Effi Briest, Buchzusammenfassung - schulnote.de 
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Titel:

Effi Briest, Buchzusammenfassung


  Note: 2+   Klasse: 11









Arbeit: Theodor Fontane - Effi Briest
Autor:
Theodor Fontane ist der bedeutendste Vertreter des deutschen Realismus. Geboren in Neuruppin, das nördlich von Berlin gelegen ist, als Sohn eines Apothekers hugenottischer Abstammung, wurde er Apothekerlehrling in Berlin, das sein bleibender Wohnsitz wurde. Seinen erlernten Beruf übt er bis zu seinem 30. Lebensjahr aus. Kurze Zeit später versucht er sich als freier Schriftsteller, aber die Verantwortung für Frau und Familie zwangen ihn in die bürgerliche Existenz eines Journalisten. Als solcher berichtete er über die zeitgenössischen Kriege. Er schuf sich einen Namen mit Theater-, Kunst- und Literaturkritiken bei verschiedenen Zeitungen, aber erst der „alte Fontane" zwingt der Nachwelt Bewunderung und Begeisterung auf.
Mit 55 Jahren schafft er es endlich sich als freier Schriftsteller zu etablieren und vielleicht erreichte er durch seine Entwicklung erst im Alter das große Talent. Auch seine Reisen nach England dürften dazu beigetragen haben.
Immer wieder beschäftigte ihn der Niedergang des preußischen Landadels angesichts des aufkommenden modernen Industriezeitalters. Er behandelt in seinen realistischen Romanen Standes- und Ehekonflikte, die Diskrepanz zwischen Gesellschaft und dem einzelnen, sowie politische und soziale Fragen.
Fontane ist ein Meister der differenzierten Milieuschilderung und Menschendarstellung. Erwähnt sei auch die Alterslyrik, die in ihrer Aussagekraft der späteren Prosa in nichts nachsteht.
Einige seiner Prosawerke seien hier aufgelistet:
Die Poggenpuhls, Schach von Wuthenow, Unterm Birnbaum, Cecile, Irrungen Wirrungen, Frau Jenny Treibel, Effi Briest, Der Stechlin.
Seit den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts erfuhren Fontanes Werke eine Renaissance, nicht zuletzt durch zahlreiche Verfilmungen. Besonders Effi Briest, das Werk über welches ich hier sprechen werde, hat sich immer wieder als Filmstoff angeboten:
z.B. hat Werner Fassbinder 1974 einen Film über dieses Thema gedreht.
Inhalt:
Die siebzehnjährige Effi, Tochter des Ritterschaftsrats von Briest auf Hohen-Cremmen, heiratet auf das Betreiben ihrer Eltern hin, den fast doppelt so alten Landrat Baron von Innstetten und folgt ihm in sein Haus im hinterpommerschen Kessin. Der Ehe des unerfahrenen und lebensfrohen Mädchens mit dem prinzipientreuen und korrekten, doch hölzernen Innstetten fehlt die Liebe, und die neue Umgebung macht der phantasiebegabten Effi Angst: allerlei Spukgeschichten ranken sich um ihr neues Zuhause und ihr Mann gibt sich auch nicht viel Mühe ihre Ängste zu zerstreuen. Es scheint im Gegenteil so, als wolle er sie dadurch noch fester an sich binden.
Das gesellschaftliche Leben in Kessin ist ihr langweilig, nur der Apotheker Alonzo Gieshübler, ein schüchterner, aber höflicher Schöngeist, schafft es ab und zu ihrem Leben ein paar Glanzlichter aufzusetzen. Selbst die Geburt der Tochter Annie beseitigt nicht Effis Gefühl der Einsamkeit an der Seite ihres wenig verständnisvollen Mannes.
Beinahe ohne eigenes Zutun geht sie eine Liebesbeziehung zu dem verheirateten Major Crampas ein, einem leichtsinnigen und gewandten „Damenmann" und Prinzipienverächter. Effis Schuldgefühle lassen jedoch keine Leidenschaft aufkommen, und sie folgt bald darauf geradezu erleichtert ihrem Mann nach Berlin, der ins Ministerium berufen wurde.
Nach sechs Jahren ruhigen gemeinsamen Ehelebens findet Baron von Innstetten durch Zufall Crampas alte Briefe an Effi. Für ihn ist sein Lebensglück zerstört - nicht aufgrund verletzter Gefühle, sondern wegen seines vermeintlichen Ehrverlusts.
Die Pflicht, der Moralkodex seines Standes, die Gesellschaft gebieten ihm, gegen seinen eigenen Willen ohne Haß- oder Rachegefühle sich selbst und seine Familie zu ruinieren.
Der von Innstetten geforderte Crampas fällt im Duell, und Effi muß Mann und Kind verlassen. Auch das elterliche Haus bleibt ihr verschlossen, denn auch ihre Eltern haben nicht den Mut sich gegen die Gesellschaft zu stellen. So lebt sie zurückgezogen mit ihrer Bediensteten Roswitha in Berlin. Eine Begegnung mit ihrer Tochter Annie, die ihr auf Innstettens Betreiben hin fremd geworden ist, führt zum Zusammenbruch Effis. Die Todkranke darf, auf Bitten ihres Arztes hin, wieder nach Hohen-Cremmen heimkehren, und innerlich versöhnt, auch mit dem vereinsamten und verbitterten Innstetten, stirbt sie.
In der ohne Leidenschaft und Pathos erzählten Geschichte deutet Fontane mehr an, als er ausspricht. Das vermeintliche schicksalhafte Dilemma, in das Effi und Innstetten geraten, ist in ihren Charakteren und in den gesellschaftlichen Verhältnissen begründet. Die Frage nach Schuld bleibt offen.
Welchen Normen und Regeln hatte nun die Frau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu gehorchen?
