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Titel:

DDR


  Note: 1   Klasse: 10









Arbeit: Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurde 1949 in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und dem Ostsektor Berlins gegründet. Sie bezeichnete sich selbst als sozialistischen Staat und bestand vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990. In der Bundesrepublik Deutschland (BRD) wurde, auch mit Rücksicht auf den von dieser erhobenen Alleinvertretungsanspruch, die DDR anfangs und bis in die sechziger Jahre als Sowjetzone, Ostzone, Zone, Sowjetisch Besetzte Zone (SBZ) und als "die sogenannte DDR" bezeichnet. In den westdeutschen Printmedien wurde die Abkürzung DDR oft in Anführungszeichen gesetzt.


Die DDR wurde auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone und dem sowjetischen Sektor Berlins am 7. Oktober 1949 fünf Monate nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland errichtet. Politisch wurde sie von Anfang an durch die SED dominiert und war Teil des unter der Hegemonie der Sowjetunion stehenden Ostblocks. Von 1949 bis 1971 war Walter Ulbricht als Erster Sekretär des Zentralkomitees (ZK) der SED der faktische Machthaber, von 1971 bis 1989 Erich Honecker (ab 1976 mit dem Titel Generalsekretär) und vom 18.Oktober bis zum Rücktritt des gesamten Politbüros der SED am 3.Dezember 1989 Egon Krenz.
Zunächst betrieb die Sowjetunion die Angleichung der DDR an das zentralkommunistische System weniger stark, um die Chance auf eine politisch neutrale und vielleicht auch sowjetisch dominierte deutsche Einheit nicht zu verspielen. Dies änderte sich jedoch schlagartig mit der Ablehnung der Stalinnote 1952 durch die Bundesregierung unter Konrad Adenauer und durch die Westalliierten. Die Kollektivierung der Landwirtschaft und die Verstaatlichung der Betriebe wurden massiv vorangetrieben. Die Länder der DDR wurden 1952 aufgelöst und durch Bezirke ersetzt. Am 17. Juni 1953 kam es in Ost-Berlin zu Demonstrationen gegen erhöhte Arbeitsnormen, die sich in weiten Teilen des Landes zu teilweise sehr umfangreichen Aufständen auch gegen die Parteidiktatur der SED ausweiteten. Dieser wurde militärisch von den in der DDR stationierten sowjetischen Truppen niedergeschlagen; dabei kam es auch zu Todesfällen.
Da die Wirtschaft der DDR sich auch aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen (die DDR leistete umfangreiche Reparationszahlungen an die Sowjetunion und verzichtete auf Grund des Drucks aus Moskau auf die finanziellen Leistungen aus dem Marshallplan zum Wiederaufbau Europas), aber auch aufgrund der Kollektivierung langsamer entwickelte als die der Bundesrepublik Deutschland und wesentliche Freiheiten nicht gewährt wurden, siedelten von 1945 bis 1961 etwa zwei Millionen Menschen aus freiem Willen, durch Abwerbung (meist durch attraktive Arbeitsplatzangebote) oder auf der Flucht vor Repressionen von der DDR in die Bundesrepublik Deutschland über. Dies wurde für die DDR wirtschaftlich bedrohlich, da überdurchschnittlich viele junge und gut ausgebildete Menschen den Staat verließen. „Republikflucht“ wurde daher in der DDR zur Straftat erklärt, die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland durch Sperranlagen, lebensbedrohende Minensperren, Selbstschussanlagen und gezielt schießende Grenzsoldaten „gesichert“. Bei dem Versuch, dieses Sperrsystem, von der DDR als "antifaschistischer Schutzwall" bezeichnet, zu überwinden, wurden mehrere hundert Menschen an der Innerdeutschen Grenze getötet. Die durch die DDR an der innerdeutschen Grenze verübten und andere Menschenrechtsverletzungen wurden in der Bundesrepublik Deutschland von der eigens eingerichteten Zentralen Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen in Salzgitter dokumentiert. Die noch offene Grenze in Berlin wurde ab dem 13. August 1961 durch die Berliner Mauer verschlossen, die damit zum Symbol der Teilung Deutschlands und Europas wurde.

