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Titel:

Effi Briest ein Gesellschaftsroman


  Note: 2   Klasse: 13









Arbeit: „Effi Briest“ – ein Gesellschaftsroman von Theodor Fontane


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
2 Kurzbiografie von Theodor Fontane
3 Definition: Gesellschaftsroman
4 kurze Inhaltsangabe des Romans
5 Charakterisierung der folgenden Romanfiguren und ihre Rolle im Roman:
- Effi Briest
- Geert von Innstetten
- Major Crampas
- Herr und Frau von Briest
6 Die Lage der Frau im Preußen des 19. Jahrhunderts
7 Die Kritik Fontanes an der preußischen Gesellschaft im Roman



Einleitung

In meiner Facharbeit werde ich den Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane analysieren.
Ich werde zunächst eine kurze Biographie des Autors geben. Dann gehe ich auf die Kriterien eines Gesellschaftsromans, zu welchen der „Effi Briest“ Roman gehört, ein. Es folgt eine kurze Inhaltsangabe des Romans selbst, bevor ich auf die Charakterisierung der Romanfiguren und ihre Rolle im Roman zu sprechen komme. Schließlich analysiere ich die Ehe der beiden Hauptfiguren Effi und Geert und schlussfolgere damit auf die Lage der Ehefrau im Preußentum.
Zum Schluss bringe ich ausgehend von vielen Textstellen die Kritik Fontanes an der preußischen Gesellschaft im Roman zur Geltung.


Kurzbiografie von Theodor Fontane

Henri Theodore Fontane wird am 30.12.1819 als Sohn des Apothekers Louis Henri Fontane und seiner Frau Emelie in Neuruppin geboren. Aus finanziellen Gründen zieht die Familie 1827 nach Swinemünde. Dort besucht Fontane zunächst die Stadtschule, dann erfolgt der Unterricht durch den Vater und Hauslehrer. Nach dem Besuch des Gymnasiums 1832 in Neuruppin und der Gewerbeschule 1833 in Berlin, erhält er zunächst eine Ausbildung in der väterlichen Apotheke. 1840 erhält er sein Zeugnis als Apothekergehilfe und arbeitet bis 1844 in verschiedenen Apotheken in Berlin, Magdeburg, Leipzig und Letschin.
1844 beginnt er seinen einjährigen Militärdienst im Gardegrenadierregiment „Kaiser Franz“.
Im Dezember 1845 verlobt er sich mit Emelie Rouanet-Kummer, Oktober 1850 heiraten beide.
1847 absolviert er das Staatsexamen und die Approbation als „Apotheker Erster Klasse“.
1848 nimmt er an den Straßenkämpfen in Berlin teil und wird als Wahlmann für den preußischen Landtag aufgestellt.
In den folgenden Jahren bestreitet Fontane seinen Lebensunterhalt als freier Schriftsteller, Publizist, Kritiker, Herausgeber, Pressekorrespondent (in London) und Privatlehrer.
Ab 1856 arbeitet er in London als halbamtlicher Presseagent der preußischen Regierung und ist tätig für verschiedene deutsche Zeitungen. 1857 lässt er seine Frau Emelie und seine beiden Söhne nach London übersiedeln. 1859 kehrt er mit seiner Familie nach Berlin zurück, ist Redakteur einer konservativen Zeitung, Theaterkritiker bei der „Vossischen Zeitung“ und Kriegsberichterstatter im Deutsch-Französischen Krieg. Während eines Aufenthaltes in Frankreich wird für einige Tage als vermeintlicher preußischer Spion festgenommen.
In den Jahren 1860 und 1864 folgen die Geburten des 3. und 4. Kindes.
Im März 1876 wird Fontane ständiger Sekretär der „Akademie der Künste“ in Berlin. Im Oktober desselben Jahres endet seine Tätigkeit an dieser Akademie auf eigenen Wunsch.
Ab 1876 war Theodor Fontane nur noch als freier Schriftsteller tätig. Erst 1895 schreibt Fontane sein heute bekanntestes Werk „Effi Briest“. Es ist ein so genannter realistischer Roman welcher zeitgenössische Kritik an der adligen Gesellschaft Preußens übt.
1898 stirbt Fontane nach einer Influenza an den Folgen einer Anämie.


