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Titel:

Paul Celan Ein Dröhnen


  Note: 15 Punkte (1+)   Klasse: 12









Arbeit: Paul Celan
Ein Dröhnen
(1967)

Ein Dröhnen: es ist die Wahrheit,
selbst unter die Menschen getreten,
mitten ins Metapherngestöber.

Das Gedicht „Ein Dröhnen“ stammt von Paul Celan (1920-1970), einem der bedeutensten deutschsprachigen Lyriker des vergangenen Jahrhunderts. Eine Interpretation seiner Werke war schon immer recht schwierig und führte im Laufe der Zeit zu vielen unterschiedlichen Vorgehensweisen. Während die einen sich an Celans Gedichten „wund lasen“, wie er es selbst einst empfohlen hatte, versuchten andere über Celans Lebensgeschichte Zugang zu seinen Ideen zu finden. Besonders in den 50er Jahren hatten solche Deutungen Hochkonjunktur, da sie Celans Worte in den historischen Hintergrund der Holocaustfrage setzten und so die europäischen und deutschen Schuldgefühle der damaligen Zeit zu verarbeiten versuchten. Ich selbst glaube auch, dass sein Hintergrund wichtig für die Frage nach dem Sinn seiner Werke ist. Allerdings sollte man sich bei der Interpretation nicht ausschließlich auf die Holocaustthematik beschränken. Zwar ist sie recht naheliegend, da Celans Mutter in einem rumänischen Lager inhaftiert war, doch stellt sie nur einen Bruchteil seiner Lebenserfahrungen dar. Vielmehr würde und möchte ich seine Erfahrungen im gesamten 2. Weltkrieg als Ausgangspunkt nehmen, da nur das meiner Meinung nach eine umfangreiche Deutung erlaubt. Ebenfalls werde ich mich auf die Physik beziehen, die wie viele nicht wissen, Celan ebenfalls prägte und so sicher auch Einfluss auf sein Denken und somit seine Werke hatte.

„Ein Dröhnen“ ist ein typisches Celan-Gedicht. Wie kein Zweiter versteht der Lyriker es mit zitatbesessener, detailverliebter und tiefgründiger Feder zu schreiben. In seinen Werken verbirgt sich immer mehr, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Ein Grund auch, warum ich seine Werke so sehr schätze. Aus diesem Grund und dem thematischen Zusammenhang werde ich mich im Folgenden auch auf ein weiteres Gedicht Celans beziehen.

Einmal, da hörte ich ihn, da wusch er die Welt,
ungesehen, nächtelang, wirklich;
Eins und Unendlich - vernichtet, ichten.
Licht war Rettung.
(GW II, 107).

Was will uns Celan nun mit seinem Gedicht sagen. Um das herauszufinden wollen wir einbmal am Ende beginnen. Er spricht von einem Metapherngestöber. Metaphern sind bildliche Vergleiche. Sie sprechen selten die Wahrheit, sind meist Schein und täuschen eine Klarheit vor, die sie nicht einzuhalten im Stande sind. Das liegt an ihrer starken Interpretationsabhängigkeit. Es wird nie zwei Menschen geben, die genau das gleiche sehen und empfinden wenn sie ein Bild betrachten, ein sprachliches ebenso wie ein wirkliches. Das Metapherngestöber scheint also die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Welt darzustellen. Jeder Mensch hat schließlich seine eigene Sicht der Dinge. Diese entspricht selten der Realität, ist aber, wie bereits Friedrich Nietzsche sagte, seine eigene Wahrheit. Nietzsche erklärt dies in seinem Werk „Gut und Böse“ am Beispiel der Physik. Der Philosoph argumentiert, dass es viele Theorien gäbe, die in der Wissenschaft die Welt, so wie sie ist, erklären könnten. Alle würden zu einem ähnlichen Ergebnis führen, wären jedoch grundverschieden. Auch Celan will, so denke ich darauf hinaus. Er spricht von einer Welt des Chaoses, der Illusion. Dahinein legt er sein Dröhnen, dass als wirkliche Wahrheit unter die Menschen tritt. Es ist eine Art Aufschrei, eine Einsicht, die die Menschen zusammenführt und ihnen die Wirklichkeit zeigt und sie aus ihren Träumen befreit. Träumen von einer Welt, die nicht so sein kann wie viele es sich wünschen. Überträgt man diese Überlegungen auf das andere Celan-Gedicht, das ich angeführt habe, stellt man einige überraschende Gemeinsamkeiten fest. Hier wird die Welt gewaschen. Wer das tut bleibt unwichtig, wahrscheinlich ein Gott, doch der Zweck ist ganz klar. Altes soll vernichtet werden um die Welt klarer zu machen um die wahre leuchtende Welt zu zeigen, als ein Licht der Hoffnung und Rettung. Diese Thematik so abstrakt sie erscheinen mag, lässt sich gut mit Celans vermutlichen Kriegseindrücken und seinen Gesellschaftseindrücken der 50er verbinden. Vermutlich war es seine Absicht zum einen das Verhalten der Deutschen im Krieg zu kritisieren, die sich ihre eigene Welt geschaffen hatten und von ihrer Ideologie und dem damit verbundenen Wahn immer weiter von der Realität entrückt wurden. Zum anderen will er sicher auch den Umgang mit dem Krieg und natürlich auch dem Holocaust nach 1945 ansprechen. Das „Große Verdrängen“ wie ich es bezeichnen würde. Die heimgekehrten Soldaten und auch die Männer und Frauen der Heimatfront setzten sich anfangs nicht wirklich mit ihrer Schuld und der Frage nach Recht und Unrecht auseinander. Sie flüchteten sich in ihre eigenen Welten, Welten voll von Verdrängung und Lügen. Für beide Geschichtsepochen, wenn wir sie so bezeichnen, sieht er als Lösung nur eine Rückkehr zur Realität. Eine Art „kalte Dusche“ würde ich sagen. Er meint die Menschen müssten sich mit der wirklichen Welt auseinandersetzen und lernen trotz aller Individualität ein gemeinsames Bewusstsein auszubilden. Zum einen als eine Art Realitätswahrnehmung, zum anderen sicher auch als eine Art Ethik. Verbunden damit scheint mir unbestreitbar die Vernunft, deren Rückkehr er wünscht und die eine Art von Ordnung mit sich bringen soll. Ein Konzept, dass logisch erscheint, aber nicht ganz neu ist, dachte doch bereits der große Immanuel Kant in ähnlichen Bahnen. Auslöser für einen solchen Wandel scheint für ihn eine Art Katastrophe zu sein, in der sich die Wahrheit am Ende selbst offenbart. (Zitat: [...] es ist die Wahrheit selbst [...]. Auch dies kann man getrost auf reale Ereignisse, wie den Bombenkrieg, das Kriegsende oder den später wiedererwachten Rechtsextremismus beziehen. Thematisch also höchst aktuell und sicher nicht ganz unumstritten

Celan will die Menschen wachrütteln, nicht belehrend, mit dem Vorschlaghammer wie einige seiner Zeitgenossen, sondern zartfühlend, künstlerisch. Das macht seine Botschaft manchmal unklar oder schwer verständlich, doch für die, denen sich seine Werke erschließen, ergeben sich neue und faszinierende Einsichten. Er ist ein Künstler des Wortes angeregt durch eine Zeit des Schreckens, die ihn zu einem Philosophen hat werden lassen. Für sich und andere sucht er Wege aus dem Dunkel und versucht damit zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt. Ein wirklich faszinierender, facettenreicher Mann, der uns allen ein Beispiel sein sollte, auch wenn wir ihn nie vollends verstehen werden.










Quelle:




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