Sozialistische Ideen haben die Bewegung der Frauenemanzipation gefördert. Doch diesen fortschrittlichen Bemühungen standen konservative Ansichten entgegen, die vor allem im Adel und im höheren Bürgertum verwurzelt waren. Einfluß auf das Bild der Frau hatten in diesen Gesellschaftsschichten die Gedanken des Philosophen Schopenhauer. Zitat aus dem Alterswerk „Parerga und Paralipomena":
„Schon der Anblick der weiblichen Gestalt lehrt, daß das Weib weder zu großen geistigen noch körperlichen Arbeiten bestimmt ist. Es trägt die Schuld des Lebens nicht durch Tun sondern durch Leiden ab, durch die Wehen der Geburt, die Sorgfalt für das Kind, die Unterwürfigkeit unter den Mann, dem es eine geduldige und aufheiternde Gefährtin sein soll."
Wenn man sich diese Aussage durch den Kopf gehen läßt, versteht man das Leben Effi Briests gleich um einiges besser. Wir, die wir doch ein ganzes Jahrhundert später dran sind, möchten ihr zurufen: wehr dich doch, laß nicht alles mit dir geschehen, laß dich nicht wie einen Gegenstand herumschieben!
Doch die Frau von damals war im gesellschaftlichen Korsett eingezwängt und Effis einmaliger Versuch ein Stück vom Leben zu erhaschen wird mit lebenslanger Ächtung bestraft.
Die Ehefrauen gehörten zum Inventar, sie waren Staffage, völlig abhängig von ihrem Ernährer. So mußte sich die hochbegabte und musikalische Clara von ihrem Mann, dem Komponisten Robert Schumann sagen lassen: „Bist du nicht glücklich in meinem Besitz?"
Überhaupt wurde die Bildung der Frau, so wie wir sie heute kennen, in dieser Zeit auf das Sträflichste vernachlässigt. Ein bißchen Klavier, eventuell Gesang und einem Haushalt vorstehen, das heißt Kontrolle über Hausmädchen und Wirtschafterin, wurden erwartet. Auch die Pflege der Kinder wurde durch spezielles Personal übernommen und von der Mutter überwacht.
Man darf sich deshalb nicht wundern, daß in so einem Frauenleben grenzenlose Langeweile, phantastische Spintisierereien und sehnsüchtige Wünsche vorherrschten. Das Leben in der Stadt mochte noch einige Anregungen und Abwechslungen bereithalten, doch die Damen, die in der ländlichen Einsamkeit lebten, wie Effi in Kessin, hatten viel Zeit und Muße über ihr Leben nachzudenken. Sie grübelt über die alten Spukgeschichten, fürchtet sich vor Gespenstern und Geistern und hat den lieben langen Tag nichts zu tun, als auf ihren Mann zu warten. Nun behandelt sie dieser auch nicht als eine gleichwertige Partnerin, sondern die Gespräche laufen zwischen den beiden ab, wie zwischen Lehrer und Schüler. Major Crampas reißt sie für wenige Stunden aus dieser Einsamkeit und gibt ihr das Gefühl von Wichtigkeit, Esprit und Anziehungskraft. Was sonst als die Liebe würde das Leben spannend und abenteuerlich machen?
Man kann also auch von heutiger Sicht das Verhalten der Frauen, Damen und Fräuleins begreifen. Und man spürt den gewaltigen Druck des gesellschaftlichen Moralkodex, den Käfig voller Konventionen, in dem sie eingeschlossen waren.
Nur die Frauenbewegung - alle gemeinsam also - hatte eine Chance gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen.
Aber auch die Männer, die doch auf der einen Seite so viel mehr Freiheit besaßen, waren andererseits auch in den gesellschaftlichen Konventionen gefangen.
Der Mann hatte geradezustehen für den Namen seines Hauses, seiner Familie und seiner Frau. Selbst Innstetten, der scheinbar Zielstrebige, opfert da, wo er dem Lauf der Dinge eine Wendung zum Guten geben könnte, sein Lebensglück einer im Grunde angezweifelten Konvention: er fordert zum Duell.
Zitat Seite 267
Er will das Duell nicht und er bringt es doch nicht fertig sein Herz sprechen zu lassen, menschlich zu handeln.
Die Männer im alten Preußen wurden hart erzogen, das Militär hatte eine große Tradition. Männer sollten sich durch Härte und Durchsetzungsvermögen auszeichnen, egal ob sie nun den väterlichen Besitz übernahmen, eine militärische Zukunft planten oder die Karriereleiter im Ministerium hinaufkletterten.
Effi sagt, als sie im Sterben liegt über ihren Mann: Zitat Seite 335
Innstetten hat sich mit seiner Duellforderung also so verhalten, wie es tausend andere in seiner Situation zu der damaligen Zeit getan hätten. Sogar Major Crampas, der doch ein etwas leichtfertiger Charakter ist, und einer, der alle Konventionen ablehnt, auch er stellt sich dem Duell und zollt so der Gesellschaft den geforderten Tribut.
Ein paar Jahre später hat der österreichische Schriftsteller Arthur Schnitzler in seiner Novelle „Leutnant Gustl" das Widersinnige des Duellwesens aufgezeigt und stand damals ziemlich im Kreuzfeuer der Kritik.
Zum Abschluß muß noch gesagt werden, daß man nach dem Lesen eines einzelnen Romans natürlich nicht die Menschen einer ganzen Epoche beurteilen kann, denn Fontanes Figuren verhalten sich eher passiv und lassen mit sich geschehen. Über ihnen waltet der Staat, die Gesellschaft mit ihren Forderungen nach Moral, Sitte und Anstand.




