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Titel:

Das Mittelmeer


  Note: 1   Klasse: 6









Arbeit: Das Mittelmeer - Paradies oder Kloake?

Allgemeines

Das Mittelmeer ist ein Binnenmeer und wird auch als Mediterranean Sea (englisch), Mediterranean (griechisch) oder Mer Méditerranée (französisch) bezeichnet. Es hat eine Gesamtfläche von 2509000 km², eine Länge von 3900 km und der tiefste Punkt im Mittelmeer ist 5150 m, wobei die durchschnittliche Tiefe 1501 m liegt.
Das Mittelmeer ist durch die Straße von Gibraltar (60 km lang und 10 annähernd bis 44 km breit; Trennt die Iberische Halbinsel und Marokko) mit dem Atlantischen Ozean, durch den Suezkanal (seit 1869) mit dem Roten Meer und durch die Dardanellen Verbindung Schwarzen Meer verbunden. Zum Mittelmeer gehören die Randmeere Adriatisches- (zwischen Italien und der Balkanhalbinsel),, Marmarameer und Schwarzes Meer, ferner Ligurisches-, Tyrrhenisches- (vor der Westküste Italiens), Ägäisches- und Ionisches Meer (zu beiden Seiten der griechischen Halbinsel). Die Hauptbecken des westlichen Mittelmeers sind das Algerisch- ProvenValisches (größte Tiefe: 4389 m), und das Tyrrhenisches Becken (größte Tiefe: 3785 m), die des östlichen Mittelmeeres das Ionische (größte Tiefe westlich der Peloponnes 5150 m, zugleich größte Tiefe des gesamten Mittelmeers) und das Levantinisches Becken (größte Tiefe 4517 m).
Das Klima (Mittelmeerklima) ist durch sehr warme, regenarme Sommer und milde, zum Teil regenreiche Winter gekennzeichnet. Im Sommer herrschen beständige, schwachwindige Wetterlagen vor, im östlichen Mittelmeer, besonders in Ägäis, treten im Sommer jedoch die Etesien (= Passat ähnliche Winde am Mittelmeer) auf. Im Winter stehen das westliche und mittlere Mittelmeer unter dem Einfluss von Tiefdruckgebieten aus dem Atlantik. Dadurch kommt es gelegentlich zu warmen Südwinden (Schirokko) und kalten Nordwinden (Mistral, Bora).
Ein Tiefseerücken von Tunesien bis Sizilien teilt das Mittelmeer in ein östliches und westliches Becken. Ein anderer Tiefseerücken verlüft von Spanien bis Marokko und liegt damit an der Straße von Gibraltar. Da eine sehr geringe Tiefe von nur etwa 300 m herrscht wird der Wasseraustausch durch die schmale Straße von Gibraltar behindert und so der Gezeitenwechsel des Mittelmeers sehr verkleinert. Das ist auch neben der hohen Verdunstungsrate ein Grund für den viel höheren Salzgehalt zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantischen Ozean.
Im Mittelmeer sind viele Inseln bzw. Inselgruppen. Dazu gehören Malta, Sizilien, die Balearen, Korsika, Sardinien, Zypern sowie, die Kykladen (die Ionischen Inseln) und die übrigen Inseln im Ägäischen Meer.
Zu den wichtigen Seehäfen im Mittelmeer gehören die in Barcelona, Marseille, Genua, Triest, Alexandria und Haifa. Die größten Flüsse die in das Mittelmeer münden sind Ebro (Spanien), Rhône (Frankreich), Po (Italien) und der Nil (Ägypten).


