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Titel:

Ernesto Che Guevara


  Note: 1   Klasse: 10









Arbeit: Ernesto Che Guevara - I.Che Guevara (1928 - 1967)

Hasta la victoria siempre

1.1. Biographie eines Revolutionärs

Che Guevara wurde am 14. Juni 1928 in Rosario Argentinien geboren. und hatte vier Geschwister. Bereits im Alter von 2 Jahren erkrankte er an Asthma, was er sein ganzes Leben lang nicht mehr los wurde. Sein eigentlicher Name war Ernesto Guevara Lynch de la Serna. Sein Vater, Ernesto Guevara, Jahrgang 1900, hatte Ingenieurwissenschaft und Architektur studiert. Seine Mutter war Celia de la Serna, Jahrgang 1908, beide heirateten im Jahre 1927. Wegen dem Asthma zogen die Eltern nach Cordoba. Der Vater war überzeugter Sozialist, aufgrund seiner Arbeit hatte er die Leiden der Land- und Bergarbeiter kennengelernt. Später studierte Che an der Universität von Buenos Aires Medizin und während des Studiums arbeitete er in der Impfabteilung der Stadtverwaltung.1950 bekam er eine Stelle als Krankenpfleger bei der Handelsflotte, wobei er mehrere Reisen in verschiedene lateinamerikanische Länder machen konnte.#


Ernesto Che Guevara (1928-1967)
Idol einer Generation und Befreier Südamerikas
Im gleichen Jahr befuhr er Argentinien mit dem Motorrad. Hierbei kam er zum erstenmal intensiv in Kontakt mit den Resten der indianischen Kultur, diese Eidrücke prägten schließlich sein Verständnis über die Verbrechen der Spanier in Südamerika und schon hier festigte sich sein Kampf gegen Unterdrückung und Ausbeutung. 1951 besuchte er Chile und Peru, wo er in einer Lepra-Klinik arbeitete.
Als er mit dem Studium fertig war, reiste Ernesto abermals quer durch die ärmsten Länder Südamerikas. In dieser Zeit wurde Ernestos weiteres Leben maßgeblich geprägt. Auf dieser Reise blieb er längere Zeit in Bolivien. Er war fest entschlossen, irgendwo dort eine Arztpraxis zu eröffnen, in der er die arme Bevölkerung gratis behandeln könnte. Während dieser Zeit erlebte er eine der vielen bolivianischen "Scheinrevolutionen". Wie schon oft versprach ein intelliegenter bolivianischer Politiker dem Volk mehr Reichtum und bessere Lebensbedingungen, kam dann an die Macht und entpuppte sich als einen Diktator, schlimmer als der Vorgänger! Einige Wochen danach beschloss er weiter zu ziehen und erst später sesshaft zu werden. Er sprach oft mit Guerilleros und entwickelte nach und nach einen Haß, gegen all die Diktatoren, welche der Grund der Armut in Lateinamerika waren. Er erlebte hautnah, wie der amerikanische Geheimdienst eine Konterrevolution gegen die damals regierenden Sozialisten in Guatemala einleitete. Che wurde klar, daß Lateinamerika in der Hand des amerikanischen Kapitals war. Der junge Ernesto war zwar immer schon ein Gegner der katholischen Kirche, da seine Mutter überzeugte Marxistin war, doch er selbst war nie ein Kommunist, bis er in Guatemala Raúl Castro, den Bruder Fidel Castros kennenlernte. Raúl plante gerade eine Guerillaaktion, und bat Ernesto dabei mitzumachen. Ernesto willigte ein, obwohl er nicht genau wußte, worauf er sich da einließ. Dennoch erkannte er, daß nur durch eine bewaffnete Revolution die wirkliche Freiheit Lateinamerikas erreicht werden konnte. 1954 verlies er Guatemala und ging nach Mexiko, wo er Fidel Castro traf. In Mexiko studierte Che auch eingibig der Werke Marx & Engels sowie die Lenins und Maos.
