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Titel:

Friedrich Schiller


  Note: 1   Klasse: 8









Arbeit: Einleitung

Die ersten Jugendjahre bestimmen vielleicht die Gesichtszüge des Menschen durch sein ganzes Leben, so wie sie überhaupt die Grundlage seines moralischen Charakters sind. (Friedrich Schiller im Jahr 1779)


Friedrich Schiller wird am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren und wächst in den ersten vier Jahren mit seiner Mutter Elisabeth und seiner zwei Jahre älteren Schwester Christophine auf, denn der Vater Johann Kaspar Schiller dient zu der Zeit als Offizier im siebenjährigen Krieg gegen Preußen. Nach der Rückkehr des Vaters zieht die Familie nach Lorch. Johann versucht bei der Erziehung des Sohnes ihm die Bildung angedeihen zu lassen, die ihm selbst, aus einer armen Familie stammend, versagt bleiben musste. Fritz, der sowieso sehr aufnahmefähig ist, besucht bereits mit fünf Jahren die Lorcher Dorfschule, und ein Jahr später erhält er auch bei Pfarrer Moser Lateinunterricht. Dieser Mann hat Fritz von Anfang an so tief beeindruckt, dass er nicht nur zum Ideal des Knaben wird, sondern später auch in der Figur des Pfarres in den Räubern ein unsterbliches Denkmal gesetzt bekommt. 1766 wird Johann Schiller nach Ludwigsburg versetzt, und die Familie zieht in die Residenzstadt des Herzogs Karl Eugen um, wo Fritz fortan die Lateinschule besucht und eine geist- und herzlose Erziehung genießt.

Militärakademie Stuttgart

1773 sollte sich Friedrichs Leben, der sich bereits konsequent auf eine theologische Laufbahn vorbereitet, eine schicksalhafte Wendung nehmen, denn Herzog Karl Eugen wählt ihn als Anwärter für seine neugegründete Pflanzschule aus, die der Ausbildung des militärischen Nachwuchses dienen soll. Am 16. Januar tritt Friedrich in diese Schule ein, die in der Nähe Stuttgarts untergebracht ist, und ist damit auf Gedeih und Verderb dem Fürsten ausgeliefert. Die acht Jahre dort sind für Friedrich wie ein Gefängnis und er ist vom ersten bis zum letzten Augenblick unter militärische Disziplin gestellt. Außerdem muss er sich mit juristischen Studien herumschlagen, für die er sich in keinster Weise erwärmen kann. Friedrichs Körper reagiert auf das seelische Gefängnis mit häufigen Erkrankungen und auch sein sonst reger Geist verkümmert.

1775 wird die Akademie nach Stuttgart verlegt, und es wird eine neue medizinische Fakultät eingerichtet, in die auch Friedrich gesteckt wird. Zunächst wenig begeistert, fühlt er sich dort bald viel wohler. Gleichzeitig erwacht er aus seiner vorherigen Starrheit und die äußeren Fesseln bewirken eine innere Revolution, die dichterische Kräfte freisetzt. In dieser Zeit kommt Friedrich in Berührung mit dem Werk Shakespeares, das den Dramatiker in ihm anspricht. Sein tiefster Wunsch ist nun, ebenfalls ein solches Werk zu verfassen, und schließlich findet er in dem "Verlorenen Sohn", der später als "Die Räuber" bekannt wird, das passende Sujet. Unter panischer Angst vor Entdeckung schreibt er zumeist nachts an diesem Stück.

Am 14. Dezember 1780 wird Friedrich aus der Karlsschule entlassen und danach vom Herzog als Militärarzt zu einem Stuttgarter Regiment geschickt, wo wiederum die Dichtung eine Flucht in eine bessere Welt für ihn ist und er neben der weiteren Arbeit an den "Räubern" auch Gedichte verfasst. 1781 ist das Drama abgeschlossen, und da sich kein Verleger zu einem Druck bereit erklärt, finanziert er diesen mit geliehenem Geld selber; dies sollte der Anfang zu einer jahrelangen finanziellen Misere sein. Über Umwege gelangt das Werk auch in die Hände des Mannheimer Theaterintendanten Wolfgang Heribert von Dalberg. Ihm gefällt das Drama nicht nur, sondern er will es auch in Mannheim aufführen, vorausgesetzt Schiller nimmt gravierende Änderungen vor und verlegt es vor allem in eine andere Zeit, um ihm den historischen Sprengstoff zu nehmen. Obwohl Schiller davon wenig begeistert ist, erlebt das Drama bei seiner Uraufführung am 13. Januar 1782 einen überwältigenden Erfolg: "Das Theater glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Türe. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht."

