arbeit war zum Kampfruf der Arbeiter geworden. Blanc geißelte in der Organisation der Arbeit das soziale Elend, das das Industriezeitalter mit sich brachte:

“In der modernen Gesellschaft beruht die öffentliche Ordnung hauptsächlich auf zwei Arten von Menschen, von denen die eine die Aufgabe hat, zu repräsentieren, und die andere, die Köpfe abzuschlagen. Die Hierarchie der Konservativen beginnt beim König und endet beim Henker.

Als die aufständischen Arbeiter von Lyon riefen: “Entweder man gibt uns etwas zum Leben oder man soll uns umbringen”, geriet man durch diese Forderung in nicht geringe Verlegenheit; weil es jedoch zu schwierig schien, sie am Leben zu erhalten, schlachtete man sie ab.

Auf diese Weise war die Ordnung wiederhergestellt! [...]

Ist der Arme ein Mitglied oder ein Feind der Gesellschaft? Antwortet!

Rings um sich her findet er den Boden in Besitz genommen. Darf er das Land für sich selbst bestellen? Nein, denn das Recht des ersten Besitzers ist zum Eigentumsrecht geworden.

Darf er die Früchte ernten, die Gott an den Straßen der Menschen reifen läßt? Nein, denn wie den Boden haben andere sich die Früchte angeeignet.

Darf er frei jagen oder fischen? Nein, denn das ist ein Recht, das die Regierung verpachtet.

Darf er aus einem Brunnen auf einem Feld Wasser schöpfen? Nein, denn der Eigentümer des Feldes ist kraft Akzessionsrechts Eigentümer der Quelle.

Darf er, um nicht vor Hunger und Drust umzukommen, sich an das Mitleid der andern wenden? Nein, denn es gibt Gesetze gegen Bettelei.

Darf er, wenn er kein Dach über dem Kopf hat und vor Müdigkeit umfällt, auf dem Straßenpflaster übernachten? Nein, denn es gibt Gesetze gegen Landstreicherei.

Darf er dieses mörderische Vaterland verlassen, das ihm alles verweigert, und seinen Lebensunterhalt weit weg von seinem Geburtsort suchen? Nein, denn das ist ihm nur unter gewissen Bedingungen erlaubt, die er nicht erfüllen kann.

Was also soll der Unglückliche tun? Er sagt zu euch: “Ich habe Arme, weiß meinen Kopf zu gebrauchen, bin jung und stark. Nehmt das alles und gebt mir dafür ein Stück Brot.” Das tun und sagen heutzutage die Proletarier. Aber selbst darauf könnt ihr dem Armen entgegnen: “Ich habe keine Arbeit für dich!” Was soll er dann noch tun? Ihr seht deutlich, daß ihm nur zwei Möglichkeiten bleiben: sich oder euch umzubringen.

Was hieraus folgt, ist höchst einfach: Sichert dem Armen die Arbeit! Für die Gerechtigkeit habt ihr damit nicht allzuviel getan, und bis zum Reich der Brüderlichkeit ist es noch weit [...].”

Louis Blanc wollte durch die “Organisation der Arbeit”, also durch die Reglementierung der Wirtschaft (keineswegs aber Enteignung der Kapitalisten), gleichermaßen der Verelendung des Proletariats und der Proletarisierung des Kleinbürgertums durch den unbarmherzigen Konkurrenzkampf begegnen. Er umriß sein Konzept mit folgenden Worten:

“Die Regierung wird als oberste Leitungsbehörde der Produktion eingesetzt und dafür mit großer Macht ausgestattet. [...]

Die Regierung nimmt eine Anleihe auf, die zur Errichtung von Nationalwerkstätten in den wichtigsten Industriezweigen der Nation verwandt wird. [...]

Als einziger Gründer von Nationalwerkstätten verfaßt die Regierung die Statuten. Ihre Abfassung hat nach Beratung und Beschlußfassung in der Nationalversammlung Form und Kraft eines Gesetzes. Alle rechtschaffenen Arbeiter werden aufgerufen, in den Nationalwerkstätten zu arbeiten und sogar das Anfangskapital für den Kauf von Arbeitsmitteln aufbringen zu helfen. [...]

Für das erste Jahr nach der Errichtung der Nationalwerkstätten hat die Regierung die Rangordnung der Tätigkeiten festzusetzen. Danach wird es nicht mehr nötig sein. Denn die Arbeiter haben bis dahin genug Zeit, sich gegenseitig einzuschätzen, und da alle gleichermaßen am Gedeihen der Assoziation interessiert sind, wird man die Stufenfolge durch Wahl festlegen.

