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Interpretation des Buches Die Judenbuch


  Note: 3   Klasse: 11









Arbeit: Das Buch Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff schildert das Leben von Friedrich Mergel aus dem Dorf B. in Westfalen. Die Geschichte spielt im 18. Jahrhundert, von Friedrichs Geburt 1738 bis zu seinem Tod 1789. Annette Freiin von Droste-Hülshoff wurde am 10. Januar 1797 auf Schloss Hülshoff bei Münster geboren und starb schon am 24. Mai 1848 in Meersburg am Bodensee. Sie stammte aus altwestfälischem Adel. Die Judenbuche wurde 1842 veröffentlicht. Experten haben unterschiedliche Meinungen, ob es sich hierbei um eine Novelle oder eine Erzählung handelt. Obwohl das Buch vor über 160 Jahren geschrieben wurde, sind die zentralen Aussagen des Textes nach wie vor aktuell.
Im Dorf B., wahrscheinlich Bellersen, wächst Friedrich Mergel auf. Er ist der Sohn des armen Bauern Hermann Mergel, welcher als Säufer bekannt ist. Friedrichs Mutter Margaret Mergel, geborene Semmler, hat den Ruf einer netten, ordentlichen und attraktiven Frau. Als Friedrich 9 ist stirbt der Vater in einer Nacht im “Brederholz”, einem Waldstück in der Nähe des Dorfes. Seitdem wird Friedrich verspottet wegen des unheimlichen Todes seines Vaters. Friedrich wird zum Außenseiter, er verbringt die Tage sehr einsam mit Kühehüten. Als er 12 ist überredet sein Onkel Simon Semmler seine Mutter zu einer “...Art Adoption des Knaben...”. Damit Friedrich der Erbe Simon Semmlers wird, soll er für ihn Dienste verrichten. In dieser Zeit lernt Friedrich den Johannes Niemand kennen.
Er ist der Schweinehirte von Semmler. Seit Friedrich für Simon arbeitet nimmt er eine gute körperliche Entwicklung und wird auch selbstbewusster. Er achtet sehr auf sein Aussehen. Zu Hause jedoch wird er immer fauler und kümmert sich nur noch um die Kühe. Durch den Einfluss seines Onkels wird er aggressiver und geldgieriger. Im Juli 1756, hütet er eines Nacht wie üblich die Kühe. Um diese Zeit werden aber auch Holzdiebe, die so genannten “Blaukittel”, im Wald tätig. Friedrich hört sie im Halbschlaf. Kurze Zeit später gehen an ihm der Förster Brandis und seine Leute vorbei, welche auf der Jagd nach den Dieben sind. Brandis ist unfreundlich und beleidigt Friedrich und seine Mutter. Wahrscheinlich aus Trotz weißt ihn Friedrich dann den falschen Weg, direkt in die Arme der Blaukittel. Brandis wird später, von einer Axt erschlagen, im Wald aufgefunden. Seit dieser Nacht gehen die Blaukittel nicht mehr in den Wald. Im Oktober 1760 wird im Dorf B. eine Hochzeit gefeiert. Friedrich gibt unter den jungen Leuten mit seiner schicken Uhr an. Während dessen taucht auf dem Fest der Jude Aaron auf und verlangt lautstark von Friedrich seine 10 Taler zurück, die er ihm schon zu Ostern für die Uhr geliehen hatte. Die Leute fangen natürlich an zu johlen und Friedrich ist gedemütigt und wütend. Drei Tage später findet man Aaron erschlagen unter einer Buche. Friedrich will man gleich verhaften, er ist aber schon mit Johannes Niemand geflohen. Die Juden dieser Umgebung kaufen dem Gutsherren die Buche ab und ritzten eine Inschrift in die Rinde: “Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast.” Ein halbes Jahr später wird dem Gutsherren schriftlich mitgeteilt, dass jemand anderes gestanden hat den Juden Aaron erschlagen zu haben. Friedrich und Johannes bleiben aber weiterhin verschwunden. Erst 28 Jahre später, am Weihnachtsabend 1788, wandert ein alter Mann ins Dorf. Er wird in einem Haus aufgenommen und sagt, er ist Johannes Niemand. Er erzählt, dass er 26 Jahre in türkischer Sklaverei lebte und Friedrich längst aus den Augen verloren hat. Im September 1789 kommt er nicht mehr nach Hause. Erst 2 Wochen später findet ihn der junge Brandis an der Judenbuche erhängt. Man holt den Baron. Der erkennt am Toten eine Narbe wieder und stellt fest, dass es sich um Friedrich Mergel handelt. Es liegt also Nahe, das sich der Spruch in der Buche bewahrheitet hat.
