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Titel:

Praktikumsbericht Praktikum bei Poco


  Note: wurde nicht benotet; positive Bewertung   Klasse: 12









Arbeit: Praktikum bei Poco






Praktikumsbericht

von


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Inhalt


1. Vorwort S. 3

2. Über Poco S. 4-5

3. Meine Arbeitszeiten S. 6

4. Mein Bericht S. 7- 12

5. Nachwort/Kommentar S. 13






































Vorwort

Zugegeben, die Firma Poco war nicht meine erste Wahl bei der Suche nach einem Praktikumsplatz: Da meine beruflichen Ziele im Medienbereich liegen, wollte ich dieses Praktikum ursprünglich auch in einem Betrieb dieses Sektors verbringen, also zum Beispiel bei einem Fernsehsender oder einer Werbeagentur.
Da die Plätze hier allerdings im Moment vor allem bei Studenten sehr begehrt sind, stellten sich mir hier einige Probleme in den Weg: Angesehene Fernsehsender wie beispielsweise RTL oder RTL2 vergeben zwar Praktika, doch müssen diese in der Regel eine Mindestdauer von sechs Monaten haben. Meine Anfrage nach einem zweiwöchigem Schülerpraktikum wurde hier nur belächelt.
Auch bei den ansässigen Werbeagenturen hatte ich nur wenig Glück. Von den meisten Betrieben habe ich selbst bis heute keine Antwort auf meine Bewerbung erhalten. Als ich mich nach etwa zwei Monaten bei einer der Agenturen telefonisch danach erkundigen wollte, was denn nun mit meiner Bewerbung sei, musste ich enttäuscht feststellen, dass diese angeblich versehentlich ungelesen im Papierkorb gelandet sein müsse. Na herzlichen Dank!
Auf Grund dieser Ergebnisse beschloss ich schließlich, mir doch lieber einen anderen Berufszweig für mein Schülerpraktikum zu suchen. Da ich nach dem Abitur sowieso ein längeres Praktikum im Medienbereich machen möchte, empfand ich diese Entscheidung als nicht weiter tragisch: Schließlich konnte es nicht schaden, wenn ich auch in einem anderen Berufszweig Erfahrungen sammeln würde.
Doch für welchen Zweig sollte ich mich nun Entscheiden? Der Beruf nach dem ich suchte sollte weit verbreitet, aber auch nicht zu überlaufen sein. Außerdem sollte er die Möglichkeit zu einem gewissen Karriereaufstieg bieten.
Einer der wenigen Berufe, die diese Kriterien zu meiner Zufriedenheit erfüllten, war der der Einzelhandelskauffrau: Der Einzelhandel ist schon mehr als nur weit verbreitet (schließlich kommen wir ohne nicht aus) und überlaufen ist er „dank“ der heutigen Konjunkturprobleme auch nicht. Auch die Chance auf einen Karriereaufstieg ist gegeben: Eine qualifizierte Fachkraft kann sich vom einfachen Verkäufer bis zum Geschäftsführer hoch arbeiten.
Weiterhin interessant fand ich, dass man in einem solchen Beruf sehr viel mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun hat. Ein Praktikumsplatz im Einzelhandel war daher eine tolle Möglichkeit, meinen Erfahrungshorizont und meine Menschenkenntnis zu erweitern.
Das die meine Wahl schließlich auf Poco gefallen ist liegt größten Teils daran, dass dieser Betrieb ganz in meiner Nähe ist. Da zudem mein Vater bei Poco arbeitet, hatte ich hier, was Anfahrt und Rückweg anging, die geringsten Schwierigkeiten.











Über Poco

Hier nun die wichtigsten Informationen über die Firma, bei der ich mein Praktikum gemacht habe:

Bei der Firma Poco handelt es sich um eine Kette von Einrichtungsmärkten. Die Firma wurde 1981 von Peter Pohlmann in Bergkamen gegründet und ist mittlerweile in ganz Nordrheinwestfahlen vertreten. Hinzu kommt eine Filiale in Hannover, die übrigens erst vor kurzem eröffnet wurde.






