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Titel:

Bertolt Brecht Herr Puntila und sein Knecht Matti


  Note: 2   Klasse: 10









Arbeit: Bertolt Brecht - Herr Puntila und sein Knecht Matti

Entstehungsgeschichte:
Bertold Brecht hat das Stück im finnischen Exil 1940 nach Vorlagen einer finnischen Schriftstellerin geschrieben, auf deren Gut er zu dieser Zeit lebte. Hella Wuolijoki zeigte Brecht ihre Fassungen des Stückes “Die Sägemühlprinzessin”, in der es um eine gespaltene Persönlichkeit geht. Brecht nahm das Stück zum Anlass, mit der Autorin ein Volksstück zu schreiben, um damit an einem Wettbewerb des Dramatikerverbandes teilzunehmen. Er veränderte das Stück. Nahm den zugrundeliegenden Schwank und die psychologisierenden Gespräche heraus, fügte einen Prolog und einen Epilog hinzu und versuchte den Gegensatz „Herr“ und „Knecht“ szenisch zu gestalten und dem Thema seine Poesie und Komik zurückzugeben.Er ließ jedoch auch die Erzählungen der Autorin mit einfließen, so dass die finnische Landschaft, Natur und Geschichte als Hintergrund des Theaterstücks blieb.
Die erste Fasung wurde von Wuolijoki ins Finnische übersetzt und 1946 unter dem Titel “Der Gutsherr Iso-Heikkilä und sein Knecht Kalle” veröffentlicht.
Am 5. Juni 1948 wurde das Stück in Zürich uraufgeführt. Das Berliner Ensemble zeigte Puntila erstmals am 12. November 1949.
Das Theaterstück war bei der kritik umstritten. Trotzdem wurde es zu einem großen Erfolg. Bekannte, wie unbekannte Schauspieler traten hierbei auf.
Brecht versuchte in seiner Berliner Aufführung den Puntila als noch bösartiger darzustellen, in dem der Puntila-Darsteller eine Maske trug, die sein Gesicht entstellte. So wollte er den “Charme” der Trunkenheit entgegenwirken.
Kritiker aus der DDR bemängelten die mangelnde Aktualität des Theaterstücks, da das Thema Großgrundbesitzer in der DDR erledigt wäre.
Trotz aller Kritiken gehörte Puntila zu den erfolgreichsten Theateraufführungen der 60er und 70er Jahre in Ost und West.

Hauptpersonen:
Puntila: Der Gutsbesitzer Puntila ist eine “gespaltene” Persönlichkeit mit Hang zum Alkoholismus. Betrunken ist er ein gütiger. leutseliger Mensch, nüchtern ist er das genaue Gegenteil, geizig und unfreundlich. Puntilas Gespaltenheit zeigt sich in der trunkenen Erkenntnis, dass ein nüchterner Mensch zurechnungsfähig sei und damit zu allem fähig. Puntila ist als Gutsbesitzer ein Mitglied einer Gesellschaftsschicht und unterliegt deren Zwängen. Seine Träume von Freiheit kann er nur betrunken artikulieren.

Matti: Chauffeur und Knecht auf Puntila. Matti muss sich im Leben behaupten und kennt dabei seine Grenzen
Seine Versuche andere vor den Auswirkungen Puntilas „Instabilität“ zu bewahren misslingen meist, da das Herren - Knecht Verhältnis zwischen ihnen in jedem Fall bestehen bleibt. So bleibt ihm nichts anderes übrig als die Situationen meist ironisch zu kommentieren.Matti scheint seinem Herrn geistig überlegen zu sein. Nur als diener, durch seine Klassenzugehörigkeit, kann Matti die Realitäten richtig beurteilen. Im Gegensatz zu Puntila ist er ein Realist, kein Romantiker

Eva: Puntilas Tochter. Sie ist bemüht Puntilas Handlungen zu erklären und zu verharmlosen. Außerdem fühlt sie sich zu Matti auf eine merkwürdige Art hingezogen. Sie soll mit dem Attaché verheiratet werden.

Personen
Der Ober
Der Richter
Der Attaché, geplanter Verlobter von Eva
Der Viehdoktor

Die Schmuggleremma
Das Apothekerfräulein
Die Kuhmagd
Die Telefonistin

Dicker Mann
Ein Arbeiter
Der Rothaarige
Der Kümmerliche
Der rote Surkkala
Laina, die Köchin
Fina, das Stubenmädchen
Der Advokat
Der Propst
Die Pröpstin
Waldarbeiter