Einige wichtige Werke Th. Fontanes:

-„Effi Briest“
-„Frau Jenny Treibel“
-„Die Stechlin“
-„Cecile“


Definition Gesellschaftsroman

Der Gesellschaftsroman ist ein Romantypus des 19. Jahrhunderts, der vor allem im Realismus durchsetzte.
Er war darauf gerichtet, die gesellschaftlichen Zustände und Widersprüche mehr oder weniger kritisch zu schildern. Dabei ging es seinen Vertretern darum, die Abhängigkeit des Einzelnen von sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnissen darzustellen.
Der Gesellschaftsroman strebt nach Wirklichkeitstreue und kann daher als Reflektion über das Wirkliche dieser Zeit anerkannt werden.
Die Handlung solcher Romane steht meist hinter der Beschreibung materieller Verhältnisse, der Seelenzustände und der umgebenden Natur, zurück.
Als Schöpfer dieses Genres gilt Charles Dickens, weitere Vertreter sind: Gustave Flaubert, George Eliot, Henry James, Iwan Turgenjew, Lew Tolstoj, Theodor Fontane und Thomas und Heinrich Mann.


Kurze Inhaltsangabe des Romans

Die 17-jährige Effi Briest ist die einzige Tochter eines märkischen Gutsbesitzers. In ihrer Heimatstadt Hohen-Cremmen lebt sie ein unbeschwertes Leben, bis sie eines Tages erfährt, dass sie den 25 Jahre älteren Landrat Geert Innstetten heiraten soll. Von Beginn an nicht glücklich mit dieser Bindung fügt sie sich aber ihrem Schicksal, heiratet Innstetten und zieht mit ihm in ihr neues Heim in Kessin. Aus Langeweile und fehlender Zuneigung von Seiten Innstettens, flüchtet sie sich in eine Liebesaffäre mit Major Crampas, einem alten Freund Innstettens.
Bald darauf aber zieht das Ehepaar nach Berlin und Effi trennt sich von Crampas. Sechs Jahre lang leben sie scheinbar glücklich zusammen, bis Innstetten alte Liebesbriefe von Crampas an Effi entdeckt. Da es die gesellschaftlichen Konventionen so verlangen, tötet er Crampas in einem Duell und verstößt Effi.
Effi wird nicht nur von ihrem Ehemann verstoßen, sondern auch noch von ihren Eltern. Sie lebt noch drei Jahre lang alleine in Berlin und kann danach, weil es ihr gesundheitlich nicht gut geht, in ihr Elternhaus zurückkehren.
Dort geht es ihr gesundheitlich immer schlechter, sie spürt ihren Tod nahen und nimmt Zwecks Versöhnung mit Innstetten sämtliche Schuld der gescheiterten Ehe auf sich. Kurz darauf stirbt sie mit 29 Jahren an Erschöpfung, die die Ereignisse zur Folge hatten.


