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Titel:

Tatsachenbericht des jüdischen Geschäftsmanns Chas Kelfeit


  Note: 2   Klasse: 11









Arbeit: DIE WAHRHEIT 1938 - 1945
nach dem Tatsachenbericht des jüdischen Geschäftsmanns Chas Kelfeit

Vorwort



Die Veröffentlichung des Tatsachenberichtes des jüdischen Kaufmanns Chas Kelfeit soll nicht dazu dienen, historisch völlig korrekte Berichte abzuliefern, sondern die Möglichkeit bieten, in die Vergangenheit zu sehen und so zu lernen. Er schildert, welch großes Unrecht 1938 - 45 den Juden im Deutschen Reich widerfahren ist, jedoch nicht im Geheimen, sondern in aller Öffentlichkeit. Der Bericht ist weder zensiert noch verbessert. Dadurch kommt es gelegentlich zu hilflosen Ausdrücken, die somit vielleicht dem Leser die Hektik und Angst des Autors vermitteln können.







Österreich 1938 - 1945



Umbruch



Am Freitag, 11. März 1938, kam es zum Höhepunkt der politischen Spannung in Österreich. Der Bundeskanzler Schuschnigg setzte eine allgemeine Abstimmung für den folgenden Sonntag an, durch die das österreichische Volk seine Regierung wählen sollte. In den Straßen herrschte reges Treiben, besonders in Geschäften, die rot-weiß-rote Bänder oder Fahnen verkauften. Jene für Österreich symbolischen Farben standen dem Hakenkreuz gegenüber, welches hauptsächlich von der Jugend getragen wurde. Um 7 Uhr abends gab Schuschnigg weinerlich über Radio bekannt, dass der Einmarsch der deutschen Truppen soeben begonnen hatte und besser kein Widerstand zu leisten wäre. „Gott schütze Österreich.“ Die Bevölkerung war wie betäubt. Erstmals machten sich „Heil Sieg“ und „Juda verrecke“-Rufe breit.

Zwei Tage nach dem Umbruch begannen die Qualen der jüdischen Bevölkerung. Immer neue sadistische Martern wurden erdacht, um die Juden sowohl körperlich als auch seelisch zu quälen. Zu Beginn wurden Juden und Jüdinnen aller Altersklassen zum Reinigen der Straßen herangezogen, wobei sie den Spott und Hohn des Mobs ertragen mussten. Weiters mussten sie die Krückenkreuze, die der Vaterländischen Front als Wahlpropaganda dienten, entfernen und Inschriften wegreiben. Wer sich weigerte, bekam Schläge.

Sogenannte „Illegale“ glaubten das Recht zu besitzen, alles tun zu dürfen. Sie hatten jeder einen Hausjuden, auf den sie es zumeist aus Rache abgesehen hatten. Hierbei handelte es sich oftmals um Erpressung für einen Bestätigungsschein für bezahlte Schulden. Auch Einbrüche standen an der Tagesordnung.

Als der Führer nach Wien kam, musste alle Arier in den von ihm passierten Straßen, die strengstens bewacht wurden, Aufstellung nehmen. Blumenwerfen als Begrüßung war verboten, da man darunter eine Bombe fürchtete.

Drei Tage nach Umbruch begannen die Requisitionen. Autos und Motorräder wurden in Beschlag genommen und an Burschen verteilt. Rechnungen für Reparaturen oder Benzin wurden aber weiters an die alten Besitzer geschickt. In jüdischen Geschäften fand tagtäglich die Beschlagnahmung von Waren statt. Sogar Arbeitslose durften sich hierbei gratis bereichern.

Über Radio wurde bekannt gegeben, dass ein gewisser Fitztum zum Polizeipräsidenten ernannt wurde. Nach dem Mord am Cousin von Chas Kelfeit floh Fitztum zusammen mit seinem Freund Glass nach Deutschland, wo beide als Helden aufgenommen wurden. Als Belohnung für das Bombenwerfen auf Unschuldige bekam Fitztum nun seinen Posten, Glass erhielt eine chemische Fabrik eines Juden und Globocnig, der die Bombe für Fitztum gebaut hatte, wurde Gauleiter von Wien.





Die Qualen der Juden



Die folgenden Tage waren in Wien ereignisreich. Die Auslagen jüdischer Geschäfte wurden mit Spottbildern beschmiert und große Plakate wie „Judengeschäft“ oder „Arier kauft nicht bei Juden“ angebracht. Arier wollten schon noch weiters bei Juden kaufen, doch fürchteten sie eine Anzeige, falls sie gesehen wurden. Deshalb patrouillierten ständig SA-Leute durch die Straßen, um Versuche bei Juden zu kaufen zu vereiteln.