Wasserqualität und Umweltverschmutzung

Zu den Besonderheiten des Mittelmeeres gehören die Eigenschaften seines Wassers. Das Meer hat nur eine geringe Süßwasserzufuhr, die alle bis auf den Nil von Norden einfließen.
Der Oberflächensalzgehalt steigt von West nach Ost von 36,3% in der Straße von Gibraltar auf 39,1% vor der Küste Kleinasien. Der hohe Salzgehalt resultiert aus starker Verdunstung und wenig ergiebigen festländischen Abfluss. Im Winter sinkt das relativ kalte und salzreiche Wasser ab und führt zu einem bodennahen Ausstrom durch die Straße von Gibraltar in den Atlantik, wo es sich in 1000- 1250 m Tiefe ausbreitet und bis in die antarktischen Gewässer nachweisbar ist. Als Ausgleich zum bodennahen Ausstrom fließt salzarmes Wasser an er Oberfläche durch die Straße von Gibraltar in das Mittelmeer ein. Die Gezeiten des Mittelmeers sind gering. Die mittleren halbtätigen Fluten liegen meist unter 0,5 m. In der Adria kommen dazu windbedingte Wasserschwankungen bis zu 2 m Höhe (Venedig).
Da das spezifische Gewicht des Wassers mit zunehmendem Salzgehalt steigt, kommt es zu einem interessanten Austauschphänomen zwischen Atlantik und Mittelmeer.
Das spezifisch schwerere Mittelmeerwasser fließt in einer Tiefenströmung durch die Straße von Gibraltar in den Atlantik, während an der Oberfläche ein Ausgleichsprozess in Gegenrichtung erfolgt. Da nur geringe Möglichkeiten für den Wasseraustausch vorhanden sind, sind die Voraussetzungen für einen Selbstreinigungsprozess des Wassers stark eingeschränkt.
Da kein anderes Meer so dicht besiedelt ist, erfolgt daher schon seit Jahrtausenden eine starke Nutzung der natürlichen Fischbestände.
Wegen der Nährstoffarmut der oberen Schichten ist der Fischreichtum des Mittelmeers sehr begrenzt. Die Zahl der Fischarten ist groß, jedoch die Zahl der einzelnen Arten verhältnismäßig klein. Am wichtigsten ist die Küstenfischerei: Sardinen, Thunfische und Bodenfische. Im Mittelmeer haben Tintenfische, Langusten und Austern große Bedeutung.
Der Schiffsverkehr spielt seit dem Altertum eine bedeutende Rolle, und nach der Eröffnung de Suezkanal (1869) wurde das Mittelmeer zur wichtigsten Schifffahrtsstraße im Weltverkehr. Dadurch gewannen Gibraltar und Malta besondere militärstrategische Bedeutung.
Seit einigen Jahrzehnten leidet das Mittelmeer unter erheblichen ökologischen Problemen. Jüngeren Berichten zufolge liegt der Eintrag von Erdöl jährlich bei rund 1,5 Mio. Tonnen. Nur ein Teil davon kann biologisch abgebaut werden. Somit unterliegt das Binnenmeer einer ständigen Verschmutzung, die weit reichende Auswirkungen auf das Leben im Wasser haben. Gleichzeitig nahm die Zufuhr von Abwasser und Siedlung- und Industrieräumen zu. So sind die vergleichsweise geringen Bestände an Fischen durch die zunehmende Umweltverschmutzung stark gefährdet. Die Wassertemperaturen des Mittelmeers (ohne Schwarzes Meer) sind an der Oberfläche meist höher als die Lufttemperaturen. Ihre niedrigsten Monatsmittelwerte treten im Februar auf (Adria 9°C, Ägäis 9°C), die höchsten im August (Levantinisches Meer 28°C).
Das Mittelmeer ist besonders salzreich und der Wert des Mittelsmeers liegt über dem Wert des Atlantik.


