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Titel:

Der Schimmelreiter (von Theodor Storm)


  Note: 1   Klasse: 10









Arbeit: Der Schimmelreiter (Theodor Storm)

Zur Struktur der Novelle

Storms Novelle Der Schimmelreiter besteht aus zwei Rahmen und einer Binnenhandlung. Der äußere Rahmen, der im Jahre 1888 spielt, bleibt fragmentarisch, d.h. er wird nicht geschlossen. Der mittlere Rahmen, der auch wieder geschlossen wird, spielt ca. 1830 und die eigentliche Binnenerzählung vor und nach 1750. Zwischen diesen beiden Stufen lassen sich vielfältige Beziehungen erkennen, denn die Binnenhandlung wird mehrfach unterbrochen. Die fünf Einschnitte gliedern das Binnengeschehen in fünf Sinnabschnitte und erinnern somit an Storms Bezeichnung der Novelle als "Schwester des Dramas".

Personen der Novelle
Die Hauptperson der Novelle, der Deichgraf Hauke Haien, ist ein willensstarker Mann, ein Rationalist und Techniker, der gegen Gleichgültigkeit und Neid kämpft, um die Deiche seiner friesischen Heimat zu verbessern. Er ist ein erbitterter Gegner des Aberglaubens und rückständiger Traditionen. Jedoch ist Hauke Haien nicht nur "Sprachrohr, sondern auch Objekt der Kritik".
Schon in seiner Jugend zeigt Hauke Eigenschaften, die sein weiteres Leben prägen. Er ist hartnäckig, strebsam, erweist sich als kluger und kühler Rechner. Bereits als Jugendlicher ist er von seinem Können überzeugt; Überheblichkeit und Selbstüberschätzung sind in seinem Verhalten schon früh angelegt und bringen ihm später die Verachtung der Dorfgemeinschaft ein. Wie besessen arbeitet er als junger Mann an Plänen für eine neuartige Konstruktion der Deiche und zeigt darüber kaum ein Interesse an seinen Mitmenschen, er isoliert sich.
Während seiner Dienstzeit als Knecht des Deichgrafen profitiert Haien von seinen Rechenkünsten, die ihm die Achtung des Deichgrafen einbringen. Er lernt dessen Tochter Elke Volkerts, seine spätere Frau, kennen. Elke ist neben der alten Trin Jans die einzige Frauengestalt, die im Schimmelreiter Konturen annimmt und weniger angepasst auftritt als die anderen weiblichen Figuren. Diese Gewichtung verdeutlicht die eher bescheidene Rolle der Frauen, die sie in der männlich bestimmten Gesellschaft der Novelle spielen.
Oft erwähnt der Erzähler Elkes Klugheit und Umsichtigkeit, sie weiß genau, was sie will und erweist sich in vielen Dingen ihrem Mann als ebenbürtig. Ihre paradoxerweise aus der Ehe resultierende Einsamkeit trägt sie mit Geduld, manchmal versucht sie, zwischen ihrem Mann und den Leuten des Dorfes zu vermitteln.
Durch seine rücksichtslose und egoistische Art gerät Hauke Haien immer stärker in einen Gegensatz zur gesamten Dorfbevölkerung. Theodor Storm gestaltet die Dorfgemeinschaft nicht als Gegenspieler zu Hauke Haien, sondern vielmehr als "Komplement zu dem ehrgeizigen und theoriebesessenen Einzelgänger". Die Dorfbevölkerung verkörpert all jene Eigenschaften, die Haien nicht hat: Gemeinschaftsgefühl, Solidarität, Vitalität, Sinnlichkeit, Erotik.
Neben Hauke ist besonders Ole Peters, der Großknecht des alten Deichgrafen, hervorgehoben. Der Praktiker Ole steht dem Theoretiker Hauke von Beginn an feindselig gegenüber. Zum Neid auf das hohe Ansehen, welches der alte Deichgraf Hauke entgegenbringt, gesellt sich die Eifersucht, als sich herausstellt, dass Elke Hauke und nicht ihm zugetan ist. Neben Ole Peters sind zusätzlich Tede Haien, der Vater Haukes, Tede Volkerts, der alte Deichgraf, und Jewe Manners, der Freund Tede Volkerts, als die Männergestalten zu erwähnen, denen sich Theodor Storm ausführlicher widmet.
Das drückend empfundene Gefühl der Minderwertigkeit, nur Deichgraf "von seines Weibes wegen" zu sein, lässt Hauke Haiens Plan bezüglich des Baus eines neuen Deiches ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen ins Gigantische wachsen. Selbst unheilvolle Vorzeichen, seine Frau entging nur knapp dem Tod und seine an Schwachsinn leidende Tochter Wienke, bremsen nicht seine überdimensionierten Pläne, sein Ehrgeiz, Stolz und seine Geltungssucht überschreiten das normale Maß. Der Konflikt zwischen dem Einzelmenschen und der Gemeinschaft spitzt sich parallel zum Geschehen zu, die Katastrophe in Form einer Sturmflut steht kurz bevor.
"Herr Gott, ja ich bekenn es", rief er plötzlich laut in den Sturm hinaus, "ich habe meines Amtes schlecht gewartet!" Hauke Haien weiß, dass ein richtiges Verhalten das furchtbare Geschehen hätte verhindern können. So aber begraben die Wassermassen seine Frau Elke und sein Kind, die einzigen Personen, die er liebte und in deren Nähe er sich seine Sehnsucht nach Liebe, Zuneigung und Wärme offen eingesteht.
Der Deichgraf Hauke Haien gibt seinem Schimmel die Sporen und stürzt in das wilde Wasser: "Herrgott, nimm mich; verschon die andern."

Wirkungsgeschichte

Der Schimmelreiter wurde von der lesenden Bevölkerung nur langsam aufgenommen. Vom ersten Erscheinen 1888 bis zum Neudruck 1919 vergingen drei Jahrzehnte. Ursachen liegen zum einen in der negativen Kritik, die die Novelle erfuhr, und zum anderen im "verengten Heimatbegriff", der fälschlicherweise auf Storms Werke übertragen wurde. Die Bedeutung des Schriftstellers für die Gegenwart sah man in seiner "Heimatliebe und Heimattreue". Seine als "durchaus deutsch" verstandene Erzähldichtung wurde dementsprechend von den Nationalsozialisten verzerrt und einseitig ausgelegt. Erst nach 1945 begann man mit einer ernsthaften wissenschaftlichen Analyse von Theodor Storms Werken und förderte somit deren weite Verbreitung.









Quelle:




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