Marie Curie - schulnote.de 
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Titel:

Marie Curie


  Note: 1   Klasse: 10









Arbeit: Marie Curie



1867-1934

Inhaltsangabe

Seite 2: Gliederung
Seite 3-11: Biographie
Seite 12: Anhänge

Gliederung

A)1. Maries Jugendzeit

1.1. Die Schulzeit
1.2. Das freie Jahr und die ,,Fliegende Universität"
1.3. Als Erzieherin

2. Maries Studienzeit

2.1. Die Sorbonne
2.2. Pierre Curie
2.3. Eine junge Ehe

2.4. Irène

3. Zeit der Entdeckungen

3.1. Maries größte Entdeckung
3.2. Acht Jahre harte Arbeit

3.3. Jahre der Trauer und des Erfolgs
3.4. Ehrungen

4. Pierres Tod

4.1. Eine Geburt und ein Todesfall
4.2. Maries einsames Leben

5. Maries neue Energie

5.1. Der zweite Nobelpreis und der Erste Weltkrieg
5.2. Der Frieden und eine große Reise

6. Das Ende

6.1. Die späten Jahre

6.2. Einige Krankheiten und ihr Tod

B)1. Die bedeutendsten Publikationen
2. Die bedeutendsten Ehrungen
3. Erläuterungen
4. Quellen

A) 1. Maries Jugendzeit

1.1. Die Schulzeit
Geboren wurde Marie Curie am 07.11.1867 als Marya Salomee Sklodowska in Warschau. Zusammen mit ihrem Vater Wladislaw Sklodowski, Inspektor und Professor der Physik, ihrer Mutter Bronislawa Sklodowska, geb. Boguska, und ihren vier Geschwistern wohnte sie anfangs im linken Flügel des ,,Gymnasiums für Knaben", in dem ihr Vater unterrichtete. Mit ihren Geschwistern Sophie (genannt Zosia), Josef (Jozie), Bronislawa (Bronia) und Helena (Hela) verstand sich Marya, von ihren Geschwistern auch Mania genannt, sehr gut.
Maries Mutter war die älteste Tochter eines Junkers, der sich trotz des Widerstandes seiner Eltern mit einer jungen Adligen verheiratete. Die Vorfahren von Maries Vater stammten aus dem Ort Sklody, in dem der Gutsherr seinen Pächtern das Recht zuerkannte, sein Wappen zu tragen. Der erste Intellektuelle der Familie war Maries Opa Josef, welcher studierte und dann Direktor eines Gymnasiums für Knaben in Lublin wurde.
1860 heirateten Maries Eltern, ihr Vater war zu der Zeit noch Lehrer für Mathematik und Physik an einem Gymnasium, ihre Mutter leitete ein Pensionat für Mädchen aus den besseren Familien der Stadt. Als dann Herr Sklodowski 1868 die Stelle als Direktor am Knabengymnasium annahm, gab Frau Sklodowska ihr Pensionat auf.
Seit der Geburt Maries einige Monate zuvor zeigten sich bei ihrer Mutter zunehmend Anzeichen einer Tuberkulose, die sie sich allerdings nicht anmerken ließ. Sie benutzte ihr eigenes Geschirr und küsste ihre Kinder nicht.
Mit vier Jahren begann Marie mit ihrer Schwester Lesen zu üben, da diese es alleine zu langweilig fand. Zum Erstaunen aller Anwesenden laß sie kurz darauf ihren ersten Satz fließend vor, worauf ihr ihre Eltern vorerst alle Bücher verboten, da sie Angst vor einer Frühreife hatten.
Zu dieser Zeit war Polen noch von Russland besetzt und der Direktor des Gymnasiums, auf das Marie und ihre Schwestern gingen, Herr Iwanow, vertrat die Regierung des Zaren. Ziel dieser Regierung war die Überwachung der Polen, Religionsverfolgung, Zeitungs- und Bücherverbot und die Unterdrückung der Nationalsprache. Der offizielle Unterricht wurde auf Russisch gehalten, doch die Lehrer brachten ihren Schülern heimlich einige Dinge auf Polnisch bei. Als eines Tages mal ein Warschauer Privatschuleninspektor erschien, mussten die Schüler schnell ihren polnischen Unterrichtsstoff vom Tisch nehmen und Handwerkszeug herausholen und die Lehrerin erzählte den Schülern eine russische Geschichte. Der Inspektor wollte eine Schülerin prüfen und die Lehrerin nahm Marie dran, da sie wusste, dass Marie fast als Einzige fließend russisch spricht. Als besondere Demütigung musste Marie ein russisches Gebet aufsagen und die Herrscher des russischen Zarenreiches aufzählen. Sie tat dies ohne eine Miene zu verziehen.
Dann begannen die besonders schweren Jahre für Marie. Ihre Mutter kam von einer Kur wieder, allerdings ging es ihr noch schlechter als zuvor. Sie war um Jahre gealtert und von ihrem Schicksal, der Tuberkulose, gezeichnet. Im Herbst 1873 übte Direktor Iwanow Rache an seinem Untergebenen, Wladislaw Sklodowski, da dieser ihm nicht untergeben genug war. Er setzt sein Einkommen herab und entließ ihn aus seiner Dienstwohnung. Daraufhin zogen die Sklodowskis in eine andere, größere Wohnung und der Vater nahm Pensionäre mit in die Wohnung auf. Durch Spekulationen verlor er mit einem Schlag seine gesamten Ersparnisse. Ein Pensionär erkrankte im Jahre 1876 an Typhus und steckte Maries Schwestern Zosia und Bronia an. Zosia überlebte diese Krankheit nicht. Kurz darauf starb auch noch Maries Mutter an den Folgen ihrer Tuberkulose. Durch dieses Ereignis wurde der Glaube Maries an Gott ein wenig beeinflusst, da er es so hart mit ihr gemeint hatte.
In dieser Zeit kam Marie aber auch das erste Mal mit den physikalischen Apparaten ihres Vaters in Berührung und von da an ließ sie der Zauber dieser Dinge nicht mehr los. Zudem hatte sie die Gabe, eine enorme Konzentration aufzubauen, in der sie niemand stören konnte. Da im von Russland regierten Polen zu der Zeit nur ein Hochschulzeugnis eines russischen kaiserlichen Gymnasiums zählte, wechselte Marie die Schule und schloss am 12. Juni 1883 mit Auszeichnung die Schule ab.