Inhalt
Puntila, ein reicher finnischer Gutsbesitzer, hat zwei Gesichter. Einerseits ist er ein netter, charmanter Herr, andererseits ein Fiesling. Wenn er betrunken ist trägt er Hirschkäfer über die Strasse und ist ein Mensch, der sich mit allen Lebewesen (besonders den weiblichen) vereinigen will. Der starke Alkoholkonsum wirkt sich positiv auf das Verhältnis zu seinen Mitmenschen aus. Ist er aber wieder nüchtern, sind seine Launen unausstehlich.
Wenn Puntila betrunken ist, sieht er ein dass er nüchtern ein schlechter Mensch ist und versucht alles gegen die Nüchternheit zu tun. Sobald er aber den nüchternen Zustand erlangt hat, vergisst er den guten Menschen und alles was er in seinem betrunkenen Zustand gemacht hat.
Nach einem zweitägigen Saufgelage sieht Puntila in seinem Chauffeur Matti auf einmal einen „Menschen“ und vertraut sich ihm an. Er sorgt sich, weil er im Zweispalt steht. Die bevorstehende Verlobung seiner Tochter Eva mit einem Attaché soll ihn entweder einen Wald kosten oder er biedert sich der Tante des Attachés an die einen faible für ihn hat. Ausserdem fürchtet er schon seinen nächsten Anfall „totaler, sinnloser Nüchternheit“ in dem er nicht mehr nett sondern rücksichtslos und unfair ist. Um dem entgegen zu wirken, beschließt er weiterzutrinken .Zuhause angelangt rät er seiner Tochter lieber seinen lieben Freund Matti zu heiraten, sie lehnt jedoch ab. Da ihm seine Tochter zu Hause keinen Alkohol mehr geben will, zieht der Gutsbesitzer in die Stadt und verlangt vom Viehdoktor ein Rezept für Alkohol für seine 90 Kühe. Danach geht er durchs Dorf und verlobt sich mit der Schmuggleremma, dem Apothekerfräulein, dem Kuhmädchen und der Telefonistin. Er lädt sie ausserdem alle zur Verlobungsfeier seiner Tochter ein. Am nächsten Tag gehen Matti und Puntila zusammen auf den Gesindemarkt um Arbeiter zu finden. Da Puntila noch nicht nüchtern ist heuert er wahllos Männer an. Der Versuch Mattis dies zu verhindern, und somit die Arbeiter vor der Ernüchterung zu bewahren, wird weder von Puntila noch von den Arbeitern angenommen. bevor sie zum Gut zurückkehren streitet Puntila sich noch mit einem dicken Mann der seinen Gaul misshandelt. Auf dem Hof angelangt wird er wieder „zurechnungsfähig“. Er jagt zuerst die Arbeiter und dann seine „Bräute“, die mittlerweile nach einem weiten Weg angekommen, sind vom Grundstück. Ausserdem ignoriert er die Wünsche seiner Tochter, die den dummen Attaché nicht heiraten will. Auch mit Tricks bringt sie den Attaché nicht davon ab sie heiraten zu wollen. Selbst als Eva mit Matti aus dem Badehaus kommt, macht der Attaché sich vor dass sie die Hochzeit wolle. Erst als Puntila später bei der Verlobungsfeier wieder betrunken ist, wirft er den Attaché vom Gut, erlaubt und unterstützt seine Tocher, den guten Matti zu heiraten. Der testet jedoch erst die Tochter des Gutbesitzer und sie stellen letzendlich fest dass es zwischen ihnen nicht klappen kann. Am Gipfel der Trunkenheit wird er so menschlich und verständnisvoll, dass er von sich selbst sogar behauptet Kommunist zu sein. Als Puntila dann wieder ernüchtert, entläßt er auf drängen des Richters und des Propstes den „Roten“ Surkkala und droht selbst Matti mit der Kündigung. Schließlich beschließt er dem Alkohol für immer abzuschwören, und vernichtet die letzten Flaschen Aquavit in dem er sie trinkt. Er fordert - nun wieder betrunken - Matti auf, in der Bibliothek den Hatelmaberg aus zerschlagenem Mobilar nachzubauen und mit ein wenig Fantasie das schöne Land in dem sie leben zu erkunden. Diesen Berg besteigt er nun mit Matti und besingt dabei die Schönheiten des Tavastlandes. Am nächsten Morgen kündigt Matti und verläßt den Hof, bevor Der Gutsherr aufwacht, da er dessen nächste Ernüchterung nicht abwarten will.

Interpretation:
Das Thema das Brecht in dieser Komödie behandelt ist die Herren - Knecht Beziehung zwischen Puntila und Matti und die Schizophrenie Puntilas die durch den Alkohol ausgelöst wird. Entscheiden ist, daß dem Knecht das Recht einer Verweigerung des Dialoges nicht gegeben ist. Matti kommentiert die Eskapaden Puntilas wohl mit Ironie, darf sich der Kommunikation mit Puntila jedoch nie entziehen.
Das Stück lebt von den Dialogen zwischen Puntila und Matti. Beide genießen diese Gespräche aus unterschiedlichen Motiven. Puntila gefällt sich in seinen Träumen, in denen er den Menschen Gutes will. Indem er sich vormacht, dass der nüchterne Zustand das böse in ihm, einem in der Wirklichkeit wunderbaren Menschen, weckt, erleichtert er sich seine Alkoholsucht. Matti bleibt in seinen Antworten auf Distanz, doch verzichtet er dabei nicht auf doppeldeutige Antworten. Er redet aber seinen Herrn auch nach dem Mund und bestätigt alles, wenn er gefragt wird. Er würde nie wiedersprechen wenn der Gutsherr nüchtern ist.
Matti durchschaut Puntilas Wesen und macht dadurch die Figur des Gutsbesitzers auch für den Zuschauer durchschaubar, er ist nur menschlich, wenn er betrunken ist, da er dann seine interessen und sein Schutzschild vergisst.
Es ist nicht verwunderlich das Puntila sich vorzugsweise in die alkoholisierte Existenz flüchtet, denn dort wohnt anscheinend sein bessere Ich.

Brecht kündigt seinen Puntila als Volksstück an. Bei ihm ist das allerdings nicht das volkstümlich-derbe Theater sondern eine Verknüpfung von “Volkstümlichkeit und Realismus”. Er verwendet Motive aus dem einfachen Volksstück. z.b. die derben charaktere, “anzügliche” Szenen und Situationskomik, will den Zuschauern jedoch auch zeigen dass man Empörung über unmenschliche Zustände auf vielen Arten darstellen kann.









Quelle: keine Angaben




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