Charakterisierung der Effi Briest

Effi ist das einzige Kind des märkischen Gutsbesitzers von Briest und seiner Frau Luise und verbringt in Hohen-Cremmen eine unbeschwerte Kindheit und Jugend. Als Kind erscheint sie mir übermütig und auch ein wenig leichtsinnig. Selbst die Eheschließung mit Geert Innstetten, scheint sie nicht anders als ein neues Spiel zu begreifen.
Sie wirkt eher wie ein Junge als ein Mädchen, trägt einen Jungenskittel, klettert gerne auf Bäume und spielt Verstecke mit ihren Freundinnen. ( S.12)
Sie wirkt mit ihren 17 Jahren noch sehr kindlich und verspielt. Wie sie selbst von sich behauptet, „…[macht sie sich] auch nichts aus Schmuck…“, sondern, „…klettere lieber und schaukle [sich] lieber…“. ( S.28)
Im dritten Kapitel zeigt sich, dass sie allgemein zwar bescheiden ist, im Besonderen aber anspruchsvoll sein kann. ( S.19)
Sie glaubt, dass Innstetten „…der Richtige…“ ist, denn er ist „…von Adel,…, [hat] eine Stellung,…, und [sieht gut aus]…“. ( S.16)
Aber sie ist von Anfang an in der Beziehung nicht glücklich. Zitat: „…wenn man zwei Stunden verlobt [ist], ist man immer ganz glücklich. Wenigstens denk ich es mir so.“ (S.16)
In einem Gespräch mit der Mutter macht Effi deutlich, dass sie sich von ihrer Ehe „…Zärtlichkeit und Liebe“ und wenn sie die nicht bekommen kann, dann „…Glanz und Ehre“ erhofft. (S.26) Gleichzeitig gesteht sie ihrer Mutter, dass sie sich nicht geeignet für eine Musterehe führt. Zitat: „…ich bin nicht sosehr für das, was man eine Musterehe nennt.“ (S. 26)
Dennoch willigt sie widerstandslos in die Ehe ein, denn sie weiß, dass sie ihr zu gesellschaftlichem Ansehen verhilft. In ihrer Ehe wird sie stark von ihrem Mann dominiert. Er steht ihr nur wenig zur Seite und zeigt kaum Verständnis für ihre Belange. Er ist Effi gegenüber zwar immer korrekt und höflich, schenkt ihr aber weder Liebe noch Zärtlichkeit. Auch Effi kann ihren Mann nur achten und schätzen, nicht aber lieben.
Effi bemüht sich dennoch ihre Rolle als liebende, verantwortungsbewusste und demütige Ehefrau zu erfüllen, ist aber schon bald damit überfordert. Schnell wird ihr bewusst, was ihr in ihrer Ehe eigentlich fehlt. „…Huldigungen, Anregungen, kleine Aufmerksamkeiten, Innstetten war lieb und gut, aber ein Liebhaber war er nicht.“ (S.86)
Das Leben in Kessin langweilt sie, so wie sie auch ihrer Mutter schon vor der Ehe erzählte, dass sie Langeweile quält. Zitat: „…was ich nicht aushalten kann, ist Langeweile.“ (S.26) Sie sehnt sich nach Aufmerksamkeit, Abwechslung, Zuneigung und Bewunderung und findet dies alles in Major Crampas. Sie ist daher ein leichtes Opfer für den „Damenmann“ und flüchtet sich in eine Liebesaffäre mit ihm. Ihr Seitensprung jedoch ist weniger das Ergebnis ihres eigenen Willens als vielmehr ihre Unfähigkeit, sich dem Willen des Majors zu widersetzen.
Nach Beendigung der Affäre durch den Umzug des Ehepaares Innstetten nach Berlin, wird Effi ständig von ihrem Gewissen geplagt und leidet an Schuldgefühlen da sie weiß, dass sie Innstetten als Mensch verletzte und sich mit einem Mann eingelassen hat, der sie nicht liebte und den sie nicht liebt.
Als nach sechs Jahren die Affäre von ihrem Mann Innstetten aufgedeckt wird, wird sie von ihm, ihrer Familie und der Gesellschaft verstoßen.
Von Zeit an lebt sie einsam in Berlin, am Rande der Gesellschaft, und verliert langsam den Mut und die Kraft weiterzuleben.
Seelisch schwer erkrankt durch die Ereignisse der letzten Zeit darf sie wieder in ihr Elternhaus zurückkehren.
Dort bereut sie erstmalig ihren Ehebruch, und stirbt in Versöhnung mit sich, ihrem Leben und ihrem Mann. Zitat: „…ich sterbe mit Gott und Menschen versöhnt, auch versöhnt mit ihm.“ (S.248)


