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Titel:

Martin Luther


  Note: 1   Klasse: 8









Arbeit: Martin Luther wuchs in der Grafschaft Mansfeld auf, wo sein Vater im Kupferbergbau beschäftigt war, später sogar eine Mine sein Eigen nannte. Martin besuchte die Domschule in Magdeburg und die Lateinschule in Eisenach. In Erfurt absolvierte er von 1501 - 1505 sein Grundstudium der Grammatik, Rhetorik, Logik und Metaphysik. Nach dem Abschluss des Studiums mit der Promotion zum Magister sollte er auf Wunsch des Vaters eine juristische Laufbahn einschlagen, doch am 2. Juli 1505 kam er bei Stotternheim nahe Erfurt in ein schweres Gewitter; aus Angst, vom Blitz erschlagen zu werden, gelobte er der Heiligen Anna, der Schutzpatronin der Bergleute, Mönch zu werden.

Vierzehn Tage später trat Luther in das Kloster der Augustinereremiten in Erfurt ein. Im Februar 1507 wurde er zum Priester geweiht. Er studierte Theologie in Wittenberg und Erfurt; 1512 begann er in Wittenberg eine Lehrtätigkeit als Theologieprofessor. Luthers theologisches Interesse galt besonders der Frage nach Gottes Gerechtigkeit und der Rechtfertigung des Menschen vor Gott; die Beschäftigung damit ließ ihn die etablierten Theologie und das Wirken der Kirchenleitung der Päpste in Rom zunehmend kritisch betrachten. 1510 konnte er nach Rom reisen, dort sah er die Macht und Pracht der päpstlichen Kirchenleitung, besonders deutlich an der Baustelle des neuen Petersdoms. Durch sein intensives Studium der Theologie des Apostels Paulus und von Augustinus gewann er mehr und mehr Gewissheit, dass der biblische Begriff "Gerechtigkeit Gottes" nicht einen zornigen und strafenden, sondern den gnädigen und barmherzigen Gott meint, der den Menschen wegen seines Glaubens mit Gnade beschenkt und so rechtfertigt.
Es kam zum Konflikt Luthers mit dem Ablassprediger Tetzel, der im Auftrag des Erzbischofs von Mainz 1517 durch die ostdeutschen Lande zog und Ablässe, also Schriftstücke mit der Zusicherung der Vergebung von Sünden, gegen Geld verkaufte. Luther predigte vergeblich gegen diese Geschäftemacherei, am 31. Oktober 1517 rief er mit 95 Thesen - angeblich an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen - zu einer akademischen Disputation auf. Luther ging es darin vor allem darum, dass Gottes Wort, wie es in der Bibel bezeugt ist, allein Richtschnur aller kirchlichen Verkündigung und Bräuche sein soll; kirchliche Traditionen dürften dagegen keine verbindliche Autorität haben.
Luthers Thesen verbreiteten sich nicht zuletzt Dank des neuen Mediums Buchdruck rasch im ganzen Deutschen Reich und darüber hinaus. Papst Leo X. eröffnete im Juni 1518 gegen Luther einen Ketzerprozess, nachdem in Rom mehrere Anzeigen eingegangen waren. In den Jahren 1518 bis 1521 spitzte sich der Konflikt um Luther und seine mittlerweile zahlreich gewordenen Anhänger zu: Im Herbst 1518 wurde Luther von Kardinal Cajetan auf dem Reichstag in Augsburg verhört und zum Widerruf seiner Thesen aufgefordert, was er ablehnte; stattdessen forderte er die Einberufung eines allgemeinen Konzils zur Klärung der strittigen Fragen.

1519 brachten auch weitere Disputationen keine Annäherung. Nun verfasste Luther drei Schriften, in denen er ein grundlegendes Reformprogramm für die Kirche entwickelte: Reform des Papsttums und des kirchlichen Lebens insgesamt, so des Klosterlebens, des Zölibats, der Messe, des Ablasswesens, Reform der Sakramente mit Beschränkung auf Taufe und Abendmahl, Betonung der "Freiheit eines Christenmenschen" gegen alle Autoritäten mit dem Grundsatz: "Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan; ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan."