1.2. Das freie Jahr und die ,,Fliegende Universität"
Bevor sie sich nun für einen Beruf entschied, beschloss ihr Vater, dass sie für ein Jahr Pause macht und Ferien auf dem Land genießt. Da entdeckte sie die Natur für sich und würde auch in den nächsten Jahrzehnten immer wieder dort ihre Ruhe suchen. Bei verschiedenen Familienmitgliedern lernte sie reiten, kletterte in den Bergen oder feierte

ausgelassen. Eine besondere Feier, die während der Karnevalszeit in Polen gefeiert wird, nennt sich ,,Kulig". Die Menschen verkleiden sich und ein Schlitten fährt mit lauter Musik in ein nahegelegenes Dorf. Dort scheinen die Bewohner ganz überrascht zu sein und holen schon vorbereitete Vorräte aus den Küchen und feiern ausgelassen mit den angekommenen Gästen bis in die Morgenstunden. Danach fahren die Gastgeber zusammen mit den Gästen weiter ins nächste Dorf und veranstalten dasselbe. Dieses Erlebnis dauert meist einige Tage und Nächte.
Als Marie mit fast siebzehn Jahren wieder zu ihrem Vater zurückkehrte, gab sie zunächst Nachhilfe für verschiedene Kinder in ganz Warschau, wobei sie nicht viel verdiente. Zudem schloss sie sich einigen Positivisten an, die eine ,,Fliegende Universität" gründeten. Dort wurden geheime Kurse für Anatomie, Naturgeschichte und Soziologie auf Polnisch gegeben.

1.3. Als Erzieherin
Kurze Zeit später machte sich Marie ernsthaft Sorgen über die Zukunft ihrer Schwester Bronia. Josef wurde Arzt und Hela konnte sich noch nicht zwischen einem Lehrberuf und einer Gesangeskarriere entscheiden, doch Bronia wollte gerne in Paris Medizin studieren. Sie hatte zwar einige Ersparnisse, aber für einen Aufenthalt im Ausland reichte es noch nicht. Und so entschied sich Marie dazu, ihrer Schwester zu helfen. Marie trug Bronia ihre Idee vor, dass sie für einige Jahre eine Erzieherinnenstelle in einer Familie annimmt und so ihre Schwester finanziell unterstützt. Am Anfang noch nicht so begeistert, nahm Bronia dieses Angebot letztendlich jedoch an und reiste kurz darauf nach Paris.
An einem Septembermorgen des Jahres 1885 stellte sich Marie in einem Stellenvermittlungsbüro vor und fragte nach einer Stelle als Erzieherin. Ihre Personalien und die sehr guten Referenzen wurden aufgenommen und schon bald erhielt sie eine Stelle in der Familie eines reichen Rechtsanwalts, mit der sie allerdings keine gute Beziehung aufbauen konnte. Dort bliebt Marie auch nur einige Wochen und im Januar 1886 nahm sie dann eine Stelle als Erzieherin bei der Familie Zorowski an. Mit der achtzehnjährigen Tochter Bronka schloss sie schnell Freundschaft und die zehnjährige Andzia war ihre Schülerin. Marie hatte sehr viel zu tun, doch sie verdiente auch gutes Geld in dieser Familie. Zusammen mit Bronka entwickelte sie die Idee, den anderen Kindern des Dorfes, allesamt Analphabeten, die Schönheit der polnischen Sprache und Geschichte näherzubringen. Die Anzahl ihrer Schüler stieg schon bald auf achtzehn und Maries Tagesprogramm wurde immer enger und nur noch am Abend hatte sie Zeit, sich ihrer Leidenschaft, dem Lesen mathematischer und physikalischer Bücher in verschiedene Sprachen, zu widmen.
Als dann in den Ferien der älteste Sohn des Hauses, Kazimierz, aus Warschau nach Hause kam, verliebte er sich sofort in die fleißige Gouvernante und auch Marie war ihm nicht abgeneigt. Doch seine Eltern waren strikt gegen eine geplante Ehe der beiden, schließlich heiratet man keine Gouvernante! Nach drei Jahren harter Arbeit kam dann doch langsam Besserung in Maries Leben. Ihr Vater nahm 1888 eine undankbare Stelle als Leiter einer Erziehungsanstalt für Kinder in der Nähe von Warschau an, verdiente dort jedoch sehr gut und nun konnte auch er Bronia etwas für ihr Studium schicken. Bronia bat daraufhin Marie sofort, ihr kein Geld mehr zu schicken.
Nach drei Jahren bei Familie Zorowski war ihre Arbeit dort getan und sie wechselte für ein letztes Erzieherinnenjahr zu der reichen Familie F. Schließlich bekam Marie im März 1890 einen Brief von ihrer Schwester Bronia, in dem diese ihr ihre bevorstehende Verlobung mit einem Doktor bekannt gab und Marie die Chance eröffnete, dass sie mit ein wenig Geld bald zu ihnen nach Paris kommen kann um zu studieren. Doch Marie besaß noch zu wenig Geld und sie entschieden gemeinsam, dass Marie noch ein weiteres Jahr bei ihrem Vater in Warschau bleiben und erst dann nach Paris reisen sollte. In Warschau betrat Marie dann auch das erste Mal in ihrem Leben ein Laboratorium, welches zur Tarnung den Namen ,,Museum für Industrie und Landwirtschaft" trug und eigentlich zu der fliegenden Universität gehörte. Im Oktober des Jahres 1891 startete Marie dann endlich ihre Reise nach Paris, um ihren langersehnten Traum vom Studium wahrzumachen.