Mein Praktikum habe ich in der Filiale in Kerpen gemacht:

POCO-Einrichtungsgesellschaft Kerpen mbH & Co. KG
Boschstraße 51
50171 Kerpen
Hotline-Fax: 01805 / 99 87 78 (0,12€/min)
Call-Center: 01805 / 99 77 33 (0,12€/min)

Öffnungszeiten:
Von Montag bis Freitag: 10.00 - 19.00 Uhr
Samstag: 9.00 - 18.00 Uhr



Bei Poco findet man alles, was man zum Renovieren, Einrichten und Dekorieren braucht: In jeder Filiale findet man jeweils eine Abteilung für Wohnmöbel, Küchen, Klein- und Büromöbel, Schlaf- und Jugendmöbel, Heimtextilien, Haushaltswaren, Teppiche, Tapeten und Farben, Elektronik (z.B. Lampen), sowie eine Boutique mit allerlei nützem und unnützem Krimskrams.

Die Firma Poco verkauft ihre Waren zu Discountpreisen und ist damit innerhalb der Einrichtungsbranche eine der preisgünstigsten Firmen, die man in Deutschland finden kann. Den Kunden scheint’s zu gefallen, denn trotz kriselnder Wirtschaftslage ist Poco eine der wenigen Einrichtungsfirmen Deutschlands, denen die kriselnde Wirtschaftslage vergleichsweise wenig ausmacht. (Hierzu mehr in meinem Bericht.)

Mehr Informationen zu Poco gibt es unter www.poco.de.




Meine Arbeitszeiten


Montag: 9.30 – 10.00 Besprechung 90 min. Pause
10.00 Arbeitsbeginn
19.00 Feierabend

Dienstag: 10.00 Arbeitsbeginn 90 min. Pause
19.00 Feierabend

Mittwoch: 10.00 Arbeitsbeginn 90 min. Pause
19.00 Feierabend

Donnerstag: frei

Freitag: 10.00 Arbeitsbeginn 90 min. Pause
19.00 Feierabend

Samstag: 9.00 Arbeitsbeginn 30 min. Pause
16.00 Feierabend


Gesamtzahl an Arbeitsstunden pro Woche: 37
(43,5 Stunden minus 6,5 Stunden Pause)


Die Pausen kann sich jeder Mitarbeiter frei einteilen. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass nie zu viele Mitarbeiter gleichzeitig eine Pause einlegen, damit in jeder Abteilung immer jemand für die Kunden da ist.






















Mein Bericht


Montag 26.01.2004

Mein Praktikum begann um 9.30 Uhr mit der allwöchentlichen Besprechung. Diese findet immer Montags von 9.30 – 10.00 Uhr statt. Neben der Bekanntgabe der aktuellen Umsätze der einzelnen Abteilungen gibt es eine Art Manöverkritik, bei der sich jeder zu eventuellen Problemen äußern darf.
Im Rahmen der Besprechung wurde ich zunächst einmal den anderen Mitarbeitern vorgestellt.
Danach hieß es zuhören: Erfreulicherweise sind die Umsätze in fast allen Abteilungen gestiegen. Das liegt laut Herrn Matté, unserem Chef, daran, dass die Leute wegen der schlechten Wirtschaftslage weniger Geld haben und deshalb von teureren auf günstigere Geschäfte (also z.B. auf Poco) umsteigen.
Die Filiale in Kerpen ist übrigens umsatztechnisch gesehen die beste in ganz Nordrheinwestfahlen. Die einzige Abteilung, die ein Bisschen kränkelt ist die Badezimmerabteilung. (Also wenn man mich fragt kein Wunder: Ich wusste bis dato nicht einmal, dass Poco überhaupt so eine Abteilung hat...)
Nach der Besprechung bekam ich einen eigenen Schließfachschlüssel und eine Weste, wie sie die Mitarbeiter hier alle tragen. Dann ging es auf einen kurzen Rundgang durch die Filiale, bei dem mir die einzelnen Abteilungen und der Pausenraum gezeigt wurden.

