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Titel:

Paul Celan Todesfuge


  Note: 15 Punkte, 1+   Klasse: 12









Arbeit: Paul Celan - Todesfuge

Die Verbindung zum Holocaust ist besonders in einem von Celans bekanntesten Gedichten, der „Todesfuge“ von 1948 erkennbar. Es lautet, wie folgt:

Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
Wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
Wir trinken und trinken
Wir schaufeln ein Grab in den Lüften, da liegt man nicht eng.
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen, der schreibt
Der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seinen Rüden herbei
Er pfeift seine Juden hervor lässt schaufeln ein Grab in der Erde
Er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz.

Schwarze Milch der Frühe, wir trinken dich nachts
Wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
Wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
Der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr anderen singet und spielt
Er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
Stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr anderen spielt weiter zum Tanz auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
Wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
Wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen

Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
Er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
Dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
Wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
Wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
Der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
Er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
Ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
Er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
Er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Dein goldenes Haar Margarete,
dein aschenes Haar Sulamith.

Ein stets wiederkehrendes Bild in Celans Werk ist die „Schwarze Milch der Frühe“. Meiner Meinung nach symbolisiert sie Tod und Elend, die die Häftlinge Tag für Tag erleben mussten und dabei in sich aufnahmen. Eben, als hätten sie sie getrunken. Der Zusatz „Frühe“ könnte sich auf einen historischen Kontext beziehen. Bedenkt man besonders die Geschichte der Juden und ihrer Diaspora, ist das einleuchtend. Seit jeher wurden die Juden verfolgt, enteignet und getötet. Zwar gab es Ende des 19. Jahrhunderts eine merkliche Entspannungsphase, doch durch den aufblühenden Faschismus, ging sie wieder verloren. Man fiel eben in frühere Verhaltensmuster zurück, die den Menschen noch allzu bekannt waren. In Zeile vier schreibt Celan von Gräbern in den Lüften, die geschaufelt werden müssen. Dieser bildliche Vergleich ist natürlich unabstreitbar ein Bezug auf die Gaskammern und Verbrennungsöfen der Konzentrationslager. Hier wurden Millionen Häftlinge ermordet und ihre Asche in alle Winde verstreut. So fanden sie in den „Lüften“ ihre letzte Ruhe. An dieser Stelle merkt man auch Celans oft starken Sarkasmus. „Da liegt man nicht eng.“ – Ein Ausspruch, der die vorrangegangene Aussage auf den ersten Blick herabzusetzen scheint, dabei aber genau das Gegenteil bewirkt, indem er eine surreale Atmosphäre schafft. Der Mann der mit dem Schlangen spielt – Celans drittes wiederkehrendes Motiv in diesem Gedicht, das eigentlich nur aus wiederkehrenden Motiven und ihren Variationen besteht, folgt im nächsten Vers. „Er wohnt im Haus.“, diese Aussage verleiht dem Mann einen Status, der ihn über alle anderen Figuren stellt. Die Schlangen, mit denen er spielt, deuten auf eine biblische Bedeutung hin. Dies scheint naheliegend, da Celan in diesem als auch in anderen Gedichten gerne religiöse Bilder verwendet. Wenn es sich also dabei wirklich um einen biblischen Bezug handelt, symbolisieren die Schlangen den Teufel. Bekannt ist uns das aus der Genesis, dem ersten Buch Mose, in dem Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben werden, nachdem sie der Teufel, in Gestalt einer Schlange, in Versuchung geführt hat. Der Mann spielt mit der Schlange. Er spielt mit dem Teufel und damit mit dem Verderben. In gewisser Weise macht ihn das selbst ein wenig zum Opfer und