Um 4 Uhr stand vor jedem Geschäft ein Jude mit der Tafel „Arier kauft nicht bei Juden“, wobei wirklich kein noch so kleines Geschäft übersehen wurde. Die Aufpasser dieser Juden waren Jünglinge von 18 Jahren mit Hakenkreuzbinden. Um jene Juden noch weiters zu demütigen, mussten diese sogar mit den schweren Tafeln turnen. Eine Frau, die bei einem Einkauf in einem jüdischen Geschäft erwischt wurde, musste die Tafel „Arisches Schwein, kauft bei Juden ein“ tragen, wurde anschließend durch die Straße geschleift und musste letztendlich zwei Stunden lang auf einem Sessel in einem Schaufenster sitzen. Passanten wollten sich in Patriotismus übertrumpfen und sich als Hüter der Nation aufspielen, indem sie die Auslage anspuckten.

Tausende von Juden mussten in der Hauptallee solche Tafeln schleppen, wurden mit Fackeln flankiert und gezwungen zu schreien: „Wir sind dreckige Juden, wir gehören nach Palästina!“ Vor Gast- und Kaffeehäuser hingen Zettel wie „Jüdische Gäste unerwünscht“ oder „Hunden und Juden ist der Eintritt verboten“.

Eines Tages um 10 Uhr morgens wurden alle jüdischen Männer aus den Häusern geholt, mussten in der Hauptallee sich selbst beschimpfen und am Boden durch Staub robben. Wer keine Kraft mehr hatte, wurde mit Stahlruten auf den Kopf geschlagen, dass das Blut in Strömen floss. Als Folge war das nahe gelegene Spital der Barmherzigen Brüder wegen Knöchelbrüchen, Gehirnerschütterungen, etc. überfüllt.

Juden wurde sogar verboten, in Parkanlagen zu gehen, Bänke oder Schwimmbäder zu benützen, denn sie sollten das Reich verlassen. Immer wieder wurden so neue Methoden erdacht, Juden körperlich und seelisch zu misshandeln und auszurauben. Dies war für viele Grund genug, in den freiwilligen Tod zu gehen.





Razzien und Dachautransporte



Weiters verbreiteten Razzien, die von der Polizei durchgeführt wurden, große Furcht. Politische Leute wurden in sogenannte Schutzhaft genommen und teils nach Dachau teils in Polizeigefangenenhäuser und in Landesgerichte gebracht. Straßen wurden abgesperrt und jeder musste seinen Ausweis vorzeigen. Waren genügend Juden aufgegriffen, wurde ein Dachautransport organisiert. So wurden tausend Unschuldige verschleppt, deren Schicksal grauenhaft war. Acht Tage später kamen die ersten Urnen mit den sterblichen Überresten der „auf der Flucht“ Erschossenen nach Wien zurück. Das Ziel der Nazis war, die Juden abzuschrecken und dazu zu bewegen, die Grenzen zu verlassen ohne Hab und Gut mitzunehmen.

Gleich nach Umbruch versuchten viele Juden durch Verwandte ein Affidativ (Bürgerschaftserklärung) zu erlangen, zumeist für die USA. Das amerikanische Generalkonsulat war nächtelang belegt, ebenso wie alle anderen Konsulate. Oftmals war es jedoch vergeblich, da alle Länder die Einreise für Juden sperrte.

Alle Wiener Firmen mussten bis 31. Mai sämtliche jüdischen Angestellten entlassen. Jeder Arbeitslose, der sich einmal illegal für den Nationalsozialismus betätigt hatte, sei es Bombenwerfen oder Stinkbomben legen oder sei es Drähte in Telefonzellen abschneiden, wurde zum Kommissarischen Leiter in einem jüdischen Geschäft, welches er nach Belieben wählen konnte. Dort hatte er jede Vollmacht und durfte als einziger neue Angestellte aufnehmen. Dem tatsächlichen Inhaber wurde nach seinem Ermessen ein Monatslohn nach seinem Gutdünken ausbezahlt. Weiters hatte er den Geschäfts- und Kassenschlüssel und bestimmte, an welche Kunden verkauft wurde. Das eigene Gehalt betrug zwischen Reichsmark 250,- bis 3000,- pro Monat. Das Ziel der Kommissare war, die ursprünglichen Inhaber der Betriebe und Geschäfte nach Dachau zu bringen. Dies war nicht allzu schwer, da man jenen lediglich der Steuerhinterziehung bezichtigen musste, ohne weiteren Grund anzugeben.

Am 27. Mai 1938 wurde die Verordnung erlassen, dass jeder Jude rückwirkend per 27. April sein gesamtes Vermögen im In- wie im Ausland über RM 5000,- anzumelden hatte. Das bildete die Basis für spätere Beschlagnahmungen im November, da die Nazis schon seit Mai die Absicht hatten, allen Juden ihr gesamtes Vermögen wegzunehmen, man suchte nur nach einer Gelegenheit.