1. Maries Studienzeit

2.1. Die Sorbonne¹
Nachdem sich Marie bei ihrer Schwester und deren Verlobten Kasimir Dluski im Stadtteil La Villette einquartiert hatte, trug sie sich in verschiedene Vorlesungen in der naturwissenschaftlichen Fakultät der Sorbonne ein. Da in Paris jedoch niemand ihren eigentlichen Namen Marya Sklodowska aussprechen konnte, wurde sie kurzerhand in Marie Sklodowska umbenannt und behielt auch dann noch eine gewisse Anonymität, da sie sehr ruhig war. Bei den ersten Vorlesungen die sie besuchte und bei denen sie stets in der ersten Reihe saß, merkte sie jedoch schnell, dass ihr Französisch kaum ausreicht um den Professoren zu folgen. Ebenfalls entdeckte Marie Lücken in ihrer Bildung in den Bereichen Mathematik und Physik und ihr wurde bewusst, wie hart sie noch arbeiten muss um das Lizentiat² zu erreichen.
In der Zeit, in der Marie bei Bronia und Kasimir wohnte, lernte sie einige neue Leute kennen, wie den späteren Präsidenten des befreiten Polen Ignaz Paderewski und den Herren Wojciechowski, den späteren Präsidenten der Polnischen Republik. Jedoch störte es Marie mit der Zeit, dass bei den Dluskis immer so viel los war, zudem war es zu teuer und zu weit weg. Sie beschloß daraufhin in das Quartier Latin³ zu ziehen und lebte von da an von 40 Rubel_ im Monat. In einer kleinen Wohnung lebte sie ausschließlich von Wasser und Brot und als ihr diese Wohnung auch noch zu teuer wurde, zog sie in eine Mansardenwohnung ohne Wasser, Strom und Heizung. Marie arbeitete stets bis tief in die Nacht bis ihr das alles zuviel wurde und sie eines Abends ohnmächtig zusammenbrach. Nach einigen Tagen strenger Pflege bei Bronia kehrte sie wieder in ihre Wohnung zurück und arbeitete genauso hart weiter.
1893 schaffte sie das physikalische Lizentiat als Erste, das mathematische Lizentiat schloß sie 1894 als Zweite ab. Nach diesen Erfolgen kehrte sie zunächst nach Polen zurück und Marie rechnete auch nicht mit einer Rückkehr nach Frankreich, da ihr das nötige Geld fehlte. Eine enge Freundin aus der Sorbonne war jedoch von Maries Talent überzeugt und verschaffte ihr das Alexandrowitsch-Stipendium, das mit 600 Rubel dotiert war, welche Marie einige Jahre später als einzige auf den Rubel genau zurückzahlte, da sie es sonst zu unanständig fand.
Trotz dieser Armut in der Marie lebte, war es die glücklichste Zeit ihres Lebens. Das erste Mal in ihrem Leben war sie frei und unabhängig.

2.2. Pierre Curie
Zu Beginn des Jahres 1894 lernte die damals 26-jährige Marie Sklodowska den neun Jahre älteren Pierre Curie kennen. Beide waren der Wissenschaft verfallen und glauben eigentlich nicht mehr an die große Liebe. Auch als sich die beiden durch Professor Josef Kowalski, den Mann einer Bekannten Maries, kennenlernten, entwickelte sich erst über die Monate hinweg eine mehr als platonische Beziehung.
Pierre Curie war ein genialer französischer Wissenschaftler, der allerdings nur bei ausländischen Kollegen hoch geschätzt wurde. In Frankreich war er so gut wie unbekannt. Er wurde am 15. Mai 1895 als Sohn eines Arztes in Paris geboren und durch die Erziehung eines Privatlehrer schaffte er schon mit sechzehn das Abitur und mit achtzehn das Lizentiat. Zusammen mit seinem Bruder Jacques entdeckte er die Piezoelektrizität_. 1883 mussten sich die Brüder trennen und Pierre wurde Leiter der Arbeiten an der Schule für Physik und Chemie der Stadt Paris. Obwohl seine Schüler viel Zeit in Anspruch nahmen, widmete sich Pierre weiterhin seinen Experimenten und er erfand eine Präzisionswaage, die ,,Curie-Waage", und bei seinen Versuchen über den Magnetismus erstellt er das Gesetz Curie6.
Nach und nach trafen sich Marie und Pierre öfter, mal bei Freunden, mal im Laboratorium und schließlich auch bei Marie zu Hause. Die Freundschaft wurde immer inniger und der Respekt füreinander stieg. Sie sprachen über ihre physikalischen Arbeiten und Ergebnisse und dann sprach Pierre auch mehrfach von einer Heirat. Doch für Marie war das zu endgültig. Einen Franzosen heiraten, sich von ihrer Familie trennen und Polen aufgeben? Das erschien ihr wie ein Verrat. Über die Ferien fuhr sie wieder zurück nach Polen und sie besuchte ihren Vater in der Schweiz. Pierre jedoch wollte um Marie kämpfen und schrieb ihr so oft es ging Briefe, auch damit sie nach den Ferien wieder nach Paris zurückkehrt. Dies
tat sie nach langen Überlegungen auch und wohnte von da an wieder bei ihrer Schwester und ihrem Verlobten. Als Pierre erfährt, dass Marie auch mit Bronia über ihn gesprochen
hat, versucht er, Bronia zu beeinflussen, dass sie nochmal mit Marie über eine Hochzeit reden soll. Am 26. Juli 1895 verkündeten die beiden dann endlich ihre Hochzeit. Die Hochzeitsreise unternahmen sie mit ihren neuen Fahrrädern, die ein Bekannter ihnen geschenkt hatte, auf den Straßen der Île de France_.