Strömungen

Das einströmende Atlantikwasser, welches eine durchschnittliche Temperatur von 15 Grad C und einen Salzgehalt von ca. 36 Promille besitzt, bewegt sich an der Oberfläche durch die relativ enge Strasse von Gibraltar in die Alboran See, wo es sich in einem großen Wirbel von 150 km Durchmesser im Uhrzeigersinn nach Süden zur Nordafrikanischen Küste und dann als Algerischer Küstenstrom weiter in Richtung Osten bewegt. Während ein Teil dieses Wassers bei Sizilien nach Norden abgelenkt wird und dann im westlichen Mittelmeer weiter fließt, dringt der andere Teil weiter nach Osten vor bis in das Levantinische Becken. Auf diesem Weg wird durch starke Verdunstung der Salzgehalt allmählich auf 38-39 Promille erhöht (im Durchschnitt beträgt der Salzgehalt der Meere nur 35 Promille).
Wenn dieses Wasser nun im Winter abgekühlt wird, erhöht sich seine Dichte: es wird schwerer und sinkt in die Tiefe. Zusammen mit frischerem (also salzärmerem) Wasser, das weiter im Norden durch die kalten winterlichen Winde der Bora (= Name dieses Windes) in der Adria zum Absinken gebracht wird, vermischt es sich zum sogenannten Levantinischen Zwischenwasser, welches in etwa 200-500 m wieder nach Westen strömt.
Im Golf von Lyon kann das Levantinische Wasser noch weiter verdichtet werden: wenn im Winter kalte Luft von Sibirien über die Alpen und durch das Rhonetal als sogenannter "Mistral" auf das Meer strömt, sinken die Wassertemperaturen im Ligurischen und Balearischen Becken. Das Oberflächenwasser sinkt in die Tiefe und vermischt sich mit dem salzreicheren Levantinischen Zwischenwasser. Bei intensiven Mistral-Ereignissen kühlt das Wasser bis auf etwa 12-13° C ab und kann innerhalb von Tagen bis in Tiefen von 2500 m sinken, wo es sich dann als Mediterranes Tiefenwasser in die tiefen Becken ausbreitet.
Bei Gibraltar schließlich bildet ein Teil dieses Wassers zusammen mit dem darbüberliegenden Levantinischen Zwischenwasser den Ausstrom, der sich von dort nach Westen in den Atlantik ergießt.


Erdbeben und Vulkanismus

Das Mittelmeer ist ein Überrest eines großen Meeres, der so genannten Tethys. Das durch tektonische Vorgänge vor etwa 30 Millionen Jahren verschwand, nach dem die afrikanische und die eurasische Platten aneinander stießen. Die Veränderungen der Erdkruste im und um das Mittelmeer sind bis heute noch nicht vollkommen, denn es werden immer noch 700 Erdbeben und deutet auch heute noch auf die anhaltende erdgeschichtliche Entwicklung hin. Die Vulkane Ätna, Stromboli, Vesuv (alle Italien) und die Vulkaninsel Santorin (Kykladen, Griechenland) berichten bis in die jüngste Vergangenheit die Labilität der Erdkruste im Mittelmeerraum. Tausende von Menschen wurden unter Lavaströmen und Ascheregen begraben und ganze Kulturen zerstört.


Ökologische Belastung

Jedes Jahr kommen Millionen von Touristen in die Länder des Mittelmeers, zu ihren sonnigen Stränden, faszinierenden Landschaften, historischen Stätten, altberühmten und eleganten Denkmälern, an Schätzen reichen Städten. Sehr viel Natur mit angenehmem Klima, wundervollen Landschaften und wundervollem Pflanzenbewuchs und gutschmeckenden Speisen bedacht, hat der Mittelmeerraum den Ruf als Europas paradiesischer Tummelplatz verdient. Seit frühesten Zeiten haben die Völker und Kulturen aus Europa, Asien und Afrika unvergessliche Spuren hinterlassen. Überall scheint die Sonne fast das ganze Jahr über auf eine wunderbare Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Aber die Zukunft mag weniger strahlend werden, wie viele Fachleute schon heute warnen.


Industrie und Tourismus

Die Industrie ist Hauptverursacher bei der Verschmutzung des Mittelmeeres. Viele Gemeinden im Mittelmeerraum haben begonnen, den Tourismus für eine bessere Arbeitsquelle als die Industrie zu halten. Der Tourismus baut auf arbeitsintensive Tätigkeiten zu einer Zeit, in der die Automatisierung Arbeitsplätze in der Industrie verringert. Auch ist er unwiderlegbar sauberer als die meisten Arbeitsprozesse in der Industrie. Aber das Problem ist hier, dass der bloße Druck des Tourismusgewerbes zur massiven Veränderung der Landschaft mit allen ihren negativen Folgen führt.
In einer Zeit, in der beinahe alle Gegenden im nördlichen Mittelmeerraum bebaut oder zur Bebauung vorgesehen sind, beginnen die Geschäftsleute bereits, zu der vergleichsweise unterentwickelten nordafrikanischen Küste zu blicken. Länder wie Marokko sollen "auf einer Goldmine sitzen", was die touristischen Möglichkeiten betrifft. Industrielle Katastrophen wie der Ölteppich, der Marokkos Küstenstrich im Januar 1990 beinahe überschwemmte, könne eine schon gefährliche ökologische Situation zum Kippen bringen. Heute glauben viele, dass der Mittelmeerraum, einst Kernland der westlichen Zivilisation und jetzt Europas Hauptferiengebiet, sich in Kürze Umweltkatastrophen ausgesetzt sieht, wenn nicht sofort wirksame Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Das Maß der Umweltverschmutzung ist nicht bekannt, da Daten, wenn überhaupt, nur schwer zu bekommen sind. In einer UN-Statistik wird geschätzt, dass hier jedes Jahr etwa 500000 m3 an meist unbehandelten Abwässern anfallen, die ins Meer geleitet werden. Hepatitis, Ruhr, Kinderlähmung, ja sogar Cholerafälle treten gehäuft auf. Hierdurch aufgeschreckt, verhalten sich viele Touristen abwehrend und kehren überfüllten Badeorten ihren Rücken zu.