Eine weitere Demütigung der Juden waren Tempelplünderungen. Im Prater wurden mitten im Gottesdienst die dortigen Gemeinden überfallen und die Einwohner blutig geschlagen. Tempeleinrichtungen wurden verbrannt und Gebetbücher zerrissen. Ein 70 jähriger Jude wurde auf offener Straße überfallen, die Arme wurden ihm nach hinten gebogen und sein Bart abgeschnitten, jedoch nicht ohne Blutspuren zu hinterlassen, sodass man von weitem sein Geschrei hören konnte.

Eines Tages wurden acht bebarte Juden um sieben Uhr früh ins Kommissariat Leopoldsgasse gebracht, um Autos zu waschen, wobei sie bis fünf Uhr am Nachmittag keine Nahrung bekamen. Dabei wurden sie von Fotografen des „Stürmers“ fotografiert, die die Menschen mit Schwindelbildern verblenden wollten. Ein alter Jude musste mit einem jungen Mädchen vor einer Mainl-Filiale eingehängt stehen. Am Tag darauf war im „Stürmer“ folgendes zu lesen: „Dieser alte Rasseschänder mit seinem neuen Opfer“.

Bei allen Qualen der Erwachsenen mussten doch die Schicksale der jüdischen Kinder am grausigsten gewesen sein. Sie durften von Christenkindern beschimpft, angespuckt und geschlagen werden. Christenkinder wurden mit Dolchen ausgestattet und lernte mit Freude neue Lieder wie „Wenn’s Judenblut vom Messer spritzt“ oder „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt“.

Alle Christlichen Dienstmädchen, die bei Juden bedienstet waren, mussten bis 1. August ihre Stellung verlassen.



Dies war die gesamte Situation, in welcher sich die Menschen damals befunden haben. Man war sich einfach nicht sicher, wenn man von zu Hause wegging, ob man wieder zurückkommen werde.





Das Schicksal des Chas Kelfeit



Verhaftung



Chas Kelfeit, ein in Wien wohnender Jude, hatte eine Frau und zwei Kinder. Er war in der „Kunst- und Kulturstadt“ Wien geboren worden und ging hier zur Schule. Sein Bekanntenkreis umfasste Menschen aller Konfessionen und Stände.

Kelfeit besaß ein Geschäft in der Glockengasse 5. Nach dem Umbruch, als sämtliche jüdischen Geschäfte von SS-Leuten geplündert wurden, wurde auch sein Geschäft nicht ausgelassen. Ein Lastwagen der Ankerbrotfabrik blieb vor der Eingangstür stehen. Einige Leute fragten nach einer „freiwilligen Spende“, während sie sich ohne zu fragen bedienten. Sie nahmen zwei Stück Matratzengradl und 20 kg Spagat mit sich. Da es Ariern strengstens verboten war, bei Juden zu kaufen, lief das Geschäft zusehends schlechter. Da viele Kunden jedoch weiterhin bei Kelfeit kaufen wollten, wurde er telefonisch verständigt, die Waren zu einem ausgemachten Treffpunkt zu bringen, um jene heimlich zu übergeben.

Als die immer brutaler und gräßlicher werdenden Qualen der Juden begannen, wurde auch Kelfeit zum Plakate kleben herangezogen. Dem Straßenputzen konnte er entgehen ebenso den Selbst-Beschimpfungen, da er die Tür nicht öffnete oder nicht zu Hause war. Am Sonntag, 19. März, ging er mit seinen beiden Kindern spazieren. Er nahm beim Spazieren immer seine Kinder mit, um den Arbeiten zu entgehen. Wurde er angehalten, so sagte er, dass er die Kinder nach Hause bringen müsse.

Am Sonntag, 19. Juli, war er und seine Familie zu Gast bei seiner Schwester Gusti, als plötzlich eine Razzia veranstaltet wurde. Nach einer erfolglosen Hausdruchsuchung, wurde Kelfeit, seine Schwester und seine Kinder auf die Wachstube Castellezgasse gebracht, wo der Bezirksinspektor ihre Nationale aufnahm. Hierauf wurden sie auf das Polizeikommissariat Leopoldsgasse überstellt. Nachdem sie dort um zwölf Uhr eingetroffen waren, sagte der Oberkommissar zu seinem Helfer, als er erfahren hatte, dass es sich um Juden handle: „Die Jüdin in den Arrest und ihn wissen Sie schon“. Vorläufig wurde Kelfeit in einer Zelle mit acht bereits belegten Pritschen untergebracht. Dabei handelte es sich um Bekannte aus seiner Umgebung. Nach einiger Zeit wurde er geholt, um Fragen zu beantworten. Der Zweck war, mittels Fangfragen einen Grund zu finden, ihn ins KZ Dachau zu verschicken. Die Fragen lauteten wie folgt:



Waren Sie bei der Sozialdemokratischen Partei?

Waren Sie bei der Vaterländischen Front?

Haben Sie Steuerschulden?

Haben Sie Geschäftsschulden?

Haben Sie jemals Rassenschande betrieben?

Sind in Ihrer Familie Abtreibungen vorgenommen worden?