Es handelt sich hier um eine Mischung aus Kriminalgeschichte und Fabel. Zum einen ist es eine spannende Story mit Mord und Totschlag und zum anderen will der Text den Lesern eine Botschaft übermitteln. Das Buch beschreibt einen Zeitraum von 51 Jahren. 51 Jahre im Leben des Friedrich Mergel, der unter dem Einfluss seines Onkels eine Verbrecherkarriere einschlägt. Doch welche Menschen und Ereignisse beeinflussen das Schicksal Friedrichs? Die Grundlagen für diesen negativen Lebenslauf werden schon vor Friedrichs Geburt gelegt. Sein Vater ist bekannt als Säufer. Auch Gewalt ist ihm nicht fremd. Seine erste Frau prügelt er aus dem Haus. Friedrichs Mutter, Hermanns zweite Frau, gilt vor der Hochzeit mit Mergel als sehr selbstbewusst. Doch Mergel lässt sich nicht bändigen. Schon wenige Monate nach der Hochzeit wird er gewalttätig zu seiner Frau. In diese furchtbare Ehe wird Friedrich geboren. Der Junge ist kein Wunschkind der Mutter, denn sie “...soll sehr geweint haben, als man ihr das Kinde reichte.” Grund dafür ist sicherlich die unglückliche Ehe. Margaret ist eine gebrochene Frau. Hermann jedoch hat seinen Sohn sehr lieb und bessert sich sogar. Man sagt “...er sei seit der Geburt des Knaben ordentlicher geworden.” Seine Alkoholeskapaden haben jedoch nie aufgehört. Die Eltern können aufgrund ihrer eigenen Probleme dem Sohn keine unbeschwerte Kindheit schenken. Der Tod seines Vaters ist ein sehr prägendes Ereignis für Friedrich. Er wird von nun an zum Gespött der Leute. Der unheimliche Tod Hermann Mergels gibt im Dorf eine Menge Gesprächsstoff. “... Der alte Mergel war das Gespenst vom Brederholz geworden. ...”.Friedrich verbringt seine Zeit meistens mit einsamen Kühehüten. Für Margret wird Friedrich jetzt zur Lebensaufgabe. Sie hat nichts anderes mehr worauf sie sich konzentrieren kann. Sie verkümmert seelisch und körperlich als Friedrich anfängt für Simon zu arbeiten und nur noch selten zu Hause ist. Als dieser dann nach dem Mord an Aaron ganz verschwindet steigert sich ihre finanzielle Armut noch. Doch auch Friedrichs Onkel Simon Semmler hat auf ihn keinen positiven Einfluss. Man bekommt beim Lesen häufig den Eindruck, dass Semmler eine Menge “Dreck am Stecken” hat. Als Friedrich zur Beichte will, weil er dem Förster die falsche Richtung gewiesen hat, redet Simon auf ihn ein, nicht zu gehen. Hat Semmler vielleicht Angst dass Friedrich dem Pfarrer gegenüber seine Vermutungen äußern könnte, den Semmler etwas mit dem Tod von Brandis zu tun hat? Was sollte er sonst für einen Grund haben, Friedrich von der Beichte abzuhalten? Simon ist aggressiv und schwer zu durchschauen. Unter den Leuten ist er unbeliebt. Doch er kann auch schmeicheln und Komplimente machen. Das nutzt er allerdings nur um andere Leute “einzuwickeln“. Margaret weiß oder ahnt dass Johannes Simons unehelicher Sohn ist. Als Johannes bei den Mergels kurz zu Besuch war wird er gefragt, wer für ihn sorgt. Er antwortet: “Niemand.” Friedrich gibt Johannes etwas von seinem Brot ab, weil er weiß das Simon dem Jungen nichts zu essen aufhebt, wenn er später nach Hause kommt. Semmler kümmert sich also nicht um Niemand. Nach dieser Erkenntnis sagt Margret so bei sich: “Simon, Simon, wie