Effi Briest - Eine Buchzusammenfassung

1. Kapitel
Im Herrenhaus zu Hohen-Cremmen, einem Märkischen Adelssitz nahe Rathenow, lebt die alteingesessene Familie BRIEST.

2. Kapitel
Während Effi ahnungslos mit ihren Freundinnen im Park plaudert und spielt, bahnt sich in ihrem Leben eine jähe Wendung an. Baron von INSTETTEN hält um die Hand der Tochter EFFI an, ein jäher Einschnitt in das Leben des jungen Mädchens. Sie wird von ihrer Mutter herbeigerufen und aufgeklärt: "Du hast ihn vorgestern gesehen, und ich glaube, er hat dir auch gut gefallen. Er ist freilich älter als du, was alles in allem ein Glück ist, dazu ein Mann von Charakter, von Stellung und guten Sitten, und wenn du nicht nein sagst, was ich mir von meiner klugen Effi nicht denken kann, so stehst du mit zwanzig Jahren da, wo andere mit vierzig stehen Du wirst deine Mama weit überholen."
Als Effi dem Baron gegenübersteht, überfällt sie ein nervöses Zittern. Und als er sich ihr mit einer freundlichen Verbeugung nähert, rufen Effis Freundinnen durch das offene Fenster in den Saal: "Effi, komm."

3. Kapitel
Die Verlobung findet noch am selben Tag statt. Beim Verlobungsmahl wird Instetten das "allgemeine Familien-Du" angeboten. Gleich nach der Tafel verschwindet Effi, um ihren Freundinnen die Neuigkeiten zu berichten, und Instetten kommt nicht davon los, über den Zuruf "Komm Effi" nachzudenken . Es ist ihm, "als wäre der kleine Hergang doch mehr als ein bloßer Zufall gewesen ."
Am folgenden Tag reist INSTETTEN ab. wie versprochen schreibt er jeden Tag, während die junge Ehefrau nur allwöchentlich mit einem kleinen Brief voll reizender Nichtigkeiten antwortet. Die wichtigsten Angelegenheiten, Festsetzung der Hochzeit, Fragen der Ausstattung und Wirtschaftseinrichtung, verhandelt Instetten schriftlich mit Frau von Briest.
Mutter und Tochter reisen nach Berlin, um für Aussteuer und Hochzeitsreise zu sorgen. Effi, der diese Dinge nicht allzu viel bedeuten, hat vor allem Spaß an ihrem ausgelassenen Vetter von Briest, der als blutjunger Leutnant beim Alexanderregiment dient und jede freie Stunde den Damen zur Verfügung steht.

4. Kapitel
Die nächsten Wochen vergehen mit Hochzeitsvorbereitungen. Kantor Jahnke probt mit der Jugend für den Polterabend ein Theaterstück und Frau von Briest häuft Stück auf Stück für die Aussteuer. Im Innern ist EFFI nicht sonderlich bei der Sache; sie beschäftigt sich mit Fragen ihrer Zukunft. In einem vertraulichen Gespräch erklärt sie ihrer Mutter, daß sie eigentlich nicht für eine konventionelle Musterehe geschaffen ist: "lch bin ... nun, ich bin für gleich und gleich und natürlich auch für Zärtlichkeit und Liebe. Und wenn es Zärtlichkeit und Liebe nicht sein können ..., nun, dann bin ich für Reichtum und ein großes Haus ... Liebe kommt zuerst, aber gleich hinterher kommt Glanz und Ehre, und dann kommt Zerstreuung ... Was ich nicht aushalten kann, ist Langeweile."
Am Ende gesteht Effi, was sie am meisten quält und ängstigt: "Er ist so lieb und gut gegen mich und so nachsichtig, aber ... ich fürchte mich vor ihm,"

5. Kapitel
Die Hochzeitsreise geht nach Italien. Den Kunstenthusiasten" INSTETTEN zieht es in die Museen und zu den historischen Bauwerken. EFFI hingegen zeigt kein sonderliches Interesse und folgt mit schmerzenden Füßen. Die Karten, die an die Adresse der Eltern gerichtet werden, schließen mit vier stereotypen Wendung: "...Eure glückliche, aber müde Effi."
Bereits am Tage nach der Hochzeit offenbart Effis Mutter Herrn von Briest ihre Sorgen: "lhr Ehrgeiz wird befriedigt werden, aber ob auch ihr Hang nach Spiel und Abenteuer? Ich bezweifle. Für die stündliche kleine Zerstreuung und Anregung, für alles, was die Langweile bekämpft, diese Todfeindin einer geistreichen kleinen Person, dafür wird Instetten sehr schlecht sorgen. Er wird sie nicht in einer geistigen Öde lassen, dazu ist er zu klug und zu Weltmännisch, aber er wird sie auch nicht sonderlich amüsieren. Und was das schlimmste ist, er wird sich nicht einmal recht mit
der Frage beschäftigen, wie das wohl anzufangen sei. Das wird eine Weile so gehen, ohne viel Schaden anzurichten, aber zuletzt wird sie's merken, und dann wird es sie beleidigen. Und dann weiß ich nicht, was geschieht. Denn so weich und nachgiebig sie ist, sie hat auch was Rabiates und läßt es auf alles ankommen."

6. Kapitel
Mitte November, nach sechswöchiger Hochzeitsreise, kehrt INSTETTEN mit seiner jungen Frau in die kleine Ostseestadt Kessin zurück. Sie werden von einer für das keineswegs pompöse Haus recht großen Dienerschaft empfangen. EFFI fühlt sich von Beginn an unbehaglich in der düsteren Atmosphäre des Hauses. Den meisten Räumen und vielen Gegenständen haftet etwas Gespenstisches an. Die Wohnräume sind bereits nach den Anordnungen des Hausherrn eingerichtet: ein Wohn- und Arbeitszimmer für den Landrat, und das größere Zimmer für Effi. Überrascht ruft sie aus: "lch armes kleines Ding, wie du mich verwöhnst ... Verwöhnung, wohin ich sehe."

7. Kapitel
Am folgenden Morgen erwacht EFFI spät; Instetten ist bereits bei der Arbeit. Sie hat schlecht geschlafen, denn ein schleifendes Geräusch, so als hätte man im oberen Stockwerk getanzt, hat sie gestört und geängstigt. Johanna erklärt, daß es die zu langen Gardinen im Saal seien, die vom Luftzug über die Dielen gefegt werden.
Beim Frühstück klärt INSTETTEN seine Frau über die Kessiner Gesellschaft auf. Adel gibt es nur in der Umgebung, im Städtchen nur "kleine, pfiffige Kaufleute". Einer Antwort auf die Frage, ob man oben im Saal nicht die Fenster schließen oder die Gardinen kürzen könne, weicht er aus. Am liebsten will er alles beim Alten lassen. (s. 8. Kapitel).