Ist jemand in Ihrer Familie homosexuell veranlagt?



Nach und nach kamen neue Inhaftierte, sodass mittlerweile zwölf Personen auf acht Pritschen mit acht Decken in einer elf Schritte großen Zelle verteilt waren. Keiner konnte jedoch schlafen, da die Pritschen sehr hart waren und es auch kalt war. Um halb sechs Uhr früh kamen erneut Häftlinge, bis die Zelle um acht Uhr schließlich ungefähr 40 Personen fasste. Eine Stunde später wurden 15 Häftlinge, darunter auch Kelfeit, gerufen. Sie erhielten Krawatten und Geldbörsen zurück und mussten in den vor der Tür wartenden Zellwagen einsteigen. Draußen warteten unzählige Angehörige der Inhaftierten, ebenso Kelfeits Familie. Als er sie sah, bekam er einen Herzkrampf und drehte sich weg, damit seine Frau nichts merke. Alle waren unwissend, wohin sie gebracht wurden, sie hofften, nur nicht in die Karajangasse, denn dort war die Sammelstelle für Juden, die nach Dachau kommen werden.





Die Karajangasse



Leider stiegen sie tatsächlich dort aus, wo sie anschließend ihre Geldtaschen wieder abgeben mussten, woraus Geld für die „Schadensgutmachung“ ihrer Vorgänger, wie mitgenommene Seife, etc. genommen wurde. Als Kelfeit ankam, waren bereits 26 Personen dort, am folgenden Dienstag bereits 600, die dann aufgeteilt wurden. Er war im Raum mit 125 Personen auf 80 Strohsäcken, in den Parterresälen waren je 250 Mann, darunter 44 Ärzte und 32 Rechtsanwälte. Die Mahlzeiten bestanden zumeist aus schwarzem Brot, jedoch durfte per Post Kleidung und Geld an die Häftlinge geschickt werden, damit sie sich zu Wucherpreisen eine Essensaufbesserung kaufen konnten. Außerdem durften sie täglich eine halbe Stunde spazieren gehen.

Am Mittwoch, 22. Juni, waren sie „komplett“. Jeder einzelne musste in ein Zimmer eintreten, wo er erneut befragt wurde. Hierbei wurde jeder als „Jude Familienname“ bezeichnet. In jenem Raum saßen vier Beamte in Zivil vor Schreibmaschinen. Kelfeit wurde gesagt, dass er für ein Jahr nach Dachau käme, wenn er nicht ausreise. Kelfeit gab an, vier Monate zu brauchen, jedoch wurden ihm und seiner Familie lediglich zehn Wochen gewährt, das Deutsche Reichsgebiet zu verlassen, was er unterschreiben musste. Weiters habe er täglich Bericht bei der Polizei abzuliefern. Falls er bis 10. September noch immer im Land sei, komme er lebenslänglich nach Dachau. Schließlich musste er auch noch unterschreiben, nichts vom Grund der Verhaftung oder dem Erlebten in Schutzhaft im Ausland zu erzählen. Unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Karajangasse wurde Kelfeit von einer Frau an einer Ecke angesprochen, die sich nach dem Wohlergehen ihres Mannes erkundigte. Er ging jedoch weiter, da er in ihr einen Spitzel vermutete.





Flucht



Nachdem seine Frau das Geschäft gesperrt hatte, da sie bei den Kindern bleiben musste, weil Juden keine Hausgehilfen mehr halten durften, begann der Kampf um das Erlangen eines Reisepasses. Man musste sich jeweils um zwölf Uhr nachts vor Gebäuden anstellen, um von diversen Instanzen Bestätigungen zu besorgen. Dies war mit enormen Kosten verbunden, da man es letztendlich nur auf das Geld abgesehen hatte und man gleichzeitig die Juden verhöhnen und verspotten konnte. Immer wieder wurden „alte Schulden“ gesucht. So musste auch Kelfeit unter Dachau-Androhung einen Betrag von RM 1560 bezahlen. Im 5. Bezirk in der Wehrgasse war inzwischen speziell für Juden eine eigene Passstelle errichtet worden. Dort musste folgendes Gesuch eingereicht werden:



„Der unterfertigte Jude N.N. ersucht hiemit um Ausstellung eines Reisepasses und verpflichtet sich, nach erfolgter Ausreise niemals mehr in das Deutsche Reichsgebiet zurückzukehren.“



Auch hierzu musste man sich nächtelang um das Gebäude anstellen, anschließend wurde man hin und hergeschickt, wobei Arier natürlich Vorrang hatten. Während der Nacht spielten sich oftmals Schreckensszenen ab: junge Burschen schlugen die Angestellten mit Holzlatten, Eisenstangen und Knütteln auseinander und verprügelten sie brutal. Als Kelfeit keine Nummer bekam, hatte ein ihm bekannter Polizist Mitleid und verhalf ihm zu einer. Nach einigen Wochen hielt er dann endlich seinen Pass in Händen dank folgendem Dokument des Polizisten, welches sich noch immer in seinem Besitz befindet:



„Der Jude Chaskel Futterweit hat bis 9. September 1938 auftragsgemäß das Deutsche Reichsgebiet zu verlassen, weshalb gebeten wird, ihn sogleich vorzunehmen. Wien, am 28. Juli 1938.“



Dieser Reisepass konnte aber eigentlich nicht als Dokument gewertet werden. Er beinhält folgenden Satz: „zur einmaligen Ausreise und Wiedereinreise in das Deutsche Reich gültig“, was jedoch eine Lüge war, da man ja zuvor bestätigt hatte, nie wieder zurückzukehren.

Daraufhin begannen Kelfeits Bemühungen, ein Visum nach der Tschechoslowakei zu erlangen, wo sein Bruder lebte. Die Ansuche wurde aber abgewiesen, obwohl er keinen Betrag scheuen wollte. Inzwischen hatte er seine Wohnung an seinen Nachbarn, einen SA-Mann, verloren, der für die Ausreise festgesetzte Tag näherte sich, und noch immer war keine Aussicht auf ein Visum in irgendein Land. Sein Sohn wurde von der Hitlerjugend des öfteren verprügelt, bis Kelfeit nicht mehr konnte. Er wollte hinaus, so beschloss er es einigen seiner Freunden gleich zu tun und in die Schweiz zu fliehen. Er kaufte eine Eisenbahnkarte Feldkirch - Bregenz - Buchs - Basel. Er wählte diese Strecke entlang der Grenze, da er wahrscheinlich mehrerer Versuche für den Grenzübertritt benötigen werde. Während der Fahrt dachte er viel an früher und dachte über seine Flucht nach, die er als Grundstein für die Zukunft seiner Familie sah. Um 10 Uhr stiegen Grenzbeamten zwecks Pass- und Devisenkontrolle zu. Er wurde gefragt, wieviel er an Bargeld bei sich habe, bevor ihm von RM 240,- alles bis auf RM 10,- abgenommen und an seine Frau retour gesandt wurde. Dann musste sich Kelfeit einer Leibes- und Gepäcksrevision unterziehen, wozu er sich gänzlich entkleiden musste und sein Koffer eine halbe Stunde lang durchsucht wurde.

In Feldkirch erfuhr er, dass ab jenem morgen niemand mehr ohne Visum in die Schweiz käme. Er wurde daraufhin zu einem anderen Gleis zu einem zur Abfahrt bereitstehendem Zug mit der Aufschrift „nach Bregenz“ geführt. Kelfeit fuhr jedoch zurück nach Feldkirch, da er nicht wusste, was er tun solle. Dort fand er einen Triebwagen nach Buchs. Während der Fahrt zog der Grenzbeamte plötzlich die Notbremse, da er kein Einreisevisum fand. Jener befahl Kelfeit auszusteigen und wies ihm die Richtung nach der Schweiz. In seinem Reisepass stand nun der Vermerk:



„Ausgereist Feldkirch, 7. VIII. 1938“



Auf seinem Weg traf Kelfeit einen 16 jährigen Vorarlberger Burschen, der ihn zu einem Wald Richtung Liechtenstein begleitete, als plötzlich ein Gewitter aufzog. Von nun an wollte der Junge ihn nicht weiter führen, da er die Grenzjäger und ihre Hunden fürchtete. Obwohl es in Strömen regnete und er nahe am Zusammenbruch war, lief er dennoch weiter. Unzählige Male glaubte er, jemanden zu hören, rannte aber immer weiter in den Wald hinein, bis er schließlich und endlich völlig durchnässt das Ende erreicht hat. 20 Meter vor dem Waldesrand war ein Haus, aus dem Kelfeit sofort ein Mann zu Hilfe gelaufen kam und ihm sagte, er befinde sich in Mauren und sei gerettet. Er erhielt Wasser, trockene Kleidung und sfr 6,- für seine restlichen RM 10,- . Kelfeit rief seinen Bruder in St. Moritz an, der ihn bat, zu kommen. So tauschte er seine Fahrkarte nach Basel in eine nach St. Moritz um. Als er von einem Grenzpolizisten angehalten wurde, war er sich sicher, nicht wieder zurück ins Deutsche Reich zu müssen. Jener sagte jedoch das Gegenteil, doch nach Vorzeigung der Bestätigung für die Nicht-Wiedereinreise ließ er sich überreden. Der Beamte regte sich jedoch fürchterlich auf, dass die Nazis den Juden zuerst das Geld abnehmen und sie nachher in die Schweiz schicken, da Kelfeit nach dem Telefonat nur mehr sfr 4,- besaß.

Kelfeit hatte somit die Freiheit erlangt. Er wusste zunächst nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Er beschloss jedoch, den Schweizern auf ewig für seine vorübergehende Aufnahme und für deren Gastfreundschaft dankbar zu sein.





