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Titel:

Ilse Aichinger DAS FENSTERTHEATER


  Note: 1   Klasse: 10









Arbeit: Ilse Aichinger - DAS FENSTERTHEATER



Die Kurzgeschichte ,,Das Fenstertheater" von Ilse Aichinger handelt von einer Frau, deren Neugier in einem großen Missverständnis endet.

Zu Beginn der Kurzgeschichte wird der Leser direkt in das Geschehen eingeblendet, was ein typisches Merkmal für eine Kurzgeschichte ist. Die Autorin beschreibt kurz den tristen Alltag einer Frau, deren Namen man nicht erfährt, die jedoch eine der Hauptpersonen der Handlung ist. Diese Frau weiß -vermutlich aus Langeweile- nichts anderes zu tun als am Fenster ihrer Wohnung zu stehen um das Geschehen auf der Straße zu beobachten. Sie wartet förmlich drauf, dass ein Unfall vor ihrem Haus geschieht oder sonst irgend etwas aufregendes. Daraus lässt sich schließen, dass wohl ihr Leben nicht sehr abwechslungsreich ist und ihr ganzer Lebensinhalt sich darauf beschränkt andere Leute zu beobachten.
Als sie wieder mal am Fenster steht, draußen nichts sehenswertes passiert und sie sich gerade abwenden will, bemerkt sie, dass in der auf ihrer Höhe liegenden Wohnung auf der anderen Straßenseite das Licht eingeschaltet wird, obwohl es noch hellichter Tag war. Also bleibt sie stehen, um zu sehen ob irgend etwas besonderes geschehen würde. Und tatsächlich öffnet ihr Gegenüber das Fenster und nickt herüber. Die Frau ist darüber sehr erstaunt und man vermutet, dass sie wohl nicht gerade viel Kontakt mit dem alten Herr gegenüber hat. Um so mehr ist es verwunderlich, dass dieser Mann sie plötzlich grüßt, denn die Wohnung über ihr glaubt sie leerstehend zu wissen und die Werkstatt unter ihr hat bereits geschlossen.
Als ihr Gegenüber sich an die Stirn greift, um einen Hut zu ziehen, obwohl er keinen auf hat, er in die Wohnung geht und mit Hut und Mantel zurückkehrt, um sie so zu begrüßen, ist die Frau äußerst irritiert.
Dann beginnt der Mann mit einem weißen Tuch und später mit einem Schal zu winken, setzt seinen Hut ab, wickelt den Schal als Turban um seinen Kopf und verneigt sich lächelnd und mit gekreuzten Armen vor ihr. Immer eingeschüchterter und irritierter weicht die Frau vom Fenster zurück, beobachtet trotzdem die Nachbarwohnung.
Obwohl der Mann sie nicht mehr richtig sehen könnte, da sie immer weiter in ihre Wohnung zurückweicht, lässt er sich in seiner Tat nicht beirren. Er stellt sich sogar auf den Kopf, wobei man seine dünnen, geflickten Samthosen sehen kann. Mit hochroten Kopf aber lächelnd taucht er am Fenster wieder auf.
Die Frau, total schockiert über das Benehmen des alten Mannes, ruft aufgeregt die Polizei an. Sie hält ihn wahrscheinlich für verrückt und verlangt von der Polizei, dem Treiben am Fenster gegenüber ein Ende zu setzen.
Während der alte Mann weiterhin seine Spielchen am Fenster treibt, lauscht die Frau auf die Sirenen des Polizeiwagens und als dieser endlich erscheint, eilt sie zum Nachbarhaus hinüber um der Polizei die Situation näher zu schildern, da sie vermutet, dass ihre Erklärung am Telefon wohl etwas zu wirr geklungen haben musste. Natürlich sind viele Leute von der Sirene des Polizeiwagens angelockt worden und drängen sich um den Eingang des Hauses. Die Sensationsneugier der Menschen geht sogar so weit, dass sie behaupten in dem Haus zu wohnen, obwohl das gar nicht der Fall ist, und verfolgen so die Polizisten und die Frau in den letzten Stock und beobachteten das Geschehen. Denn dass die Polizei im Haus ist, so was erlebt man ja auch nicht alle Tage.
