Biographie Johann Nepomuk Nestroy - schulnote.de 
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Titel:

Biographie Johann Nepomuk Nestroy


  Note: 2   Klasse: 11









Arbeit: Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862)
Biographie:

Als Sohn eines Advokaten in Wien am 7.12.1801 geboren, studiert Nestroy zunächst Jus. 1822 wird er Opernsänger am Hoftheater in Wien, gibt sein Studium 1823 auf und wird wie Raimund Schauspieler in Wien, Amsterdam, Brünn und Graz. Ab 1831 ist er wieder in Wien; zuerst am Theater an der Wien, dann am Leopoldstädter Theater, dessen Leiter er in den Jahren 1854 bis 1860 ist. Seinen Ruhestand verbringt er in Ischl und Graz, wo er 1862 stirbt.

Nestroy schrieb hauptsächlich Volksstücke und Lokalpossen mit Gesangseinlagen in Dialekt und Hochsprache. Sein Schaffenszeit fällt in die Zeit des Biedermeiers, in der die Medien der strengen Zensur Metternichs unterlagen. Nestroy ist der erfolgreichste Vertreter des Wiener Volkstheaters. In seinen Stücken wird mit scharfer Ironie, boshafter Satire, urwüchsiger Komik und rücksichtslosen Spott auf die Schwächen und Auflösungserscheinungen in der Gesellschaft eingegangen. Er schreibt über 60 Stücke.

Nestroys Witz wendet sich an den Verstand. Die Zuhörer mußten über seine Witze häufig erst nachdenken, um sie richtig zu verstehen. Auch fremde Sprachen, wie Tschechisch, Italienisch, Englisch, Französisch, Latein werden parodistisch verwendet, verhältnismäßig selten dagegen die gröberen Ausdrücke der Wiener Mundart. Beliebt ist auch die Verulkung des wissenschaftlichen Kauderwelsch („O, er hat recht, jener populäre Philosoph, wenn er klar sagt, daß das Ein nur ein Begriffsaggregat mit markierten elektromagnetisch-psychologisch-galvanoplastischen Momenten ist.“). Als Wortschöpfer liebt er besonders lange Zusammensetzungen, wie „vergiß­meinnicht­katzen­azur­blaue Augen“ u.a.
Werke:

Den Stoff zu seinen Stücken nimmt Nestroy von überall her; meist sind es französische Vorbilder, die aber alle ins Wienerische übersetzt erscheinen.

Seine Werke:

1833


Der böse Geist Lumpazivagabundus oder das liederliche Kleeblatt

1838


Zu ebener Erde und erster Stock

1840


Der Talisman

1841


Das Mädl aus der Vorstadt oder Ehrlich währt am längsten

1842


Einen Jux will er sich machen

1844


Der Zerrissene

1847


Die schlimmen Buben in der Schule

1848


Unverhofft

Freiheit in Krähwinkel (politische Satire auf 1848)

1849


Der Unbedeutende
Judith und Holofernes (Parodie)

1852


Kampl
Tannhäuser (Parodie)

1857


Umsonst
Der Talisman
Entstehung:

Die Idee der Geschichte eines Rothaarigen, der eine Rothaarige heiratet, entsprang nicht Nestroy selbst. Zwischen 1840 und 1850 beeinflußte das französische Vaudeville (Singspiel) die Wiener Theater und damit auch Nestroys Talisman. Die Vorlage dieses Stückes könnte „Bonaventure“ („Abenteuerfroh“, „Waghals“) von Dupeuty und de Courcy sein. Nestroy wurde wahrscheinlich durch einen Bericht in der Wiener Allgemeinen Theaterzeitung angeregt.

Uraufführung: 16.12.1840 im Theater an der Wien.
Form, Gattung:

Der Talisman ist eine Posse mit Gesang in drei Akten. Mit diesem Stück erlischt die Singspieltradition in Nestroys Werk. Die Chöre verschwinden, an die Stelle der Arie tritt das Couplet (= Sprechgesang mit Refrain).
Personen:

Nestroy weist den Personen Namen zu, die auf deren Charakter Aussehen Stellung oder Beruf im Stück hinweisen.



Titus Feuerfuchs: Barbiergeselle.