Ein Paradies...

Es kommen jährlich rund 100 Millionen Touristen um am Mittelmeer Urlaub zu machen, weit weg von jenem Stress der Arbeit bzw. Schule. Doch das Mittelmeer ist nicht nur die Urlaubsregion, sondern auch Heimat vieler Tierarten, wie zum Beispiel Delphinen, Walen, Meeresschildkröten, Mönchsrobben. Aber leider, wie jeder weiß, der sich mit dem Mittelmeer genauer beschäftigt, trügt die Idylle des schönen blauen Meers. Die Lebewesen in seinen Tiefen sind ständiger Bedrohung und Verfolgung ausgesetzt.
Paradies - bedroht durch Überfischung und Verschmutzung; Rund 7.000 Kilometer lang sind die Treibnetze, die im Mittelmeer täglich für den Fischfang ausgebracht werden. Nach Schätzungen von Experten verfangen sich jährlich mehrere tausend Wale und Delphine in diesen Netzen und müssen jämmerlich ertrinken. Zwar hat die Europäische Union nun ein Verbot aller Treibnetze beschlossen, aber dies soll seit 2001 wirksam sein. Treibnetze sind bis zu 2,5 Kilometer Länge noch zugelassen, von den vielen Treibnetzen, die wesentlich länger sind, ganz zu schweigen. Kontrollen der Netzlängen finden so gut wie nicht statt, und so fischen etwa italienische Fischer noch immer ungestraft mit Netzen bis zu 20 Kilometern Länge. Nicht nur die Überfischung der Meere bedroht Meeressäuger wie Robben und Delphine - ein weiteres Problem ist die Meeresverschmutzung. Anfang der neunziger Jahre verendeten im Mittelmeer mehrere hundert Streifendelphine an einem Virus. Das Immunsystem der Delphine war durch die starke Verschmutzung des Wassers so geschwächt, dass sich das Virus schnell ausbreiten konnte


Zustand des Mittelmeeres

- Das Mittelmeer ist in einigen Küstenregionen ernsthaft geschädigt, in seiner Gesamtheit aber bis heute ein intakter Wasserkörper; seine Vitalität verdankt das Meer gerade im besonders belasteten westlichen Becken einem ständigen Wasseraustausch mit dem Atlantischen Ozean
- Die letzten 30 Jahre haben das Mittelmeer stärker beeinflusst als 3000 Jahre zuvor .
- Die Küstengewässer weisen überall dort ernsthafte Schäden auf, wo die überschaubaren Städte von gestern zu industriellen oder auch touristischen Ballungszentren gewachsen sind, wo traditionelle Landwirtschaft und Fischerei industrielle Ausmaße angenommen haben oder wo Kommunen und Industrie das Meer als Abfalldeponien nutzen im Glauben an die unbegrenzte Belastbarkeit der See
- Kleinere Ölmengen, Chemikalien, Viren und Bakterien, die aus städtischen und landwirtschaftlichen Abwässern kontinuierlich über Flüsse ins Meer gelangen, stellen eine größere Gefahr für das Überleben des Mittelmeeres dar als einzelne Tankerkatastrophen
- Zum Vergleich: Jede Woche könnte man mit den Abfallmengen des gesamten Mittelmeeres eine 150 m tiefe Abfallgrube füllen, in der zwei Kathedralen von der Größe des Kölner Doms Platz fänden
- Das Mittelmeer ist von Natur aus oligotroph (= Nährstoff arm), was einen gewissen Schutz gegenüber, der durch Menschen verursachte
- (= anthropogenen), Zunahme unerwünschter Nährstoffe (= Eutrophierung) darstellt, das Beispiel der Adria zeigt aber, dass dieser Schutz bereits teilweise an seine Grenzen stößt
- Ein weiterer alarmierender Punkt ist, dass sich in den letzten 30 Jahren der Wasserkörper stetig um mehr als ein Zehntel Grad erwärmt und der Salzgehalt zunimmt, vermutlich eine Folge des Treibhauseffektes
- Gefährlich ist auch die Schädigung der Seegraswiesen: Das Neptungras kann auf jedem Quadratmeter 8.000 Blätter bilden und täglich bis zu 14 l Sauerstoff produzieren; hinzu kommt, dass 80% aller Tierarten im Mittelmeer zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben Nahrung und Lebensraum in den Seegraswiesen suchen und das Gras ein dichtes Wurzelgeflecht ausbilden kann
- Das Gras wächst jedoch nur mit einer Geschwindigkeit von 3 cm pro Jahr (ca. 3.000 Jahre für 100 m!)
- Algenblüten im Oberflächenwasser nehmen dem Neptungras das Licht, Algenblüten auf den Blättern ersticken die Pflanzen und die Tenside aus Waschmitteln verätzen sie förmlich


