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Titel:

John Maynard Keynes


  Note: 1   Klasse: -2









Arbeit: John Maynard Keynes


1. John Maynard Keynes: Revolutionär des Kapitalismus

Stationen auf dem Weg zum Ruhm

John Maynard Keynes wurde am 5. Juni 1883 in Cambridge (Großbritannien) geboren. Sein Vater war Dozent und Kanzler der Universität Cambridge und seine Mutter war einer der ersten Studentinnen in Cambridge und später sogar Bürgermeisterin dieser Stadt. John besuchte die Privatschule Eton (1897) und studierte ab 1902 am King’s College, in seiner Geburtsstadt, Mathematik, Philosophie und Geschichte und später Ökonomik.
„Das Lernen fiel ihm leicht. Sein Tutor beurteilte Keynes als einen jungen Mann > mit der Fähigkeit, sich für alles zu interessieren (...)<“

Keynes war erst wenige Jahre Dozent in Cambridge, als er 1911 Herausgeber des Economic Journal (eine der damals führenden wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften) wurde. Zahlreiche weitere Positionen seiner Laufbahn waren unteranderem: Mitglied in Royal Commissions (1913), Berater des Schatzministeriums (1915), Delegierter bei den Versailler Friedensverhandlungen (1919), Geschäftsmann, Währungsspekulant, Journalist, Direktor der Bank of England. Im Kern war Keynes immer ein Geldtheoretiker und ein Praktiker der Währungspolitik. So befasste er sich direkt nach seinem Studium mit Währungsfragen (Indian Currency 1913). Nach und vor der General Theory (sein Hauptwerk) hat er viele wichtige Bücher, Zeitschriften und Aufsätze geschrieben. Nach den ersten Weltkrieg verfasst er den Traktat (Abhandlung) The Economic Consequences of the Peace (1919), worin er die Frage der deutschen Reparationszahlungen behandelte. Die beabsichtigte wirtschaftliche Verwüstung Deutschlands (mit den absurd hohen Reparationsforderungen) des Versailler Friedensvertrages nannte er >abscheulich und verachtenswert<. In der Zeitschrift The End of Laissez-Faire untersucht Keynes 1926 die Frage, welche Rolle der Staat bei der Stabilisierung der Wirtschaft und bei der Sicherung der Vollbeschäftigung spielen sollte. Er suchte nach einer neuen besseren Balance im Zusammenspiel zwischen Unternehmen, Markt und Staat. Während des Zweiten Weltkrieges nahm er an den Verhandlungen mit den USA über die Kriegsdarlehen teil und beteiligte sich als treibende Kraft bei der Errichtung einer neuen Weltwährungsordnung auf den Konferenzen von Bretton Woods (Weltwährungssystem mit flexiblen Wechselkursen, benannt nach dem Ort in New Hampshire, USA, in dem 1944 das wegweisende Abkommen geschlossen wurde; dazu gehören der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank) 1943 und 1944. Der Keynesianismus hat sich aus der Keynes-Interpretation heraus entwickelt und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in den westlichen Industrieländern die herrschende Lehre in Wirtschaftswissenschaft und -politik.
Privat: Keynes hat im Alter von 42 Jahren (1925) die russische Primaballerina Lydia Lopokova geheiratet. 1937 hatte Keynes eine Herzattacke und eine schwere Krankheit. Am 21. April 1946 starb Lord Keynes mit noch nicht ganz 63 Jahren an Herzversagen.


