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Titel:

Thomas Mann


  Note: 2+   Klasse: 13









Arbeit: Biografie:
Paul Thomas Mann wurde am 6. Juni 1875 in Lübeck geboren. Er war der Sohn des Speditionskaufmanns und späteren Steuersenators Heinrich Mann und dessen Frau Julia (geb. Bruns). Aus dieser Ehe gingen 4 weitere Kinder hervor: 1871 wurde Luis Heinrich geboren, 1877 Julia ( 1927 Suizid), 1881 Carla (1910 Suizid) und 1890 Viktor. 1891 starb sein Vater an den Folgen eines unheilbaren Blasenkrebses. In Zusammenhang mit seinem Testament hatte er die weitere Verfügung erlassen, dass das Unternehmen sowie auch das Wohnhaus in Lübeck zu verkaufen seien. Seiner Frau und den Kindern standen aus dem Erlös der Verkäufe die Zinsen zu, mit denen sie ihren Lebensunterhalt bestritten.
Thomas Mann hat seine Kindheit ohne jede Einschränkung gehegt und glücklich genannt und mehrfach erwähnt, dass er an einem Sonntag um 12 Uhr mittags zur Welt gekommen sei- nicht in dem Elternhaus in der Becker Grube, sondern in einem Gartenhäuschen vor der Stadt.
Thomas Mann zeigte sich in seiner Jugendzeit am Schulunterricht desinteressiert, obgleich er kein unbegabter Schüler war. Lieber ging er seiner früh entwickelten Neigung zum Schreiben nach und beteiligte sich schon 1893 mit Prosaskizzen und Aufsätzen an der von ihm mit herausgegebenen Zeitschrift Der Frühlingssturm. Wie ernst es ihm mit seiner Berufung als Schriftsteller gewesen sein muss, spiegelt auch 1889 erhalten gebliebener Brief wider, der 14-Jährige unterschrieb ihn mit „Thomas Mann. Lyrisch-dramatischer Dichter“. 1894 verließ er das Gymnasium und folgte seiner Mutter und den Geschwistern nach München.
Sein Vormund Krafft Tesdorpf bestimmte, dass Thomas Mann nach dem Abgang von der Schule einen bürgerlichen Beruf ergreifen sollte. Dieser fügte sich dem Wunsch und arbeitete für eine Feuerversicherungsgesellschaft. Der Bürojob war langweilig und anspruchslos. Sein Debüt als Schriftsteller gab Mann 1894 mit einer Kurznovelle, die den schlichten Titel Gefallen trug, in dem Magazin „Gesellschaft“ veröffentlicht, stieß sie auf Wohlgefallen.
1895 gab Mann seine Tätigkeit bei der Versicherungsgesellschaft auf und begann mit einem Studium an der Technischen Hochschule München. Zunächst schwebte ihm vor, einen journalistischen Beruf zu ergreifen. Die Ziellosigkeit, die seine Schullaufbahn auszeichnete, setzte sich im Studium fort. Als er 1896 mit 21 Jahren volljährig war und einen eigenen Anspruch aus dem Vermögen des Vaters auf ein monatliches Taschengeld in Höhe von 160 bis 180 Goldmark hatte, entschloss er sich, sich von den Zwängen der Schule endgültig zu befreien und freier Schriftsteller zu werden.
1895/96 folgten Beiträge für die von seinem Bruder Heinrich Mann herausgegebene konservative Zeitschrift "Das Zwanzigste Jahrhundert. Blätter für deutsche Art und Wohlfahrt".
Desweiteren wollten die Brüder nach Italien reisen. Kaum war die Idee geboren, zusammen mit Heinrich eine Zeit in Italien zu verbringen, wurde sie schon umgesetzt. Ziel war Rom. 1897 schließlich mieteten sich die Brüder in Palestrina ein. Mann schrieb in der Zeit einige Novellen, unter anderem „Der kleine Herr Friedemann“, und begann mit dem Roman „Buddenbrooks. Verfall einer Familie".
1898-1900 begann er seine Tätigkeit als Lektor und Korrektor bei der satirischen Zeitschrift "Simplicissimus".
Thomas Manns militärische Karriere fand in den letzten drei Monaten des Jahres 1900 beim Münchner Leibregiment statt und endete mit der Entlassung wegen Dienstuntauglichkeit.
1901 wurde Manns erster Roman veröffentlicht: „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“.
Das Werk stieß auf positive Resonanz bei den Lesern und in der Literaturkritik. Doch sprach sich in Lübeck schnell herum, dass das Portrait dieser Großfamilie und der in dem Roman erwähnten Figuren nicht rein fiktiv, sondern auf reale Personen der Stadt zurückzuführen sei. Schon kurze Zeit nach dem Erscheinen des Buchs kursierte eine Liste, die die in dem Roman erfolgten Codierungen einzelner Personen preisgab.
Der Roman „Buddenbrooks“ gehört mit zu den bedeutendsten Werken, die Thomas Mann schuf: 28 Jahre nach seinem Erscheinen nahm die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in ihrer Begründung für die Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Thomas Mann maßgeblich auf diesen Roman Bezug.