willst du vor Gott bestehen!” . Doch wie konnte Margret ihren Sohn Simon überlassen, obwohl sie die Eigenschaften ihres Bruders sehr gut kannte? Zum einen ist da sicherlich die finanzielle Lage der Familie schuld. Friedrich sollte Geld verdienen. Natürlich ließ sie sich in dieser Situation auch von Simon “einwickeln” indem er ihr schmeichelte und Friedrich lobte. Auch die Aussicht, dass Friedrich einmal viel erben wird hat sie nicht unberührt gelassen. Die Mergels selbst waren arm. So hatte Friedrich die Chance später einmal besser dazustehen als seine Eltern. Außerdem war Simon ihr einziger Verwandter. Sicherlich war sie froh wieder Kontakt zu ihm zu haben, denn er hat sie seit ihrer Hochzeit mit Mergel nicht mehr besucht. Semmler hat ca. 10 Jahre starken Einfluss auf Friedrich. Friedrich verändert sich. Er kümmert sich zunehmend um sein Äußeres und wird zum “Dorfelegant”. Seine Eitelkeit und sein Selbstbewusstsein wachsen. Er nimmt eine gute körperliche Entwicklung und wird ein attraktiver junger Mann. Zu Hause bei seiner Mutter wird er jedoch immer fauler und kümmert sich lediglich noch um die Kühe. Mit Simon zum Vorbild wird er geldgieriger, aggressiver und selbstsicherer. Wird er oder seine Familie beleidigt wendet er Gewalt an. Johannes Niemand, Semmlers Schweinehirte und wahrscheinlich sein Sohn, ist ein dünner, schüchterner Junge. Er hat sehr wenig Selbstbewusstsein und lässt sich von Friedrich leiten. Seit sich die Buben kennen sieht man sie häufig gemeinsam. Später begleitet Johannes Friedrich sogar bei seiner Flucht. Auch die Leute aus dem Dorf beeinflussen Friedrichs Entwicklung. Er wächst in einem Ort auf, ca. 30km östlich von Paderborn, der mit der “...malerischen Schönheit seiner Lage...” strahlt. Er lag in “...Waldeinsamkeit...ohne Heerstraßen...” und “...ohne Fabriken und Handel...”. Das Dorf ist aber auch so klein, dass “...noch ein fremdes Gesicht Aufsehen erregte...”. Die Bevölkerung ist sehr eigensinnig. Sie entwickeln eine Selbstjustiz um die Holzfällerbanden zu bekämpfen. Auch Gerüchte und Spott über einzelne Familien sind natürlich. Diese machen Friedrich zum Außenseiter nach dem Tod seines Vaters. Margret war es sehr wichtig, was die Leute über sie denken. Sie sagt zu Friedrich, er solle mit Johannes “...nicht zusammen durchs Dorf...” gehen. Niemand ist auch ein armer Junge und sie schämt sich sicherlich. Ein Ereignis, mit dem sich Friedrich die erste Schuld aufbürdet, ist der Tod des Försters Brandis. Wie kommt es dazu? Zu dieser Zeit sind Holz- und Jagdfrevel “...an der Tagesordnung...”. Die Bauern, wahrscheinlich aus Nachbarorten, stehlen nachts Holz aus den Wäldern und jagen unerlaubt. Es gibt also “Scharmützeln” zwischen Förster und Bauern, wobei “...der Vorteil meist auf Seiten der Bauern blieb...”. Die starrsinnige Bevölkerung reagiert jedoch mit Selbstjustiz. “...Es hat sich neben dem gesetzlichen ein zweites Recht gebildet, ein Recht der öffentlichen Meinung...”