... oder doch ein Krisen Gebiet?

Das Mittelmeer wird als große Mülldeponie verwendet. Fässer mit radioaktivem Abfall werden im Meer versenkt. Äußerst giftige Abfälle, wie zum Beispiel dioxinhaltige Substanzen, werden auf eigenen Müllvernichtungsschiffen auf hoher See verbrannt. Dioxin ist krebserregend. Viel zu wenig bekannt sind die Gefahren, die durch die Verschmutzung des Mittelmeers mit sich gebracht wurde. Obwohl dieser Lebensraum unermesslich groß scheint, ist die Entbringung von Erdöl, Abwässern, radioaktiven Abfällen und Müll doch sehr bedenklich. Oft ist das Wasser an der Küste so stark verschmutzt, sodass Badeverbot herrscht. Teerflecken am Strand stammen von den Ölverschmutzungen im Meer. Ölteppiche verhindern den Sauerstoffaustausch und verkleben die Kiemen der Fische und das Federkleid der Meeresvögel, die dann elend zu Grunde gehen. An der Ölpest gehen Tausende von Fische und Vögel zugrunde. Heute schon sind weite Flächen mit einem feinen Ölfilm bedeckt. Das ist auch nicht ohne Folgen für die Entwicklung von Plankton. Jährlich sterben eine Menge an Meerestieren wegen der Verschmutzung. Aber auch schon bei der Ölbohrung gelangen 100000 Tonnen Chemie ins Meer. Bohrschlämme vermischt mit Bohrgestein oder unfallbedingtes Auslaufen von Rohöl verursachen eine große Umweltbelastung.


Hoffnung auf Besserung?

Internationale Mittelmeerkonferenz:
- 1975 diente Marseille der 1. Konferenz der Umweltorganisation UNEP in Barcelona als Paradebeispiel für bedrohlich anwachsende Umweltverschmutzung
- obwohl Marseille durch starke Strömungen vor den Abwässern der Rhone geschützt ist, zeigte sich auf dem Meeresboden das Wuchern von Meersalat, einer Grünalge, die ein deutliches Anzeichen für starke Verschmutzung ist; sie tritt in schwerstbelasteten Hafengewässern auf
- des weiteren war eine Verarmung der Artenvielfalt, jedoch verstärktes Auftreten von Quallen und festsitzenden Polypen festzustellen
- Man beschloss, bis 1995 50 Naturparks einzurichten und in allen Großstädten Kläranlagen zu installieren
- Die Maßnahmen wurden jedoch nur teilweise umgesetzt: Als 1985 die beteiligten 12 Staaten zusammentraten, flossen immer noch 85% aller Abwässer aus diesen Städten ungeklärt ins Mittelmeer

Barcelona:
- Barcelona ist besonders stark belastet
- Die Grenzen der Belastbarkeit werden an der Artenverarmung und dem Verschwinden naturnaher Strände deutlich
- Ursachen: Schiffverkehr (Öl) und Tourismus (Hotels, Freizeithäfen)