Im Zuge der Ostpolitik der bundesdeutschen Regierungen seit 1966, die hauptsächlich von Willy Brandt (Außenminister 1966–69 und Bundeskanzler 1969–74) formuliert wurde, kam es zur Annäherung zwischen DDR und BRD. Diese gab ihren Alleinvertretungsanspruch auf; die DDR erkannte an, dass die Deutschen ein Volk sind, das lediglich in zwei Staaten lebte. Daraufhin wurden 1973 beide deutschen Staaten Mitglieder der UNO.

Im Sommer und Herbst 1989 flohen immer mehr Bürger der DDR über Ungarn, das am 2. Mai 1989 seine Grenze zu Österreich geöffnet hatte und ab dem 11. September 1989 auch DDR-Bürgern offiziell die Ausreise nach Österreich erlaubte, sowie über die Botschaften der Bundesrepublik Deutschland in ostmitteleuropäischen Staaten, vor allem in Prag. Da die DDR-Führung die Umgestaltungspolitik des sowjetischen Generalsekretärs Michail Gorbatschow nicht nachvollziehen wollte, destabilisierte sich die DDR zunehmend von innen heraus.

Die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage und die auf der sowjetischen Perestroika-Politik beruhenden, von Honecker aber enttäuschten Hoffnungen auf freiheitliche Veränderungen führten im Rahmen der Friedensgebete besonders der Evangelischen Kirche 1989 zu regelmäßigen Protestdemonstrationen. Diese weiteten sich vor allem in Leipzig sehr schnell zu Großdemonstrationen aus, die friedlich blieben (anders als die Protestdemonstrationen wegen der erzwungenen Durchreise der Botschaftsflüchtlinge aus Prag und Warschau, die am Hauptbahnhof Dresden zu heftigen Ausschreitungen führten).

Am 18. Oktober 1989 musste Honecker unter dem Druck der öffentlichen Proteste zurücktreten, wie wenige Tage später die vollständige DDR-Regierung. Am 9. November wurde die Berliner Mauer geöffnet. Am 17. November wählte die Volkskammer Hans Modrow, bisheriger 1. Sekretär der Bezirksleitung der SED Dresden, zum neuen Vorsitzenden des Ministerrates. In dessen Regierungszeit wurden die Runden Tische zur zweiten demokratischen Diskussionsebene. Die Montagsdemonstrationen der DDR-Bevölkerung und die Maueröffnung führten schließlich zum Zusammenbruch des SED-Regimes. Die unbewaffneten Montagsdemonstranten blieben friedlich, und die bewaffneten Organe der DDR, die vor allem 1989 noch mit Prügeleien und Verhaftungen auf die Demonstrationen reagiert hatten, verzichteten, wohl auch angesichts der zunehmenden Masse der Demonstranten, weitgehend auf die gewaltsame Auflösung der Versammlungen. Der bewusste Verzicht auf Gewalt wurde am deutlichsten bei der großen Leipziger Demonstration, in deren Vorfeld es dazu öffentliche Absprachen zwischen SED-Bezirksleitung und prominenten DDR-Bürgern (u. a. Kurt Masur) gab. Bei den ersten freien Wahlen zur Volkskammer am 18. März 1990 wurde die Allianz für Deutschland (ein Wahlbündnis aus CDU-Ost, DSU und DA) mit 48,15 Prozent der abgegebenen Stimmen Wahlsieger. Auf Basis des Einigungsvertrags trat die Deutsche Demokratische Republik am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes bei.


Parteien

Herrschende Partei der DDR war die SED. Ihr Führungsanspruch war seit 1968 in der Verfassung festgeschrieben und manifestierte sich auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens in der DDR.

