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Titel:

Evolution des Menschen


  Note: 1   Klasse: 9









Arbeit: Evolution des Menschen

2 000 000 Jahre Mensch

Vor 2 Millionen Jahren entwickelte sich eine Art, die später einmal das Leben auf der Erde enorm beeinflussen sollte. Doch wie sah diese Entwicklung aus? Darüber soll diese Mappe Auskunft geben. Es werden die wichtigsten Stationen der Evolution des Menschen steckbriefartig dargestellt, und, unter anderem, auf folgende Fragen eingegangen:


War „Lucy“, ein Tier oder ein Mensch?

Wie lebte der Homo habilis?

Kannte Homo erectus das Feuer?

Warum ist der Neandertaler ausgestorben?

Welche Menschenrassen gibt es heute?

Schon Charles Darwin behauptete, dass der Mensch und die Menschenaffen gemeinsame Vorfahren haben. Inwiefern stimmt diese Aussage? Welche Gemeinsamkeiten haben die unterschiedlichen Homo-Arten? Was spricht für den Stammbaum des Menschen? Hatte der Neandertaler schon eine Kultur oder eine Religion?
Fragen über Fragen, die eigentlich die wichtigste Frage für die Menschheit klären sollen:






Diese Frage werden weder Evolutionstheoretiker noch irgendwelche anderen Menschen beantworten können: Und dennoch kann man anhand von gefunden Fossilien zu der Ansicht kommen, dass Menschen und Menschenaffen von einem gemeinsamen Vorfahr abstammen. Dies zeigt auch der Stammbaum des Menschen auf der folgenden Seite. In dieser Mappe kann nicht auf alle hominoiden Arten eingegangen werden, es wird auf Australopithecus afarensis, Homo habilis, Homo erectus, Homo sapiens neandertalensis und Homo sapiens sapiens näher eingegangen.




Australopithecus afarensis

Zeitraum: vor 3,9 – 3 Mio. Jahren

Körperl. Merkmale: Der Australopithecus afarensis hatte ein affenähnliches Gesicht mit einer niedrigen Stirn, knochigen Wülsten über den Augen, einer flachen Nase und keinem Kinn. Der Schädel ist dem eines Schimpansen ähnlich. Die Zähne ähnelten denen eines Menschen, ausgenommen die zu großen und zu spitzen Eckzähne. Der Kiefer ist hervorstehend, und liegt zwischen einem rechteckigen Menschenaffen-Kiefer und einem spitz zu laufenden Menschen-Kiefer. Die Becken und Beinknochen sind denen des modernen Menschen ähnlich. A. afarensis ging wahrscheinlich auf zwei Beinen. Die Körpergröße dieses Australopithecuses variierte zwischen 107 und 152 cm. Sein Gewicht konnte von 30 – 70 kg betragen.

Schimpanse Australopithecus afarensis Homo sapiens
Becken




Lebensraum: Der Australopithecus afarensis erhielt seinen Namen von dem Fundort des ersten gefunden Fossils(1939): Der Afar-Senke in Tansania. Weitere Fundstücke entdeckte man in Ostafrika, vor allem in Kenia, Äthiopien und Tansania. Von keinem anderen Vormenschen sind so viele Fossilien entdeckt worden. Es wurden über 120 Individuen gefunden.
Der Australopithecus lebte in Gegenden mit feuchtwarmen Klima, z.B. Baumsavannen, Galeriewäldern und Steppen.

Lebensgewohnheiten: Man vermutet, dass der Australopithecus afarensis aufrecht, auf zwei Beinen ging, und zum Schlafen bzw. zum Suchen von Schutz, auf Bäume kletterte. Dafür spricht die Krümmung der Zehen und Händen, sowie die übermenschlich großen Finger.

Lucy: 1974 entdeckte Donald Johanson ein fast vollständiges Skelett eines Australopithecus afarensis. Es handelt sich dabei, um das wohl berühmteste hominoide Fossil überhaupt: Lucy. Dieser Name geht auf den Beatles-Song „Lucy in the sky“ zurück, welcher die Freude über den spektakulären Fund zum Ausdruck bringen sollte.
Tier-Mensch-
Übergangsfeld: Australopithecus afarensis ist wohl die letzte gemeinsame Art vieler Hominiden. Da stellt man sich natürlich die Frage, ob Australopithecus ein Mensch oder ein Tier ist. Für die Zuordnung zum Tier sprechen das Gehirnvolumen, die Schädel- und Gesichtsform, sowie der Bau der Finger- und Zehenknochen. Trotz dessen sind moderne Bein- und Beckenknochen, ein modernes Gebiss und ein aufrechter Gang zu verzeichnen. Man bezeichnet die Übergangsformen vom Äffischen zum Hominiden als TMÜ – Tier/Mensch-Übergangsfeld.

