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Titel:

Tundra


  Note: 1   Klasse: 7









Arbeit: Definition aus dem Lexikon:
Vegetationsform der Arktis in Eurasien und Nordamerika mit baum-losen Pflanzenbeständen auf Dauerfrostboden, der im Sommer oberflächlich auftaut. In der Waldtundra sind Wald (Taiga) und Tundra mosaikartig verzahnt.

Allgemeines:
Die Tundra befindet sich nur in der Arktis (also im Norden) und nicht in der Antarktis. Sie ist quasi eine Übergangsform zwischen dem Nadelwald (Taiga) und der Eiswüste. Tundra bedeutet etwa soviel wie Kältesteppe. Im unterschied zur winterkalten Steppe ist es dort aber das ganz Jahr über kalt. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 4,63 Mio km2. Im Vergleich dazu: die Fläche der USA beträgt 9,37 Mio km2.

Einige Daten:
Die Temperatur liegt zwischen –50°C im Winter und +15°C im Sommer. Das Jahresmittel liegt also bei etwa –10°C. Der Boden ist bis 400m tief gefroren und taut im Sommer bis etwa 1m auf. Im Durchschnitt regnet, bzw. schneit es in einem Jahr nur 200mm, aber dank des Schmelzwassers ist immer genug Feuchtigkeit vor-handen.
In der Tundra haben sich die Jahreszeiten etwas verschoben. Es gibt einen sehr langen Winter, der über ein halbes Jahr dauert. Der Frühling beginnt Ende Mai und der Sommer dauert nur 60 Tage.
In der Polargegend gibt den sogenannten Polartag und die Polar-nacht. Ein Polartag ist ein Tag, an dem die Sonne 24 Stunden lang nicht untergeht. Die Polarnacht ist das Gegenteil, die Sonne geht also nie auf. Direkt an den Polen herrschen ca. 6 Monate Polar-nacht und 6 Monate Polartag.

Boden:
Wie gesagt: Der Boden ist immer in eine Tiefe von 400m gefroren und im Sommer taut nur die oberste Schicht auf. Das nennt man Permafrostboden. Der Permafrostboden hat eine große Auswir-kung auf die Ökologie der Tundra.
Die gefrorene Bodenschicht ist wasserundurchlässig. Das Schmelzwasser kann also nicht abrinnen. Es bildet riesige Flach-seen und Sümpfe. Das ist ein ideales Gebiet für Mücken.
Das Ökosystem der Tundra ist das montane Biom. Das Biom ist die Tier und Pflanzenwelt. Das montane Biom kommt aber nicht nur in der subpolaren Zone vor, sondern auch in gemäßigten und tropischen Regionen. Dort beginnt es aber erst im Gebirge (siehe Referat Eva).

Vegetation:
In der Tundra dauert die vegetative Periode nur 2-3 Monate. Also Frühling, Sommer und Herbst. Es gibt schneidende Winde, daher ist es über lang Zeiträume sehr, sehr kalt. Die Pflanzen dort wach-sen nur langsam. Man rechnet etwa mit 2 oder 3 Blatttrieben pro Saison. Kaum gibt es einen auch noch so kleinen Windschutz, wird die Vegetation höher. So wachsen in den Tälern beispielsweise Zwergweiden, Zwergbirken und kleine Erlen. Ansonsten gibt es nur Flechten, Moose, Gräser und hin und wieder Zwergsträucher.
Bäume können in der Tundra nicht wachsen, weil sie einerseits zu tiefe Wurzeln haben (diese würden bis in die Frostschicht reichen) und weil sie andererseits zu hoch sind. Sie würden also über die 30-50cm dicke Schneedecke herausragen, die den kleineren Pflanzen Schutz gibt.

Tiere:
Die meisten großen Tiere (Rentiere, Wölfe, Moschusochsen) verbringen den Winter in der Taiga. Nur die kleinen Tiere, wie z.B. die Lemminge; überwintern in der Tundra. Sie halten keinen Win-terschlaf, sondern ernähren sich von Wurzeln.
Zu den Lemmingen gibt es auch eine ziemlich interessante Ge-schichte: Lange Zeit war man der Meinung, die Lemminge würden massenweise Selbstmord begehen, weil sie sich immer wieder kopfüber ins Meer stürzten. Tatsächlich ist es aber so, dass Lem-minge einen kleinen Bach nicht von einem großen Gewässer un-terscheiden können. Sie springen also auf ihrer Nahrungssuche ins Meer und ertrinken.
Es gibt nur zwei Vogelarten, die in der Tundra überwintern: das Schnee- und das Weidenhuhn.
Echsen und Schlangen gibt es überhaupt nicht, da bei solchen Temperaturen nur Warmblüter überleben können.