Neben der SED gab es vier weitere Parteien, die mit der SED und einigen Massenorganisationen im so genannten demokratischen Block (Nationale Front) zusammenarbeiteten, die so genannten Blockparteien:

* Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU)
* Liberaldemokratische Partei Deutschlands (LDPD)
* Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD)
* Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD)

Sie waren zwar formal an den meisten Gremien und Organen der DDR beteiligt, hatten aber de facto keinen wirklichen Anteil an der Macht. Ferner wurde die Mitgliederanzahl der Blockparteien limitiert.

In der Zeit der Wende gründeten sich 1989 zahlreiche neue Parteien und Bürgerbewegungen. Dies waren unter anderem:

* Neues Forum
* Demokratie jetzt
* Initiative für Frieden und Menschenrechte
* Sozialdemokratische Partei der DDR (SDP)
* Vereinigte Linke
* Demokratischer Aufbruch (DA)
* Deutsche Soziale Union (DSU)
* Grüne Partei
* Unabhängiger Frauenverband

Zur einzigen freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 traten neben den alten DDR-Parteien, die meist inzwischen komplett andere Ziele vertraten, auch viele der neu gegründeten Parteien und Bürgerbewegungen an, teilweise in dazu gegründeten Wahlbündnissen.

Die SED änderte noch 1989 ihren Namen in SED/PDS (Partei des demokratischen Sozialismus) und benannte sich Anfang 1990 in PDS um.


Flagge und Wappen

Drei waagerechte Streifen in den traditionellen deutsch-demokratischen Farben Schwarz-Rot-Gold mit dem Staatswappen der DDR in der Mitte, bestehend aus Hammer und Zirkel, umgeben von einem Ährenkranz als Symbol des Bündnisses von Arbeitern, Bauern und Intelligenz.

Erste Entwürfe des Wappens von Fritz Behrendt beinhalteten noch lediglich Hammer und Ährenkranz, als Ausdruck des „Arbeiter- und Bauernstaates“. Die endgültige Version beruhte dann hauptsächlich auf der Arbeit von Heinz Behling.

Mit Gesetz vom 26. September 1955 wurde das Staatswappen mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz bestimmt, als Staatsflagge aber weiter „nur“ Schwarz-Rot-Gold. Mit Gesetz vom 1. Oktober 1959 wurde nunmehr das Wappen in die Staatsflagge eingefügt. Das öffentliche Vorzeigen dieser Flagge wurde bis Ende der 1960er in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin als ein Verstoß gegen Verfassung und öffentliche Ordnung angesehen und durch polizeiliche Maßnahmen verhindert (vergleiche Erklärung der Innenminister von Bund und Ländern, Oktober 1959). Erst 1969 verfügte die Bundesregierung, „daß die Polizei nirgendwo mehr gegen die Verwendung von Flagge und Wappen der DDR einschreiten sollte.“

Auf Antrag der DSU beschließt die erste frei gewählte Volkskammer der DDR am 31. Mai 1990, dass das DDR-Staatswappen innerhalb einer Woche in und an öffentlichen Gebäuden entfernt werden soll. Dennoch fand es bis zum offiziellen Ende der Republik beispielsweise auf Dokumenten weiter vielfältige Verwendung.


Religionen

In der DDR gab es verschiedene Religionsgemeinschaften. Die größte Rolle spielten die christlichen Kirchen, insbesondere die seit 1969 im Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR zusammengeschlossenen acht evangelischen Landeskirchen und die römisch-katholische Kirche, aber auch verschiedene Freikirchen, zum Beispiel der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR.

Daneben gab es jüdische Gemeinden, sowie vereinzelt ab den 1980er Jahren buddhistische, hinduistische und muslimische Gruppen. Die religiösen Organisationen waren die einzigen legalen vom Staat unabhängigen Organisationen.

Religionsfreiheit war auch in der DDR in der Verfassung festgeschrieben und wurde formal auch gewährt. Dennoch versuchte die DDR mit unterschiedlichen Methoden, den Einfluss vor allem der großen Kirchen zurückzudrängen und vor allem junge Menschen kirchlichem Einfluss zu entziehen. Ihre schärfste Form hatte die antikirchliche Politik der DDR Anfang der 1950er Jahre. Sie gipfelte 1953 in der Kriminalisierung der „Junge Gemeinden“. Dies führte zu zahlreichen Relegierungen von Schulen und Universitäten und zu Verhaftungen, die im Juni 1953 jedoch wieder zurückgenommen wurden.