Gegen 10.15 kam ich dann endlich in meine Abteilung: Die Heimtextilienabteilung, in der es alles zum Thema Stoff gibt (Dekostoffe, Gardienen, Kissen, Bettwäsche, Tischdecken...).
Meine erste Aufgabe bestand darin, die Gitterkisten mit den Waren darin aufzuräumen. Bei der Gelegenheit konnte ich mich gleich etwas umsehen und mir das aktuelle Angebotsblättchen zu Gemüte führen. Dieses zu kennen ist ziemlich wichtig, denn schließlich sollte man den Kunden ja bei Bedarf erklären können, wo sich ein bestimmtes Produkt befindet und was es kostet.
Ab 11.30 musste ich Gardienen auspacken und in die entsprechende Gitterbox sortieren. Keine wirklich interessante Arbeit, aber irgendjemand musste sie ja machen...
Anschließend mussten die leeren Pappkartons weggeräumt werden: Meine erste Fahrt mit dem Hubwagen stand an. Es ist gar nicht so einfach mit diesen Dingern umzugehen: Ständig muss man aufpassen, dass man nirgendwo gegen stößt und dass man überall durch die Gänge passt. Richtig hinderlich wird die Fahrt, wenn plötzlich Teppiche oder Möbel mitten auf dem Gang abgestellt werden und man den halben Weg noch mal zurück gehen muss, um in den Nebengang zu kommen.
Auf die Kunden sollte man während einer Fahrt mit dem Hubwagen immer besonders Acht geben: Es passiert nicht selten, dass auf einmal kleine Kinder durch die Gänge springen und dabei unvorsichtigerweise vor den Wagen laufen. Von alten Damen mit Gehhilfen, die partout nicht auf die Seite gehen wollen und dadurch den ganzen Verkehr aufhalten will ich jetzt erst gar nicht reden...
Wie dem auch sei, trotz aller Hindernisse bin ich tatsächlich irgendwann mit meiner Pappe draußen angekommen.
Der Müll wird bei Poco streng getrennt: Folie und Styropor kommen in extra Behälter und die Pappe kommt in eine riesige Apparatur, die sie auf Knopfdruck zusammenpresst. Ein wirklich faszinierender Anblick.
Nach meiner Rückkehr in die Abteilung habe ich mit einer Kollegin zusammen Kleinteile eingeräumt. Das war eine ziemlich lustige Puzzelei, vor allem da bei manchen Sachen niemand wirklich wusste, was es denn nun war. Kleine weiße Haken, kleinere weiße Haken und Haken, die ich vorher nicht einmal für Haken gehalten habe...Gardienen aufhängen scheint eine Wissenschaft für sich zu sein. Ich frage mich nur, wie ein Kunde damit zurecht kommen soll, wenn nicht einmal die Verkäufer wissen, wofür die ganzen Haken gut sind...Darauf konnte mir niemand so recht eine Antwort geben. Schade!

Gegen 13.00 Uhr durfte ich dann in die Pause gehen. Juhuu!

Der Weg zurück in meine Abteilung war relativ lustig: Ein älterer Herr fragte mich nach einem Schrankmodell für seine Einbauküche. Da ich natürlich keine Ahnung von Küchen habe, verwies ich ihn an einen Kollegen aus der Küchenabteilung. Da dieser jedoch gerade einen anderen Kunden hatte, blieb der Mann hartnäckig und erzählte mir alles wissenswerte über seine Küche. Da ich nun auch nicht unhöflich sein wollte, durfte ich mir das ganze eine gute halbe Stunde lang anhören, bis er mir dann endlich glaubte, dass ich aus einer anderen Abteilung war und daher keine Küchen verkaufen durfte....

Nach der Pause hieß es dann wieder Kleinteile sortieren bzw. Kleinteile mit Preisschildchen versehen. Eigentlich sollten alle Waren fertig ausgezeichnet zu uns kommen. Die Wirklichkeit sieht aber leider so aus, dass gut ein Viertel von uns per Hand mit den Schildchen beklebt werden muss.

Um 17.20 Uhr mussten wir neue Waren aus dem Lager hohlen.
Aus Sicherheitsgründen dürfen immer nur mindestens zwei Mitarbeiter ins Lager gehen. Manchmal ist das ziemlich hinderlich, wenn z.B. gerade zwei Leute Pause machen und daher nur zwei Angestellte in der Abteilung sind. Nur gut, dass vormittags immer jemand im Lager Dienst hat...

Bis zum Feierabend habe ich dann die neuen Waren in die Gitterboxen geräumt und hin und wieder einem Kunden geholfen.
Die Kunden in dieser Abteilung sind wie ich finde recht interessant (vor allem jetzt zum Winterschlussverkauf): Die eine Hälfte spricht so gut wie kein Deutsch und von dem Rest sind scheinbar nur die Wenigsten in der Lage, ein Din A3 Preisschild zu lesen. Türkischkenntnisse wären hier oft von Vorteil.