2.3. Eine junge Ehe
Im Oktober zogen die beiden in eine gemeinsame Drei-Zimmer-Wohnung mit Ausblick auf die Bäume eines großen Gartens. Doch von nun an wurde Maries Leben noch anstrengender. Neben ihrer Arbeit im Laboratorium und in der Schule musste sie auch noch die Tätigkeiten einer Hausfrau ausüben. Das Kochen hatte sie zwischenzeitlich von Bronia gelernt und bereitete nun schnelle, bekömmliche Mahlzeiten für Pierre zu. Nach dieser ganzen Arbeit vertieften sich Pierre und Marie in ihre wissenschaftlichen Arbeiten, welche bis tief in die Nacht andauerten.
Am Ende dieses Studienjahres, in dem Marie mal wieder als Erste aus den Prüfungen hervorging, fuhren die Curies mit ihren Fahrrädern auf Forschungsreise in die Auvergne_.
Im zweiten Jahr der Ehe wurde Marie schwanger. Es war ein Wunschkind, doch Marie hatte nicht mit den gesundheitlichen Beschwerden gerechnet, die ihre Arbeiten sehr stark beeinflussten. Im Juli 1897 trennten sich Marie und Pierre das erste Mal seitdem sie verheiratet waren. Marie verbrachte mit ihrem Vater den Sommer auf dem Lande, wohin Pierre ihr nach seinem Jahresabschluss folgen wird. Noch im achten Monat fährt Marie mit ihrem Mann lange Etappen mit dem Fahrrad.

2.4. Irène
Zur Entbindung musste Marie dann doch wieder nach Paris fahren und am 12. September 1897 gebar sie eine gesunde Tochter - Irène Curie. Nach dieser Geburt trug Marie in ihr Ausgabenbuch, das sie strikt führte, ein: ,,Champagner 3 Francs, Telegramm 1.10 Franc, Apotheke und Pflegerin 71.50 Francs" und sie war so verärgert über diesen Betrag, dass sie ihn zweimal dick unterstrich. Nun mussten sich die Curies auch eine Amme nehmen, da Marie beschloss, ihre Mutterschaft und den Beruf unter einen Hut zu bringen. Oft gingen die Amme, Marie und Irène spazieren, da das Wetter noch sehr warm und sonnig war.
Drei Monate nach der Geburt Irènes erschien das Resultat von Maries ersten Forschungen über den Magnetismus. Doch die Arbeit griff zusehends ihre Gesundheit an. Nach der Schwangerschaft vermuteten Kasimir Dluski und der Hausarzt der Curies, dass Maries linker Lungenflügel angegriffen sei. Doch Marie wollte sich nicht untersuchen lassen.
Doktor Curie, dessen Frau kurz nach Irènes Geburt starb, zog kurz darauf zu Pierre und Marie und kümmerte sich leidenschaftlich um die kleine Tochter. Er wurde ihr Erzieher und später auch ihr bester Freund.

2. Zeit der Entdeckungen

3.1. Maries größte Entdeckung
Nachdem Marie am Ende des Jahres 1897 neben dem Haushalt auch Lizentiate und einen Aufsatz über den Magnetismus des gehärteten Stahls vollendete, war der nächste Schritt für sie das Doktorat. Zusammen mit Pierre überlegte sie lange, über welches interessante und noch unerschlossene Thema sie schreiben könnte und schließlich stießen sie auf die Becquerel-Strahlen. Nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen hatte Henri Becquerel9 entdeckt, dass Uransalze ohne vorherige Sonneneinstrahlung Strahlen unbekannter Art aussenden können. Jedoch war es noch ungeklärt, wo der Ursprung dieser Strahlen liegt. Marie und Pierre waren sich einig, dass dies ein hervorragendes Thema für Maries Doktorat sein könnte, besonders, da dieses Gebiet noch Neuland war und die übrigen europäischen Laboratorien noch nichts davon wussten.
Doch wo sollte Marie diese Arbeiten erledigen? Pierre setzte sich bei dem Direktor der Schule ein und bekam für Marie ein Atelier im Erdgeschoss, wo allerdings die Messapparate der Feuchtigkeit und der Kälte ausgesetzt waren. Doch für Marie war auch das kein
Hindernis. Mit aller Sorgfältigkeit führte sie eine Reihe von Versuchen durch und nach einiger Zeit stellte sie sich die Frage, ob nicht auch von anderen Elementen der Chemie
diese Strahlen ausgesandt werden können. Daraufhin untersuchte Marie alle bekannten chemischen Stoffe und entdeckte auch in anderen Stoffen diese Strahlen. Sie schlug den Namen ,,Radioaktivität" vor und alle Stoffe, die diese Strahlen aussenden, werden von da an radioaktive Elemente genannt.
Nachdem sie dann diese chemischen Elemente untersucht hatte, wendete sie sich der Mineraliensammlung der Schule für Physik zu und fand heraus, dass in den aktiven Mineralien, also die, die radioaktive Stoffe enthalten, die Radioaktivität viel größer war, als von der Quantität aus zu vermuten wäre. Marie schloss daraus, dass die Mineralien eine sehr kleine, sehr viele stärkere radioaktive Substanz erhalten müssen. Jedoch hatte sie alle chemischen Elemente untersucht. Es musste einen neuen Stoff geben.

