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Titel:

Gerhart Hauptmann Biographie


  Note: 2   Klasse: 11









Arbeit: Gerhart Hauptmann (1862-1946)
Biographie:

Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 als Enkel eines Webers und Sohn des Gasthofbesitzers Robert Hauptmann in Obersalzbrunn geboren, der 1877 total verarmt liquidiert wurde. Er ist der jüngere Bruder des Philosophen Carl Hauptmann. Er besuchte einige Jahre die Breslauer Realschule, war dann nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung 2 Jahre auf der Kunstschule in Breslau, um Bildhauer zu werden. Danach studierte er an der Jenaer Universität Naturwissenschaften. Auf einer Mittelmeerreise wurde er vom Mitleid mit den Armen erfaßt. Während eines Berlinaufenthaltes, kam er mit dem Sozialismus in Berührung. Hier schrieb er seine ersten Werke, die großen Aufsehen, aber auch Protest erregten.

1885 ehelichte G. Hauptmann die Großkaufmannstochter Marie Thienemann, deren Besitz ihn wirtschaftlich unabhängig macht.

Im Dichterkreis „Durch!" nahm er Kontakt mit den naturalistischen Schriftstellern Arno Holz und Johannes Schlaf auf. Mit dem Werk „Vor Sonnenaufgang" (1889) gelang ihm der Durchbruch auf dem Theater. Nach der öffentlichen Vorstellung von „Die Weber" (1894) folgte die Ablehnung durch Kaiser Wilhelm II, ihm den Schillerpreis zu verleihen.

1904: Scheidung von Marie und Ehelichung der Margarete Marschalk.

1912: Nobelpreis, mehrfacher Dr. h.c.

Er wurde vom Hitlerregime nicht gebilligt, aber geachtet.

Am 6. Juni 1946 verstarb Gerhart Hauptmann im polnisch verwalteten Agnetendorf.
Werke:

„Promethidenloos“, Epos 1885;

"Bahnwärter Thiel", novellistische Studie 1888;

„Vor Sonnenaufgang“, Drama 1889;

„Die Weber“, das Hauptwerk des deutschen Naturalismus, Drama 1892;

"Einsame Menschen", 1891;

"Der Biberpelz. Eine Diebskomödie in 4 Akten", 1893;

„Hanneles Himmelfahrt“, 1894;

"Florian Geyer", 1896;

"Fuhrmann Henschel", 1898;

"Der arme Heinrich", 1902;

"Rose Bernd", Schauspiel 1903;

„Und Pippa tanzt“, Drama 1906;

"Die Ratten", Tragikomödie 1911;

„Die Hochzeit auf Buchenhorst“, Essay 1932;

"Vor Sonnenunter­gang", Schauspiel 1932;

Atriden-Tetralogie (1941-48), „Iphigenie in Delphi“, 1941, „Agamemnons Tod“ „Elektra“, 1948;

Gerhart Hauptmann ist ein bedeutender und vielseitiger deutscher Dichter des 20. Er ist Hauptvertreter des deutschen naturalistischen Dramas. Die berühmtesten naturalistischen Dramen Hauptmanns sind: „Vor Sonnenaufgang“, „Der Biberpelz“ und „Die Weber“. Später wandte er sich auch den Symbolismus und anderen Stilrichtungen zu. Er schrieb neuromantische Sagen in Versen, Traum­visionen und religiöse Naturmystik.

Sein Werk kennzeichnen 3 Wesenszüge: Mitleid mit den notleidenden Menschen, die Vorliebe für mystische Grübelei und das abendländische Bildungsgut.

Immer wieder finden sich folgende Themenkreise: der inaktive Mensch, der sein Schicksal nicht meistert, Menschen, die ihrem Milieu zu entfliehen versuchen und der Einfluß des Alkoholismus.