Dienstag 27.01.2004

Heute war kein sehr erfreulicher Tag. Meine Hauptaufgabe bestand wieder darin, Waren auszupacken und einzuräumen. Mal abgesehen davon, dass diese Arbeit weder spannend noch abwechslungsreich ist, kam es allerdings zu reichlich fraglichen Zwischenfällen:

Mir wurde aufgetragen, Bettwäsche in eine bestimmte Gitterbox zu sortieren. Als ich endlich damit fertig war bekam ich jedoch zu hören, dass ich alles in die falsche Box geräumt hätte und nun von vorne anfangen könnte. Was sollte das denn?? Erst sagt man mir ich soll die Sachen in diese Box räumen und wenn ich fertig bin ist es auf einmal die falsche Box??! Na herzlichen Dank! Mir blieb also nichts anderes übrig, als wieder von vorn anzufangen.

Im Anschluss durfte ich mir einen netten kleinen Vortrag darüber anhören, warum es denn so furchtbar wichtig ist, dass ausgerechnet ich die ganzen Waren einräume. Erstens sollte ich auf diese Weise lernen wo sich welche Waren befinden und zweitens (Achtung, jetzt kommt’s!) wäre ich ja sowieso nicht dazu in der Lage, an der Theke Stoff abzuschneiden. Ich frage mich bis heute wo die Schwierigkeit dabei liegt, ein Stück Stoff abzumessen und abzuschneiden, aber nach solch aufmunternden Worten hatte ich auch nicht mehr wirklich Lust nachzufragen...

Mir lieb also nichts weiter übrig, als weiter Waren einzuräumen. Diesmal waren es Gardienenstangen, die ich in einen Aufsteller füllen sollte. Dumm war nur, dass besagter Aufsteller noch voll genug war und eigentlich nichts mehr hinein passte. Das wollte man mir aber dummerweise nicht glauben: „Das passt schon!“
Nachdem ich etwa 15 min. gerätselt habe, wie ich einen vollen Aufsteller auffüllen sollte, stellte man schließlich, dass dieser Aufsteller tatsächlich voll war. Wohin aber nun mit der vollen Palette? Zurück ins Lager? Natürlich nicht, denn das wäre zu einfach gewesen. Die länglichen Kartons mussten unter das Regal. Eine ziemlich enge Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass eine ganze Palette etwa 25 von diesen Kartons umfasst. So durfte ich dann etwa eine Stunde auf den Knien hin und her rutschen und diese blöden Kartons unter dem Regal verstauen. Alles, was meiner Ansicht nach nicht passte, wurde von einer Kollegin mit brachialer Gewalt passend gemacht. Wie ich dabei an gewissen Geräuschen feststellen konnte, sind dabei mehrere Stangen durchgebrochen... Aber: „Das passt schon!“

Tja, so ist das in der Heimtextilienabteilung: Hauptsache man kann möglichst viele Waren auf möglichst kleinem Platz unterbringen. Diese Erfahrung musste ich auch mit Raffrollos machen: Meiner Meinung nach war der Aufsteller gut gefüllt. Meine Kollegin sah das anders. Schließlich war der Aufsteller so voll, dass man nur noch mit Gewalt etwas herausziehen konnte. Rein Verkaufstechnisch gesehen bin ich mir nicht sicher, ob das so vorteilhaft ist.

Auch der restliche Tag war nicht wirklich aufregend: Waren aus dem Lager hohlen, auspacken und einräumen, dann den Müll wegbringen. Mehr gab es für mich nicht zu tun.