Waffen/Werkzeuge: Über die Benutzung von Werkzeugen und Waffen beim Australipithecus afarensis ist wenig bekannt. Man vermutet, dass er Steine, Äste, Knochen und Geröll nutzte. Beispielsweise als Schlagwaffen große Geröllsteine oder Stöcke als Speichen.


1. Abb.: Nachbildung eines Afarensis
2. Tabelle: Vergleich von Beckenknochen
3. Abb.: Lucy – Skelett eines Afarensis (1974)
4. Abb.: Schädel (gefunden in Hadar – Äthiopien)





Homo habilis

Zeitraum: vor 2,4 – 1,5 Mio. Jahren
Übersetzung: „geschickter Mensch“

Körperl. Merkmale: Homo habilis hat ein noch primitives Gesicht, aber es springt weniger hervor als bei den Australopithecinen. Die hinteren Zähne sind kleiner, aber noch beträchtlich größer als beim modernen Menschen. Die durchschnittliche Gehirnkapazität, ca. 650 cm³, ist beträchtlich grösser als bei z.B. Austraolpithecus Afarensis. Die Gehirngrößen variieren zwischen 500 und 800 cm³. Diese Werte überschneiden sich mit den Gehirnkapazitäten der Australopithecinen im unteren Bereich und den Gehirnkapazitäten der Vertreter des Homo erectus im oberen Bereich. Die Gehirnform ist auch mehr menschlich. Die Ausbuchtung des Broca´schen Zentrums, ein Bereich des Gehirns, der beim modernen Menschen der Sitz des Zentrums für Sprache ist, ist bei habilis-Gehirnausgüssen gut sichtbar und deutet auf eine rudimentäre Sprechfähigkeit hin. Habilis wird auf ungefähr 127 cm Größe und 45 kg Körpergewicht geschätzt, Frauen könnten kleiner gewesen sein.

Anfechtbarkeit: Der Homo habilis gilt aufgrund der Gehirngröße als erster Vertreter der Familie des Menschen (Homo). Dennoch wird er nicht von allen Wissenschaftlern als eigenständige Art akzeptiert. Die schwankenden Gehirnvolumen sprechen für die Annahme das habilis-Funde entweder den Australopithecinen oder dem Homo erectus angehören. Außerdem konnte man anhand eines sehr kleinen Skeletts eines Homo habilis, entdeckt 1986 in der Olduvai-Schlucht, errechnen, dass die Körpergröße nur einem Meter betrug und der Oberarmknochen 95 Prozent der Länge des Oberschenkelknochens war (heutiger Mensch: 70 %, Affe: 100 %). Solche affenähnlichen Proportionen sprechen gegen die vorzeitige Entwicklung des aufrechten Ganges zum Gehirn, wie allgemein angenommen wird. Dieser Fund stiftet reichlich Verwirrung.

Werkzeuge/Waffen: Der Homo habilis war die erste hominide Art, die sich selbst Werkzeuge erstellte. Daher stammt auch der Name „geschickter Mensch“.

Aus der Zeit des habilis stammen die ältesten bekannten Werkzeuge, die Oldowan-Werkzeuge (benannt nach einer Periode der Erdneuzeit)

Die Herstellung bestand darin von aufgelesenen Steinen Splitter abzuschlagen, um einen Schaber oder eine Schneide herzustellen. Die meisten Oldowan Werkzeuge wurden mit einem einzelnen Schlag eines Steines gegen einen anderen hergestellt, um einen scharfkantigen Splitter zu erhalten. Diese Splitter wurden ausschließlich von kristallinem Gestein wie Basalt oder Quarz abgeschlagen und dies zeigt, dass diese frühen Menschen die unterschiedlichen Gesteinsarten und ihre nützlichen Eigenschaften sehr gut kannten.