Folge auch dieser Politik war es, dass die Zahl religiös gebundener Menschen im Laufe der DDR-Geschichte erheblich abnahm. Die Politik der DDR konnte aber nicht verhindern, dass die christlichen Kirchen ein gewisser eigenständiger gesellschaftlicher Faktor blieben. Die Geschichte der Jahre 1989/90 zeigte dann, dass sich gerade in den evangelischen Kirchen als halböffentliche Versammlungsräume ein großer Teil der Menschen fand, ohne teilweise selber religiös zu sein, die zu den Trägern der friedlichen Revolution in der DDR wurden.


Geografie

Das Territorium der DDR bestand aus den heutigen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sowie dem Ostteil Berlins. Hinzu kam die Gemeinde Amt Neuhaus, die nach dem Zweiten Weltkrieg dem Land Mecklenburg zugeschlagen worden war und nach der Wiedervereinigung wieder niedersächsisch wurde.

Die DDR grenzte an die damalige Bundesrepublik Deutschland, die Tschechoslowakei, Polen sowie die Ostsee. West-Berlin war eine Enklave inmitten der DDR.

Die DDR bestand seit 1952 verwaltungstechnisch aus 15 Bezirken. Neben der Hauptstadt Berlin waren das:

* Bezirk Dresden
* Bezirk Karl-Marx-Stadt
* Bezirk Leipzig
* Bezirk Gera
* Bezirk Erfurt
* Bezirk Suhl
* Bezirk Halle
* Bezirk Magdeburg
* Bezirk Cottbus
* Bezirk Potsdam
* Bezirk Frankfurt (Oder)
* Bezirk Neubrandenburg
* Bezirk Schwerin
* Bezirk Rostock

Autokennzeichen siehe historische Kennzeichen.

Der nördlichste Punkt des DDR-Territoriums war das Kap Arkona auf der Ostsee-Insel Rügen; größter See war die Müritz im Bezirk Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern).

* Berge: Fichtelberg 1214 m, Brocken 1142 m, Inselsberg 916 m,
* Gebirge: Erzgebirge, Harz, Sächsische Schweiz, Thüringer Wald, Lausitzer Bergland, Zittauer Gebirge
* Flüsse: Elbe, Saale, Oder, Havel, (Zwickauer und Freiberger) Mulde, Neiße, Spree, Ilm, Peene, Unstrut, Warnow, Werra
* Seen: Müritz, Schweriner See, Malchiner See,
* Inseln: Rügen, Usedom, Poel, Hiddensee, Halbinsel Fischland-Darß-Zingst

Der Norden und die Mitte sind Teil der Norddeutschen Tiefebene. Charakteristisch für den Norden sind eiszeitlich geformte Moränenlandschaften und zahlreiche Seen (Mecklenburgische Seenplatte). Südlich davon erstrecken sich Hügelländer, in welche große Tieflandsbuchten (Leipziger Tieflandsbucht, Thüringer Becken) hineinragen. Der Süden wird von Mittelgebirgen eingenommen (Harz, Thüringer Wald, Rhön, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, Lausitzer Bergland)


Sprache

Das Gebiet der ehemaligen DDR gehört zum deutschen Sprachraum. In einigen Kreisen der Bezirke Dresden und Cottbus war auch Sorbisch als die Sprache der sorbischen Minderheit staatlich anerkannt.

In den Schulen der DDR war bis zur Wende Russisch die zuerst gelehrte Fremdsprache. Zweite Fremdsprache war meist Englisch, sie wurde fakultativ gelehrt. Alternativen waren Französisch, ganz selten Spanisch und bis in die 1960er Jahre auch Latein, an einzelnen Schulen auch andere Sprachen. Die Kenntnis einer zweiten Fremdsprache war Voraussetzung für die Hochschulreife.


