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Titel:

Der psychosoziale Ansatz von Erik H Erikson


  Note: 2   Klasse: 12









Arbeit: Der psychosoziale Ansatz von Erik H. Erikson


Der Autor

Erik H. Erikson wurde 1902 in Frankfurt am Main geboren und emigrierte 1933 nach seiner Ausbildung zum Psychoanalytiker in die USA und war dort als Professor für Psychologie (z.B. in Harvard) tätig. In seinen Werken befasst er sich mit der Entwicklung der Persönlichkeit und dem Einfluss der sozialen Umwelt auf diesen Prozess.

Laut Erikson entwickelt sich die Persönlichkeit in 8 acht Phasen innerhalb eines Lebens.
Jede Phase signalisiert dabei einen Urkonflikt dessen auslösende Faktoren in der Haltung und im Verhalten der jeweiligen sozialen Umwelt angesiedelt sind.


1. Urvertrauen vs. Urmisstrauen

„Ich bin, was man mir gibt“

Diese Phase wird in der klassischen Psychoanalyse als orale Phase charakterisiert, sie beginnt direkt mit der Geburt.
Als Urvertrauen beschreibt Erikson ein Gefühl des „Sich- Verlassen- Dürfens“ in Bezug auf andere und auf sich selbst. Der Begriff Urvertrauen kommt daher, dass einem diese Erfahrung kaum bewusst ist.
Das Kind, erwirbt ein Gefühl von Ich – Identität, und ist scheinbar entspannt und ohne Probleme. Die liebende Mutter wird zu einer “ inneren Gewißheit” und wird in Spannungssituationen als Helfer angesehen. Außerdem stützt sich das Kind auf Empfindungen und Bilder, welche eine Art Vertrauensbasis zu zuverlässigen Personen herstellen. Das Kind erfährt ein Gefühl von Gegenseitigkeit.
Geben und etwas bekommen sind entscheidende Faktoren dieser Entwicklungsstufe.
Der Konflikt liegt darin, dass das Kind lernen muss trotz Unbehagens (Schmerzen durch Zahnwuchs)oder des Verlustes der Mutter aus der Sichtweite sein Vertrauen zu behalten.
Diese Phase ist der Anfang- das zusammenkommen eines Säuglings, einem Elternpaar und einer Gesellschaft in einem Akt des Glaubens und Vertrauens.
Wird dieses Urvertrauen verletzt schlägt es um in das Ur- Misstrauen, welches im Erwachsenenalter zu Störungen und sogar Schizophrenie führen kann.



2. Autonomie vs. Scham und Zweifel

„Ich bin, was ich will“

Diese Phase entspricht der analen Phase bei Freud.
Durch das Reifen der Muskulatur werden dem Kind zwei neue Fähigkeiten gegeben:
Das „ Festhalten“ und das „Loslassen“.
Daraus entwickelt sich das Bedürfnis mit dem eigenen Willen eben etwas loszulassen oder etwas festzuhalten, es ist sozusagen ein Kampf um Autonomie( Selbstständigkeit).
Taucht nun von der Umwelt ein gewisser Reinlichkeitsdruck auf, der diese Bemühungen um Selbstständigkeit unterdrückt kann sich ein ständiges Gefühl von Zweifel und Scham
(Erikson sagt, der Zweifel ist der Bruder der Scham) führen.
Tolerieren die Eltern jedoch die Autonomiebestrebungen „entsteht ein dauerndes Gefühl von Autonomie und Stolz“.


3. Initiative vs. Schuldgefühle

„Ich bin, was ich mir zu werden vorstellen kann“

Freud bezeichnete diese 3. Phase als ödipale Phase.
Aus der 2. Phase hat das Kind erfahren, dass es ein ICH ist, nun muss es herausfinden was für eine Art von Person es werden will. Da liegt es nahe, dass es so werden will wie Vater und Mutter.
Aus dieser Phase geht das Gewissen hervor, Erikson bezeichnet dies als „Lenker der Initiative“.
Diese Initiative erwächst aus drei Entwicklungsfortschritten:
- Vergrößerung des Tätigkeitsfeldes durch freiere Bewegung
- Vervollkommnung des Sprachvermögens
→ erweiterte Vorstellungswelt

Das Kind beginnt nun zu vergleichen und ist neugierig auf Größenunterschiede und besonders auf Geschlechtsunterschiede.
Mit der Bildung des Gewissens entwickeln sich jedoch auch Schuldgefühle.
Einerseits hat es kindliche Wünsche, andererseits beginnt das Kind sich bereits für Gedanken schuldig zu fühlen.


4. Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl

„Ich bin, was ich lerne“

Freud nannte diese Periode Latenzperiode.
Kinder aller Kulturen erhalten nun systematische Unterweisungen, in unserer Gesellschaft ist dies in der Schule der Fall, deshalb trägt in diesem Stadium der Lehrer eine große Verantwortung.
Das Kind versucht nun etwas gut zu machen, es entwickelt die Lust etwas fertig zu stellen, ein Werk zu vollenden. Dieses nennt Erikson den Werksinn.
Die Gefahr in diesem Stadium ist die Entwicklung eines Minderwertigkeitsgefühls, welches durch folgende Faktoren verursacht werden kann:
- fehlende Akzeptierung dessen, was das Kind macht
- vorzeitige Fixierung des Identitätsgefühls (Kind ist Helfer, seine Fähigkeiten werden unterfordert)
- das Kind erlebt keine Arbeitsfreude und keinen Stolz, etwas gut zu machen


5. Identität vs. Identitätsdiffusion

Die vorhergehende Phase wird nun von der Pubertät beendet.
Durch das Einsetzen des Wachstums und der Geschlechtsreife werden alle vorhergehenden Identifizierungen angezweifelt.
Das Hauptziel des Jugendlichen ist es seine soziale Rolle zu finden und zu festigen.
Die Frage nach dem ICH und “Wie erscheine ich den anderen?” erscheinen als wichtig. Durch Cliquenbildung wird die Angst vermindert.
Eine Gefahr in dieser Phase liegt bei der Identitätsdiffusion. Diese tritt dann ein, wenn der Jugendliche keine Identität bilden kann. Die Intoleranz von Jugendlichen ist für Erikson eine Abwehr gegen das Gefühl der Identitätsdiffusion.
Ist die Ich- Identität aufgebaut, ist das Erwachsenenalter erreicht.


6. Intimität vs. Isolierung

Nach einer Entwicklung eines starken Identitätsgefühles, ist es dem jungen Erwachsenen möglich sich durch eine konkrete Partnerschaft und Bindung zu verpflichten, und durch ethische Stärke durch Opfer und Kompromisse gerecht zu werden.
Die Gefahr dieser Phase ist, die Distanzierung von der Umwelt, die Konzentrierung auf sich selbst. Kommunikation mit anderen und befriedigende, sexuelle Beziehungen, welche zu Intimität führen werden vermieden.
Vorraussetzung für Intimität ist wie bei allen Phasen ein halbwegs sicheres Gefühl für Identität.
Wird die Krise bewältigt, tritt die nächste Phase ein.


7. Zeugende Fähigkeit vs. Stagnation

Zeugende Fähigkeit ist Generativität, das Interesse an der Erzeugung einer nächsten Generation. Der Wille mit vereinter Kraft ein Kind aufzuziehen ist ein erstrebenswertes Ziel des Erwachsenenalters, es beinhaltet Produktivität und Schöpfertum im beruflichen und privaten Bereich. Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, kann es zu einer Persönlichkeitsverarmung führen und man stagniert. Eine nachsichtige Haltung seiner Selbst tritt auf und die Leidenschaft wird der seichten Sinnlichkeit geopfert.


8. Ich–Integrität vs. Verzweiflung (und Ekel)

„Ich bin, was von mir überlebt“

Diese Phase ist der letzte Lebensabschnitt. Der eigene Lebenszyklus muss angenommen werden und man soll stolz auf sein Leben zurückblicken.
Das Gegenteil dieser Gefühle ist die Angst vor dem Sterben oder das Gefühl noch einmal leben zu müssen, um alles besser zu machen. Der Tod scheint als sinnloses Ende und kann nicht mehr als unabänderliches Schicksal hingenommen werden und wird mit Angst oder Todesfurcht beklagt.








Quelle: keine Angaben




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