. Man versucht Gewalt und List mit gleichen Waffen zu überbieten. So kommt es, dass der Förster Brandis die Täter auf frischer Tat ertaben will. Brandis will von Friedrich wissen, wo er die Holzfällerbande gehört hat. Aufgrund der Unbeliebtheit Friedrichs und dem zeitlichem Druck unter dem Brandis steht, fährt er Friedrich grob an. Er beleidigt sogar dessen Mutter mit den Worten “...an meiner Tür soll deine Mutter, die alte Hexe, keine verschimmelte Brotrinde bekommen...”. Friedrichs Reaktion ist die falsche Richtungsangabe. Friedrich hört noch wie Brandis ermordet wird. So kam es das Friedrich schon mit 18 Jahren in schwere moralische Schuld verstrickt ist. Nach dieser Tat geht er sofort nach Hause und legt sich krank ins Bett. Ihn plagt das schlechte Gewissen. Einen “guten Kern” und das Gefühl für richtig oder falsch hat er also trotz Simons Einfluss behalten. Am Sonntag will Friedrich in die Kirche gehen und seine Tat beichten. Wie bereits erwähnt hält ihn Simon davon ab. Vielleicht wäre Friedrich mit seinem Gewissen besser klar gekommen, wenn er gebeichtet hätte. So trägt er sein Leben lang die schwere Schuld mit sich. Zu dieser kommt noch eine weitere schwere seelische Last. Der Mord am Juden Aaron. Friedrich wächst mit zwei Religionen auf. Diese Tatsache verunsichert ein Kind noch mehr, welches es schon so nicht einfach hat. Er lernt das Christentum kennen, welches ihm seine Mutter vorlebt. Er selbst scheint auch christlich zu sein, denn er will beichten gehen. Damals war aber auch das Judentum in Deutschland noch weiter verbreitet. Obwohl die meisten Menschen christlich waren, haben viele doch den jüdischen Spruch “Auge um Auge - Zahn um Zahn” ausgelebt, zum Beispiel bei der Bekämpfung der Holzdiebe. Friedrich wächst also im einem religiösen Zwiespalt auf. Warum aber hat Friedrich so wenig Respekt vor Juden? Die Gesellschaft und seine eigene Mutter leben ihm diese falsche Einstellung vor. Das hat für Friedrich verheerende Auswirkungen. Er sieht als Kind wie ein Jude von einem Bauern verprügelt wird und berichtet es seiner Mutter. Sie Mutter findet diesen Vorfall in Ordnung, denn Juden sind ihrer Meinung nach “...alle Schelme...“. Er nimmt sich die Ansichten seiner Mutter zum Vorbild. Die Grundlage für Margrets Meinung und der Meinung der meisten Leute resultiert aus der schwierigen Lage der Juden zu dieser Zeit. Die jüdische Bevölkerung war dem Landsherrn unterstellt. Durch die Judenordnung wurde die Berufstätigkeit der Betroffenen eingeschränkt. Aus manchen Orten wurden sie sogar vertrieben oder hatten ein Aufenthaltrecht mit beschränkten Berufsmöglichkeiten. Viele Juden verarmten, denn auch die Abgaben die sie leisten mussten waren höher als bei anderen Leuten. Sie wurden also selbst vom Gesetzgeber ungerecht behandelt. Als der Jude Aaron tot aufgefunden wird ist Friedrich mit Johannes längst geflohen. Ob Friedrich aber sein Mörder ist bleibt offen, denn der Jude Lumpenmoises gesteht, dass er Aaron erschlagen hat. Doch warum flieht Friedrich dann? Und warum erhängt er sich fast 30 Jahre später an der Buche unter der Aaron tot gefunden wurde? Auch die Natur spielt im Text eine Rolle. Der Jude Aaron wird zum Beispiel “...nach einem heftigen Sturm...” tot aufgefunden. Hermann Mergel stirbt in einer “...stürmischen Winternacht...” mit “...dichtem Schneegestöber...”