Die Flucht

Bald danach spitzen sich die Ereignisse in Schillers Leben zu. Zweimaliges unerlaubtes Entfernen aus Stuttgart in das 'ausländische' Mannheim sowie eine Stelle in den "Räubern", die den Schweizer Kanton Graubünden in Verruf bringt, sind für den Herzog Anlass genug, Schiller nicht nur unter Arrest zu stellen, sondern ihm auch jegliche zukünftige schriftstellerische Arbeit zu untersagen. Daraufhin flieht Schiller mit seinem Freund Andreas Streicher in der Nacht vom 22. auf den 23. September 1782 nach Mannheim und wenig später über Frankfurt nach Oggersheim, einem kleinen Dorf bei Mannheim, wo sich Schiller unter dem Namen Schmidt mit seinem Freund für die nächsten zwei Monate in einem kleinen Gasthaus einquartiert. Aus Angst vor Verfolgung unternimmt Schiller schließlich mit dem Erlös aus dem Verkauf des Fiesko eine weitere Reise zu Frau von Wolzogen in Bauerbach, wo er ein halbes Jahr lebt und arbeitet. Dort entsteht das Trauerspiel Luise Millerin, später Kabale und Liebe genannt, in dem er nicht nur mit Herzog Karl Eugen, sondern auch dem absolutistischen System abrechnet.

Bald zeigt der Mannheimer Intendant Dalberg Interesse an diesem neuen Stück und will es auf die Bühne bringen, so dass Schiller im Juli 1783 mit dem umgearbeiteten Werk nach Mannheim reist. Dalberg bietet dem jungen Dichter einen festen Anstellungsvertrag als Theaterdichter mit einem Jahresgehalt von 300 Gulden an, wofür Schiller jährlich drei Werke schreiben und dramaturgische Arbeiten übernehmen soll. Der Vertrag wird jedoch schon ein Jahr später nicht mehr verlängert. In dieser Zeit erkrankt Schiller schwer an einer als 'kaltes Fieber' bezeichneten Seuche, die seine Gesundheit für den Rest seines Lebens nachhaltig schwächen sollte. Im April 1785 bricht Friedrich Schiller von Mannheim, wo er keine dichterische Zukunft hat, nach Leipzig auf, das ihm schließlich das geistige Klima bietet, welches er für eine künstlerische Weiterentwicklung braucht. Dort trifft er Christian Gottfried Körner, der ihm in jeder Hinsicht nicht nur ein lebenslanger Freund werden, sondern ihm auch ein ebenbürtiger Gesprächspartner sein sollte. Schiller bezieht in Körners Haus in Loschwitz bei Dresden Quartier, wo er den Don Carlos vollendet. Eine innere Unrast treibt ihn jedoch nach zwei Jahren weiter, und so hält er sich von Juli 1787 bis Mai 1788 erstmals in Weimar auf, der Stadt der drei Weimarischen Riesen Wieland, Herder und Goethe. In dieser Zeit besucht er auch Jena, wo er sich sofort heimisch fühlt und erstmalig von einer Professur an der Universität gesprochen wird. Außerdem lernt er in Rudolstadt Frau von Lengefeld mit ihren beiden Töchtern kennen, deren jüngere, Charlotte, er im Februar 1790 zu seiner Frau machen, und damit eine treu sorgende Gefährtin bekommen sollte. Zwischen 1793 und 1804 wurden ihnen vier Kinder geboren, die Söhne Karl und Ernst sowie die Töchter Karoline und Emilie.

Schiller und Goethe

Am 7. September 1788 begegnet Friedrich Schiller erstmalig dem nur zehn Jahre älteren, aber bereits mit einer Aura der Ehrfurcht und Anbetung umgebenen Goethe, der gerade von einer Italienreise zurückgekehrt ist. Keiner ist vom anderen bei dieser ersten Begegnung besonders eingenommen, und es sollte noch weitere sechs Jahre dauern, bevor sich daraus eine fruchtbare Dichterfreundschaft entwickeln konnte. Die freundschaftliche Zusammenarbeit befruchtete beide Dichter so, dass man später das Jahrzehnt zwischen 1794 und 1804 als das klassische Jahrzehnt der deutschen Literatur bezeichnet hat. In einem Brief vom 13.6.1794 bittet Schiller Goethe um die Mitarbeit an der neugegründeten Zeitschrift "Die Horen". Trotz aller intellektuellen Gegensätze sagt Goethe zu und nach einem ersten Gespräch entwickelt sich daraus ein stetiger Gedankenaustausch, der beide Seiten befruchten und Goethe aus seiner Weimarer Isolation, in die er inzwischen geraten war, befreien sollte.