Zusammen mit anderen Cubanern nahm er an einem harten Militärtraining teil, daß auf einer Farm durchgeführt wurde. Die Truppe nahm Ernesto auf, da sie noch keinen Arzt hatten. Ernesto trainierte sehr hart und wurde körperlich und geistig zu einem der besten Guerilleros, da der Ausbilder ein Spanier war und schon im spanischen Bürgerkrieg gegen Franco gekämpft hatte. Aus diesem Grund freundete er sich schnell mit Fidel Castro, dem Anführer, an. Dieser machte Ernesto dann auch zu einem der Führer, ihm gleichgestellt. Zu dieser Zeit erhielt er auch seinen Spitznamen "Che", nach einer argentinischen Redensart welche er häufig benutzte (Che = Kumpel). 1956 wurde er zusammen mit den anderen verhaftet und wurde ins Gefängnis geworfen, da Fidel jedoch ein guter Anwalt war konnte er eine Entlassung der Gefangen beim Gericht erwirken. Im selben Jahr nahm er an der Sierra-Maestra-Expedition teil, dies war ein schlecht organisierte Feldzug der den Guerilleros fast das Leben gekostet hatte. Tagelang versteckten sie sich in den Bergen und Wäldern und es gelang ihnen schließlich doch eine sichere Basis in den Bergen zu errichten, von dort aus führten sie einen Guerilla-Krieg, der trotz der Hilfe der USA für das Batista-Militärregime, siegreich für die Revolutionäre ausging. In diesen Kämpfen wurde dann endgültig aus dem Arzt Ernesto der Guerillero Che. Während der Kämpfe viel besonders seine kompromisslose aber dennoch kameradschaftliche Vorgehensweise auf. Die Rebellen hatten sehr große Unterstützung durch die Bevölkerung. Nach Ansicht vieler Biographen war Ché Guevara zu dieser Zeit bereits überzeugter Marxist und politischer Kommunist! Guevaras eigene Erinnerungen vermitteln eher den Eindruck, daß er militärische, politische und moralische Entscheidungen unmittelbar aus den konkreten Situationen ableitete. Guevara wurde zum MYTHOS CHE!
Nachdem er nun maßgeblich am Sieg der Rebellen beteiligt war, wurde er später Chef der cubanischen Staatsbank und 1961 Industrieminister von Cuba. 1961 erfolgte auch die Invasion in der Schweinebucht, welche von Exilcubanern durchgeführt wurde, die vom CIA ausgebildet und unterstützt wurden. Diese scheiterte jedoch daran das US-Präsident Kennedy die Unterstützung mit Flugzeugen verweigerte.
Unter Che Führung wurde der Angriff der Konterrevolutionäre, die versuchten wieder Batista an die Macht zu bringen, innerhalb kurzer Zeit zerschlagen. Mehrfach beteiligt er sich persönlich an der Zuckerrohrernte, um durch sein Beispiel und Vorbild die Arbeitsmoral zu heben und die Produktivität zu steigern! Da ihm aber daß glatte Parkett der Politik nicht behagte, er widersprach in einigen Dingen sogar Sowjets, legte er 1965 alle Ämter nieder, und verließ Cuba und seine Familie mit den drei Kindern. Che wollte auch in anderen Ländern die Revolution vorantreiben, er ging 1965 in den Kongo und 1966 nach Bolivien. Sein Traum war, von hier aus die Revolution nach ganz Süd- und Mittelamerika zu tragen! In Bolivien nahm die Revolution allerdings nicht den Verlauf wie auf Cuba. Nach 10 Monaten Kampf in der Guerilla, welche kaum Unterstützung der Bevölkerung fand, da diese permanent von den Militärs eingeschüchtert, und die Medien zensiert wurden, wurde Che gefangen genommen und am 9. Oktober unter Mitwirkung des CIA ermordet. Sein Leichnam wurde in der Provinzstadt Vallegrande aufgebahrt, um der Welt den Tod des Freiheitskämpfers zu demonstrieren. Anschließend wurden Ches Hände abgehackt, und der Körper in einem unbekannten Massengrab verscharrt.
Erst 1997, also 30 Jahre nach seinem Tod, wurden seine Überreste gefunden und nach Cuba überführt, wo er am 17. Oktober in einem Staatsakt in Santa Clara beigesetzt wurde. Der Mythos Che lebt auch 30 Jahre nach seinem Tod weiter! In Bolivien wird er sogar wie ein Heiliger verehrt, was aber wohl mehr auf das schlechte Gewissen der Menschen zurückzuführen ist, die ihm damals die Unterstützung versagten.

