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Titel:

Charakteristik Jean Baptiste Grenouilles


  Note: 1   Klasse: 10









Arbeit: Charakteristik Jean - Baptiste Grenouille’s

Gliederung

1. Patrick Süskind und eine völlig neue Weltanschauung
2. Äußerliche Merkmale des Protagonisten
3. Seine Wirkung auf die Umwelt
4. persönlicher Werdegang Grenouille’s
4.1. seine Entwicklung
4.2. seine Charaktereigenschaften
5. Wirkung auf den Leser


Patrick Süskind gelingt es in seinem Roman ‚Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders’ den Leser in eine völlig neue Welt zu entführen. Sind wir Menschen es doch gewohnt unsere Umwelt vorallem mit unseren Augen und Ohren wahrzunehmen, so zeigt uns der Autor, wie die Welt aussehn könnte, würden wir uns anstatt des Sehens und Hörens des Riechens bedienen. Mit seinem Protagonisten Grenouille verdeutlicht er, welche Rolle die Nase in unserem Leben spielen könnte...
Um deutlich zu machen, dass seine Hauptfigur hauptsächlich durch dessen Geruchssinn besticht, lässt Patrick Süskind ihn völlig unscheinbar auftreten. Jean - Baptiste Grenouille wurde am 17. Juli 1738 unter einem Schlachttisch (s.S. 8) zur Welt gebracht. Seine Augen sind von unbestimmter Farbe, zwischen austerngrau und opal-weiß-cremig, und es scheint, als seien sie von einer Art Schleier überzogen (s.S. 22). Wie später noch klarer wird, benötige er seine Augen nicht, da er alles mit seiner Nase erfassen kann. Er hat durch seine harte Arbeit klobige Hände bekommen, außerdem trägt er eine knollige Altmännernase im Gesicht (s.S. 105). Auf Grund mehrerer Krankheiten, wie den Masern, der Ruhr oder der Cholera trägt er Narben, Schrunde und Grind davon, von denen vorallem sein Gesicht betroffen ist; sein Fuß ist wegen eines Sturzes leicht verkrüppelt (s.S. 27 untere Hälfte bzw. S.42 untere Hälfte). Alles in allem ist er zwar nicht besonders groß, stark, oder gutaussehend, allerdings auch nicht so häßlich, dass die Leute vor ihm erschreckten (s.S. 31 oben).
Auf Grund des Phänomens, dass er keinen Eigengeruch hat, wirkt er auf seine Umwelt oft ekelerregent und angsteinflößend. Im Alter von vielleicht einem Jahr hat er bereits drei Mal die Amme gewechselt, weil er zu gierig ist (s.S. 9), eine seiner prägenden Charaktereigenschaften, auf die später noch genauer eingegangen wird. Seine vierte Amme behauptete von ihm gar, er sei vom Teufel besessen. Auch die Kinder, mit denen er bei seiner 5. Amme aufwuchs, hatten Angst, ekelten und fürchteten sich vor ihm und versuchten ihn mehrmals umzubringen (s.S. 30). Letztendlich glaubt auch jene Amme, dass er das zweite Gesicht besitze und will ihn so schnell wie möglich los werden (s.S. 37 oben). Der Parfumeur Baldini, der letzte Mensch, mit dem Grenouille im ersten Teil zu tun hat, beschreibt ihn als gräßlich verkehrt und gräßlich selbstbewusst (s.S. 106 Mitte), er habe eine Art frommen Ekel vor ihm (s.S. 140 unten) und habe in all den Jahren, in denen Grenouille für ihn gearbeitet hat, nie Symphatie für ihm empfunden, sondern ein Gefühl ständigen Unwohlseins (s.S. 141). Zusammenfassend ist zu sagen, dass es nie einen Menschen gab, der sich in Grenouille’s Nähe wohlgefühlt hätte.
Möglicherweise hängt das mit seinem Werdegang zusammen. Schon von Geburt an hat er nie nach Liebe oder Mitleid verlangt, im Gegenteil, er hat sich gegen die Liebe entschieden, und indem er sich alle Gefühle völlig entbehrlich gemacht hat, hat er eine für sich einzig wahre Überlebensbasis geschaffen (s.S. 28 oben). Er besitzt einen großen Lebenswillen. Erst mit drei Jahren begann er zu stehen, mit vier sprach er sein erstes Wort, mit sechs kannte er jeden Geruch seiner Umgebung und bis er acht wahr, blieb er bei seiner 5. Amme Gaillard. In dieser Zeit machte er keine merkliche Entwicklung durch, doch innerlich stellte er sich immer mehr auf eine Welt ohne Gefühle und nur mit Düften ein. Er sammelte jeden Duft den er kriegen konnte gierig in sich auf. Seine Gier kannte hierbei keine Grenzen, gegenteilig wuchs sie immer mehr an. Die 7 Jahre, die er bei Grimal verbrachte, formten ihn sehr ausschlaggebend. Er wurde immer zäher, nach außen hin immer verschlossener und doch blieb er immer anpassungsfähig.