Professor für Geschichte in Jena

Nachdem Schiller im Mai 1789 nach Jena übergesiedelt war, wo er eine Stelle als Professor für Geschichte angenommen hatte, beginnt die fruchtbarste dichterische Phase seines Lebens. Neben mehreren umfangreichen historischen Schriften entstehen vor allem die "Wallenstein-Trilogie", "Maria Stuart", "Die Jungfrau von Orleans", "Wilhelm Tell", "Die Braut von Messina" und "Demetrius". In den nächsten 16 Jahren bis zu seinem Tode arbeitet Schiller wie ein Besessener, unterbrochen nur von seiner wiederkehrenden und ihn schließlich besiegenden Krankheit. Als er am 9. Mai 1805 stirbt, ist auch Johann Wolfgang von Goethe tief getroffen: "Ich ... verliere einen Freund und in demselben die Hälfte meines Daseins." Friedrich Schiller wird in der Nacht zum 12. Mai im 'Landschaftskassengewölbe' auf dem Weimarer St.-Jakobs-Friedhof beigesetzt; im Dezember 1827 wird sein Sarg schließlich in die Fürstengruft überführt, in der auch Goethe fünf Jahre später seine letzte Ruhestätte finden sollte.


Werke

"Von seinem sanftgewaltigen Willen gehe durch das Fest seiner Grablegung und Auferstehung etwas in uns ein: von seinem Willen zum Schönen, Wahren und Guten, zur Gesittung, zur inneren Freiheit, zur Kunst, zur Liebe, zum Frieden, zu rettender Ehrfurcht des Menschen vor sich selbst." (Thomas Mann)

Dramen

Don Carlos. Infant von Spanien, 1782-1787
Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, 1783
Kabale und Liebe, 1784
Wallenstein, 1798-1800
Maria Stuart, 1800
Die Jungrau von Orleans, 1801
Die Braut von Messina, 1803
Schauspiele

Die Räuber, 1781
Wilhelm Tell, 1804
Lyrik

Die Götter Griechenlands, 1788
Die Künstler, 1789
Die Kraniche des Ibykus, 1797
Der Handschuh, 1797
Die Bürgschaft, 1798
Lied von der Glocke, 1799
Historische Schriften

Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung, 1788
Geschichte des Dreißigjährigen Krieges, 1791-1793
Schriften zur Kunst und zum Theater

Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich wirken? 1785
Über die tragische Kunst, 1792
Über Anmut und Würde, 1793
Über die ästhetische Erziehung des Menschen, 1795
Über das Erhabene, 1795
Über naive und sentimentalische Dichtung, 1795/96
Gedenkstätten

Schiller-Gedenkstätte in der Hauptstraße 57 in Bauerbach; dort wohnte der Dichter nach seiner Flucht von Stuttgart von Dezember 1782 bis Juli 1783 unter dem Namen Dr. Ritter
Schiller-Gedenkstätte im Schillergässchen 2 in Jena; das ehemalige Gartenhaus
Schillerhaus in der Menckestraße 42 in Leipzig-Gohlis, das er von Mai bis September 1785 bewohnte
Schillerhaus in der Schillerstraße 12 in Weimar mit Museum und Gedenkstätte, wo der Dichter von April 1802 bis zu seinem Tode wohnte
Das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar verwaltet Friedrich Schillers Nachlass und kann unter folgender Anschrift erreicht werden:Stiftung Weimarer Klassik Goethe- und Schiller-Archiv
Hans-Wahl-Straße 4, Postanschrift: Postfach 12, 99401 Weimar
Darüber hinaus widmet sich die Stadt Marbach, Schillers Geburtsort, mit einem Museum und einer Schillergesellschaft dem dichterischen Erbe ihres großen Sohnes. Die Deutsche Schillergesellschaft e.V. und das Schiller-Nationalmuseum können beide unter folgender Anschrift kontaktiert werden:Die Deutsche Schillergesellschaft e.V. / Schiller-Nationalmuseum
Schillerhöhe 8-10, 71672 Marbach; Postanschrift: Postfach 11 62, 71666 Marbach














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