Wirtschaftsformen:
Nun fragt man sich also, wie man in der Tundra überhaupt wirt-schaften kann. Landwirtschaft ist wegen der niedrigen Temperatu-ren und wegen des kurzen Sommers so gut wie unmöglich. In der Industrie werden zentralere Standorte gewählt und auch in der Tourismusbranche können kaum Erfolg erzielt werden.
Aber im Polarmeer gibt es sehr viele Fische. Die Fischer fangen mit riesigen Fabrikschiffen vor allem Kabeljau und Heringe für den Weltmarkt. Aber mit der Zeit gibt es zu viele Fischer und immer weniger Fische. Deshalb wird zum Beispiel der norwegische Lachs in Fischfarmen gezüchtet. Es gibt auch einige Walfänger, deren Geschäft aber mit der Beinahe-Ausrottung der Blauwale einen e-normen Rückschlag erlitten hat. Der Blauwal steht jetzt unter Na-turschutz und die Walfänger machen Jagd auf die kleineren Wale.
Ein weiterer Faktor sind die enormen Erdölvorkommen in Sibirien. Doch die Erdölindustrie hinterlässt ihre Spuren: die Ölpipelines be-hindern die wandernden Karibus, die Lebensweise der Eskimos wird so verändert, dass man in Kürze mit ihrer völligen Ausrottung rechnet.
Die Fahrspuren der Öltankwägen hinterlassen irreparable Schäden in der Natur. Eine einzige Fahrspur kann sich durch das Schmelz-wasser binnen 3 Monaten in einen 9m breiten und 3m tiefen Was-sergraben verwandeln.

Lebensformen:
Es gibt tatsächlich zwei Volksstämme die in dieser kargen Land-schaft überleben können – die Lappen und die Eskimos.
· Die Lappen (oder Sami) leben im Norden von Europa. Den Winter verbringen sie mit ihren Rentieren in der Taiga und im Sommer ziehen sie wieder in die Tundra.
In der Erzählung „Wunderbare Reise des kleinen Nils Hol-gersson mit den Wildgänsen kann man einiges über ihre Le-bensweise erfahren:
„Westlich vom See lag das Land frei und offen da, und dort hatten ein paar Lappenfamilien ihr Lager aufgeschlagen. Sie brauchten nichts weiter, als ihre Zeltstangen fest in den Bo-den hineinzuschlagen und die Zeltdecke darüber zu hängen. Auch das Einrichten machte wenig Mühe. Das wichtigste war, ein paar Fichtenzweige und Felle auf dem Boden auszubrei-ten und den großen Kessel, in dem sie ihr Rentierfleisch zu kochen pflegten, an eine eiserne Kette zu hängen, die oben an den Zeltstangen befestigt wurde. Der Besitz von einigen Rentieren und einem Zelt genügte zur Erhaltung des Lebens. Zum Abendessen gab es Rentiermilch, Rentierkäse und et-was getrocknetes Rentierfleisch. Schon die Kinder lernten, aus Rentiersehnen Fäden zu drehen, die Felle zu bereiten um Kleider und Schuhe daraus zu nähen und Kämme und Werkzeuge aus Rentierhörnern zu fertigen.“
Leben und Wirtschaft haben sich natürlich heutzutage verän-dert; die Weiden sind eingezäunt und einige wenige Hirten passen auf das Vieh auf. Der Rest lebt in festen Häusern o-der geht mit dem Auto auf Wanderschaft. Viele Lappen sind auch Fischer geworden, weil ihnen die Rentierzucht zu unsi-cher ist.
· Die Eskimos (oder Inuits) leben im Norden von Nordamerika. Sie selbst nennen sich Inuit, was so viel wie Mensch bedeu-tet. Eskimo heißt Rohfleischfresser. Die meisten Eskimos ha-ben ihre traditionelle Lebensweise aufgegeben und leben in Fertighäusern, die die kanadische Regierung für sie errichte-te. Diese Häuser sind etwa 70m2 groß und sind mit Strom, Zentralheizung und Satellitenfernsehen ausgestattet. In den modernen Dörfern gibt es natürlich auch Geschäfte, Super-märkte und Schulen. Das häufigste Verkehrsmittel ist der Mo-torschlitten geworden. Viele Eskimos sind arbeitslos, da es in der Fischerei nur wenig Arbeitsplätze gibt. Die meisten leben also von der staatlichen Unterstützung.









Quelle: · Der Brockhaus · Durchblick 1 · Großer Atlas des Tierlebens · Herders bunter Bildatlas · Erde, Mensch, Wirtschaft 5 · Modern Times 97 · Modern Times: Planet Erde 2000 · Wildtiere der Welt




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