Trägt einen „sprechenden“ Namen wie auch die anderen Personen. Titus erinnert an den umgangssprachlichen Ausdruck für „Kopf“, „Feuerfuchs“ an das Rot seiner Haare. Er ist ausgerissen, weil er wegen seiner roten Haare überall abge­lehnt wird. Er ist ein kluger, intelligenter Mensch, der die Welt durchschaut. Als er die schwarze Perücke und damit die Möglichkeit erhält, von seiner Umwelt anerkannt zu werden, zeigt er sich nicht minder entschlossen. Er schmeichelt den drei Witwen, nimmt ungeniert Geld von ihnen und ist rücksichtslos genug, sich von der einen abzuwen­den, wenn ihm eine andere mehr bietet. Als er sich in Gefahr befindet, entlarvt zu werden, scheut er keinen Augen­blick davor zurück, seine Widersacher auszuschalten. Nestroy hat ihm aber einen anständigen Kern gelassen: Er ver­zichtet auf die Erbschaft und wählt nicht eine der charakterlosen Witwen, sondern die anständige Salome.

Flora Baumscheer: Gärtnerin am Schloß, Witwe.

Constantia: Kammerfrau der Schloßherrin, Witwe.

Frau von Cypressenburg: Schloßherrin, Witwe.

Monsieur Marquis: Friseur und Perückenmacher der Frau von Cypressenburg.

Spund: Bierversilberer. Onkel des Titus. Spund: ist ein Faßverschluß

Bezeichnenderweise ist er reich, aber dumm, während sein Neffe Titus arm, aber intelligent ist. Er bildet sich viel auf seinen Verstand ein und sieht darin die Quelle seines Reichtums, obwohl er nur durch Erbschaften reich geworden ist.

Plutzerkern: Gartenknecht. P. heißt Kürbiskern.

Er ist langsam und einfältig, besonders komisch wirkt seine „geschwollene“ Redeweise.

Salome Pockerl: Gänsehüterin. Hat ebenfalls rote Haare.
Ort und Zeit:

Besitz der Frau von Cypressenburg, nahe einer großen Stadt.
Inhalt:

Erster Akt:

Die Gänsehüterin Salome wird von Burschen und Mädchen, die auf'm Kirtag gehen, wegen ihrer roten Haare verspottet. Ihr wird unterstellt, daß ihre Haare eine Feuergefahr darstellen und so manche Stadt in Brand gesetzt haben. Gekränkt zieht sie mit ihren Gänsen weiter.

Flora und Plutzerkern kommen mit dem Stellwagen aus der Stadt. Nach dem Tod ihres Mannes verwahrlose der Garten des Schlosses und sie habe deshalb die Erlaubnis einen Gärtner aufzunehmen, der ihren Mann, so ihre Hoffnungen, auch in ihrem Leben ersetzen soll. Plutzerkern trifft auf Titus und glaubt, es sei der neue Gärtner. Als er jedoch seine roten Haare sieht, vertreibt er ihn mit den Worten "Fahrst ab, rote Rub'n". Titus trifft Salome und klagt ihr sein Leid. Salome findet ihn schön und kann nicht verstehen, daß ihn sein Vetter, ein reicher Bierversilberer nicht unterstütze. Plötzlich rast eine Kutsche, deren Pferde durchgegangen sind, gegen das Wasser. Titus stoppt die Pferde und rettet dem Marquis das Leben. Als Dank erhält er von dem Geretteten, den er für einen echten französischen Adeligen hält, obwohl er nur Marquis heißt und Friseur ist, eine schwarze Perücke. Im ersten Moment ist Titus von dem Geschenk enttäuscht, er hatte sich doch einige Gulden erwartet. Er sieht jedoch die offene Pforte zum Schloß und erkennt, daß ihm mit seinen neuen schwarzen Haaren die Welt offensteht. Er verabschiedet sich schnell von Salome, die ihm zuvor ihre Zuneigung gestanden hat, und tritt durch die Pforte.

Titus klopft am Gärtnerhaus an und begegnet Flora. Diese ist von seinen schwarzen Haaren begeistert. Durch sein wichtiges Reden glaubt Flora, er hätte die höhere Gärtnerei studiert, und nimmt ihn zur Aufsicht des Gartenpersonals auf. Titus ist begeistert, die Peruckn wirkt. Flora offeriert Titus den Hochzeitsanzug ihres Seligen, um ihn der Frau von Cypressenburg vorzustellen. Das Gartenpersonal wird herbeigerufen, Titus kommt Plutzerkern bekannt vor. Die Kammerfrau Constantia kommt ins Gärtnerhaus. Flora sagt ihr, daß sie der gnädigen Frau den neuen Gärtner vorstellen wolle. Constantia ist im ersten Moment dagegen, wird jedoch durch Titus´ einschmeichelnde Art und schwarzen Haare umgestimmt. Flora und Constantia stecken Titus gegenseitig Geld zu, damit dieser dem Gartenpersonal etwas zustecken kann. Titus wendet sich von Flora ab und geht mit Constantia aufs Schloß hinauf, um der gnädigen Frau vorgestellt zu werden.