Seinen größten Entwicklungspunkt erlebte er mit 15, am 1. September 1753, als er das erste Mal mordete. An diesem Tag erkannte er seine wahre Aufgabe. Er erkannte sein Schicksal und beschloss der größte Parfumeur aller Zeiten zu werden (s.S. 58 oben).
Es gab ein paar Charaktereigenschaften, die Grenouille zu dem gemacht haben, was er war. Man könnte es Selbstüberhebung, Menschenverachtung, Immoralität oder Gottloskeit nennen (s.S. 5), man muss auf jeden Fall seine maßlose Gier erwähnen, die es im schließlich ermöglichte, dahin zu kommen, wo er hinwollte. Ohne seine zähe Konstitution und Genügsamkeit (s.S 27), ohne sein nichtvorhandenes Maß an Freundlichkeit, aber umso ausgeprägterem Trotz und Boßhaftigkeit (s.S. 28 unten) schaffte er es, alles zu erreichen, was er sich in den Kopf gesetzt hatte. Er war weder aggressiv, noch link oder hinterhältig, er provozierte nie (s.S. 31 oben). Ihm war wohl nie bewusst, dass sein alleiniges Auftreten Provokation genug war. Sein ganzes Leben spezialisierte sich auf Gerüche, auf die Wege sie zu erreichen und dabei nahm er keinerlei Rücksicht auf Verluste. Grenouille besaß eine ausgeprägte Menschenkenntnis. Das wird vorallem während seiner Zeit bei Grimal deutlich. Er verkapselte die ganze Energie seines Trotzes und seiner Widerborstigkeit in sich sebst, lebte wie immer zäh, genügsam und unauffällig, war ein Muster an Fügsamkeit, Anspruchslosigkeit und Arbeitswillen (s.S. 41). Das lässt ihn nach außen hin unauffällig erscheinen, ahnt doch keiner, was in seinem Inneren vorgeht.
Wie bereits erwähnt kannte Grenouille für sich keine Gefühle. Doch als er das erste Mal den Duft des Mädchens roch, dass er später umbringen würde, packte ihn eine Erregung, wie er sie noch nie kannte. Das erste Mal spürte er, wie sehr sein Herz litt und dass er diesen Duft brauchen würde, um seine innere Ordnung herzustellen (s.S. 50). Er fühlte sich hilflos (s.S. 52 oben) und wusste, dass sein Leben ohne den Besitz des Duftes keinen Sinn mehr machen würde (s.S. 55). Wahrscheinlich fühlte er auch das einzige Mal in seinem Leben Angst. Doch wie schrecklich die Gefühle für ihn zu diesem Zeitpunkt auch waren, als er bekommen hatte, was er wollte, was eigentlich immer der Fall war, überfiel ihn ein derartiges Glücksgefühl, dass er nicht einmal einschlafen konnte. Der Duft des Mädchens macht ihm klar, welche Richtung er einschlagen musste und was für ein Genie er ist (s.S. 57).
Später bei Baldini macht sich ein ungeahntes Selbstbewusstsein bemerkbar. Er zweifelt keine Minute daran, dass er von Baldini das bekommt, was er verlangt (s.S. 99 Mitte). Trotzdem weiß er, welche Chance ihm die Zustimmung Baldinis bringt (s.S. 101 unten). Die ganze Zeit, die er bei Baldini verbringt, lässt er diesen in dem Glauben, dass er auf seine Hilfe angewiesen sei, doch im Grunde ist er davon überzeugt, dass ihm kein Mensch der Welt etwas über Gerüche lehren kann (s.S. 119 und S. 121). Alles, was er tut, tut er aus Eigennutz.
Deswegen ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Leser Jean - Baptiste Grenouille erst einmal für völlig verrückt hält. Doch wenn er sich mit dem Charakter weiter auseinandersetzt, wird er merken, dass Grenouille einfach in einer Welt lebt, die keiner von uns verstehen oder nachvollziehen kann. Würde man sich auf die Gedankenreise einlassen, und die Welt mit seinen Augen sehen, oder besser gesagt, mit seiner Nase riechen, würden wir vielleicht merken, dass seine Weltanschauung ga nicht so abwegig ist, dass Grenouille eigentlich nur ein Opfer der Umstände war und er ga nicht das Scheusal ist, für das wir ihn halten. Er ist anders als wir und deswegen sagen wir, er ist schlecht. Doch wenn wir seine Fähigkeit hätten und keinen Eigengeruch besäßen, wer weiß, was wir tun würden.








Quelle: keine Angaben




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