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Titel:

Russland


  Note: 2   Klasse: 9









Arbeit: Die Zaren
Während der Zeit des Imperialismus herrschten in Russland Zaren. Alexander III (1881-94) regierte streng autokratisch und begünstigte den großrussischen Imperialismus.
Autokratie (griechisch Selbstherrschaft) ist eine Staatsform in welcher der Herrscher (Autokrat) seine Herrschaft unabhängig von der Zustimmung der Beherrschten verteidigt und ausgeübt. In diesem Fall war es eine monarchische Autokratie, wobei sie auch cäsarisch, scheindemokratischer Zustimmung oder diktatorisch sein.
Nach Alexander III wurde Nikolaj II 1894 Zar. Sein Sohn Alexej, der an der Blutkrankheit litt, wurde angeblich von Grigorij J. Rasputin geheilt und dieser erhielt durch Hypnose immer mehr Einfluss am Hof des Zaren. In politischen Fragen wurde Nikolaj II häufig von Rasputin oder seiner hysterischen Frau Alexandra von Hessen-Darmstadt beeinflusst.

Die Revolution von 1905
Anlass und Ausbruch:
Niederlage im russisch-japanischen Krieg führte zur allgemeiner Unzufriedenheit mit der Regierung; Scheitern des Versuches die innenpolitischen Probleme durch Außenpolitik zu beseitigen
®Versorgungsschwierigkeiten in den Städten und Arbeiterstreiks


Am Blutsonntag, dem 22.Januar 1905, wurden friedliche Demonstranten vor dem Winterpalais in St.Petersburg, die von Gapon angeführt wurden, blutig vom Militär niedergeschlagen und 1000 getötet, dieser Tag war ein Signal für die Revolution.

Träger und Verlauf:
- alle Gruppen der Bevölkerung, mit verschieden weit gehenden politischen und sozialen Zielen
- spontane Wahl von Vertretern in großen Städten (Sowjets = Räte)
- sozialistische Parteien versuchten, die Räte unter ihren Einfluss zu bringen
- im Herbst 1905 Ausweitung zu Generalstreik
- unter Druck versprach Nikolaj II Rede-, Presse-, und Versammlungsfreiheit und eine Volksvertretung, die Duma, aus allgemeinen Wahlen
- der Moskauer Sowjet (Rat) rief zu bewaffnetem Aufstand auf
- Zarentreue und Garderegiment schlugen den Aufstand nieder ® die Regierung löste die Sowjets auf
- Duma trat zusammen, hatte aber praktisch keine Rechte
- politische Opposition wurde weiterhin unterdrückt und Streiks verboten

Gründe für das Scheitern:
- Uneinheitlichkeit der Träger
- taktisches Geschick der Regierung durch hinhaltende Versprechen
- Loyalität des größten Teils der Armee, der Bürokratie, der Mehrheit des Landesadels und der führenden Geschäfts- und Finanzleute

Ergebnis: Scheinverfassung und Volksvertretung ohne Macht

Lenin und die Sozialdemokraten
Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, war ein russischer Revolutionär und Politiker und Begründer der Sowjetunion. Aufgrund seines Werkes „Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung“ (1902) wurde die russische Sozialdemokratie gespalten. Durch zufällige Abstimmung auf dem 2. Parteikongress 1903 in Brüssel und London nannten sich die Anhänger Lenins „Bolschewiki“ (von russ. Mehrheit), die zahlenmäßig an sich weit stärkere Gruppe „Menscheniki“ (von russ. Minderheit). 1912 trennten sich die beiden Gruppen entgültig. Die Menscheniki waren als Marxisten zunächst für eine bürgerliche und erst nach einer längeren Übergangsphase für eine sozialistische Revolution ( Diktatur des Proletariats und Vergesellschaftung der Produktionsmittel Þ Kommunismus).
Mitgliederzahl der Bolschewiken Partei 1914: höchstens 25000 ( die Zahl der Mitglieder sank später noch)

Klassentheorie des Marxismus
Der Kapitalismus beruht darauf, das die Arbeitgeber das Kapital, also die Produktionsmittel, Fabriken, usw., besitzt und den Arbeitnehmer arbeitet um für den Arbeitgeber Profit zu erwirtschaften und wird dafür entlohnt. Laut Karl Marx ist der Kapitalismus ein System, dass die Lohnarbeiter, das Proletariat, ausbeutet und ihre Verelendung bewirkt. Nur der Klassenkampf könne ihre Ausbeutung beenden. Dieser Klassenkampf führe zur Revolution und ende mit dem Sieg des Proletariats (Diktatur des Proletariats).

