Die Mode des Mittelalters - schulnote.de 
Akzeptieren

Unsere Webseite nutzt Cookies. Wenn Sie auf dieser Webseite bleiben, nehmen wir an, dass Sie damit einverstanden sind. Sie können unsere Cookies löschen. Wie das geht, erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung. Mehr erfahren



Impressum | Datenschutzerklärung Startseite








Titel:

Die Mode des Mittelalters


  Note: 1   Klasse: 11









Arbeit: Ich beginne mit dem Frühmittelalter (ca. 500 bis 1000). Damals trugen die Männer einen langen weiten Rock mit enganliegenden Ärmeln, die bis zum Handgelenk reichten. Dazu wurde ein Ledergürtel getragen.
Als Unterkleider trug man die traditionellen germanischen Kniehosen, die mit überkreuzten Bändern gehaltenen Leinenstrümpfe und dazu Bundschuhe. Die Haare waren lang und wurden mit Mittelscheitel und Locken getragen.
Adeligen Frauen trugen knielange Leinen- oder Wollhemden und darüber meist seidene, ebenfalls knielange Unterkleider. Die knöchellangen Überkleider wurden reichlich verziert und aus kostbaren Stoffen gefertigt. Auch Frauen trugen die mit Bändern gehaltenen Leinenstrümpfe und leichte Bundschuhe.
Einen richtigen Schnitt hatten diese Kleider nicht, die Breite des Gewands wurde durch die Breite des Webstuhls bestimmt.
Neben den traditionellen Stoffen Wolle und Leinen wurde nun, gerade für Adelige, auch Seide verwendet.
Mit diesem Modewandel änderte sich auch das Kleidungsverständnis. Bei den germanischen Stämmen galt Kleidung nicht als Statussymbol, dieser wurde ausschließlich durch kostbaren Schmuck demonstriert. Mit dem Wandel der Mode wird jedoch Kleidung immer mehr zum Statussymbol, da es sich nur besonders Reiche oder Adelige die teure Seide leisten konnten.

Das Hochmittelalter dauerte etwa 250 Jahre (ca. von 1000 bis 1250). Zu Beginn dieser Zeit trugen die Männer ein einfaches, weit und lang geschnittenes Gewand, welches mit einfachen Borten verziert und mit einem Lederriemen (bei adliger Festtagsgewandung mit einem goldenen Gürtel) geschnürt wurde. Als Unterkleid trug man ein einfaches knöchellange Leinenhemd, Bruchen (mittelalterliche Unterhosen) und wärmende Beinlinge. Die Bundschuhe wurden nun durch Schlupfschuhe ersetzt.
Adelige Männer trugen ihre Haare schulterlang und mit Locken, wobei blonde Haare als besonders modisch galten.
Auch die adeligen Frauen trugen ihr Haar lockig, wobei es nur ledigen Frauen gestattet war ihr Haar offen zu tragen. Verheiratete Frauen mussten ihr Haar mit Schleiern oder Hauben verdecken (daher kommt der Spruch: „unter die Haube kommen“).
Auch bei den Damen herrschten einfache, geometrische Schnitte und Formen vor. Frauen trugen lange und weite Ärmel die oft bis zum Boden reichten, teilweise mit Unterkleidern mit enganliegenden Ärmeln darunter, Röcke waren großzügig geschnitten und sehr lang, und auf Taillenhöhe wurden die Gewänder gegürtet.
Dann wurde in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts der Kleiderschnitt "erfunden" und als Folge davon entwickelte sich zunächst eine recht körperbetonte Mode. Die Kleider waren am Oberkörper figurbetonter, während sie ab der Hüfte weiterhin weit getragen wurden. Hierfür wurden sie an den Seiten unter den Ärmeln oder auf dem Rücken mit Bändern zusammengeschnürt. Die Oberkleider der adeligen Damen wurden zudem kürzer und vor allem bunter und reicher verziert. Um die größere Stofffülle des Rockteils zu erreichen, wurden Geren (keilförmige Stoffbahnen) in den Rockteil eingesetzt. Die enge Schnürung des Oberteils wurde teilweise noch durch einen Gürtel betont.
Durch die Kreuzzüge hatten die Menschen in Europa die wertvollen Stoffe aus dem Orient kennen gelernt.
Die knöchellangen Überkleider wurden reichlich verziert - oft mit Goldfäden und orientalischen Mustern - und aus kostbaren Stoffen gefertigt.
Auffällig an dieser Epoche ist die Liebe zur Farbenpracht. Da es noch keinen Stoffdruck im heutigen Sinne gab, waren die Stoffe einfarbig, abgesehen von extrem teuren Brokatstoffen aus dem Orient. Also versuchte man die Farbenpracht durch das Kombinieren von möglichst vielen verschiedenen Farben zu erreichen. Dabei sollten die Farben möglichst leuchtend sein.
Um die Farbvielfalt noch zu erhöhen, konnte man das Überkleid aus zwei unterschiedlich farbigen Hälften bestehen.
Selbst die unterschiedlich gefärbten Hälften konnten in sich noch einmal mit andersfarbigen Stoffen gestreift sein.
Diese Extremform (z.B. mit Diagonalstreifen) fällt jedoch hauptsächlich bei der Darstellung von Musikern und Gauklern auf.
Im dritten Stand setzten sich zu Beginn des Hochmittelalters bei den Männern lange Hosen durch, die mit einem kürzeren – etwa bis zur Oberschenkelmitte reichenden - Leibhemd getragen wurden. Als Kopfbedeckung diente die sog. Gugel, eine Art Kapuzenkragen mit mehr oder weniger langem Zipfel.
Zudem waren für Männer des dritten Standes kurze Haare vorgeschrieben. Die Frauen des dritten Standes trugen sackartige Kleider, die mit einem Gürtel oder Band in der Taille zusammengefasst wurden und das Einsetzen von Geren war gesetzlich auf 4 schmale seitliche Gere beschränkt. Außerdem durften sie nur Naturfarben tragen.