Freiheit



Während der Fahrt nach St. Gallen konnte er über den Bodensee und die Vorarlberger Gebirgskette hinüber ins Deutsche Reich sehen. In St. Gallen angekommen, wurde er zusammen mit sechs anderen in Haft genommen, wo sie sich gegenseitig ihre Flucht erzählten. Alle kamen zum Schluss, dass es hier im sogenannten Arrest viel schöner und gemütlicher sei als in der sogenannten Freiheit in Deutschland.

Nachdem Kelfeit ein zehn Seiten langes Protokoll abgeliefert hatte, wurde er der Israelitischen Flüchtlingshilfe überstellt und nach Schäflisegg, dessen Berggipfel 1000 Meter hoch war, im Appenzellerland gebracht, wo er eine bewundernswerte Gastfreundschaft genoss. Im selben Haus waren auch Kinder, die jedoch beschlossen, extra für die Flüchtlinge, die schweres während der letzten Tage erlebt haben mussten, ruhig zu sein. Als die Kinder dann abfuhren, veranstalteten sie ein Abschiedsfest, zu dem auch Kelfeit und seine Freunde eingeladen waren. Nach langer Zeit fühlten sie sich endlich wieder wie wahre Menschen, jedoch wurden sie nun auch an ihre Familien erinnert, die sie teilweise bereits vergessen hatten.

Am 19. August kamen weitere 50 männliche Emigranten zwischen 17 und 50 Jahren in jenes Haus. Im Grenzort Dieboldsau wurde eine Polizeilagerstätte für 200 jüdische Flüchtlinge errichtet. Kelfeit hingegen leitete mit drei Kollegen das Lager in Schäflisegg. Ärzte hatten tagtäglich große Arbeit, da der Zustand der Neuankömmlinge katastrophal war. Es ist erstaunlich, was die Flüchtlingshilfe in dieser Zeit zu leisten vermochte. Sie versorgte die Flüchtling mit Verpflegung, Taschengeld für Briefporto und Rauchmaterial, und stattete sie mit Kleidung aus.

Am 20. August wurde die Schweizer Grenze gänzlich für die illegale Einwanderung gesperrt. Für Kelfeit zählte ab sofort nur mehr, wie er seiner Familie helfen konnte. Hierbei half ihm ein gewisser Herr D., dem er bei seiner Ankunft in St. Gallen von seiner Frau und seinen Kindern berichtet hatte. Herr D. wies ihn an, seiner Frau telegraphisch mitzuteilen, sich nach Hohenems zu begeben. Den Rest solle er ihm überlassen. Tatsächlich sah er seine Familie zwei Tage später wieder, der es auf Umwegen und wegen Leibesvisitation mit Verspätung nun ebenso gelungen war, dass Deutsche Reich hinter sich zu lassen, und die so endlich in wieder erlangter Freiheit leben konnte.

Kelfeit durfte in seinem Lager davon jedoch nichts sagen, sondern musste vorgeben, aus unerklärlichen Gründen in den Fabriksort Gossau versetzt zu werden. Dort konnte sich seine Familie endlich erholen und seinen Kindern war es wieder möglich, die Schule zu besuchen, solange bis er erneut versetzt wurde ohne einen Grund zu wissen. Er sollte im Kurort Degersheim in eine Wohnung, zwei Zimmer plus Küche, in einem Privathaus übersiedeln. Von der Flüchtlingshilfe erhielt er sfr 53,- pro Woche. Da seine Familie die einzige Emigrantenfamilie in jenem Kurort war, wurden sie alle mit heftigen Fragen überschüttet. Sie enthielten sich jedoch jeder Äußerung, da sie Spitzel fürchteten und die noch in Deutschland lebenden Juden den Schaden tragen würden, weil man so das Volk wegen „Greuelpropaganda“ im Ausland aufstacheln könnte. Deswegen würde kein Jude mit Rücksicht auf die noch in Deutschland lebenden Leidensgenossen die Wahrheit der Öffentlichkeit bekanntgeben, denn es wurden noch immer Gründe gesucht, um Juden zu erpressen, quälen, ...



Novemberpogrom



Als der deutsche Konsulbeamte von Rath anfangs November in Paris von einem verzweifelten jüdischen Emigranten erschossen wurde, bot das die Gelegenheit für den bereits lange vorbereiteten Judenpogrom, ein Pogrom wie ihn die Welt noch nie zuvor gesehen hatte. Am 9. November begann in ganz Deutschland die Judenverfolgung, die von oberster Stelle befohlen wurde, in Form von Treibjagden, wobei sogar Gotteshäuser geschändet und beraubt wurden. Am 11. November setzte ein erneuter Massenansturm von jüdischen Flüchtlingen in die Schweiz ein, zahlreicher als in allen Monaten zuvor. Viele der Emigranten wurden aufgenommen, jedoch in dermaßen schlechtem Zustand, sodass unzählige an Nervenzusammenbrüchen etc. litten. Viele litten an Verfolgungswahn und glaubten, noch lange später von der Gestapo beobachtet und verfolgt zu werden.