1903 zeichneten sich erste Missstimmigkeiten zwischen den Brüdern Thomas und Heinrich ab. Thomas Mann verspürte eine von seinem Bruder Zurücksetzung als Künstler. Der Kontakt brach zwar nicht ab, auch gab es in den Folgejahren immer wieder Annäherungsversuche, aber fortan ging man sich in der öffentlichen Auseinandersetzung um die Kunst in der Literatur besser aus dem Wege.
Desweiteren entstand 1903 die Novellensammlung "Tristan" - darin enthalten "Tonio Kröger". Im Gegensatz zu seinem Bruder vermeidet er gesellschaftskritische Inhalte und thematisiert den Gegensatz von Leben und Kunst. Seine Künstlernovellen sind als Gleichnisse zu sehen, in denen die Individuen als gesellschaftliche Typen gezeichnet werden.
1904 lernte Thomas Mann Katharina (Katia) Pringsheim kennen und begann um sie zu werben. Das überraschte umso mehr, als es in seinem bisherigen Leben keine näheren Beziehungen zu Frauen, geschweige denn „Weibergeschichten“ wie beim Bruder Heinrich gab. Nun entschied er sich für ein Leben, das man zu der damaligen Zeit als gutbürgerlich bezeichnete. Es blieben die Schwärmereien für „Jünglinge“ und für homophile Beziehungen, wie sie Ausdruck in Notizen und zahlreichen literarischen Verarbeitungen, unter anderem in den „Buddenbrooks“ (Hanno/Kai Graf Mölln), „Tonio Kröger“ (Tonio Kröger/Hans Hansen) und „Tod in Venedig“ (Gustav von Aschenbach/Tadzio) fanden.
Schließlich heirateten beide am 11. Februar 1905. Der Brautzeit hat Thomas Mann in seinem zweiten Roman Königliche Hoheit von 1909 ein literarisches Denkmal gesetzt. In der Folgezeit kamen die Kinder Erika (1905-1969), Klaus (1906-1949, Suizid), Golo, eigentlich Angelus Gottfried Thomas (1909-1994), Monika (1910-1992), Elisabeth (1918-2002) und Michael (1919-1977, Suizid) zur Welt. Die Kinder Erika, Klaus und Golo Mann waren wie ihr Vater, Schriftsteller.
1912 äußerten Ärzte bei Katia den Verdacht auf Tuberkulose, was einen längeren Sanatoriums-Aufenthalt in Davos erzwang. Thomas Mann, der sie besuchte, war angetan von der Atmosphäre des Sanatoriums, den Schilderungen Katias über die dort weilenden Gäste und den eigenen Eindrücken. Sie inspirierten ihn zu seinem Roman „Der Zauberberg“, den er 1913 begann – aber erst 1924 vollenden sollte; die Arbeiten hieran unterbrach er im Jahr 1915.
Im Jahre 1912 erscheint die Erzählung "Der Tod in Venedig".
Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, gab es eine Reihe von Literaten, die diese Entwicklung guthießen. Thomas Mann vertrat einen eher verhaltenen Patriotismus. Er schrieb an seinen Bruder Heinrich:
„Ich persönlich habe mich auf eine vollständige Veränderung der materiellen Grundlagen meines Lebens vorzubereiten. Ich werde, wenn der Krieg lang dauert, mit ziemlicher Bestimmtheit das sein, was man „ruiniert“ nennt.“ Und er fährt später fort: „In Gottes Namen! Was will das besagen gegen die Umwälzungen, namentlich die seelischen, die solche Ereignisse im Großen zur Folge haben müssen! Muss man nicht dankbar sein für das vollkommen Unerwartete, so große Dinge erleben zu dürfen?“
Thomas Mann hielt den Krieg prinzipiell für notwendig. Reflexionen zum Thema Krieg, die die Haltung der kriegsbefürwortenden Literaten verteidigten, veröffentlichte Thomas Mann in seinen „Gedanken im Kriege“. Der Kontakt zu seinem Bruder Heinrich war inzwischen völlig eingestellt.
1918 schrieb er als Antwort auf Heinrich Manns Antikriegsschrift "Zola" die "Betrachtungen eines Unpolitischen".
Die Ermordung des Reichaußenministers Walther Rathenau am 24. Juni 1922 war mitauslösend für Thomas Manns Entscheidung, sich endgültig und grundlegend öffentlich für die Republik und ihre Werte stark zu machen. Mit seiner Rede "Von deutscher Republik" trat Mann zum ersten Mal als politischer Mahner und Befürworter der Republik hervor. Seine These lautete, dass Demokratie und Humanität eins seien und da der Mensch dem Prinzip der Humanität folgen solle, sei die demokratische Staatsform erstrebenswert.
1924 wurde der Roman "Der Zauberberg" veröffentlicht und war auf Anhieb ein großer Erfolg. Es folgten „Unordnung und frühes Leid“ sowie „Über die Ehe“. 1925 begann Mann mit der Arbeit an der „Joseph“-Tetralogie. Thomas Mann beteiligte sich als Gründungsmitglied der „Sektion Dichtkunst“ bei der Preußischen Akademie der Künste aktiv an der Stärkung des Ansehens der Literatur. Insbesondere wandte er sich gegen das damals geltende „Schmutz und Schund-Gesetz“, mit welchem die schriftstellerische Freiheit eingeschränkt wurde.