1.2. Seine Träume und Ideale
Schon in der Kindheit wurde Ernesto mit den sozialen Gegensätzen in Lateinamerika konfrontiert: Die in Luxus lebende Oberschicht Argentiniens auf der einen, in den Slums dahin vegetierende Arbeiterfamilien auf der anderen Seite! Seine Reisen in den Jahren 1952 - 1956 schärften Guevaras Blick für die Armut in ganz Lateinamerika. Er gelangte zu der Überzeugung, daß alle Latinos im Prinzip eine einzige Rasse waren. Während 1954 die linke Regierung Guatemalas durch einen, von den USA initiierten, Militärputsch gestürzt wurde, und er lange Zeit mit Kommunisten und Gewerkschaftern zusammen lebte wurde er ein Anhänger der Lehren von Marx und Mao. Für in waren nicht die ehemaligen, spanischen Kolonialherren die eigentlichen Feinde, sondern der Dollar-Imperialismus der kapitalistischen Nordamerikaner! Aus dem Mediziner wurde ein Dogmatiker der bewaffneten Rebellion! Ein überzeugter Chirurg des Krieges, der festen Überzeugung, daß man tief in das Fleisch der Gesellschaft schneiden muß, um den schnell von den USA geprägten Radikalkapitalismus zu entfernen und zu vernichten! Che war sich aber vollkommen darüber im klaren, daß eine wirklich neue, sozialistische Gesellschaftordnung nur erreicht werden konnte, wenn es gelang, einen "Neuen Menschen" zu schaffen.
Am Ende, so Ches Traum sollte ein freies, sozialistisches Amerikaaus dem Stahlgewitter der Revolution entstehen, in dem es keinen Hunger, keine Analphabeten und keine Dritte-Welt-Krankheiten mehr gab!
Ein geeintes Lateinamerika nach den Visionen Simon Bolivars! Korruption mußte schon im Keim erstickt werden. Seine Mitstreiter beeindruckt der Argentinier durch eiserne Disziplin, Selbstlosigkeit und Todesverachtung. Cuba war damals reif für den Umsturz. Es gab eine starke, organisierte Opposition in Gewerkschaften und Universitäten. Die von Batista und Großgrundbesitzern unterdrückte Landbevölkerung versorgte die Kämpfer. Guevara aber sah vor allem eines: Eine kleine, zu allem entschlossene Truppe konnte Regierungen stürzen.
Seine eigene Rastlosigkeit macht er auch für engere Mitarbeiter zur Pflicht, fordert freiwillige Arbeit an Wochenenden, Studium von Mathematik, Sprachen oder Geschichte bis spät in die Nacht. Er weigert sich, Privilegien anzunehmen, bezieht einen Minimallohn.
Che blieb auch nach dem Sieg der Revolution der kämpferische Rebell. Selbst bei wichtigen Sitzungen erschien er mit Bart, zerfilztem Haar und eine Zigarre hatte er sowieso immer im Mund. Dies soll nicht heißen, daß Che ein fanatischer Militarist war, nein er konnte sich nur nie mit den Politikern, die mit ihren protzigen Villen gegen die Armut kämpfen wollen, identifizieren. In den folgenden Jahren verfeindete sich Che nach und nach mit den cubanischen Altkommunisten. Diese bezeichneten ihn öffentlich als verträumten Anarchisten und als Trotzkopf.
Während einer Rede in Algerien kritisierte er auch die Politik der gegenseitigen Zusammenarbeit gegenüber den USA! Es gehe nicht, daß man mit dem propagierten Klassenfeind, mit dem man sich im kalten Krieg befand, doch relativ enge Wirtschaftsbeziehungen pflegt. Er sprach seine Ansicht aus, daß die Sowjetunion und die USA die restliche Welt unter sich aufteilen wollten!
Ein daraufhin bei der cubanischen Regierung eingehender massiver russischer Protest gab wohl den Ausschlag, daß Che kurz darauf alle Ämter niederlegte. Freunde berichteten, das Che nun wieder richtig aufblühte. Nie zuvor habe man ihn zufriedener gesehen, als er zuerst in den Kongo ging, zusammen mit 200 Cubanern, und später nach Bolivien.
Der CIA Agent Rodriguez, der Che die Nachricht von seiner Exekution überbrachte sagte, daß dieser seinen Tod mit Mut und Würde begegnete. Doch mit Che wurde wohl auch seine Utopie von der Befreiung Lateinamerikas zu Grabe getragen! Sein rebellischer Geist aber war ungebrochen!

