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Titel:

Das Judentum


  Note: 2   Klasse: 9









Arbeit: Das Judentum

Das Judentum ist eine der sechs Weltreligionen. Es hat allerdings die geringste Anzahl an Gläubigern( noch ca. 13,9 Millionen, das sind ca. 0,4 % der Weltbevölkerung); und diese sind in aller Welt verstreut. Das Mutterland des Judentums ist Israel; weshalb heute auch ein Davidstern auf der Flagge Israels ist. Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion und die „Mutterreligion“ des Christentums. Die Juden sind schon seit der Antike ein Volk mit eigener Religion.


Glaubensgrundlagen

Im Judentum gibt es umfassende Lehren und Weisheiten für Lebensbereiche und Lebensanschauungen. Es sind viele Bücher darüber geschrieben worden; aber es gibt eigentlich nur 13 Lehren, die verbindlich sind, Grundlehren:

1. Zu glauben und zu wissen: Es gibt ein vollkommenes Sein, den Schöpfer, den Herrn der Welt. Er ist Ursprung aller Existenz. Alles, was existiert, ist von Ihm abhängig; er hingegen ist vollkommen unabhängig.
2. Gott ist eine absolute und vollständige Einheit, eins und einzigartig.
3. Gott ist nicht materiell und nicht körperlich. Er ist den Naturgesetzen nicht unterworfen und kann mit menschlichen Sinnen nicht wahrgenommen werden.
4. Er war vor allem Anderen. Er ist und wird in Ewigkeit sein.
5. Nur Ihm darf gedient werden. Seine Gebote und Sein Wille sind zu wahren. Keine anderen Existenzen (wie z.B. Engel und andere Naturkräfte) dürfen angebetet werden, denn sie sind von ihm geschaffen worden.
6. Gott offenbart seine Wünsche durch auserwählte Menschen, auf verschiedene Art und Weise und zu verschiedenen Zwecken.
7. Moses Prophetie war die höchste Form der Prophetie. Er wurde von keinem anderen Propheten übertroffen und keine kam ihm gleich.
8. Die gesamte Thora, die von Moses dem Volk Israel gegeben wurde, wurde Moses von Gott gegeben. Es ist die wahre Thora.
9. Diese Thora ist ewig. Sie wird niemals geändert und niemals durch ein anderes Gesetz ersetzt werden.
10. Gottes Willen ist absolut und allumfassend. Keine Existenz ist ihm verborgen, denn er sieht Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Alle Ursachen und Folgen sieht er voraus.
11. Gott kontrolliert und überwacht die Welt, belohnt den Menschen für seine guten Taten und bestraft ihn für seine schlechten Taten. Der Hauptlohn wird in der kommenden Welt ausgezahlt.
12. Am Ende aller Tage wird Gott unseren Messias senden, aus dem Hause David. Er wird ein vollkommener König in einer vollkommenen Welt sein, und die Welt wird durch ihn errettet werden.
13. Gott wird die Toten auferwecken. Das bedeutet absolute Güte und Gerechtigkeit, welche alle Tränen wischt. Alles, was vernichtet und zerstört wurde, wird er wieder aufbauen; diese Auferstehung wird an Stelle des Todes treten.

Was für das Christentum die Bibel ist, ist für das Judentum die Thora. Sie besteht aus den fünf Büchern Mose. -> Schriftreligion
Das hebräische Wort „Thora“ bedeutet übersetzt „Unterweisung, wie man leben soll“. Für Juden ist die Thora die Wurzel von allem; sie beinhaltet die Worte Gottes. Deshalb ist es wichtig sie zu studieren und zu kennen. Jedes Wort darin erfordert Aufmerksamkeit, um die Worte Gottes zu verstehen. Juden ist verpflichtet regelmäßig Thora zu lernen. Es gibt eine schriftliche und eine mündliche Thora; beide wurden Moses zusammen übergeben. Gelehrte aller Zeitalter drangen durch Studieren immer weiter in die Thora ein und interpretierten diese. All ihre Worte heißen „mündliche Thora“.
Es gibt 613 Gebote in der Thora;248 positive Gebote und 365 negative Gebote, also Verbote. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen vom Bösen fernzuhalten und ihn auf den rechten Weg zu führen. Allerdings kann ein Großteil dieser Gebote nicht von jedem Juden erfüllt werden, weil sich viele Gebote auf den Tempel und die Priester dort beziehen. Außerdem gibt es Gebote die nur dann verpflichtend sind, wenn eine bestimmte Situation eintritt, wo sie einsetzbar sind, bspw. bei einer Scheidung. Die Thora lehrt die Juden, dass die Gebote zu ihrem eigenen Wohl geschaffen wurden und dass durch sie ein Mensch hoffen darf, Vollkommenheit zu erzielen und seine Lebensaufgabe zu erfüllen. Der Mensch soll im Leben einen göttlichen Standard des Guten erreichen.
Eine weitere wichtige Grundlage ist der Talmud. Das Wort stammt aus dem hebräischen und heißt soviel wie Studium oder Lehre. Der Talmud ist das wichtigste jüdische Gesetzeswerk. Man könnte meinen, dies sei eigentlich die Thora, aber die Thora zählt nur die Regeln auf und sagt nur sehr wenig über die Befolgung und Anwendung bei verschiedenen Umständen; und genau dafür ist der Talmud da. Er besteht aus der Mischna und der Gemara.
Für alle Juden ist Lernen ein Traditionsbestandteil. Die jüdische Kultur ist wohl die einzige, die von sich behaupten kann eine lebenslange Lernmotivation zu besitzen. Schon im Kindergarten lernen Kinder hebräisch lesen.