Typischerweise wurden mehrere Splitter von einem einzelnen Steinkern geschlagen. Man benutzte dazu einen weicheren kugelförmigen Steinhammer, um die Schläge auszuführen. Diese Steinhämmer sind wahrscheinlich absichtlich gerundet worden, um die Kontrolle über den Fertigungsprozess zu erhöhen.

Die Abschläge wurden hauptsächlich als Messer benutzt, um zähe Pflanzen oder Kadaver zu zerstückeln. Zerdrückte fossile Knochen zeigen, dass Steinwerkzeuge auch dazu benutzt wurden um Knochen zu brechen um an das Mark zu kommen. Unter den Oldowan- Ablagerungen befinden sich auch Fundstücke aus Knochen und Horn. Die eindeutigen Kratzspuren darauf zeigen, dass sie als Grabwerkzeuge benutzt wurden, wahrscheinlich um Knollen, Wurzeln oder Insekten aufzustöbern.

Die Werkzeuge des Homo habilis wurden hauptsächlich in Äthiopien gefunden. Das folgende Bild zeigt ein Haumesser, einen Schaber,
einen kugelförmigen Stein-hammer (Olduvaischlucht); ein Splittermesser (Gadeb); eine Knochenspitze und ein Grabwerkzeug aus Horn (Swartkrans).






Homo erectus

Zeitraum: vor 1,8 Mio. – 300.000 Jahren
Übersetzung: „aufrecht gehender Mensch“

Körperl. Merkmale: Wie Homo habilis hatte das Gesicht des Homo erectus vorstehende Kiefer mit großen Molaren, kein Kinn, dicke Augenbrauenwülste und einen langen, flachen Schädel. Das Gehirnvolumen lag zwischen 750 und 1225 cm³. Frühe erectus Exemplare haben ein durchschnittliches Gehirnvolumen von ungefähr 900 cm³, wobei die späteren auf durchschnittlich 1100 cm³ kommen. Einige asiatische erectus- Schädel besitzen einen »sagittalen Kamm«. Das Skelett ist robuster als das des modernen Menschen, was eine größere Körperkraft andeutet. Die Körperproportionen variieren zwischen groß und schlank sowie, klein und kräftig. Studien weisen darauf hin, dass erectus eventuell effizienter gehen konnte als der moderne Mensch, dessen Skelett sich an die Geburt von Säuglingen mit größeren Köpfen anpassen musste (Willis 1989).

Verbreitungsgebiet: Homo habilis und alle Australopithecinen wurden nur in Afrika gefunden, erectus jedoch war weit verbreitet, und ist in Afrika, Asien und Europa gefunden worden. Der älteste europäische Fund wird auf 1.75 Millionen Jahre datiert.

Feuer: Vor gut 500.000 Jahren überschritt das durchschnittliche Hirnvolumen, wie Homo erectus-Funde aus China, Java und Europa zeigen, die 1000 cm³ -Marke. Zu jener Zeit lernten die altsteinzeitlichen Jäger und Sammler, sich ein Phänomen nutzbar zu machen, das ihnen schon durch Blitzschlag, Vulkanausbruch oder Steppenbrand geläufig gewesen sein musste: Feuer.

In tropischen Regionen mag das zunächst eine Kuriosität gewesen sein. In den neuen nördlichen Siedlungszonen des »aufrecht gehenden Menschen« wurde Feuer freilich eine Lebensnotwendigkeit. So fanden Forscher denn auch die ältesten Feuerstellen an Orten, die bereits zeitweise im Eishauch der vorrückenden Gletscher lagen: 750.000 Jahre alt schätzen sie eine Feuerstelle am französichen Ausgrabungsort Escale, mindestens 500.000 Jahre alt sind die Holzkohlenreste in der Höhle von Choukoutien in der Nähe der chinesischen Hauptstadt Peking. Die Feuer in diesen Homo erectus-Wohnstätten wurden über Generationen geschürt, bis sich in der Höhle von Choukoutien zum Beispiel eine Aschenschicht von 6,7 Metern Dicke angesammelt hatte.

Feuer war kostbar, denn es gab Licht und Wärme in feuchtkalten Höhlen, es vertrieb wilde Tiere und machte Fleisch besser genießbar, es half - absichtlich gelegt - bei der Jagd. Es sollte freilich noch einige hunderttausend Jahre dauern, bis Menschen lernten, selbst Feuer aus Feuersteinen zu schlagen, weshalb vermutlich den zuverlässigsten Mitgliedern jeder Gruppe die kostbare Glut anvertraut wurde.