Der alljährlich berechnete Reingewinn zerfällt in drei Teile: Einer wird zu gleichen Teilen unter die Mitglieder der Assoziation verteilt. Der zweite dient einmal zur Unterhaltung der Alten, Kranken und Arbeitsunfähigen, sodann zur Linderung von Krisen, die andere Industriezweige betroffen haben [...]. Der dritte Teil schließlich wird zum Ankauf von Arbeitsinstrumenten für diejenigen verwandt, die der Assoziation beitreten möchten, so daß diese unbegrenzt in die Breite wachsen kann. [...]

Die Kapitalisten werden aufgerufen, der Assoziation beizutreten. Sie erhalten für das von ihnen eingebrachte Kapital Zinsen, die vom Budget garantiert werden. Am Gewinn sind sie jedoch nur in ihrer Eigenschaft als Arbeiter beteiligt.

Ist die Nationalwerkstatt einmal nach diesen Grundsätzen errichtet, versteht sich alles weitere von selbst. In jedem Hauptindustriezweig, sei es im Maschinenbau, in der Seiden- und Baumwollindustrie oder im Druckereiwesen, gibt es dann eine Nationalwerkstatt, die der Privatindustrie Konkurrenz macht. Wird der Kampf lange dauern? Keineswegs! Denn die Nationalwerkstatt ist gegenüber jedem Privatbetrieb im Vorteil auf Grund der größeren Wirtschaftlichkeit, die sich aus der gemeinschaftlichen Lebensweise und der Art der Organisation ergibt, in der alle Arbeiter ausnahmslos daran interessiert sind, schnell und gut zu produzieren. Wird dieser Kampf vernichtend sein? Nein. Die Regierung ist stets in der Lage, seine Auswirkungen zu zügeln und zu verhindern, daß die Preise der in den Nationalwerkstätten produzierten Waren zu niedrig festgelegt werden. [...] Statt, wie die heutigen Großkapitalisten, den Markt zu beherrschen und zu tyrannisieren, wird die Regierung ihn regulieren. Sie bedient sich der Waffe der Konkurrenz nicht, um die Privatindustrie gewaltsam zu vernichten [...], sondern, um sie unmerklich zu einem glücklichen Vergleich zu bringen. Bald werden sich nämlich Arbeiter und Kapitalisten in jedem Produktionsbereich, in dem es eine Nationalwerkstatt gibt, wegen der Vorteile der Mitgliedschaft um die Aufnahme in die Assoziation bewerben. [...] Ein Großindustrieller kann heute mit einem gewaltigen Schlage alle Rivalen aus dem Sattel werfen und einen ganzen Industriezweig monopolisieren. In unserem System bemächtigt sich der Staat nach und nach der Industrie, und am Ende steht statt des Monopols die Niederlage der Konkurrenz und damit die Assoziation.”

Wie durch die Einrichtung von “Nationalwerkstätten” das Recht auf Arbeit gesichert werden sollte und an der Trikolore vorübergehend auch ein rotes Bändchen flattern durfte


Als die Arbeiter nun die Anerkennung ihres Rechts auf Arbeit forderten, wurde auf Vorschlag Louis Blancs tatsächlich ein entsprechendes Dekret erlassen. Die praktische Folge war die Einrichtung von “Nationalwerkstätten”, unter denen man sich aber nicht wirklich Werkstätten vorzustellen hat, denn die Arbeitslosen wurden mit Erdarbeiten beschäftigt. Anstatt der ebenfalls geforderten Einrichtung eines “Ministeriums für Arbeit und Fortschritt” gab es aber nur eine Kommission für Arbeitsfragen, die Louis Blanc gemeinsam mit dem anderen “Sozialisten” in der provisorischen Regierung (Albert) leiten durfte. Sollte er ruhig die Umkrempelung der französischen Gesellschaft nach seinen Vorstellungen planen, gefährlich werden konnte er ihr nicht, denn die Kommission für Arbeitsfragen hatte weder finanzielle Mittel zu ihrer Verfügung, noch kamen ihr gesetzgeberische Kompetenzen zu. Indem er die Arbeiterschaft auf die Zeit nach allgemeinen Wahlen vertröstete, erwies Louis Blanc der Bourgeoisie sogar einen großen Dienst. Die Frage: bürgerliche oder soziale Republik? Trikolore oder rote Fahne? entschied sich so zugunsten der Trikolore, wenn zunächst auch noch ein rotes Bändchen an der Fahnenstange flattern durfte, das später entfernt wurde.