Die Duma
Die Reichsduma war von 1905-17 die russische Volksvertretung und trat erstmals am 10.5.1906 zusammen, nachdem Sergej Witte die Antwort von Nikolaj II zum Oktobermanifest ausgearbeitet hatte welches die Einführung der Duma sowie bürgerliche Grundrechte erlaubte. Wegen ihrer radikalen Haltung am 21.7. aufgelöst , die 2.Duma tagte vom 5.3. bis 16.6.1907, die 3. Duma (nach einem die besitzenden Klassen bevorzugenden Wahlgesetz gewählte) vom 14.11.1907 bis 22.6. 1912.
Aus der 4. Duma (28.11.1912- 11.3.1917) ging die provisorische Regierung hervor


Bei der Wahl für die Duma gab es folgenden Zensus:
1 Wahlmann auf....
- 230 Gutsbesitzer
- 1000 reiche Bürger
- 15000 Kleinbürger
- 60000 Bauern
- 125000 Arbeiter

Frauen, Soldaten und Matrosen hatten kein Wahlrecht.
Der Zahl hatte die Macht die Duma jederzeit auflösen und hatte ein Vetorecht gegen ihre Entscheidungen. Zwei Drittel der Staatsausgaben (Heer, Marine, Kaiserlicher Hof) waren nicht unter Kontrolle der Duma.
Es gab keine Presse-, Versammlungs- und Koalitionsfreiheit, trotz Versprechen und Parteien waren zwar seit 1905 zugelassen, wurden aber in ihrer Tätigkeit behindert und unterdrückt, wenn sie der Regierung kritisch gegenüberstanden.

Zur Lage der Landwirtschaft im Zarenreich
1905 erwirtschafteten 66% aller Bauern weniger als den eigenen Bedarf , nur 10% erzielten einen Überschuss. Zum größten Teil arbeiteten die Bauern noch mit hölzernen Geräten. Etwa 30% der Höfe verfügte über gar keine Geräte und kein Vieh. Die Bauern erzielten nur etwa ein Drittel der in Westeuropa üblichen Beträge. Eine Dauerkrise entlud sich in wiederkehrenden Katastrophen und Hungerepidemien.

Eine Maßnahme um die innenpolitischen Probleme zu bekämpfen war, die Leibeigenschaftsabschaffung 1861, denn die Leibeigenschaft würde die Mobilität und die wirtschaftliche Leistungskraft der Bauern lähmen. Dieser Plan hatte auch Nachteile:
- Existenzangst machte sich unter den Bauern breit
- man erwartete Arbeitslose, völlige Verarmung und Obdachlosigkeit
Nur die zivilrechtlichen, aber nicht die wirtschaftlichen Probleme wurden dadurch gelöst.

Seit 1906 hielt Stolypin den Posten als Innenminister und Ministerpräsident inne. Er zerschlug durch seine Agrarreform das Dorfgemeinden( Mir)-System und schuf eine konservative, reichere Bauernschicht, die Kulaken. Am 14. September 1911 wurde er nach mehreren fehlgeschlagenen Attentaten von einem Sozialrevolutionär in Kiew schwer verletzt und starb 4 Tage später.




Die Industrie
In Russland war der zweite Wirtschaftszweig neben der Agrarwirtschaft die Industrie, vor allem im Textil- und Metallbereich, welcher 1900 mit einer Überproduktionskrise konfrontiert wurde. In den Jahren von 1890- 1900 stieg die Zahl der in wenigen Zentren konzentrierten Industriearbeiter von 1,425 auf 2,375 Mio. Die Textilindustrie siedelte überwiegend um Lodz, der 2. größten Stadt Polens. 1904 wurde die „Vereinigung russischer Fabrikarbeiter von St. Petersburg“ von Gapon, der den Blutsonntag anführte, gegründet.