8. Kapitel
INSTETTEN führt EFFI durch das Obergeschoß des landrätlichen Hauses. Dort sind nur leere, unbewohnte Zimmer. Lediglich drei durchgesessene Binsenstühle stehen herum, einer davon mit einem aufgeklebten Bildchen, das einen Chinesen darstellt. Auf Effis Vorschlag, hier noch Fremdenzimmer einzurichten, geht Instetten nicht ein.
Der Apotheker Dr. GIESHÜBLER macht seine Aufwartung, ein "kleiner, schiefschultriger und fast schon so gut wie verwachsener Herr in einem kurzen eleganten Pelzrock und einem hohen sehr glattgebürsteten Zylinder", Effi verabschiedet ihn nach angeregter Unterhaltung mit den Worten: "Und ich denke, Herr Gieshübler, lnstetten hatte ganz recht, als er mir versicherte, wir würden gute Freundschaft halten."

9. Kapitel
Eine halbe Woche hat EFFI Zeit, sich in ihrer neuen Umgebung einzurichten. Dann beginnen die Besuche, zuerst in der Stadt, dann beim Landadel in der Umgebung. Alle machen auf EFFI denselben nichtssagenden Eindruck. Sie mustern Effis Toilette, finden sie entweder zu prätentiös oder zu wenig dezent. Die Tournee dauert zwei Wochen, und auf den weiten Kutschfahrten sitzt Instetten "frostig wie ein Schneemann. Und immer nur die Zigarre" neben Effi. Am Ende hat die junge Frau niemanden gefunden, mit dem sie näher bekannt sein möchte. "lch werde mich wohl für die Einsiedelei entschließen, wenn mich die Mohrenapotheke nicht herausreißt."
Kurz vor Weihnachten wird INSTETTEN von BISMARCK nach Varzin gerufen und Effi bleibt zum ersten Mal allein mit der Dienerschaft im landrätlichen Haus. Effi ängstigt sich und hat eine unruhige Nacht, ihr ist, als ob etwas aus dem Zimmer husche und sie meint, den Chinesen erkannt zu haben, so daß JOHANNA und der Hund ROLLO bei ihr bleiben müssen. Sie fällt in einen lethargischen Schlaf.

10. Kapitel
Am anderen Morgen erfährt Instetten, der erst um sechs Uhr aus Varzin zurückgekommen ist, daß Johanna im Zimmer seiner Frau schlafen mußte und läßt sich über das Vorgefallene berichten.
INSTETTEN geht auf EFFIS Bitten, sie nicht mehr allein zu lassen, nicht ein. Seine berufliche Karriere habe Vorrang. Auch ihre Bitte, in ein anderes Haus zu ziehen, lehnt er ab. Damit wurde er sich nur lächerlich machen und dann sei er verloren. Effi gibt nach, wirft Instetten aber vor, daß er teilnahmsvoller sein könne. Die Auseinandersetzung wird unterbrochen, bevor es zum Streit kommt. Effi erhält einen Brief von Herrn Gieshübler, in dem die Eheleute zu einem Musikabend mit der TRIPELLI, einer Sängerin aus der großen Welt zwischen St. Petersburg und Paris, eingeladen werden. EFFI ist beeindruckt und entzückt.
INSTETTEN rät EFFI zu mehr frischer Luft und schlägt eine Schlittenpartie vor. Unterwegs erzählt er ihr die Geschichte des Chinesen. Der Vorbesitzer des landrätlichen Hauses, Kapitän Thomsen, war viele Jahre ein sogenannter Chinafahrer. Als er sich in Kessin zur Ruhe setzte, brachte er eine junge Person mit, von der unklar gewesen sei, ob sie seine Nichte oder seine Enkelin war, und als Diener den Chinesen. Das Mädchen heiratete, am Abend war Tanz, und zuletzt tanzte sie mit dem Chinesen. Mit einem Male hieß es, die Braut ist verschwunden. Nach vierzehn Tagen starb der Chinese und wurde in ungeweihter Erde begraben.

11. Kapitel
Der Abend mit der TRIPELLl macht trotz der Begeisterung, die EFFl für die Kunst der Sängerin zeigt, auch die Ängste und Schwächen der jungen Ehefrau deutlich. Sie bewundert die Gewandtheit und Ruhe ihres Gesangsvortrages, die Sicherheit und Souveränität, mit der sie über den Dingen steht. Ihr freimütiges Urteil über Zustände und Personen lassen Effis Schwächen und Ängste um so deutlicher hervortreten. Daher ist sie von dem Geständnis überrascht, daß der Tripelli ein "Gespenst, das durch meine Stuben geht", ebenso unangenehm ist.

12. Kapitel
Weihnachtsvorbereitungen und immer wieder Gespräche über den gelungenen musikalischen Abend lassen bei EFFI keine trüben Gedanken aufkommen.
Am Heiligabend hat Instetten für seine Frau den Baum geschmückt und eine Krippe aufgebaut mit Transparenten und Hinweisen, die auf zarte Weise das frohe Ereignis andeuten, das Effi und ihr Mann im kommenden Jahr erwarten.
Gieshübler überrascht Effi mit einem Julklapp nach altpommerschem Brauch - eine Kiste mit vielen köstlichen Dingen und einem Gedicht, über das sie sich besonders freut.
Am letzten Tag des alten Jahres schreibt EFFI einen langen Brief an die Mutter. Sie gesteht darin die Sehnsucht nach ihrem eigentlichen Zuhause und daß sie ein Kind erwarte, das sie lieber in der Geborgenheit des elterlichen Hauses zur Welt bringen würde.