Mittwoch 28.01.2004

Mein Tag begann im Großen und Ganzen genauso, wie der vorherige Tag aufgehört hatte: Ich holte Bettwäsche aus dem Lager und räumte sie ein. Als ich damit fertig war, sollte es Kissenhüllen weitergehen. Das Problem war nur, dass ich nicht die geringste Ahnung hatte, wo diese im Lager zu finden waren. Meine Abteilungsleiterin verwies mich an den Mitarbeiter im Lager...“Der weiß das schon.“. Dieser jedoch war weniger erfreut über meine Unwissenheit und schickte mich auf ziemlich unfreundliche Art und Weise wieder zurück.
Wieder in der Abteilung wurde ich von einer recht ungehaltenen Abteilungsleiterin erwartet, die natürlich, wie sollte es hier auch anders sein, mir die Schuld für die ganze Angelegenheit gab.
Nach den Erlebnissen des gestrigen Tages war bei mir nun endgültig der Punkt erreicht, an dem ich absolut keine Lust mehr hatte. Da räumt man den ganzen Tag allen erdenklichen Kram aus dem Lager in den Verkauf, damit die Damen in der Abteilung entlastet werden und als Dank dafür darf man sich an allen Ecken und Kanten anmeckern lassen. Also darauf konnte ich nun gut und gerne verzichten und machte mich kurzer Hand auf den Weg zum Chef.
Hier wurde mein Problem zunächst nur belächelt. Das Auspacken von Waren wäre ja nun wirklich keine schlimme Arbeit, das würden schließlich alle hier machen... Also erstens: Stimmt, es ist keine schlimme Arbeit – für einen bezahlten Aushilfsjob, aber für ein Praktikum?! Zweitens: Wenn diese Arbeit alle machen würden, dann wäre ich bestimmt nicht die einzige in meiner Abteilung, die den ganzen Tag damit beschäftigt ist. Und drittens: Wenn ich schon die Arbeit anderer mit erledige, dann sehe ich es nicht wirklich ein, dass man mich als Dank dafür auch noch anmeckert...ganz zu schweigen von den Ereignissen des gestrigen Tages.
Es folgte eine längere Diskussion über Sinn und Zweck eines Schülerpraktikums. Erst als ich schon langsam aber sicher mit dem Gedanken spielte, das Praktikum abzubrechen wurde mir schließlich offenbart, dass es natürlich kein Problem wäre, wenn ich ihn die Haushalts-Abteilung wechseln würde. Hier wären die Mitarbeiter erfahrungsgemäß freundlicher.
Das tat ich dann auch und tatsächlich: Der Abteilungsleiter, Herr Skuppin, war um einiges sympathischer.
Meine erste Aufgabe hier bestand darin, eine Verkaufswand der Firma Fackelmann ansprechend zu gestalten – auf eigene Verantwortung. Endlich mal ein Bisschen Abwechslung – das war natürlich motivierend. Ich machte mich also an die Arbeit; steckte Aufhänger, sortierte Waren von links nach rechts und wieder zurück und probierte mit der optischen Wirkung verschiedener Produkte herum, bis ich schließlich mit dem Ergebnis zufrieden war.
Auch Herr Skuppin war mit meiner Arbeit zufrieden und schickte mich mit den Worten „Das ging aber schnell!“, erst einmal in die Pause.
Nach der Pause wurde mir der „blaue Knochen“, ein Gerät zum Strichcode scannen, erklärt. Das Prinzip ist mehr als einfach: Strichcode suchen, Knöpfchen drücken und dann scannen und schon erhält man alle Informationen zu dem jeweiligen Produkt. Dieses Gerät benutzt man zum einen, wenn man den Preis einer Waren wissen will, aber auch um die Produktnummer herauszufinden, wenn man Waren einsortiert, die sich sehr ähneln.
Den Rest des Tages verbrachten wir damit Haushaltswaren einzuräumen, wobei ich direkt die verschiedenen Funktionen und Knöpfchen des Knochens testen durfte.
Die Arbeitsbedingungen waren hier übrigens um einiges entspannter.

Donnerstag 29.01.2004

Mein freier Tag 


Freitag 30.01.2004

An diesem Morgen gab es bei uns in der Abteilung nicht allzu viel für mich zu tun. Darum wurde ich kurzer Hand in die Elektronikabteilung „verliehen“, denn hier gab es einiges zum auspacken und nur einen einzigen Mitarbeiter.
Ganz geheuer war mir das nicht: Lampen sind schließlich ziemlich zerbrechlich. Trotzdem waren wir zu zweit schnell fertig.
Als nächstes wurde mir gezeigt, wie man mit dem Programm „Prestige“ für Windows die Preisschilder für die Werbung druckt (die großen, nicht die kleinen Aufkleber). Das war eine wirklich angenehme Arbeit - vor allem, weil man sich dabei mal hinsetzen kann.
Da mir diese Arbeit offensichtlich Spaß machte, wurde mir die Verantwortung für die Werbeschilder übertragen. Daher verbrachte ich den halben Tag damit Schilder zu drucken. Das waren zum einen natürlich die für die neue Werbung und zum anderen auch jene, die eigentlich schon lange vorhanden sein müssten, es aber seltsamer Weise nicht sind. Einige Kunden scheinen zwischendurch Spaß daran zu haben, die Preisschilder auf nimmer-weidersehen verschwinden zu lassen. Sehr seltsam wie ich finde, aber was soll’s: Für mich hieß das nichts anderes, als die fehlenden Schilder zu finden, zu drucken und schließlich aufzustellen.
Alles in allem war heute ein recht ruhiger Tag: Zwischen durch gab es den einen oder anderen Karton auszupacken, seltener brauchte ein Kunde meine Hilfe.
Die Kunden hier sind relativ pflegeleicht: Die meisten wissen was sie haben wollen und wie sie es benutzen müssen. In 90% aller Fälle will der Kunde einfach nur den Preis der Ware wissen – mit dem Knochen kein Problem.