3.2. Acht Jahre harte Arbeit
Im Mai oder Juni 1898 begann dann die Zusammenarbeit zwischen Marie und Pierre Curie, die mehr als acht Jahre andauerte. Zusammen suchten sie eine hochaktive Substanz, die nach ihren Berechnungen etwa im Verhältnis 1:100 in der Pechblende (Uranoxyd) vorkommen muss. Hätten sie diesen Versuch angefangen, wenn sie gewusst hätten, dass diese Substanz, wie sich später herausstellte, nicht einmal im Verhältnis 1:1.000.000 enthalten ist?
Das Ehepaar begann mit dem Trennen sämtlicher Stoffe, die in der Pechblende enthalten sind und letztendlich hatten sie zwei Stoffe über, die besonders radioaktiv waren. Den Einen nannte Marie nach ihrem Heimatland Polen ,,Polonium".
In den anstehenden Sommerferien, die Marie und Pierre wie immer auf dem Lande verbrachten, eröffneten die Dluskis ihnen, dass sie zurück nach Polen fahren werden um dort in Zakopane ein Sanatorium für Tuberkulosekranke aufzumachen. Zum ersten Mal fühlte sich Marie in Frankreich wie in einem Exil. Doch ihre Tochter Irène machte nun langsam Fortschritte, sie bekam ihre ersten Zähne. Im Oktober trug Marie in ein graues Schulheft ein, dass Irène schon sehr gut gehen kann.
Im Dezember desselben Jahres ermittelten die Curies auch noch den anderen Stoff neben dem Polonium, den sie Radium10 nannten, welcher sich als sehr viel stärker erwies als das Polonium. Nun mussten sie eine riesige Menge Pechblende herbeischaffen um eine winzig kleine Menge des Radiums zu gewinnen. Durch einen Freund Pierres, der in den Bergwerken von Joachimsthal arbeitete, bekamen die beiden acht Tonnen der Abfälle von Uransalzen, die in Böhmen für die Glasverarbeitung nötig waren. Auch in den Abfällen waren Spuren des Poloniums und des Radiums enthalten und es war viel kostengünstiger als richtige Pechblende. Als Arbeitsplatz stand ihnen ein Hangar gegenüber des Ateliers zur Verfügung, der nicht einmal ein heiles Dach oder einen Holzfußboden hatte. Doch die Curies waren glücklich, nicht mit ihren Pechblende-Abfällen auf der Straße zu stehen.
Von 1898 bis 1902 arbeiteten Marie und Pierre wie besessen an ihrer Radiumgewinnung. Pierre konzentrierte sich auf die Beschreibung der Eigenschaften des Radiums während Marie im Freien die Abfälle der Pechblende in großen Behältern rührte um sie dann umzufüllen und weiter zu rühren. Doch erst 1902, nach einer anstrengenden, mit Geldsorgen überhäuften Zeit, gelang es Marie ein Dezigramm reines Radium herzustellen. Nun mussten auch die letzten Chemiker an dieses Element glauben.
Eines Nachts zeigte sich Marie und Pierre dann noch etwas Ungewöhnliches: Das Radium besitzt eigene Leuchtkraft. Es schimmert bläulich.

3.3. Jahre der Trauer und des Erfolgs
Im Mai 1902 wurde Marie nach Polen gerufen, da ihr Vater im Sterben lag. Doch als sie ankam, war schon alles zu spät. Sie blieb bis September bei ihren Geschwistern und fuhr dann wieder zurück in ihre Wohnung nach Paris. Auch das darauffolgende Jahr brachte nichts Gutes. Es begann mit einer Schwangerschaft Maries, die zu einer Fehlgeburt führte und auch Bronias zweites Kind starb innerhalb weniger Tage. Doch auch weiterhin musste Marie ihre Lehrstunden an einer Schule in Sèvres¹¹ abhalten und Pierre musste trotz einiger Rheumabeschwerden weiter unterrichten, damit sie das nötige Geld zusammenbekamen.
Jedoch wurde zu der Zeit auch eine sehr bedeutende Entdeckung gemacht: Radium kann zur Bekämpfung von Krebs sehr nützlich sein, da es kranke Zellen einfach zerstören kann.
Von nun an steigerte sich das Interesse an Radium gewaltig. 1902 bewilligte die Akademie der Wissenschaften einen Kredit von 20.000 Francs zur Bearbeitung des Radiums und 1904
hatte ein Industrieller die Idee eine Fabrik zu gründen, in der das Radium gewonnen wird. Dort bildeten Marie und Pierre Mitarbeiter aus und vertrauten ihnen die Gewinnung der kostbaren Substanz an. Schon lange vorher hatten die Curies einen wichtigen Entschluss gefasst. Sie hatten die Wahl, ob sie ,,ihr" Radium patentieren lassen und viel Geld damit verdienen oder der Wissenschaft frei zugänglich machen. Ohne zu zögern beschlossen die beiden letzteres, da nur dies dem Geiste der Wissenschaft entspreche.
Am 25. Juni 1903 konnte Marie Curie endlich ihre Doktoratsprüfung ablegen, die sie so lange hinausschieben musste. Sogar ihre Schwester Bronia kam nur für diesen Tag aus Polen und brachte ihr ein neues Kleid mit.

3.4. Ehrungen
In den nächsten Jahren folgten zahlreiche Ehrungen. Im Juni 1903 wurden die Curies zu einer sehr bedeutenden Ehrung von der Royal Institution nach London eingeladen, wo Pierre Curie einen Vortrag über das Radium hielt und eine Welle der Begeisterung auslöste. Im November erhielten die beiden die Davy-Medaille von der Londoner Royal Society. Die größte Auszeichnung allerdings wurde Marie und Pierre am 10. Dezember 1903 gerecht. Die Akademie der Wissenschaften von Stockholm ließ verkünden, dass der Nobelpreis für Physik im laufenden Jahr zur Hälfte an Henri Becquerel und zur anderen Hälfte an Marie und Pierre Curie für die Entdeckung der Radioaktivität verliehen wird. Der Preis war mit etwa 140.000 Francs dotiert. Für die Curies sehr viel Geld. Auf einen Schlag waren sie auf der ganzen Welt berühmt, doch die beiden versuchten ihrer Arbeit so gut es geht weiter nachzugehen und sich von dem Rummel nicht ablenken zu lassen.