1.3. Die Afrika-Expedition
In Afrika traf sich Che mit einem hohen Minister Kongos, den Che schon von früher kannte. Es wurde Che angeboten eine Guerillaeinheit zu führen. Che vertiefte sich in das Staatswesen Kongos und willigte schliesslich ein. Doch seine sogenante Armee war nicht mehr als eine Horde schiesswütiger Männer, die noch nie etwas von Marx oder Lenin gehört hatten.
Durchaus ähnlich wie schon einmal gut acht Jahre vorher hatten diesmal 14 kubanische Freiheitskämpfer ein Boot bestiegen, einen See überquert und waren in die dahinterliegenden Berge gestiegen, um dort ihre Basen und eine befreite Zone zu schaffen, um den Aufstand von dort bis in die ferne Hauptstadt zu tragen. Doch dieser See war nicht die Karibik und das Boot hieß nicht Granma. Die Kubaner starteten im tansanischen Kigoma, überquerten den nur 50 Kilometer breiten Tanganjikasee und landeten am gegenüberliegenden Strand im Süden der zairischen Kivuregion. Dort befand sich eines der letzten geschlossenen Rebellengebiete des Kongos. Vorher hatte der kubanische Geheimdienst das namenlose Boot an der Küste des indischen Ozeans gekauft und quer durch Tansania transportieren lassen.Empfangen wurden die Kubaner am Ufer Zaires von einer Abteilung gut ausgerüsteter Rebellen in neuen chinesischen Uniformen. Es ist der 24. April 1965. In den nächsten Wochen und Monaten werden immer neue Trupps kubanischer Militärs über Tansania in den damaligen Kongo gebracht, im November sind es fast 200. In Kuba überwiegend aus Eliteeinheiten rekrutierte Freiwillige, schnell und intensiv auf einen Einsatz in Afrika vorbereitet, hat ihr Eingreifen die Zustimmung der bereits in Auflösung begriffenen kongolesischen Revolutionsregierung, der antikolonialistischen Staaten in Afrika wie Algerien, Ägypten oder Tansania und vermutlich auch die Unterstützung der Sowjetunion und Chinas. Selbst aus den weitgehend isolierten Fizi-Bergen wechselt Che Briefe mit dem chinesischen Außenminister Chu En Lai. Im Kampf gegen die Allianz der Mörder des Befreiers Patrice Lumumbas - Staatspräsident Kasavubu, Ministerpräsident Tschombe und Militärchef Mobutu - gegen die dahinterstehenden Gruppen des internationalen Bergbaukapitals und gegen die in Leopoldville angeheuerten Söldnerverbände. Unter diesen Söldnern waren auch eine ganze Anzahl Deutscher, wie der berühmte "Kongo-Siegfried"(Bild-Zeitung), Siegfried Müller aus Neu-Isenburg, der immer mit Eisernem Kreuz an der Brust ins Gefecht gegen die Simbas zog. Einige (zu wenige) blieben in kongolesischer Erde. Es besteht eine breite Solidarität der eben unabhängig gewordenen Staaten in Afrika. Nur eine Bedingung hatte Soumaliot, der Ministerpräsident der Rebellenregierung, den Kubanern gestellt: nur Militärs mit schwarzer Hautfarbe.
In seiner berühmten Rede am 24. Februar 1965 in Algier hatte Che Guevara gefordert daß auf den unheilvollen Angriff des nordamerikanischen Imperialismus gegen Vietnam oder den Kongo geantwortet werden muß, indem diesen Bruderländern die Mittel zur Verfügung gestellt werden, die sie zu ihrer Verteidigung benötigen, und indem man mit ihnen die bedingungslose Solidarität beweist." Doch schon bald stellt sich heraus, daß Ches globaler Revolutionsbegriff weder den Auffassungen der kongolesischen Nationalistenführer noch den Vorstellungen der afrikanischen Guerilla vor Ort entspricht. Das Ziel der lumumbistischen Elite im Conseil National de la Révolution ist die Unabhängigkeit des riesigen Landes, das Ende der kolonialen Bevormundung des Kongos und der Plünderung seiner Reichtümer - Ziele, die erst Jahrzehnte später und in der Form von Ruin und Desinteresse absurd verwirklicht werden.
Die Simba (kiswahili: Löwe)-Rebellen vor Ort, haben die Niederlage bereits erfahren. Schon im Herbst ′64 hatten die Söldner den Bezirk Fizi angegriffen, gebrandschatzt und durchquert, und nichts hatte sie aufhalten können. Wenn es für die Kubaner einen militärstrategischen Hintergrund der Ereignisse der Monate vor ihrem Eintreffen gab, dann wurde er zumindest nicht bekannt. Denn zum Zeitpunkt der kubanischen Intervention waren alle Städte im Norden und Osten Zaires durch Mobutus Armee, die Söldner Mike Hoares und Bob Denards, durch - von amerikanischer Luftwaffe transportierte - belgische Fallschirmjäger zurückerobert worden.
