Gotthold Ephraim Lessing Minna von Barnhelm - schulnote.de 
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Titel:

Gotthold Ephraim Lessing Minna von Barnhelm


  Note: 1   Klasse: 11









Arbeit: Gotthold Ephraim Lessing, einer der bedeutendsten Autoren der Aufklärung und der Vorklassik, schrieb das Drama "Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück" im Jahre 1763, also genau nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges. In diesem Krieg (1756-1763) kämpfte Preußen gegen ein Bündniss aus Österreich, Frankreich, Russland und viele der übrigen deutschen Reichsstände, auch Sachsen. Diese kriegerische Auseinandersetzung konnte Preußen schließlich siegreich beenden.
Die Figur des preußischen Majors Tellheim, die im Folgenden charakterisiert wird, hat in dem Stück eine tragende Rolle inne.
Der körperliche Zustand des Majors ist schlecht, da er im Krieg eine Verletzung erlitten hatte, die zu einer Lähmung des Arms führte. Zusätzliche körperliche Schäden werden im weiteren Verlauf nicht beschrieben, aber Tellheim ist aufgrund dieser Verletzung keineswegs ein Pflegefall.
Tellheim kommt dem Anschein nach aus guten Verhältnissen, da er immerhin den militärischen Rang eines Majors, also eines Offiziers, trägt. Zu dieser Zeit konnten nur Adelige und/oder gut begüterte Menschen diesen Rang bekleiden, da die Ausrüstungs-gegenstände aus eigener Tasche zu bezahlen waren, was eine teure Angelegenheit war. Dazu hat Tellheim den sächsischen Ständen eine enorme Summe an Kriegsentschädigungen vorgestreckt. Aus diesen beiden Tatsachen kann man schließen, dass der Major Tellheim aus guten oder sogar adeligen Verhältnissen stammt.
Sollte er jedoch adeliger Abstammung sein, identifiziert er sich hingegen damit nicht.
Er weiß, die Großen denken, "(...) dass ein Soldat (...) für sie (...) alles seiner eignen Ehre wegen tut."(IV/9) Das würde bedeuten, sie halten den Major für einen sehr unehrenhaften Mann, der sie ja verraten hätte. Für Tellheim ist die Ehre jedoch ein sehr wichtiger Charakterzug.
Daher reagiert er ungehalten, als sogar Minna, eine Frau, über seine Ehre urteilen will, das ihr seiner Ansicht nach nicht zusteht. Als sie ihm die Definition "die Ehre ist die Ehre" (IV/6) vorhält, geht er gar nicht darauf ein, als hätte er es nicht gehört. Rhetorisch kann er in dieser Situation wenig gegen Minna ausrichten, obwohl er sich über das ganze Stück hinweg sehr gewählt und gehoben ausdrückt und um Worte nicht verlegen ist.
Das Zusammentreffen mit Minna kommt für Tellheim unerwartet, man kann sogar meinen, er hat nicht damit gerechnet, sie in nächster Zeit überhaupt wiederzusehen. Auf die Frage von Werner an Just, wovon sie denn leben, antwortet Just, sie versetzen, was sie noch haben (I/12). Tellheim geht also mit dem sehr bedeutenden Verlobungsring, den er von Minna erhalten hat, um, wie mit jedem anderen Gegenstand auch. Er wollte möglicherweise bis zur Klärung des Vorwurfes des Verrats warten, wieder zu Geld kommen, anschließend den Ring auslösen, und erst dann Minna wieder unter die Augen treten.
Wie schon oben festgestellt, ist Tellheim körperlich kein Pflegefall. Seine Psyche aber ist stärker verletzt, der Krieg hat ihn innerlich gebrochen. Man kann das daran erkennen, als er Minna unter anderem mit dem Argument zurückweist, man könne sie ja verlachen, wenn sie einen Bettler und Krüppel, wie er selbst sich mitleidig sieht, heiratet, der zudem von einem preußischen Gericht angeklagt ist. Tellheim handelt hier sehr selbstlos und zeigt ein hohes Ehrgefühl, da er sie liebt, wie er offen zugibt (II/9), aber dennoch abweist.
Ein klares "ja" ist ihm sehr schwer abzuringen, aber die Ausflüchte werden von Minna schnell unterbunden. Er will seine Minna nicht wissen lassen was er für sie empfindet, um sie nicht ins Unglück zu stürzen, das er für sie zu sehen glaubt.
Das vorher genannte Gericht wirft ihm vor, mit dem Feind, den Sachsen, gemeinsame Sache gemacht zu haben. Er soll die Summe, die er den Ständen geliehen hat und deren Betrag er selbst verhandelt hat, zu gering gehalten haben. Dass der Betrag den preußischen Herrschern als zu gering erscheint, beweist die Rücksichtnahme Tellheims auf das vom Krieg ausgeblutete Sachsen. Aufgrund dieser Tatsache hat sich ja Minna, ohne ihn gesehen zu haben, in ihn verliebt.
Eigentlich wäre es Tellheim möglich, vor der gerichtlichen Untersuchung zu fliehen. Sachsen hat mächtige Verbündete wie Österreich und Frankreich. Den Sachsen hat er einen großen Dienst erwiesen, weswegen ihm Minnas Vater, auch ein Adeliger, dankbar ist. Er hätte also mit Hilfe der Sachsen die Möglichkeit aus Preußen zu fliehen und irgendwo unterzutauchen. An diese Möglichkeit aber denkt Tellheim wegen seines Ehrgefühls nicht, obwohl die Vorwürfe ungerechtfertigt und für ihn völlig aus der Luft gegriffen sind.