13. Kapitel
Nach dem Silvesterball, an dem EFFI ausgiebig bewundert wird, vergeht der Winter mit Besuchen und Gegenbesuchen der benachbarten Adelsfamilien, mit immer gleichen Gesprächen über Familie, Kinder, Kirche und Landwirtschaft. Die einzige Zerstreuung in die langweilige Monotonie von Effis Leben bringen Gieshüblers fast tägliche Aufmerksamkeiten. Sie lassen sie besonders spüren, "was in ihrer Ehe eigentlich fehlt: Huldigungen, Anregungen, kleine Aufmerksamkeiten. Instetten ist lieb und gut, aber ein Liebhaber ist er nicht. Er hat das Gefühl, Effi zu lieben, und das gute Gewissen, daß es so ist, läßt ihn von besonderen Anstrengungen abse-hen."
Im Mai berichtet EFFI ihrer Mutter vom Eintreffen des neuen Bezirkskommandeurs, eines gewissen Majors CRAMPAS, dem sie "durch all' diese Winterwochen hin ... wie einem Tröster und Rettungsbringer entgegengesehen hat ... Der, Major Crampas, soll nämlich ein Mann vieler Verhältnisse sein, ein Damenmann", der wegen solcher Dinge im Duell einen Arm verloren hat und ein "vollendeter Kavalier, ungewöhnlich gewandt" ist. Er stand mit Instetten während des Krieges in derselben Brigade. Er hat eine etwas ältere Frau, immer verstimmt, beinahe melan-cholisch. und das alles aus Eifersucht.
Mitte Juni nimmt EFFI das Kindermädchen ROSWITHA auf, das durch den Tod der Registratorwitwe ROCHE plötzlich allein ist.


14. Kapitel
Eine Woche später wird EFFI Mutter. Das Kind wird auf den Namen "Lütt--Anni" getauft. Der gesamte Nachbaradel ist eingeladen. EFFls Tischherr ist Major CRAMPAS.

15. Kapitel
EFFI bleibt mit ihrem Kind bis Mitte September im elterlichen Haus, ROSWITHA an ihrer Seite. Manchmal allerdings hat sie Sehnsucht nach Kessin, aber "alles in allem ist ihr doch das Leben daheim voller Glück und Zufriedenheit gewesen", und beim Herumtollen mit den Freundinnen im Park kommt es ihr ganz aus dem Sinn, verheiratet zu sein. Am liebsten jedoch sind Effi die Plauderstunden, die sie fast jeden Morgen mit ihrer Mutter hat. - Verwundert sind Effis Eltern, daß Instetten in der ganzen Zeit nicht einmal Urlaub nimmt, um eben mal "rüberzuflitzen".
Als sie in ihre Häuslichkeiten zurückkehrt, empfängt INSTETTEN sie mit vielen Aufmerksamkeiten, ja es kommt zu einem übermütigen Geplänkel zwischen den Eheleuten; dergleichen hat es nicht oft gegeben. Er gesteht, nur schwer ohne sie ausgekommen zu sein, doch sie bezweifelt dies: "Ja Geert, wenn du nur ein bißchen Sehnsucht gehabt hättest, so hättest du mich nicht sechs Wochen mutterwindallein in Hohen-Cremmen sitzen lassen wie eine Witwe ..." Am Ende bekennt Effi: "Weißt du, daß ich nur das immer gewünscht habe. wir müssen verführerisch sein, sonst sind wir gar nichts."
Crampas unterbricht sie. Man spricht über das gesellschaftliche Leben im kommenden Winter, dessen sich der Major als Vizevorstand der ''Ressource" angenommen hat. Es sollen Theaterstücke aufgeführt werden; auch EFFI ist für eine Rolle ausersehen.

16. Kapitel
CRAMPAS ist nun beinahe täglicher Gast bei den INSTETTENS, um mit der gnädigen Frau ein wenig zu plaudern, ehe die beiden Männer ausreiten. Als Ende Oktober die Wahlkampagne beginnt, ist INSTETTEN verhindert, und so setzt CRAMPAS mit EFFI die Ausritte fort, stets in Begleitung zweier Diener. Nach und nach kommt es zu einer gewissen Annäherung zwischen EFFI und CRAMPAS.
Crampas vertraut eines Tages, im Schritt reitend, Effi an, daß Instetten schon in seinen Leutnantstagen sich mit Spukgeschichten interessant machte, um nicht als Alltagsmensch zu erscheinen, was seiner Karriere geschadet hätte. Seine zweite Passion ist das Erziehen. Für Instettens Verhalten gegenüber seiner Frau findet Crampas die Erklärung: "Eine junge Frau ist eine junge Frau und ein Landrat ist ein Landrat. Er kutschiert oft im Kreise umher, und dann ist das Haus leer und unbewohnt. Aber solch Spuk ist wie ein Cherub mit dem Schwert.."

17. Kapitel
Zum letzten Ausritt des Jahres hat man sich etwas Besonderes ausgedacht: ein Picknick in den Dünen. CRAMPAS ist ein guter Unterhalter, und EFFI bleibt nicht unbeeindruckt. Crampas unterhält Effi mit Gruselgeschichten aus Heines späteren Gedichten (Romancero-Zyklus). Eines, das vom Kalatrava-Ritter, der die Königin heimlich liebt, und dessen Haupt der treue Hund (Crampas nennt ihn Rollo, wie Effis Neufundländer) auf die Tafel legt, an der der König inmitten der Granden seines Reiches saß, macht auf Effi einen besonders tiefen Eindruck. Ahnt sie, wie vorbedeutend diese düstere Geschichte für das Schicksal des Erzählers ist?