Der Nobelpreis für Literatur kam für Thomas Mann nicht überraschend. Jahre zuvor war darüber spekuliert worden und er hatte schon 1927 auf diese Auszeichnung gehofft. Am Nachmittag des 12. November 1929 erreichte ihn die positive Nachricht aus Stockholm. Das Nobelpreiskomitee bezog sich im Wesentlichen nur auf seinen Roman „Buddenbrooks“. Das Preisgeld betrug 200.000 Reichsmark, nach heutigen Verhältnissen mehr als eine halbe Million Euro. Als die Manns 1933 Deutschland verließen, verloren sie daher einen großen Teil ihres Vermögens wie eben auch den Immobilien- und Sachbesitz.

Die Reichstagswahl vom September 1930 hatte den Nationalsozialisten einen gewaltigen Stimmenzuwachs beschert. Thomas Mann, der wie viele andere Skeptiker die politische Kraft der NSDAP mit Misstrauen beobachtet hatte, entschloss sich zu einem „Appell an die Vernunft“, eine Rede, die er am 17. Oktober 1930 im Berliner Beethovensaal hielt und die als „Deutsche Ansprache“ in die Geschichte einging. Thomas Mann nannte den Nationalsozialismus unumwunden. Thomas Mann gehörte zu den wichtigsten prominenten Gegnern des Nationalsozialismus und seine Stimme hatte wegen seines hohen Ansehens im Ausland großes Gewicht. Doch seine zahlreichen Appelle verhallten ungehört.
Im Februar 1933 unternahmen Thomas Mann und seine Frau eine längere Auslandsreise, die sie erst nach Paris, dann nach Arosa führte. Von der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 blieben Thomas Manns Werke verschont. Als aber alle Mitglieder der „Sektion Dichtkunst“ der Preußischen Akademie der Künste aufgefordert wurden, die neuen Machtverhältnisse zu akzeptieren und eine Treueerklärung gegenüber der nationalsozialistischen Regierung abzugeben, trat Mann freiwillig von seinem Amt zurück. Er und Katia hatten sich längst entschieden, vorerst nicht nach Deutschland zurückzukehren. Der Entschluss, Deutschland den Rücken zu kehren, fiel nicht leicht, da die Manns ihr Sachvermögen zurücklassen mussten. Manns Verlag hatte ihn inständig gebeten, die Deutschen in dieser schweren Stunde nicht allein zu lassen und sich bereit erklärt, seine Neuerscheinungen auf den Markt zu bringen. Erste Station ihres Exils war Südfrankreich; schließlich zogen die Manns in die Schweiz, wo sie in Küsnacht in der Nähe von Zürich wohnten. Thomas Manns Bewegungsfreiheit wurde dadurch eingeschränkt, dass sein deutscher Pass abgelaufen war und eine Passverlängerung vom persönlichen Erscheinen Thomas Manns in München abhängig gemacht wurde, wo bereits ein "Schutzhaftbefehl" auf ihn wartete.
1934 und 1935 unternahmen die Manns ihre ersten Reisen in die USA. Die US-Amerikaner waren interessiert an dem prominenten Schriftsteller und gewährten ihm ohne gültigen Pass die Einreise. Seinen sechzigsten Geburtstag beging Mann in Küsnacht, er wurde von den Schweizern überwältigend gefeiert. Am 19. November 1936 wurde Thomas Mann auf seinen Antrag hin im tschechischen Konsulat die tschechische Staatsbürgerschaft verliehen. Wenige Wochen später wurde ihm (gleichzeitig mit seiner Frau Katia und den Kindern Golo, Elisabeth und Michael) die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Zugleich entzogen die Nazis Thomas Mann die ihm 1919 von der Universität Bonn verliehene Ehrendoktorwürde, in die er am 13. Dezember 1946 wiedereingesetzt wurde.