Das garen von Fleischstücken machte die Jagdbeute genießbarer. Die Zubereitung in den Flammen entlastete überdies den menschlichen Kauapparat. die Zähne konnten kleiner und die Kaumuskeln schwächer werden. Dieser Schrumpfprozess bescherte dem modernen Menschengesicht sein so typisches Aussehen: Da sich die Zähne schneller zurückbildeten als der Unterkiefer, ragt dieser nun in den Raum - als Kinn.

Die Homo erectus-Gruppen zähmten mit dem Feuer auch sich selbst. Der Prometheus der Vorzeit, der den Menschen das Feuer brachte, machte gleichsam eine »biologische Unabhängigkeitserklärung«. Weitere Erfindungen vergrößerten diese Unabhängigkeit: Felle schützten den nackten Körper vor Kälte, Hütten aus zusammengesteckten Zweigen hielten Regen und Wind ab (die älteste Hütte, am Fundort Terra Amata an der französischen Riviera ausgegraben, ist rund 300.000 Jahre alt). All dies ermöglichte es dem Menschen, die härteste Zeit seiner Geschichte erfolgreich zu überstehen, die Eiszeit.

Werkzeuge/Waffen: Homo erectus begründete die Acheuléen-Werkzeugindustrie, die erstmals vor ca. 1.5 Millionen Jahren in Zentral-Ostafrika erschien.

Die Schlüssel-Techniken sind das Formen eines ganzen Steins zu einem stereotypen Werkzeug, sowie das Bearbeiten eines Steins von beiden Seiten, um eine symmetrische (bifaciale) Schneide herzustellen. Die Produktionstechnik wandelte sich vom einfachen Abschlagen von Splittern hin zum gezielten Bearbeiten eines steinernen Kerns, um ein massiveres Werkzeug durch vorsichtiges, wiederholtes Absplittern zu erhalten. Die gebräuchlichsten Rohmaterialien waren Quartzite, glasartige Lava, und Feuerstein.

Die Herstellung eines Acheuleèn-Werkzeuges erfordert sowohl körperliche Kraft als auch Geschicklichkeit. Zuerst wurden von großen Steinen oder Felsblöcken größere Splitter abgeschlagen. Diese schweren Klingen wurden dann zuerst zu bifaces (beidseitig bearbeitete Geräte) geformt, dann an den Rändern (durch Einsatz von Knochen oder Geweihwerkzeugen) in auffällige Variationen verfeinert — Äxte, Spitzhacken, und flachschneidige Hackmesser.

Vor ungefähr einer Million Jahren erscheinen in Acheuléen-Ablagerungen symmetrische, tränen- oder lanceolat-förmige Klingen (sogenannte Handäxte oder Faustkeile). Einige von diesen Handäxten sind ungewöhnlich groß und haben möglicherweise eine zeremonielle Bedeutung gehabt, oder sie sind vielleicht für das Schlachten von großen Tieren oder zum Zerhacken von dicken Feuerhölzern verwendet worden.
Die Acheuleèn Methode war vor 500.000 Jahren bis nach Europa vorgedrungen, wo sie für ungefähr 200.000 Jahre fortgesetzt wurde. Sie wird hauptsächlich mit Homo heidelbergensis in Verbindung gebracht. Die Industrie breitete sich bis zum Nahen Osten und Indien aus, aber anscheinend erreichte sie nie den asiatischen Raum, wo Homo erectus die älteren Oldowan Werkzeuge bis zu seinem Aussterben benutzte.

Acheuléen-Werkzeuge zeigen im Verlauf von einer Million Jahre eine nahezu unveränderte Regelmäßigkeit in Entwurf, Herstellung und Design. Dies ist ein Hinweis dafür, dass die Werkzeugmacher ganz bestimmte Entwurfskriterien in ihrer Vorstellung hatten, die sie von Generation zu Generation innerhalb lang andauernden menschlicher Kulturen durch explizite Schulung weitergaben.