18. Kapitel
EFFI freut sich, daß mit dem beginnenden Winter die Ausflüge aufhören. INSTETTEN möchte an den langen Winterabenden die "Italienische Reise" noch einmal Revue passieren lassen. Effi begeistert sich jedoch mehr für CRAMPAS' Plan, in einem Theaterstück (mit dem Titel "Ein Schritt vom Wege") eine Rolle zu übernehmen. "Effi ist wie elektrisiert; was sollten Padua, Vicenta daneben bedeuten! Effi ist nicht für Aufgewärmtheiten; Frisches ist es, wonach sie sich sehnt, Wechsel der Dinge."
Die Aufführung wird ein voller Erfolg, und INSTETTEN spart nicht mit Komplimenten, was Effis innere Unruhe noch verstärkt: "Wie galant du bist, Geert! Wenn ich dich nicht kennte, könnt ich mich fürchten. Oder lauert wirklich was dahinter?"
Instetten, der Crampas gut beobachtet hat, fragt bohrend: "Hast du ein schlechtes Gewissen? Selber hinter der Tür gestanden?"
Am Heiligen Abend steht Anni im Mittelpunkt. Instetten ist heiter und beschäftigt sich viel mit dem Kinde, während Effi sich seltsam bedrückt fühlt obwohl sie viel spricht und lacht.
Wenige Tage nach dem Heiligen Abend unternehmen die ersten Familien der Kessiner Gesellschaft und einige Adelsfamilien aus der Umgebung eine Partie in die Oberförsterei Uvagla. Bei einem Waldspaziergang begegnen sich EFFI und CRAMPAS zum ersten Mal wieder seit der Theateraufführung Sie erzählt den Inhalt eines Gedichtes von Clemens Brentano, "Die Gottesmauer". Eine alte Witwe, die sich im Krieg vor dem Feind fürchtet, betet zu Gott, er möge eine Mauer um sie bauen, um sie zu schützen .
Crampas reagiert sichtlich betroffen.

19. Kapitel
In guter Stimmung geht es nach dem Abendessen heimwärts. Nur Effi ist verstimmt, als die schnippische Sidonie in ihrem Schlitten Platz nimmt. Instetten sitzt auf dem Bock eines anderen Schlittens, weil dessen Kutscher durch einen Pferdetritt verletzt worden ist.
An einer schwer passierbaren Stelle werden sie unterwegs aufgehalten. Sidonie verabschiedet sich und steigt in die Kutsche ihres Vaters. Den freigewordenen Platz nimmt Crampas ein.
Als Instetten seinen Plan ändert und die Schlitten durch einen dichten Wald führt, überkommt Effi eine große Furcht und sie betet, wie das Mütterchen im Gedicht "Die Gottesmauer", daß Gott eine Mauer um sie bauen möge. Aber es sind nur tote Worte. "Sie fürchtet sich und ist doch zugleich wie in einem Zauberbann und will auch nicht heraus." Sie ist sehr verängstigt und hilflos. CRAMPAS erklärt ihr, die beinahe willenlos ist, seine Liebe und bedeckt ihre Hand mit heißen Küssen.

20. Kapitel
INSTETTEN ist verstimmt, als er Effi aus dem Wagen hebt. Er hält Crampas zwar für einen Kavalier, aber nicht für einen Edelmann; auch seiner Frau mißtraut er.
Zum Silvesterball erscheint EFFI, aber nicht um zu tanzen. Sie ist bedrückt, und auch in den folgenden Wochen weicht dieses Gefühl nicht. Sie fühlt sich als Gefangene und kann sich nicht befreien, trotz aller guten Anwandlungen.
"So treibt sie denn weiter, heute, weil sie's nicht ändern kann, morgen, weil sie's nicht ändern will. Das Verbotene, das Geheimnisvolle hat seine Macht über sie."
(Was an Verbotenem, Geheimnisvollem geschieht, darüber läßt Fontane den Leser im Dunkeln).
Sie lehnt alle Besuche und Einladungen ab. Täglich macht sie ihre vom Arzt verordneten Spaziergänge, um ihre depressiven Stimmungen zu überwin-den. INSTETTEN zeigt sich bei jeder Gelegenheit argwöhnisch und eifersüchtig Nach einigen Wochen erklärt er, für ein paar Tage nach Berlin gehen zu müssen. Sie soll sich nicht ängstigen, "du weißt schon, das da oben ... Und wenn doch, du hast ja Rollo und Roswitha."
Effi muß daran denken, was Crampas gesagt hat, daß Instetten mit dem Spuk und ihrer Furcht eine Komödie spielt. "Aber hatte er recht? War die Komödie nicht am Platz? Und allerhand Widerstreitendes, Gutes und Böses. ging ihr durch den Kopf."

21. Kapitel
Wahrend der Abwesenheit ihres Mannes setzt EFFI ihre täglichen Spaziergange fort, währenddessen man sich in Kessin Gedanken macht über die lange Abwesenheit INSTETTENS. Ihre Ausgelassenheit ist verflogen, ihre Gesichtszüge haben einen anderen Ausdruck angenommen, "und das halb rührend, halb schelmisch Kindliche, was sie noch als Frau gehabt hat, ist hin."
Als er zurückkommt, überrascht er sie mit der Nachricht, daß er als Ministerialrat nach Berlin versetzt worden sei. Man könne in die Hauptstadt umziehen.
Zunächst sagt Effi kein Wort und ihr ganzer Körper zittert. Dann gleitet sie vor Instetten nieder, umklammert seine Knie und sagt "in einem Tone, wie wenn sie betet 'Gott sei dank!" Damit hat Effi mehr gesagt, als sie darf, und Instettens Argwohn ist von neuem geweckt. Er fordert eine Erklärung. Effi hat große Mühe, ihre Erregung zu unterdrücken. Sie klagt, sie ist in dem Spukhaus ihre Angst nie losgeworden und daß das Gespenst ihr nachts wieder über die Schulter gesehen hat, als Instetten fort war. Er räumt ein, er sei immer zu sehr mit sich beschäftigt gewesen, aber es solle alles besser werden. "Ein Gutes hat Berlin gewiß Spukhäuser gibt es da nicht." EFFI ist glücklich über diese Mitteilung.