Zu seinem Diener Just hat der Major ein gutes Verhältnis. Einerseits behandelt er ihn sehr von oben herab, wie es wohl dem Benehmen dieser Zeit entspricht, andererseits kümmert er sich gut um Just. Aus dessen Schuldenliste ist ersichtlich, dass viel Geld für ihn ausgegeben wird, wovon Tellheim ohnehin wenig hat. Seinem Ehrgefühl folgend, will er seinen Diener sofort loswerden, als Just ihn dazu überreden will, etwas so Unehrenhaftes zu tun, wie anvertrautes Geld auszugeben, auch wenn die eigenen Mittel erschöpft sind. Das Geld, welches ihm die Witwe Marloff bringt, will Tellheim ebenfalls nicht annehmen, da es sich bei seinem Schuldner um einen Toten handelt.
Diese Beziehung ist das genaue Gegenteil von der zwischen Minna und deren Dienerin Franziska, welche sehr freundschaftlich miteinander umgehen. Hier verarbeitet Lessing die Zwischenepoche, in der er sich befindet. Tellheim und Just pflegen alte, Minna und Franziska aber sehr moderne Verhaltensweisen.
Die Liebe zwischen den beiden scheint an einer weiteren moralischen Begebenheit zu scheitern, die erneut Tellheim ins Spiel bringt. Als armer Bettler will er die reiche Minna nicht heiraten. Diese Vorurteile, die durch Tellheims rationale Art ins Spiel kommen, sind für die emotionale Minna jedoch kein Thema.
Ein weiterer Gegensatz ist mit dem französischen Chevalier Riccaut eingebaut. Dieser ist das genaue Gegenstück zu Tellheim. Dieser Riccaut versucht, sich mit seiner sozialen Position und dem großen Namen seiner Familie Respekt und auch einige Vorteile zu verschaffen, was dem ehrenhaften Tellheim nie in den Sinn käme. Er setzt sich eher selbst herab. Riccaut ist vom Krieg auch nicht so gezeichnet wie Tellheim.
Eine gewisse Ironie ist es deshalb, dass genau dieser Riccaut Tellheim die Nachricht überbringen will, dass sich seine Sache zum Guten gewendet hat, noch bevor der offizielle Brief eintrifft. (IV/6)
Wie gerade eben spielt Geld immer wieder eine entscheidende Rolle. Minna sagt im vierten Aufzug, sechster Auftritt, "(...) ihre Landsmänninnen würden mit dem Finger auf mich weisen(...)als ob die wackeren Männer für Geld zu haben wären." Tellheim fühlt sich aber jetzt bestimmt im Entschluss bestätigt, sich nicht überzeugen zu lassen. Wenn er dies nämlich täte, würde das heißen, er wäre für Geld zu haben. Er hat ja den entscheidenden Brief zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekommen.
Wie man später (V/9) feststellen kann, ist die finanzielle Gleichheit für Tellheim auch egal. Denn als er wieder zu Geld zu kommen scheint, hat Minna sich selbst schon "schein-enterbt". Die finanzielle Gleichheit ist damit wieder zerstört. Tellheim will aber trotzdem heiraten. Ihm ging es also die ganze Zeit nur um seine eigene Lage und Ehre.
Diese Ehre ist für den Major sogar in einer Liebesbeziehung außerordentlich wichtig, ohne sie will er absolut keine Beziehung eingehen. Dies erweckt den Eindruck, dass er die ganze Zeit versucht hat, Zeit zu gewinnen, um auf den Ausgang des Gerichtsverfahrens warten zu können.
Weil jetzt aber Minna Tellheims Argumente der erforderlichen Gleichheit übernimmt und ihn immer noch glauben lässt, sie sei enterbt worden, würde der Major den Brief sogar zerreißen, auf seinen Rang, das Geld und seine Ehre verzichten, um sie heiraten zu können. In dieser Situation ist also die Ehre sogar bei Tellheim nicht bis zum Äußersten maßgebend.
Somit hat ihn Minna mit dem Spiel der vertauschten Ringe und ihrer finanziellen Not ein wenig umerzogen.
Zum Schluss nimmt Tellheim das von Paul Werner beschaffte Geld doch noch an, welches er zuerst angefordert und wieder abgelehnt hat, als er für Minna und sich keine Zukunft mehr gesehen hat. Indem er jetzt das Geld doch nimmt, besänftigt er einerseits seinen Freund Werner, der es sowieso auf seiner Reise nach Persien nicht benötigt, und andererseits geht er nicht mittellos in die Beziehung mit Minna, räumt damit also wichtige Probleme noch beiseite.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich der Major viel zu sehr von der Ehre und konservativen moralischen Grundsätzen leiten lässt. Tellheim stellt die alte Garde dieser Zeit dar, der von der emotionalen und modernen Minna, die zudem eine zu dieser Zeit benachteiligte Frau ist, doch noch zu einem moderneren Verhalten erzogen wird.
Die heute noch große Bedeutsamkeit dieses Werk beweist, dass die angesprochenen sozialkritischen Themen auch jetzt noch aktuell sind. Wie die, wenn auch in der westlichen Zivilisation nicht mehr so stark ausgeprägte untergeordnete Rolle der Frau, als auch die Bedeutung von Ehre, Abstammung und finanziellen Verhältnissen.















Quelle: Gotthold Ephraim Lessing "Minna von Barnhelm"




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