Charakterisierung des Geert von Innstetten

Geert ist zu Beginn der Handlungen 38 Jahre alt, also über 20 Jahre älter als Effi. Aber dieser Altersunterschied entsprach den damaligen gesellschaftlichen Konventionen.
Früher war er in die jetzige Frau von Briest verliebt, wurde aber von ihr abgelehnt, da seine gesellschaftliche Stellung zu niedrig war. Jetzt ist er Landrat in Kessin und hat außerdem gute Aussichten auf den Posten eines Ministerialrates in Berlin. Diese Stellung erlaubt es ihm um die Hand von Effi Briest, der Tochter seiner früheren Geliebten, anzuhalten.
Vom äußeren Erscheinungsbild entspricht er Effis Vorstellungen von Anfang an. Sie bezeichnet ihn in einem Gespräch mit ihrer Freundin als einen Mann mit „…gute[r] Figur und sehr männlich.“ (S.7) Aber als Mann „…fester Prinzipien“ (S.28) steht er im Gegensatz zur leichtsinnigen und eben nicht prinzipientreuen Effi. Bereits vor der Hochzeit erkennt Effi dies und äußert ihre Bedenken. Zitat: “Das ist ein Mann von Charakter, ein Mann von Prinzipien,…, ach, und ich…ich habe keine,…, da liegt etwas, was mich quält und ängstigt. Er ist so lieb und gut gegen mich und so nachsichtig, aber…ich fürchte mich vor ihm.“ (S.28)
Frau und Herr von Briest charakterisieren Innstetten als einen „…Mann von Charakter, von Stellung und guten Sitten“ (S.14), „…ein famoses Menschenexemplar“ (S.21), „…Mann der feinsten Form, gerecht und verständig, [und] weiß recht gut, was Jugend bedeutet.“ (S.27) Dennoch äußern auch sie Bedenken gegen die Verbindung zwischen Effi und Innstetten. Herr von Briest bezeichnet ihn als einen „…vorzüglichen Kerl“, der aber etwas „…von einem Kunstfex“ hat und Effi, da sie ein „…Naturkind“ ist, „…mit seinem Kunstenthusiasmus etwas quälen wird.“ (S.30)
Frau von Briest erkennt, dass Innstetten ein „…Karrieremacher“ ist und deutet an, dass er Effi langweilen wird. Dennoch heiraten beide nach sehr kurzer Verlobungszeit und ziehen in sein Haus nach Kessin.
In seiner Ehe ist er Effi gegenüber eher kühl. Er ist ein Mensch der seine Gefühle niemals zeigt, der immer öffentlich bleibt und nie privat ist. In seinem Beruf ist er sehr verantwortungsvoll, und er hat Vorrang gegenüber der Familie. In Berlin scheint er am Ziel seiner beruflichen Wünsche angelangt, beginnt sich stärker um Effi zu bemühen, und verhält sich ihr gegenüber rücksichtsvoller.
Als Effi auf Kur ist, weil es ihr gesundheitlich nicht gut geht, sehnt er sich danach seine Frau wieder zu sehen. Zitat: „…sah Rückkehr seiner Frau mit Sehnsucht entgegen,…, sehnte sich nach Unterbrechung von Arbeit und Einsamkeit.“ (S.190) Das Familienglück schein perfekt, bis er nach Jahren durch Zufall Effis Ehebruch entdeckt. Und obwohl er sich „…unendlich unglücklich, gekränkt, [und] schändlich hintergangen…“ (S.198) fühlte, war er „…ohne jedes Gefühl von Hass oder gar Durst nach Rache, [liebte seine Frau, war] im Bann ihrer Liebenswürdigkeit, eines ihr eigenen heiteren Charmes [und] fühl[te sich] zum Verzeihen geneigt.“ (S.199)
Dennoch setzt er lieber seine Liebe, seine Familie und sein Lebensglück aufs Spiel und duelliert sich, als sich den gesellschaftlichen Zwängen zu widersetzen. Das zeigt, dass er kein besonders selbstbewusster Mensch ist, denn seine Prinzipien, die er von der Gesellschaft übernommen hat, ersetzen ihm eigenes Überlegen und den Mut zu ungewöhnlichen Schritten. Damit zerstört er sein Leben, wie ihm am Ende auch bewusst wird. Zitate: „Ich hab mich Freuen verlernt.“, „Ich find das alles so trist und elend, und es wäre zum Totschießen, wenn es nicht so lächerlich wäre.“ (S.242), „Nichts gefällt mir mehr, je mehr ich fühle, dass dies alles nichts ist. Mein Leben ist verpfuscht.“ (S.243)
Er duelliert sich mit Crampas nur, um der Gesellschaft zu genügen und um seine Ehre zu retten, obwohl er Effi eigentlich liebt und bereit wäre, ihr zu verzeihen. Verstand und gesellschaftliche Konventionen bestimmen sein Leben, ein Leben, in dem kein Platz für Gefühle und freie Entscheidungen ist. Letzten Endes beschließt er nach Afrika auszuwandern „…weg von hier, weg und hin unter lauter pechschwarze Kerle, die von Kultur und Ehre nichts wissen.“ (S.243) und erkennt, dass Kultur und Ehre Schuld an seinem zerstörten Lebensglück sind. Zitat: „Denn gerade das, dieser ganze Krimskrams ist doch an allem Schuld.“ (S.243)