22. Kapitel
Die Aussicht auf einen Wohnortwechsel erleichtert EFFI, und die Stimmung der Eheleute ist sogleich entspannter. EFFI will in die Hauptstadt reisen, um sich nach einer passenden Wohnung umzusehen. Zufällig erhält sie von ihrer Mutter in derselben Stunde einen Brief, die wegen einer augenärztlichen Behandlung in Berlin weilt. EFFI reist zu ihr und nimmt ANNI sowie ROSWITHA mit. Von Apotheker GIESHÜBLER verabschiedet sich EFFI persönlich; an CRAMPAS richtet sie einen Brief mit dem Bekenntnis ihrer schweren Schuld. "Daß wir hier abberufen werden, ist mir wie ein Zeichen, daß ich noch zu Gnaden angenommen werden kann."

23. Kapitel
In Berlin vergehen die Tage mit Restaurantbesuchen und Plauderstunden in Gesellschaft der Mutter und ihres Vetters. EFFI findet eine Wohnung in der Keithstraße, und als INSTETTEN nach vierzehn Tagen zur Heimkehr mahnt, stellt sich seine Frau ''krank", um die Wohnung zu mieten und gleich dort zu bleiben.

24. Kapitel
Instetten kommt wenige Tage später selbst nach Berlin und lobt EFFIS Wahl; "kein Haifisch, kein Krokodil und hoffentlich auch kein Spuk." Effi antwortet erleichtert: "Nein Geert, damit ist es nun vorbei. Nun bricht eine andere Zeit an, und ich fürchte mich nicht mehr und will auch besser sein als früher und dir mehr zu Willen leben." Es gestaltet sich scheinbar alles zum Guten. EFFI gibt sich unbefangen und heiter. "Wohl blickt das Vergangene in ihr Leben hinein", aber es ängstigt sie viel seltener. INSTETTEN lebt ganz seinem Dienst und seinem Haus.
Im August fährt das Ehepaar nach Rügen in Urlaub Doch dort holt sie unvermittelt die Vergangenheit wieder ein: der Name des Dörfchens "Crampas" stürzt sie in Unruhe. EFFI drängt ihren Mann, nach Dänemark zu fahren. Die Rückreise unterbrechen sie im Hause BRIEST, wo EFFI etwas länger bleibt als INSTETTEN.
Am letzten Tag sucht Effi ihr schlechtes Gewissen wieder heim: "morgen in dieser Stunde bin ich in Berlin. Und wir sprechen davon, daß unser Hochzeitstag ist, und er sagt mir Liebes und Freundliches, und vielleicht Zärtliches. Und ich sitze dabei und höre es und habe Schuld auf meiner Seele." Doch sie fühlt, daß es nicht so sehr die Schuld ist, sondern Angst, Todesangst und Scham. Sie erinnert sich, daß der alte Pastor Niemeyer ihr als Kind gesagt hat, daß es auf das richtige Gefühl ankommt. Hat man es, kann einem das Schlimmste nicht passieren. Wenn nicht, ist man in ewiger Gefahr und der Teufel hat Macht über uns. - Sie fühlt. daß es so mit ihr ist.

25. Kapitel
Doch sie wird voller Ungeduld erwartet, denn ihr Mann möchte ihr ein gesellschaftliches Leben bieten, das sie aufmuntern und die stillen Jahre im Ländlichen vergessen machen soll.
In der Tat haben beide den ersehnten Erfolg; die Ministerin hegt für die junge Frau freundschaftliche Gefühle; die Kaiserin selbst ernennt sie zur Hofdame, und der Kaiser richtet auf einem Hofball huldvolle Worte an sie.
Da EFFI mehr und mehr an katarrhalischen Affektionen leidet, verordnet ihr Arzt. Dr. RUMMSCHÜTTEL, eine Doppelkur - erst Bad Schwalbach, dann Bad Ems.
Beim Packen geht ihr Roswitha zur Hand. Effi lenkt das Gespräch auf das Beichten und fragt "Hast du denn nie empfunden, daß es ein Glück ist, wenn man etwas auf der Seele hat, daß es runter kann?"

26. Kapitel
EFFI schreibt aus der Kur heitere Briefe, und die ganze Familie freut sich auf ihre Rückkehr. ANNI geht bereits zur Schule. Eines Tages kommt sie auf der Treppe ins Stolpern und verletzt sich an der Stirn. ROSWITHA und JOHANNA suchen nach einem Verband und finden dabei ein Bündel Briefe, das sie achtlos auf das Fensterbrett legen.

27. Kapitel
Die Briefe fallen INSTETTEN in die Hände Er erkennt CRAMPAS Handschrift. Nun steht für ihn fest, daß es sich um eine Korrespondenz zwischen dem Major und seiner Frau handelt. Der Inhalt ist eindeutig. Sogar von Flucht ist die Rede, auf die Effi gedrängt hat. Instetten ist in furchtbarer Erregung, und Roswitha findet, er muß einen großen Ärger gehabt haben. So blaß hat sie ihn noch nie gesehen.
Durch seinen Mitarbeiter WÜLLERSDORF übersendet INSTETTEN eine Duellforderung an CRAMPAS. Er ist gekränkt, man hat ihn schändlich hintergangen. Er verspüre keinerlei Haß oder Rachedurst. Als Teil eines Ganzen habe er auf dessen Gesetze Rücksicht zu nehmen: "jenes ... uns tyrannisierende Gesellschafts-Etwas, das fragt nicht nach Scharm und nicht nach Liebe und nicht nach Verjährung. Ich habe keine Wahl. Ich muß." Noch am selben Abend reist Wüllersdorf nach Kessin ab.

28. Kapitel
Am nächsten Morgen reist Instetten, und am darauffolgenden Morgen treffen die Duellanten zwischen den Dünen aufeinander. CRAMPAS wird im Duell getötet. Der Major will Instetten noch etwas sagen: "Wollen Sie ..." sind seine letzten Worte. Und dann ist es vorbei.

