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Titel:

Herbert Rosendorfer Die deutsche Suite


  Note: 2-3   Klasse: 10









Arbeit: Biographie

Herbert Rosendorfer wurde am 19. Februar 1934 in Gries bei Bozen (Südtirol) geboren. Während seiner Kindheit lebte er in Kitzbühl und München. Nach er dort sein Abitur gemacht hatte studierte er ein Jahr lang Bühnenbildnerei an der Akademie der Bildenden Künste. Anschließend studierte er an der Universität München Jura. 1966 wurde er Staatsanwalt und ab 1969 Amtsrichter in München. Seit 1993 ist er Richter am Oberlandesgericht Naumburg. Eines seiner Urteile erregte 1984 sogar die Aufmerksamkeit des „Spiegel“ (Ausgabe 11/84):
Rosendorfer hatte einen Schadenersatzanspruch wegen entgangenen Skifreuden (als Unfallfolge) mit der Begründung abgelehnt, dass die Kläger auf diese Weise eher großen Gefahren entgangen seien.
Seit 1990 lehrt er als Honorarprofessor bayrische Gegenwartsliteratur an der Universität München. Rosendorfer ist Mitglied des PEN-Zentrums der BRD und der Bayrischen Akademie der schönen Künste. Er gewann mehrere Literaturpreise, unter anderem den Tukanpreis der Stadt München (1977), den Siegfried-Sommer-Literaturpreis (1985) und den Ernst-Hoferrichter-Preis (1991).

Sein Erzähldebut gab er 1966 mit dem Buch „Die Glasglocke“, welches er bereits als Abiturient geschrieben hatte. Drei Jahre später erschien „Bayreuth für Anfänger“, ein satirisches Bändchen über die Bayreuther Festspiele, welches er unter dem Pseudonym „Vibber Tøgesen“ geschrieben hatte. Noch im gleichen Jahr kam sein erster Roman „Der Ruinenbaumeister“ heraus, eine Art Endzeitkulisse mit berühmten Charakteren der Weltliteratur, wie z.B. Faust oder Don Juan. Durch dieses Buch stellte er sich erstmals einer größeren Öffenlichkeit vor. Weitere sehr bekannte Veröffentlichungen Rosendorfers sind „Deutsche Suite“ (1972), „Großes Solo für Anton“ (1976), „Ballmanns Leiden oder Lehrbuch für Konkursrecht“ (1981), „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ (1983), sowie dessen Fortsetzung „Neue Briefe in die chinesische Vergangenheit“ (1997). Er ist ein zeitkritischer Satiriker mit Hang zum Absurd-Grotesken, was man vor allem bei den Briefen in die chinesische Vergangenheit merkt. Außer diesem Romanen schrieb Rosendorfer aber auch eine sehr große Zahl von Dramen, Hörspielen und auch Drehbücher fürs Fernsehen u.a. für Serien wie „Tatort“ oder „Weißblaue Geschichten“.
Rosendorfer ist seit 1972 in zweiter Ehe mit der Oberstudienrätin Ellen Casper, der er die „Deutsche Suite“ widmete, verheiratet und hat mit ihr gemeinsam einen Sohn. Außerdem hat er noch eine Tochter und einen Sohn aus erster Ehe. Rosendorfer ist mittlerweile in Pension und widmet sich jetzt hauptsächlich seinen beiden Hobbys der Musik und natürlich der Literatur.


Inhalt
Das Buch „Deutsche Suite“ von Herbert Rosendorfer hat im wesentlichen zwei Handlungsstränge, die sich ein paar mal überschneiden und am Schluß gemeinsam enden. Der erste Strang beschäftigt sich mit dem Leben des Hermanfried Schneemoser. Der zweite Strang handelt vom Erbprinz und späterem König Otto 2.