Samstag 31.01.2004

Heute wurde mir gezeigt, wie man die kleinen Preisschilder druckt. Davon gibt es drei verschiedene: Zum einen gelbe Regaletiketten, dann weiße Hänge-Etiketten und schließlich die weißen Klebeschilder für die Waren. Das Drucken erfolgt mit einem speziellen EDV-Programm, in dem alle Artikelnummern gespeichert sind. Um ein Schild zu drucken gibt man nur diese Nummer und die Anzahl der gewünschten Schilder an und schon werden die Etiketten gedruckt. Das einzig komplizierte an der ganzen Sache ist die Etikettenrollen im Drucker zu wechseln: Das erfordert ein Bisschen Fingerspitzengefühl, denn wenn die Klebeschilder schief im Drucker eingelegt sind, kann es leicht passieren, dass sie sich vom Trägerpapier lösen und die Druckeröffnung verkleben.
Meine Hauptaufgabe war entsprechend: In der Abteilung nach den fehlenden Schildern suchen, jeweils die Artikelnummer aufschreiben, Schilder drucken und schließlich anbringen.
Kundentechnisch gesehen war es heute ziemlich voll. Nur gut, dass ich um 16.00 Uhr Feierabend hatte, den kurz vor Ladenschluss kommen immer viele Leute auf die Idee, noch schnell einen Großeinkauf zu machen.


Montag 02.02.2004

Der Tag begann mit der üblichen Besprechung: Die Umsätze sind wieder um 20% gestiegen.
Heute war für mich Basteltag: Manche Waren werden nicht fertig montiert angeliefert und müssen daher von den Mitarbeitern im Laden zusammengebastelt werden. So habe ich den Vormittag damit verbracht viele viele Sonnenblumen zusammenzustecken und in Vasen zu verteilen. Es folgten Aluminium-Kerzenhalter zum Aufhängen. Anschließend mussten die entsprechenden Preisschilder gedruckt und angebracht werden. Danach ging es in die Pause.
Am Nachmittag habe ich eine Palette Teelichter, das sind ungefähr 36 Kartons voll, auf einer Verkaufsfläche angeordnet, also quasi eine Pyramide daraus gebaut. Das war nicht ganz einfach, denn diese Kartons werden auf Dauer ziemlich schwer. Hinzu kam das Problem der Statik: Die Kartons sind verhältnismäßig weich, sodass es ein Bisschen kniffelig ist, sie so anzuordnen, dass das Ergebnis nicht beim nächsten Luftzug ineinander fällt. Immerhin sollten die Kunden ja nicht von einem Karton Teelichter erschlagen werden.
Des weiteren wurden mir die Abschriften erklärt: Waren die beschädigt sind oder fehlen müssen auf speziellen Formularen vermerkt werden, damit die Anzahl der vorhandenen Waren im Zentralcomputer korrigiert werden kann. Sehr merkwürdig: Drei große blau Plastikboxen wurden unter Diebstahl abgeschrieben. Ich frage mich immer noch, wie jemand es schafft, ungesehen mit diesen Dingern aus dem Laden zu spazieren...
Gegen Abend habe ich schließlich noch die Regale aufgeräumt, damit am nächsten Tag nicht so viel zu tun wäre.


Dienstag 03.02.2004 bis Mittwoch 04.02.2004

An diesen Tagen war ich wegen Grippe krank geschrieben. Wahrscheinlich ist es mir nicht allzu gut bekommen, dass ich bei Wind und Wetter nach draußen zum Lager gelaufen bin und dabei keine Jacke anhatte, weil wir ja während der Arbeit die rote Weste tragen müssen...