Zweiter Akt:

Flora deckt den Tisch, im Glauben, daß Titus bei ihr speise. Dieser winkt Flora jedoch aus dem Schloß zu, wo er mit der Kammerfrau speist. Constantia sieht in ihm einen Jäger, ihr verstorbener Mann war Jäger, und kleidet Titus mit dessen Garderobe ein. Salome betritt das Zimmer, Titus erkennt sie und wirft sich nachlässig in einen Stuhl. Salome sucht jemanden mit roten Haaren, erkennt Titus und fällt in Ohnmacht. Sie verrät Titus nicht und eilt, die Tränen unterdrückend aus dem Zimmer.

Der Marquis, langjähriger Liebhaber Constantias, kommt herein. Titus wird dem Marquis als neuer Jäger vorgestellt, worauf sich der Marquis als Friseur der gnädigen Frau entpuppt. Der Marquis fordert Titus auf, seine Braut in Ruhe zu lassen, im Gegenzug werde er sein Geheimnis bewahren. Titus bricht das Abkommen, und der Marquis nimmt dem schlafenden Titus die Perücke weg.

Titus erwacht und bemerkt den Raub, schnell stürzt er ins Nebenzimmer. Die Frau von Cypressenburg und ihre Tochter Emma kommen heim. Sie ist erzürnt darüber, daß Constantia eigenmächtig Domestiken aufnimmt.

Titus kommt aus dem Nebenzimmer. Emma, die zuvor mit Constantia gesprochen hat, ist von Titus´ blonden Haare überrascht. Titus, darauf angesprochen, ebenfalls, er muß in der Eile die falsche Perücke erwischt haben. Frau von Cypressenburg ist angetan und nennt Titus einen Blonden. Von Constantia weiß Titus, daß die gnädige Frau eine Schriftstellerin ist. Er gibt sich literarisch, wobei er mit großen Worten die Gunst der Frau von Cypressenburg erringt.

Die blonden Haare und seine Wortgewandtheit bewegen die Frau von Cypressenburg, Titus zu ihrem Sekretär zu ernennen. Sein Vorgänger wurde wegen seiner roten Haare entlassen. Angesichts einer stattfindenden Gesellschaft überläßt auch Frau von Cypressenburg Titus die Garderobe ihres verstorbenen Mannes.

Während sich Titus umzieht, beginnen Constantia und die Frau von Cypressenburg über die Farbe der Haare zu streiten. Titus kommt im schwarzen Frack zurück. Mit Constantia konfrontiert, stellt er diese als Lügnerin dar. Titus erkennt, daß sein Aufstieg vom Fall der anderen abhängt, und überredet die Frau von Cypressenburg, Constantia, den Marquis und Flora zu entlassen. Er weigert sich jedoch, die Entlassungen selbst zu schreiben. Emma soll die Domestiken entlassen. Titus schmeichelt der gnädigen Frau, daß eine so junge Frau nicht solch eine große Tochter haben könne.

Beim Tee stellt Frau von Cypressenburg der Gesellschaft Titus vor. Flora und Constantia kommen weinend hinzu, erschüttert über ihre Entlassung. Der Marquis enttarnt vor allen Titus. Titus springt auf und wirft die blonde Perücke zu Boden. Alle finden seine roten Haare abscheulich.

Dritter Akt:

Titus hofft, den Frack behalten zu dürfen, wird jedoch von einem Domestiken eines besseren belehrt. Unter Aufsicht von Plutzerkern zieht er sich in der Gärtnerwohnung um. Spund, Titus Vetter, erzählt Salome, daß er auf Geheiß seines Braumeisters Titus suche. Spund hat sein beträchtliches Vermögen ererbt. Damit Titus seiner Familie keine Schande macht, will ihm sein Vetter eine Offizin, einen Barbierladen, kaufen. Salome erzählt Spund, daß Titus als Domestik im Schloß arbeitet, beide eilen auf das Schloß. Ohne Wegzehrung schickt Flora Titus fort. Im Fortgehen wird Titus von einem Diener gebeten, aufs Schloß zu kommen. Titus findet in seiner Tasche die graue Perücke des Gärtners und setzt diese zur Abschiedsvisite auf.