Charakterisierung des Major Crampas

Er ist von Beruf Landwehrbezirkskommandeur und ein alter Freund Innstettens, den er aus dem Krieg in Frankreich von 1870/71 kennt. Ihm geht schon vor seiner Ankunft in Kessin der Ruf als Frauenheld und Duellant voraus. Zitat: „…Crampas, soll nämlich ein Mann vieler Verhältnisse sein, ein Damenmann, etwas was mir immer lächerlich ist und mir auch in diesem Falle lächerlich sein würde, wenn er nicht, um eben solcher Dinge willen, ein Duell mit einem Kameraden gehabt hätte.“ (S.88)
Trotz dieses Wissens entwickelt Effi Sympathie für Crampas. Zitat: „Das er selbst sehr anders sein kann, ausgelassen und übermütig, davon überzeugte ich mich, …, vollkommen Kavalier, ungewöhnlich gewandt.“ (S. 88)
Sie wäre auch einer Freundschaft mit Crampas nicht abgeneigt, aber sie weiß, dass die Ehefrau von Crampas dem im Wege stehen würde. Zitat: „Ja liebe Mama, das wäre nun etwas gewesen, um in Kessin ein neues Leben beginnen zu können,…, aber die Frau! Ohne sie geht es nicht und mit ihr erst recht nicht.“ (S.88/89)
Dennoch kann sich eine Freundschaft, später eine Affäre zwischen den beiden entwickeln. Dabei gehen alle Aktivitäten von Crampas aus. Die letztendliche Verführung Effis durch Crampas geschieht keinesfalls aus einer spontanen Laune heraus. Crampas geht regelrecht planmäßig vor. Erst frühstückt er mit dem Ehepaar Innstetten, dann folgen Ausritte zu dritt und schließlich nur noch zu zweit, da Innstetten beruflich eingespannt ist.
Effi macht ihm schnell klar, dass sie ihn nicht liebt und mit an einer Affäre mit ihm interessiert ist. Zitate: „Ich glaube wirklich, Major, sie hielten es für ganz in Ordnung, wenn ich ihnen eine Liebeserklärung machte.“ (S.114), „…die Rolle, die sie mir dabei zudiktieren, ist mir zu wenig schmeichelhaft,…, ich werde Innstetten davon erzählen.“ (S.119) Dennoch kommt es bei der Rückfahrt von einer Weihnachtsfeier dazu, dass Effi in einem unbeobachteten Augenblick einen Kuss von Crampas zulässt. Von diesem Zeitpunkt an, lässt Effi sich auf Crampas ein.
Auch wenn Crampas Effi verführt – sollte man Crampas die Schuld an dem „Ehebruch“ geben?
Crampas scheint für Effi der Fluchtweg aus ihrem tristen Kessiner Alltagsleben zu sein. Crampas vermittelt ihr ein Gefühl des Begehrtseins, bereitet Effi aber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrem Ehemann. Hätte es Crampas nicht gegeben, so wäre es ein anderer gewesen.
Als Crampas erfährt, das Innstetten von der Affäre weiß und sich mit ihm duellieren will, trägt er dies mit Fassung, verliert das Duell und stirbt.