Im Nachhinein erfuhr man noch vieles von Opfern, was man schwer oder kaum glauben konnte. Erst als sich Ereignisse deckten und man Übereinstimmungen fand, musste man leider feststellen, dass es sich tatsächlich um die Wahrheit handle.







Einzelschicksale von Kelfeits Bekannten



Nicht nur was man auf den Straßen selbst sah und was man durch Erzählungen erfuhr, löste Unbehagen aus. Viele Bekannte und Verwandte ereilte ein furchtbares Schicksal, das einen zugleich trauern und fürchten ließ. Oftmals endeten die furchtbaren Qualen mit einem frühen Tod.



Herrn Weinberg wurde sein Auto, ein Steyr 200, beschlagnahmt. Er musste jedoch nachträglich noch S 1800,- bezahlen. Des weiteren wurde seine Villa in St. Andrä Wördern in eine SS-Kaserne verwandelt, wo er auch weiterhin die Kosten für die Beleuchtung und die Beheizung übernehmen musste.

Aus dem Warenhaus Schiffmann, das über hundert Angestellte zählte, wurden acht Tage lang Waren mit Lastautos verschleppt. Hierauf mussten die Inhaber, die vier Brüder Schiffmann, schließen und sie wurden in sogenannte Schutzhaft genommen und anschließend ins KZ Dachau gebracht.

Das Bettfedergeschäft Samek musste 30 Bettdecken und 6 Messingbetten, Daunen und Matratzen „stiften“, das Schuhgeschäft „Zum Stiefelkönig“ des Herrn Liban 80 Paar Schuhe. Liban wurde des weiteren stets von einem SS-Mann gequält, der Rache wollte, da Liban seinem Vater als Kunde ausgeblieben war. Liban musste täglich dessen Auto waschen, bis er eines Tages zusammenbrach und mit einem Nervenzusammenbruch ins Spital eingeliefert wurde. Am nächsten Tag musste Libans Frau mitkommen, um bis fünf Uhr den Fussboden am Ballhausplatz zu reiben und Fenster zu putzen. Nach zwei Wochen wurde Liban entlassen und sofort wieder von jenem SS-Mann aufgesucht. Er solle ihm 400 Reichsmark für ein Lehrmädchen und eine Hausgehilfin zahlen, was aus der Luft gegriffen war. Hierauf bekam er einen Schlaganfall und starb tags darauf an Gehirnblutung.

Kelfeits Cousin, Norbert Futterweit, war ein 34 jähriger Kaufmann, Vater von einem neun-jährigen Kind, ließ sich nie etwas zu Schulden kommen, gehörte keiner politischen Partei an und meldete sich 1917 freiwillig zum Militär. Eines Tages blieben vor dessen Juweliergeschäft in der Meidlinger Hauptstraße 21 um zehn Uhr vormittag zwei Burschen auf Fahrrädern stehen, die ein rauchendes Paket in sein Geschäft warfen. Als er jenes gerade aus der Tür werfen wollte, explodierte die Bombe. Futterweit starb ebenso wie zwei Passanten, einige Personen wurden verwundet.

Am 15. März, vier Tage nach Umbruch, musste der Bruder des Ermordeten, Jakob Futterweit, ein 51 jähriger amerikanischer Staatsbürger, sein Juweliergeschäft schließen und die Schlüssel abliefern. Er wehrte sich, wurde jedoch überwältigt und gefesselt. Er wurde ins braune Haus in der Hirschengasse gebracht. Am nächsten Tag erhielten seine Angehörigen die Nachricht, dass er sich vom Fenster geworfen hätte und tot sei, obwohl er zuerst erschossen und danach erst vom Fenster geworfen wurde. Er zählte unzählige Schusswunden.

Der 76 jährige Oberrabiner Dr. Taglicht wurde gezwungen, mit einer Tafel stundenlang auf der Praterstraße in Habt-Acht-Stellung zu posieren.

Kelfeits Geschäftsnachbar Halpern wurde auf einen Stuhl gestellt und musste die Arme eine halbe Stunde lang auf und ab bewegen, wobei ihm gleichzeitig ein Junge mit Nadeln in die Beine stach. Daraufhin musste Halpern eine Woche lang im Bett liegen.

Im Kaffee Kühn wurde eine Kontrolle gemacht, ob es von Ariern besucht wurde. Herr Kühn wurde geschlagen, musste sich auf den Boden legen, wo er dann getreten wurde, und wurde gezwungen, die Spucknäpfe austrinken, worauf er für 14 Tage im Spital lag.