Wirtschaft

Die DDR war trotz der ihr auferlegten Reparationsleistungen an die Sowjetunion das wirtschaftlich am weitesten entwickelte Land des RGW und hatte einen höheren materiellen Standard als viele der entwickelten Staaten der Erde. Sie litt jedoch trotzdem ständig unter Devisenknappheit und nicht nachhaltigen Wirtschaftsprozessen. Es herrschte teilweise eine Notlösungswirtschaft. Das vorherrschende Wirtschaftssystem war eine Planwirtschaft mit Fünfjahrplänen und staatlichen Betrieben und Großbetrieben (Kombinate). In sehr kleinem Umfang wurden auch privatwirtschaftliche Kleinstbetriebe geduldet, die nicht vollständig der Planung unterworfen waren.

Der erste Fünfjahrplan von 1951 bis 1955 verfolgte hauptsächlich das Ziel, die Folgen der Kriegszerstörungen, Demontagen und Reparationen zu beseitigen und die Produktion speziell der Energiewirtschaft, der Schwer- und chemischen Industrie zu steigern. 1955 existierten in der DDR noch über 13.000 Privatbetriebe, und in der Landwirtschaft war die Kollektivierung erst 1960 abgeschlossen.

Anfang der 1970er Jahre war die DDR für kurze Zeit das zehntgrößte Industrieland der Erde, gemessen an ihrer Produktionsleistung. Zur Zeit der Wende nahmen sie noch einen Platz unter den fünfundzwanzig stärksten Industrienationen ein.

Dennoch waren in der DDR in einigen Bereichen fast immer Konsumgüter knapp. Zum Beispiel musste man sich für einen Autokauf anmelden und dann je nach Modell bis zu 15 Jahre warten (zu vergleichsweise hohen Preisen). Ein "Schwarzmarkt" wurde teilweise geduldet, so dass die Wartezeit durch Zahlung eines höheren Preises umgangen werden konnte.

Preise und Löhne wurden überwiegend staatlich festgelegt. Der einheitliche Verkaufspreis subventionierte besonders grundlegende Dinge des täglichen Bedarfs. Technische Geräte und andere Waren, die auch gegen Devisen exportiert werden konnten, waren dagegen oft sehr teuer im Vergleich zur Kaufkraft der Menschen. Die Kaltmiete für eine Wohnung betrug je nach Ausstattung etwa 30 bis 80 Mark im Monat, ein Farbfernseher in den 1980er Jahren 7.000 Mark, ein Brötchen fünf Pfennige, ein typisches Auto Trabant 15.000 Mark oder 30.000 Mark ohne Wartezeit. Der Bau von Einfamilienhäusern wurde zunächst wegen Materialknappheit in nur engen Grenzen ermöglicht (es gab zum Beispiel Vorschriften zur verbauten Menge an Steinen und vorgeschriebene Haustypen in Abhängigkeit von der Familiengröße), erlebte aber durch den nicht ausreichenden staatlichen Wohnungsbau vor allem in den 1980er Jahren einen gewissen Aufschwung. Beliebt waren Schrebergärten und Datschen, sowie Reisen nach Kuba, Ungarn, Bulgarien und in die Sowjetunion.

Die Wohnviertel waren nicht so stark nach Einkommensgruppen heterogenisiert wie es heute in vielen westlichen Ländern der Fall ist. Angehörige verschiedener sozialer Schichten wohnten oft dicht zusammen. Allerdings wurden die Parteinomenklatura und die Mitarbeiter vieler "Staatsorgane" in bestimmten Wohngebieten durch staatliche Wohnungszuteilungen konzentriert. Das Einkommen einer Verkäuferin (mit etwa 600–800 Mark), eines Ingenieurs (etwa 500–1200 Mark) und eines Bauarbeiters (etwa 900-1800 Mark) unterschied sich in der Höhe und damit auch im Sparpotenzial (Residualeinkommen), die Einkommensschere klaffte aber nicht so stark auseinander wie in den westlichen Industrieländern. Gefragte Handwerker verdienten nicht selten mindestens so gut wie leitende Ärzte. Man konnte diese Unterschiede im täglichen Leben an Statusgegenständen kaum ausmachen, da diese wegen dauernden Mangels kaum erhältlich waren. Sie spielten daher eine weniger beachtete Rolle (Ausnahmen waren beispielsweise Ärzte, die z. B. aufgrund von Bereitschaftsdiensten bevorzugt Telefonanschlüsse erhielten). Trotzdem gelang es vielen, die es sich leisten konnten, sich durch häufige Reisen innerhalb des Ostblocks und teilweise durch westliche Konsumwaren aus der breiten Masse hervorzuheben.