Erkennungszeichen

Davidsstern

Aus dem hebräischen Magen David, was soviel heißt wie Schild Davids. Er besteht aus zwei ineinander geschobenen Dreiecken und verdeutlicht die Verwobenheit der göttlichen und menschlichen Sphäre zum Ausdruck. Architekten verwendeten es früher um Synagogen von Kirchen zu unterscheiden und heute ist er auf der Flagge Israels abgebildet.

Menorah

Die Menorah ist der siebenarmige Kerzenleuchter.
Sie befand sich im Tempel und war die einzige Lichtquelle darin; der Tempel war ansonsten vollkommen dunkel.

Jüdische Frauen kann man im Alltag eigentlich gar nicht erkennen; Männer hingegen schon und zwar an der Mütze die sie tragen, die so genannte Kippa. Sie soll Sie daran erinnern, dass sie nicht ganz oben stehen, sondern Gott. Während des Gebetes tragen Juden ihre Gebetskleidung. Sie besteht aus Tallit und Zizit; also dem Gebetsmantel und den Schaufäden mit denen er versehen ist. Desweiteren haben sie beim Gebet noch den Tefillin; dieser ist mindestens genauso wichtig wie der Tallit. Die Tefillin sind zwei lederne Schächtelchen die Pergamentstückchen mit ausgewählten Thorastellen enthalten. An den Schächtelchen sind Lederriemen befestigt, die man sich um den Arm bzw. um Finger wickelt.


Religionsstifter

Einen wirklichen Religionsstifter gibt es eigentlich nicht. Alle Juden sind indirekte Nachfahren des Urvaters Abraham. Die 12 Söhne Jakobs, der Nachfolger Abrahams, gelten als Stammväter des gesamten hebräischen Volkes. Sie habe also eine gemeinsame Wurzel. Auch spielt Moses eine gewichtige Rolle im Judentum, da er die Thora in Empfang genommen hat.


Glaubensrichtungen

Auch im Judentum gibt es drei Glaubensrichtungen. Diese entstanden dadurch, dass die Einheit des jüdischen Volkes in Frage gestellt worden ist, durch die Eröffnung von Ghettos oder durch die Idee der Gleichheit aller Menschen. Dadurch haben sich viele Juden an die Umwelt angepasst und sind moderner geworden. Traditionell-gläubige Juden sind zur Minderheit geworden.

Reformjudentum

Das Reformjudentum ist ca. vor Beginn des 19. Jahrhunderts in Westeuropa entstanden und zwar nach Ideen des jüdischen Intellektuellen Moses Mendelssohn. Reformjuden haben sich an die westliche Kultur angepasst und sondern sich nicht von Nichtjuden ab. Ihr Hauptanliegen ist die Umgestaltung des Gottesdienstes in der Synagoge (-> sollte mehr wie der protestantische in Norddeutschland sein). Es gibt ein Chor und eine Orgel, gepredigt wird in deutscher Sprache.

Konservatives Judentum

Das Konservative Judentum ist ein Zwischending zwischen Reformjudentum und Orthodoxie. Es ist um 1845 in Deutschland entstanden und heutzutage vor allem in den USA vertreten. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt die traditionellen Gebräuche beizubehalten und trotzdem mit modernen Erkenntnissen und Umständen zu leben. Ihre Grundlage ist das Buch „The book of jewish knowledge“; Konservative wollen viel von der religiösen Überlieferung bewahren und sehen Religionsgesetzte als Garantie für den Zusammenhalt des Judentums an.