Die endgültige Übersiedlung der Manns in die USA fiel zeitlich zusammen mit den politischen Entwicklungen in Österreich, die in den "Anschluss an das Reich" münden sollten. Erste Station seines Exils in den USA war Princeton. Thomas Mann erhielt eine Gastprofessur an der dortigen Universität. Zugleich arbeitete er an seinem Roman über Johann Wolfgang von Goethe, der 1939 unter dem Titel „Lotte in Weimar“ erschien.
Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 löste Bestürzung im In- und Ausland aus und bewog Thomas Mann zu zahlreichen Aktivitäten. Er war Mitglied in mehreren Ausschüssen, die Emigranten unterstützten. 1940 begann Mann mit der Radiosendung „Deutsche Hörer!“. In monatlichen Abständen ausgestrahlt, wurden Manns emotionalen und warnenden Ansprachen in Kalifornien auf Platte aufgezeichnet und per Luftpost nach New York gebracht. Allerdings degradierte er Hitler und seine später als "Paladine" bekannt gewordenen Helfer in bissigen Teilen seiner Reden auch zu Witzfiguren, um eine allzu starke Dämonisierung zu verhindern.
Die unter dem Namen „Deutsche Hörer!“ bekannt gewordenen Radiosendungen boten nach dem Krieg in Deutschland viel Diskussionsstoff.
1941 waren die Manns nach Pacific Palisades, gelegen zwischen Santa Monica und Malibu, nördlich von Los Angeles/Kalifornien, übergesiedelt. Der Versuch, die US-amerikanische Staatsbürgerschaft zu erlangen, verschleppte sich und konnte erst 1944 realisiert werden. In den Jahren 1943 bis 1947, unterbrochen im Jahre 1946 von einer schweren Operation wegen Lungenkrebses, welche in Chicago durchgeführt wurde, arbeitete Mann am „Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde“. Für dieses Projekt hatte Mann im Vorfeld musikwissenschaftliche Lehrbücher sowie Biografien über Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Hector Berlioz, Hugo Wolf bis hin zu Alban Berg studiert. Mit zeitgenössischen Komponisten wie Igor Strawinsky, Arnold Schönberg und Hanns Eisler nahm er Kontakt auf, um sich in Sachen Komposition unterweisen zu lassen. Dokumentarisches und Historiografisches aus der Lutherzeit und dem 30-jährigen Krieg gehörten zur Vorbereitung des Romans ebenso wie Grimmelshausen und Sprichwörtersammlungen des Mittelalters. „Leverkühn“ als „lebenskühn“, so wollte Mann diese facettenreiche Gestalt verstanden wissen. Er nannte das Buch seine „Lebensbeichte".
Als einige Zeitungen nach Ende des Kriegs Thomas Mann als ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland ins Gespräch gebracht hatten, wies dieser das Ansinnen erschrocken von sich, meinte aber selbstbewusst - und mit einem für ihn typischen ironischen Anflug: »Ich habe ein gewisses fürstliches Talent zum Repräsentieren, wenn ich einigermaßen frisch bin«. Ob diese Idee jemals in die Tat umgesetzt worden wäre, bleibt fraglich, denn Mann hatte zwischen sich und das Nachkriegsdeutschland einen Keil getrieben. Es brauchte einige Jahre, bis die Deutschen sich mit Mann versöhnten.