Adria:
- Die nördliche Adria ist eine „Sackgasse“, d. h. es findet fast kein Wasseraustausch mit dem Rest des Mittelmeeres statt
- Verstärkend sind die algenanfälligen Bereiche sehr flach
- Seit 30 Jahren stört die Industrie das labile Gleichgewicht der Meeresströmung aus dem Süden, den Zuflüssen aus den Gebirgen und des gefilterten Meerwasser aus dem Boden
- z.B. entlässt der Po jährlich 50 Mia. m3 stark belastetes Wasser in die Adria (Zinn, Zink, Blei, Chrom, Kupfer, Arsen, Quecksilber und Öl)
- Der Fluss transportiert heute doppelt so viele Nährsalze wie noch vor 10 Jahren

Venedig:
- Aktuell suchen besonders Venedig häufig Algenplagen heim, die eine größere Gefahr als Hochwasser darstellen
- Nach Untersuchungen, die Greenpeace 1990 anstellte, waren die Sedimente der Lagune stärker mit Industrieabfällen belastet als die Häfen von Hamburg und Rotterdam
- Heute sind fast alle Böden biologisch tot

Fazit:
- die Adria sollte als Beispiel dafür dienen, dass die weitere Verschmutzung des Mittelmeeres gestoppt werden muss
- die Adria wird selbst bei sofortigen Maßnahmen Jahrzehnte dauern, bis sie wieder ins Gleichgewicht kommt
- Meeresforscher und Biologen sind sich einig, dass die Eutrophierung des Mittelmeeres weiter zunehmen wird
- Die Artenvielfalt vermindert sich zusammen mit den intakten Lebensräumen ständig


Die Zukunft

Einige Experten sagen die Zerstörung der Mittelmeerufer in den nächsten 50 Jahren voraus, wenn nicht der Bauboom unter Kontrolle gebracht wird. Die Natur ist eine begrenzte Ressource, die unbedingt geschützt werden muss. Jedoch ist jeder Meter Küste ein potentieller, attraktiver Entwicklungsschwerpunkt. Der Ausblick ins neue Jahrtausend scheint düster, wenn man an einen gesättigten Markt mit vielen Touristen denkt, oder die Bebauung sieht, die sich vervielfacht und die Landschaft zerstört, und wenn sich die Qualität der Strände weiter verschlechtert. Ökologen drängen auf einen Neubeginn. Vereinzelt sind schon Bauprojekte gestoppt und die Flächen mit Bäumen und Sträuchern wieder bepflanzt worden.