3. Pierres Tod

4.1. Eine Geburt und ein Todesfall
Am 06. Dezember 1904 gebar Marie Curie ihr zweites Kind. Wieder war es eine Tochter und sie nannte sie Eve. Die Wochen vor der Geburt hatten an ihren Nerven gezerrt und sie war erschöpft wie nie zuvor. Bronia half ihr so gut es ging und als sie abreiste ging es Marie schon viel besser. Genau wie bei Irène machte Marie auch bei Eve genaue Notizen über die Entwicklung des Kindes. Die Ruhe, die sie nach der Schwangerschaft einhalten musste, beruhigte sie wieder und sie verfolgte mit Leidenschaft die Ereignisse in ihrem Heimatland. 1905 brach in Russland die Revolution aus und das unterdrückte Polen hoffte nun auf Befreiung. Die Curies hatten ein wenig mehr Zeit für sich, gingen ab und zu ins Theater und empfingen Freunde.
1905 wurde Pierre Curie dann auch endlich in seiner Heimat geehrt und in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Doch auch dann bekamen die Curies noch kein ausreichend bestücktes Laboratorium zugewiesen.
An einem regnerischen Tag, dem 19. April 1906, setzte dann ein schrecklicher Unfall der respektvollen und mit sehr viel Liebe geführten Ehe zwischen Marya Sklodowska und Pierre Curie ein jähes Ende. Gegen halb drei Uhr nachmittags verabschiedete sich Pierre von seinen Kollegen, mit denen er eine angeregte Unterhaltung über Unfälle in Laboratorien führte. Er ging über die engen Straßen und erreichte die Rue Dauphine, auf der die Fahrzeuge kaum aneinander vorbei kamen. Er versuchte sich einen Weg durch die Massen zu bahnen, ging erst auf dem Gehweg, dann auf der Straße selbst hinter einem Auto her. Mit der Plötzlichkeit eines Zerstreuten kreuzte er die Fahrbahn um auf den gegenüberliegenden Gehweg zu gelangen. Er verließ den Schutz des Fahrzeugs vor ihm und prallte mit einem entgegenkommenden Pferd einer Kutsche zusammen. Er versuchte sich in seiner Verblüffung an den Brustriemen des Pferdes festzuhalten, rutschte aber auf der nassen Fahrbahn aus und geriet unter das sich aufbäumende Pferd. Noch lebte er, fast unbeschädigt. Doch der Kutscher bemerkte seinen Unfall nicht und rollte weiter. Mit den Hinterrädern über Pierre Curie...

4.2. Maries einsames Leben
Ein Bekannter der Curies, Paul Appell, überbrachte Marie und Pierres Vater die Nachricht. Marie weinte nicht, sie wurde nicht ohnmächtig, sie fragte nur noch leise, ob er ganz und gar tot sei. Erst als ihr Schwager Jacques am Tag später kam, ließ sie ihren Tränen freien
Lauf. Von diesem Tag an legte sich ein Schleier über Marie Curie, sie war nicht mehr die glückliche Marie von früher. Sie wurde immer verschlossener gegenüber den Menschen und alles, was man zu ihr sagte, prallte ab.
Man bot Marie einige Tage später den Lehrstuhl Pierres an und zum ersten Mal in Frankreich nahm eine Frau eine Hochschulstelle an. In ihrem Tagebuch schrieb Marie ausschließlich über Pierre und wie einsam ihr Leben ohne ihn war. Sie lebte nun in einer neuen Wohnung zusammen mit ihren beiden kleinen Töchtern und Doktor Curie.
Ihre erste Vorlesung absolvierte sie gut vorbereitet und ohne eine Miene zu verziehen. Auch ihre anderen Tätigkeiten - die Erziehung ihrer Kinder, den Beruf als Universitätslehrerin, die Weiterführung der Forschungen Pierres und ihre neue Aufgabe, das Errichten eines Laboratoriums - meisterte sie gut.
1908 wurde Marie in der Sorbonne zum Titularprofessor ernannt und 1910 veröffentlichte sie ein neunhunderteinundsiebzigseitigen Text über die Radioaktivität.
Ab dem 25. Februar 1910 war Marie dann wieder allein mit der Erziehung ihrer Töchter, an diesem Tag starb auch noch ihr Schwiegervater Doktor Curie infolge einer Blutstauung in der Lunge. Ihre Töchter erzog sie sehr selbstständig. Schon mit elf Jahren durften sie alleine raus und auch schon bald darauf alleine reisen. Die beiden wurden sehr sportlich und bewegten sich viel im Freien. Marie gestattete es ihnen nicht sich zu fürchten. Nicht vor Kriegen, nicht vor Epidemien oder vor Dieben. Irène und Eve sollten die polnische Sprache erlernen, jedoch wurden sie französisch erzogen, damit sie nicht zwischen zwei Ländern stehen wie Marie einst. Sie wollte ihnen auch keine Religion vorlegen, da Marie selbst keinen Glauben mehr besaß.
Zusammen mit einigen ihrer Universitätskollegen, die auch Familienväter waren, entwickelte Marie die Idee einer Privatschule für ihre Töchter und acht weitere Kinder. Sie hatten eine einzige Stunde Unterricht pro Tag bei berühmten Lehrern. An einem Tag hatten sie Mathematik bei Professor Langevin, an einem anderen Chemie im Laboratorium der Sorbonne oder Marie Curie lehrte die Kinder Physik. Einige dieser Schüler wurden später Wissenschaftler. Nach zwei Jahren war jedoch Schluss mit dieser Art von Unterricht, da die Professoren keine Zeit mehr hatten und die Kinder sich in die offiziellen Lehrpläne einordnen mussten um ihr Abitur zu schaffen. Marie brachte Irène in einer ausgezeichneten Privatschule unter, die auch Eve später besucht hat.