Von den USA war Thomas Mann nach dem Tod des US-amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt im Jahr 1945 zunehmend enttäuscht. Sein Entschluss, nach Europa zurückzukehren, verfestigte sich im Juni 1951. Genau ein Jahr später, im Juni 1952, gingen die Manns in die Schweiz zurück, wo sie zunächst in einem gemieteten Haus in Erlenbach bei Zürich, ab 1954 dann in der angekauften Villa in Kilchberg lebten.
Schon 1949 hatte Thomas Mann anlässlich der Feiern zu Goethes 200. Geburtstag Deutschland einen Besuch abgestattet, und zwar in Frankfurt am Main wie in Weimar, was von der Öffentlichkeit misstrauisch beäugt. Die Deutschland-Besuche wurden von der Schweiz aus zu einer festen Einrichtung. 1954 setzte Mann die 1922 begonnene Arbeit am Roman „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ fort, der ein Fragment geblieben ist. Zum 150. Todestag von Friedrich Schiller 1955 veröffentlichte Mann den Essay „Versuch über Schiller“ und hielt Reden. Die Stadt Lübeck ernannte ihn zum Ehrenbürger.
Am 20. Juli 1955 wurde während eines Aufenthaltes im holländischen Seebad Nordwijk bei Mann eine Thromboseerkrankung festgestellt. Am 18. Juli sprach er erstmalig mit seiner Frau von dem ziehenden Schmerz im linken Bein, welche ihm lästig falle. Der hinzugezogene Arzt verordnete Bettruhe. Am 23. Juli flog das Ehepaar Mann nach Zürich zurück. Die ärztliche Behandlung blieb erfolglos, am 12. August starb Thomas Mann achtzigjährig im Züricher Kantonsspital an der Ruptur der unteren Bauchschlagader als Folge einer Arteriosklerose.
Die Wirkung von Manns Werken ist unmöglich in wenige Worte zu fassen. Zwei Besonderheiten lassen sich dennoch hervorheben: Mann war schon zu Lebzeiten umstritten und blieb es bis über den Tod hinaus. Und er hatte keine „Schüler“, es bekannte sich niemand dazu, sozusagen von ihm und durch ihn schriftstellerisch beeinflusst worden zu sein.
Dass Mann nicht nur Freunde, sondern auch erklärte Feinde hatte, ist nicht ausschließlich eine Frage des Zeitlaufs gewesen. Freundschaftliche Beziehungen unterhielt Mann insbesondere mit Hermann Hesse. Das Verhältnis der Nationalsozialisten zu Thomas Mann, der sich schon seit den frühen 1920er Jahren öffentlich gegen die rechtsextremen politischen Tendenzen in Deutschland gewendet hatte, war nach der Machtergreifung 1933 zunächst gespalten. In München wurden zwar Haus und Vermögen beschlagnahmt und sogar ein Schutzhaftbefehl erlassen. Manches deutet aber darauf hin, dass eine Rückkehr des international bekannten Nobelpreisträgers Thomas Mann ins Deutsche Reich zumindest den Machthabern in Berlin hochwillkommen gewesen wäre. So durfte noch im März 1934 der Roman Der junge Joseph beim Berliner S. Fischer Verlag erscheinen. Erst nachdem Thomas Mann im Februar 1936 mit seinem Offenen Brief an Eduard Korrodi in der Neuen Züricher Zeitung den öffentlichen und eindeutigen Bruch mit den deutschen Machthabern herbeigeführt hatte, erfolgten Ausbürgerung und Versteigerung des zurückgebliebenen Münchener Hausrats.
Warum Mann keine bekennenden Schüler hat, wurde im Jahr seines 100. Geburtstags wissenschaftlich beleuchtet. Der Literaturwissenschaftler Peter Pütz (Thomas Manns Wirkung auf die deutsche Literatur der Gegenwart) bringt es auf den Punkt: Manns Wirkung liege „nicht in der Nachfolge, sondern im Gegenentwurf“. Da niemand neben Mann bestehen kann, besteht er nur gegen ihn.
Zusammenfassend:

1875 6. Juni: Thomas Mann wird als Sohn des Speditionskaufmanns und späteren Senators Heinrich Mann und dessen Frau Julia (geb. Bruns) in Lübeck geboren.
1895 Aufgrund des Erfolgs seiner ersten Veröffentlichung gibt er seine Stellung auf und entschließt sich, als freier Schriftsteller zu arbeiten. Er schreibt sich zunächst als Gasthörer an der Münchener Technischen Hochschule ein, um sich auf eine journalistische Laufbahn vorzubereiten.
1896-1898 Gemeinsam mit seinem Bruder Aufenthalt in Italien.
1898-1900 Tätigkeit als Lektor und Korrektor bei der satirischen Zeitschrift "Simplicissimus".
1900 Seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger kann Mann aufgrund einer Untauglichkeitserklärung vorzeitig beenden.
1901 Manns größtes Prosawerk " Buddenbrooks" - ursprünglich als Gemeinschaftsarbeit der Brüder geplant - erscheint in zwei Bänden und wird von der Kritik begeistert aufgenommen.
1905 Heirat mit Katia Pringsheim. Aus der Ehe gehen sechs Kinder hervor, darunter die Schriftsteller Erika Mann, Klaus Mann und Golo Mann.
1912 Die Erzählung "Der Tod in Venedig" erscheint.
1926 Gründungsmitglied der Sektion Dichtkunst bei der Preußischen Akademie der Künste.
1929 Nobelpreis für Literatur für die "Buddenbrooks".
1933 11. Februar: Mann begibt sich auf eine Reise durch Europa
1936 Nach dreijähriger Zurückhaltung in politischen Fragen erscheint Manns öffentliche Absage an das nationalsozialistische Deutschland in der "Neuen Züricher Zeitung". Dezember: Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft und Entzug des Bonner Ehrendoktorats, das ihm 1919 verliehen wurde. Verleihung der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft.
1938 Emigration nach Princeton (USA), wo er als Gastprofessor an der Universität tätig ist.
1944 Mann nimmt die amerikanische Staatsbürgerschaft an und greift in die Wahlkampagne um die vierte Präsidentschaftskandidatur für Franklin D. Roosevelt ein.
1947 Sein Altersroman "Doktor Faustus" erscheint. Zwei Jahre später wird als Selbstkommentar "Die Entstehung des Doktor Faustus" veröffentlicht. Erste Europareise nach dem Krieg, um an der ersten internationalen Nachkriegstagung des PEN-Clubs in Zürich teilzunehmen.
1949 Erster Besuch im Nachkriegsdeutschland.
1952 Nachdem er von einem kalifornischen Abgeordneten vor dem Kongreß als "fellow traveller" des Kommunismus angeklagt wurde, verläßt Mann die USA und siedelt nach Erlenbach bei Zürich um.
1954 Mann vollendet den ersten Teil des Romans "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull", der fragmentarisch bleibt.
1955 Er erhält den Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Kunst. 12. August: Thomas Mann stirbt in Zürich.