Einmal nahm der Mönch, der Luther immer noch war, auch an einer Jagd teil. Zwei Hasen und "einige klägliche Rebhühner" wurden erlegt. Dabei wollte Luther "ein Häschen am Leben erhalten", er wickelte das Tier in seinem Rockärmel, um es zu verstecken. Die Hunde spürten es da auf, schnappten zu, brachen dem Häschen das rechte Hinterbein und bissen ihm die Kehle durch. Luther deutete das Ereignis auf seine Weise sofort theologisch: "Nämlich so wütet der Papst und der Satan, dass er auch die geretteten Seelen umbringt, und meine Bemühungen kümmern ihn nicht."

Luthers Schriften, die sich rasch verbreiteten und womit er zahlreiche neue Anhänger gewann, zogen zunächst die Bannandrohungsbulle vom 15. Juni 1520 nach sich, die er aber gleich öffentlich verbrannte. Daraufhin wurde er am 3. Januar 1521 exkommuniziert, d. h. aus der Kirche ausgeschlossen. Doch Friedrich der Weise, Luthers Landesherr als Kurfürst von Sachsen, setzte durch, dass Luther zum Reichstag in Worms 1521, wo er vor dem jungen Kaiser Karl V. erscheinen sollte, freies Geleit erhielt. In seiner berühmten Rede vor dem Reichstag am 18. April 1521 verteidigte Luther seine Theologie: "Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift oder einen einleuchtenden Vernunftgrund überzeugt werde - denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, dass sie häufig geirrt und sich selbst widersprochen haben -, so bleibe ich an die von mir angeführten Schriftworte gebunden. Und solange mein Gewissen gefangen ist von den Worten Gottes, kann und will ich nicht widerrufen, da gegen das Gewissen zu handeln weder sicher noch lauter ist. Gott helfe mir. Amen."

Nachdem Luther nicht widerrief, wurde am 26. Mai 1521 das Wormser Edikt erlassen, womit die "Reichsacht" über Luther und seine Anhänger verhängt und die Verbrennung aller seiner Schriften angeordnet wurde. Vor der drohenden persönlichen Gefahr wurde Luther wieder von Friedrich dem Weisen gerettet, indem er ihn auf der Rückreise entführen ließ, in Schutzhaft nahm und auf die Wartburg bei Eisenach in Sicherheit brachte. Zehn Monate lang blieb Luther dort, als Junker Jörg getarnt. Er nutzte diese Zeit, um die Psalmen und das Neue Testament ins Deutsche zu übersetzen, wofür er nur zweieinhalb Monaten brauchte - zuvor gab es nur sehr unzureichende Übersetzungsversuche der Bibel. Die Erinnerung an das Erscheinen der ersten Bibelübersetzung, des "neuen Testaments deutsch", wird am 20. September begangen. Die klaren, volkstümlichen Worte - man müsse "dem Volk aufs Maul schauen", so hatte er gesagt - und zugleich die eindrückliche Tiefe seiner Übersetzung waren Weg weisend auch für die Herausbildung einer deutschen Schriftsprache, die in allen Teilen des Reiches übernommen wurde.
Öfter verließ Luther sein "Luftrevier", wie er die Wartburg einmal nannte, ging nach Eisenach und mischte sich unter das Volk. Einmal reiste er sogar für einige Tage unter strenger Geheimhaltung nach Wittenberg, um sich mit seinen Freunden zu besprechen. Weil Kaiser Karl V. in jenen Jahren an den Außengrenzen mit der Verteidigung seines Reiches beschäftigt war, und weil immer mehr Landesfürsten sich der Reformation anschlossen, konnte das Wormser Edikt gegen die "Protestanten" auch in den folgenden Jahren nicht umgesetzt werden.