Orthodoxes Judentum

Orthodoxe Juden sind heutzutage eine Minderheit. Innerhalb der „orthodoxen Bewegung“ sind durch Meinungsverschiedenheiten weiter Glaubenrichtungen entstanden. Allerdings lehnen alle die Aufklärung, Emanzipation, das Reformjudentum und Anpassung ab. Sie sind besonders gesetzestreu und halten die kleinsten Gebote peinlich genau ein. Sie sehen die Thora als Geist des Judentums. Während des Gottesdienstes herrscht eine strenge Trennung von Mann und Frau. Für sie ist hebräisch die einzig wahre Sprache; eine Kultsprache.


Verbreitungsgebiete

Heute gibt es noch ca. 13,9 Millionen Juden auf der ganzen Welt; Es ist schwierig die genaue Zahl zu ermitteln, da sie im Laufe der Geschichte auf der ganzen Welt verstreut wurden. Deshalb spricht man beim Judentum auch immer von einem Leben in der Diaspora (-> gr. Zerstreuung).
- ca. 6,1 Millionen in den USA und Kanada
- ca. 4,4 Millionen in Israel
- ca. 2,5 Millionen in Europa
- ca. 0,5 Millionen in Südamerika
- ca. 0,2 Millionen in Afrika
Der Rest ist weit verstreut über die ganze Welt.


Feste

Im Judentum gibt es 7 wichtige Feste.
Rosch ha-Schana
Das ist ein rein religiöses Fest; hier wird die Rolle Gottes als Richter des Universums gefeiert. Begriffe wie Moral, Spiritualität und Heiligkeit stehen im Vordergrund. Jeder versenkt sich in sein Inneres, prüft sein Gewissen und betet. Rosch ha-Schana ist das Neujahrsfest. Mit diesem Tag beginnt eine zehntägige Periode der Selbstbesinnung, die am Versöhnungstag den Höhepunkt erreicht.

Jom Kippur

Ist der Versöhnungstag. Er ist der höchste der Feiertage. Am Jom Kippur dürfen Männer, Frauen, Jungen ab 12 und Mädchen ab 11 weder Essen noch Trinken, weder Lederschuhe noch Stiefel, sich weder Baden noch Waschen (nur Finger und Augen benetzten), sich weder mit Öl oder wohlriechendem Wasser einreiben, keine elektrischen Geräte benutzen und sich auch sonst keinen Genuss gönnen.

Sukkot

Bezeichnet das siebentägige Laubhüttenfest. Es ist im Prinzip eine Art Erntedankfest, erhielt aber zunehmend eine religiös-historische Bedeutung. Man erinnert sich an die 14-tägige Wanderung durch die Wüste, während dieser Zeit lebte man in Hütten.

Chanukka

Chanukka ist ein Halbfeiertag, d.h. er geht nicht auf biblische Gebote sondern auf historische Ereignisse zurück. Es dauert 8 Tage. Es wird an die Zeit zurück gedacht, als die Juden unter der Herrschaft der Griechen leiden mussten. Sie machten ihnen das Leben durch neue Gesetze schwer und verboten ihnen sogar ihre Religion auszuüben. Chanukka heißt soviel wie Neueinweihung; Neueinweihung deshalb, weil die Griechen den Tempel missbraucht haben und ihre Götzenstatuen hinein stellten. Nachdem die „Schreckensherrschaft beendet war, weihte man den Tempel neu ein.

Purim

Ist ein kleines Fest, im Zusammenhang mit einem historischen Ereignis. Purim heißt soviel wie „ein Los ziehen“. Haman, ein Minister des Königs Achaschwerosch von Persien, ließ Lose ziehen, um den Vernichtungstag der Juden zu bestimmen. Königin Esther verhinderte dies. Haman und seine Familie wurden hingerichtet.

Das Pessachfest

Ist das erste der drei Wallfahrtsfest. Es erinnert an die Zeit des Exodus, an den Auszug der Israeliten aus Ägypten; die Flucht vor Unterdrückung und Sklaverei. Das Pessachfest ist also ein Fest der Freiheit; deshalb auch Pessach-> „verschonen, hinwegschreiten“. Gott hat die Israeliten verschont als er die Ägypter mit den zehn Plagen bestrafte.

Schawuot

Ist das zweite der drei Wallfahrtsfeste. Der Name Schawuot kommt von den sieben Wochen, die zwischen Pessach und diesem Wochenfest liegen, d.h. Schawuot wird am 50. Tag nach Pessach gefeiert. Geschichtlicher Hintergrund ist die Herausführung der Israeliten aus Ägypten.








Quelle: keine Angaben




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