Durch den Fall von Städten wie Kisangani nach Mobutus Staatsstreich im November 1965 begann er als symbolisches Zugeständnis an die nationalistische Opposition mit der sogenannten "Authentizitätskampagne", durch die unter anderem alle kolonialen geographischen Bezeichnungen getilgt wurden und durch teilweise ältere afrikanische Bezeichnungen ersetzt wurden. Z.B. wurde Stanleyville zu Kisangani und zum Schluß auch der Kongo in Zaire umbenannt. Es gab rechte "Oppositions-"Gruppen in Kinshasa, die die Wiedereinführung der Kolonialnamen anstrebten, Mbandaka, Kindu, Goma oder Isiro - den politischen Zentren der Nationalbewegung war die Infrastruktur wie die soziale Basis der "Volksrepublik Kongo" zerstört. Dazu hatten die Rebellen selbst beigetragen, denn ihre Eroberungszüge im Frühjahr und Sommer ′64 waren kaum weniger grausam verlaufen als die dann folgende Rückeroberung, ihre kurzfristige Herrschaft über zwei Drittel des Landes war von Massakern der überwiegend aus den rückständigsten ländlichen Gebieten rekrutierten Kämpfer an der städtischen Bevölkerung begleitet. In der Revolte selbst brachen nicht nur uralte Stammeskonflike wieder unkontrolliert und blutig aus, sondern sie richtete sich auch massiv gegen all die städtischen Schichten, die ursprünglich mit Demonstrationen und Streiks für die Selbstbestimmung des Kongos gekämpft hatten, aus der Sicht der noch völlig traditionell denkenden Simbas aber Verräter an den Traditionen, Repräsentanten einer modernen Gesellschaft waren, die sie selbst nur als äußerliche Gewalt von Steuern, Zwangsarbeit und Gefängnissen kennengelernt hatten. Dann kam die Rückeroberung zum Beispiel von Stanleyville (Kisangani) - 110 Tage Hauptstadt der "Volksrepublik" - und wer hier die Herrschaft der Simbas überlebt hatte, stand nun im Verdacht, Lumumbist zu sein. Allein 2000 Menschen wurden von Mobutus Armee im Stadion der Stadt im November 1964 massakriert.
Demgegenüber glich Ches Expedition nach Fizi einer Ethnologenreise in ein völlig rückständiges ländliches Gebiet. Hier trafen die Kubaner auf zwar gut bewaffnete, aber politisch und militärisch desorganisierte Rebellen, untereinander heillos zerstritten, aber allesamt hoffnungslos abergläubig an die Macht ihrer jeweiligen "Dawa" (arabisch und swahili: Medizin). Jeder Versuch der Kubaner, die noch mehreren tausend kongolesischen und ruandischen (Tutsi) Rebellen zu organisieren und auszubilden, scheitert. Als schließlich das erste Gefecht nach mehr als zwei Monaten stattfindet, können die Kubaner ganze 170 einheimische Kämpfer mobilisieren, von denen bereits 70 vor dem Beginn des Angriffs desertiert sind. Dieser Angriff auf Bendera, einer starken Garnison samt Wasserkraftwerk nördlich Kalemie in der damaligen Katangaprovinz, ist organisatorisch ein Desaster und bleibt militärisch eine Episode. Kurz vorher hatte Mobutus Söldnerarmee das zweite größere Rückzugsgebiet der Rebellen entlang der sudanesischen Grenze fast widerstandslos überrannt und beginnt nun im Sommer ′65 den Ring um Fizi-Baraka enger zu ziehen. Es kommt immer häufiger zu kleineren Abwehrgefechten der Rebellen und ihrer kubanischen Helfer gegen die Regierungsarmee und deren Söldner unter Führung des Südafrikaners Mike (Mad Mike) Hoare. Schon nach dem Angriff auf Bendera analysiert Viktor Dreke, der stellvertretende Kommandeur der kubanischen Brigade daß die Kubaner das Gleichgewicht des bewaffneten Friedens zerbrochen haben, in dem sich die Kongolesen eingerichtet hatten. Sie waren zwar bewaffnet, doch sie blieben zuhause bei Frau und Kind. Sie kämpften nicht.
So verließ Che das Land wieder und machte noch eine Weltreise, in der er versuchte zu sich selber zu finden und seinen Marxismus zu vertiefen. Er kehrte schließlich nach fast 9 Jahren wieder nach Südamerika zurück.