setzt im späteren Verlauf seine Schuld herab. Es erweckt den Eindruck der Willenlosigkeit. Dementsprechend könnte wiederum der Teufel in Gestalt der Schlange auch nur als Symbol für Hitler und den Nationalsozialismus stehen, von dem dieser Mann abhängig gemacht wurde, weil er einen Pakt mit ihnen schloss. Im nächsten Vers erfahren wir, dass der Unbekannte nach Deutschland schreibt. „Dein goldenes Haar Margarete“ könnte sich dabei auf die Person beziehen, der er schreibt. Vielleicht sind die Briefe für seine Frau oder Freundin. Das macht diesen Mann natürlich zutiefst menschlich. Vor allem, da die Formulierung auch eine gewisse Sehnsucht erkennen lässt. In Verbindung mit dem nächsten Satz verdeutlicht dies einen Kontrast im Nationalsozialismus, der immer wieder auffällt. Auf einer Seite waren die Nazis wundervolle, liebende Väter und Ehemänner, andererseits brachten sie täglich Menschen um. In vielen Biografien und Interviews mit Hinterbliebenen ist dies dokumentiert. Nachdem der Mann hier seinen Brief geschrieben hat, wohl gefühlvoll und voller Herz, geht er nach draußen ruft seine Handlanger und lässt die Gefangenen Gräber ausheben. Auch wenn dies vielleicht nicht wörtlich zu verstehen ist und er sie eher arbeiten lässt bis zum Tod, macht das keinen Unterschied. Im letzten Satz wieder ein Kontrast: „Lasst spielen zum Tanz“. Eine Lagerkapelle scheinbar, die die Arbeit musikalisch begleitet. Ein typisches surreales Motiv des Nationalsozialismus, das Celan auf eine ihn bezeichnende Weise mit in sein Gedicht einbaut. Die zweite Strophe beginnt mit einer Wiederholung einiger vorrangegangener Motive. Die Schwarze Milch und wieder der Mann mit den Schlangen, der schreibt. Nachdem er jedoch diesmal seiner Margarete geschrieben hat, tritt eine neue Figur auf: Sulamith. Der Name stammt aus dem alten Testament, dem „Hohen Lied“ Salomons, das für seinen erotischen Inhalte bekannt ist. Sulamith scheint dem Erzähler viel zu bedeuten. Trauert er um sie? Man kann es kaum deuten. Jedenfalls redet er von ihrem „aschenen Haar“. Man kann weniger davon ausgehen, dass es sich bei Sulamith um eine ältere Frau mit grauen Haaren handelt oder ihr Haupt mit der Asche aus den Verbrennungsöfen bedeckt ist. Das wäre nicht Celans Stil – Das Bild wäre zu einfach, zu eindeutig. Ich denke er will damit die Angst ausdrücken, die der Erzähler um Sulamith hat. Er sieht sie bereits sterben. Weiß um die Asche, zu der sie werden wird. Alternativ könnte dies natürlich auch bedeuten, das Sulamith bereits tot ist und der Erzähler sich an sie erinnert. Das würde außerdem den melancholischen Charakter und das Bedauern erklären, das an dieser Stelle besonders zum Tragen kommt. Das nächste neue Motiv ist wieder der Mann, der diesmal die Gefangenen mit seiner Pistole zu bedrohen scheint. Er treibt sie zum Arbeiten an und man erkennt seine blauen Augen – Ein Umstand, der noch Bedeutung erlangen wird. Die dritte Strophe variiert einige Motive aus den vorrangegangenen Strophen noch einmal. Die Zeilen scheinen wie Assoziationen und Gedankenblitze eines Menschen, der entweder geistig oder körperlich am Ende ist und im Delirium versinkt. Solche thematischen oder grammatischen Wiederholungen tauchen im ganzen Gedicht auf und bestimmen hier Celans Stil. Nicht nur wie erwähnt, benutzt er stetig wiederkehrende Motive, sondern auch Satzanfänge werden in vielen Zeilen in Form von Parallelismen wiederholt. Besonders deutlich wird dies wenn er von dem Mann mit den Schlangen oder den Gefangenen selbst spricht. Hier entsteht nebenbei ebenfalls ein er – wir Kontrast. Damit will Celan sicherlich zum wiederholten Male den Status im Lager wiedergeben. Der Mann mit den Schlangen als mächtiges Individuum, der zwar namenlos ist, aber Respekt verdient. Zum anderen die Gefangenen, die ein Kollektiv, eine homogene Masse bilden. „Wir“, das klingt niemals individuell und freiheitsfördernd. In der Strophe 4, die die Tendenz der vergangenen Strophen fortsetzt und wieder um einige Verse kürzer ist als die vorherige, finden wir ein letztes neues Motiv: Der Tod. Hier heißt es: „Er ruft, spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ Dieser Ausspruch scheint mir, der am schwersten zu interpretierende im ganzen Werk zu sein. Spricht er auf den nationalsozialistischen Totenkult an? Die Düsternis der Fackelzüge? Die Darstellung des ewigen Weltenbrandes? Verständlich wäre es, drückt doch gerade dies die Faszination des Mannes am Töten und Sterben aus und die Ehre, die er dem Tod mit der Musik verschaffen möchte. Verbunden damit eine Drohung im zweiten Vers: „Er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft.“ Will der Mann mit den Schlangen, der ja mit Sicherheit ein SS-Offizier sein soll, hier seine Ideologie und das Regime feiern, oder treibt er die Gefangenen an um unter ihnen den Eindruck einer guten Sache zu schaffen. Letzteres scheint mir unwahrscheinlich und wer sich bereits einmal mit Heinrich Himmler und seinem schwarzen Orden beschäftigt hat, wird mir dabei zustimmen. Auch hier könnte man wieder einen Bezug zur „Schwarzen Milch“ finden. Ist damit vielleicht ebenfalls die SS-Ideologie gemeint? Die Rassenideologie? Die Gefangenen bekommen sie Tag für Tag zu spüren, nehmen sie auf und passen sich vielleicht auch an. Milch könnte hier für eine Art Muttermilch stehen, als Basis der SS und des Regimes. Die letzte Strophe, die nur noch von einer Nachstellung gefolgt wird, vereint wie die dritte Strophe nocheinmal die vorherigen Motive. Jedoch werden sie diesmal nicht nur in der Reihenfolge variiert sondern auch thematisch. Außerdem treten Vermischungen auf. Es scheint als wäre alles bisherige Vorbereitung gewesen, dass sich nun in den letzten Versen entlädt. „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau.“ Blaue Augen, die Idee von der Herrenrasse. Der Tod als Synonym für das deutsche Volk und für den SS-Offizier, dessen blaue Augen bereits früher erwähnt wurden. Er trifft dich mit bleierner Kugel. – Erschießungen, fraglos wieder in Verbindung mit dem SS-Offizier. Und Plötzlich der Umbruch. „Ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete.“ Ist der Offizier jetzt wieder der Privatmann, der Mensch? Doch das Elend geht weiter - Er hetzt seine Rüden auf die Gefangenen, schenkt ihnen ein Grab in der Luft. Wieder spielt er mit den Schlangen, der Versuchung, dem Teufel und dann träumt er, der Tod wäre ein Meister aus Deutschland. Besonders dieser letzte Satz, dem sich im Gedicht nocheinmal die Motive von Margarete und Sulamith anschliessen, hat eine starke Botschaft, die typisch für Celan, sehr interpretationsfähig ist. „Er träumt, der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“ Das heißt also, das dem nicht so ist. Der Tod ist kein Meister aus Deutschland, nicht ausschließlich. Denn warum sollte er es sonst nur erträumen? Dies alles zusammengenommen bringt uns zur Botschaft des ganzen Textes. Ich glaube Celan möchte hier seinen Unmut über die Kollektivschuld zum Ausdruck bringen, die immer wieder zur Sprache kommt. Er sieht den Nationalsozialismus als etwas, was die Menschen vergiftet und verführt hat. Es waren normale, einfache Menschen, die in einem anderen Leben und unter anderen Umständen anders gehandelt hätten. Ihre Individualschuld ist ihm sicher klar, doch stellt er meiner Meinung nach nicht den Nationalsozialismus mit Deutschland und den Deutschen gleich und somit auch nicht die begangenen Verbrechen. „Er träumt, der Tod ist ein Meister aus Deutschland“, doch er träumt es eben nur, weil es nicht an Deutschland liegt. Weil es vielmehr an der Welt liegen mag. Die Verbrechen die geschehen sind wurden nicht von Ariern, Deutschen, Juden oder was auch immer begangen, es waren Menschen, von Ideologie vergiftet. Und Menschen, das sind wir doch am Ende alle, oder ??? Für mich ist das eine wichtige Botschaft, der am Ende nocheinmal Ausdruck verliehen wird. „Dein goldenes Haar Margarethe dein aschenes Haar Sulamith.“ Beide Frauen sind gleich, kein Unterschied. Die eine Opfer, die andere jedoch nicht Täter. Wieder erscheint ein Celan Gedicht wie ein Aufruf: Gebt euch nicht gegenseitig die Schuld, sucht keine Sündenböcke. Bestraft zwar die Verantwortlichen, aber bevor ihr euch der Rache zuwendet, denkt lieber daran, wie ihr solchen Schrecken zukünftig vermeiden könnt. Eine Einstellung, der ich nur aus ganzem Herzen zustimmen kann.









Quelle:




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