Die von Briests – Charakterisierung

Herr und Frau von Briest leben beide in Hohen-Cremmen. Frau von Briest ist die frühere Geliebte Geert Innstettens und diejenige, die die Heirat eingefädelt hat, denn die gesellschaftliche Stellung Effis liegt ihr sehr am Herzen. Gleichzeitig erfüllt sie sich mit dieser Ehe einen Jugendtraum, da sie selbst Innstetten früher heiraten wollte. Zitat: „…wenn du nicht nein sagst, was ich von meiner klugen Effi kaum denken kann, so stehst du mit zwanzig Jahren da, wo andere mit vierzig stehen. Du wirst deine Mama weit überholen.“ (S.14)
Beide äußern Bedenken auf Grund der Verbindung zwischen Effi und Geert. Zitat vom Vater: „…sie war so sonderbar, halb wie ein Kind, und dann wieder sehr selbstbewusst und durchaus nicht so bescheiden, wie sie’s solchem Manne gegenüber sein müsste,…,dass sie ihn nicht recht liebt? Das wäre schlimm. Denn bei all seinen Vorzügen, er ist nicht der Mann, sich diese Liebe mit leichter Manier zu gewinnen.“ (S.31)
Zitate der Mutter: „Ich habe auch so meine Bedenken gehabt.“ (S.31), „Ihr Ehrgeiz wird befriedigt werden, aber ob auch ihr Hang nach Spiel und Abenteuer? Ich bezweifle,…, dafür wird Innstetten sehr schlecht sorgen,…, er wird sie auch nicht sonderlich amüsieren. Und das Schlimmste ist, er wird sich nicht einmal recht mit der Frage beschäftigen, wie das wohl anzufangen sei,…, zuletzt wird sie’s merken und dann wird es sie beleidigen.“ (S.33)
Aber diese Bedenken werden mit den Worten des Vaters „…es ist ein weites Feld.“ (S.31) verdrängt.
Nach der Hochzeit hat Effi nur noch schriftlichen Kontakt zur Mutter. Diese entwickelt sich für sie zur Vertrauensperson. In ihren Briefen klagt sie über die Einsamkeit in Kessin, über ihr Haus und über Geert. Zitat: „…das Haus, das wir bewohnen, ist…ist ein Spukhaus,…, Innstetten hat sich dann,…, auch nicht ganz richtig benommen. Er ist in diesem Punkt, so gütig er sonst ist, nicht gütig und nachsichtig genug gegen mich.“ (S.84)
Nach einem Besuch der Mutter in Familie Innstettens neuem Wohnort Berlin, macht sie sich verstärkt Gedanken über deren Ehe. Zitat: „…lieb und gut wie immer, liebenswürdige Tochter, hat von dieser Tugend mehr als mir lieb ist, tut als wäre Hohen-Cremmen immer noch die Hauptsache für sie und Mann und Kind kämen gegen uns beide nicht an,…, mir war’s so als ob sie ihn mehr schätze als liebe.“ (S.181)
Auch Vater von Briest äußert seine Einwände. Zitat: „Du glaubst immer, sie könne kein Wasser trüben. Aber darin irrst du.“ (S.182)
Beide äußern zwar ihre Bedenken gegenüber der Ehe, aber sie unternehmen nichts. Als die Eltern von dem Ehebruch Effis erfahren, erklären sie sich nur bereit, sie finanziell zu unterstützen, aber verstoßen sie aus ihrem Elternhaus, da es die gesellschaftlichen Konventionen verlangen. Erst als Effi krank wird, kann sie nach Hohen-Cremmen zurück. Dies verdankt sie vor allem der entschiedenen Meinung des Vaters, welcher sich hier zum ersten Mal gegenüber der Mutter durchsetzt. Zitat: „Es ist sehr schwer, sich ohne Gesellschaft zu behelfen. Ohne Kind auch. Glaube mir, Luise, die ´Gesellschaft´, wenn sie nur will, kann auch ein Auge zudrücken.“ (S.235)
Nach Effis Tod wirft Frau von Briest noch einmal die Frage auf: „Ob wir nicht doch vielleicht Schuld sind?“ (S.250) Kann Herr von Briest dies anfangs noch als „Unsinn“ abtun, so antwortet er dann aber wieder mit seinen Worten „…das ist ein zu weites Feld.“ (S.250) Dies zeugt von seinen Selbstzweifeln.


Die Lage der Frau im Preußen des 19. Jahrhunderts

Unverheiratete Frauen wurden früher nicht akzeptiert. Die adlige oder bürgerliche Ehe wurde meist von den Eltern arrangiert, wobei Liebe eine untergeordnete Rolle spielte. Es war wichtiger, dass der Mann eine hohe soziale und gesellschaftliche Stellung hatte. Der Mann war das Familienoberhaupt und dominierte über die Frau. Sie trat damit in die Vormundschaft des Vaters in die Vormundschaft des Ehemannes über.
Einen Beruf auszuüben war nur den Frauen der Arbeiterklasse erlaubt, da sie ihre Familie miternähren mussten. Beim Adelsgeschlecht war dies eher verpönt, außerdem benötigten sie dazu die Erlaubnis ihres Mannes. Der Lebensinhalt der verheirateten Frauen bestand im Allgemeinen darin, ihren Gatten zu repräsentieren und sich um den Nachwuchs zu kümmern. Ehebruch war die schlimmste Sünde im Leben einer Frau, ein unverzeihliches Vergehen mit dem sie Ehre, Familie und ihren Platz in der Gesellschaft verlor.
Als Ehebrecherin verlor die Frau automatisch das Sorge- und Umgangsrecht für ihre Kinder sowie alle Ansprüche auf finanzielle Unterstützung durch die Familie. Auch durfte sie ohne Einverständnis des Mannes nicht dessen Namen weiterführen.
Begann der Mann aber Ehebruch, so war das ein Kavaliersdelikt, welches überhaupt keine Folgen nach sich zog.
Bei der Frau hingegen führte der Ehebruch zur Scheidung und dem absoluten gesellschaftlichen Aus ohne Möglichkeiten zur Wiedergutmachung.
Die Frau in der preußischen Gesellschaft war also wirtschaftlich und gesellschaftlich vollkommen von ihrem Mann abhängig.