Gerhart Hauptmann
Die Weber
Personen:

Dreißiger Parchentfabrikant

Seine Angestellten:

Pfeifer Expedient

Neumann Kassierer

Johann Kutscher

Weinhold Hauslehrer

Kittelhaus Hauslehrer

Heide Polizeiverwalter

Welzel Gastwirt

Wiegand Tischler

Hornig Lumpensammler

die Weber:

Bäcker

Moritz Jäger

Familie Baumert

der alte Ansorge

Familie Hilse

Heiber u.a.

Inhalt:

In tiefsten Elend lebende Weber zetteln einen Aufstand an. Die Villa des Fabriksherrn Hrn. Dreißiger wird gestürmt. Die Weber wollen weiterziehen, haben jedoch nicht nur gegen die örtliche Polizei zu kämpfen, sondern auch gegen das eingesetzte Militär. Am Ende des Werkes vertreiben die Weber das Militär aus ihrer Stadt und ziehen weiter.

1. Akt:

Die Weber kommen zur Ablieferung ihrer Waren nach Peterswaldau zu den Dreißigern. Auch der Weber Bäcker, der am Vortag vor Dreißigers Haus mit einer Gruppe von anderen Webern demonstriert und das „Blutgericht“ gesungen hat, ist zur Ablieferung gekommen. Expedient Pfeifer verkündet eine Lohnkürzung. Diese wird jedoch vom selbstbewußte Bäcker nicht ohne Protest hingenommen, was so den ersten Konflikt provoziert. Bäcker will sich nicht mehr länger mit den Ausbeutungsverhältnissen abfinden. Es erscheint Dreißiger und droht, das Singen des Blutgerichtes polizeilich zu unterbinden und Bäcker zu entlassen. Bäcker bleibt jedoch bei seiner Haltung.

2. Akt:

Der Akt beginnt mit einer neuerlichen Darstellung der Not der Weber bei Ansorge und der Familie Baumert. Es erscheint Moritz Jäger. Er ist kein Weber, teilt nicht Not und Elend mit ihnen und war wegen seines Militärdienstes längere Zeit nicht in der Stadt; jedoch erscheint er als ein Vertrauter. Er stammt aus dem Webermilieu und ist im Dorf aufgewachsen. Er kennt das Elend der Weber und fühlt sich mit ihnen solidarisch.

Baumert schlägt Jäger vor, die Sache der Weber in seine Hände zu nehmen. Jäger entgegnet mit großen Worten. Die Szene wird dann durch das Singen vom Blutgericht fortgesetzt. Am Ende des Liedes springt Baumert auf und schimpft über die Fabrikanten. Viele Weber schließen sich an. Damit ist endgültig in den Köpfen der Weber ihre Aussichtslosigkeit eingedrungen, die zuvor noch durch beruhigende Reden beschwichtigt waren.

3. Akt:

Dieser Akt spielt in einer Gastwirtschaft. Es treten neben den Webern eine große Anzahl von Figuren auf, die nicht unmittelbar aus dem Milieu stammen: der Wirt Welzel und seine Familie, ein Bauer, ein Förster ,der Lumpensammler Hornig, der Schmied Wittig und schließlich der Gendarm Kutsche.

Zu Beginn betreten eine Schar von Webern, angeführt von Bäcker und Jäger lärmend die Gaststätte. Sie besprechen Aktionen gegen die Dreißiger. Wittig teilt zwar nicht das Elend der Weber, jedoch hat er einen kämpferischen Standpunkt in der Frage der sozialen Ungerechtigkeit. Als ihn einige alte Weber auffordern, sich zu ihnen zu setzen, lehnt er ab.

Wittigs Verhalten ändert sich jedoch, als Gendarm Kutsche erscheint. Wittig haßt die „Obrigkeit“ und damit auch Kutsche. Er gerät mit diesem in ein Streitgespräch. Als schließlich Kutsche das Singen des Blutgerichtes verbieten will, solidarisiert sich Wittig mit den Webern. Unter dem Gesang des Blutgerichtes verlassen die Weber, angeführt von Bäcker und Wittig, schließlich die Gaststätte.