Flora bemerkt den Diebstahl und fordert Plutzerkern auf, Titus zu verfolgen und ihm die wertlose Perücke zu entreißen. Nachdem Plutzerkern fort ist, erfährt Flora, daß Titus einen reichen Onkel hat, der ihn am Schloß erwartet. Flora schmeichelt sich bei Titus ein. Salome kommt hinzu, alle drei sinnieren über die Flüchtigkeit des Glückes. Constantia ist vom Marquis verlassen worden. Constantia und die Frau von Cypressenburg verbünden sich, damit Spund Titus als seinen Erben deklariert.

Titus wird freundlich empfangen. Spund wundert sich über seine grauen Haare. Titus macht ihm weis, über Nacht ergraut zu sein. Spund ist zu Tränen gerührt und umarmt Titus. Spund gibt Titus seinen Siegelring mit dem Versprechen, ihm ein Offizin zu kaufen.

Spund will Titus als seinen Universalerben einsetzen. Titus hat Skrupel, sich als Universalerbe einzuschleichen. Flora tritt ein und verkündet, Mussi Titus zu heiraten. Alle sind überrascht, selbst Titus. Salome eilt herein mit dem Auftrag vom Plutzerkern, die graue Perücke zurückzuverlangen. Spund ist über den Betrug erzürnt, als Titus die Perücke abnimmt.

Frau von Cypressenburg unterstellt Spund, die plumpe Täuschung als Mann von Geist und Verstand sofort durchschaut zu haben. Dieser stimmt ihr zu. Constantia stimmt Spund gnädig, Titus als Universalerben einzusetzen. Titus verzichtet auf die Erbschaft und wünscht seinem Vetter ein langes Leben. Ohne seine Erbschaft könne er, auf Flora und Constantia blickend, sie nicht heiraten. Er heiratet Salome, beide fallen sich in die Arme.

(Weis)
Aussage:

Das Stück schildert die Voreingenommenheit der Menschen gegenüber Personen mit roten Haaren. Aus dem Altertum kommt der Aberglaube von der moralischen Minderwertigkeit der Rothaarigen. Aus heutiger Sicht bezieht sich das Stück auf Personen oder eine Gruppe von Personen, die nicht der Norm entsprechen und deshalb von der Gesellschaft als minderwertig abgetan werden.
Der böse Geist Lumpazivagabundus oder das liederliche Kleeblatt. Zauberposse in drei Akten
Inhalt:

Das Stück beginnt im Wolkenpalast des Feenkönigs Stellaris. Einige alte Zauberer erscheinen vor dem König, um sich über den bösen Geist Lumpazivagabundus zu beklagen, der ihre Söhne zur Schlampigkeit und Trunksucht verleitet. Die Glücksfee Fortuna glaubt, allein durch Reichtum jeden Menschen wieder auf den rechten Weg bringen zu können. Lumpazivagabundus jedoch behauptet, daß die Liebesfee Amorosa mächtiger als die Glücksfee ist. Hilaris, ein junger Zauberer, liebt Fortunas Tochter Brillantine. Fortuna macht ihre Einwilligung zur Hochzeit von einem Versuch abhängig, bei dem sie ihre Macht erproben kann. Sie will ihr Füllhorn über drei lockere Gesellen ausschütten, die bisher in größter Armut gelebt haben. Wenn wenigstens zwei von ihnen dadurch zu Vernunft kommen und ein neues Leben beginnen, so ist Fortunas Macht bewiesen, wenn die Gesellen aber den Reichtum verschleudern und ihr Glück mit den Füßen treten, dann sollen Hilaris und Brillantine ein Paar werden.