Russische Industrieproduktion 1913 im Vergleich zu anderen Ländern


Der Anteil des ausländischen Kapitals am Gesamtkapital aller russischen Aktiengesellschaften betrug 47%. Also wurde das russische Proletariat von anderen Ländern ausgebeutet. Die Verschuldung des Staates im Ausland erhöhte sich 1898-1914 von 2,4 Mrd. auf 4,6 Mrd. Rubel (etwa 7% des Nationaleinkommens). Mit diesem Geld wurden im Ausland Maschinen gekauft, und besonders der Eisenbahnbau finanziert. Die Summe der jährlichen Zahlungen Russlands ins Ausland betrug 250- 300 Mio. Rubel davon an Frankreich 80%.

Die Lage der Arbeiter im Zarenreich
Die Wohnverhältnisse der Proletarier waren fatal. ,Nur gutsituierte´ Arbeiter (meistens solche der Metallbranche) besaßen eine Ein- oder Zweizimmerwohnung. Der größte Teil der Arbeiterfamilien bewohnte nur eine ,Ecke´ , d.h. den 4. Teil eines Zimmers oder Kellerraums. In kleinen Kammern hausten oft 10-12 Menschen. Es schliefen nicht selten drei bis fünf Menschen in einem Bett. Nicht gering war die Zahl jener Proletarier, die sich Nacht für Nacht eine Schlafstelle mieteten. Davon leisteten sich 50% der Arbeiter eine halbe Pritsche. Die Arbeitszeit betrug täglich etwa 12 Stunden, im Regierungsbezirk Moskau sogar 13-15 Stunden. Der Anteil der Kinder unter 15 Jahren an der Belegschaft betrug zwischen 24 bis 38%. Der Lohn betrug bei den Männern 30- 50 Kopeken (1 Kopeke etw. 2 Pf.) am Tag.
Im Jahre 1886 sparte eine Fabrik aufgrund der Geldbußen für Verspätung usw. 24% der auszuzahlenden Löhne ein. Viele Unternehmer entrichteten den Lohn in Form von Naturalien. Es gab keinen Kündigungsschutz, keine Unfall-, Krankheits- oder Altersversorgung.






Verteilung der Beruftätigen (ohne Studierende und Militärpersonen) auf die Wirtschaftszweige 1913
Industrie- und Bau-wirtschaft Land- und Forstwirt-schaft Verkehr-, Post- und Fernmelde-wesen Handel, Gast-stätten, Erfassung und materiell technische Versorgung VolksbildungGesundheitswesenWissenschaftKunst Staatsverwaltungder Genossenschaftl. u. gesellschaftl.Organisationen,Kredit- u. Versicherungs-einrichtungen
9 75 2 9 1 4


Die gesellschaftliche Schichtung 1913
- ein Teil des Adels sank auf das Niveau mittlerer Bauern ab
- um die Jahrhundertwende gab es 76% erwachsene Analphabeten
- 23% hatten 3-4 Klasse Elementarschule
- 1% mehr als 3-4 Klasse Elementarschule
- etwa 0,001% waren Universitäts- und Hochschulabsolventen
- 1911 starben von 100 Kindern 24, die mittlere Lebenserwartung war 35 Jahre (in Deutschland ♂ 45 Jahre ♀ 48 Jahre, was durch die hohe Säuglingssterblichkeit so gering ist, die Menschen, die ihre Kindheit überlebt haben, sind durchaus älter geworden)
- das großrussische Staatsvolk machte knapp die Hälfte der Bevölkerung aus ;auf dem europäischen Teil (1/4 der Fläche) lebten 95% der Bevölkerung, auf dem asiatischen Teil(3/4 der Fläche) lebten 5%












Quelle: das moderene Lexikon - Fragen an die Geschichte4 - Brockhaus Geschichte III - Anno 3 - Die Russische Revolution ( Manfred Hildermeier) - Geschichte des 20. Jahrhunderts Band 1 - Russland Ploetz- russische und sowjetische Geschichte zum Nachschlagen - Bertelsmann Volkslexikon




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