4. Akt:

Im 4 Akt eskaliert das Geschehen. Zu Beginn schildert Hauptmann das luxuriöse Leben im Kreis der Familie. Die Teetafel wird dann durch den Gesang des Blutgerichtes gestört. Als darauf Weinhold, im Gegensatz zu Kittelhaus, meint, die Weber seien eben hungrige Menschen, entläßt Dreißiger ihn. Dies zeigt die Ignoranz Dreißigers. Als Jäger festgenommen wird und dann im Beisein des inzwischen erschienenen Gendarmen und Polizeiverwalters in den Räumen Dreißigers verhört wird, zeigt der Weber keine Furcht. Am Ende spuckt er sogar auf den Boden. Als Jäger abgeführt wird, hält Dreißiger die Situation für bereinigt.

Jäger wird schließlich befreit und die Weber dringen in das Haus der Dreißiger ein. Die Dreißiger fliehen, und die Weber demolieren die Räume.

5.Akt:

Im 5. Akt steigert Hauptmann nochmals den Aufstand. Nicht nur daß die Demolierungen, jetzt im Hause des Fabrikanten Dittrich, weitergehen, sondern auch der Kampf gegen die staatliche Obrigkeit weitet sich aus. Nun steht den Webern auch das Militär gegenüber.

Zu Beginn zeigt jedoch der Autor neuerlich die Verhältnisse der Weber, diesmal im Haus der Familie Hilse in Langenbielau. Im Anschluß an diese Szene berichten Hornig und Schmidt über die Vorfälle in Peterswaldau und den dortigen Abmarsch der Weber. Die Weber ziehen nun Richtung Langenbielau. Immer mehr Menschen schließen sich der Menge an. Auch der Kampf gegen das Militär wird in Berichten vermittelt.

Als die Kämpfe im Ort Langenbielau sich fortsetzen, wird Hilse durch eine Militärkugel getötet. Er wurde zwar gewarnt, doch aus Sturheit, so z.B. konnte keiner ihn von seiner Ablehnung des Aufstandes abbringen, blieb er am Fenster seiner Wohnung sitzen. Schließlich vertreiben die Weber das Militär.



Das Lied „Bluttgerichte“, das in „Dreißicherlied“ umbenannt wurde:



Hier im Ort ist ein Gericht,

noch schlimmer als die Vehmen,

wo man nicht erst ein Urteil spricht,

das Leben schnell zu nehmen.



Hier wird der Mensch langsam gequält,

hier ist die Folterkammer,

hier werden Seufzer viel gezählt

als Zeugen von dem Jammer.



Die Herren Dreißiger die Henker sind,

die Diener ihre Schergen,

davon ein jeder tapfer schind’t,

anstatt was zu verbergen.



Ihr Schurken all, ihr Satansbrut,

ihr höllischen Kujone,

ihr freßt der Armen Hab und Gut,

und Fluch wird euch zum Lohne.



Hier hilft kein Bitten und kein Flehn,

umsonst ist alles Klagen.

„Gefällt’s euch nicht, so könnt ihr gehn

am Hungertuche nagen.“



Nun denke man sich diese Not

und Elend dieser Armen,

zu Haus oft keinen Bissen Brot,

ist das nicht zum Erbarmen?



Erbarmen, ha! ein schön Gefühl,

euch Kannibalen fremde,

ein jedes kennt schon euer Ziel,

‘s ist der Armen Haut und Hemde.
Entstehung:

Entstehungszeit: 1891-1892.

Das Drama „Die Weber“ hat Gerhart Hauptmann seinem Vater Robert Hauptmann gewidmet.

Als Grundlage dienten Erzählungen des Vaters vom Großvater. Ergänzungen lieferten detaillierte Studien sowie 2 Informationsreisen ins schlesische Webergebiet 1891. Sie spielten sich im Juni 1844 in den schlesischen Orten Kaschbach, Langenbielau und Peterswaldau ab, als ein spontaner Aufstand der von ihren Arbeitgebern ausgebeuteten Weber mit militärischer Gewalt niedergeschlagen wurde.