4. Maries neue Energie

5.1. Der zweite Nobelpreis und der Erste Weltkrieg
Im Jahre 1911 erhielt Marie Curie ihren zweiten Nobelpreis, diesmal in Chemie für die Isolierung des Radiums. Sie ist damit die einzige Person überhaupt, die den Nobelpreis in zwei verschiedenen Kategorien erhält. Im Mai 1912 erreichte sie ein Brief aus ihrer Heimat, in dem sie gefragt wurde, ob sie ein Radium-Institut leiten möchte. Marie sah sich einem inneren Konflikt ausgesetzt, entschied sich letztendlich aber doch dafür, das Institut nur aus der Ferne zu beaufsichtigen, um, auch ihrer Gesundheit wegen, in Paris bleiben zu können.
1913 ging es ihr dann wieder besser und sie unternahm im Sommer mit ihren beiden Töchtern, Albert Einstein und dessen Sohn eine Rucksacktour durch das Engadin. Einstein und Marie Curie verband eine geistige Freundschaft und sie konnten sich stundenlang über Physik unterhalten, teils auf deutsch, teils auf französisch.
In dieser Zeit wurde auch täglich an dem neuen Radium-Institut in Paris gebaut. Marie war bei einem Teil der Bauten anwesend und suchte ganz alleine die Bepflanzung aus.
Doch dann brach im August 1914 der Erste Weltkrieg aus. Maries Kinder waren schon mit der Gouvernante im Sommerurlaub, Marie wollte nachkommen. Doch alle Wege zu ihren Kindern waren versperrt und Marie machte sich Gedanken, wie sie ihrem zweiten Vaterland dienen könne. Als Pflegerin kam sie nicht in Frage, aber sie entdeckte eine Lücke im Sanitätsdienst. Es fehlte den französischen Spitälern an Röntgenstationen. Jedoch hatte Marie die Idee einer fahrbaren Röntgenstation und setzte diese auch in die Tat um. Noch
überlegte Marie, ob sie danach zu ihren Kindern in die Bretagne fahren soll, jedoch war sie der Meinung, dass Weglaufen bedeutet, dem Gegner gefällig zu sein.
Einen Schatz musste sie allerdings vor den Deutschen bewahren und sie fuhr nach Bordeaux um das eine Gramm Radium in Sicherheit zu bringen. Im September 1914 ließ Marie ihre Töchter wieder nach Paris kommen, da die Deutschen abgezogen waren. Aber
auch dann war Marie noch in vollem Einsatz. Sie legte die Chauffeursprüfung ab um nicht mehr abhängig zu sein und sie fuhr weite Strecken über holprige Landstraßen, schlief in verschieden schlechten Unterkünften und war ohne weiteres ein Soldat des ersten Weltkriegs geworden.
Irène und Eve Curie strickten Pullover für die Soldaten und die siebzehnjährige Irène wandte sich neben den Prüfungen und Vorlesungen an der Sorbonne der Röntgenologie zu. Marie brachte ihr Preisgeld des zweiten Nobelpreises zur französischen Bank, obwohl sie wusste, dass sie dieses Geld wohl kaum wiedersehen wird.
Von 1916 bis 1918 führte sie zusammen mit Irène und Fräulein Klein, einer ausgezeichneten Gelehrten, hundertfünfzig Krankenschwestern in die Lehre der Radioaktivität ein. Ebenfalls reiste Marie in verbündete Länder von Frankreich um dort zu helfen. In einem Spital in Hoogstade¹² arbeitete sie oft zusammen mit einer Pflegerin und einem wortkargen Soldaten: Der Königin Elisabeth und dem König Albert von Belgien.
1918, als der Krieg endlich endete, feierte Marie einen doppelten Sieg. Zum Einen konnte nun alles in Frankreich wieder seinen gewohnten Gang nehmen und zum Anderen war ihr Vaterland Polen nach hundert Jahren endlich wieder frei.

5.2. Der Frieden und eine große Reise
1919 war schließlich das Laboratorium Maries fertig, in dem auch Irène nun als Gehilfin der Dozenten bei den Experimenten arbeitete. Sie hatte das Talent ihrer Eltern geerbt und für sie bestand nie ein Zweifel, auch Physikerin zu werden.
Marie verbrachte ihre Sommerferien, wie in den kommenden Jahren immer wieder, in Larcouest in der Bretagne. Dort lebte sie in einem kleinen Haus mit dürftigem Mobiliar auf einem riesengroßen Grundstück und jeden Morgen fuhr sie zusammen mit fünfzehn anderen Bewohnern dieses Dorfes, darunter Seeleute, Bauern und Universitätsprofessoren, zu einigen Inseln um dort im Meer bis zur Mittagszeit zu schwimmen.
An einem Morgen im Mai des Jahres 1920 traf sich Marie mit Mrs. William Brown Meloney, der Leiterin eines großen Magazins in Amerika. Mrs. Meloney wartete schon seit vielen Jahren auf ein Interview mit Madame Curie, doch als sie dieser blassen, schwächlichen Frau gegenüberstand, brachte sie kein Wort heraus. Mit der Zeit fasste sie jedoch Vertrauen zu Marie und fragte sie schließlich, was für einen Gegenstand sie sich denn am Ehesten wünschen würde. Marie antwortete: ,,Ich würde ein Gramm Radium brauchen um meine Forschungen fortsetzen zu können, doch kann ich es mir nicht anschaffen: Es ist zu teuer." Daraufhin beschloss Mrs. Meloney Marie zu helfen, sie organisierte eine große Spendenaktion, die ein Jahr nach ihrem Besuch zu dem erhofften Erfolg führte: Sie lud Marie und ihre Töchter nach Amerika ein, damit sie vom amerikanischen Präsidenten Harding das eine Gramm Radium in Empfang nehmen kann. Marie überlegte lange, doch dann trat sie mit vierundfünfzig Jahren diese Reise noch an, die ihr viele Eindrücke dieses Landes und die Hilfsbereitschaft der Bewohner näher brachte.