Keynesianismus: Einführung

„Als Keynesianismus wird eine staatliche Wirtschaftspolitik bezeichnet, die darauf ausgerichtet ist, die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zu beleben und so die Wirtschaft anzukurbeln Die theoretische Grundlage lieferte der englische Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes in den 30er Jahren.“
Nach Keynes sorgt der Markt im Kapitalismus nicht alleine für ein Gleichgewicht, d.h. für Vollbeschäftigung. Bei Vollbeschäftigung könnten Unternehmen sich aus unterschiedlichen Gründen dafür entscheiden, weniger in neue Maschinen zu investieren. Jene Arbeiter, die Maschinen herstellen, würden ihre Arbeit verlieren. Sie würden über weniger Geld verfügen, das sie für Verbrauchsgüter ausgeben können. Arbeiter, die Verbrauchsgüter herstellen, würden so ebenfalls ihre Beschäftigung verlieren. Dieser Vervielfältigungseffekt führt die Wirtschaft auf ein niedrigeres Niveau hinsichtlich der Beschäftigung, der Einkommen und der Produktion. Es gibt laut Keynes keine automatischen Kräfte in der Wirtschaft, die diesen beenden könnten. Der Staat soll durch Mehrausgaben die fehlende Nachfrage z.T. ausgleichen (eine mangelnde private Nachfrage muss durch eine öffentliche Nachfrage ausgeglichen werden, z.B. werden Straßen gebaut); er darf dazu aber nicht die Steuern erhöhen, sondern muss, um produktive Ersparnisse abzuschöpfen, Kredite aufnehmen (deficit spending). „Schließlich würden die staatlichen Hilfen die Arbeitnehmer wieder in die Lage versetzen, selbst Wirtschaftsgüter nachzufragen. Die Unternehmen würden dann wieder mehr produzieren, mehr Steuern zahlen und mehr Arbeitskräfte einstellen. Das werde die Nachfrage wieder erhöhen und die Rezession beenden.“


Der Schock der Weltwirtschaftskrise

Im Frühjahr 1930 erkannte Keynes, dass die Depression (anhaltender Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung (BIP) mit anhaltend hoher Arbeitslosigkeit) sich zu einer schweren Weltwirtschaftskrise auszuweiten drohte. Keynes entwickelte die These, dass Sparen nicht immer nützlich und tugendhaft sei. In dem berühmten Cambridge Circus, einer Gruppe hochkarätiger Ökonomen, wie James Meade, Richard Kahn und Joan Robinson, die sich bei Keynes zu wöchentlichen Diskussionsrunden trafen, erörterte Keynes ab 1934 die ersten Entwürfe seiner General Theory. Bereits Ende der Zwanziger Jahre trat er für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ein und beendete die Auffassung, wonach der Staat Ausgaben nur in Höhe seiner Einnahmen tätigen dürfe. Keynes Ziel war es den Teufelskreis der Depressionen zu durchbrechen. Der Abschwung sollte durch zusätzliche Staatsausgaben aufgefangen werden.
„Keynes begründete eine neue politische Ökonomie, in welcher der Staat Verantwortung für die Stabilisierung der Gesamtnachfrage und der Beschäftigung übernehmen sollte.“
Was ist das Ziel und worin bestehen die zentralen Ideen seiner Theorie? Das Ziel seiner Untersuchung ist es, herauszufinden, wodurch das Beschäftigungsvolumen bestimmt wird. Keynes hält das makroökonomische (gesamtwirtschaftlich) Unleichgewicht für den Normalfall.
„Bei der Konstellation Gesamtnachfrage < Gesamtangebot liegt eine deflationäre (starke Einschränkung des Geldumlaufs ohne entsprechende Verringerung der Produktion) Situation vor, die mit Krise und Arbeitslosigkeit verbunden ist. Bei Gesamtnachfrage > Gesamtangebot boomt die Wirtschaft, es kommt zu Inflation und Geldentwertung.“ Beide Situationen sind jedoch unerwünscht. Mit dem Instrument der Staatsausgaben solle Nachfragesteuerung (Steigerung oder Dämpfung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage durch Erhöhung bzw. Senkung der Staatsausgaben) betrieben werden und so die Konjunkturschwankungen minimieren. So kann über ein hohes Nachfrageniveau auch ein hoher Beschäftigungsstand gesichert werden.
Keynes beendete die Vorstellung, dass der Markt automatisch zu Vollbeschäftigung und Gleichgewicht führe. Die General Theory lieferte die Erklärung, warum der Markt versagen konnte und warum eine irregeleitete Politik die Depression noch verschärft.
„Der Keynes’sche Grundgedanke, dass Beschäftigung und Konjunktur auf das Zusammenspiel von Produktionspotential und Gesamtnachfrage zurückzuführen sind, ist heute allgemein akzeptiert. Worüber die Zukunft der Ökonomen und Wirtschaftspolitiker streitet, ist hingegen, wie ein annäherndes Gleichgewicht am besten erreicht werden kann.“