Die Hilse-Handlung am Ende wendet sich gegen die Auffassung, das Drama sei ein sozialrevolutionäres Tendenzstück. Zensurbehörden Wilhelm II. Versuchten, die Aufführung der Weber zu verhindern mit der Begründung, die enthaltenen Schilderungen erzeugen Klassenhaß und könnten zu einem Anziehungspunkt für den zu Demonstrationen geneigten Teil der Bevölkerung Berlins werden. Erst nach langen gerichtlichen Verhandlungen wurde das Verbot aufgehoben, worauf Kaiser Wilhelm II. die Loge im Deutschen Theater Berlin kündigte.

G. Hauptmanns Schauspiel wurde am 26. Februar 1893 in Berlin öffentlich uraufgeführt.



Ausgaben:

Hochdeutsch angenäherte Fassung, 1892;

Dialektfassung „De Waber“, 1892;

Bearbeitet von L. Wulff, „Die Weber oder Die eigentlichen Morituri von Rautendelein Hauptmann, 1898;

Hg. H. Schwab-Felisch, 1963;

Centenar-Ausgabe, 1966.



Verfilmung:

Deutschland 1927, Regie: F. Zelnik
Form, Gattung; Ort und Zeit; Sprache:

Soziales Drama in fünf Akten

Im schlesischen Dialekt geschrieben.
Aussage:

Hauptmann geht auf historische Zusammenhänge in seinem Drama nicht ein, auch wenn er es zeitlich in den Vierziger Jahren „spielen“ läßt. Aber nicht nur die eindeutigen Ortsangaben, wie Peterswaldau, Kaschbach, Langenbielau, machen den Bezug auf die Aufstände der Weber von 1844 sichtbar, sondern auch die Vielzahl von Einzelangaben und Milieubeschreibungen, welche besonders in den ersten drei Akten zu finden ist.

Schon am Beginn des ersten Aktes entsteht eine Konfliktsituation, in welcher die Ausbeutungs- und Abhängig­keits­verhältnisse der Weber beschrieben wird.

Hauptmann entwickelt eine sich vom Anfang bis zum Ende steigernde Handlung, wobei sich in den ersten drei Akten eine vorbereitende Phase, dann eine Phase, in welcher der Aufstand offen ausbricht und dabei seinen Höhepunkt im Kampf der Weber gegen das Militär am Ende des Stückes findet.

Auffallend ist der Auftritt immer neuer Personen, was eine gewisse weitere Eskalation der Handlung bewirkt. Allgemein ist anzumerken, daß dieses Werk keine Einzelperson zum Helden hat, sondern die Masse des arbeitenden Volkes. Eine sehr interessante Figur ist der alte Hilse., der sich aus moralischen Gründen gegen den Aufstand der Weber wendet, ohne jedoch die Partei der Kontrahenten zu ergreifen.



Gerhart Hauptmann widmete das Weberdrama seinem Vater Robert H., welcher selber ein Weber war. Neuartig in diesem Stück ist vor allem, daß es keinen zentralen Helden mehr hat. Erstmals in der deutschen Literatur ist die Volksmasse ein kollektiver Held.

Im 1. Akt wird die Willkür der Unternehmer gegenüber den Webern gezeigt. Dies ist eine Massenszene wobei die Armut der Weber dargestellt wird. Der 2. Akt ist die Schilderung des Alltagselends einer Weberfamilie, in der die unmenschlichen Lebensumstände der Weber weiter veranschaulicht werden. Die Wirtshausszene im 3. Akt zeigt die sozialen Folgen des Elends für die ganze Region. Die Bereitschaft der Ausgebeuteten zum Widerstand wird deutlich. Der 4. Akt, im Haus des Fabrikanten Dreißiger, zeigt Reichtum und Arroganz der Oberschicht. Im 5. Akt wird in der Figur des Hilse das passive Erdulden dem emotionalen Aufstand gegenübergestellt.

