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Titel:

Krieg und Frieden Hans von Hentig


  Note: 15 Punkte / 1+   Klasse: 13









Arbeit: Quelle: Krieg & Frieden, Hans von Hentig
Aufgabe: 01 - Textanalyse

Das Essay „Krieg & Frieden“ stammt von Hans von Hentig, einem international anerkannten Juristen. Da der Autor bereits zahlreiche ähnliche Werke zur Kriegsproblematik veröffentlicht hat, kann man davon ausgehen, dass auch der vorliegende Text fachlich fundiert und gut recherchiert ist. Einen Abstrich in der Glaubwürdigkeit verursacht Von Hentigs persönliches Schicksaal. Er lebte zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Seine Erfahrungen und Verluste könnten seine Sicht auf das Geschehene verzerrt haben. Hinweise, die diese Theorie untermauern, finden sich im vorliegenden Ausschnitt zwar recht selten, sind aber durchaus vorhanden.

Beginnen wir mit der Überschrift des Textes: „Krieg & Frieden“. Dieser Titel reflektiert zum einen den Inhalt des Werkes, und beschreibt so die Friedenspolitik der vergangenen Jahrhunderte, verweist aber auch in die Welt der Literatur. Das gleichnamige Monumentalepos von Leo Tolstoi, das im Russland der Napoleonischen Kriege spielt, gilt als Klassiker. Anschaulich schildert es nicht nur die Schlachten und menschlichen Tragödien, Tolstoi übt auch Kritik an der Heeresleitung und den Generälen. Krieg ist in seinem Werk etwas Großes, Verheerendes, das vor allem als politisches Mittel Verwendung findet und stets von den herrschenden Eliten selbst stammt.

Dementsprechend richtet sich Von Hentigs Essay vor allem an andere Intelligenzler und die Mittelschicht. Also weder an die herrschende Klasse noch die Unterschicht. Er schreibt recht locker. Deutlich erkennbar sind sprachliche Mittel wie Metaphern (Z.34 F „In dem ewigen Fluss [...].“) . Sie sind für Fachtexte recht untypisch. Von Hentig verwendet von Zeit zu Zeit auch Fremdwörter und fachspezifische Redewendungen. Dadurch entsteht ein Kontrast, der nur mit der Tatsache erklärt werden kann, dass er die unterschiedlichen Blickwinkel der angesprochenen ‚Klassen’ respektieren möchte. Wahrscheinlich fühlt er sich selbst als ein Mensch, der zwischen Mittelstand und Intelligenz steht. Seine Flucht aus Deutschland und damit verbunden der Verlust von Kontakten und Besitz würde diesen Sachverhalt erklären.

Weiterhin kann Hentig durch die unterschiedlichen Stilmittel und Sprachmerkmale eine Brücke zwischen den Gruppen errichten. Leider droht diese von Zeit zu Zeit aber in recht schwammigen Aussagen zu versinken. Wenn er davon spricht, dass der Frieden nicht nur „[...] Folge alter Ursachen, sondern auch Quelle neuer Wirkungen [...]“ ist, vernachlässigt er es seine Idee zu spezifizieren und mit konkreten Beispielen zu belegen. Dadurch erscheint der Text ein wenig propagandistisch und verallgemeinernd.

Alles in allem ist Krieg und Frieden eine recht außergewöhnliche Schrift, die trotz, oder eben gerade wegen ihres ungewöhnlichen Stils, eine große Aussagekraft aufweist. Zur Betrachtung von Friedensschlüssen – und Prozessen sollte man von Hentigs Ansichten deshalb auf jeden Fall berücksichtigen.

Quelle: Krieg & Frieden, Hans von Hentig
Aufgabe: 02 – Auffassung des Autors

Der Grundstein aller Friedensbeschlüsse ist nach Meinung des Autors Hans von Hentig eine Mischung zwischen der Vision einer schönen, gewaltlosen Zukunft und den eigenen skrupellosen, aber begründeten Machtinteressen. Hierbei steht auf der einen Seite die Sehnsucht nach einem ewigen, gerechten Frieden und auf der anderen Seite die realistische Frage, wie lange ein Frieden überhaupt halten kann und was die Zeit danach mit sich bringen wird. Verträge, wie etwa zu Bismarcks Zeiten oder bei den Griechen, tendieren mehr zu letzterem. Sie sind zeitlich begrenzt und werden aus taktischen Erwägungen abgeschlossen. Meist traf man solche Vereinbarungen nach Kriegen aus Situationen heraus, in denen ein Mächtegleichgewicht fehlte. Sie enthalten deshalb unzählige Forderungen an den Besiegten und entpuppen sich als politisches Stolperseil (z.B.: Versailler Vertrag). Trotzdem ist auch diesen Verträgen der Wunsch nach andauerndem Frieden nicht fremd. Anders sieht es etwa beim Westfälischen Frieden aus, der zur ersten Kategorie der Friedensverträge gezählt werden muss. Er war ein direktes Resultat seiner Geschichte, der Tragödie des dreißigjährigen Krieges. Zwar gab es in den entsprechenden Vereinbarungen ebenfalls machtpolitische Ränkespiele, doch vor allem ging es um die Wiederherstellung der Ordnung in Europa. Ebenso der Wiener Kongress, der nach den napoleonischen Kriegen dazu dienen sollte, die Lage zu stabilisieren um eine Verbesserung der Lebensverhältnisse zu erreichen. Hierbei war der Friedenswunsch eben der Kerngedanke. Er lässt sich nicht vom Rest trennen, sticht aber in beiden Fällen besonders hervor.