Berühmte Funde: Der Peking-Mensch
Zwischen 1929 und 1937 wurden 14 partielle Schädel, 11 Unterkiefer, viele Zähne, einige Skelettknochen und großen Mengen steinerner Werkzeuge in der Unteren Höhle bei Zhoukoudian, nähe Peking entdeckt. Ihr Alter wird zwischen 500.000 und 300.000 Jahre geschätzt. (Eine Anzahl Fossilien moderner Menschen wurde in der Oberen Höhle 1933 entdeckt) Es handelt sich um meist vollständige Fossilien, allesamt Gehirnschalen und Schädeldecken.


Die meisten Studien an diesen Fossilien wurden von Davidson Black bis zu seinem Tod 1934 durchgeführt. Franz Weidenreich folgte ihm und studierte die Fossilien bis er 1941 China verließ. Die originalen Fossilien verschwanden 1941, als man sie per Schiff in die USA in Sicherheit vor dem 2.Weltkrieg bringen wollte, aber zum Glück blieben exzellente Abgüsse und Aufzeichnungen übrig. Seit dem Krieg wurden noch andere erectus Fossilien an dieser Stelle gefunden und darüber hinaus an anderen Stellen in ganz China.

Der Turkana-Boy
Entdeckt von Kamoya Kimeu 1984 bei Nariokotome in der Nähe des Turkanasees in Kenia. Dies ist ein fast vollständiges Skelett eines 11 oder 12 Jahre alten Jungen, die einzigen bedeutenden fehlenden Teile sind die Hände und Füße. (Einige Wissenschaftler glauben, dass erectus schneller als moderne Menschen heranreifte, und dass er in Wirklichkeit ungefähr 9 Jahre alt war.)

Es ist das vollständigste bekannte Exemplar von H. erectus, und auch eines der ältesten, 1.6 Millionen Jahre alt. Das Gehirnvolumen lag bei etwa 880 cm³, und es wird geschätzt, dass es 910 cm³ bei erwachsen Individuen gewesen sein könnten. Der Junge war 160 cm groß, ungefähr 185 cm wäre er als Erwachsener gewesen.

Der Java-Mensch
Entdeckt von Eugene Dubois 1891 nahe Trinil in Java. Sein Alter ist unsicher, aber man glaubt, dass dieser Fund ungefähr 700.000 Jahre alt ist. Er bestand aus einer flachen, sehr dicken Schädeldecke, einige Zähnen, und ein Schenkelknochen fand sich ungefähr 12 Meter weiter weg (Theunissen, 1989). Das Gehirnvolumen beträgt ungefähr 940 cm³. Trinkaus und Shipman (1992) sagen, dass die meisten Wissenschaftler jetzt glauben, der Oberschenkelknochen stamme von einem modernen Menschen, aber nur wenige Quellen erwähnen dies.
Vergleiche

Turkana Boy und Java Mensch


Peking-Mensch (hell) und Turkana-Boy (dunkel)

Auswanderung aus Ein sehr umstrittenes Thema bei der Evolution des Menschen ist der
Afrika Auszug des Homo erectus aus Afrika. Im damaligen Afrika gab es sowohl Nahrungs- und Platzüberschuss, als auch optimale klimatische Bedingungen. Einige Schöpfungstheoretiker sehen dies als Beweis für die Verbannung des Menschen aus dem Garten Eden.













Homo sapiens neanderthalensis

Zeitraum: vor 200.000 – 35.0000 Jahren

Körperl. Merkmale: Die typischen Neandertaler vor 50.000 Jahren waren klein, aber stämmig, wogen etwa 55kg und ähnelten etwa den heutigen Eskimos und Lappen, sie waren jedoch weitaus muskulöser. Sie besaßen ein größeres Gehirn (etwa 1500 cm³) als der moderne Mensch, es war jedoch abweichend gebaut. Das Gesicht kennzeichneten ein vorspringender Mund und mächtige Kiefer. Gelegentlich wird behauptet, der Neandertaler habe infolge seiner abweichenden Kehlpartie nicht sprechen können, die Höhe seiner Kultur und die Komplexität seiner Lebensweise machen aber diese Annahme unwahrscheinlich.