Der Möbelhändler Bergmann, der ein großes Möbelhaus in der Praterstraße besaß, wurde auf die Straße gezerrt und gezwungen, das Pflaster zu küssen. Am nächsten Tag drehte Bergmann den Gashahn auf und vergiftete sich, seine Frau, seine Tochter und seinen Schwiegersohn sowie sein fünf-jähriges Enkelkind.

Berthold Heger wurde im Brausebad Treustraße von Radaubrüdern der Nazis überfallen, die seinen Kopf mit Stahlruten blutig schlugen. Salo Heger wurde zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kinder, ein 16 jähriger Sohn und zwei Töchter im Alter von 14 und 18 Jahren, in das Polizeigefangenenhaus Rossauerlände gebracht. Die Ursache war, dass Schulfreundinnen seiner Töchter zu Besuch waren und er somit einer kommunistischen Versammlung beschuldigt wurde. Nach der ergebnislosen Hausdurchsuchung wurden sie verhaftet und blieben bis 30. Juli in Haft. Anschließend mussten sie binnen zehn Wochen das Deutsche Reich verlassen.





Auch unter dem Dachautransporten waren viele Bekannte von Kelfeit.



Der 33 jährige Isidor Kassner ging während einer Pause schnell ohne Weste oder Sakko ins benachbarte Café, um zu jausnen und Zigaretten zu kaufen. Ohne Grund wurde er zur Gestapo gebracht und bereits am gleichen Tag nach Dachau versandt. Erst drei Wochen später haben seine Angehörigen davon erfahren, nachdem sie bereits lange ärgste Qualen litten.

Moses Torcziner, ein Juwelenhändler wollte lediglich seine Mutter besuchen, als er verhaftet wurde.

Leopold Gewürz, wohnhaft in Wien II in der Rotensterngasse 23, wollte um sieben Uhr eine Geschäftsreise antreten. Zwei Tage später erfuhr man, dass er in Haft sei, zwei Wochen später, dass er bereits in Dachau sei. Hierbei war es insofern tragisch, da Gewürz bereits eine Vorladung zum Amerikanischen Konsulat hatte zwecks Visumerteilung nach den USA.

Ein ihm bekannter Spezereiwarenhändler erhielt nichtsahnend eine Urne mit der Asche seines 18 jährigen Sohnes.

Kelfeits Schwester besaß ein gutgehendes Tapeziererzubehörgeschäft in der Heinestraße. Eines Tages erschien bei ihr die Gattin eines Tapezierers, der bereits RM 400,- Schulden bei ihr hatte, und fragte sie, ob sie nicht ihr Geschäft abtreten wolle. Seine Schwester verneinte, da sie ihr Geschäft schon seit 20 Jahren allein führte. Fünf Tage später kam jener Tapezierer und stellte sich als kommissarischer Leiter vor, und sagte, er werde nur RM 600,- pro Monat nehmen. Kelfeits Schwester und ihr Gatte erhielten monatlich RM 320,- . Außerdem wurde ihre Wohnung nach versteckten Waren und Geldern erfolglos durchsucht. Somit war die Geschäftsinhaberin nur mehr ein Lehrmädchen in ihrem eigenem Geschäft.

In der Sodawasserfabrik namens Raimann und Schildwach im 2. Bezirk, Nestroygasse, beschuldigte ein ehemaliger Hilfsarbeiter den Inhaber der Steuerhinterziehung, worauf dieser dann kommissarischer Leiter wurde und die einstigen Chefs in Haft genommen wurden. Drei Tage darauf wurde der Flaschenfüller David Schiffeldrim zur Polizei geholt und befragt, ob er denn etwas davon wisse. Er sagte unter Eid, dass ihm nichts bekannt sei. Tags darauf wurde er erneut zur Polizei bestellt, die ihn der Falschaussage unter Eid bezichtigte. Schiffeldrim habe 24 Stunden Zeit, um die Wahrheit zu sagen. Am nächsten Tag fuhr er mit gepacktem Rucksack nach Aachen und floh von dort nach Belgien, um der Polizei zu entgehen und sein Leben zu retten.

Eines Tages kam Kelfeits Kind weinend von der Schule nach Hause, da er verprügelt worden war. Sein Sohn und sein Neffe waren am hellichten Tag überfallen und beraubt worden. Von da an mussten seine Kinder stets in der Wohnung bleiben.

Der Junge Bergmann, der als angeblicher Kommunist brutal verhaftet wurde, schrie die ganze Zeit, dass seine Mutter eine Urne bekäme.

Der in der Karajangasse inhaftierte Dr. Flegel litt an einer Angina Pectoris und war somit gezwungen, im Bett zu liegen. Bei der Übernahme des Geldes, welches ihm seine Familie schickte, hörte er von draußen eine Stimme „Papa“ rufen. Es war sein Sohn. Als er jenen sah, brach Flegel zusammen und musste anschließend in den Saal zurück getragen werden.








Quelle: Die Wahrheit 38-45: Band 3 Chas Kelfeit -Ich kann nicht schweigen-




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