Eine Wirtschaftstheorie verändert die Welt
„In der Millenniumausgabe der Financial Times (vom 6.Dezember 1999) wurde Keynes als Autor des einflussreichsten Buches zur Wirtschaftspolitik des 20. Jahrhundert gefeiert. Seine General Theory habe der Idee zum Durchbruch verholfen, dass Regierungen Verantwortung trügen für Beschäftigung und“ Wohlstand. Das Zeitalter von Keynes sei das „erfolgreichste in der Weltwirtschaft gewesen“, denn in der Zeitspanne zwischen 1948 und 1973 habe das reale Weltinlandsprodukt um fast fünf Prozent zugenommen, so heißt es in der Financial Times. Viele von Keynes’ fellow economists, an die sein Buch gerichtet war, reagierten erst mit Kritik und Ablehnung, da sie sich durch seine schroffe Kritik angegriffen fühlten.
„Die Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise und die anhaltende Diskussion um die new economics führten in vielen westlichen Ländern zu einem spürbaren Wandel der Wirtschaftspolitik.“ Es setzte sich die Überzeugung durch, dass der Staat jetzt über Instrumente verfüge, um den Wirtschaftsprozess zu stabilisieren.


Die Keynes’sche Politik

„Die Keynes’sche Wirtschaftspolitik wurde von Großbritannien in den vierziger Jahren in die Tat umgesetzt und bis Ende der siebziger Jahre fortgeführt.“ Die Regierung sagte die wahrscheinliche Nachfragehöhe in der Wirtschaft während der nächsten Jahre vorher. Wenn die Nachfragehöhe zu gering erschien (wie 1952, 1958 und 1971), erhöhte die Regierung die Staatsausgaben oder senkte die Steuern oder Zinssätze. Wenn sie aber zu hoch erschien (wie 1941, 1955 und 1973), handelte die Regierung genau entgegengesetzt, um eine Inflation zu vermeiden. Ziel war es, die Gesamtnachfrage wachsen zu lassen in Einklang mit der Produktionskapazität der Wirtschaft, so dass die Nachfrage hoch genug war, um Vollbeschäftigung zu garantieren. Die Nachfrage durfte aber nicht so hoch sein, dass die Inflation anwachsen konnte. Auch die meisten anderen Industrienationen verfolgten eine ähnliche Politik: „In den Vereinigten Staaten bediente sich Präsident John F. Kennedy der Keynes’schen Wirtschaftsgrundsätze, um die amerikanische Wirtschaft aus der Rezession der frühen sechziger Jahre zu führen. Im Deutschland der sechziger Jahren gelang es dem damaligen Wirtschaftsminister Karl Schiller mit einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik den Lebensstandard der Bevölkerung entscheidend anzuheben. Von den Gewerkschaften wird solch ein Politik auch heute noch befürwortet.“


Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung

Mit dem Konzept des „Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung“ ist gemeint, dass es Krisen geben kann, die über längere Zeit, ja über Jahre hinweg in dem Sinne stabil sind, dass keine endogenen (von innen kommende) Veränderungen ausgelöst werden, die aus dieser Situation der Unterauslastung wieder herausführen. Die Klassiker senkten die Löhne, um aus dem Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt wieder herauszukommen.. „Dies würde zur höherer Beschäftigung führen und das Produktniveau anheben.“ Keynes war aber der Ansicht, dass die Beschäftigung bei sinkenden Löhnen nicht steigt, vielmehr entstehe eine deflationäre Konstellation (Wirtschaftsentwicklung, die mit einem sinkenden Preisniveau einhergeht.). Löhne, Preise und Einkommen fallen, die Nachfrage geht weiter zurück, man erwartet weitere Lohn- und Preissenkungen.