Der erste Fund: Als Arbeiter mit ihren Schaufeln 1856 auf Knochen stießen, entdeckten sie als erstes ein Schädeldach. Anschließend fanden sie die beiden Oberschenkelknochen, die drei Knochen des rechten Armes, eines Teil des linken Darmbeins sowie Bruchstücke eines Schulterblattes und einiger Rippen. Möglicherweise lagen noch andere Teile des Skeletts im Schlamm der Höhle, doch wurden nur die größten Knochen eingesammelt und für Johann Carl FUHLROTT aufbewahrt, einen örtlichen Lehrer und Amateur-Naturforscher. Dass hier wahrscheinlich die Gelegenheit bestanden hätte, ein vollständiges Neandertalerskelett auszugraben, ist ein ernüchternder Gedanke, aber die Arbeiter dachten, es handle sich um Knochen eines Höhlenbären. Fuhlrott hatte dagegen sofort den Verdacht, die Fossilien aus der Feldhofer Grotte könnten sich um Überreste eines Menschen handeln.
Er überließ die Beschreibung dem Anatomen Hermann Schaaffhausen. Er bemerkte die dicken, gut entwickelten Muskelansatzstellen und Wülste der Knochen. Noch auffälliger war die ovale Form der Schädeldecke mit der niedrigen, fliehenden Stirn und den ausgeprägten Brauenwülsten. Da er ganz anders aussah als jeder menschliche Schädel, wurde der Neandertalerschädel als "affenartig" bezeichnet. 1857, zwei Jahre vor Darwins bahnbrechendem Werk "Die Entstehung der Arten", erschien Fuhlrotts und Schaaffhausens gemeinsame Veröffentlichung. Sie löste hitzige Meinungsverschiedenheiten aus. Angesehene deutsche Gelehrte führten die gebogenen Oberschenkenknochen des Neandertalers auf häufiges Reiten oder auf Rachitis zurück. Die Brauenwülste hielt man für eine Folge längeren Stirnrunzelns, dessen Ursache die Schmerzen an einem schlecht verheilten Bruch der linken Elle sein sollten. Mit solchen Scheinargumenten machte man den Neandertaler vom Vertreter einer bis dahin unbekannten Spezies zu einem kranken Jetztmenschen - vielfach hieß es, er sei ein berittener Kosak gewesen. Aber schließlich siegte die Vernunft, und während die Echtheit des Neandertalers im Land seiner Entdeckung noch in Frage gestellt wurde, setzte sich in England die Anerkennung durch.
Thomas Henry Huxley äußerte sich 1863 in seiner Aufsatzsammlung „Zeugnisse für die Stellung des Menschen in der Natur“ über die Knochen des Neandertalers, doch erste der Geologe illiam King schlug 1863 aufeiner Tagung den Namen Homo neanderthalensis vor. Seit diesem ersten Fund eines Homo neandertahlensis kommen bis zum heutigen Tag noch unzählige weitere in ganz Europa, in Usbekistan und auch in Israel hinzu.

Kultur: Der Homo neanderthalensis lebte von der Jagd, konnte, so viel scheint festzustehen, Feuer entfachen und schlug seine Lager in Höhlen oder unter Felsvorsprüngen auf. Einige Funde lassen auf rituelle Handlungen schließen. So scheint dieser Urmensch einen Totenkult entwickelt zu haben, der Grabbeigaben und Totenopfer kannte.

1997 wurde in der Osteifel (Rheinland-Pfalz) in einem erloschenen Vulkan ein über 100.000 Jahre altes Schädeldach eines Neandertalers gefunden. In dem Schädelteil lagen drei Werkzeuge aus Feuerstein und Quarz, der Schädelrand wies Schnittspuren auf. Möglicherweise war der Schädel von Fleisch und Haut gereinigt und als kultischer Gegenstand benutzt worden.
Andere Forscher widersprechen dieser These. Sie halten die Hirnschale für ein ganz profanes Gerätedepot.

Aus verschiedenen Ausgrabungsorten in Nordspanien und Frankreich ist das Châtelperronien bekannt. Zu dieser Kulturperiode gehören Gegenstände, die man lange nur dem modernen Menschen zuordnete: schmale, messerscharfe Steinklingen und feinste Knochenwerkzeuge. Auch Glieder von Halsketten und anderem Schmuck, durchbohrte Zähne, Knochen und Muscheln zählen dazu.
1979 wurde jedoch im westfranzösischen St. Césaire, mitten in einer Châtelperronien-Schicht der Schädel eines Neandertalers gefunden. Die Aufregung war groß. Neue Datierungen ergaben, dass es die kulturellen Leistungen des Châtelperronien in Südwesteuropa vereinzelt bereits vor etwa 40.000 Jahren gegeben haben muss. Damals war der moderne Mensch dort allerdings noch gar nicht angekommen.
Brachte die Begegnung der beiden Menschenarten schließlich einen kulturellen Schub auf beiden Seiten, weil jetzt die eigene soziale und biologische Identität reflektiert wurde? Oder waren es gar unsere Vorfahren, die vom Neandertaler lernten, und nicht umgekehrt? War der Homo sapiens sapiens also vielleicht nur ein Nachmacher? Dafür spricht zumindest, das größere Gehirn des Neandertalers.