Berufsgruppen mit erwartungsgemäß geringem Zulauf von Auszubildenden wurden besonders gefördert, die Lehrstellen- und Studienplatzvergabe wurde anhand des errechneten Bedarfs zentral geplant und über die Schulen als Lenkorgan realisiert. Die gesetzlich festgeschriebene Bildungsfreiheit war durch diese Voraussetzungen teilweise nur mit größeren Hindernissen für den Auszubildenden zu realisieren.

Die Versorgung mit knappen Gütern, zum Beispiel einem Telefonanschluss oder Baumaterial, war vielfach von Beziehungen und Zufall, nicht selten auch von der vorgegebenen politischen Einstellung abhängig.

Erich Honecker leitete zu Beginn seiner Amtszeit vor allem soziale Reformen ein, die so genannte Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, die auf dem VIII. Parteitag der SED 1971 beschlossen wurde. Er ließ etwas mehr politischen und kulturellen Freiraum, womit auch die Verhandlungen um eine internationale Anerkennung der DDR befördert werden sollten, und versuchte den staatlichen Betrieben mehr Freiräume zu lassen. Honecker galt daher anfangs als Hoffnungsträger. Zugleich ließ er aber in zwei Wellen in den 1970er Jahren bis auf Kleinhandwerker alle Betriebe verstaatlichen, indem sie gezwungen wurden, eine staatliche Mehrheitsbeteiligung zu akzeptieren.

Der anfängliche Reformschwung erlahmte jedoch, weil sich die Diskrepanzen zwischen politischer Unterdrückung und gewissen Freiräumen nicht dauerhaft überbrücken ließen. Als besonders misslich erwies sich die erste Ölkrise in den 1970er Jahren, da die DDR-Wirtschaft immer stärker von der Veredlung sowjetischen Erdöls profitierte und zugleich abhängig wurde. Zwar gab die Sowjetunion die Ölpreiserhöhungen nur verzögert weiter, kürzte aber wegen extremer wirtschaftlicher Probleme 1981/82 die Liefermengen erheblich und ließ die Ölpreise im RGW während des Ölpreissturzes 1985 weitgehend unverändert (Regelung im RGW: Durchschnittspreis der jeweils letzten 5 Jahre). Dadurch fehlten der Wirtschaft dringend benötigte Devisen für Investitionen, die der Bereich Kommerzielle Koordinierung aufwändig erwirtschaftete. Zudem torpedierte Honeckers Sozialpolitik ab 1972 das wirtschaftliche Wachstum, weil die Sozialausgaben aufgrund der geringeren Arbeitsproduktivität stetig stärker stiegen als das Nationaleinkommen (vergleichbar dem Bruttosozialprodukt). Mit dem Mikroelektronikprogramm ab 1977 zum Aufbau einer eigenen Mikroelektronikindustrie bis 1990 wurden etwa 15 Mrd. DDR-Mark investiert. So lebte die DDR zu ihrem Ende hin nur noch von der Substanz und Krediten, beispielsweise einem Kredit über eine Milliarde DM von der Bayerischen Landesbank, initiiert von Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß.

Die geringe Arbeitsproduktivität und die ineffizienten Produktionskosten, vor allem aber die Auswirkungen der Währungsunion kurz vor der Wiedervereinigung brachten die Exportwirtschaft 1990 fast zum erliegen. Viele tausende Arbeitsplätze gingen durch die größer werdenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Betriebe verloren.











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