29. Kapitel
Bereits am Abend ist INSTETTEN wieder in Berlin. Er überdenkt das Vorgefallene, und ihm kommen Zweifel an seiner Handlungsweise: "Es muß eine Verjährung geben, Verjährung ist das einzig Vernünftige; - Ich bin jetzt fünfundvierzig. Wenn ich die Briefe fünfundzwanzig Jahre später gefunden hätte, so wäre ich siebzig. Dann hätte Wüllersdorf gesagt: 'Instetten, sei kein Narr.' Und wenn es Wüllersdorf nicht gesagt hätte, so hätt es Buddenbrock gesagt, und wenn auch der nicht, so ich selbst. Dies ist mir klar. Treibt man etwas auf die Spitze, so übertreibt man und hat die Lächerlichkeit. Kein Zweifel. Aber wo fängt es an? Wo liegt die Grenze? Zehn Jahre verlangen noch ein Duell, und da heißt es Ehre, und nach elf Jahren oder vielleicht schon bei zweieinhalb heißt es Unsinn. Die Grenze, die Grenze. Wo ist sie? ... Rache ist nichts Schönes, aber was Menschliches und hat ein natürlich menschliches Recht. So aber war alles eine Vorstellung, einem Begriff zuliebe, war eine gemachte Geschichte, halbe Komödie ."
Am Morgen des folgenden Tages macht er Meldung über das Vorgefallene und schreibt einige Briefe, einen nach Hohen-Cremmen.
Das Ereignis spricht sich in der Hauptstadt rasch herum, und am Abend verbreitet die Boulevardpresse die Nachricht über den Skandal mit tödlichem Ausgang

30. Kapitel
EFFI erhält von ihrer Mutter einen Brief, der sie im Innersten erschüttert. Nachdem sie einige Zeilen gelesen hat, weicht alles Blut aus ihrem Gesicht. Sie wankt in ihr Zimmer und bricht ohnmächtig zusammen.

31. Kapitel
Sie erfährt. daß ihr Hohen-Cremmen für immer verschlossen bleiben wird. EFFI macht sich über ihre Zukunft keine Illusionen. Mit dem Abendzug kehrt EFFI von Bad Ems nach Berlin zurück.

32. Kapitel
Die Ehe wird geschieden. EFFI lebt zurückgezogen und vereinsamt immer mehr. ROSWITHA hält ihr die Treue. Effi richtet an die Ministerin die Bitte, ihr ein Zusammentreffen mit ihrer Tochter zu ermöglichen.

33. Kapitel
Das Zusammentreffen gerät zum Fiasko, und EFFI sieht sich weiter außerhalb der Gesellschaft stehen als jemals zuvor.
Schon bald will es wieder gehen, und als es zum dritten Mal die gleiche, stereotype Antwort: "O gewiß, wenn ich darf" gibt, ist für Effi das Maß voll. Kurz entschlossen entläßt sie Anni. In der Not ihres Herzens greift sie nach Bibel und Gesangbuch, und halblaut spricht sie vor sich hin: "O du Gott im Himmel (...)ich will meine Schuld nicht kleiner machen, ... aber das ist zu viel (...) er ist klein. Und weil er klein ist, ist er grausam. Das hat er dem Kind beigebracht, ein Schulmeister ist er immer (...) Ein Streber ist er, weiter nichts. -Ehre, Ehre, Ehre... und dann hat er den armen Kerl totgeschossen, den ich nicht einmal liebte, und den ich vergessen hatte, weil ich ihn nicht liebte (...) Mich ekelt, was ich getan; aber was mich noch mehr ekelt, das ist eure Tugend. Weg mit euch (...)." Roswitha findet Effi wie leblos am Boden .

34. Kapitel
EFFIs Gesundheitszustand ist bedenklich, so daß Dr. RUMMSCHÜTTEL zu einem Genesungsurlaub auf Hohen-Cremmen rät. Die Eltern verschließen sich dem Vorschlag nicht. Herr von Briest ist sofort bereit, Effi im Elternhaus aufzunehmen; "soll ich hier bis an mein Lebensende den Großinquisitor spielen? Ich kann dir sagen, ich habe es seit langem satt."
Frau von Briest kommt ihm zunächst mit Katechismus und Moral, ist aber schnell umgestimmt, und der alte Briest kann telegrafieren: "Effi, komm".
Tatsächlich erholt sich EFFI körperlich erstaunlich rasch, und gelegentlich schimmert etwas von ihrer einstigen Fröhlichkeit auf.
Und als sie mit dem alten Pastor Niemeyer durch den Park geht, setzt sie sich wie in ihren Mädchentagen auf die Schaukel und fliegt nach wenigen Sekunden hoch durch die Luft. Nachdem sie von der Schaukel gesprungen ist, gesteht sie Niemeyer, wie wohl ihr die Luft tut: "Mir ist, als fliege ich in den Himmel. Ob ich wohl hineinkomme?" Er nimmt ihren Kopf in die Hände, gibt ihr einen Kuß auf die Stirn und sagt: "Ja, Effi, du wirst."

35. Kapitel
In der Folge macht EFFI einsame und sehr ausgedehnte Spaziergänge. Ihre Sehnsucht nach frischer Luft nimmt zu, und sie möchte ganz in der Natur aufgehen.
Einen Vorschlag, nach Italien zu reisen, schlägt sie aus.
In einem Brief an INSTETTEN erbittet ROSWITHA den Hund ROLLO, der an EFFIs Seite bleiben soll.
Wüllersdorf ist bei Instetten, als der Brief eintrifft. Aufgefordert ihn zu lesen, sagt Wüllersdorf: "Ja, sie ist uns über". Instetten findet dies auch, und stellt resignierend fest: "Mein Leben ist verpfuscht".

36. Kapitel
INSTETTEN überläßt EFFI den Hund, der fortan ihr treuer Begleiter wird.
Im Herbst geht es EFFI wieder schlechter. Sie erholt sich nicht mehr und stirbt, versöhnt mit ihren Eltern und mit ihrem Mann, dem sie nichts nachgetragen hat.









Quelle: Theodor Fontane- Effi Briest




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