Interview mit dem tunesischen Historiker und Mittelmeer-Experten Ridah Tlili
ZfK: Sie arbeiten seit mehr als zwanzig Jahren am Projekt »Mittelmeer«. Warum ist die Öffnung Europas zum Mittelmeer so wichtig?
Tlili: Viele Menschen sprechen vom Mittelmeer so, als sprächen sie vom Paradies. Der Mittelmeerraum ist aber kein Paradies, sondern ein Gebiet mit einer besonderen geographischen Situation, die einerseits den Dialog erleichtert, andererseits aber auch ethnische, religiöse und ökonomische Konflikte provoziert. Und dies nicht nur, weil Europa potenter und reicher ist. Europa wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit Unterstützung des Marshall-Plans wiederaufgebaut. Die Länder am Südufer des Mittelmeers haben ebenfalls unter dem Zweiten Weltkrieg gelitten. Der Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung konzentrierten sich jedoch auf Europa, und damit setzte sich das Ungleichgewicht fort. Zu den politischen und ökonomischen Problemen kommt heute ein drittes Problem hinzu, das kulturelle.
ZfK: Wie drückt sich das aus?
Tlili: Die nord- und mitteleuropäischen Länder waren bisher so sehr mit dem Aufbau der Europäischen Union beschäftigt, dass sie darüber vergessen haben, dass Europa und der Mittelmeerraum nicht voneinander zu trennen sind. Sicher sind Europäer sehr okzidentsalisch, aber ihre philosophischen Grundlagen liegen in Griechenland und in Italien, in der jüdisch-christlichen und arabisch-muslimischen Kultur.
ZfK: Was haben die Konferenzen und Treffen, die seit Jahren rund um das Mittelmeer stattfinden, bisher gebracht?
Tlili: Diese Treffen waren oft von mangelnder Sachkenntnis und Professionalität gekennzeichnet und thematisch viel zu allgemein gehalten. Niemand wusste, woran der Nachbar wirklich arbeitet. Vor fünf Jahren begann sich hier etwas zu verändern. Seitdem arbeiten viele Institutionen, Stiftungen und Non-governemental Organizations (NGO) effizienter an konkreten Projekten, doch fehlte es an Geld, um eine neue Kulturpolitik zu machen. Seit Juli dieses Jahres gibt es das MED-Programm der Europäischen Union, das mit dem Ziel geschaffen wurde, Kulturprojekte im Mittelmeerraum zu fördern. Jetzt müssen wir uns koordinieren. Wichtig ist dabei, dass die NGO und die Regierungen sich ergänzen und konfliktfrei zusammenarbeiten. Strategien, Transparenz, Reflexion und vor allem Information sind jetzt gefordert.
ZfK: Sie kritisieren die Art und Weise, wie bisher informiert wurde ...
Tlili: Die Medien haben den Süden aufgrund des Fundamentalismus entdeckt. Von den demokratischen Bewegungen, den Intellektuellen, die seit Jahren für die Friedensbewegung arbeiten, wird kaum gesprochen. Ein weiteres beliebtes Thema ist die Immigration. Der Süden wird als Last empfunden. Die spanische Tageszeitung »El Pa's« hat dies mit einer Überschrift während des Golfkriegs auf den Punkt gebracht: »Die Bedrohung kommt aus dem Süden«. Das ist Demagogie ohne tiefgründige Analyse. Anstatt solche Behauptungen aufzustellen, sollte man besser die Energie darauf verwenden, Bücher zu übersetzen.
ZfK: Wie sieht es überhaupt aus mit literarischen Übersetzungen?
Tlili: Hier gibt es ein katastrophales Defizit. Wir kennen zu wenige europäische Autoren, und umgekehrt sind unsere Autoren in Europa viel zu unbekannt. Es gibt kein Bewusstsein dafür, dass das Übersetzen von Büchern eine wichtige Brücke sein kann, die zum gegenseitigen Verständnis beiträgt. Wenn wir nicht anfangen, uns gegenseitig kennen zulernen, gibt es keine gemeinsame Zukunft.
ZfK: Die bisherige Kulturpolitik Europas in den Mittelmeerländern wird vielfach kritisiert. Was muss aus Ihrer Sicht anders werden?
Tlili: Eine gemeinsame Zukunftsgestaltung ist nur durch multilaterale Gespräche und multilateralen Austausch möglich. Ein Projekt darf nicht nur den Interessen einer bestimmten Gruppe entsprechen. Vor allem aber müssen wir endlich anfangen, uns zu akzeptieren, denn nur so kann kulturelle Pluralität entstehen.
ZfK: Wie stellen Sie sich eine euro-mediterrane Kulturpolitik konkret vor?
Tlili: Wir brauchen kulturelle Plattformen, Foren. In Europa gibt es das Projekt »Kulturstadt Europas«, im Mittelmeerraum gibt es euro-mediterrane Organisationen, die sich im Forum »Euromed« organisiert haben. Aber es kann nicht nur um den Austausch von Künstlern und Festivals gehen. Eine moderne Kulturplattform, die eine neue Identität schaffen will, kann nur auf der Anerkennung der Menschenrechte basieren, auf Demokratie, der Freiheit von Gedanken und der Gleichberechtigung im ökonomischen Bereich. Das sind Grundfeste, auf denen eine neue Kultur mediterraner Identität wachsen könnte. Die mehr als 500 Treffen, die bisher zum Thema Mittelmeer veranstaltet wurden, hatten bisher leider entweder voluntaristischen oder nostalgischen Charakter.
ZfK: Wie sieht der neue Weg aus?
Tlili: Man kreiert keine neue Welt, wenn man nur in der Vergangenheit schwelgt, auch wenn viele Intellektuelle die Kreation eines neuen Al-Andalus fordern. So ein Quatsch! Die Sternstunde Andalusiens endete mit der Inquisition, die Geschichte des multikulturellen Libanon endete mit einem furchtbaren Krieg. Das nostalgische Andenken an Al-Andalus ist Folklore. Die Toleranz, die dort vorherrschte, war vor allem religiöser Art, hat aber mit den Fundamenten einer modernen kulturellen Plattform, die den Menschenrechen und deren Universalität Rechnung trägt, wenig gemein.
Ridha Tlili, Jahrgang 1948, ist Professor für Neuzeitliche Geschichte in Tunis, Autor verschiedener Bücher über Kulturpolitik im Mittelmeerraum und Dichter. Tlili ist Mitglied der UNESCO und Gründer verschiedener Zentren, die sich wissenschaftlich mit dem Thema Mittelmeer auseinandersetzen, sowie Mitbegründer des »Euro-Arabischen Forums für den Dialog«. Seit kurzem betreibt Tlili ein Büro für Kulturmanagement.