Noch während Luther auf der Wartburg weilte, gingen praktische Reformen in Lehre und Leben des Gemeindelebens in Wittenberg und zahlreichen deutschen Gebieten, vor allem in den Städten des aufstrebenden Bürgertums, zügig voran. Eine konfessionelle Spaltung im deutschen Reich drohte: einige Territorien führten eine Reformation durch, andere hielten am damals sogenannten "alten Glauben" fest.

Auch innerhalb der Reformationsbewegung gab es nun aber Konflikte. Im Frühjahr 1525 ergriff Luther im Bauernkrieg Partei gegen die aufständischen Bauern, die sich bislang in ihrem Anliegen durch Luther bestärkt und ermuntert gefühlt hatten. Luther stellte sich auf die Seite der Fürsten. Nach der Niederlage der Bauernheere in der Schlacht von Frankenhausen wurde der radikale Reformator und Bauernführer == Thomas Müntzer hingerichtet, tausende Bauern wurden niedergemetzelt. Luther fühlte sich dann doch für ihren Tod verantwortlich; gleichwohl heiratete er in jener Zeit trotz des leidvollen Bürgerkrieges die frühere Nonne Katharina von Bora.

1529 veröffentlichte Luther den "Großen" und den "Kleinen Katechismus" als Grundlage für Lehre und Erziehung im Geiste der Reformation. Für den Sommer 1530 berief Kaiser Karl V. einen Reichstag nach Augsburg ein, um die religiösen Kontroversen im Reich nun endlich selbst zu regeln. Als Geächteter konnte Luther an diesem Reichstag nicht selbst teilnehmen. Sein Freund, Lehrer und Weggefährte Philipp Melanchthon versuchte, mit der "Confessio Augustana", dem "Augsburger Bekenntnis", den evangelischen Glauben vor dem Kaiser und seinen Theologen zu verteidigen; Luther hielt sich während dieser Zeit auf der Veste Coburg auf, um seinen Leuten in Augsburg als Ratgeber möglichst nahe sein zu können. Eine Einigung war auch bei diesem Reichstag nicht möglich, der Konflikt zwischen den katholischen und den evangelischen Gebieten spitzte sich weiter zu. Die folgenden Jahre wurden von Kriegsbündnissen auf beiden Seiten überschattet, doch Karl V. war wieder durch außenpolitischen Konflikten abgehalten, so dass zu Luthers Lebzeiten kein konfessioneller Krieg geführt wurde.
Luther hat während all dieser Jahre unermüdlich gearbeitet, geschrieben und gepredigt, er verfasste unzählige Schriften, Briefe und Traktate. 1534 gelang der Abschluss der Bibelübersetzung auch des Alten Testaments. Neben den politischen Auseinandersetzungen waren Luthers letzte Lebensjahre besonders von innerprotestantischen Auseinandersetzungen überschattet. Seine Attacken auf seine Gegner wurden immer heftiger, düstere Endzeiterwartungen ließen ihn gelegentlich Maß und Ziel vergessen; "ich bin der Welt müde", soll er seinem Arzt gesagt haben.
Im Winter 1546 reiste Luther nach Eisleben, um Erbstreitigkeiten der Grafen von Mansfeld zu schlichten. Nach langen quälenden Verhandlungen, während denen sich Luthers Gesundheit ständig verschlechterte, starb er in der Nacht, morgens um 3 Uhr, an Herzversagen. "Wir sind Bettler, das ist wahr ...", waren seine letzten Worte. Sein Leichnam wurde in der Schlosskirche zu Wittenberg beigesetzt.

Der Tag der Veröffentlichung von Luthers 95 Thesen wird in den Evangelischen Kirchen als "Reformationsfest" begangen, der Tag ist in einigen deutschen Bundesländern ein Feiertag.








Quelle: Internet & verschiedene Lexika




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