Das erste Kapitel beginnt damit, dass die nymphomanische Gicki, alias Prinzessin Judith sich auf einer Faschingsfeier im Jahre 1931 vergnügt und dabei ungewollt von Parzival, einem Gorilla, schwanger wird. Als die königliche Familie erfährt, dass demnächst ein Halbaffe den Titel eines Prinzen bzw. einer Prinzessin tragen würde, reagierte sie teils mit Ohnmacht, teils mit gewahrter Fassung. Man beließ es zunächst dabei. Als aber die Zeit allmählich knapp wurde bestand deutlicher Handlungsbedarf. Da es für die, von Kardinal Faulhaber vorgeschlagene Abtreibung schon zu spät war und eine Adoption der Kindsmutter nicht in Frage kam, da diese danach kein Mitglied des Adelshauses mehr wäre, blieb als letzte Lösung nur noch eine Hochzeit. Man suchte also nach einem Scheinehemann, den man schließlich in Stephan Schneemoser, einem Maler fand. Die Hochzeit wurde vollzogen und bald nach der Geburt des Kindes, welches nun als eheliches Kind galt, wieder geschieden. Das Kind wurde auf den Namen Hermanfried Schneemoser getauft. Stephan Schneemoser konnte mit einer lebenslangen monatlichen Zahlung zufriedengestellt werden.

Das zweite Kapitel beginnt mit einem Telegramm des Reichspräsidenten Hindenburg, in dem er Prinz Luitpold und Prinzessin Emilie zur Geburt eines Sohnes gratuliert. Der Tippfehler in diesem Telegramm (statt „möge vaterländischer Geist...“ „möge vaterländischer Feist“), sollte sich erst im nachhinein als schicksalhaft herausstellen. Nun folgt ein kurzer Blick auf die Stammtafel des Hauses. Als nach der Revolution von 1918/19 König Ludwig 3. nach Bayern zurückkehrte wurde er zum Prinzregent ernannt, das änderte aber eigentlich nur den Namen seines Amts, nicht aber seine Befugnisse. Das Amt des Prinzregenten war aber von Vorteil, da er nun einerseits König war, andererseits aber auch nicht. Diese Position machte ihn schwer fassbar für eine Revolution. Als Ludwig 1921 starb, wurde sein Sohn Ruprecht zum König ernannt und auch stillschweigend von der Reichsregierung anerkannt. 1929 schrieb Hindenburg in einem Brief, dass die Macht, die der bayrische König ausübte die Reichsverfassung nicht berührte, was einer Quasi-Bestätigung der bayrischen Monarchie gleichkam. 1930 dann heiratete Kronprinz Luitpold Prinzessin Emilie. Am 2. April 1933 wurde dann obengenannter Erbprinz geboren. Nach der „Machtergreifung“ Hitlers, der Aufhebung der Grundrechte „zum Schutz des Volkes“ und der Ausrufung des Ausnahmezustands wurde dann Ritter von Epp als Reichskommisar für Bayern eingesetzt, was aber keine wesentliche Beschneidung der bayrischen Eigenständigkeit bedeutete. Der Erbprinz wurde alsbald auf den Namen Otto, sowie 14 weitere Vornamen getauft, ungeachtet des Fluches, der seit Otto 1, welcher verrückt geworden war, auf diesem Namen zu lasten schien. Zwei Jahre später dann dankte Ruprecht ab und Luitpold 1. wurde König, wobei er allerdings Göring, welcher in Vertretung von Hitler gekommen war, die Treue schwören musste.