In einer Herberge auf der Erde trifft nun der derbe, trunksüchtige Schuster Knieriem, der brave Tischler Leim und der prachtliebende Schneider Zwirn zusammen. Alle drei träumen die gleiche Zahl, und sie legen ihr ganzes Geld zusammen, um sich das Lotterielos mit der geträumten Zahl zu kaufen. Sie machen den Haupttreffer und gewinnen 100 000 Taler, die sie sich teilen. Daraufhin trennen sie sich, wollen sich aber nach einem Jahr wieder in Wien treffen. In der Zwischenzeit führt Zwirn in einer eleganten Villa ein elegantes Leben, wobei Knieriem alles vertrinkt. Leim heiratet die Tochter seines Wiener Meisters, wobei er zuvor einen Aufstand machte, weil er glaubte, daß seine Zukünftige einen anderen heiraten wird. Als die beiden andren ohne Geld am Jahrestag zu ihm kommen, bietet er ihnen Geld, um eine neue Existenz anfangen zu können. Zwirn und Knieriem wollen aber nicht auf ihr freies Vagabundenleben verzichten, wodurch Fortuna ihre Wette verloren hat. Hilaris und Brillantine werden ein Paar. Amorosa bringt durch ihre Macht der Liebe sogar die beiden anderen auf den richtigen Weg und verbannt damit Lumpazivagabundus für immer aus dem Feenreich.
Aussage:

Nestroys erste Stücke stehen noch im Bann der heimischen Zauberposse, wenn auch das Zauberhafte nur noch als komisches Beiwerk einer drastisch-realistischen Handlung erscheint. Die drei Handwerker besitzen Charaktere, wie sie im wirklichen Leben vorkommen, sie sind nicht mehr Typen wie der Hanswurst usw. Zwirn ist ein Frauenfreund, der sein ganzes Geld als Gönner für anspruchsvolle Damen verschleudert. Knieriem hat eine pessimistische Weltanschauung (wie im Vormärz), da er fest daran glaubt, daß ein Komet einschlagen wird. Leim ist der bürgerlichste der drei Gesellen.

(Stamminger)
Einen Jux will er sich machen

Posse mit Gesang in vier Akten.
Inhalt:

Der Handlungsdiener Weinberl soll während der Abwesenheit seines Herrn, des Gewürzkrämers Zangler, dessen Laden bewachen. Er begibt sich jedoch mit dem Lehrbuben Christopherl in die nahe Großstadt. Als sie dort Zangler begegnen, flüchten sie in den Modesalon der Madame Knorr. Weinberl gibt sich als Gatte der Witwe Fischer aus, die bald darauf den Salon betritt. Sie ist über die Keckheit Weinberls erstaunt, tut aber dann in dem Spiel mit, das heißt, sie spielt die Rolle seiner Gattin. Weinberl und Christopherl erwachsen jedoch aus dieser angenommenen Rolle die größten Schwierigkeiten, sie geraten in peinliche Situationen, da auch Marie, Zanglers Nichte, mit ihrem Bräutigam, der dem Oheim nicht erwünscht ist, in die Stadt geflohen ist, und Weinberl nun mit diesem Bräutigam verwechselt wird, Als Weinberl nach mancherlei Abenteuern wieder zurückkehrt, verhindert er einen Einbruch in Zanglers Laden, wodurch er sich dessen Gunst zurückgewinnt. Am Ende erobert er Frau von Fischer, und auch Marie und deren Bräutigam August Sonders werden ein Paar.





Sozialkritische Gesellschaftsstücke im Zeichen des sozialen Umschwungs sind "Zu ebener Erde und erster Stock" (1835), "Der alte Mann mit der jungen Frau" (1847) und "Kampl" (1852), wobei hinter der Wiener Gemütlichkeit die Grausamkeit der Zeit nicht mehr verschwiegen wird, auch wenn es am Schluß zu einem Happy-End kommt.
Zu ebener Erde und erster Stock oder Die Launen des Glücks

Lokales Singspiel in drei Akten.
Inhalt:

Der Dichter läßt die Handlung gleichzeitig im ersten Stock und im Erdgeschoß spielen. Während in der Wohnung des Tandlers Schlucker Armut herrscht, geht es bei Goldfuchs im ersten Stock hoch her. Bei Schlucker gibt es nur Brot zu Mittag, bei Goldfuchs aber einen üppigen Mittagstisch. In dem ärmlichen Zimmer der Familie Schlucker wohnt auch der Schwager Damian. Nestroy zeigt nun, wie sich das Geschick der Armen und der Reichen wenden kann. Der Spekulant und Millionär Goldfuchs erleidet geschäftliche Verluste, und sein Reichtum wird durch Fehlspekulationen aufgebraucht. Die Familie Schlucker hingegen kommt zu Geld durch einen Lotteriegewinn, durch Erbschaft und durch vornehme Gönnerschaft. Am Ende des Stückes wird Emilie Goldfuchs die Frau von Schluckers Pflegesohn Adolf, von dem wir erfahren, daß er der langgesuchte Neffe des Hausherrn Zins ist.








Quelle:




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