Aussterben: Jahrtausendelang lebten sie zusammen. Dann verschwand der Neandertaler, der sich zuvor äußerst erfolgreich gegen alle Widrigkeiten der Eiszeit behauptet hatte, und der Homo sapiens sapiens blieb allein zurück. Was war geschehen? Warum starb der Neandertaler plötzlich aus?

Verdrängte ihn der Homo sapiens?

Vor 50.000 bis 30.000 Jahren hatte es im europäischen Siedlungsgebiet des Neandertalers verschiedene größere Klimaveränderungen gegeben. Während der wärmeren Phasen der damaligen Eiszeit wanderten die Neandertaler in Gruppen nach Norden ab. Dort wurden sie jedesmal deutlich dezimiert, wenn das Eis zurückkehrte. Die entstandene Lücke hatte sich jedoch immer wieder mit Neandertalern gefüllt.
Schließlich begannen aber Gruppen moderner Menschen im Süden Europas einzuwandern. Schon ein kleiner Unterschied der Geburts- und Sterberaten beider Spezies, so die Meinung verschiedener Wissenschaftler, kann ausgereicht haben, dem neu eingewanderten Homo sapiens sapiens zur allmählichen Ausbreitung zu verhelfen. Die Neandertaler scheinen sich daraufhin wohl mehr und mehr an die Ränder ihres Verbreitungsgebietes zurückgezogen zu haben – einige der jüngsten Neandertaler-Funde stammen von der weit im Osten liegenden Halbinsel Krim und aus Südspanien, dem äußersten Südwesten.
Eine Datierung der Neandertaler-Knochen von der Fundstelle Vindija in Kroatien ergab jedoch: Noch vor 28.000 bis 29.000 Jahren haben die Menschen, von denen diese Knochen stammen, mitten in Europa gelebt. Homo sapiens sapiens und Homo neanderthalensis müssen also über gut 10.000 Jahre in einem Gebiet mehr oder weniger friedlich koexistiert haben. Andere Forschungsansätze gehen daher davon aus, dass sich die beiden Menschengruppen vermischten.

Im gemeinsamen Genpool verschwunden?

Hat der Neandertaler maßgeblich zum Genpool des heutigen Menschen beigetragen? Gehört der Homo neanderthalensis folglich zu unseren direkten Vorfahren? Immerhin haben Neandertaler und Homo sapiens sapiens in Europa 10.000, im Nahen Osten sogar 60.000 Jahre nebeneinander gelebt. Könnte es also nicht nur zu vereinzelten sexuellen Kontakten, sondern zu einer Vermischung größeren Stils gekommen sein, durch die der Neandertaler als eigene Urmenschenart verschwand? Neue Untersuchungsergebnisse scheinen auch diese These zu widerlegen.
Eine weitere Vermutung geht dahin, dass gewisse körperliche Voraussetzungen dem modernen Menschen einen Reproduktionsvorteil verschafften. So war mit dem grazileren Körperbau beispielsweise ein geringerer Energiebedarf verbunden. Auch beim Gebrauch von komplexeren Steinwerkzeugen könnte der Homo sapiens sapiens dem Homo neanderthalensis überlegen gewesen sein.
Lag es an den Händen?