Wie dabei schon anklingt hängt also der Frieden vom Verlauf des Krieges ab. Wer hat gewonnen? Wie hat er gewonnen? Woran gilt es für die Zukunft zu denken? Aus diesen Fragen resultiert die Art der entstehenden Vereinbarungen. Bekämpfen sich zwei Reiche, eines der beiden unterliegt und wird fast vernichtet, ist das Sicherheitsbedürfnis des Siegers gedeckt. Für ihn herrscht bereits Frieden, da er die Macht über seinen Gegner hat und sich nicht bedroht fühlen muss. Es folgen materielle Wünsche, für die die Besiegten zahlen. Die Verlierer gehen auf solche Forderungen ein, denn sie müssen den Krieg beenden um sich selbst zu retten. Ein gutes Beispiel für eine solche Situation ist der Frieden von Brest-Litowsk. Er war ein Gewaltfrieden zwischen Russland und Deutschland, der nur funktionieren konnte, weil Russland keine andere Wahl hatte als einzuwilligen. Daraus resultieren vor allem Hassgefühle gegen die Sieger, die nur allzu oft in einen weiteren Krieg münden (Z.B.: 1.WK à Versailler Vertrag à 2.WK).

Neben dem Frieden nach einem Krieg, darf man auch den Frieden wegen eines Krieges nicht vergessen: Die Koalition. Einstige Gegner, die sich verbünden um einen gemeinsamen Feind zu besiegen, versuchen nach getaner Arbeit meist auch sich gegenseitig zu zerstören. Dieses Zweckbündnis funktioniert mit einem Feindbild eben recht gut, doch stirbt der Feind, stirbt auch die Freundschaft. Es fehlen verbindende Elemente und der einsetzende Friede leitet einen neuen Krieg ein. Das beste Beispiel dafür ist der Kalte Krieg.

Die generelle Problematik an Friedensverträgen ist ihre politische Starrheit. Der Frieden in einer Koalition wird gestört, weil ein Element fehlt, das nicht ersetzt werden kann. Der Frieden nutzt die Verhältnisse zum Zeitpunkt seiner Schließung, doch diese haben selten lange Bestand. Ein guter Friede wäre demnach ein Friede, der zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegt. Ein Friede, der sich adaptieren und modifizieren kann um auf veränderte Situationen zu reagieren. Diese Dynamik hat bis zum heutigen Tag noch niemand schaffen können und selbst unser heutiger Völkerbund, der einst der Garant für Frieden war, ist in den vergangenen Jahren gescheitert, weil sich seine Grundlagen geändert haben. Konzipiert für eine zumindest bipolare Welt, kann er in einer monopolaren Welt nur bedingt existieren. Ihn prägt das Machtgleichgewicht, doch ist dies zerstört, zerstört sich auch der Frieden.