Aus dieser Situation können sich die Tarifvertragsparteien nicht selbst befreien. Sie brauchen Unterstützung von außen, im Keynes’schen System besteht diese Unterstützung in der Ausweitung der Gesamtnachfrage durch staatliches Nachfragemanagement. Krise und Unterbeschäftigung sind für Keynes Konsequenz der Funktionsweise des Systems, insbesondere von Blockierungen, die zu wechselseitiger Rationierung von Güter- und Arbeitsmarktführen.
Heute kämpfen wir immer noch mit magerem Erfolg dagegen (gegen die Arbeitslosigkeit) an, dass wir unter unseren Verhältnissen leben.
Das Scheitern einer Konzeption
„Mit dem raschen Anstieg der Inflationsraten im Verlauf der siebziger Jahre nahm auch die Arbeitslosenquote wieder ein kritisches Ausmaß an (Anstieg auf über 9 Prozent bis 1983/85 in Westdeutschland). Diese Fehlentwicklung war einerseits bedingt durch eine zwar antizyklisch (unregelmäßig wiederkehrend) konzipierte, faktisch jedoch überwiegend expansive Haushaltspolitik; anderseits wurde der Staatsanteil, vor allem in Nord- und Westeuropa, durch den Ausbau des Sozial- und Wohlfahrtsstaates in die Höhe getrieben.“

Der Staat ist zuständig für die öffentliche Wohlfahrt und für die Sicherung der Vollbeschäftigung. Eine Vollbeschäftigungsgarantie würde man bei Keynes vergeblich suchen. Gleichwohl verleitete die Konzeption der Nachfragesteuerung viele Unternehmen und Gewerkschaften dazu, unbefangener zu handeln- so, als gäbe es diese Vollbeschäftigungsgarantie. Unternehmen nutzten vorhandene Preisüberwälzungsspielräume aus und Gewerkschaften setzten überhöhte Lohnforderungen durch, ohne die Sanktionen des Marktes in der Form von Krise und anhaltender Arbeitslosigkeit allzu sehr fürchten zu müssen.
„Die Keynes’sche Empfehlung, Rezessionen durch Nachfragesteuerung zu bekämpfen, um so den Wirtschaftsprozess dauerhaft in einem Zustand des „Quasi-Booms“ zu halten, führt dazu, dass mit der Krise auch deren nützliche Funktionen beseitigt werden, nämlich die Korrektur von Disproportionen (Missverhältnis) insbesondere zwischen Lohn- und Kapitalkosten einerseits und Preisen anderseits – Disproportionen, die sich in Boomphasen herausbilden. Ohne die bereinigende Wirkung von Krisen werden solche Disproportionen weiter mitgeschleppt und künftige Fehlentwicklungen in der Regel verschlimmert“ Das Keynes’sche Konzept ist an den Widrigkeiten der politischen Umsetzung gescheitert.
Die kritische Diskussion des Keynesianismus und der keynesianischen Wirtschaftspolitik hat folgende wesentlichen Schwachstellen herausgearbeitet:
• Antizyklisches fine tuning überfordert die staatlichen Akteure: Das antizyklische Stabilisierungskonzept verlangt rasche, kurzfristig orientierte Interventionen des Staates. Damit sind aber übermäßig hohe Anforderungen an die Datenanalyse (Diagnose und Prognose), an die Koordination der beabsichtigen Maßnahmen sowie an das timing des Instrumenteneinsatzes verbunden und zu kompliziert erwiesen; staatliches Handeln ist damit in der Regel überfordert.
• Antizyklische Politik hat prozyklische Auswirkungen: Der wirtschaftspolitische Entscheidungs- und Handlungsprozess weist eine Reihe von – teilweise variablen – Verzögerungen auf, die dazu führen können, dass antizyklisch intendierte Maßnahmen der Stabilisierungspolitik zu spät ergriffen werden und deswegen wirkungslos bleiben oder sich prozyklisch, also zyklenverstärkend auswirken. In der Summe dieser Verzögerungen kommt antizyklisches Handeln häufig zu spät und löst dann unbeabsichtigte, prozyklische Wirkungen aus.
• Stop-and-go-Politk trägt Unruhe in die Wirtschaft: Kurzfristige, antizyklische Interventionen des Staates gleichen einem kurzatmigen Hin- und Herreißen des Staates (führt zu Unsicherheit bei den Unternehmen und Haushalten). Dies wiederspricht dem Gebot der „Konstanz des Wirtschaftspolitik“.
• Nachfragesteuerung führt zu wachsenden Haushaltsdefiziten: Aufgrund des deficit spending galten Haushaltsfehlbeträge selbst in Aufschwungs- und Boomphasen als akzeptabel, wo von der Konzeption her Überschüsse angezeigt gewesen wären. Die Folge war eine kontinuierliche Ausweitung des Staatsausgaben, der Staatsquote und am Ende auch der Staatsverschuldung.
• Die Staatsquote steigt: Der Anteil des Staates am BIP ist dramatische gestiegen; entsprechend wurde der Anteil der Privatwirtschaft zurückgedrängt. Anfang der achtziger Jahre erreichte die Staatsquote in Westdeutschland Maximalwerte von über 50 Prozent (vgl.: Abbl.2). Folge ist eine überhöhte Steuer- und Abgabenlast zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte.
• Die Staatsverschuldung steigt: Die Haushaltsdefizite haben zu einer stark angestiegenen Staatsverschuldung geführt. Auf Dauer verschärfen die Erfordernisse der Schuldenbedienung zusätzlich die Steuer- und Abgabenbelastung. Wenn über 18 Prozent des Bundeshaushalts für Zinszahlungen abgezweigt werden müssen, leiden darunter dringliche Strukturreformen und Zukunftsaufgaben.
• Nachfragepolitik belastet die Angebotsseite und bremst den strukturellen Wandel: Eine Wirtschaftspolitik, die einseitig die Nachfrageseite betont, vernachlässigt angebotsseitige Wachstums- und Standortfaktoren, die im Rahmen der Globalisierung wichtiger werden, und sie schwächt diese Faktoren und mindert die Standortattraktivität.
• Es kommt zu Verhaltensänderungen im Verteilungskampf: Gewerkschaften nehmen bei ihren Lohnforderungen immer weniger Rücksicht auf das Beschäftigungsrisiko, weil sie sich staatlich abgesichert fühlen. Die Folge sind Verteilungskämpfe, steigende Lohnstückkosten, eine trendmäßig ansteigende Inflation und schließlich Stagflation (wirtschaftl. Baisse, verbunden mit allmählicher Geldentwertung).