Immerhin aber hatte man den Arbeitern die Verkürzung der täglichen Arbeitszeit auf zehn (in der Provinz elf) Stunden zugestehen müssen. Alle Männer, die das 21. Lebensjahr vollendet hatten, durften wählen. Presse- und Versammlungsfreiheit ermöglichten nun die Gründung zahlreicher Zeitungen und Zeitschriften sowie politischer Klubs, darunter vor allem die “Société républicaine centrale”, die “Zentrale Republikanische Gesellschaft” des Sozialistenführers Auguste Blanqui.

Das Wesentliche, das aus der Perspektive der Bauern die Revolution mit sich gebracht hatte, zeigte sich in Form einer neuen Steuer von 45 Centimes, deren Einhebung mit den Kosten begründet wurde, die die Nationalwerkstätten verursachten. Das Wahlverhalten der Bauern bei den Wahlen zur Konstituierenden Versammlung war entsprechend. Außerdem ließ ein knapper Wahltermin (April 1848) der Linken nicht genug Zeit, sich als wahlwerbende Kraft zu organisieren.

Wie sich bei den Wahlen zur Konstituierenden Versammlung die Schwäche der jungen Arbeiterbewegung zeigte, und der Traum von der sozialen Republik im Juni 1848 in einem blutigen Desaster endete


Die Wahlen ergaben einen überwältigenden Sieg der Rechten, das heißt der rechten Republikaner und der Monarchisten (Anhänger der Bourbonen und des Hauses Orléans). Die Anhänger der Familie Bonaparte errangen allerdings nur zwei Mandate. Kleinbürgerliche Demokraten und Sozialisten erlangten nur 80 von insgesamt 880 Sitzen. Mit einer satten konservativen Mehrheit im Rücken konnte die neue Regierung daran gehen, die Errungenschaften der Februarrevolution zu demontieren. Das Petitionsrecht und die politischen Klubs wurden Beschränkungen unterworfen, eine Gesetzesvorlage zur Bildung eines Arbeitsministeriums wurde verworfen.

Im Verlauf einer Massendemonstration kam es zur Besetzung des Palais Bourbon, in dem die Konstituierende Versammlung tagte. Die meisten Abgeordneten verließen den Sitzungssaal, worauf einer der Wortführer der Demonstranten die Versammlung für aufgelöst erklärte. Dann wurde eine revolutionäre Regierung ausgerufen. Nun aber war der Anlaß für den Einsatz von Truppen und bürgerlicher Nationalgarde gegeben. Die wichtigsten Arbeiterführer wurden verhaftet, unter ihnen Auguste Blanqui, der vergeblich vor den Folgen einer unbesonnenen, übereilten Aktion gewarnt hatte.

Nun folgten allerlei Repressionen, das Verbot von Demonstrationen und vor allem die Schließung der Nationalwerkstätten. Der Traum von der sozialen Republik war ausgeträumt. Im Juni 1848 stellten sich einige Zehntausend Pariser Arbeiter einem Truppenaufgebot von 250.000 Mann, das der mit diktatorischen Vollmachten ausgestattete General Cavaignac befehligte, zu einer viertägigen Schlacht, die nur in einem blutigen Desaster enden konnte.

Für Zeitungen und Zeitschriften wurde in der Folge eine Kaution (wieder-)eingeführt, die Arbeitszeitverkürzung wurde rückgängig gemacht, das Streikrecht wurde den Arbeitern wieder genommen.

Wie Louis Napoléon Bonaparte zum Präsidenten der Republik gewählt wurde, eine Diktatur errichtete und sich als Napoleon III. zum Kaiser ausrief


Die Konstituierende Versammlung verkündete im November 1848 eine Verfassung, die einen durch Volksabstimmung zu ermittelnden Präsidenten vorsah, dem weitreichende Vollmachten an die Hand gegeben waren. Aus der Präsidentenwahl, die im Dezember abgehalten wurde, ging nicht General Cavaignac, der sich große Chancen ausgerechnet hatte, als Sieger hervor, sondern der Kandidat der Bonapartisten: Louis Napoléon Bonaparte, der versprochen hatte, die 45-Centimes-Steuer abzuschaffen.