Es könnte an den Händen gelegen haben, dass die Spezies Neandertaler von der Bildfläche verschwand. Waren sie für einen effektiven Werkzeuggebrauch zu grob? Um dieser Vermutung nachzugehen, untersuchten Wissenschaftler die Hände verschiedener Neandertaler. Sie rekonstruierten dreidimensionale Ansichten der Mittelhandknochen (Metacarpalia) und verglichen sie mit jenen moderner Menschen aus der gleichen Zeit. Die Unterschiede waren deutlich: Während die Metacarpalia des Homo sapiens sapiens fast schon grazil wirken, sind die der Neandertaler deutlich gröber. Der Homo neanderthalensis könnte also, im Vergleich zum modernen Menschen, ungeschickter im Werkzeuggebrauch gewesen sein. Er nutzte zwar ähnliche Werkzeuge wie seine Verwandten, konnte diese jedoch wahrscheinlich nicht so wirkungsvoll einsetzen. Seine Feinmotorik scheint nicht ausreichend ausgebildet gewesen zu sein.
Dies kann zwar nicht als Erklärung ausreichen, warum der Neandertaler ausstarb, könnte jedoch zumindest erklären, warum es kaum Schnitzereien oder Höhlenmalereien vom Homo neanderthalensis gibt.





















Homo sapiens sapiens

Zeitraum: seit 120.000 Jahren

Kultur: Seit dem Auftreten des ersten Homo sapiens begann man sich des Todes bewusst zu werden. Aus dieser Angst vor dem Tod entwickelte sich anfangs nur ein Totenkult mit Begräbnissen, später mit der Frage: „Was kommt nach dem Tod“, begann die Entwicklung von Mythologie und Religion. Das war der Beginn der ersten Hochkulturen (Ägypten/Mesopotamien).

Körperl. Merkmale: Moderne Menschen haben ein durchschnittliches Gehirnvolumen von 1350 cm³. Die Stirn steigt steil empor, die Augenbrauenwülste sind klein oder nicht mehr vorhanden, das Kinn ist vorstehend, und das Skelett ist sehr grazil.

Werkzeuge: Neben den einfachen Werkzeugen entwickelte der moderne Mensch Gebrauchsgegenstände jeder Art: Schalen, Lampen, Kleidung, später auch Häuser und heute sogar elektrische Geräte, sowie High-Tech und Computer.

Waffen: Der moderne Mensch war die erste Art, die bewusst töteten. Dabei ging es nicht um die Beschaffung der Nahrung, sondern um unterschiedliche Religionen, verschiedene Meinungen, um die Macht von Staatensystemen etc. Für solche kriegerische Auseinandersetzungen entwickelte sich ein ganzer Industriezweig zur Waffenherstellung. Dazu gehören heute unter anderem Nuklearwaffen, Schusswaffen und Bomben von gewaltiger Zerstörungskraft.

Menschenrassen: Dr. J. Craig Venter, der Leiter der Celera Genomics Corporation in Rockville, Maryland, USA, machte im Frühjahr 2000 Schlagzeilen, als er die gesamte Sequenz des menschlichen Genoms vorstellte. Er und seine Mitarbeiter erklärten daraufhin, dass es nur eine Rasse gäbe - die Menschenrasse. Die äußeren Unterschiede in Hautfarbe, Augenform oder Köperbau, nach denen wir gewöhnlich unsere Mitmenschen in verschiedene Rassen einteilen, werden von relativ wenigen Genen kontrolliert.
Nur etwa 0,01 Prozent unserer Gene bestimmen unsere äußere Erscheinung, präzisierte Dr. Harold P. Freeman vom North General Hospital in New York. Er hat sich intensiv mit den biologischen Zusammenhängen der Rassenentwicklung befasst und betonte, dass Intelligenz, künstlerisches Talent und soziales Verhalten - soweit sie überhaupt genetisch bedingt sind - von tausenden, wenn nicht sogar zehntausenden Genen abhängen. Bei einer Anzahl von ungefähr 80.000 Genen im menschlichen Genom ist dieser Prozentsatz deutlich höher als 0,01 Prozent.
Schon länger bekannt ist, dass die bekannten „Menschenrassen" aus genetischer Sicht zu inhomogen sind, um als Einheit betrachtet zu werden. Die genetischen Unterschiede innerhalb einer Gruppe von Schwarzafrikanern, sind weitaus größer als die durchschnittlichen Unterschiede zwischen dieser Afrikanergruppe und einer Gruppe hellhäutiger Nordeuropäer. Außerdem sind Menschen eine mobile Spezies, Wanderbewegungen führten immer wieder zu Vermischungen des Genpools.
Alle Menschen sind somit Mischlinge. „Reine Rassen" gibt es deshalb nicht, sie können sich allenfalls in Inzuchtgruppen, die über tausende Jahre völlig isoliert blieben, herausbilden.








Quelle:




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