Donnerstag 05.01.2004

Mein freier Tag 


Freitag 06.02.2004

Heute ist absolut nichts aufregendes passiert: Der Tag begann wie der Montag mit Blumen, ging mit Preisschildern weiter und endete mit dem Auspacken von Bilderrahmen. Interessant: Alle erdenklichen Waren werden einzeln verpackt und am besten doppelt und dreifach gesichter und verschweißt angeliefert...nur riesige Bilderrahmen, die bei einer falschen Bewegung ziemlich leicht kaputt gehen können, werden einfach in einen Karton geworfen (ich schreibe bewusst nicht sortiert).





Samstag 07.02.2004

An diesem, meinem letzten Tag bei Poco ging es noch mal richtig zur Sache: Das Regal mit den Kerzen musste komplett ausgeräumt werden, damit wir ein zusätzliches Brett einlegen konnten. Anschließend musste natürlich alles, inklusive der neuen Lieferung wieder einsortiert werden. Da die Kerzen nun ganz anders angeordnet waren als zuvor, mussten zu guter letzt auch noch alle Preisschilder erneuert und sortiert werden. Obwohl wir uns ziemlich beeilt haben, waren wir erst kurz vor Feierabend komplett fertig. Das lag wahrscheinlich daran, dass wir unsere Arbeit zwischenzeitlich immer wieder unterbrechen mussten, weil alle paar Minuten ein Kunde versuchen musste, sich mit einem Einkaufswagen durch den durch uns und die Kerzen ohnehin schon überfüllten Gang zu quetschen.
































Nachwort/Kommentar

Ich bin mir nicht sicher, ob ich nun tatsächlich einen repräsentativen Eindruck vom Beruf des Einzelhandelskaufmannes bzw. der Einzelhandelskauffrau bekommen habe: Die Arbeit in den Möbelabteilungen unterscheidet sich ,wie ich finde, doch erheblich von der in meinen Abteilungen. Hier hat man viel mehr direkten Kontakt zu den Kunden und außerdem einen ganz anderen Einblick in die theoretischen Aspekte des Verkaufs (z.B. wenn man die Formulare für einen abgewickelten Handel schreibt).

Die Mitarbeiter bei Poco sind sehr unterschiedlich: Einige sind wirklich sehr nett und umgänglich, andere würde man am liebsten auf den Mond schießen – eigentlich so wie immer im Leben.
Was mir bei Poco allerdings aufgefallen ist, ist dass es hier einige recht unangenehme Spannungen zwischen den Mitarbeitern gibt. Da kann es schon mal passieren, dass der eine was ganz anderes tut, als er eigentlich sollte, weil der Abteilungsleiter seiner Meinung nach inkompetent ist. Kurze Zeit später mischt sich ein Dritter ein und hetzt einen Vierten gegen den Ersten auf... Kurz: Am Ende versteht keiner so genau, worum es eigentlich ging, aber alle haben im Pausenraum kräftig was zu lästern.

Erfahrungsmäßig hat mir dieses Praktikum nicht allzu viel, aber immerhin ein Bisschen gebracht: Zum einen kann ich jetzt besser verstehen, wieso mein Vater nach der Arbeit ständig schlecht gelaunt ist, zum anderen ist meine Menschenkenntnis durch die Arbeit mit den Kunden etwas gewachsen. Wahrscheinlich werde ich die meiner Meinung nach ziemlich anstrengende Tätigkeit eines Verkäufers von jetzt an etwas mehr würdigen.

Ehrlich gesagt bin ich ziemlich froh, dass mein Praktikum bei Poco endlich vorbei ist. Die Arbeit hier ist zwar körperlich gesehen oft anstrengend aber auf geistiger Ebene ziemlich langweilig. Als ich am Ende eines vergangenen Arbeitstages gegen 20.00 Uhr endlich zu Hause ankam, war ich stets froh, wenn ich total geschafft in mein Bett fallen konnte. Meine Laune war dann in der Regel an einem absoluten Nullpunkt angekommen. Meinen späteren Beruf stell ich mir da doch anders vor...
Insgesamt hat mich dieses Praktikum in keinster Weise dazu animiert, später einmal im Einzelhandel zu arbeiten. Im Gegenteil: Ich bin hochmotiviert bessere Noten zu schreiben und später zu studieren, damit ich hoffentlich niemals Hauptberuflich bei Poco lande. Kein Wunder, dass die Auszubildenden im Einzelhandel immer weniger werden...











Quelle:




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Praktikumsbericht Praktikum bei Poco



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