Literaturverweis:

Im aufkommenden Industrialismus kämpften namhafte Schriftsteller für bessere Lebensbedingungen der Armen. Besonders hervorzuheben ist Bettina von Arnim, die im Anhang ihres Werkes „Dieses Buch gehört dem König“ ein Dokument der Armut, gesehen von „einem jungen Schweitzer im Vogtland“ schrieb. Heinrich Heine hat anläßlich des schlesischen Weberaufstandes 1844 ein Gedicht geschrieben, welches die Verzweiflung der Weber treffend zum Ausdruck bringt.



Die schlesischen Weber Heinrich Heine





Im düstern Auge keine Träne,

Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:

Deutschland, wir weben dein Leichentuch,

Wir weben hinein den dreifachen Fluch -

Wir weben, wir weben!



Ein Fluch dem Gotte zu dem wir beten

In Winterskälte und Hungersnöten;

Wir haben vergebens gehofft und geharrt

Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt -

Wir weben, wir weben!



Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,

Den unser Elend nicht konnte erweichen,

Der den letzten Groschen von uns erpreßt

Und uns wie Hunde erschießen läßt -

Wir weben, wir weben!



Ein Fluch dem falschen Vaterlande,

Wo nur gedeihen Schmach und Schande,

Wo jede Blume früh geknickt,

Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -

Wir weben, wir weben!



Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,

Wir weben emsig Tag und Nacht -

Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,

Wir weben hinein den dreifachen Fluch,

Wir weben, wir weben!

Bahnwärter Thiel
Entstehung:
Ort und Zeit; Form, Gattung:

Ort der Handlung ist ein Dorf bei Berlin Ende des 18. Jahrhunderts. Neben genauer Milieuschilderung wird zu Beginn die Biographie Thiels erzählt. In weiterer Folge wird durch dramatische Aktionen zur Katastrophe geführt. Was freundlich beginnt, endet mit einer Tragödie. Anders als bisher bei Novellen, ist das Ende unversöhn­lich. Ohne Erläuterungen wird die Entwicklung durch äußere Um­stände und innere Zustände verdeutlicht.

So wird die Auflösung der traditionellen Novelle zugunsten steno­graphischer Reduktion und zeichenhafter Verweisung eingeführt.
Personen:

Der Bahnwärter Thiel ist ein pedantischer Eisenbahnbediensteter. Er läßt sich von seiner zweiten Frau, an die ihn seine Triebhaftig­keit fesselt, völlig beeinflussen.

In einem Traum erscheint ihm seine erste Frau und verstärkt so seine Sehnsucht nach etwas Reinem. Dabei wird ihm seine Schuld gegenüber Tobias bewußt. Die Katastrophe bringt zum Durchbruch, was sich an Verzweiflung aufgestaut hat. Sein Bewußtsein verwan­delt sich und treibt ihn zum Wahnsinn.

Lene, die zweite Frau des Bahnwärters, ist eine ehemalige Kuhmagd. Sie ist primitiv und grob und zeigt Züge des Maschinenhaften. Sie tyrannisiert Thiel und noch mehr dessen Sohn Tobias. Der durch ihre Nachlässigkeit verschuldete Unfall bringt die Eheleute völlig auseinander.
Inhalt:

Im Mittelpunkt steht der Bahnwärter Thiel, der seinen Dienst in einem kleinen Bahnwärterhaus in der märkischen Heide versieht. Seine Frau ist nach zehnjähriger Ehe im Wochenbett gestorben. Nun sind Thiel und sein kleiner Sohn Tobias ganz auf sich gestellt. Thiel braucht wieder eine Frau, die für Tobias sorgt. Er heiratet ein zweites Mal, und zwar die arbeitsame Magd Lene. Diese ist eine brutale, zänkische Frau, wie sich bald herausstellt. Thiel, der gutmütig und gutherzig ist, ordnet sich seiner zweiten Frau unter. Lene bekommt auch einen Knaben. Ab diesem Zeitpunkt beginnt für Tobias ein Leidensweg. Seine Stiefmutter mißhandelt ihn des öfteren. Als Thiel eines Tages seine Familie zur Bestellung des Kartoffelackers, den er beim Wärterhaus gepachtet hat, mitnimmt und Tobias zur Obhut seiner Stiefmutter übergibt, passiert ein Unglück. Tobias wird vom Zug überfahren. Als man die Leiche des Kindes bringt, bricht Thiel zusammen. Einige Zeit später findet man Lene und ihr Kind erschlagen auf. Am nächsten Morgen entdeckt man Thiel, auf dem Gleis sitzend, wo Tobias überfahren wurde. Er ist dem Wahnsinn verfallen und wird in eine Irrenanstalt eingeliefert.
Sprache:

Der Erzähler tritt als Beobachter in den Hintergrund. Realistisch wird der geistige Verfall des Bahnwärters dargestellt. Ohne Ironie werden Bildsymbole verwendet und die unheilvolle Bahnstrecke ge­schildert, die der Ort aller Erlebnisse ist, an denen Thiel zer­bricht. In ungewohnter Art läßt Hauptmann die normale Außenwelt und die psychische Innenwelt ineinander übergehen.

Für den Autor war das dramatische und erzählende Darstellen stets ein sozialer Akt. Er griff mit seinen Werken weit in die Zukunft voraus.
Aussage:

Das zentrale Thema ist die Problematik des Menschen, der seinem Schicksal ausgeliefert ist. Dieser Radikalität des Weltblicks unterscheidet sich vom poetischen Realismus. Typisch für den Natu­ralismus ist auch die Motivation der menschlichen Handlung aus Trieb, Gebundenheit und Milieu. Für Hauptmann liegt das menschli­che Geschick in Milieu und psychologischer Bestimmtheit.

Vor Sonnenaufgang

Soziales Drama in 5 Akten



Uraufführung am 20.10.1889 in Berlin


Inhalt:

Durch den Verkauf seiner Felder, auf denen man Kohle gefunden hat, wurde der schlesische Bauer Krause reich. Er beginnt aber zu trinken und erscheint zweimal auf der Szene. Beide Male torkelt er in der Früh johlend nach Hause. Seine ältere Tochter, verheiratet mit dem Ingenieur Hoffmann, der seine sozialistischen Jugendideen längst zugunsten rücksichtsloser Profitmacherei über Bord geworfen hat, ist ebenfalls alkoholsüchtig. Krause wird von seiner zweiten Frau betrogen, er selbst stellt seiner Tochter nach. Hoffmann giert nach Helene, der jüngeren Tochter Krauses, die, dem Wunsch ihrer verstorbenen Mutter entsprechend, in Herrenhut erzogen wurde und in ihrer Reinheit inmitten der Familie leiden muß. In dieses Milieu kommt Alfred Loth, ein Jugendfreund Hoffmanns, um eine sozialkritische Studie über das schlesische Kohlenrevier zu schreiben. Er glaubt immer noch an seine sozialistischen Jugendideen. Helene, die an Loth glaubt, hofft auf Befreiung aus ihrer verkommenen Welt. Als er vom Alkoholismus der Familie erfährt, verläßt er ohne Skrupel und Zögern Helene und zerstört die aufkeimende Liebe zwischen ihnen. Mit seinen Anschauungen über Vererbung und Rassenhygiene läßt sich dies nicht vereinbaren. Helene ersticht sich, da Loth ihre letzte Hoffnung war.