Das dritte Kapitel beginnt mit einem Blick auf eine Villa in Bogenhausen, welche Prinz Moritz von Hessen gehörte und in der Hermanfried Schneemoser seit circa einem Jahr lebte. Ein Bediensteter namens Xaver Bohrlein gab sich dort als sein Onkel aus. Als Hermanfried nun zehn Jahre alt wurde und eigentlich in die HJ eintreten hätte müssen, stellte sich ein Problem, da ja theoretisch nur Arier in die HJ eintreten durften. Man war sich nicht sicher ob Hermanfried mit einem Affen als Vater als Arier gelten würde. Um das herauszufinden, einigte man sich darauf ein Fachmann einzuladen, der das Problem begutachten sollte. Als der Fachmann da war, gab es eine angeregte Diskussion über Rassenmerkmale, in der sich Professor Schultze-Naumann, der Fachmann, verteidigen musste, da er genau wie Hitler keineswegs den klassischen Ariermerkmalen entsprach. Erst nachdem dann der Professor wegen eines dringenden Termins gegangen war, bemerkten Prinzessin Hildegard und die anderen, dass Prinz Moritz tot auf seinem Stuhl saß. Er wurde nach Darmstadt in die Familiengruft überführt. In seinem Testament fand sich die Verfügung, dass Hermanfried mit dem Geld aus dem Nachlass zum Priester ausgebildet werden sollte. 1941 zog Prinzessin Hildegard zu König Luitpold 1. und seiner Familie nach Nymphenburg. Dort lernte sie auch den Kronprinz Otto kennen, der ihr für sein Alter entsetzlich dick zu sein schien.

Am Anfang des vierten Kapitels steht wieder ein Blick auf die königliche Familie. Sie zog Ende 1944 nach Eichkatzlried, um den immer stärker werdenden Bombenangriffen zu entkommen. König Luitpold blieb zunächst. Hermanfried Schneemoser lebte immer noch in Bogenhausen, wo sich Xaver Bohrlein um ihn kümmerte. Mittlerweile waren die Amerikaner in München einmarschiert und zum König vorgedrungen. Da aber Luitpold wegen Konspiration mit den Nazis seines Amtes enthoben worden war und nunmehr dessen Vater Ruprecht wieder König war, blieb dem General nicht anderes übrig als wieder zu gehen. Der Erbprinz und jetzt auch Thronfolger Otto wurde nun nach München gebracht. Die Reise gestaltete sich aber einigermaßen schwierig, da bei Otto jeden Moment einer seiner unerklärlichen Wachstumsschübe einsetzen konnte bei denen er manchmal um bis zu zehn cm wuchs.
Xaver Bohrstein, der in all den Jahren allein für Hermanfried Schneemoser gesorgt hatte, räumte das Haus auf, da die beiden im Begriff waren zu gehen. Die beiden gingen also zum Bahnhof, um nach Bayrischzell zu fahren. Da aber wegen der Luftangriffe keine Züge fuhren, mussten sie sich nach einem anderen Verkehrsmittel umsehen. Da sie keines fanden, blieb auch ihnen nichts anderes übrig als zu laufen. Von Bayrischzell gingen sie weiter nach Kufstein. Auf dem Weg dorthin begegneten ihnen im stockfinsteren Wald Prinzessin Hildegard und ihre Gruppe, sie erkannten sie aber nicht.

Das fünfte Kapitel fängt mit einem Blick auf Baron Speckh an, der gerade Ingrid Gerch, eine Bekannte seiner Frau, und Dr. Kofler, einen Mitbegründer der CSU, zu Besuch hat. Nach einer mehr oder weniger informativen Unterhaltung, musste sich der Baron entschuldigen, um eine Reise zu planen. Er wollte in ein paar Tagen zu einer Aufführung von „Tristan und Isolde“ fahren, allerdings nicht der Kunst wegen, sondern um dort jemanden zutreffen.
Mittlerweile ist es das Jahr 1952.
Im folgenden Teil werden die Vorbereitungen und die Ausführung einer Revolution gezeigt, welche zum Ziel hatte ein großbayrisches Reich zu schaffen, dem auch Österreich, die Schweiz und einige andere Gebiete angehören würden. Es gab allerdings einige kleinere Probleme. Eine Gruppe von Revolutionären z.B., die den König absetzen sollte, hatte das Problem, dass der König nicht in seiner Residenz war, als sie dort ankamen. Also nahmen sie kurzerhand Prinz Garibald, einen Neffen des Königs mit. Eine weitere Gruppe von Revolutionären, denen auch Hermanfried Schneemoser angehörte flüchtete unverrichteter Dinge aus dem Schloß Nymphenburg nachdem sie Erbprinz Otto, der mittlerweile 2,50 m groß war, gesehen hatten. Ein ganz anderes Problem hatte Dr. Kofler, der bei geglückter Revolution neuer Ministerpräsident geworden wäre. Er war gerade bei der Frau von Baron von Speckh, als dieser zurückkam. Kofler musste sich also irgendwo verstecken und so ging er auf das Garagendach des Barons. Er konnte erst am nächsten Morgen mit Hilfe eines Bediensteten des Barons wieder von dort heruntersteigen. So hätte er also bei einer geglückten Revolution den (Zitat) Ruf des Vaterlandes nicht erhören können.