Werke
Romane
Buddenbrooks - Verfall einer Familie 1901
Der Zauberberg 1924
Joseph und seine Brüder Tetralogie 1933-1943
Die Geschichten Jaakobs 1933
Der junge Joseph 1934
Joseph in Ägypten 1936
Joseph der Ernährer 1943
Lotte in Weimar 1939
Doktor Faustus 1947
Erzählungen und Novellen
Gefallen, 1894
Der Wille zum Glück, 1896
Enttäuschung, 1896
Der Tod, 1897
Der kleine Herr Friedemann, 1897
Tobias Mindernickel, 1898
Der Kleiderschrank, 1899
Gerächt. Novellistische Studie, 1899
Luischen, 1900
Der Weg zum Friedhof, 1900
Gladius Dei, Novelle 1902
Tonio Kröger, Novelle 1903
Tristan, Novelle 1903
Die Hungernden, 1903
Das Wunderkind, 1903
Ein Glück, 1904
Beim Propheten, 1904
Schwere Stunde, 1905
Anekdote, 1908
Das Eisenbahnunglück, 1909
Wie Jappe und Do Escobar sich prügelten, 1911
Der Tod in Venedig, 1912
Herr und Hund. Ein Idyll, 1918
Gesang vom Kindchen. Ein Idyll, 1919
Wälsungenblut, 1921
Tristan und Isolde, 1923
Unordnung und frühes Leid, 1926
Mario und der Zauberer, 1930
Die vertauschten Köpfe - Eine indische Legende, 1940
Das Gesetz, 1944
Die Betrogene, 1953

Essays
Betrachtungen eines Unpolitischen, 1918
Das Problem der Freiheit, 1937
Versuch über Schiller, 1955
Aufnahmen
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Tonio Kröger
Das Eisenbahnunglück
Das Wunderkind
Deutsche Hörer!
Versuch über Schiller
Schwere Stunde
Der Erwählte
Über die Entstehung der Buddenbrooks


Der Thomas Mann Preis:

Der Thomas-Mann-Preis ist ein Literaturpreis, der 1975 zum 100. Geburtstag von Thomas Mann von der Stadt Lübeck gestiftet wurde. Der Preis wird alle drei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, "die sich durch ihr literarisches Wirken ausgezeichnet haben im Geiste der Humanität, die das Werk von Thomas Mann prägte". Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert.

Preisträger

2005 Walter Kempowski
2002 Hanns-Josef Ortheil
1999 Ruth Klüger
1996 Günter Grass
1993 Hans Wysling
1990 Günter de Bruyn
1987 Marcel Reich-Ranicki
1984 Siegfried Lenz
1981 Joachim C. Fest
1978 Uwe Johnson
1975 Peter de Mendelssohn










Quelle:




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