Mit „Vor Sonnenaufgang“ gelingt Gerhart Hauptmann, aber auch dem Naturalismus, der Durchbruch auf der deutschen Bühne.
Aussage:

Vor dem düsteren Hintergrund der Kohlengruben und ihrer Arbeiter scheint sich eine Familientragödie abzuspielen. Helene ist nicht die Heldin, sondern das Opfer, das durch die Prinzipienstarrheit von Loth und durch die Familie, vor allem die Stiefmutter, in den Tod getrieben wird.
Einsame Menschen
Entstehung:
Form, Gattung:

Das Drama in fünf Akten entstand 1890. Erstveröffentlichung in der Zeitschrift "Freie Bühne für modernes Leben" 1890/91.
Ort und Zeit:
Personen:
Inhalt:

Bei der Taufe seines Kindes macht Johann Vockerat durch Zufall die Bekanntschaft eines jungen Fräuleins namens Anna Mahr. Diese jun­ge, sehr moderne Studentin steht ganz im Gegensatz zu der Frau des Professors, und zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Der Professor hat zum erstenmal einen Menschen ge­funden, der seine philosophischen Gedanken versteht. Das Fräulein bleibt einige Wochen zu Gast und gewinnt aller Herzen. Nur die Frau des Professors verfällt immer mehr unter der offensichtlichen Zuneigung ihres Mannes zu dem Fräulein. Als das Fräulein nach wie­derholten Abreiseplänen doch immer wieder bleibt, reist der Vater des Professors an. Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn, in der die vollkommen gegensätzlichen Ansichten zutage kommen. Während der Vater ein tiefgläubiger Christ ist, besitzt der Sohn keinen anderen Glauben, als daß die Freundschaft die höchste Basis menschlicher Liebe sei. Doch all das, woran er glaubt und predigt, kann er im eigenen Leben nicht verwirklichen. Als das Fräulein endgültig abreist, begeht er Selbstmord.
Sprache:

Die Hochsprache der Familie und der schlesische Dialekt des einfa­chen Volkes heben die Gegensätze verstärkt hervor.
Aussage:
Vor Sonnenuntergang (1928)

Wie schon in seinem Erstlingswerk „Vor Sonnenaufgang“ handelt es sich hier um den Untergang einer Familie, und zwar einer Familie im großstädtisch-bürgerlichen Milieu. Der Verfall der Familie wird verursacht durch den Egoismus der Kinder.
Inhalt:

Der Großindustrielle und Inhaber eines Verlagshauses, Geheimrat Clausen, ist seit drei Jahren Witwer. Er selbst ist 70 Jahre alt. Clausen liebt die zwanzigjährige Nichte seines Gärtners, Inken Peters.

Die Nachkommen Clausens, also seine Kinder, die Schwiegersöhne und -töchter stehen dieser Beziehung mißtrauisch gegenüber, weil sie um das Erbe fürchten. Aus diesem Grund hassen sie Inken Peters. Bettina Clausen, die der Kern der Verschwörung ist, sieht in dem Verhältnis eine Schändung des Andenkens an ihre Mutter. Der Pastor Immoos bestärkt sie darin. Der Geheimrat selber fühlt sich von seiner Familie ausgestoßen und verlassen, und so kommt es zum offenen Bruch. Beim Verlobungsmahl wird für Inken nicht gedeckt, dies soll bedeuten, daß sie nicht zur Familie gehört. Trotz dieses Widerspruches verlobt sich Clausen mit Inken und kauft ein Haus in der Schweiz, wo er mit ihr leben möchte. Doch die Kinder sind mit all dem nicht einverstanden und lassen den eigenen Vater entmündigen. Voller Wut und Schmerz bricht der Vater zusammen, er eilt auf sein Gut zu Gärtner Peters, um von dort zu fliehen. Doch sind die anderen hinter ihm her. Um nicht in ihre Hände zu fallen, nimmt er Zyankali. Der Pastor versucht die Kinder fernzuhalten, aber der einzige Freund von Clausen, Geiger, meint, er solle die Kinder lassen. Sie sollen den Toten sehen, denn sie hätten erreicht, was sie wollten.








Quelle:




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