Das sechste Kapitel beginnt mit einem Treffen zwischen Baron von Gerckh und Dr. Kofler. Der Baron erzählt Kofler, was er eigentlich in Bayreuth bei „Tristan und Isolde“ wirklich tat. Der Baron war auf die Idee gekommen eine Partei zu gründen: Die NDP. Diese Partei wollte er von der Sowjetzonenregierung finanzieren lassen. Die Idee dahinter war die, dass eine starke rechte Partei zwangsläufig eine linke Gegenreaktion hervorrufen würde. Da aber der allgemeine Linkstrend allen mit der Zeit auf die Nerven gehen würde, käme es, wenn man es geschickt anstellt, zu einer Art Bürgerkriegssituation, in der dann das Volk nach einem starken Mann ruft. In dieser Rolle sah sich Baron von Speckh bereits jetzt. Kofler sollte eine Art Spion für die NPD im Parlament werden. Kofler willigte schließlich ein.
Hermanfried Schneemoser wurde unterdessen auf eine Klosterschule geschickt. Hier begann ein Problem für ihn. Sein Bartwuchs war mittlerweile so stark, dass er sich zweimal am Tag rasieren musste. Aber nicht nur seine Barthaare wuchsen schnell, sondern auch das Haupthaar. 1949 machte er sein Abitur mit einem Schnitt von 1,0. Nun sollte er also, wie im Testament von Prinz Moritz festgelegt zum Priester ausgebildet werden. Da aber der Vatikan seinen irregulären Haarwuchs auf teuflischen Einfluss zurückführte, durfte er nicht zum Priester geweiht werden. Nachdem Dr. von Scheuchenzuber zu seinem Vormund erklärt worden war und dieser ihm sagte, dass er doch studieren solle, entschied er sich für Jura. Nebenbei engagierte er sich auch noch politisch: Er trat in die SPD ein.

Am Angang des siebten Kapitels stellte sich für die königliche Familie ein Problem. Nach König Ruprechts Ableben, mit dem man in nicht allzu ferner Zeit rechnen musste, würde Otto König werden. Es stellte sich nun die Frage, wie man ihn in der Öffentlichkeit zeigen sollte, da er mittlerweile etwas über 2,60 m groß war. Zum ersten Mal sah das Volk ihn 1952 am Wiesensonntag, als er vom Balkon aus dem Festzug zuwinkte. Er hatte einen perspektivisch gearbeiteten Anzug an und die Leute neben ihm standen auf kleinen Podesten. Neben dem äußeren Erscheinungsbild als König, gab es aber noch ein weiteres Problem. Es musste ein Partner für Otto gefunden werden. Da er aber über keinerlei Erfahrung mit Frauen verfügte, wurde er zusammen mit zwei Vertrauten auf eine Reise nach Hongkong geschickt, um diese zu sammeln.

