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Titel:

Sturm und Drang


  Note: 2   Klasse: 11









Arbeit: Sturm und Drang (1767-1785)
Begriff

Drama "Sturm und Drang" (1776, ursprünglich "Wirrwarr") des Maximilian Klinger als Namengeber der weitge­hend auf Deutschland beschränkten Bewegung ("Genie-Periode") junger Schriftsteller, die sich in Straßburg und Frankfurt um Goethe sammeln (Klinger, Lenz, Wilhelm Müller, Wagner), in Schwaben um Schubart und Schiller.
Historischer Hintergrund

Fürstenwillkür absolutistischer Herrscher einerseits, Forderung nach Menschenrechten andererseits. Miß­stände des Despotismus vor allem in den kleineren und mittleren Fürstentümern des Südwestens werden in der Dichtung angeprangert: Prunk, Verschwendungssucbt, Mätressenwirtschaft (Vorbild: Versailles), dazu schwere Bedrückung der Untertanen durch Steuern und Soldatenhandel. Dagegen wächst das bürgerliche Ehrge­fühl. Gerade an den kleinen Höfen wird aber auch die Kultur gefördert, z. B. von Karl Eugen von Württem­berg (Karlsschule -> Konflikt mit dem jungen Schiller), vor allem von Karl August von Weimar (Freundschaft mit Goethe).



1740-1780


Maria Theresia


1776


Unabhängigkeitserklärung der nordamerikanischen Kolonien

-1790


Joseph II. Mitregent seit 1765.


1789


Beginn der Französischen Revolution

1772


Erste polnische Teilung (Friedrich II., Katharina II., Joseph II.)






Geistesgeschichtlicher Hintergrund

Jean Jacques Rousseau (1712-1778): Kulturpessimismus (der Kulturmensch (Wissenschaft und Kunst) "verdirbt" die gute Schöpfung) ist durch Naturoptimismus zu überwinden ("Zurück zur Natur!" - Urzustand). Das Volk ist der wahre Souverän, es braucht eine natürliche Gesellschaftsordnung ("Le contrat social", 1762).

Edward Young (1683-1765): Intuitionen, nicht Anwendung von Kunstgesetzen, prägen das Genie.

Johann Gottfried Herder (1744-1803) beschreibt die geschichtliche Entwicklung des Menschen und seiner Schöpfungen, würdigt die Schönheit der natürlichen Sprache und die Gefühlsstärke der Volkskunst. Durch ihn wird Shakespeare, "das außerordentliche Genie mit barbarischen Fehlern" (Voltaire), statt der Franzo­sen zum Vorbild der jungen Dramatiker. Shakespeare-Aufsatz 1773: "Shakespeare ist des Sophokles Bruder"; nicht Kunstgesetze gelte es zu wahren (gegen die aristotelischen Einheiten von Handlung, Ort und Zeit im Drama), sondern Naturgesetze der Kunst in ihrer jeweiligen individuellen historischen Situation zu erfas­sen.

1770 Begegnung Herders und Goethes in Straßburg.

Anreger des Sturm und Drang: Lessings Forderung einer dynamischen Figurenführung im Drama; der Pietismus; v. a. Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803): "Der Messias" (1748-1773), Oden (seit 1748), der die Empfindsamkeit, eine stark gefühlsbetonte Richtung innerhalb der Aufklärung (Matthias Claudius, 1740-1815), zum Höhepunkt bringt und die Lyrik des jungen Goethe nachhaltig beeinflußt.

Wendung gegen die Erstarrung der lehrhaften Aufklärung und ihrer Vernunftherrschaft, jedoch radikale Wei­terführung des Humanitätsgedankens, bezogen auf die Ganzheit menschlichen Wesens. Entfesselung von Phan­tasie und Gefühl, grenzenloser Individualismus eines "Kraftmenschen". Der Titan Prometheus als Urbild des Originalgenies, des künstlerischen Schöpfers. Neue, elementare Konflikte erwachsen der tragischen Erfah­rung des Genies: Unendliches Wollen, endliche Bedingtheit ("Faust").
Merkmale

Gefordert werden Freiheiten:

· politische: Obrigkeit

· persönliche: „Kraftgenies“

· künstlerische: Phantasie



Konflikt mit der Obrigkeit (persönliche Erfahrungen der Stürmer und Dränger), Rebellion gegen fürstlichen und väterlichen Machtmißbrauch. Anprangerung der Standesgrenzen und ihrer Konflikte (eine Heirat zwischen den Ständen ist unmöglich Þ das "gefallene" Mädchen, s. Gretchentragödie).