1.4. Guerillakampf in Bolivien
Im November 1966 landet Che Guevara, getarnt als Geschäftsmann aus Uruguay, mit Halbglatze, grauem Haarkranz, Hornbrille und gefälschten Papieren in La Paz, Bolivien, um den Kampf in der Guerilla zu beginnen!
Der Einsatz in Bolivien begann damit, Verstecke anzulegen, in denen Munition, Verpflegung und Medikamente deponiert wurden. Am 29. November sind es 12 Aufständische, die im Lager waren.

In den bolivianischen Anden wurde ein Lager, mit Guevara als Leiter, errichtet. Che machte mit seinen Männern Trainingsmärsche, die teilweise über 20 Tage dauerten und trainierte sie hart. Im Laufe des Dezembers wurde die Zahl der Bolivianer und Kubaner weiter erhöht, der Kontakt mit Kuba und La Paz war gut.
Bald kam jedoch der erste Rückschlag. Nach Che Guevaras Weigerung, die militärische Leitung des Unternehmens an die kommunistische Partei Boliviens abzutreten, kam es zum Bruch mit Monje, dem Parteichef der KPdB! Die Eingliederung der bolivianischen Kämpfer gestaltete sich zudem recht schleppend. Die Rebellen-Einheit bestand nun 50 Personen: 29 Bolivianern, 16 Kubanern, 3 Peruanern und natürlich dem Argentinier Che. Die Guerilla wurde in einem Umkreis von 120 km von 2000 Mann umzingelt. Wenige Tage darauf kam es auch schon zu den ersten Kampfhandlungen zwischen den Rebellen und der Armee, dabei sind einige Soldaten getötet worden. Nach diesem Gefecht war dem Militär der Standort des Guerillalager bekannt, deshalb musste Che früher als er eigentlich wollte in die bewegliche Taktik übergehen. Mit der Zeit erreichten die Guerilla einerseits beachtliche militärische Erfolge, jedoch war die Isolierung der Truppe weiterhin vollständig! Der Kontakt zu der Zivilbevölkerung war absolut unzureichend! Genau dieser Kontakt ist aber für eine Revolution ausschlaggebend! Die Moral der Kämpfer war jedoch sehr gut, jedoch schätzte Che die zukünftige Unterstützung der Bauern viel zu optimistisch ein. Die Nachhut unter Joaquin verlor den Kontakt zur Hauptgruppe, da diese den Franzosen Debray zu einer Stadt begleiteten! Diese bestand somit, wegen der Verluste der Vormonate, nur noch aus 25 Männern. Die Verbindung mit Kuba und La Paz war abgerissen, was sehr schwer wog! Die bolivianische Armee zeigte auf militärischem Gebiet eklatante Schwächen, jedoch der Terror gegenüber der Landbevölkerung zeigte Wirkung: Sie teilte die Festnahme aller Bauern mit, die mit den "Terroristen" kollaborierten! Diese Maßnahmen zeigten Wirkung. Ein schwerer Schlag war der Verlust aller Höhlen mit den Dokumenten und Medikamenten! Durch die fehlenden Medikamente brach Ches Asthma unkontrolliert aus, was bei den Männern zu einer Verschlechterung der Moral führte!
Che maschierte gerade mit einer kleinen Gruppe zur Erkundung durch eine der zahlreichen bolivianischen Schluchten. Che hat soeben seinen Männern befohlen nur noch im Wasser weiter zulaufen, um keine Spuren zu hinterlassen, da fallen die ersten Schüsse. Es vielen Schüsse von Links und von rechts, die Guerilleros waren also in der Schlucht gefangen. Die Rebellen schiessen zurück, doch sie wissen nicht einmal wo genau sich ihre Gegner befinden. Plötzlich schreit Che auf. Eine Kugel hat seine Wade durchbohrt. Die Soldaten haben eingesehen, daß sie gewonnen haben und kommen runter, dabei erschossen sie einige Rebellen. Guevara und zwei weitere Männer werden von den Soldaten mitgenommen. Che schafft nur mit größter Mühe den Abhang hinauf. Die anderen wollen ihm helfen, doch er wehrt sich energisch dagegen. Er schleppt sich, die Waffe und sein Tagebuch umklammernd, den Hang hinauf. Che wurde von der Regierung festgenommen und vorübergehend in einem Schulhaus festgehalten, dort merkte er, daß das ganze Vorhaben von Anfang an aussichtslos war, da die Bauern keinerlei revolutionäre Ambitionen zeigten.
Nach 11 Monaten Guerillakampf wurde Che Guevara, zusammen mit dem ehemaligen Bergarbeiter Willy und Chino in der armseligen Ortschaft La Higuera, ca. 50 km von Vallegrande, ermordet:
Am 9. Oktober bekam ein einfacher Soldat den Befehl, den 39 Jahre alten Che Guevara zu erschießen. Che bekam nie eine Gerichtsverhandlung, er wurde nicht einmal vor ein Exekutionskommando gestellt, nein er wurde von dem einfachen Sergeanten Mario Terán "zum Wohle des Staates" erschossen. Anschließend wurden er nach Vallegrande gebracht, wo er der Öffentlichkeit präsentiert wurde um die Welt vom Tod des Revolutionärs zu überzeugen. Nachdem man Ches Hände abgeschnitten hatte, wurde sein Leichnam an einem geheimen Ort verscharrt, um nicht sein Grab zu einer Wallfahrtstätte der internationalen Linken zu machen!
Heute versammeln sich jedes Jahr die Einwohner von Vallegrande an Ches Todestag, um das Andenken an den Freiheitskämpfer zu ehren! Sie legen Blumen nieder, zünden Kerzen an und sprechen Gebete, in denen sie seinen Geist bitten, ihnen zu helfen!!
Die Männer, die den 8. Oktober überlebten wurden noch in mehrere Scharmützel verwickelt, ehe es schließlich fünf Männern gelang, im März 1968 nach Chile zu entkommen.
Quintanilla vom Ministerium für innere Angelegenheiten, der für das Abhacken von Che Guevaras Händen verantwortlich war, wurde ein paar Jahre später in Hamburg, wo er als Konsul tätig war, von einer Frau mit mehreren Schüssen aus einer autom. Waffe getötet!
Der bolivianische Generalstabschef Juan José Torres wurde 1976 in Argentinien entführt, später wurde seine Leiche dann in einem Vorort von Buenos Aires gefunden. Der Körper war von mehreren Kugeln durchsiebt worden!
Der Kommandeur der 8. Division, Cln. Joaquin Zenteno, wurde ebenfalls 1976, in Paris von einem Guerillakommando liquidiert!
Der Bauer Honorato Rojas, der die Guerilleros in den Hinterhalt von Vado del Yeso führte, wurde nur ein Jahr nach Ches Tod von der Guerilla getötet!