. Man erkennt beim Lesen das die Menschen damals mehr auf die Natur achteten als es heute üblich ist. Sie waren abhängiger von der Natur und ihren “Launen”, denn viele verdienten ihr tägliches Brot mit der Landwirtschaft. Doch auch der Glaube an Magie war seinerzeit stärker ausgeprägt. In der Nacht, als im Dorf 1760 die Hochzeit gefeiert wird und Friedrich sich mit Aaron streitet, spukt es angeblich im Wald. Es heißt der alte Mergel jammert um seine Seele. Man glaubt also an Geister. Auch die Judenbuche selbst hat etwas magisches, denn die Inschrift scheint sich zu erfüllen als sich Friedrich, der mutmaßliche Mörder von Aaron, daran erhängt. Annette von Droste-Hülshoff hält die Spannung vor allem durch einige ungeklärte Sachverhalte hoch. Sie macht ein Spiel mit Sein und Schein. Welches Motiv hat zum Beispiel Margret den armen und unbeliebten Hermann Mergel zu heiraten? Sie ist eine attraktive Frau aus einer besser gestellten Familie. Und die Eskapaden Mergels waren schon vor der Hochzeit bekannt. Sie hätte wahrscheinlich auch einen Besseren bekommen können. Droste-Hülshoff lässt auch im Dunkeln wie der alte Mergel umgekommen ist. Ist er vielleicht nachts im Wald gestürzt, kann nicht mehr weiter gehen und erfror? Oder hat er zu viel getrunken, dass seine Beine müde wurden und er bei einer Rast einschlief und erfror? Es besteht auch die Möglichkeit das fremde Menschenhand im Spiel war und es sich vielleicht sogar um Mord handelte. Wollte jemand den Umgang mit Mergels erster Frau vergelten? Tötete ihn vielleicht jemand aus ihrer Familie? Eine weitere offene Frage ist: Ist Simon Semmler am Mord von Förster Brandis beteiligt gewesen? Ich würde u einem “ja” tendieren, denn er versuchte, wie schon erwähnt, seinen Neffen von der Beichte abzuhalten. Doch auch auf diese Frage gibt das Buch keine eindeutige Antwort. Und woher stammt eigentlich Johannes Niemand. An einzelnen Dialogen und an Margrets Gedanken kann man erkennen, dass er Semmlers Sohn ist. Aber eine Aussage dazu wird im Buch nicht getroffen. Des weiteren bleibt offen ob Friedrich wirklich am Mord des Juden Aaron beteiligt
ist? Die Tat wird im Buch nicht beschrieben. Man könnte meinen “ja”, denn warum sollte er sich sonst an der Buche aufhängen und die Inschrift der Buch erfüllen? Doch er könnte auch nicht der Mörder gewesen sein, denn
Lumpenmoises hat die Tat später gestanden. Was soll Lumpenmoises für ein Motiv haben, eine Tat zu gestehen die er nicht begangen hat? Eine weitere Frage: Warum kehren nach dem Mord an Brandis die Holzdiebe nicht mehr in den Wald zurück? Bereuen sie ihre Tat und haben Angst? Und noch ein letztes Rätsel: Ist der alte Mann, der in das Dorf B. zurückkehrt, wirklich Friedrich Mergel? Es könnte genauso gut Johannes Niemand sein, für den er sich ausgibt. Der alte Baron erkennt zwar eine Narbe an der Leiche des Mannes und ordnet diese Friedrich zu, doch eine endgültige Antwort auf diese Frage erhält man im Buch nicht. Annette von Droste-Hülshoff hat als Anregung für die Judenbuche die auf Tatsachen basierende “Geschichte eines Algerier-Sklaven” genommen. Sie verlegte den Zeitraum, veränderte die Hauptpersonen, brachte neue Personen ein und erweiterte die Handlung. Ihr Text ist also eine Dichtung. Der Titel “Die Judenbuche” stammt allerdings nicht von ihr, sondern von Hermann Hauff. 