5. Das Ende

6.1. Die späten Jahre
In ihren weiteren Lebensjahren unternahm Marie viele Reisen, an denen sie nun langsam viel Freude gewann. Sie hielt Vorträge, nahm an wissenschaftlichen Kongressen und Universitätsfeiern teil, die sie nach Brasilien, Italien, Holland, England, Belgien, die Tschechoslowakei und einige andere Länder führten. In China hängt in einem alten Konfuzius-Tempel Maries Bild neben dem von Newton¹³, Buddha und denen der chinesischen Kaiser.
Am 15. Mai 1922 wurde Marie in den Völkerbundrat aufgenommen, dem unter anderem Hendrik Antoon Lorentz¹_ und Albert Einstein angehörten. Dort nahm sie das Amt der
Vizepräsidentin ein und gehörte vielen Sonderkomitees an. Das erste Mal in ihrem Leben, da sie sich vorher immer vor solchen Aufgaben gedrückt hatte.
1923 beschloss die Fondation Curie, die 1920 gegründet worden war, das fünfundzwanzigjährige Jubiläum der Entdeckung des Radiums zu feiern. Am 26. Dezember fand diese Feier im Festsaal der Sorbonne statt, zu der auch Hela, Bronia und Josef aus Warschau angereist waren.
1925 kommt es nach dreizehn Jahren endlich zur Grundsteinlegung des Radium-Instituts in Warschau, bei der Marie ein triumphaler Empfang bereitet wird. Doch auch hier fehlt ein Gramm Radium, dass Marie mit Blick in den Westen wieder aus Amerika bekommt.
Im Jahre 1926 teilte die verschlossene Irène eines Morgens ihrer Mutter und ihrer Schwester mit, dass sie sich mit dem glänzenden und ideenreichsten Mitarbeiter des Radium-Instituts verlobt hat, mit Frédéric Joliot. Das Laboratorium lief sehr gut und Marie bildete viele Schüler zu guten Wissenschaftlern aus.
1934 entdecken Irène und Frédéric Joliot die künstliche Radioaktivität und bekommen dafür ein Jahr später den Nobelpreis für Chemie.

6.2. Einige Krankheiten und ihr Tod
Marie litt seit 1920 an einem doppelseitigen Star, der ihre Sehkraft immer mehr schwächte. Sie unterzog sich 1923 einer ersten Operation, 1924 und 1930 drei weiteren. Marie brauchte immer stärkere Brillen, die sie allerdings unter einem Decknamen abholen ließ, damit sie kein Aufsehen erregte. Im Dezember 1933 stellten Röntgenaufnahmen einen Gallenstein fest, doch Marie wollte sich nicht operieren lassen und so unterzog sie sich einer strengen Diät mit viel Ruhe.
Nach einer Reise mit Bronia in den Süden Frankreichs fühlte sich Marie schlapp und müde und auch in den folgenden Wochen, in denen sie noch im Laboratorium arbeitete, ging es ihr nicht besser. Kurz darauf fügte sie sich ihrer Tochter und ließ sich in ein Krankenhaus einliefern, in dem aber nichts Konkretes festgestellt werden konnte. Schließlich wurde Marie unter einem falschen Namen in ein Sanatorium nach Sancellemoz¹_ überführt, wo sie viele intime Stunden mit ihrer Tochter Eve verbrachte, doch Marie wurde immer schwächer. Ihr Fieber stieg über vierzig Grad und die Zahl der Blutkörperchen sank sehr schnell.
Am 04. Juli 1934 fühlte sich Marie leicht benommen und mit ihren beiden Töchtern am Krankenbett starb sie mit siebenundsechzig Jahren aufgrund einer perniziösen Anämie16. Am 06. Juli nahm sie in Sceaux neben ihrem Mann ihre letzte Ruhestätte ein und ein Jahr später erschien das Buch, das Marie vor ihrem Tod noch vollendete, welches den einfachen Titel trägt: Radioaktivität.
Als eine junge Krankenschwester des Sanatoriums fragte, wer diese Frau sei, sagte ein behandelnder Arzt nur: ,,Die Namen sind nicht wichtig, nur die Menschen. Sie war die größte Frau unserer Zeit."





Wladislaw Sklodowski mit Marya, Marie mit Eve und Irène 1908
Bronia und Hela (v.l.) 1880

B) 1. Die bedeutendsten Publikationen
,,Über die chemischen Wirkungen der Radiumstrahlen." Marie und Pierre Curie 1899
,,Über das Atomgewicht des Bariums." Marie Curie 1900
,,Die neuen radioaktiven Substanzen und ihre Strahlung." Marie und Pierre Curie 1900
,,Über die radioaktiven Körper." Marie und Pierre Curie 1901
,,Über das Atomgewicht des Radiums." Marie Curie 1902
,,Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen." Marie Curie 1903

2. Die bedeutendsten Ehrungen
1903: Ehrung von der Royal Institution in London



Davy-Medaille der Londoner Royal Society
Nobelpreis (Physik) für die Entdeckung der Röntgenstrahlen, mit Pierre Curie und Henri Becquerel


1911: Nobelpreis (Chemie) für die Isolierung des Radiums

3. Erläuterungen
1 - größte und bedeutendste Universität Frankreichs in Paris
2 - aus dem Mittelalter stammender akademischer Grad (mit Lehrbefugnis)
3 - Stadtteil von Paris, mit der Sorbonne
4 - russische Währung
5 - Elektrizität, die dadurch entsteht, dass manche Kristalle (besonders Quarz, Turmalin) unter Druck elektrisch polarisiert werden, d. h., dass sich dann in ihrer Umgebung ein elektrisches Feld ausbildet.
6 - Dieses Gesetz besagt, dass das Verhältnis der Magnetisierung M zur magnetischen Feldstärke H paramagnetischer Stoffe16 umgekehrt proportional zur absoluten Temperatur T ist ( M:H = C17:T).
7 - historische Kernlandschaft Frankreichs mit Paris als Mittelpunkt
8 - historische Landschaft im südlichen Mittelfrankreich
9 - französischer Physiker (1852-1908)
10 - Radium ist in reinem Zustand ein weißglänzendes Schwermetall und eines der seltensten Elemente, dass man in der Pechblende als Zerfallsprodukt des Urans findet. Sein Gefrierpunkt liegt bei 700°C und sein Siedepunkt bei 1140°C. Heute verwendet man Radium zur Bekämpfung von Krebs durch die Curie-Therapie. Der heutige Weltvorrat an reinem, isoliertem Radium beträgt gerade 1kg.
11 - südwestliche Vorstadt von Paris
12 - Stadt in Belgien
13 - englischer Physiker, Mathematiker und Astronom (1643-1727)
14 - niederländischer Physiker (1853-1928)
15 - Stadt in der Schweiz
16 - gestörte Bildung der roten Blutkörperchen









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