1.5. Fazit
Che Guevara wurde somit zum Mythos und zum Idol der revolutionären Jugend in 1968er. Er wurde das Vorbild der Studenten-Proteste in ganz Europa die sich gegen den Vietnam-Krieg, gegen den Dollar-Imperalismus und schließlich auch gegen das Establishment richten. Noch heute gilt er bei vielen Menschen als der Inbegriff des "idealen Menschen". Und seine Ideen begeistern selbst heute noch tausende Menschen, sein Abbild wird auf Millionen Gebrauchsgegenstände, Posters und T-Shirts gedruckt, somit kann man abschließend sagen Che Guevara ist unsterblich.

II. China
Die Zeiteinteilung der chinesischen Geschichte ist kein leichtes Unterfangen. Auf hochneolithische Kulturen von 5000 bis 3000 v. Chr., über die wir vor allem über die Archäologie Kenntnisse haben, folgte eine Phase des Übergangs, zu der die Xia-Dynastie gehört. In die Blüte der Bronzezeit fallen die Dynastien der Shang und der Zhou. Hierzu gibt es erste schriftliche Zeugnisse. In der Chunqiu-Zeit von 722 bis 481 v.Chr. lebten die Philsophen Konfuzius und Laotse, und auf die streitenden Reiche folgte die Reichseinigung durch die Qin. Mit ihnen beginnt eine neue Periode der chinesischen Geschichte.
Unter den Qin, auf die unsere Benennung Chinas zurückgeht, setzte der führende Beamte Shang Yang (356-338 v.Chr.) die Zentralisierung der Verwaltung durch. Landwirtschaft und Armee wurden gefördert, Handel und Handwerk eher behindert. Mit dem ersten Kaiser 221 v. Chr. begründeten die Qin nicht nur die Institution und Herrschaftsform, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts maßgeblich war, sondern es traten bereits alle Besonderheiten des Kaiserreiches zu tage. So der Konflikt zwischen dem Kaiser als Repräsentanten des Einheitsgedankens und den partikularen, insbesondere den regionalen Interessen, zum anderen das Bedürfnis nach Legitimation seiner Herrschaft als der für seine Zeit in jeder Hinsicht vollkommenen. Damit hängen der Kaiserkult und die Stellung des Kaisers zur Bürokratie zusammen, die ihm unterstand und von der er zugleich abhängig war. Eine wesentliche Neuerung der Qin war die Vereinheitlichung der chinesischen Schrift, die vor allem von Kanzler Li Si vorangetrieben wurde und eine für eine einheitliche Verwaltung unabdingbare Reform darstellt.
Auf die Qin folgte die Dynastie der Han (206 v.Chr.-220 n.Chr.), in deren Epoche sich das Ideal des Imperiums festigte. China wurde in den Augen der Han zum Zentrum der Welt, ja aller Kultivierung überhaupt. Damals lebte auch der Begründer der monographischen und biographischen Geschichtsschreibung des Reichs der Mitte, Sima Qian (ca. 145-90 v.Chr.).
Nach ihm entstand die Dynastiegeschichte, die jedoch erst mit der Tang-Zeit (618-907 n.Chr.) zu einer staatlichen Angelegenheit wurde. Im 2.Jh.v.Chr. anerkannte der Herrscher Han Wudi die Konfuzianer, deren Lehren durch den Theoretiker und Berater des Kaisers Dong Zhonshu (179-104 v.Chr.) derart umgestaltet wurden, daß sie den Herrschaftsbedürfnissen der Dynastie und den politischen Machtverhältnissen entsprachen.
Wir können hier selbstverständlich nicht einmal in grober Form die Geschichte Chinas nachzeichnen, weshalb wir einen Sprung in die Tang-Zeit machen, in der nach Perioden der Zersplitterung das Reich wieder vorübergehend geeint wurde. Diese Epoche ist auf Grund der besseren Quellenlage seit Jahrzehnten ein Schwerpunkt der Forschung. In dieser Phase der kulturellen Entfaltung herrschten aber auch - wie anderswo in der Welt - rauhe Sitten. Als die Konkubine Wu Zhao dem Kaiser einen Sohn schenkte und danach im Jahr 655 formal in den Rang der Kaiserin erhoben wurde, ließ sie ihre Vorgängerin Wang sowie die Konkubine Xiao Shufei mit abgeschnittenen Armen und Beinen in einem Weinfaß sterben.
In der Song-Dynastie (960-1279) setzte sich die bürokratische Verwaltung und formalisierte Beamtenrekrutierung endgültig durch. Es war die Zeit der großen Orientierungsdebatten zu Grundfragen der Politik, der Philosophie und der Literatur, vor allem aber auch die Zeit einer wirtschaftlichen Blüte bis dahin nicht gesehenen Ausmaßses, des Aufkommens neuer Märkte und der Städtebildung. Die Zivilverwaltung wurde professionalisiert, ein Beamtenethos bildete sich heraus, wobei im 11. Jh. eine Aufbruchsstimmung herrschte, während dem im 12. Jh. eine Wendung nach Innen erfolgte. Die Song-Zeit war eine Art frühneuzeitliche Epoche, in der aufklärerisches Denken sich verbreitete und Quellenkritik betrieben wurde. Dadurch wurden nicht nur die Wahrnehmungsweisen und die Sinnstrukturen, sondern das gesamte Lebensgefühl verändert. Gleichzeitig war es auch eine Periode, in der das Heer unter zivile Aufsicht gestellt wurde und in der Kaiser Song Taizu durch die Reduzierung der Kompetenzen der wichtigsten Hofbeamten den institutionellen Rahmen für eine absolutistische Regierung schuf. Deshalb zerfiel das Reich danach nie mehr auf Dauer.
Im 13. Jh. wurde China Teil des mongolischen Weltreiches. Weil der letzte Song-Kaiser durch seine ungeschickte Politik die Loyalität zur Dynastie aufgeweicht hatte, ergaben sich viele Kommandanten kampflos Khubilai Khan. In der Yuan-Dynastie existierte ein duales System chinesischer und mongolischer Verwaltung. Sie wurden 1368 mit der Ausrufung der Dynastie der Ming (Han-Chinesen) nach der Eroberung Pekings abgelöst. Die Wiedervereinigung Chinas wurde allerdings erst 1387 abgeschlossen. Das Ming-Reich konsolidierte sich gar erst um 1435 mit dem Abschluß der Ausbildung der Institutionen des Ming-Reiches. Zhu Yuanzhang, der erste Kaiser dieser Dynastie, war zugleich ihr bedeutendster. Den Ming gelang es, die Reichseinheit aufrechtzuerhalten und die Gefahr einer Refeudalisierung zu verhindern. Das Heer wurde erneut vollständig der zivilen Kontrolle unterworfen. Es war eine Periode wirtschaftlichen Wachstums, institutionaler Erneuerung und diplomatischer und militärischer Expansion (Mongolei, Südostasien, Indischer Ozean, Zentralasien). Im 16. Jh. erfolgte ein rascher sozialer Wandel. Eine neue Mittelschicht entstand, Großkaufleute und Bankiers traten in Aktion, Manufakturen entstanden vielerorts. Der Welthandel war schon damals eine Tatsache. China exportierte als bekanntestes Gut Porzellan und führte u.a. die Süßkartoffel und den Mais ein, wodurch die einheimische Landwirtschaft die Ernährungssituation wesentlich verbessern konnte. Trotzdem führten eine Krise der Staatsfinanzen, agrarsoziale Spannungen und die Unfähigkeit der Politik, diese zu mildern, zu Bauernunruhen. Die verstärkte Mobilität und die Verbreitung von Feuerwaffen begünstigten die Aufstände. Die Hauptstadt Peking liegt jenseits der Mauer, was dem Dschurdschen-Stamm, der sich später Mandschu nennen und die Dynastie der Quing bilden sollte, die Eroberung des Song-Reiches erleichterte.