Im Juni 1849 kam es abermals zu blutigen Unruhen. Sie waren im Zusammenhang mit der Entsendung französischer Truppen gegen die im Zuge der 48er Revolution gebildete Römische Republik ausgebrochen. Rom blieb übrigens bis 1870 von französischen Truppen besetzt. Diese wurden dann im deutsch-französischen Krieg (1870/71) dringender gebraucht und zogen ab.

Stimmengewinne der Linken bei den Wahlen zur Gesetzgebenden Versammlung führten zur Annahme eines neuen Wahlgesetzes, das das Stimmrecht von dreijähriger durchgehender Ansässigkeit an einem Ort abhängig machte. Damit konnte man immerhin ungefähr drei Millionen Menschen das Wahlrecht nehmen.

Bonaparte errichtete am 2. Dezember 1851 per Staatsstreich eine Diktatur, deren reaktionären Charakter er durch Abschaffung eben jenes Wahlgesetzes bemänteln wollte. Der Widerstand war tatsächlich schwach. In einigen Pariser Bezirken errichteten die Arbeiter wohl Barrikaden, doch beendete der rücksichtlose Einsatz von Artillerie den Kampf innerhalb von zwei Tagen. Dabei kamen auch etwa 2000 Menschen ums Leben, die sich an den Kämpfen gar nicht beteiligt hatten.

Auf den Tag genau ein Jahr nach seinem Staatsstreich rief sich Bonaparte als Napoleon III. zum Kaiser aus (nach bonapartistischer Auffassung galt nämlich der jung verstorbene Sohn Napoleons I., der “Herzog von Reichstadt”, der nie regiert hatte, als Napoleon II.).
Wie in Deutschland 1848 eine Revolution ziemlich erfolglos blieb, weil die Angst des Bürgertums vor den Arbeitern grösser war als das Bedürfnis, die alte Ordnung zu zerschlagen




Wie sich die Revolution 1844 im Aufstand der schlesischen Weber ankündigte


In Deutschland hatte sich die Revolution 1844 durch den schlesischen Weberaufstand angekündigt, den ersten Aufstand des deutschen Industrieproletariats, der nicht nur Künstler wie Heinrich Heine, Gerhart Hauptmann und Käthe Kollwitz inspirierte, sondern auch ahnen ließ, daß die soziale Frage die Bereitschaft des deutschen Bürgertums, Kompromisse mit den alten Mächten einzugehen, erhöhen würde.

Die allgemeine Wirtschaftskrise hatte zu einer Absatzkrise der schlesischen Textilindustrie geführt. In Schlesien waren die Löhne niedriger und das Elend größer als in Westdeutschland. Hier waren im Juni 1844 die Grenzen des Zumutbaren erreicht. Ein spontaner Aufstand der Weber wurde aber von preußischem Militär unterdrückt.






Die Weber

Im düstern Auge keineThräne
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
“Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Götzen, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöthen;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!






Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch.
Wir weben, wir weben!”

Heinrich Heine






Wie in den einzelnen deutschen Staaten Zugeständnisse erzwungen wurden


Im März 1848 griff die Revolution von Frankreich auf die einzelnen deutschen Staaten über: Massendemonstrationen zwangen die Fürsten zu Zugeständnissen und zur Einsetzung der liberalen “Märzministerien”, also zu Regierungsumbildungen. In Bayern verband sich die Revolution mit einer Art Staatsoperette, in deren Verlauf der bayrische König Ludwig I. beleidigt abdankte (zugunsten seines Sohnes Maximilian), nachdem die Münchner die Geliebte des alternden Monarchen, die zur “Gräfin Landsberg” avancierte Tänzerin Lola Montez, vertrieben hatten, die Ludwig zu einer Reihe von Willkürmaßnahmen bewegt hatte.







Wie sich selbst im Metternichschen Polizeistaat das Bürgertum zu Wort meldete


Selbst im Metternichschen Polizeistaat wagte nun das Bürgertum, sich zu Wort zu melden. “Der Monat März begann in Wien mit Petitionen bürgerlicher Gremien wie des Niederösterreichischen Gewerbevereins und des Juridisch-Politischen Lesevereins, die in bescheidenem Ton Teilnahme des Großbürgertums an Verwaltung und Finanzgebarung des Staates erbaten.”[xxix]







Wie am 13. März eine Demonstrastion in der Herrengasse den Auftakt zur Revolution gab


Die studenti








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