Quelle: Krieg & Frieden, Hans von Hentig
Aufgabe: 03 – Beurteilung

Alle Dinge in unserem Leben verändern sich. Die Verträge, die wir schließen, müssen sich ausgehend von dieser Entwicklung ebenfalls anpassen, sonst zerbrechen sie früher oder später. Nicht anders sieht es bei Friedensvereinbarungen aus. Sie sind stets für den Moment, für die derzeitige Situation geschaffen. Der Begriff eines dauerhaften Friedens ist somit schon ein Widerspruch an sich, denn ein einzelner Friede kann meiner Ansicht nach nicht dauerhaft sein. Vielmehr geht es darum den Frieden wieder und wieder zu erneuern. Man muss ihn anpassen und modifizieren. Ein Beispiel dazu ist das Bismarcksche Bündnis- und Friedenssystem. Es war so ausgelegt, dass seine Vereinbarungen nach einigen Jahren endeten. So konnte man nach dieser Zeit auf neuer und aktueller Basis miteinander verhandeln. Ein ähnliches System liegt der Nato und der UN zu Grunde. Dort versucht man den Prozess der globalpolitischen Veränderung durch Reformen zu kompensieren. Leider jedoch minder erfolgreich als Bismarck in seinen Tagen. Darin zeigt sich das Problem einer andauernden Friedenspolitik. In einer Welt voller großer und mittlerer Militärmächte, wie sie noch vor einigen Jahrzehnten existierte, mussten Entscheidungen im Konsens getroffen werden. Die Nationen waren aufeinander angewiesen. Darauf bauen Nato und UN auf. Mit der Zersplitterung oder Auflösung einiger Machtfaktoren, konnte die USA an Macht gewinnen und somit die demokratischen Gremien unterlaufen. Sie ist zwar noch der politischen Macht ihrer verbündeten und verfeindeten Staaten unterlegen, nicht aber ihrer militärischen. Auch dieser Sachverhalt muss durch Reformen aufgehoben werden, ansonsten verschwinden Nato und UN in der Bedeutungslosigkeit.

Bestätigt wird diese These von der Geschichte des Versailler Vertrags. Das „Schanddiktat von Versailles“ wie es von den Deutschen genannt wurde, war trotzt seiner harten und ungerechten Forderungen, ein recht wandelbarer Vertrag. Er wurde über die Jahre immer wieder verändert. Die Reparationen, die Deutschland bis in die 80er Jahre hätte zahlen müssen, wurden von Zeit zu Zeit ausgesetzt oder direkt minimiert. Unter den Reichskanzlern Brünning und Von Schleicher stand man sogar kurz davor ganz von den Zahlungen abzusehen. Ähnlich verhielt es sich mit den militärischen Auflagen. Die Beschränkung der Reichswehr war am Ende der Amtszeit des eben erwähnten Kurt von Schleicher nur noch eine Formalität und hätte, wäre der Reichskanzler nicht zurückgetreten, schnell aufgehoben werden können. Ein anderes treffendes Beispiel ist der Völkerbund. Nach Versailles war es den Deutschen nicht erlaubt dort Mitglied zu sein, bis Außenminister Gustav Stresemann durch politisches Geschick die Alliierten davon überzeugen konnte, dass Deutschlands Beitrag im Völkerbund dem Frieden zuträglich sei. Ähnliches lässt sich hier noch mit den Locarno-Verträgen und den wirtschaftspolitischen Veränderungen fortführen, würde jedoch den Rahmen sprengen. Warum ist nun der Versailler Vertrag gescheitert? Die Antwort: Er war von Anfang an zu streng. Diese Erklärung ist einfach, reicht aber nicht ganz aus. Ich bin der Meinung Versailles hätte funktioniert, wenn die Reformen des bestehenden Vertrages schneller erfolgt wären. Man sieht das an der politischen Entwicklung in der Weimarer Republik. Hitlers Ziel war es das „Schanddiktat“ zu revidieren. Er bekam auch deshalb soviel Zuspruch von den Bürgern. Nach 1932 sanken seine Wählerzahlen jedoch merklich. Er verlor Macht und das auf Grund der verbesserten außenpolitischen und innenpolitisch/ökonomischen Situation. Diese Verbesserung ging vor allem auf die ansetzende liberale Haltung der Franzosen zurück. Sie hatten den Ersten Weltkrieg nicht vergessen, waren aber bereit zumindest gnädig zu sein. Wäre damit früher begonnen worden, hätte Hitler vielleicht nie Reichskanzler werden können und der Friede wäre von größerer Dauer gewesen.

Wir merken also: Ein gütiger Friede, hält unter normalen Umständen länger als ein Friede durch Gewalt, denn er schafft bessere Vorraussetzungen. Jedoch ist der Beginn eines Friedens nicht das wichtigste, sondern vielmehr sein Verlauf. Frieden ist nie stabil und dauerhaft, das kann er per Definition nicht sein. Er orientiert sich an der Situation und so situationsabhängig muss er betrachtet werden. Ein Gewaltfriede bleibt nicht Gewaltfriede. Er kann sich entwickeln, verbessern, gerecht werden. Andersherum kann ein gerechter Friede auch zum Gewaltfrieden werden. Wichtig ist eben die Veränderung, die Adaption an aktuelle Verhältnisse.

Es ist nicht einfach Frieden aufrecht zu erhalten und früher oder später muss deshalb jeder Friede einmal scheitern. Seit Jahrtausenden ist die Menschheit mit dem Krieg verbunden und sie wird es auch noch in weiteren tausend Jahren sein. Trotzdem ist es unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Zeit des Friedens so lange andauert, wie möglich, auch wenn sie immer nur die problembelastete Wartezeit auf die nächste Auseinandersetzung sein kann und wird.









Quelle:




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