Ablehnung dogmatisch-kirchlicher Normen - Vergöttlichung der Natur. Natürliche Empfindung wird gegen mo­ralisch-geistige Enge, Leidenschaft gegen Vernunft gesetzt. Aber auch Erfahrung persönlicher Schuld (Goethe und Friederike Brion).

Politisch-revolutionäre Gedanken vor allem bei Schubart und beim jungen Schiller, schwärmerische Empfind­samkeit beim jungen Goethe und bei Lenz.

Erlebnislyrik: Individueller Ausdruck persönlichen Schicksals (z B. Goethe: Sesenheimer Lieder).

Themen im Drama: politische und menschliche Freiheit, der einzelne und die Gesellschaft (Goethe: "Götz von Berlichingen", Schiller: "Die Räuber", "Kabale und Liebe", "Fiesco"). Standesschranken und wahre Liebe (Schiller: "Kabale und Liebe"; Lenz: "Die Soldaten"; Wagner: "Die Kindermörderin").

Formal: "Fetzenszenen" unter dem Einfluß Shakespeares, Knittelverse und freie Rhythmen, Explosivstil. Briefroman: Goethes "Werther" als höchste Subjektivierung persönlichen Leides prägt eine Generation. Schlüsselwort: Herz.
Autoren und Werke

Gottfried August Bürger (1747-1794): volkstümliche Kunstballade ("Lenore"), Gedichte, Münchhausen-Ge­schichten, Übersetzungen.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) Dramen: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand (1773), "Clavigo" (1774), "Stella" (1776), "Urfaust" (begonnen 1772). Briefroman: Die Leiden des jungen Werthers (1774). Gedichte der Straßburger und Frankfurter Zeit (1775), Hymne "Prometheus"; s. a. Klas­sik.

Jakob Michael Reinhold Lenz; (1751-1792), tragische Gestalt im Umkreis Goethes: "Der Hofmeister" (1774), "Die Soldaten" (1776).

Friedrich Schiller (1759-1805): Die Räuber (1781), "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" (1783), Kabale und Liebe (1784); s. a. Klassik.
Textbeispiel

Friedrich Schiller: Die Räuber (1781, Ausschnitt aus V, 2)

RÄUBER MOOR: O über mich Narren, der ich wähnete die Welt durch Greuel zu verschönern, und die Gesetze durch Gesetzlosigkeit aufrecht zu halten. Ich nannte es Rache und Recht - Ich maßte mich an, o Vorsicht, die Scharten deines Schwerts auszuwetzen und deine Parteilichkeiten gutzumachen - aber - O eitle Kinderei - da steh ich am Rand eines entsetzlichen Lebens, und erfahre nun mit Zähnklappern und Heulen, daß zwei Menschen wie ich den ganzen Bau der sittlichen Welt zugrund richten würden. Gnade - Gnade dem Knaben, der Dir vorgreifen wollte - Dein eigen allein ist die Rache. Du bedarfst nicht des Menschen Hand. Freilich stehts nun in meiner Macht nicht mehr, die Vergangenheit einzuholen - schon bleibt verdorben, was verdor­ben ist - was ich gestürzt habe, steht ewig niemals mehr auf - Aber noch blieb mir etwas übrig, womit ich die beleidigte Gesetze versöhnen, und die mißhandelte Ordnung wiederum heilen kann. Sie bedarf eines Op­fers - eines Opfers, das ihre unverletzbare Majestät vor der ganzen Menschheit entfaltet - dieses Opfer bin ich selbst. Ich selbst muß für sie des Todes sterben.








Quelle:




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