Nicht nur die Wirtschaftspolitik, auch die außergewöhnliche Wachstumsphase der Nachkriegsjahrzehnte hat die Wirtschaftssysteme nachhaltig verändert. Der Niedergang des „Zeitalters von Keynes“ bahnte sich Anfang der siebziger Jahre mit steigenden Inflationsraten an. Die Explosion der Ölpreise in der Krise von 1973/74 heizte die Lohn-Preisspirale zusätzlich an. Auch die Arbeitslosigkeit stieg dramatisch an.


Der Ausblick: Inflation und Monetarismus

Mit der Inflation stieg die theoretische und wirtschaftspolitische Attraktivität einer Gegenbewegung zum Keynesianismus : des Monetarismus (die Monetaristen fordern, dass der Staat die Geldmenge regulieren solle, um ein langfristiges Wirtschaftswachstum ohne Inflation zu sichern. Sie vertreten die Meinung, dass die Geldmenge jährlich mit einer ganz bestimmten Rate zunehmen müsse. Nur so könne ein Marktgleichgewicht, also ein Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage erreicht werden. ) Der Monetarismus setzte sich Anfang der siebziger Jahre in Wirtschaftskreisen mehr und mehr durch. In den meisten Industrienationen, die ihre Wirtschaftspolitik nach Keynes ausgerichtet hatten, wurden seit Ende der sechziger Jahre Vollbeschäftigung und steigender Lebensstandard von hohen Inflationsraten begleitet. Das Preisniveau konnte nicht stabil gehalten werden. Die Monetaristen lehnten daher alle staatlichen Eingriffe ab. Sie vertrauten auf die Selbstheilungskräfte des Marktes und auf eine Geldmengenpolitik, bei der die Geldmenge jedes Jahr mit einer ganz bestimmten Rate zunehmen müsse. Dies führe zu einem Gleichgewicht des Marktes.









Quelle: Monetarismus”, Microsoft ® Encarta® 99 Enzyklopädie . © 1993-19998, Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. John Maynard Keynes, Willke, Gerhard, Bonacker, Thorsten (Hrsg.), Frankfurt 2002




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Arbeitslosigkeit



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