Die drei Thesen des Gorgias in seinem Werk über die Natur - schulnote.de 
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Titel:

Die drei Thesen des Gorgias in seinem Werk über die Natur


  Note: 1   Klasse: 11









Arbeit: - Gorgias (480 – 380 v.Chr.)
- Sohn des Charmantidas aus Leontium auf Sizilien
- Rhetoriker, glaubte nur an die Macht des Wortes


3 Thesen in seinem Werk „Über die Natur“

- es gibt nichts
- wenn es etwas gäbe, könnte es doch nicht erkannt werden
- wenn es erkannt werden könnte, könnte es doch nicht mitgeteilt werden


Beweis der Thesen

1.: Wenn es etwas gäbe, wäre es Seiendes, Nichtseiendes, oder Seiendes und Nichtseiendes.

1a: Wenn es Nichtseiendes gäbe (wenn Nichtseiendes sei), so gäbe es dann kein Seiendes (das Seiende wäre nicht), denn beide sind entgegengesetzt. Dem Nichtseienden käme also das Seiende (die Existenz als Eigenschaft) zu, also gerade das was nicht ist (nicht existiert).

1b: Wenn es das Seiende gäbe, wäre es ohne Anfang (ewig, also unendlich), oder entstanden. Es kann nicht ewig sein, denn dann wäre es entweder an einem Ort, von dem es sich unterscheidet, oder es wäre der Ort selbst. Der Ort von dem es sich unterscheidet umfasst also das Unendliche, was unmöglich ist, da es nichts größeres als das Unendliche geben kann. Das Seiende kann aber auch nicht der Ort selbst sein, denn Ort und Körper wären dann das selbe und das sei „ungereimt“. Also gibt es kein Unendliches.
Etwas entstandenes kann es auch nicht geben, denn es müsste entweder aus dem Seienden entstanden sein, und damit hätte sich das Seiende nicht verändert, oder es müsste aus dem Nichtseienden entstanden sein, aber dessen Nichtexistenz wurde bereits bewiesen und aus dem Nichts kann nicht etwas entstehen. (Nichts kann aus dem Nichts auch nicht entstehen, denn dann hätte es sich ebenfalls nicht verändert.)

1c: Sein und Nichtsein können auch nicht gleichzeitig Eigenschaft einer Sache sein, also gemeinsam als Eins existieren, also das selbe sein. Denn wenn man sagt, beide sind das selbe, sagt man auch, dass sie verschieden sind. Sagt man sie sind Verschiedene, so sind sie dadurch doch gleich (sie haben die gleiche Eigenschaft), also nicht verschieden, also das Selbe.

2.:
- Wenn es doch etwas gibt, kann es nicht vorgestellt werden, denn das Vorgestellte ist nicht das Seiende, sondern das Vorgestellte. Wenn nun etwas vorgestellt wird, dies aber nicht das Seiende ist, so wird ja offenbar das Seiende nicht vorgestellt.
- Das Vorgestellte kann nicht das Seiende sein, denn dann wäre auch das Seiende das Vorgestellte, aber niemand kann behaupten, er stelle sich etwas vor und das existiere dann auch.
- Das Seiende kann nicht das Vorgestellte sein (siehe Reli -> alles existiert nur in meinem Kopf), denn dann würde das Nichtseiende ja nicht vorgestellt werden, denn es ist das Gegenteil des Seienden, also des Vorgestellten, aber genau dies passiert ja ständig.

3.: Wenn das Seiende doch erfasst werden könnte, so könnte e3d och nicht mitgeteilt werden. Nicht deshalb, weil das Gegenüber es nicht verstehen würde, sondern, weil das Seiende nicht artikuliert werden kann. Hörbares wird durch Hören aufgefasst, Sichtbares durch Sehen, also kann nicht der eine Sinneseindruck durch einen anderen beschrieben werden.
In einer Rede, in der Seiendes beschreiben werden soll, wird nicht das Seiende, sondern die Rede mitgeteilt.








Quelle: Unterrichtsmaterial




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