1842 wurde die Geschichte in 16 Folgen im “Cottaschen Morgenblatt für gebildete Leser” veröffentlicht. Annette von Droste-Hülshoff schrieb das Buch in zwei Episoden. Die erste Episode erzählt von 1738 bis April 1761. Die zweite Episode berichtet von Dezember 1788 bis September 1789. Im Buch gibt es einen stetigen Wechsel von der Außenansicht des Erzählers und der Figurenrede. Durch die Dialoge wird die Erzählung dramatischer und menschlicher. Der Leser kann sich besser in die Situation hineinversetzten. Sie charakterisiert die Figuren zum Einen direkt, also im Erzählbericht. Sie schreibt über Simon Semmler er sei ein “...unruhiger...” und “...unheimlicher Geselle...”. Sie Personen werden aber auch indirekt charakterisiert, also im Figurendialog. Als sich Förster Brandis mit Friedrich unterhält spürt man seine grobe, unfreundliche und menschenverachtende Art: “...ich möchte dich prügeln wie einen Hund ... Ihr Lumpenpack ... deine Mutter, die alte Hexe...”. Durch diese Dialoge bekommen die Figuren viel Eigenleben. Teilweise ist der Text zeitraffend verfasst. Über Friedrichs Entwicklung in 6 Jahren schreibt Droste-Hülshoff nicht mal eine Seite. Der kurze Besuch des Johannes bei den Mergel und der knappe Wortwechsel danach, zwischen Friedrich und seiner Mutter werden in fast 4 Seiten beschrieben. Im Text werden Symbole verwendet. Die zerbrochene Flasche steht für den üppigen Alkoholkonsum von Hermann Mergel, der Rosenkranz steht für die fromme Margret, die elende Kate (kleines, ärmliches Bauernhaus) steht für die finanzielle Situation der Familie Mergel und das Schloss steht für die soziale Stellung des Gutsherrn. Der Text trifft zwei Kernaussagen. Zum einen berichtet er über die Gefahren des Erwachsenwerdens. Wenn man schlechte Vorbilder hat, wie Friedrich zum Beispiel seinen Vater als Säufer und später seinen Onkel als Kriminellen, läuft man große Gefahr einen ebenfalls negativen Lebensweg einzuschlagen. Man kann natürlich auch aus den Fehlern der Vorbilder lernen und selbst die Fehler nicht machen. Die zweite Kernaussage drückt zusammengefasst aus: Das was du machst, kommt eines Tages wieder auf dich zurück. Durch den Tod des Förster und Aarons hat Friedrich ein schlechtes Gewissen, das ihn schließlich in den Tod treibt. Das Recht sucht sich also seinen Weg.
Ich denke die Erkenntnisse der “Die Judenbuche” haben heute noch genauso viel Bedeutung wie bei der Veröffentlichung von 1842. Die Lebensumstände haben sich natürlich geändert. Heute würde Friedrich seine Einsamkeit vielleicht mit Computerspielen und nicht mit Kühehüten überbrücken. Aber es gibt auch heute noch Kinder und Jugendliche die aufgrund falscher Vorbilder auf die “schiefe Bahn” geraten. Oftmals sind die Eltern heute genauso hilflos wie es im Buch Margret war. Das Buch sollte die Gesellschaft “wachrütteln”, damit solche gefährdeten Kinder durch Schule, Kirche, Sportvereine oder andere soziale Einrichtungen “aufgefangen” werden, damit es ihnen nicht so ergeht wie Friedrich Mergel aus B.









Quelle: "Die Judenbuche" von Annette von Droste-Hülshoff




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