Das achte Kapitel beginnt wieder mit einem Blick auf Hermanfried Schneemoser. Er lies sich mittlerweile alle zwei Wochen die Haare schneiden, obwohl auch das längst nicht genug war. Im Frühjahr 1955 bestand er seine Referendarsexamen, natürlich mit der Note 1,0.
Im Oktober 1955, nachdem König Ruprecht gestorben war, wurde Otto zum König gekrönt. Die eigentliche Krönung wurde unterlassen und statt dessen eine Landeshuldigung durchgeführt. Otto war mittlerweile über drei Meter groß und ihm konnte jetzt nicht einmal mehr ein perspektivischer Mantel helfen.
1956 promovierte Hermanfried Schneemoser schließlich, summa cum laude, das heißt mit Auszeichnung. 1958 bzw. 59 machte er dann das große Staatsexamen, auch das wie zu erwarten mit der Note 1,0. Er bekam eine Stelle als Gerichtsassesor beim bayrischen Verfassungsgericht angeboten, wo er allerdings nur drei Monate blieb. Danach ging er in die Politik zurück, wo er für die Münchner Oberbürgermeisterwahl 1960 als Kandidat der SPD nominiert wurde. Als er dann gewählt wurde, war er mit 29 Jahren der jüngste Bürgermeister einer deutschen Großstadt aller Zeiten. Weniger gut erging es Baron von Speckh mit seiner NDP. Kaum jemand wählte sie und ihre rechten Ideen. Bei einem weiteren Treffen mit seinen DDR-Geldgebern wurde ihm nahegelegt in nächster Zeit politische Erfolge zu feiern, wenn er noch weiter Geld bekommen wollte.

Das neunte Kapitel fängt wieder mit Baron von Speckh an. Jetzt kam er endlich auf einen Plan wie er seiner NDP helfen konnte. Es ging um Rudi Gerch, den missratenen und auch in der Schule sehr schlechten Sohn von Ingrid Gerch. Über die Kontakte von Dr. Kofler, der damals Bundesminister war, zum bayrischen Kultusminister wurde erreicht, dass Rudi nicht mehr sitzenblieb. Außerdem wurde „Die Rote Faust“, eine Art Schülerzeitung, welche von Rudi gegründet und herausgegeben wurde, von der NDP finanziell unterstützt. Als Rudi dann von der Schule abging, entschied er sich Soziologie zu studieren.