Die Kritik Fontanes an der preußischen Gesellschaft im Roman

Theodor Fontane kritisiert in seinem Roman „Effi Briest“ auf unmissverständliche Art und Weise die Gesellschaft im damaligen Preußentum. An Innstettens Verhalten, als er von dem Ehebruch erfährt, wird dessen Treue zu den gesellschaftlichen Konventionen deutlich. Letztendlich zerstört er lieber sein und Effis Leben, und gehorcht den Konventionen aus Sorge um seine berufliche Laufbahn, aus Eitelkeit und Ehregefühl, weil dies der Weg des geringsten Widerstandes ist und schließlich auch, weil ihm dies von der Gesellschaft so anerzogen wurde.
Da er sich damit ins Unglück stürzt, ist dies eine deutliche Kritik am preußischen Adel und seiner Unfähigkeit sich den wandelnden gesellschaftlichen Verhältnissen anzupassen.
Es macht deutlich, dass die Gesellschaft über dem Interesse des Individuums steht und dass sich der Einzelne an die Gesellschaft anpassen muss.
Selbst die Eltern Effis beugen sich fraglos den gesellschaftlichen Konventionen und verstoßen sie nach dem Ehebruch aus ihrem Elternhaus. Die Gewichtung zwischen der öffentlichen Meinung und dem individuellen Schicksal wird damit sehr deutlich. Wer nicht funktioniert, wird einfach ausgestoßen.
Als Effi krank ist, kann der Vater Effis endlich den Mut dazu aufbringen sich gegen die Gesellschaft zu stellen und nimmt Effi wieder im Elternhaus auf. Die Situation der Eltern, die zwischen der Anerkennung der Gesellschaft und dem Schicksal ihrer Tochter stehen, wird in folgendem Zitat deutlich: „Mach mir keine Vorwürfe, Briest, ich liebe sie so wie du, vielleicht noch mehr, jeder hat seine Art. Aber man lebt doch nicht bloß in der Welt, um schwach und zärtlich zu sein und alles mit Nachsicht zu behandeln, was gegen Gesetz und Gebot ist und was die Menschen verurteilen und, vorläufig wenigstens, auch noch- mit Recht verurteilen.“ „Ach was. Eins geht vor.“ „Natürlich, eins geht vor, aber was ist das eine?“ „Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Und wenn man gar bloß eines hat…“ „Dann ist es vorbei mit Katechismus und Moral und mit dem Anspruch der Gesellschaft.“ „Ach, Luise, komme mir mit Katechismus, so viel du willst, aber komme mir nicht mit, Gesellschaft.“ „Es ist sehr schwer, sich ohne Gesellschaft zu behelfen.“ „Ohne Kind auch. Und dann glaube mir, Luise, die Gesellschaft, wenn sie nur will, kann auch ein Auge zudrücken.“ (S.234/235)
Im Roman macht Fontane deutlich, dass das Leben einer Frau von vornherein fremdbestimmt ist. Die Ehe Effis wird von ihren Eltern arrangiert. Dabei spielt die Meinung Effis und ob sie ihren zukünftigen Mann liebt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass ihr Ehemann eine gute gesellschaftliche Stellung hat und finanziell abgesichert ist. Die Frau ist immer unmündig, der Mann dominiert über sie. Zitat: „…Effi ist unser Kind, aber seit dem dritten Oktober ist sie Baronin Innstetten. Und wenn ihr Mann, unser Schwiegersohn, eine Hochzeitsreise machen und bei der Gelegenheit jede Galerie neu katalogisieren will, so kann ich ihn daran nicht hindern. Das ist eben das, was man sich verheiraten nennt.“ „Also jetzt gibst du das zu. Mir gegenüber hast du’s immer bestritten, immer bestritten, dass die Frau in einer Zwangslage sei.“ (S.35)
Die Frau muss ihrem Ehemann bedingungslos ‚bis ans Ende der Welt’ folgen. Die Ehefrau hat die Funktion als Hausfrau, Mutter und Repräsentationsfigur ihres Mannes zu erfüllen. Sie lebt nur für den Mann, darf keine negativen Gefühle zeigen oder äußern und hat mit dem Leben, welches ihr der Mann bietet, glücklich zu sein. Das wird besonders an folgenden Textstellen des Romans deutlich: Als Effi ihr Hausmädchen fragt ob ihr Mann schon gefrühstückt habe, tut ihr diese Vermutung kurz darauf leid und sie möchte „…diesen ihren Fehler so gut es [geht] wieder [aus]gleichen“ (S.44)
Als Effi Angst hat, da sie glaubt in der Nacht Schritte zu hören, bittet sie ihr Hausmädchen darum, es ihrem Mann nicht zu erzählen, um ihn nicht zu verärgern.
Zitat: „Der Herr darf nicht wissen, dass ich mich ängstige, das liebt er nicht. Er will immer, dass ich tapfer und entschlossen bin, so wie er. Und das kann ich nicht…“ (S.62)
Effi schreibt ihrer Mutter in einem Brief, dass sie Angst hat in dem Haus in dem sie mit Geert lebt, dass sie einsam ist und sich von Geert ungerecht behandelt fühlt. Sie bittet ihre Mutter darum, Geert nichts von ihren Gefühlen zu erzählen. Lieber spielt sie ihm vor glücklich zu sein.
Zitat: „Aber das schreibe ich nur dir. Innstetten darf nicht davon wissen…“ (S.83)
Als Effi und Geert aus beruflichen Gründen umziehen, verspricht sie ihm besser zu sein als früher und ihm noch mehr zu Willen zu leben. Zitat: „Nun bricht eine andere Zeit an, und ich fürchte mich nicht mehr und will auch besser sein als früher und dir mehr zu Willen leben.“ (S.171)
Die Frauen waren damals die Opfer der gesellschaftlichen Umstände. Sie waren prinzipiell diejenigen, die sich den Verhältnissen anpassen mussten und übernahmen, wenn die Ehe scheiterte, stets die Schuld. Auch Effi nimmt die Schuld des Ehebruchs auf sich, obwohl sie Major Crampas beschuldigen könnte. Zitat: „Ihr Tun mag entschuldbar sein, nicht das meine. Meine Schuld ist sehr schwer.“ (S.160)
Schuldig ist stets die Frau, nie der Mann.
Ein weiterer Kritikpunkt Fontanes ist die Tradition des Duellierens. Nachdem Innstetten von dem Ehebruch Effis erfahren hat, duelliert er sich mit Major Crampas und bringt ihn um. Und wieder einmal nur, weil es die veralteten gesellschaftlichen Konventionen von ihm abverlangt habe und er nicht den Mut dazu hatte, sich gegen sie zu stellen. Später bereut er dies zutiefst.