Das Interview führte Anuschka Seyfert.
ZfK= Zeitschrift für Kulturaustausch


Eigenes Fazit

Wenn man mal so im Internet oder auch in den Lexikas kuckt, dann sieht man nur gutes von dem Mittelmeer. Die beliebten Urlaubsziele, wie zum Beispiel die Balearen, Spanien, Frankreich, Griechenland, Kreta, Italien, etc., werden alle als Paradies mit schönen Stränden, blauem Wasser und sehr guten Klima dargestellt. Doch gerade die beliebten Urlaubsziele sind wie Gift für das Mittelmeer. Die Schadstoffe werden ins Meer abgegeben und so wird das Meer immer dreckiger und schon bald wird es kein blaues Wasser mehr im Mittelmeer gegen. Ich finde trotzdem, dass es immer ein beliebtes Urlaubziel bleiben wird, auch wenn es viel zu viel Tourismus gibt.
Ich selbst war auch schon am Mittelmeer (Italien). Ich fand es dort sehr wunderschön, denn das sehr salzige Wasser gibt erfrischende Luft ab und selbst ist es gut für die Gesundheit. Am Strand war goldgelber Sand und das Wasser war himmelblau. Ich denke so sehen es auch andere Touristen und gerade deshalb ist der Mittelmeerraum als Urlaubsziel sehr beliebt.
Aus meinem Fazit heraus erschließe ich, dass das Mittelmeer zwar für den Tourismus immer ein Paradies bleiben wird, aber die Wasserverschmutzung im Mittelmeer ist auch immer zu bedenken, denn die Schadstoffe im Wasser können die Gesundheit gefährden.
Da es sogar Gebiete im Mittelmeer gibt, in denen es erlaubt ist die Ölreste abzugeben, denke ich, sollte man vorsichtig sein bevor man ins Wasser geht. Es können schließlich Gebiete sein, indem gerade Öl „gestrandet“ ist und damit die Gesundheit sehr gefährden. Die Schadstoffe gelangen dann über das Wasser auf die Haut und somit können auch ernsthafte Schäden entstehen.
Um Zeit zu sparen, fangen die großen Schiffe schon im Meer an ihre Tanks zu spülen und so werden die Rest Ölstoffe im Mittelmeer abgegeben. Die Tiere im Mittelmeer sind somit sehr gefährdet und man sollte an die Schiffskapitäne appellieren, die Tanks nur noch in den dafür Vorgesehenen Plätzen zu reinigen, denn ich denke das Mittelmeer soll ja in 20 Jahren nicht nur noch Kloake sein.
Ich hoffe, dass einige Kapitäne sich mal überlegen was sie eigentlich alles damit zerstören, wenn sie ihre Tanks dort leeren und säubern.
Wie aus dem Fazit bei der Überschrift „Hoffnung auf Besserung“ sieht man es an dem Beispiel der Adria, dass diese schon sehr verschmutzt ist, denn es steht ja dort, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis die Adria wieder im Gleichgewicht ist. Dies sollten sich auch mal einige Verschmutzter des Mittelmeers überlegen, denn sie sollten ihr Öl nicht dort ablassen, denn sonst endet das Mittelmeer wie die Adria und es werden bald nicht mehr viele Touristen ans Mittelmeer fahren, wenn diese erfahren, dass es so eine große Verschmutzung im Mittelmeer gibt.








Quelle: keine Angaben




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