Das zehnte Kapitel beginnt mit Rudi Gerch. Dieser hatte mittlerweile drei Jahre Soziologie studiert, ohne dabei das geringste Ergebnis zu erzielen. Er war auch dem SDS (Sozialistischen Deutschen Studentenbund) beigetreten und zu dessen Präsident gewählt worden. Dank der NPD-Zuwendungen und mit seiner „Roten Faust“ als Sprachrohr, war der SDS zu einer linken, also einer Arbeiterbewegung geworden. Es fehlte nur noch an Arbeitern.
In der folgenden Zeit schien die politische Rechnung von Baron von Speckh aufzugehen. Die Neonazis störten Versammlungen der Linken, und umgekehrt. Es gab auf Seiten des SDS allerdings immer noch das Problem mit den Arbeitern. Als dann in der „Maria-Hilf-Kommune“, so etwas wie Rudi Gerchs „Generalstab“ der Geschirrspüler kaputt ging, hatten sie die Chance einen echten Arbeiter zu sehen. Nur war dieser Arbeiter weniger einverstanden mit der Lebensweise der Studenten, was Rudi Gerch auf eine Korrumpierung des Gewissens durch das System zurückführte.
Im Oktober 1963 wurde das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Nationaltheater wiedereröffnet und die gesamte Prominenz war erschienen. Schneemoser hielt das für eine gute Gelegenheit den König zur Verbindung zweier U-Bahntunnel unter dem Odeonsplatz und somit der Fertigstellung eines großen Teils des Münchner U-Bahn-Netzes einzuladen. Der König sagte zu.
Baron von Speckh beauftragte Rudi Gerch damit, mit seinen Genossen gegen diese U-Bahn zu protestieren und somit eine Revolution auszulösen. Als Rudi auf den Plänen des Barons für den Tag X das Wort „Nelkenmord“ sah und den Baron fragte, was das sei, sagte dieser nur, dass jede Revolution einen zündenden Funken brauche. Auf die Frage Rudi Gerchs welches Ereignis damit gemeint sei, antwortete der Baron nur: (Zitat) „Es wird sich finden“. Die nun folgende Szene ist aus zwei verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Zuerst mit Blick auf Dr. Schneemoser: Die Feierlichkeiten am Odeonsplatz hatten begonnen. Als der Fels durchbrochen war, gingen Schneemoser und König Otto gemeinsam durch die Öffnung. Plötzlich begann der Tunnel einzustürzen. Die Haare von Schneemoser wuchsen, ebenso König Otto. Die beiden wurden unter den Schuttmassen begraben.
Nun wird die Szenen nochmals geschildert, allerdings mit Blick auf die Revolution: Die Demonstration zog durch die Stadt. Als sie an die Straßenecke kamen, wo Rudi auf sie wartete kam plötzlich Dr. Kofler angefahren. Er feuerte dreimal auf Rudi, welcher kurze Zeit später starb. Die linke Demonstration geriet außer Kontrolle. Ein großes Polizeiaufgebot, der eilig gebildeten Regierung „Vaterland in Not“, die nur aus NPD-Abgeordneten bestand, schoss die Demonstration nieder. Es gab über 4000 tote Linke. Bei den nächsten Wahlen bekam die NPD 80% der Stimmen und Dr. Kofler, der diesmal im Gegensatz zum missglückten Revolutionsversuch das Garagendach von Baron von Speckh gemieden hatte, wurde Ministerpräsident.

Das Buch endet mit dem Satz: „Manchmal lässt die Natur aus der Tiefe ihres Geheimnisses einen Dämon herauf, einen Dämon – oder zwei.“


Interpretation
Der Roman ist eine Geschichtsklitterung der besonderen Art. Während die Hintergrundhandlung die deutsche Geschichte von den 30er Jahren bis 1972 den Tatsachen entsprechend wiedergibt, ist die vordergründige Handlung rein fiktiv.
Es lassen sich aber trotzdem einige Parallelen zu geschichtlichen Ereignissen bzw. Personen finden. Der Person des Rudi Gerch zum Beispiel ist eindeutig eine Anspielung auf Rudi Dutschke, einen Studentenführer der sechziger Jahre. Auch dieser starb wie Rudi Gerch kurze Zeit nachdem er angeschossen worden war an seinen Verletzungen.
Rosendorfer nimmt in diesem Buch alle gesellschaftlichen Gruppen auf den Arm, egal welcher politischer Couleur, seien es nun Monarchisten, Nationalsozialisten, Konservative, den Klerus oder linksgerichtete Studenten. Es ist deshalb recht passend die „Deutsche Suite“ als (Zitat) „riesigen politischer Witz“ zu bezeichnen.
Erwähnenswert ist außerdem noch, dass alle Kapitelnamen barocke Tänze bezeichnen die in dieser Reihenfolge eine erweiterte Suite, eine sogenannte deutsche Klaviersuite bilden. Daher kommt höchstwahrscheinlich auch der Name des Buches. Ähnlich wie verschiedene Tänze in der deutschen Klaviersuite, werden in dem Buch verschiedene Aspekte und Ereignisse der deutschen Geschichte hintereinander dargestellt. Das Buch stellt eine Art Tanz durch die dieselbe dar. Zusammenfassend lässt sich das Buch als eine Art satirische Gesellschaftskritik, als überspitzte Realsatire bezeichnen.

Mir persönlich hat das Buch alles in allem gut gefallen.
Quellenangabe
• MS Encarta 1998
• Munzinger-Archiv/Internat. Biograph. Archiv 1/94










Quelle:




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Tipp:







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