Schon zu Beginn des Romans wird deutlich, dass die Ehe der beiden scheitern würde. Sie haben unterschiedliche Vorstellungen von der Ehe und völlig gegensätzliche Charaktereigenschaften.
Das der Roman dann schließlich mit dem Tod Effis und einem unglücklichen Geert von Innstetten endet musste so kommen, da ein anders vielleicht glücklicheres Ende für beide Charaktere zu dieser Zeit in Preußen unrealistisch gewesen wäre. Außerdem macht Fontane damit die Ausweglosigkeit der Frau im 19. Jahrhundert sehr gut deutlich.
Diese Vorstellungen von einer Ehe haben sich bis in die heutige Zeit glücklicherweise weitgehend gewandelt. Dennoch muss die Frau in manchen Bereichen des Lebens auch heute noch um die Gleichberechtigung gegenüber dem Mann kämpfen. Aber solange es solche Schriftsteller gibt, wie Fontane einer war, die die Gesellschaft darauf aufmerksam machen und zum nachdenken und zu Veränderungen anregen, wird sich die Gesellschaft auch
weiterentwickeln.








Quelle: Fontane, Theodor: Effi Briest. Hamburger Lesehefte Verlag Königs Erläuterungen und Materialien: Effi Briest. C. Bange Verlag Encarta 2003 Internet




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