Als die Polizisten nach Klopfen und Läuten der Glocke vergeblich auf Einlass warten, gehen sie äußerst rabiat vor. Sie brechen einfach die Wohnungstür auf, und das mit einer Schnelligkeit und Sicherheit, ,,die sich ein Einbrecher nur erhoffen kann". Die Autorin schildert den Vorgang, als handle es sich bei dem alten Mann um einen Schwerverbrecher, der auf frischer Tat ertappt werden soll. Dies bestätigt sich auch dadurch, dass die Polizisten sogar ihre Stiefel ausziehen und sich leise in die Wohnung schleichen. Als sie in das erleuchtete Zimmer gelangen, steht der alte Mann noch immer am Fenster, jetzt mit dem Teppich über den Schultern und einem Kopfkissen auf dem Kopf.
Erst jetzt erfährt der Leser, dass der Mann schwerhörig ist und deshalb das Klopfen und Klingeln der Polizisten auch gar nicht gehört haben kann. Er bemerkt auch nicht die Eindringlinge, als sie direkt hinter ihm stehen. Die Frau blickt nun aus dem Fenster, entdeckt das Fenster ihrer eigenen Wohnung, erkennt das wie vermutet die Werkstatt unter ihr bereits geschlossen hat und blickt verwundet in das hell erleuchtete Fenster über ihr, wo sie einen kleinen Jungen entdeckt, der ebenfalls mit Kissen und Teppich bekleidet auf seinem Bett steht und dem alten Mann zulacht.
Erst jetzt wird der Frau der Zusammenhang klar. In die Wohnung über ihr musste eine neue Familie eingezogen sein, nur sie hat davon nichts gewusst. Es ist ihr vermutlich peinlich, da sie jetzt vor den Polizisten und dem alten Mann selbst wie eine Idiotin dasteht. Der alte Mann hat mit dem kleinen Jungen nur ein Spielchen gespielt, vermutlich um den Kleinen zum Schlafen zu bringen. Er hat ihn mit seinen Grimassen und seinem ,,Theater" zum Lachen gebracht und sich selbst wohl auch ein Freude damit gemacht, denn der alte Mann scheint selbst auch sehr einsam zu sein. Ein Schwerhöriger wird wohl nicht gerade oft Besuch haben.
Und das kleine Kind scheint in dem ganzen Stress des Einzugs wohl auch nicht viel Zuwendung bekommen haben.
Diese Geschichte zeigt, dass übertriebene Neugier oft zu Missverständnissen wie diesem führen kann. Oft interpretieren die Leute aus irgendwelchen Geschehnissen die verrücktesten Sachen heraus und sind hinterher beschämt, wenn sich ihre Behauptungen als ,,Ente" herausstellt.
Der offene Schluss, ebenfalls ein typisches Merkmal von Kurzgeschichten, lässt dem Leser viel Freiraum zur Spekulation über die weiteren Geschehnisse. Sicherlich wird die Polizei nicht gerade erfreut über die Tatsache sein, dass es sich bei dem alten Mann nicht um einen Verbrecher oder Verrückten handelt. Auch wird es für die neugierige und übereifrige Nachbarin ein Nachspiel haben, denn die Polizei wird ja viel zu oft zu Tatorten gerufen, an denen letztendlich nichts gesetzwidriges vorgefallen ist, wie in dieser Kurzgeschichte.
Aber mit Sicherheit wird die Frau in Zukunft ihre Zunge zügeln und nicht gleich übereifrig ans Telefon stürzen, falls es zu einer ähnlichen Situation kommen sollte. Sie wird sich dann genauer informieren bevor sie etwas unternimmt.
Und ich denke, dass die Autorin Ilse Aichinger mit dieser Geschichte an die Leser appellieren will ,,Erst zu denken, und dann zu handeln."









Quelle:




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