Im Spätmittelalter (ca. 1250-1500) änderte sich die Mode ziemlich radikal, vor allem was die Männermode betrifft. Der lange Rock verkürzte sich bis kurz unter die Hüfte und nun lag er auch bei den Herren hauteng an. Vorne waren die, so genannten Schecken, durchgehend zu knöpfen. Darunter wurde ein dünnes Faltenhemd getragen. Unter der engen Schecke und den engen Beinlingen konnten allerdings die bis dahin üblichen sackartigen Unterhosen nicht mehr getragen werden, was den modebewussten Mann des späten Mittelalters dazu veranlasste auf Unterhosen zu verzichten. Die Ober- und Unterkleider der adeligen Damen waren weiterhin enganliegend. Die Oberkleider hatten zudem sogenannte Teufelsfenster - seitliche, große Öffnungen am Oberteil des Kleides. Die Kleider waren zudem vorne und hinten dreieckig dekolltiert und wurden mit langen Schleppen getragen. Eine weitere Neuerung der Damenkleidung waren Knopfleisten, meist an der Vorderseite des Kleides, als Ersatz für die seitliche oder hintere Schnürung der Kleider. Gürtel, die bisher in der Taille getragen wurden, wurden im Spätmittelalter auf der Hüfte getragen. Außerdem wurde das Tragen von Glöckchen oder Schellen an Rocksäumen, an der Gugel, am Gürtel und an den Schuhspitzen der Schnabelschuhe sehr beliebt. Schnabelschuhe hatten sehr lange Spitzen sodass sie oft sogar mittels eines Kettchens hoch gebunden wurden.
Worauf auch keine Frau mehr verzichten wollte, war – zum Entsetzen der Geistlichkeit – die Schleppe. Die Franziskaner waren so erbost über die "Teufelskleidung", dass sie den schleppetragenden Damen rundweg die Absolution verweigerten. Die Geistlichen führten jedoch gegen die Schleppen ebenso wie gegen zu weite Ausschnitte, zu kurze Röcke und zu enge Kleider, die ihrer Meinung nach die Sittsamkeit in Gefahr brachten, einen aussichtslosen Kampf. Auch neue Haarfrisuren und Kopfbedeckungen wurden ausprobiert. Die Haare flocht man nicht nur zu kunstvollen Haarmuscheln, sondern formte sie unter Verwendung von Haarnetzen auch zu Walzen, Kugeln oder Hörnern. Bedeckt wurden diese bizarren Frisuren – wie es sich für verheiratete Frauen gehörte – mit den unterschiedlichsten Hüten und Hauben. Zudem etablierte sich eine hoch ausrasierte Stirn- und Schläfenpartie. Der Hennin stellt wohl die bekannteste Hutform des Spätmittelalters dar. Diese mehr oder weniger hohe kegelförmige Kopfbedeckung, die aus Metall oder steifem Leinen hergestellt und mit Brokat oder anderen wertvollen Stoffen überzogen wurde, setzte sich aus drei Teilen zusammen: einem feinen Tuch, dem Mandil, das die hoch ausrasierte Stirn und das Haupthaar bedeckte, einem spitzen oder stumpfen Kegel und einem manchmal bodenlangen Schleier, dem Flinder, der von der Spitze des Hutes herabfiel. Als gegen Ende des 15. Jhs. die sozialen Unterschiede in der Kleidung trotz aller Verbote geringer wurden, versuchten die Adligen besonders mit kostbaren Schmuckstücken ihre "Höherwertigkeit" zu demonstrieren. Aber der Schmuck hatte noch andere Funktionen zu erfüllen, so diente er auch als Kapitalanlage und als Talisman.

Auch heute noch erfreut sich die mittelalterlich Mode einer gewissen Beliebtheit. Mittelalterliche Kleider, neu interpretiert oder vom damaligen Stil beeinflusst finden sich vor allem auf Mittelalter Festen und in der Fantasy Branche.









Quelle: http://www.taraland.de/mode.htm Reklams Mode- und Kostümlexikon - Ingrid Loschek, Philipp Reclam jun. Verlag Mode- und Kostümlexikon - Loschek http://www.tempora-nostra.de http://www.kleio.org/de/geschichte/index.html Kleidung und Mode in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts - Elke Brüggen, Carl Winter Iniversitätsverlag




ähnliche Referate Wiener Biedermeier



Hier könnt Ihr die DRUCKANSICHT für das Referat öffnen




Tipp:







(c) schulnote.de 2004-2018

MEDIADATEN --- Besucher seit dem 01.09.2006
gesamt: 6844163 - heute: 240 - gestern: 564 - online: 9 - Rekord online: 340 - Rekord Tag: 2801


ID: 358      Aufrufe seit dem 02.08.2011: 11485