Unter den Mandschu erreichte China seine größte territoriale Ausdehnung. Sie förderten Wissenschaft und Kunst und setzten die Konfuzianisierung erst endlich durch. Zensur war Mittel ihrer Herrschaft. Der Transfer von Wissen und Gütern zwischen Ost und West verstärkte sich, Tee und Seide sind Stichworte dazu. Da die Europäer den Chinesen keine attraktiven Handelsgüter anbieten konnten, bezahlten sie mit Silber, später mit Opium. Im Gegensatz zu Europa war in China die Landwirtschaft hochentwickelt, Handwerk und (insbesondere Textil-) Manufakturen zeichneten sich durch eine hohe Produktivität aus. Die Bevölkerung wuchs in der zweiten Hälfte des 18. Jh. von 143 auf 360 Mio. Menschen (in Europa von 144 auf lediglich 193 Mio.). Das wiederum führte zu sozialen Spannungen und Aufständen, auch in den Randgebieten mit unterworfenen Völkern. Ökologische Katastrophen häuften sich. Der Staat wurde durch die strukturellen Probleme überfordert. Die Beamten nutzten ihre Stellung hemmungslos aus. Korruption und Nepotismus bestimmten das Bild. Innere Krisen verbunden mit dem Druck der Kolonialmächte, die Ende des 18. und im 19. Jh. China militärisch überflügelt hatten, führten zum unaufhaltsamen Niedergang der Qing, die dem Modernisierungsdruck nicht gewachsen waren.
Schon Mitte des 19. Jh. geriet das Mandschu-Reich als Folge der europäischen Aggression im Opiumkrieg und dem Zweiten Öffnungskrieg zusammen mit internen Aufstandsbewegungen (so der Taiping-Rebellion) an den Rand des Zusammenbruchs. Den Engländern und Franzosen waren die Mandschu zuerst mit starrem Widerstand und Verweigerung der Umsetzung mancher Bestimmungen begegnet und hatten so den zweiten Krieg provoziert. Nun fielen sie ins andere Extrem und gewährten den Europäern wohl mehr Konzessionen als notwendig gewesen wäre. Zu den Privilegien und Sonderrechten zählten die Treaty-Ports. China verlor die Kontrolle über die Vasallenstaaten Vietnam und Korea sowie - vor allem als Folge der Niederlage im Krieg gegen Japan - über periphere Teile des Reiches wie Taiwan, die Südmandschurei oder die Äußere Mongolei. Zu den Ursachen der Revolution von 1911, die zum Sturz des seit 221 v. Chr. bestehenden kaiserlichen Herrschaftssystems führte, müssen auch die gescheiterte konstitutionelle Reformbewegung von 1898 und die Niederschlagung der rückwärtsgewandten und fremdenfeindlichen Volksbewegung der Boxer durch eine Expeditionsarmee der vereinigten ausländischen Mächte im Jahr 1900 gezählt werden. Die sturen Verteidiger der alten Verhältnisse wurden durch diese Niederlage endgültig ins Abseits gedrängt.
Nach dem Sturz des Kaisertums wurde die Republik China gegründet und Sun Yat-sen deren erster Präsident. Doch der Frieden währte nicht lange. Kurz nach dem Tod Suns brach ein blutiger Bürgerkrieg zwischen den Nationalisten, unter Tschiang Kai-scheck (der Nachfolger Sun Yat-sen) und den Kommunisten unter Mao Tse-tung aus. Dieser Krieg dauert fast 20 Jahre und endete mit dem Sieg der Kommunisten und der Gründung der Volksrepublik China. Auf Taiwan errichtet Tschiang Kai-scheck die Republik China (Nationalchina).









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